[labournet:] Solidarität gegen das Verbot von linksunten.indymedia! Widerstand gegen Polizeistaat!

Dossier

indymedia kündigt eigenes verbot an am 25.8.2017Am 25. August 2017 hat das Innen­mi­nis­te­ri­um das Ver­bot der Netz­platt­form linksunten.indymedia externer Link ver­fügt und sofort voll­zo­gen – und per Pres­se­mit­tei­lung bekannt gege­ben, samt baden-würt­tem­ber­gi­scher Amts­hil­fe in den rund 11 Tagen seit dem Beschluss und sei­ner jet­zi­gen Ver­öf­fent­li­chung bzw. dem In-Kraft-tre­ten. In der Ver­bots-PM „Bun­desin­nen­mi­nis­ter ver­bie­tet den Ver­ein mit der links­ex­tre­mis­ti­schen In­ter­net­platt­form “links­un­ten.in­dy­me­dia”“ externer Link wird der Minis­ter so zitiert: „Das Ver­bot des Ver­eins mit der links­ex­tre­mis­ti­schen Platt­form ‚linksunten.indymedia“ setzt ein deut­li­ches Zei­chen. Wir gehen kon­se­quent gegen links­ex­tre­mis­ti­sche Het­ze im Inter­net vor. Nicht nur im Vor­feld des G20-Gip­fels in Ham­burg wur­de auf „linksunten.indymedia“ für gewalt­sa­me Aktio­nen und Angrif­fe auf Infra­struk­tur­ein­rich­tun­gen mobi­li­siert. Die Ereig­nis­se in Ham­burg zei­gen die gra­vie­ren­den Fol­gen. Der Auf­ruf zu Gewalt gegen Poli­zis­ten und deren Bezeich­nung als „Schwei­ne“ und „Mör­der“ soll Gewalt­hand­lun­gen gegen Poli­zis­ten legi­ti­mie­ren. Er ist Aus­druck einer Hal­tung, die die Men­schen­wür­de mit Füßen tritt. Das ist abso­lut inak­zep­ta­bel und mit unse­rer frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung nicht ver­ein­bar. Der Wei­ter­be­trieb der Sei­te ist ab sofort eine Straf­tat. Wir wer­den alles dar­an set­zen, dass die Maß­nah­men der Straf­ver­fol­gung zeit­nah und effek­tiv grei­fen. Für radi­ka­le, gewalt­be­rei­te Extre­mis­ten – gleich wel­cher Aus­rich­tung – ist kein Platz in unse­rer Gesell­schaft!” Aus der kon­stru­ier­ten reak­tio­nä­ren Ver­dre­hung der „Ereig­nis­se in Ham­burg“ ein Ver­bot zu begrün­den und wei­te­re Ver­fol­gung anzu­dro­hen, eröff­net auch kon­kret die „Opti­on“ wei­te­rer ent­spre­chen­der Maß­nah­men gegen „ähn­li­che Bestre­bun­gen“ – was deut­lich macht, dass es sich kei­nes­wegs nur um einen Angriff auf linksunten.indymedia han­delt, son­dern um einen auf radi­ka­le Lin­ke ins­ge­samt… Sie­he dazu als ers­te Grund­in­for­ma­tio­nen das Doku­ment des Innen­mi­nis­te­ri­ums zur Ver­bots­ver­fü­gung, den ers­ten Soli­da­ri­täts­auf­ruf (auch Spen­den­auf­ruf!) und ein Bei­spiel der mit dem Ver­bot ein­her­ge­hen­den Pro­pa­gan­da durch die übli­chen Ver­däch­ti­gen sowie wei­te­re Informationen/​Bewertungen und zusätz­li­ches Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen 3 Journalisten/​AutorInnen wegen angeb­li­chen Ver­sto­ßes gegen linksunten-„Vereins“-Verbot. Hier zunächst die Grund­in­for­ma­tio­nen zum Ver­fah­ren:

  • Drei Jah­re nach dem Ver­bot von linksunten.indymedia: Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um schweigt, das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt win­det sich – nun soll das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt prü­fen New
    Am 14. August 2017 wur­de im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um in der Ber­lin die Ver­fü­gung zum Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org aus­ge­druckt und unter­schrie­ben. Durch die Ver­fü­gung wur­de die inter­net-Platt­form linksunten.indymedia bzw. deren Her­aus­ge­be­rIn­nen­kreis zu einem „Ver­ein“ erklärt und kur­zer­hand ver­bo­ten (s. zu die­sem Unter­schied: linksunten.indymedia – was ist eigent­lich noch ver­bo­ten?) . Am 25.08.2017 wur­de das Ver­bot dann öffent­lich bekannt gemacht und mit meh­re­ren Haus­su­chun­gen in Frei­burg voll­zo­gen. Dage­gen sind mitt­ler­wei­le drei Ver­fas­sungs­be­schwer­den beim Bundesverfassungs¬gericht in Karls­ru­he anhän­gig. Labour­net ver­öf­fent­licht aus Anlaß des Jah­res­ta­ges exklu­siv einen zwölf­sei­ti­gen Aus­zug aus einer die­ser Ver­fas­sungs­be­schwer­den…” Arti­kel von Det­lef Geor­gia Schul­ze vom 15.8.2020  zu den Hin­ter­grün­den – wir dan­ken! Sie­he die Doku­men­te:
  • Ver­fas­sungs­be­schwer­den gegen das Ver­bot der Inter­net­platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org 
    “Heu­te haben die fünf Betrof­fe­nen im Ver­fah­ren wegen des Ver­bots der Inter­net­platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org gegen das Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 29.01.2020 (…) Ver­fas­sungs­be­schwer­de zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erho­ben. Sie rügen damit die Ver­let­zung meh­re­rer Grund­rech­te, ins­be­son­de­re die Ver­let­zung der Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit aus Art. 5 Abs. 1 GG sowie die Ver­let­zung der Rechts­weg­ga­ran­tie des Art. 19 Abs. 4 GG. Sie wen­den sich gegen die Auf­fas­sung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts, nach der das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern (BMI) das Ver­bot der Inter­net­platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org zuläs­si­ger­wei­se auf das Ver­eins­ge­setz stüt­zen durf­te. Bei links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org han­del­te es sich um ein Nach­rich­ten- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­por­tal, für wel­ches der durch das Grund­ge­setz gewähr­leis­te­te Schutz der Pres­se­frei­heit gilt. Das Ver­bot wur­de aus­schließ­lich mit Medi­en­in­hal­ten begrün­det. Die Dar­stel­lung des BMI und des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts, man habe mit dem Ver­bot nicht vor­ran­gig die Inter­net­platt­form, son­dern die dahin­ter ste­hen­de Per­so­nen­ver­ei­ni­gung tref­fen wol­len, hal­ten die Betrof­fe­nen für vor­ge­scho­ben. „Das eigent­li­che Ziel des BMI war die Abschal­tung der Platt­form, die dem BMI ein Dorn im Auge war. Rich­ti­ger­wei­se hät­te des­halb Maß­stab für die Prü­fung nicht das Ver­eins­ge­setz, son­dern viel­mehr das Tele­me­di­en­ge­setz sein müs­sen“, führt Dr. Lukas Theu­ne, einer der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten, aus. Die Anwen­dung des Ver­eins­ge­set­zes führt im vor­lie­gen­den Fall dazu, dass eine inhalt­li­che Prü­fung der Ver­bots­grün­de und damit auch eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der Trag­wei­te des Grund­rechts der Pres­se­frei­heit unter­blie­ben ist. Die Argu­men­ta­ti­on des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ist auch für ande­re Inter­net­por­ta­le und Publi­ka­tio­nen hoch­gra­dig pro­ble­ma­tisch. „Wenn sich die Ver­bots­be­hör­de aus­su­chen kann, auf wel­cher Rechts­grund­la­ge sie gegen miss­lie­bi­ge Inhal­te von Medi­en vor­geht, wird die Pres­se­frei­heit aus­ge­he­belt“, so Rechts­an­walt Sven Adam. Rechts­an­wäl­tin Ange­la Fur­ma­ni­ak ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt unser Ver­ständ­nis von der Bedeu­tung der Pres­se­frei­heit bestä­ti­gen wird und das Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auf­he­ben wird“…” Pres­se­mit­tei­lung der Anwalts­kanz­lei Sven Adam vom 8. Juni 2020 externer Link
  • Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt: Kla­gen gegen Ver­bot der Ver­ei­ni­gung „linksunten.indymedia“ blei­ben erfolg­los
    Zur Anfech­tung des Ver­bots einer Ver­ei­ni­gung ist regel­mä­ßig nur die ver­bo­te­ne Ver­ei­ni­gung selbst befugt, nicht dage­gen Ver­eins­mit­glie­der oder Drit­te. Auf die Kla­gen ein­zel­ner Per­so­nen hin, die dem ver­bo­te­nen Per­so­nen­zu­sam­men­schluss ange­hö­ren, kann ledig­lich geprüft wer­den, ob die ver­bo­te­ne Ver­ei­ni­gung dem Ver­eins­ge­setz unter­fällt und die im Ver­eins­ge­setz genann­ten Struk­tur­merk­ma­le auf­weist. Eine wei­ter­ge­hen­de Prü­fung der Recht­mä­ßig­keit des Ver­eins­ver­bots, ins­be­son­de­re des Vor­lie­gens der mate­ri­el­len Ver­bots­grün­de, kommt nur auf die Kla­ge der ver­bo­te­nen Ver­ei­ni­gung selbst in Betracht. Das hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig ent­schie­den…” Pres­se­mit­tei­lung Nr. 5/​2020 vom 30.01.2020 externer Link und dazu:
    • [Ver­bot links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org] Medi­en­ver­bo­te leicht gemacht 
      “… Die Inter­net­platt­form links­un­ten wur­de 2008/​2009 in Baden-Würt­tem­berg gegrün­det und gehör­te zum welt­wei­ten Indy­m­e­dia-Netz­werk. Sie funk­tio­nier­te nach dem soge­nann­ten Open-Pos­ting-Prin­zip, hat­te also kei­ne tra­di­tio­nel­le Redak­ti­on, wohl aber Mode­ra­ti­ons­kri­te­ri­en, die etwa ras­sis­ti­sche oder anti­se­mi­ti­sche Inhal­te aus­schlos­sen. Inso­weit unter­schied sich die Platt­form nicht grund­le­gend von Face­book. Auf links­un­ten erschie­nen Auf­ru­fe und Berich­te zu lin­ken Ver­an­stal­tun­gen oder Demons­tra­tio­nen, Recher­chen zur Nazi-Sze­ne sowie Erklä­run­gen, in denen mili­tan­te Per­so­nen ille­ga­le Aktio­nen recht­fer­tig­ten oder zu ihnen auf­rie­fen. Die inhalt­li­chen Posi­tio­nen und der Grad an jour­na­lis­ti­scher Pro­fes­sio­na­li­tät der Arti­kel vari­ier­ten. Seit Kur­zem doku­men­tiert ein Online-Archiv die ins­ge­samt ca. 200.000 ver­öf­fent­lich­ten Bei­trä­ge und Kom­men­ta­re. Seit August 2017 ist die Platt­form off­line und fast zwei­ein­halb Jah­re dau­er­te es, bis am 29. Janu­ar 2020 vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (BVerwG) über das Ver­eins­ver­bot ver­han­delt wur­de. Der Aus­gang des Ver­fah­rens, zu dem bis­lang schrift­lich nur eine Pres­se­mit­tei­lung des Gerichts vor­liegt, ist aus grund­recht­li­cher und demo­kra­ti­scher Sicht fatal. Zwar hat das BVerwG – anders als es eini­ge Mel­dun­gen nahe­le­gen – das Ver­bot nicht für recht­mä­ßig erklärt, son­dern die Kla­ge ohne Prü­fung der Ver­bots­grün­de abge­wie­sen. Aber der zustän­di­ge Sechs­te Senat des BVerwG ver­sagt letzt­lich effek­ti­ven Rechts­schutz und lässt es dem BMI durch­ge­hen, das Ver­eins­recht als Medi­en­ver­bots­in­stru­ment zu miss­brau­chen. (…) Ver­fas­sungs­recht­li­che Scha­dens­be­gren­zung könn­te der Senat noch betrei­ben, wenn die schrift­li­che Urteils­be­grün­dung das Ver­bot in einem obiter dic­tum für unver­hält­nis­mä­ßig erklärt. Denn schon unge­ach­tet der Fra­ge, inwie­weit die ver­öf­fent­lich­ten straf­ba­ren Bei­trä­ge der Platt­form als gan­zer zuge­rech­net wer­den kön­nen und prä­gen­den Cha­rak­ter für links­un­ten hat­ten, kann es nicht ange­mes­sen sein, unmit­tel­bar ein voll­stän­di­ges Medi­um abzu­schal­ten. Wenn § 59 RStV nicht bereits Sperr­wir­kung ent­fal­ten soll, dür­fen doch zumin­dest des­sen Maß­stä­be nicht unter­lau­fen wer­den: Es hät­ten zunächst Unter­sa­gungs- oder Sperr­ver­fü­gun­gen hin­sicht­lich ein­zel­ner Bei­trä­ge erge­hen müs­sen. Alles ande­re ver­stie­ße auch gegen die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on (EMRK): Wie der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te etwa im Fall Ürper u.a. gegen die Tür­kei in erfreu­li­cher Deut­lich­keit ent­schie­den hat, ver­letzt ein voll­stän­di­ges und unbe­fris­te­tes Zei­tungs­ver­bot die Medi­en­frei­heit nach Arti­kel 10 EMRK – ganz unab­hän­gig davon, wel­che Vor­wür­fe kon­kret gegen das Pres­se­or­gan erho­ben wer­den. Auch für Online­me­di­en und auch nach dem Grund­ge­setz muss das selbst­ver­ständ­li­che Kon­se­quenz des rechts­staat­li­chen Über­maß­ver­bots sein.” Recht­li­che Wer­tung von David Wer­der­mann und John Phil­ipp Thurn vom 31. Janu­ar 2020 beim Ver­fas­sungs­blog externer Link – der Ver­gleich mit der Tür­kei ergibt übri­gens Sinn: Denn der gericht­li­che Aus­schluss der vom Ver­bot per­sön­lich Betrof­fe­nen, zeigt ja nur, dass es beim Ver­bot nicht um bestimm­te straf­recht­lich rele­van­te Ver­hal­ten, son­dern um den Angriff auf eine unbe­lieb­te lin­ke Oppo­si­ti­on geht.
    • Das Leip­zi­ger Land­dog­ma und der wirk­li­che Arti­kel 9 Absatz 1 Grund­ge­setz
      “… Das Gericht kam dabei zu dem – zumin­dest ver­tret­ba­ren – Ergeb­nis, der Her­aus­ge­be­rIn­nen-Kreis sei ein Ver­ein im Sin­ne des Ver­eins­ge­set­zes gewe­sen. Zumin­dest ver­tret­bar ist die­ses Ergeb­nis ange­sichts der Wei­te des ver­eins­ge­setz­li­chen Ver­eins­be­griffs (…) Nun habe ich immer noch nicht erklärt, wor­in das Abstru­se liegt. Es liegt dar­in, daß Arti­kel 9 Absatz 1 Grund­ge­setz wie folgt lau­tet: „Alle Deut­schen haben das Recht, Ver­ei­ne und Gesell­schaf­ten zu bil­den.“ Angeb­lich sind nur Ver­ei­ne befugt, gegen die Ver­let­zung von Arti­kel 9 Absatz 1 GG durch ein – von Arti­kel 9 Absatz 2 GG nicht gedeck­tes – Ver­eins­ver­bot zu kla­gen; aber in Arti­kel 9 Absatz 1 GG sind gar nicht die Ver­ei­ne, son­dern „alle Deut­schen“ die Grund­rechts­trä­ge­rIn­nen. Wenn ein Ver­ein zu Unrecht ver­bo­ten wird, dann sind zwei­fels­oh­ne die Ver­eins­mit­glie­der in ihrem Recht, eben­die­sen Ver­ein „zu bil­den“, ver­letzt – nur nach ‚Leip­zi­ger Land­recht‘ ist es anders…” Ergän­zen­der Text von Det­lef Geor­gia vom 30.1.2020 bei sys­tem­cras­hund­tat­bei­links­un­ten externer Link
    • “linksunten.indymedia” bleibt ver­bo­ten
      Das Ver­bot von “linksunten.indymedia” bleibt bestehen – aber nicht gericht­lich über­prüft. Die BVerwG-Rich­ter tra­fen am Ende kei­ne Ent­schei­dung zur Recht­mä­ßig­keit des Ver­bots. Die Klä­ger wol­len nach Karls­ru­he zie­hen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (BVerwG) hat am Mitt­woch meh­re­re Kla­gen gegen das Ver­eins­ver­bot von “linksunten.indymedia” abge­wie­sen (Az. 6 A 1.19 u.a). Die Kla­gen von fünf Frei­bur­gern, die das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um (BMI) zu den Betrei­bern der Inter­net­platt­form rech­net, sei­en zwar zuläs­sig, aber unbe­grün­det. Die Rich­ter des 6. Senats berie­ten nach der münd­li­chen Ver­hand­lung noch den gan­zen Nach­mit­tag und Abend. Am Ende tra­fen sie aber kei­ne Ent­schei­dung dar­über, ob das im Jahr 2017 vom dama­li­gen Innen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) ange­ord­ne­te Ver­eins­ver­bot recht­mä­ßig war. Fest steht aber, dass das Ver­bot mit der Ent­schei­dung rechts­kräf­tig ist. Das liegt dar­an, dass das BVerwG in ers­ter und letz­ter Instanz für ein bun­des­wei­tes Ver­eins­ver­bot zustän­dig ist. (…) Ande­rer­seits befin­den sich die Klä­ger sozu­sa­gen in einer Rechts­schutz­fal­le. Sie kom­men juris­tisch beim BVerwG man­gels Ver­eins­zu­ge­hö­rig­keit nicht an die Über­prü­fung des Ver­eins­ver­bots ran, sind aber zugleich von Fol­gen des Ver­eins­ver­bots spür­bar betrof­fen. (…) Das BVerwG ent­schied, dass die Klä­ger mit ihrer Kla­ge dar­auf beschränkt sind, ledig­lich über­prü­fen zu las­sen, ob ein Ver­ein vor­ge­le­gen hat oder nicht. Das ent­spricht der Recht­spre­chungs­li­nie des BVerwG, eine Rechts­spre­chungs­än­de­rung blieb am Mitt­woch aus. (…) Meh­re­re Per­so­nen hät­ten sich 2008 zu einem Grün­dungs­tref­fen von “linksunten.indymedia” zusam­men­ge­fun­den mit dem Ziel, eine lin­ke Gegen­öf­fent­lich­keit her­zu­stel­len. Sie hät­ten sich frei­wil­lig zusam­men­ge­schlos­sen, sei­en arbeits­tei­lig orga­ni­siert. Und die Ver­ei­ni­gung, so führ­te Kraft aus, bestand auch im Zeit­punkt des Ver­bots 2017 noch fort. Ein Ver­ein im Sin­ne des Ver­eins­ge­set­zes habe des­halb vor­ge­le­gen. Wäre das Gericht zum Ergeb­nis gekom­men, ein Ver­ein läge nicht vor, dann wäre das Ver­bot des BMI ins Lee­re gegan­gen und wäre damit rechts­wid­rig gewe­sen. (…) Klä­ger­an­walt Adam sieht wich­ti­ge Fra­gen zum Ver­eins­ver­bot unbe­ant­wor­tet. “Das Gericht hat sich um eine Ent­schei­dung bei der Aus­ein­an­der­set­zung mit der Medi­en- und Pres­se­frei­heit gedrückt”, sag­te Adam nach der Ver­hand­lung in Leip­zig. Die Anwäl­te pla­nen nach eige­nen Anga­ben bereits Ver­fas­sungs­be­schwer­den.” Bei­trag von Dr. Mar­kus Sehl vom 29.01.2020 bei LTO​.de externer Link
    • Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hält Indy­m­e­dia Links­un­ten für einen Ver­ein – Reak­tio­nen auf Abwei­sung der Kla­ge gegen das Ver­bot von Linksunten.Indymedia
      • Inter­view mit dem Juris­ten David Wer­der­mann: “Extrem gefähr­lich: Theo­re­tisch kann jetzt gegen jede Medi­en­or­ga­ni­sa­ti­on mit dem Ver­eins­recht vor­ge­gan­gen wer­den”
      • Inter­view mit Rechts­an­walt Sven Adam, der die Klä­ge­rIn­nen gegen das Ver­bot von Indy­m­e­dia Links­un­ten vor dem Bun­des­ver­fal­tungs­ge­richt ver­tre­ten hat. “Kei­ne Ent­schei­dung dar­über, ob Ver­bot von Indy­m­e­dia Links­un­ten recht­mä­ßig war”
      • Inter­view mit den frei­en Journalist*innen Det­lef Geor­gia Schul­ze und Peter Nowak: Bräuch­te es Dis­kuss­si­on um Fol­ge­pro­jekt von Indy­m­e­dia Links­un­ten? Sen­dung vom 29. Janu­ar 2020 bei Radio Dreyeck­land externer LinkAudio Datei
  • Die juris­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung um das Ver­bot von linksunten.indymedia ist NICHT zu Ende! Ber­li­ner links­un­ten-AutorIn treibt eige­ne Kla­ge gegen das Ver­bot wei­ter vor­an
    1. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat ges­tern das Ver­bot von linksunten.indymedia nicht inhalt­lich bestä­tigt, son­dern eine inhalt­li­che Über­prü­fung des Ver­bo­tes ver­wei­gert.
    2.
    Das BVerwG hat ges­tern kei­ne Ent­schei­dung zu der Fra­ge getrof­fen, ob in Bezug auf links­unten.indymedia bzw. den Her­aus­ge­be­rIn­nen-Kreis die – vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um behaup­te­ten – Ver­bots­grün­de des Arti­kel 9 Absatz 2 Grund­ge­setz (Straf­ge­setz­wi­der­läu­fig­keit; Gericht­etheit gegen die ver­fas­sungs­gmä­ßi­ge Ord­nung) vor­la­gen.
    3. Das BVerwG hat aus­schließ­lich geprüft (und bejaht), ob in Bezug auf den Her­aus­ge­be­rIn­nen-Kreis von linksunten.indymedia die Ver­eins­merk­ma­le des § 2 Ver­eins­ge­setz vor­la­gen.
    4.
    Damit hat das BVerwG sei­ne lang­jäh­ri­ge Recht­spre­chung bestä­tigt, daß gegen Ver­eins­ver­bo­te – im Grund­satz und mit Anspruch auf vol­le inhalt­li­che Über­prü­fung des Ver­bots – aus­schließ­lich die Ver­ei­ne selbst klag­be­fugt sei­en. Kla­gen dage­gen Mit­glie­der der ver­bo­te­nen Per­so­nen­struk­tur mit der Behaup­tung, die Per­so­nen­struk­tur sei nicht ver­eins­för­mig orga­ni­siert, dann beschrän­ke sich die Über­prü­fung auf genau die­se Fra­ge (Ver­ein oder Nicht-Ver­ein?). Einen Anspruch auf Über­prü­fung des Vor­lie­gens der Ver­bots­grün­de hät­ten gegen nur die ver­bo­te­nen Ver­ei­ne, aber nicht deren Mit­glie­der.
    5. Unab­hän­gig davon, ob die­se Recht­spre­chung in Bezug auf das Ver­hält­nis zwi­schen Ver­ei­nen und deren Mit­glie­dern zutref­fend ist, blei­ben damit im vor­lie­gen­den Fall die Inter­es­sen und Rech­te der AutorIn­nen und Lese­rIn­nen von dem links­un­ten-Ver­bot in der gest­ri­gen Ent­schei­dung völ­lig unbe­rück­sich­tigt. Des­halb wird Det­lef Geor­gia Schul­ze, einE frü­he­reR links­un­ten-Lese­rIn und AutorIn, eine eige­ne Kla­ge gegen das Ver­bot wei­ter­be­trei­ben.
    6. Schul­ze argu­men­tiert: In Bezug auf die Lese­rIn­nen und AutorIn­nen sei nicht der – in dem heu­ti­gen Urteil allein geprüf­te Arti­kel 9 Grund­ge­setz (Ver­ei­ni­gungs­frei­heit), son­dern Arti­kel 5 Absatz 1 und 2 Grund­ge­setz (Mei­nungs­äu­ße­rungs- sowie Infor­ma­ti­ons­frei­heit sowie Medi­en­frei­hei­ten) die ein­schlä­gi­ge Norm. Die Lese­rIn­nen und AutorIn­nen müß­ten das Recht haben, die Ver­let­zung ihrer Grund­rech­te durch das sog. Ver­eins­ver­bot anzu­grei­fen.
    7. Bemer­kens­wert ist aller­dings, daß Rechts­an­walt Prof. Wolf­gang Roth, der Pro­zeß­ver­tre­ter der beklag­ten Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land in Bezug auf den Vor­wurf, das Ver­bot ver­letz­te die Mei­nungs­äu­ße­rungs­frei­heit, noch deut­li­cher als in vor­ge­hen­den Schrift­sät­zen sag­te: „Nie­mand – weder Ihre Man­dan­ten noch ande­re – ist gehin­dert wie­der so eine Sei­te ein­zu­rich­ten, wenn es nicht gera­de eine Fort­set­zung der ver­bo­te­nen Ver­eins­ak­ti­vi­tä­ten ist.“
    Daher ruft Schul­ze dazu auf, eine poli­ti­sche Dis­kus­si­on über die Schaf­fung einer neu­en Her­aus­ge­be­rIn­nen-Struk­tur von linksunten.indymedia zu begin­nen. Dabei wird zu dis­ku­tie­ren sein, wie ohne poli­ti­schen Oppor­tu­nis­mus ver­mie­den wer­den kann, als Ersatz­or­ga­ni­sa­ti­on klas­si­fi­ziert zu wer­den.” Pres­se­mit­tei­lung von Det­lef Geor­gia Schul­ze vom 30.1.2020 (per e‑mail), sie­he dazu:
    • Juris­ti­sche Hin­ter­grün­de bei: http://​links​-wie​der​-oben​-auf​.net/​j​u​r​i​s​t​i​s​c​h​es/ externer Link
    • [links­un­ten-AutorIn will kla­gen] War­um die juris­ti­sche und poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung um das Ver­bot von linksunten.indymedia mit dem mor­gi­gen Pro­zeß vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nicht zu Ende sein wird
      “… Das Pro­blem ist aller­dings nicht nur, daß nach Ansicht der Klä­ge­rIn­nen – und wahr­schein­lich auch in Wirk­lich­keit [2] – gar kein Ver­ein besteht und bestand, son­dern die Klä­ge­rIn­nen – anschei­nend – auch nichts dazu­sa­gen oder es sogar aus­drück­lich bestrei­ten, an der Her­aus­ga­be von linksunten.indymedia betei­ligt gewe­sen zu sein. Auch dies ist ver­ständ­lich, denn ein Bekennt­nis zur Betei­li­gung an der Her­aus­ga­be von linksunten.indymedia könn­te den­je­ni­gen, die sich dazu beken­nen, unter Umstän­den zum straf­recht­li­chen Nach­teil wer­den (…) In Bezug auf den mor­gi­gen Pro­zeß müß­te also min­des­tens argu­men­tiert wer­den (und wird wohl auch tat­säch­lich in etwa argu­men­tiert [5]): Wenn die Ver­bots­be­hör­de (vor­lie­gend: das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um) die Klä­ge­rIn­nen für Mit­glie­der des ver­meint­li­chen Ver­eins bzw. für Betei­lig­te an der Her­aus­ga­be von links­un­ten hält, dann müs­sen die Klä­ge­rIn­nen nicht auch noch ihrer­seits das glei­che behaup­ten – näm­lich Mit­glie­der gewe­sen zu sein bzw. an der Her­aus­ga­be von links­un­ten betei­ligt gewe­sen zu sein – zumal, wenn die Klä­ge­rIn­nen dadurch das Risi­ko ein­ge­hen müß­ten, sich in einem – noch in der Schwe­be befind­li­chen – Straf­ver­fah­ren even­tu­ell selbst zu belas­ten. Ob die­se Über­le­gung aller­dings das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt über­zeugt, ist min­des­tens eine offe­ne Fra­ge… Wegen die­ser Kom­pli­ka­tio­nen beab­sich­ti­ge ich, eine eige­ne Kla­ge gegen das Ver­bot zu erhe­ben. Ich bin zwar (auch) nicht Teil des frü­he­ren Her­aus­ge­be­rIn­nen-Krei­ses (also in der Logik des Innen­mi­nis­te­ri­ums auch nicht ‚Ver­eins­mit­glied‘), aber beken­nen­de links­un­ten-AutorIn und Lese­rIn…” Bei­trag von DGS vom 28.01.2020 bei indy­m­e­dia externer Link
  • Das Wich­tigs­te für Mitt­woch (29.1.20): Ver­hand­lung am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (ab 10:00 Uhr) und Kund­ge­bung (14:00 und 16:00 Uhr):
    • ab 10:00 Uhr münd­li­che Ver­hand­lung vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Sim­son­platz 1, 04107 Leip­zig
    • 14:00 und 16:00 Uhr Kund­ge­bung von Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie, Cha­os Com­pu­ter Club, Huma­nis­ti­scher Uni­on, VdJ und ande­ren vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Sim­son­platz 1, 04107 Leip­zig: Gemein­sam gegen das Ver­bot der Platt­form Indy­m­e­dia links­un­ten: Gemeint sind wir alle. Gemeint ist die Pres­se­frei­heit! Sie­he den Auf­ruf bei linXX­net externer Link (die Redak­ti­on des Labour­Net Ger­ma­ny gehört zu den Unter­stüt­ze­rIn­nen)
    • Für die­je­ni­gen, die am 29. in Leip­zig nicht vor Ort sein kön­nen: Son­der­sen­dung von Radio Dreyck­land von von 18–20 Uhr externer LinkAudio Datei
    • Und wei­te­re Infos vom 28. Janu­ar 2020 bei sys­tem­crash externer Link
    • Heu­te Pro­zess am BVerwG +++ Demo gegen das Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org am ver­gan­ge­nen Sams­tag
      Die Demons­tra­ti­on am ver­gan­ge­nen Sams­tag gegen das Ver­bot der Open-Pos­ting-Platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org star­te­te sehr ent­schlos­sen und kraft­voll mit etwa 2.000 Teilnehmer*innen am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt. (…) Die Pres­se­spre­che­rin Anja Schwert­hoff erklärt dazu: „Mit unse­rer Demo am ver­gan­ge­nen Sams­tag haben wir für freie, unabhängige Medi­en – wie sie die Platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org dar­stel­len – gekämpft. Die bürgerliche Pres­se ist gar nicht von Zen­sur bedroht, son­dern sol­che Medi­en, die auch widerständige, eman­zi­pa­to­ri­sche Mei­nun­gen äußern. Wir wol­len vor allem, dass wir unse­re eige­nen Medi­en schaf­fen und nut­zen können, ohne sie vor staat­li­chen Angrif­fen schützen oder ver­tei­di­gen zu müssen.“ Nicht nur in der Pres­se, son­dern in der Gesamt­heit öffentlich wahr­nehm­ba­rer Mei­nun­gen hat sich gezeigt, wie wenig sich mit dem eigent­li­chen Anlass der Demo – dem Ver­bot und der Zen­sur eines unlieb­sa­mes Pres­se­me­di­ums mit­hil­fe des Ver­eins­ge­set­zes – beschäftigt wur­de. „Die­se Dis­kurs­ver­schie­bung hat wie­der ein­mal deut­lich gemacht, wie not­wen­dig auch lin­ke, soli­da­ri­sche Bericht­erstat­tung von unten ist. Die bürgerliche Pres­se kann das schon ihres Ursprungs wegen nicht leis­ten, sie unter­liegt ja auch kapi­ta­lis­ti­schen Inter­es­sen. Der Auf­bau eige­ner Struk­tu­ren ist not­wen­dig!“, so die Pres­se­spre­che­rin wei­ter…” Presseerklärung der Soli-grup­pe vom 29. Janu­ar 2020 externer Link
    • »Das BMI hält wesent­li­che Tei­le der Akten zurück«. Ver­tei­di­gung im »Linksunten«-Prozess begrüßt Ver­öf­fent­li­chung von Online­ar­chiv. Gespräch mit Ange­la Fur­ma­ni­ak
      “… Fest steht aber, dass das Ver­bot neben der Aus­wer­tung von offe­nen Quel­len, wie der Inter­net­platt­form von »Links­un­ten«, aus­schließ­lich mit Infor­ma­tio­nen begrün­det wird, die vom Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz sowie vom Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz Baden-Würt­tem­berg stam­men. (…) Ein solch schwer­wie­gen­der Ein­griff in die Pres­se- und Medi­en­frei­heit wie ein Ver­bot darf nicht auf das Ver­eins­ge­setz gestützt wer­den. Für Tele­me­di­en wie »Links­un­ten« ist viel­mehr als spe­zi­el­le Rechts­grund­la­ge das Tele­me­di­en­ge­setz anwend­bar. Danach sind für inhalt­be­zo­ge­ne Ein­grif­fe die Lan­des­me­di­en­an­stal­ten, nicht aber das BMI zustän­dig. Die Auf­sichts­be­hör­de muss vor­ran­gig gegen ein­zel­ne inkri­mi­nier­te Bei­trä­ge vor­ge­hen, bevor als letz­tes Mit­tel die Sper­rung oder Löschung des gesam­ten Medi­ums in Betracht kommt. (…) Für uns Anwäl­te war die Ver­öf­fent­li­chung des Archivs ein Glücks­fall. Bis zum heu­ti­gen Tag hält das BMI wesent­li­che Tei­le der Akten zurück, trotz Auf­for­de­rung, dass gesam­te rele­van­te Mate­ri­al auf den Tisch zu legen. Das BMI dürf­te eine Kopie der gesam­ten Sei­te gemacht haben, die uns aber nicht vor­lag. Mit dem Archiv kön­nen wir nun erst­mals kon­kret dar­le­gen, wie weni­ge Bei­trä­ge aus dem Gesamt­an­ge­bot über­haupt nur straf­recht­lich pro­ble­ma­tisch waren, und unse­re Argu­men­te mit Fak­ten unter­mau­ern. Ob die Ver­öf­fent­li­chung einen Ver­stoß gegen das Ver­bot dar­stellt, möch­te ich nicht beur­tei­len. Ich wür­de aber wegen etwai­ger Straf­ver­fol­gung davor war­nen, das Archiv leicht­fer­tig zu ver­brei­ten…” Inter­view von Oli­ver Rast in der jun­gen Welt vom 28.01.2020 externer Link (im Abo), Ange­la Fur­ma­ni­ak ist Rechts­an­wäl­tin und ver­tritt drei der fünf Betrof­fe­nen im Ver­fah­ren um das Ver­bot der Platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org
    • Kla­gen gegen Prä­ze­denz­fall. Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig ver­han­delt Ver­bot von »linksunten.indymedia«. Lokal­ter­min mit Betrof­fe­nen
      “… Knack­punkt des Ver­fah­rens ist, ob die Akti­vis­ten über­haupt kla­ge­be­fugt sind. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt müss­te dazu die Kla­ge­be­fug­nis auch gegen­über Per­so­nen beja­hen, die Adres­sa­ten der Ver­bots­ver­fü­gung sind und denen von der Ver­bots­be­hör­de unter­stellt wird, sie sei­en Teil eines Ver­eins. Aber »Ver­eins­mit­glie­der« wol­len Caro und Anto­nia nie gewe­sen sein. »Das wür­de einer Ein­las­sung im 129-Ver­fah­ren gleich­kom­men«, sagt Anto­nia. Und die kom­me nicht in Fra­ge. »Wenn ich Ver­trau­en in den Rechts­staat hät­te«, so die Akti­vis­tin, »müss­te das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt unse­re Kla­ge bestä­ti­gen.« Das wahr­schein­lichs­te Sze­na­rio sei aber, schätzt Caro, dass die Kla­ge abge­wie­sen wird und das BVerwG eine Kon­tro­ver­se über Medi­en­zen­sur ver­wei­gert. Nur: Was blie­be dann übrig? Die brei­te Soli­da­ri­sie­rung mit »Links­un­ten« aus der radi­ka­len Lin­ken – und die Erkennt­nis: »Tut was!«, sagt Caro…” Arti­kel von Oli­ver Rast in der jun­gen Welt vom 28.01.2020 externer Link
  • Ver­hand­lung am 29.01.2020 in Leip­zig – Tag (((i))) ist am 25.01.2020! 
    Kürz­lich ist der Ter­min zum Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org bekannt gewor­den: Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat die Ver­hand­lung auf den 29.01.2020 datiert (Ersatz­ter­min ist der 20.01.2020). Wir rufen dazu auf, am Tag (((i))) nach Leip­zig zu kom­men, Soli­da­ri­tät mit links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org zu zei­gen und sich dem Ver­bot zu wider­set­zen! Wir tref­fen uns am 25.01.2020 um 17:00 Uhr auf dem Sim­son­platz vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt. Betrof­fen sind eini­ge, gemeint sind wir alle! Ach­tet auf Ankün­di­gun­genMel­dung vom 3.11.2019 bei links­un­ten-soli­grup­pe externer Link mit Mobi-Infor­ma­tio­nen, sie­he auch:
    • [Leip­zig] Links­un­ten Soli­de­mo – Rede­bei­trä­ge bei indy­m­e­dia externer Link
    • Links­un­ten – Demo sorgt für frag­wür­di­ges Medi­en­echo – Eska­la­ti­on von cir­ca 10 Minu­ten prägt die gesam­te media­le Bericht­erstat­tung
      “… Schon auf dem Sim­son­platz zeich­ne­te sich ab, dass die ver­sam­mel­te Men­ge sehr skep­tisch gegen­über den zahl­reich anwe­sen­den Medi­en­ver­tre­tern war. So beob­ach­te­ten wir, dass ein Kame­ra­team eines gro­ßen Nach­rich­ten­sen­ders lan­ge Zeit ver­ge­bens ver­such­te Inter­view­part­ner zu fin­den. Und auch wir wur­den auf unse­re Kame­ras ange­spro­chen und mehr­fach in Gesprä­che ver­wi­ckelt, die deut­lich mach­ten, dass es nicht erwünscht war die Ereig­nis­se zu doku­men­tie­ren. Wir konn­ten eben­falls beob­ach­ten, dass Pres­se­ver­tre­ter bedroht und davon abge­hal­ten wur­den, ihrer Arbeit nach­zu­ge­hen. Ist dies auf einer Demons­tra­ti­on, die für freie Bericht­erstat­tung steht, wirk­lich not­wen­dig? Für die­ses Miss­trau­en gibt es gute Grün­de. Wie sich spä­ter noch zei­gen soll­te, hat­ten sich zum Bei­spiel Ver­tre­ter des rech­ten Com­pact Maga­zins unter die Demons­tran­ten gemischt, Vide­os ver­öf­fent­licht und damit geprahlt, dass sie unent­deckt berich­ten konn­ten. Aber auch gro­ßen Medi­en, von denen wir neu­tra­le und viel­sei­ti­ge Bericht­erstat­tung erwar­ten, fokus­sier­ten sich aus­schließ­lich auf die kur­ze Eska­la­ti­on, auf die wir spä­ter noch ein­ge­hen. (…) Aus unse­rer Sicht hat die Poli­zei dies­mal vie­les rich­tig gemacht, um einen wei­tes­ge­hend fried­li­chen Ver­lauf der Demo zu gewähr­leis­ten. Das wird natür­lich auch den vie­len Beob­ach­tern und mit Sicher­heit auch der schier uner­war­tet gro­ßen Anzahl an Demons­tran­ten zu ver­dan­ken sein. Umso unver­ständ­li­cher ist für uns das Medi­en­echo, wel­ches sich aus­schließ­lich auf die Gewalt­mo­men­te fixiert…” Bericht vom 26. Janu­ar 2020 bei Con­ne­witz statt Leip­zig – ein Stadt­teil Blog externer Link
    • Tag (((i))) in Leip­zig. Demons­tra­ti­on gegen das Ver­bot der lin­ken Platt­form Indy­m­e­dia-Links­un­ten und für Pres­se­frei­heit in Leip­zig
      Für Bild und Co. war es nur wie­der ein­mal eine Ran­da­le im Leip­zi­ger Sze­ne­vier­tel Con­ne­witz, die am 25. Janu­ar statt­ge­fun­den hat. Nicht nur das Bou­le­vard­blatt hat­te ledig­lich die Leucht­spur­mu­ni­ti­on im Blick, die von einem Teil der Demons­tran­ten in den neb­li­gen Leip­zi­ger Win­ter­abend geschos­sen wur­de. Die Demons­tra­ti­on hat­te den Stadt­teil Con­ne­witz erreicht und war bald am End­punkt, als es zu einer kur­zen Eska­la­ti­on kam. Nach der Poli­zei gab es 13 ver­letz­te Beam­te und sechs Fest­nah­men. Nach MDR wur­den “Poli­zis­ten atta­ckiert, Jour­na­lis­ten bedroht, geschubst und bei ihrer Arbeit behin­dert”. Nach ca. 30 Minu­ten beru­hig­te sich die Situa­ti­on wie­der und rund um das Con­ne­wit­zer Kreuz betä­tig­te sich im Anschluss eine Trom­mel­grup­pe noch künst­le­risch. Sie hat­te das hin­te­re Ende der Demons­tra­ti­on bespaßt. Dort hat­ten sich vor allen Men­schen aus Leip­zig und Umge­bung vie­le ein­ge­reiht. Im vor­de­ren Teil hat­ten sich orga­ni­sier­te Lin­ke aus dem gesam­ten Bun­des­ge­biet ver­sam­melt. (…) Am kom­men­den Mitt­woch prüft das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig das Ver­bot. Geklagt hat­ten meh­re­re Frei­bur­ger, denen vor­ge­wor­fen wird, für den ver­bo­te­nen Ver­ein zustän­dig zu sein, was von ihnen aber bestrit­ten wird. Das könn­te auch ein Grund sein, dass das Gericht die Kla­ge nicht zulässt, befürch­ten Juris­ten. Bevor über Inhalt­li­ches ent­schie­den wird, geht es um die Zustän­dig­keit der Kla­ge. Soll­te das Gericht inhalt­lich ent­schei­den, sehen man­che Juris­ten durch­aus Chan­cen, dass das Ver­wal­tungs­ge­richt das Ver­bot auf­hebt. Es könn­te zu der Ent­schei­dung kom­men, dass das Ver­eins­ge­setz das fal­sche Instru­ment ist, um gegen ein Medi­um, wie es Indy­m­e­dia Links­un­ten nun mal ist, vor­zu­ge­hen. Da käme viel­mehr das Tele­me­di­en­ge­setz infra­ge, das bestimm­te Medi­en­in­hal­te bemän­geln und deren Ent­fer­nung for­dern kann. Nach dem Tele­me­di­en­ge­setz könn­ten ein­zel­ne Arti­kel oder Bei­trä­ge, aber nicht ein gan­zes Medi­um ver­bo­ten wer­den. Soll­te das Ver­wal­tungs­ge­richt am Mitt­woch die Kla­ge abwei­sen, geht aller­dings nicht nur die poli­ti­sche, son­dern auch die juris­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung um Indy­m­e­dia Links­un­ten wei­ter. Schon vor einer Woche wur­de das Archiv von Indy­m­e­dia Links­un­ten von Unbe­kann­ten wie­der online gestellt. Die Anwäl­te der Klä­ger spre­chen von einem Glücks­fall für das Ver­fah­ren. Denn dadurch könn­te nun bewie­sen wer­den, dass sich die über­wie­gen­de Mehr­heit der Bei­trä­ge nicht um mili­tan­te, son­dern um lega­le Aktio­nen dreht. Es sind rela­tiv weni­ge und auch die wer­den durch ande­re Nut­zer der Platt­form inhalt­lich kri­ti­siert. Die Blog­ge­rin Det­lef Geor­gia Schul­ze hat jetzt das Archiv gespie­gelt und nament­lich mit einem eige­nen Impres­sum gezeich­net. Dabei gehört es ihr dar­um, gegen das Ver­bot von Indy­m­e­dia-Links­un­ten kla­gen zu kön­nen, weil sie als Lese­rin und Autorin davon betrof­fen ist. Sie bestrei­tet ihre Autorin­nen­schaft auch nicht, son­dern ver­tei­digt sie im Gegen­teil…” Arti­kel von Peter Nowak vom 26. Janu­ar 2020 bei tele­po­lis externer Link
    • Mit Pyro­tech­nik gegen das Indy­m­e­dia-Ver­bot. 1600 Men­schen demons­trier­ten am Sams­tag­abend in Leip­zig /​Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Poli­zei und Demons­trie­ren­den
      Gegen das Ver­bot der Online-Platt­form indy​m​e​dia​.org haben am Sams­tag­abend in Leip­zig nach Poli­zei­an­ga­ben rund 1.600 Men­schen demons­triert. Im Ver­lauf der Demons­tra­ti­on kam es zwi­schen Pro­tes­tie­ren­den und Poli­zei zu Aus­ein­an­der­set­zu­negn. Sechs Tat­ver­däch­ti­ge sei­en wegen Land­frie­dens­bruch, Kör­per­ver­let­zung und Sach­be­schä­di­gung vor­läu­fig fest­ge­nom­men wor­den, teil­ten die Beam­ten mit. Unter ande­rem sei­en 13 Poli­zis­ten leicht ver­letzt wor­den. Auch Demons­tran­ten sol­len durch Poli­zei­ge­walt ver­letzt wor­den sein, hieß es auf dem Kurz­bot­schaf­ten­dienst Twit­ter. In den sozia­len Medi­en gin­gen die Mei­nun­gen dar­über, wer Schuld an den gewalt­tä­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen hat, aus­ein­an­der…” Bericht vom 26.01.2020 beim ND online externer Link
    • [Live­ti­cker] Pro­test gegen Indy­m­e­dia-Ver­bot
      “… Wir zie­hen ein vor­läu­fi­ges Fazit. Es begann ent­spannt, ende­te ent­spannt, doch zwi­schen­durch kam es dann doch zum Gewalt­aus­bruch. Dabei ließ die Poli­zei unse­rer Wahr­neh­mung nach ihren Wor­ten auch Taten fol­gen und setz­te auf Dees­ka­la­ti­on. Das heißt: Sowohl deut­li­che Ver­mum­mun­gen als auch andau­ern­de Pyro­tech­nik-Ein­sät­ze blie­ben fol­gen­los. Erst als die Poli­zei mit Pyro­tech­nik und Stei­nen ange­grif­fen wur­de, eska­lier­te die Situa­ti­on. Nach einer lan­gen Pau­se konn­te die um etwa die Hälf­te geschrumpf­te Demons­tra­ti­on dann fort­ge­setzt wer­den. Ent­lang der Stre­cke waren bei­spiels­wei­se bei einem Kon­sum und einer Piz­ze­ria Schä­den an den Schei­ben zu erken­nen. Offen­bar waren hier Stei­ne ein­ge­schla­gen, die Poli­zis­t/-innen tref­fen soll­ten. An der Hal­te­stel­le Karl-Lieb­knech­t/E­cke Richard-Leh­mann-Stra­ße ging eine Schei­be zu Bruch. Bei der Poli­zei waren es heu­te eher Hand­lun­gen ein­zel­ner Beam­ter, die frag­wür­dig erschie­nen, etwa ver­ba­le Auf­for­de­run­gen an Demo­teil­neh­men­de zum Nah­kampf. Ins­ge­samt setz­te die Poli­zei aber eher auf Zurück­hal­tung und lös­te auch die Kon­fron­ta­ti­on an der Leh­mann­stra­ße durch Prä­senz bei gleich­zei­ti­ger Defen­siv­tak­tik. Das lässt sich auch an den Reak­tio­nen in den sozia­len Medi­en able­sen. Wo bei­spiels­wei­se eini­ge Poli­ti­ker/-innen der Links­par­tei nach Sil­ves­ter vor allem die Poli­zei ins Visier nah­men, lau­tet der Tenor dies­mal eher: Das war über­flüs­sig. Aber in Rich­tung der Demons­trie­ren­den. Wohl auch inner­halb der Demo waren die Angrif­fe nicht mehr­heits­fä­hig. Es gab deut­li­che Unmuts­be­kun­dun­gen in Rich­tung der Wer­fen­den. Eini­ge Jour­na­lis­t/-innen berich­te­ten wäh­rend der Demo eben­falls von kör­per­li­chen oder ver­ba­len Über­grif­fen…” Live­ti­cker zum Demo­sams­tag 25. Janu­ar 2020 vom René Loch und Micha­el Frei­tag bei Leip­zi­ger Inter­net­zei­tungexterner Link scheint die Demo ziem­lich neu­tral wie­der­zu­ge­ben, aller­dings wur­den auch zivi­le Beam­te in der Demo beob­ach­tet wor­den…
    • links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org – Son­der­be­richt­erstat­tung frei­er Radi­os 
      Bericht­erstat­tung im Hin­blick auf die für den 29.01.2020 ange­setz­te münd­li­che Ver­hand­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts in Sachen „linksunten.indymedia“ am 25. Janu­ar 2020, 16 Uhr bei Radio Blau 
    • Sie­he einen aktu­el­len Über­blick bei bar​ri​ka​de​.info externer Link sowie Infos zur Demo­vor­be­rei­tung bei links​un​ten​.soli​grup​pe​.org externer Link sowie ebd. Rou­te und Akti­ons­kar­ten externer Link und bei Twit­ter #le2501
    • Demons­tra­ti­on gegen Indy­m­e­dia-Ver­bot: Bald ist Tag (((i))) 
      Zwei­ein­halb Jah­re haben die Betrof­fe­nen und ihre Unterstützer*innen auf den Ter­min gewar­tet. Jetzt steht das Datum für „Tag (((i)))“ bevor: am 29. Janu­ar ver­han­delt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt über die Kla­ge gegen das Ver­bot der Inter­net­platt­form linksunten.indymedia. (…) Aller­dings scheint ein ande­rer Ter­min Tei­le der lin­ken Sze­ne mehr zu inter­es­sie­ren: Für den 25. Janu­ar rufen meh­re­re Grup­pen bun­des­weit zur Demo gegen das Ver­bot in Leip­zig auf. Es ist die ers­te, grö­ße­re auto­no­me Demo nach den Ereig­nis­sen der Sil­ves­ter­nacht in Con­ne­witz. Die Gewalt, die zur Jah­res­wen­de sowohl von Po­li­zis­t*in­nen als auch gegen Polizist*innen ver­übt wur­de und das Nach­spiel durch die feh­ler­haf­te Pres­se­ar­beit der Poli­zei, sowie die Fest­nah­men und Pro­zes­se im Schnell­ver­fah­ren – das alles dürf­te vie­len noch nach­hän­gen. So ist auch der Tenor der Auf­ru­fe über­wie­gend mili­tant...” Arti­kel von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 21.1.2020 bei der taz online externer Link, sie­he dazu:
    • Indy­m­e­dia-Demo in Leip­zig: Stadt und Poli­zei berei­ten sich auf Groß­ein­satz vor
      Die Stadt Leip­zig und die Poli­zei berei­ten sich auf einen Groß­ein­satz vor. Für Sams­tag ist vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig eine Demons­tra­ti­on gegen das Ver­bot des lin­ken Inter­net-Por­tals links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org geplant. Wie die Leip­zi­ger Volks­zei­tung (LVZ) berich­tet, soll es laut Leip­zi­ger Ord­nungs­amt einen Auf­zug mit etwa 500 Teil­neh­mern geben. Aus einem Inter­view, wel­ches die LVZ am Mon­tag ver­öf­fent­lich­te, geht her­vor, dass Sach­sens Innen­mi­nis­ter Roland Wöl­ler (CDU) einen schwie­ri­gen Poli­zei­ein­satz erwar­te. „Das, was wir in der Sil­ves­ter­nacht in Con­ne­witz erlebt haben, soll dort sei­ne Fort­set­zung fin­den“, so Wöl­ler. Die Poli­zei berei­te sich dar­auf vor, dass Links­ra­di­ka­le aus ande­ren Bun­des­län­dern zu der Demons­tra­ti­on anrei­sen. Die Leip­zi­ger Beam­ten sol­len von Bun­des- und Län­der­po­li­zei unter­stützt wer­den…” Agen­tur­mel­dung vom 21.01.20 bei der Mit­tel­deut­schen Zei­tung online externer Link
    • Gegen die Ein­schrän­kung der Pres­se­frei­heit – Pro­zess um das Ver­bot der lin­ken Medi­en­platt­form linksunten.indymedia beginnt am 29.01.2020 vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig – Soli­da­ri­täts­kund­ge­bung am 25.1.20 
      “Kurz nach dem G20-Gip­fel im Juli 2017 wur­de die lin­ke Medi­en­platt­form linksunten.indymedia unter Beru­fung auf das Ver­eins­ge­setz ver­bo­ten. Gegen die­se frag­wür­di­ge Begrün­dung erho­ben die Betrof­fe­nen Kla­ge vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig. Im Janu­ar 2020 beginnt der Pro­zess. (…) Denn das Ver­bot von linksunten.indymedia bleibt ein Angriff auf die Pres­se­frei­heit, nicht nur durch die Abschal­tung die­ser Web­sei­te selbst. Die­se staat­li­che Maß­nah­me will gene­rell sys­tem­kri­ti­sche Stim­men skan­da­li­sie­ren und lin­ke Bei­trä­ge zum öffent­li­chen Dis­kurs mar­gi­na­li­sie­ren. Die freie und selbst­be­stimm­te Mei­nungs­äu­ße­rung soll unter­bun­den wer­den. Des­halb wird gegen die Ver­bots­ver­fü­gung geklagt – mit dem Ziel, ihre Unrecht­mä­ßig­keit fest­zu­stel­len und das Ver­bot zu kip­pen. Das Ver­fah­ren um die Ver­bots­ver­fü­gung beginnt am 29.01.2020 vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig. Bereits am 25.01.2020 um 17:00 Uhr fin­det eine Kund­ge­bung am Sim­son­platz in Leip­zig statt…” Mel­dung vom 3. Janu­ar 2020 von und bei der Rote Hil­fe e.V. externer Link
    • Mobi­vi­deo – Leip­zig – 25.1. bei vimeo externer Link
    • [Auf­ruf zum Tag (((i))) am 25.01.2020] Ver­bot­san­dro­hung von de​.indy​m​e​dia​.org – Tag (((i))) – Unse­re Per­spek­ti­ve: Wider­stand! 
      Wir laden alle, die Wut im Bauch haben und sich staat­li­cher Repres­si­on stel­len wol­len, zum Tag (((i))) nach Leip­zig ein. An die­sem Tag wol­len wir auf der Stra­ße Stär­ke zei­gen und unse­re Ideen ver­tei­di­gen. Und bekannt­lich ist die bes­te Ver­tei­di­gung der Angriff….” Auf­ruf vom 24.11.2019 bei indy­m­e­dia externer Link samt einer Pla­kat­da­tei
  • Vor der Ver­hand­lung am 29.01.2020: links­un­ten Archiv online 
    Inhal­te des vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um per Ver­eins­ver­bot für ille­gal erklär­ten Por­tals »linksunten.indymedia« sind seit Don­ners­tag wie­der im Inter­net abruf­bar externer Link. Unbe­kann­te haben alle Arti­kel, Fotos und Kom­men­ta­re, die zwi­schen 2009 und 2017 auf der Sei­te ver­öf­fent­licht wor­den waren, ins Netz gestellt. Sie­he auch dazu:
    • Edi­to­ri­al – zur Spie­ge­lung der Wie­der­ver­öf­fent­li­chung des Archivs von linksunten.indymedia
      Am 25.08.2017 ver­bot der dama­li­ge Innen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re – laut Bekun­den sei­nes Minis­te­ri­ums – die „Inter­net­platt­form ‚linksunten.indymedia‘ auf Grund­la­ge des Ver­eins­ge­set­zes“. Wie es mög­lich sein soll, „auf der Grund­la­ge des Ver­eins­ge­set­zes“ etwas ande­res als Ver­ei­ne – im vor­lie­gen­den Fall eine inter­net-Platt­form – zu ver­bie­ten, blieb bis heu­te Geheim­nis des Innen­mi­nis­te­ri­ums. Am Don­ners­tag ver­gan­ge­ner Woche – knapp zwei Wochen vor dem Pro­zeß, der am 29.1. vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt gegen das Ver­bot statt­fin­den wird – haben nun Unbe­kann­te ein – nach eige­nen Anga­ben – kom­plet­tes Archiv von linksunten.indymedia online gestellt: https://​links​un​ten​.archi​ve​.indy​m​e​dia​.org/ (…) Wegen des juris­ti­schen Aspek­tes habe ich mich ent­schlos­sen, die Spie­ge­lung nament­lich vor­zu­neh­men und mit einem Impres­sum zu ver­se­hen. Anders als die anony­men Archiv-Ver­öf­fent­li­che­rIn­nen habe ich auch das Ori­gi­nal-Logo (mit dem Schrift­zug „links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org“ [und nicht nur schüch­tern „links­un­ten Archiv“]), das das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um und die Ber­li­ner Staats­an­walt­schaft als „Ver­eins­kenn­zei­chen“ zu kri­mi­na­li­sie­ren ver­su­chen, wie­der­her­ge­stellt. Denn das Ver­bot des künf­ti­gen Erschei­nens von Medi­en – incl. Ver­bot deren Logos und der Ver­wen­dung deren URL – ist Ver­fas­sungs­bruch von vor­ne bis hin­ten –– Zen­sur! Unnö­tig, zu beto­nen, daß ich nicht alles für inhalt­lich rich­tig hal­te, was ich – im Inter­es­se der Mei­nungs­äu­ße­rungs, Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­frei­heit – für ver­öf­fent­li­chungs­wür­dig halte.[3] Sich alles zu eigen zu machen, was bei links­un­ten erschie­nen war, ist schon des­halb unmög­lich, weil es – ange­sichts der Plu­ra­li­tät des AutorIn­nen-Spek­trums von links­un­ten – heil­los selbst-wider­sprüch­lich wäre…” Edi­to­ri­al von Det­lef Geor­gia Schul­ze vom 20.01.2020 externer Link (selbst bis zum Ver­bot AutorIn und Lese­rIn von links­un­ten) bei links​-wie​der​-oben​-auf​.net und ebd. die Spie­ge­lung des Archivs externer Link selbst
  • Spen­den­auf­ruf: Für die Kla­gen gegen das Ver­bot und die Unter­stüt­zung der Betrof­fe­nen wer­den wei­ter­hin Spen­den benö­tigt: Emp­fän­ger: Rote Hil­fe OG Stutt­gart, IBAN: DE66 4306 0967 4007 2383 13, BIC: GENODEM1GLS, Stich­wort: links­un­ten
  • „Waf­fen bei Betrei­bern von links­ex­tre­mer Platt­form gefun­den“ am 25. August 2017 bei Spie­gel online externer Link, dem Zen­tral­or­gan der Poli­zei­staats­fa­na­ti­ker und Erfin­der­blatt der Asy­lan­ten­flut, ist eine Mel­dung zur Ver­brei­tung der Recht­fer­ti­gun­gen des Poli­zei­mi­nis­ters und schreibt dem­nach unter ande­rem von fol­gen­den Waf­fen: „Bei einer Durch­su­chung der Räum­lich­kei­ten der Betrei­ber sind nun zahl­rei­che Waf­fen gefun­den wor­den. Dar­un­ter sei­en Mes­ser, Schlag­stö­cke, Roh­re und Zwil­len, zähl­te Innen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) auf“ ohne klar zu machen, wer noch für sol­che Blö­dig­keit ver­ant­wort­lich ist, glau­ben machen zu wol­len, selbst jemand, der bewaff­net wäre, wür­de die­se aus­ge­rech­net im Büro hor­ten…

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Ermittlungsverfahren gegen 3 Journalisten/​AutorInnen wegen angeblichen Verstoßes gegen linksunten-„Vereins“-Verbot!

Wie die betrof­fe­nen Jour­na­lis­ten in ihrer Pres­se­mit­tei­lung am 24.9. (1) und das neue deutsch­land am 27.09.2018 (2) berich­te­te, führt das Ber­li­ner Lan­des­kri­mi­nal­amt ein straf­recht­li­ches Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen den Jour­na­lis­ten Peter Nowak, den Blog­ger Achim Schill und den/​die Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rIn Det­lef Geor­gia Schul­ze. Die drei AutorIn­nen sol­len mit einer Erklä­rung, in der sie sich im ver­gan­ge­nen Jahr gegen das Ver­bot von linksunten.indymedia wand­ten (3), gegen das Ver­eins­ge­setz ver­sto­ßen haben.
In die­ser Sache hat sich nun Schul­ze mit einem Offe­nen Brief an die Ber­li­ner Poli­zei­prä­si­den­tin und die Ber­li­ner Gene­ral­staats­an­wäl­tin gewandt (4). Schul­ze hat zum einen Ein­sicht in die Ermitt­lungs­ak­ten und zum ande­ren bean­tragt, im „Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innen […] die Begrün­dung des Ver­bo­tes von linksunten.indymedia anzu­for­dern und im Bedarfs­fal­le gem. § 94 II StPO zu beschlag­nah­men und den Beschul­dig­ten des hie­si­gen Ermitt­lungs­ver­fah­rens zugäng­lich zu machen“. Zur Begrün­dung führt Schul­ze aus, daß min­des­tens das Straf­maß, wenn nicht sogar die Straf­bar­keit als sol­ches von etwai­gen Ver­stö­ßen gegen Ver­eins­ver­bo­te davon abhän­ge, daß das jewei­li­ge Ver­eins­ver­bot selbst recht­mä­ßig ist. Daher sei den Beschul­dig­ten in dem straf­recht­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­ren eine adäqua­te Ver­tei­di­gung nur mög­lich, wenn ihnen die – nicht öffent­lich bekann­te – Begrün­dung der Ver­bots­ver­fü­gung zugäng­lich gemacht wer­de… Sie­he nach­fol­gend die genann­ten Doku­men­te und unse­re Anmer­kung dazu – wir bekun­den hier­mit tiefs­te Soli­da­ri­tät mit allen Kri­mi­na­li­sier­ten im Zusam­men­hang mit dem Ver­bot von linksunten.indymedia!

  • [Ver­bots­ver­fü­gung linksunten.indymedia vor dem BVerwG] Alles bloß Tak­tik? „But­ter bei die Fische“: Was sagen wir dem Gericht 
    Das Titel­bild des Arti­kels zeigt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig. Die­ses Gericht wird zu einem noch nicht fest­ste­hen­den Ter­min über die Kla­ge ent­schei­den, wel­che die Adres­sa­tIn­nen der Ver­bots­ver­fü­gung gegen das Ver­bot der lin­ken Inter­net-Platt­form linksunten.indymedia erho­ben haben. Für den Sams­tag vor Beginn der münd­li­chen Ver­hand­lung wird für eine Tag (((i))) ‑Demons­tra­ti­on externer Link mobi­li­siert. Im Fol­gen­den wird das Streit­ge­spräch fort­ge­führt, bei dem in Teil eins externer Link vor allem Fra­gen der Repres­si­on und das Ver­hält­nis von Hand­lung und Mei­nung dis­ku­tiert wur­den…” Im Streit­ge­spräch (Teil 2) beim re:volt maga­zi­ne vom 7. August 2019 externer Link dis­ku­tie­ren die Ange­schul­dig­ten Peter Nowak, Achim Schill und Det­lef Geor­gia Schul­ze aus lin­ker Sicht über: “… Rechts­theo­rie mit Ador­no oder mit Althus­ser? (…) Über bür­ger­li­ches Recht (…) „Klas­sen­cha­rak­ter“ und „Klas­sen­wi­der­spruch“ im Rechts- und im Jus­tiz­sys­tem (…) Was sagen wir dem Gericht? (…) Det­lef Geor­gia: Es ist also okay, wenn wir uns gegen das Ver­bot von linksunten.indymedia und für unse­re eige­ne Mei­nungs­äu­ße­rung auf Arti­kel 5 Grund­ge­setz und eini­ge Fein­hei­ten des § 20 Absatz 1 Satz 1 Nr. 5 Ver­eins­ge­setz (Zuwi­der­hand­lung gegen Ver­eins­ver­bo­te) beru­fen? Falls ja: Was ist dann als Differenz(en) zwi­schen uns noch übrig­ge­blie­ben? Achim: Viel­leicht, dass ich weni­ger Ver­trau­en in die „Libe­ra­li­tät“ des bür­ger­li­chen Staa­tes habe als du. Peter: Ich den­ke, wir alle drei haben kein gro­ßes Ver­trau­en in die Libe­ra­li­tät des bür­ger­li­chen Staa­tes, nur ist der Libe­ra­lis­mus nun mal des­sen Geschäfts­grund­la­ge. Wenn es in Deutsch­land eine so gro­ße Kam­pa­gne zum Tag der Pres­se­frei­heit (3. Mai) gibt, die die Ein­schrän­kun­gen der Pres­se­frei­heit natür­lich über­all nur nicht in Deutsch­land sieht, ist es unse­re Auf­ga­be, deut­lich zu machen, dass es auch in Deutsch­land so gut damit nicht bestellt ist. Da passt ja das (((i)))-Verfahren gut….” Sie­he auch:
    • Platt­form oder Zei­tung? indy­m­e­dia for­dert Pres­se­frei­heit
      Seit zwei Jah­ren ist „linksunten.indymedia“ ver­bo­ten. Eine ehe­ma­li­ge Autorin hat nun bean­tragt, das Ver­bot auf­zu­he­ben. Zwei Jah­re nach dem Ver­bot der Inter­net­platt­form linksunten.indymedia hat eine ehe­ma­li­ge Autorin einen Antrag auf Auf­he­bung des Ver­bots beim Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um ein­ge­reicht. Auf rund 120 Sei­ten argu­men­tiert Det­lef Geor­gia Schul­ze gegen die Maß­nah­men gegen links­un­ten und beruft sich dabei auf das Zen­sur­ver­bot…” Arti­kel von Alex­an­der Nabert vom 11.8.2019 in der taz online externer Link
  • LKA bestä­tigt: Kei­ner­lei Unrechts­be­wusst­sein. PE-Nr. 5 von Nowak/​Schill/​Schulze zu Straf­ver­fah­ren wegen angeb­li­cher Zuwi­der­hand­lung gegen das Ver­bot von (((i))) links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org 
    “… Das bild­li­che Zitie­ren der Ver­bots­ver­fü­gung brach­te den Ange­schul­dig­ten den Vor­wurf der Ver­wen­dung des Kenn­zei­chens des angeb­li­chen Ver­eins ein; das State­ment, links­un­ten in sei­ner bis­he­ri­gen publi­zis­ti­schen Form wie­der­ha­ben zu wol­len, anschei­nend den Vor­wurf, der Unter­stüt­zung des ver­meint­li­chen Ver­eins. Nach lan­ger Ver­zö­ge­rung erhiel­ten die Ange­schul­dig­ten kürz­lich die voll­stän­di­ge offi­zi­el­le Ermitt­lungs­ak­te zur Kennt­nis. Dar­in stie­ßen sie auf Bl. 56 und 57 von Bd. II der Akten auf einen VERMERK VON KRIMINALHAUPTKOMMISSAR HABERDANK vom 25.03.2019, der den Akten also noch nach Ankla­ge­er­he­bung hin­zu­ge­fügt wur­de. (…) Dazu neh­men die drei Ange­schul­dig­ten wie folgt Stel­lung: „1. Wir bestä­ti­gen ger­ne: Der Arti­kel vom 23.03.2019 stammt in der Tat von uns; des­glei­chen die ‚Ergän­zung‘ zum sel­ben Tage. (Sie wur­de aller­dings nicht ‚ans Ende des Arti­kels‘ ange­fügt, son­dern unter dem [= außer­halb des] Artikel/​s hin­zu­ge­fügt.) 2. In der Tat fehlt uns jeg­li­ches Unrechts­be­wußt­sein: Wir sind voll und ganz über­zeugt, dass das Unrecht ganz auf Sei­ten des Medi­en ver­bie­ten­den Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums und der uns ankla­gen­den Staats­an­walt­schaft liegt. (…) 5. Wir stel­len anheim, ein wei­te­res Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen uns ein­zu­lei­ten bzw. die gegen uns erho­be­ne Ankla­ge ent­spre­chend zu ergän­zen.“…” Pres­se­mit­tei­lung Nr. 5 vom 1.8.2019 von Peter Nowak /​Achim Schill /​Det­lef Geor­gia Schul­ze 
  • Geschich­te von indy­m­e­dia & Ver­bot der links­un­ten-Sub­do­main. TaP, Mag Wom­pel und Peter Nowak zum Zuhö­ren und Anse­hen am 26.6.19 in Bochum 
    Kurz nach den Pro­tes­ten wäh­rend des G20-Gip­fels in Ham­burg ver­bot das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um unter Lei­tung von Tho­mas de Mai­ziè­re mit Ver­fü­gung vom 14. August 2017 die lin­ke Inter­net-Zei­tung linksunten.indymedia. Das Ver­bot wur­de rund zehn Tage spä­ter – beglei­tet von meh­re­ren Haus­su­chun­gen in Frei­burg – bekannt gemacht. Aus Anlass des bevor­ste­hen­den Jah­res­ta­ges haben wir den Jour­na­lis­ten Peter Nowak, die Chef­re­dak­teu­rin /​pres­se­recht­lich Ver­ant­wort­li­che von labour​net​.de, Mag Wom­pel und den/​die Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rIn Det­lef Geor­gia Schul­ze ein­ge­la­den.
    Nowak und Schul­ze hat­ten in der Ver­gan­gen­heit einen Teil ihrer Tex­te bei linksunten.indymedia ver­öf­fent­licht und Ende August 2017 zusam­men mit dem Blog­ger Achim Schill (aka sys­tem­crash) eine Pro­test­erklä­rung gegen das links­un­ten-Ver­bot geschrie­ben und ver­brei­tet. Dies brach­te ihnen nun eine Ankla­ge der Ber­li­ner Staats­an­walt­schaft wegen Unter­stüt­zung eines voll­zieh­bar ver­bo­te­nen „Ver­eins“ und Ver­wen­dung des­sen „Kenn­zei­chen“ ein (die ver­bo­te­ne Inter­net-Zei­tung war vom Innen­mi­nis­te­ri­um kur­zer­hand zu einem Ver­ein erklärt und – unter Umge­hung der Pres­se­frei­heit – ver­eins­recht­lich ver­bo­ten wor­den…).
    Peter Nowak wird einen Input zur Geschich­te von indy­m­e­dia von Seat­tle über Genua bis zu Tho­mas de Mai­ziè­re geben. Det­lef Geor­gia Schul­ze wird berich­ten, was den drei Ber­li­ner AutorIn­nen vor­ge­wor­fen wird, war­um sie wei­ter­hin rich­tig fin­den, was sie getan haben und mei­nen, einen – auch juris­ti­schen – Anspruch dar­auf zu haben, dass die Ankla­ge gar nicht erst zuge­las­sen wird und, falls doch, dass sie frei­ge­spro­chen wer­den. Schließ­lich wird Mag Wom­pel zur Wich­tig­keit von Alter­na­tiv­me­dia auch und gera­de im Zeit­al­ter von Twit­ter und Face­book Stel­lung neh­men
    .” Ankün­di­gung bei Theo­rie als Pra­xis externer Link der Ver­an­stal­tung in Bochum am Mitt­woch, 26.6.19 ab 18:30 h in Sozia­les Zen­trum Bochum, Joseph­str. 2 – und nun:
    • [Bericht und Mit­schnit­te der Ver­an­stal­tung in Bochum] Pro­test-Erklä­rung gegen links­un­ten-Ver­bot: War­um wir wei­ter­hin für rich­tig hal­ten, was wir getan haben 
      Am 26. Juni fand im Sozia­len Zen­trum Bochum eine Ver­an­stal­tung des Offe­nen Anti­fa Cafés zum The­ma “Geschich­te und Ver­bot von indy­m­e­dia” statt (wobei sich “Ver­bot” auf das im August 2017 ver­füg­te Ver­bot von linksunten.indymedia bezog). Es refei­er­ten der Jour­na­list Peter Nowak, die Chef­re­dak­teu­rin /​pres­se­recht­lich Ver­ant­wort­li­che von labour​net​.de Mag Wom­pel und mei­ne Wenig­keit. Peter Nowak gab ein Input zur Geschich­te von indy­m­e­dia von Seat­tle über Genua bis zu Tho­mas de Mai­ziè­re. Ich selbst berich­te­te, was Peter Nowak, Achim Schill und mir von der Ber­li­ner Staats­an­walt­schaft wegen Pro­tes­tes gegen das links­un­ten-Ver­bo­tes vor­ge­wor­fen wird, war­um wir wei­ter­hin rich­tig fin­den, was wir getan haben und mei­nen, einen – auch juris­ti­schen – Anspruch dar­auf zu haben, daß die Ankla­ge gar nicht erst zuge­las­sen wird und, falls doch, daß wir frei­ge­spro­chen wer­den. Schließ­lich sprach Mag Wom­pel zur Wich­tig­keit von Alter­na­tiv­me­dia auch und gera­de im Zeit­al­ter von Twit­ter und Face­book. Mitt­ler­wei­le wur­den die Mit­schnit­te der drei Inputs bei archi​ve​.org ver­öf­fent­licht. Ich rei­che hier die Foli­en zu mei­nem Bei­trag nach. Unten rechts auf den Foli­en steht jeweils auf wel­chen Moment (in Minu­ten und Sekun­den) des münd­li­chen Vor­tra­ges sich die jewei­li­ge Folie externer Link bezieht…” Bericht von Det­lef Geor­gia Schul­ze am 08.07.2019 bei indy­m­e­dia externer Link und die drei Audio-Mit­schnit­te:
  • Die Pres­se­frei­heit und das glei­che Maß. Ver­bot von links­un­ten via Ver­eins­recht ist ein mas­si­ver Ein­griff in die Pres­se­frei­heit. 
    Am 1. Juni erschien bei labour​net​.tv ein Video-Inter­view externer Link  zum The­ma „Wider­stand gegen das Ver­bot von linksunten.indymedia“. Inter­viewt wur­den zwei Ange­schul­dig­te, Achim Schill und Det­lef Geor­gia Schul­ze, denen von der Ber­li­ner Staats­an­walt­schaft vor­ge­wor­fen wird, im Sin­ne der Nr. 3 und 5 des § 20 Absatz 1 Satz 1 Ver­eins­ge­setz dem Ver­bot zu wider gehan­delt zu haben. – Hier eini­ge The­sen aus dem Inter­view, die dort näher erläu­tert und begrün­det wer­den…” The­sen aus einem 11-minü­ti­gen Inter­view bei labour​net​.tv vom 4.6.2019
  • [Soli-Spen­den­kon­to] Ankla­ge gegen drei Ber­li­ner Jour­na­lis­ten wegen Indy­m­e­dia-Soli­da­ri­tät 
    Ende letz­ten Jah­res rie­fen die Jour­na­lis­ten Peter Nowak, Achim Schill und Det­lef Geor­gia Schul­ze Autor*innen dazu auf, Tex­te wie­der öffent­lich zugäng­lich zu machen, die auf der ehe­ma­li­gen Platt­form Linksunten.indymedia erschie­nen waren. Nun sind sie selbst mit staat­li­cher Repres­si­on kon­fron­tiert: …. erhiel­ten sie eine Ankla­ge­schrift der Staats­an­walt­schaft mit dem Vor­wurf, Kenn­zei­chen eines ver­bo­te­nen Ver­eins ver­wen­det und des­sen wei­te­re Betä­ti­gung unter­stützt zu haben. Ihnen droht ein Pro­zess vor dem Land­ge­richt Ber­lin. (…) Das Ver­bot von links­un­ten und die Ver­fol­gung von Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen ste­hen im Kon­text einer ver­stärk­ten Ver­fol­gung der gesam­ten Lin­ken. Zuletzt hat­te das Innen­mi­nis­te­ri­um indi­rekt auch mit dem Ver­bot der Roten Hil­fe gedroht. „Die Ver­bots­ver­fü­gung gegen Indy­m­e­dia steht auf schwa­chen Füßen. Des­halb haben die Repres­si­ons­be­hör­den allen Grund öffent­li­che Kri­tik zu fürch­ten“, erklärt Alex Schnei­der von der Roten Hil­fe Orts­grup­pe Ber­lin. „Wir erklä­ren unse­re Soli­da­ri­tät mit den ange­klag­ten Jour­na­lis­ten und rufen alle Genos­sin­nen und Genos­sen auf, sich an öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen zu ihrer Unter­stüt­zung zu betei­li­gen. Ach­tet auf Ankün­di­gun­gen in den kom­men­den Wochen.“ Außer­dem hat die Rote Hil­fe Orts­grup­pe Ber­lin ein Spen­den­kon­to zur Unter­stüt­zung der Betrof­fe­nen ein­ge­rich­tet…” Bei­trag von und bei Rote Hil­fe Ber­lin vom 9. April 2019 externer Link zum Spen­den­kon­to: Rote Hil­fe e.V., GLS-Bank, IBAN: DE55 4306 0967 4007 2383 17, BIC: GENODEM1GLS, Stich­wort: Indy­m­e­dia­so­li­da­ri­tät Ber­lin
  • Die Zen­sur fin­det längst statt: Ber­li­ner Staats­an­walt­schaft klagt drei Ber­li­ner AutorIn­nen an, die sich 2017 gegen das sei­ner­zeit ver­füg­te Ver­bot des inter­net-Medi­ums linksunten.indymedia aus­spra­chen 
    Vor rund 1 ½ Jah­ren wur­de das lin­ke inter­net-Medi­um linksunten.indymedia vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um als „Ver­ein“ klas­si­fi­ziert und ver­bo­ten. Seit­dem ist es von Rechts wegen am Erschei­nen gehin­dert – egal, was für Inhal­te es ver­öf­fent­li­chen möch­te. Eine Gerichts­ent­schei­dung über das Ver­bot steht wei­ter­hin aus. Trotz­dem hat nun die Ber­li­ner Staats­an­walt­schaft gegen uns – drei Ber­li­ner AutorIn­nen, die sich sei­ner­zeit mit einer Erklä­rung gegen das Ver­bot wand­ten – wegen Unter­stüt­zung sowie Ver­wen­dung des Kenn­zei­chens des ver­bo­te­nen ver­meint­li­chen Ver­eins vor der Staats­schutz­kam­mer des Ber­li­ner Land­ge­richts Ankla­ge erho­ben. Die Ankla­ge wur­de uns am 12./13. März 2019 zur Stel­lung­nah­me zuge­sandt. Nach unse­ren Stel­lung­nah­men wird das Gericht ent­schei­den, ob es die Ankla­gen zuläßt und ob es die Haupt­ver­hand­lung eröff­net. Zu die­sem Vor­gang neh­men wir wie folgt Stel­lung: Das, was wir tat­säch­lich getan haben, war: Das Ver­bot des inter­net-Medi­ums links­unten.indymedia zu kri­ti­sie­ren und einen Aus­schnitt aus der Ver­bots-Ver­fü­gung zu doku­men­tie­ren. Zur Fra­ge eines Ver­eins hat­ten wir uns in unse­rem ankla­ge-gegen­ständ­li­chen Text über­haupt nicht geäu­ßert. Das – auch bild­li­che – Zitie­ren der Ver­bots­ver­fü­gung (sei es aus­schnitts­wei­se oder in Gän­ze [sie­he neben­ste­hend]) war legal, ist legal und wer­den wir auch wei­ter­hin prak­ti­zie­ren…” Bei­trag von Achim Schill, Det­lef Geor­gia Schul­ze und Peter Nowak vom 23.03.2019 bei indy­m­e­dia externer Link mit fol­gen­der Ein­lei­tung: “Der unten­ste­hen­de Text wird in Ber­lin ver­teilt wer­den – und darf ger­ne auch ande­ren­orts (im Bedarfs­fal­le: auch umfor­mu­liert) ver­wen­det wer­den; die jewei­li­gen Ver­tei­le­rIn­nen soll­ten sich vor­her über den genau­en Inhalt der in ihrem jewei­li­gen Bun­des­land gel­ten­den Impres­sums­pflicht infor­mie­ren”, daher auch als Flug­blatt externer Link , sie­he dazu auch:
  • War­um das Ver­bot von linksunten.indymedia ille­gal ist… 
    Wie bekannt ist, sol­len die drei AutorIn­nen Peter Nowak, Achim Schill und Det­lef Geor­gia Schul­ze mit einer Erklä­rung gegen das Ver­bot von linksunten.indymedia aus dem ver­gan­ge­nen Jahr gegen das Ver­eins­ge­setz ver­sto­ßen – näm­lich dem ‚Ver­eins­ver­bot’ („links­un­ten“ war als „Ver­ein“ ver­bo­ten wor­den) zuwi­der gehan­delt – haben. In einem Brief, den die drei die­ser Tage gemein­sam an die Staats­an­walt­schaft geschickt haben, argu­men­tie­ren die drei, daß ihr Tun allein schon des­halb kei­nen Ver­stoß gegen das Ver­bot dar­stel­len kön­nen, da das Ver­bot viel­mehr selbst ille­gal sei. Zur Fra­ge, war­um das links­un­ten-Ver­bot rechts­wid­rig sei, füh­ren die drei AutorIn­nen aus…” Aus­zü­ge aus einem Brief an die Staats­an­walt­schaft Ber­lin vom 11.12.2018 sowie aus einer Peti­ti­on an den Deut­schen Bun­des­tag aus dem ver­gan­ge­nen Jahr
  • Bun­des­an­zei­ger zitie­ren ver­bo­ten? Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen angeb­li­chen Ver­sto­ßes gegen links­un­ten-Ver­bot
    Seit meh­re­ren Mona­ten ermit­teln die Lan­des­kri­mi­nal­äm­ter Baden-Würt­tem­berg und Ber­lin gegen uns, da wir im Zusam­men­hang mit dem – im ver­gan­ge­nen Jahr vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um ver­füg­ten – Ver­bot des inter­net-Medi­ums linksunten.indymedia gegen das Ver­eins­ge­setz ver­sto­ßen haben sol­len. Wie wir nun erfah­ren haben, sol­len wir unse­re kolos­sa­le Straf­tat dadurch began­gen haben, dass sich im Hea­der unse­res Blogs u.a. ein Aus­schnitt aus der Ver­bots­ver­fü­gung selbst (wie sie im [vom Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um her­aus­ge­ge­be­nen] Bun­des­an­zei­ger vom 25.08.2017 ver­öf­fent­licht wur­de) befin­det (erfah­ren haben wir dies durch die – dem Ver­tei­di­ger von Achim Schill gewähr­te – Akten­ein­sicht). (…) Wir sind sehr gespannt, ob die Ber­li­ner Staats­an­walt­schaft, bei der sich die Ermitt­lungs­ak­ten mitt­ler­wei­le befin­den, den Ver­such unter­neh­men wird, dadurch Rechts­ge­schich­te zu schrei­ben, dass sie­die aus­schnitts­wei­se Ver­wen­dung eines amt­lich ver­öf­fent­lich­ten Tex­tes unter Ankla­ge stellt, oder ob sie es vor­zieht, das Ermitt­lungs­ver­fah­ren, das meh­re­re Mona­te lang zwei Lan­des­kri­mi­nal­äm­ter beschäf­tig­te, dem­nächst sang- und klang­los ein­zu­stel­len…” Pres­se­mit­tei­lung von Peter Nowak /​Achim Schill /​Det­lef Geor­gia Schul­ze vom 29.11.2018 doku­men­tiert bei trend info­par­ti­san externer Link
  • Soli­da­risch mit linksunten.indymedia. 3 Autor*innen, gegen die wegen ihrer Soli­da­ri­tät mit der ver­bo­te­nen Platt­form Indymedia.linksunten ermit­telt wird, begrün­den den Grund ihres Enga­ge­ments
    “… Es gab ja im ver­gan­ge­nen Jahr schon eine gewis­se Men­ge an Demos und­So­li-Erklä­run­gen gegen das links­un­ten-ver­bot. Auch die kri­ti­sche Bericht­erstat­tung inden (online)-Medien und sozia­len Initia­ti­ven ist sicher sehr hilf­reich. Aber letzt­lich wer­den all die­se Initia­ti­ven nichts bis wenig bewir­ken, wenn die­se ver­schie­de­nen Ansätzenicht mit­ein­an­der koor­di­niert wer­den. Nur auf den Rechts­weg zu hof­fen, scheint uns­zu wenig/​zu pas­siv zu sein, aber recht­li­che Schrit­te ein­zu­lei­ten ist auf jeden Fall ein­Ele­ment im Wider­stand gegen das Verbot.Für eine Koor­di­na­ti­on all die­ser ver­schie­de­nen Ansät­ze und Initia­ti­ven scheint mir eineArt Akti­ons­ein­heit in Form eines (informellen)Bündnisses die geeig­nets­te Struk­tur zusein. Alle, die gegen das Ver­bot von links­un­tensind – unab­hän­gig von den kon­kre­ten Begrün­dun­gen dafür – soll­ten sich ver­net­zen (in wel­cher Form auch immer), um geeig­ne­te Maß­nah­men zu beschlie­ßen: egal, ob es Demos, Pres­se­er­klä­run­gen oder juris­ti­sche Schrit­te sind. Ein ers­ter – und wie wir wei­ter­hin mei­nen: guter – Schritt wäre es, wenn diejenigen,die mal bei links­un­ten publi­ziert haben, ihre Tex­te wie­der zugäng­lich machen wür­denals kon­kre­ter Akt der Soli­da­ri­tät. Die Gefan­ge­nen-Gewerk­schaft hat es bereits vor­ge­macht!…” Inter­view vom 26.11.2018 bei der Frei­tag-Com­mu­ni­ty externer Link
  • Eigen­in­itia­ti­ve des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes? Ermitt­lun­gen wegen Soli­da­ri­tät mit linksunten.indymedia ohne Kennt­nis der Staats­an­walt­schaft…
    Anlass ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren, das das Lan­des­kri­mi­nal­amt gegen Det­lef Geor­gia Schul­ze sowie Peter Nowak und Achim Schill (alle drei haben schon öfter für TREND geschrie­ben) wegen einer Soli­da­ri­täts­er­klä­rung für die im ver­gan­ge­nen Jahr ver­bo­te­ne deut­sche “linksunten”-Subdomän des welt­wei­ten indy­m­e­dia-Net­zes­wer­kes führt. Inzwi­schen gab es aus der Gene­ral­staats­an­walt­schaft die Infor­ma­ti­on, dass die Ber­li­ner Staats­an­walt­schaf­ten bis dahin von dem Ermitt­lungs­ver­fah­ren gar nichts wuss­ten – für Det­lef Geor­gia Schul­ze Anlass, mit einem wei­te­ren Offe­nen Brief noch ein­mal nach­zu­ha­ken. Die Staats­an­walt­schaft sol­le die Ermitt­lun­gen an sich zie­hen, in recht­li­cher Hin­sicht über­prü­fen und dann ein­stel­len, da kei­ne Straf­tat vor­lie­ge.”  Wir doku­men­tie­ren nun den zwei­ten “Offe­nen Brief”. Von einem rot-rot-grün geführ­ten Senat erwar­ten wir, dass er die Ein­stel­lung der Ermitt­lun­gen sei­ner Behör­den gegen die drei Jour­na­lis­ten unver­züg­lich anweist…“ so das Vor­wort der Redak­ti­on Trend Online in der Aus­ga­be 10/​2018 zur Doku­men­ta­ti­on des „2. Offe­nen Brie­fes von Det­lef Geor­gia Schul­ze“ externer Link, des­sen abschlie­ßen­de For­de­rung an den Senat wir selbst­ver­ständ­lich unter­stüt­zen. Sie­he dazu auch ein Flug­blatt zur Ver­fol­gung der Soli­da­ri­tät mit linksunten.indymedia, das bei der #unteil­bar-Demons­tra­ti­on ver­brei­tet wur­de:
  • Ver­fol­gung der links­un­ten-Soli­da­ri­tät: Ver­bot kri­ti­sie­ren: Ver­bo­ten! 
    Im August 2017 erklär­te das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um bekannt­lich Indy­m­e­dia Links­un­ten zu einem Ver­ein und ver­bot die­sen kur­zer­hand. Det­lef Geor­gia Schul­ze, Peter Nowak und Achim Schill sind drei von vie­len Nutzer*innen, die auf links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org publi­ziert haben. Wäh­rend Indy­m­e­dia prin­zi­pi­ell eine anony­me Ver­öf­fent­li­chung von Arti­keln ermög­licht, taten sie das mit ihren Klar­na­men. Kurz nach dem Ver­bot, im Sep­tem­ber des letz­ten Jah­res, ver­öf­fent­lich­ten sie Ihre Arti­kel auf einer extra ein­ge­rich­te­ten Web­site neu und rie­fen zugleich dazu auf, es ihnen nach­zu­tun: Wer mit Klar­na­men oder „nicht-kon­spi­ra­ti­vem Pseud­onym“ bei Links­un­ten ver­öf­fent­licht hat­te, soll­te sich dazu beken­nen, die Inhal­te wie­der ver­füg­bar machen und kenn­zeich­nen, dass sie frü­her auch oder gar zuerst bei Links­un­ten erschie­nen waren. Ein Jahr spä­ter ist sich die Jus­tiz nicht zu scha­de, auch die­sen Akt der Soli­da­ri­tät zu ver­fol­gen. Das LKA Ber­lin ermit­telt gegen sie wegen Ver­sto­ßes gegen das Ver­eins­ge­setz. Wir spra­chen mit Det­lef Geor­gia Schul­ze und Peter Nowak“ –so der Ein­lei­tungs­text zum Sen­de­bei­trag „Kri­tik an Ver­bot ver­bo­ten? Ermitt­lun­gen gegen beken­nen­de Indymedia-Autor*innen“ von Radio Dreyeck­land am 04. Okto­ber 2018 externer LinkAudio Datei (hier im freie​-radi​os​.net doku­men­tiert)
  • Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Ver­tei­di­gung von Pres­se­frei­heit
    Wir hat­ten uns im ver­gan­ge­nen Jahr gegen das kurz zuvor ver­füg­te Ver­bot des – auch von Links­ra­di­ka­len genutz­ten – inter­net-Medi­ums links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org aus­ge­spro­chen. Nun beka­men wir Post vom Lan­des­kri­mi­nal­amt Ber­lin. Wir wer­den „beschul­digt, fol­gen­de Straf­tat began­gen zu haben: Tat­vor­wurf[:] Ver­stoß Ver­eins­ge­setz […] Tatört­lich­keit[:] Inter­net, Ihr Arti­kel vom 31. 8. 2017. Mit jener Tatört­lich­keit dürf­te wohl fol­gen­der Text gemeint sein: #links­un­ten: Soli­da­risch zu sein, heißt: sich dem Ver­bot zu wider­set­zen (…) Dazu neh­men wir wie folgt Stel­lung: 1. Der Text stammt tat­säch­lich von uns. 2. Wir hal­ten den Text nach wie vor für poli­tisch rich­tig und außer­dem für juris­tisch legal. 3. Für juris­tisch legal hal­ten wir unse­ren Text vor allem des­halb, weil das zugrun­de­lie­gen­de Ver­bot des ver­meint­li­chen „Ver­eins“ ille­gal ist, denn es han­delt sich in Wirk­lich­keit nicht (jeden­falls nicht nur) um ein Vereins‑, son­dern vor allem um ein Medi­en­ver­bot. 4. Damit stellt das Ver­bot von linksunten.indymedia eine Ver­let­zung der von Art ikel 5 Absatz 1 Grund­ge­setz garan­tier­ten Mei­nungs­äu­ße­rungs- und Pres­se­frei­heit sowie des Zen­sur­ver­bo­tes dar…” Pres­se­mit­tei­lung von Peter Nowak, Achim Schill, Det­lef Geor­gia Schul­ze vom 24.9.2018
  • Jour­na­lis­ten im Fokus – Drei Ber­li­ner sol­len ver­bo­te­ne Inter­net­platt­form über neu­es Por­tal wei­ter­ge­führt haben
    “Mit­te Sep­tem­ber beka­men die drei Journalist*innen Peter Nowak, Achim Schill und Det­lef Geor­gia Schul­ze Post von der Staats­schutz­ab­tei­lung des Lan­des­kri­mi­nal­amts (LKA). Der Grund: Sie sol­len gegen das Ver­eins­ge­setz ver­sto­ßen haben, Ermitt­lungs­ver­fah­ren wur­den ein­ge­lei­tet. Das Schrei­ben des Staats­schut­zes nennt als Tatört­lich­keit: »Inter­net«. Auch ein Datum und ein Link sind der Tatört­lich­keit bei­gefügt. Der Link ver­weist – wenn auch falsch geschrie­ben – auf eine Inter­net­platt­form namens sys​tem​cras​hund​tat​bei​links​un​ten​.blog​sport​.eu, die die drei Publizist*innen betrei­ben. Dar­auf ver­öf­fent­li­chen sie ihre eige­nen, zuvor auf dem Nach­rich­ten­por­tal Indy­m­e­dia Links­un­ten gepos­te­ten Arti­kel. Das im Schrei­ben ange­ge­be­ne Datum ver­weist auf einen Text vom 31. August 2017. Die drei Beschul­dig­ten gehen in einer öffent­li­chen Stel­lung­nah­me davon aus, dass damit ein Text gemeint ist, in dem sie sich soli­da­risch mit der kurz zuvor ver­bo­te­nen Platt­form Indy­m­e­dia Links­un­ten zei­gen. (…) Der Text auf sys​tem​cras​hund​tat​bei​links​un​ten​.blog​sport​.eu externer Link trug den Titel »links­un­ten: Soli­da­risch zu sein, heißt: sich dem Ver­bot zu wider­set­zen«. Dar­in heißt es: »Wir rufen alle, die eben­so wie wir unter ihren Klar­na­men oder mit nicht-kon­spi­ra­ti­ven Pseud­ony­men bei linksunten.indymedia publi­ziert haben, auf, ihre Tex­te gesam­melt wie­der zugäng­lich zu machen bzw. als links­un­ten-Publi­ka­tio­nen zu kenn­zeich­nen.« In ihrer Stel­lung­nah­me schrei­ben Nowak, Schill und Schul­ze lako­nisch: »Wir hal­ten den Text nach wie vor für poli­tisch rich­tig und außer­dem für juris­tisch legal.« Sven Adam, Anwalt im Indy­m­e­dia-links­un­ten-Ver­fah­ren, warnt jedoch: Solan­ge das Ver­eins­ver­bot voll­zieh­bar sei, kön­ne der Staat auch gegen Ver­stö­ße vor­ge­hen. So habe es bereits Ver­fah­ren gegen Per­so­nen gege­ben, die das Logo und den Schrift­zug von linksunten.indymedia ver­wen­det hät­ten. »Vie­les steht und fällt mit der Fra­ge, ob das Ver­bot letzt­lich rechts­kräf­tig wird oder nicht. Wir sind jeden­falls davon über­zeugt, dass das Ver­bot letz­ten Endes auf­ge­ho­ben wer­den muss.«…” Bericht von Chris­ti­an Mey­er bei neu­es Deutsch­land vom 27. Sep­tem­ber 2018 externer Link
  • Anm.: Solan­ge über­haupt noch nicht ent­schie­den ist, ob ein Ver­ein über­haupt rechts­ver­bind­lich (“unan­fecht­bar” § 85 StGB) ver­bo­ten ist, kann natür­lich nie­mand wegen eines sol­chen Ver­sto­ßes rechts­wirk­sam belangt wer­den. Für uns ist das Ver­bot also (rechts­kräf­tig) noch nicht voll­zieh­bar. Gera­de wenn man, wie Adam, von einer gericht­li­chen Auf­he­bung aus­geht, ist frag­lich, war­um sol­che Wider­stands­hand­lun­gen der­zeit nicht unter­nom­men wer­den soll­ten. Außer­dem ist es eine eigen­stän­di­ge Ange­le­gen­heit, Wider­stand zu leis­ten. Dies beson­ders dann, wenn sys​tem​cras​hund​tat​bei​links​un​ten​.blog​sport​.eu gera­de nicht das fort­setzt, wes­halb der ang. “Ver­ein” ver­bo­ten wur­de (Auf­ruf zu Straf­ta­ten). Auch juris­tisch han­delt es sich (für uns) des­halb nur um eine Mei­nungs­äu­ße­rung zu einem Ver­bot, was noch gar nicht gericht­lich als rechts­ver­bind­lich ent­schie­den wor­den ist und des­halb durch­aus (nach Art. 5 GG) bestrit­ten wer­den kann, ja, eigent­lich soll­te. Ist es nicht eher so, dass das LKA dank der Akti­vi­tä­ten der drei Angst hat, dass ihre Ver­bots­kon­struk­ti­on inhalt­lich ins Lee­re lau­fen kann?

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Siehe zudem zum Verbot von linksunten.indymedia:

  • Pro­zess um Ver­bot von Indy­m­e­dia Link­un­ten: Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um ist nicht für das Ver­bot von Medi­en zustän­dig
    Seit über 2 Jah­ren ist die Inter­net- und Medi­en­platt­form Indy­m­e­dia Links­un­ten nun ver­bo­ten. Kürz­lich sorg­ten Aktivist*innen, die erklär­ten kei­ner­lei Ver­bin­dung zu den Men­schen zu haben, die links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org ursprüng­lich betrie­ben haben, für Auf­se­hen. Unter links​un​ten​.archi​ve​.indy​m​e​dia​.org stell­ten sie die Inhal­te der Web­sei­te als Archiv wie­der online. Am kom­men­den Mitt­woch (29.01.) wird das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig über die Kla­ge gegen das Ver­bot des kon­stru­ier­ten Ver­eins ent­schei­den. Über die Bedeu­tung­des Ver­fah­rens und des Ver­bots von Indy­m­e­dia Links­un­ten für die Medi­en­frei­heit haben wir mit dem Ber­li­ner Juris­ten John Phil­ipp Thurn gespro­chen. Er hat für die Gesell­schaft für Frei­heits­rech­te an einer Stel­lung­nah­me zum Indy­m­e­dia Links­un­ten Ver­fah­ren mit­ge­wirkt.” Inter­view vom 24. Janu­ar 2020 beim Radio Dreyecks­land externer LinkAudio Datei – die Son­der­sen­dung zum Pro­zess um Indy­m­e­dia-Links­un­ten-Ver­bot externer LinkAudio Datei wird beim RDL am Mitt­woch, 29. Janu­ar 2020 um 18:00 wie­der­holt
  • Das Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org als Test­fall für die Medi­en­frei­heit
    Kann in Deutsch­land ein gan­zes Medi­um ver­bo­ten und sein wei­te­res Erschei­nen auf unbe­stimm­te Zeit ver­hin­dert wer­den, weil dar­in eini­ge Arti­kel mit straf­ba­ren Inhal­ten ver­öf­fent­licht wur­den? Wenn es nach dem Bundes­ministerium des Innern (BMI) geht, ja. (…) Eini­ge der angeb­li­chen Straf­ta­ten dürf­ten in Wirk­lich­keit zuläs­si­ge Mei­nungs­äu­ße­run­gen sein. Regel­recht abstrus wirkt etwa der Vor­wurf der Belei­di­gung, weil der für den Luft­an­griff beim afgha­ni­schen Kun­dus 2009 mit unge­fähr 100 Todes­op­fern ver­ant­wort­li­che dama­li­ge Oberst Georg Klein als »Kriegs­ver­bre­cher« bezeich­net wur­de. Vie­le ande­re ange­führ­te Text­pas­sa­gen dürf­ten hin­ge­gen tat­säch­lich straf­ba­re Inhal­te ent­hal­ten. Aller­dings setzt die Ver­bots­ver­fü­gung sie nicht ins Ver­hält­nis zur Gesamt­zahl der bei links­un­ten ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel, die über­wie­gend weder straf­bar noch ver­fas­sungs­feind­lich waren, mit­un­ter sogar mili­tan­te Aktio­nen kri­ti­sier­ten und rechts­staat­li­che und demo­kra­ti­sche Stan­dards aus­drück­lich ver­tei­dig­ten. Bei einem sol­chen »Markt der Mei­nun­gen« bedarf es laut Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt beson­de­rer Anhalts­punk­te dafür, dass sich ein Medi­um nicht mit die­sen Bei­trä­gen, wohl aber mit den straf­ba­ren oder ver­fas­sungs­feind­li­chen Bei­trä­gen iden­ti­fi­ziert. Anders als das Innen­mi­nis­te­ri­um meint, kann eine sol­che Zurech­nung nicht ein­fach damit begrün­det wer­den, dass anony­mes Publi­zie­ren auf links­un­ten durch tech­ni­sche Vor­keh­run­gen ermög­licht wur­de. Denn auch die Ver­öf­fent­li­chung von anony­men Bei­trä­gen ist selbst­ver­ständ­lich Teil der Medi­en­frei­heit. In Wahr­heit ver­stößt das Ver­bot von links­un­ten in ver­schie­de­ner Hin­sicht gegen das Grund­ge­setz. (…) Dass ein der­ar­ti­ges Total­ver­bot über jedes Ziel hin­aus­schießt, lässt sich auch der Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te (EGMR) in Straß­burg ent­neh­men. Die­ser hat etwa im Fall Ürper u.a. gegen die Tür­kei fest­ge­stellt, dass ein voll­stän­di­ges und unbe­fris­te­tes Ver­bot einer Zei­tung die Frei­heit der Medi­en nach Arti­kel 10 der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on (EMRK) ver­letzt – ganz unab­hän­gig von den kon­kre­ten Vor­wür­fen gegen das Pres­se­or­gan. Das kann nicht nur off­line, son­dern muss auch online gel­ten: Ein pau­scha­les und unbe­fris­te­tes Ver­bot des künf­ti­gen Erschei­nens eines Medi­ums kann nicht ver­hält­nis­mä­ßig sein. Es ist bezeich­nend für das frag­wür­di­ge Ver­fas­sungs­ver­ständ­nis des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums, dass sich die Ver­bots­ver­fü­gung gegen links­un­ten auf gan­zen zwei von 91 Sei­ten der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit des Grund­rechts­ein­griffs und der Ver­ein­bar­keit mit der EMRK wid­met. Spe­zi­ell für die Zukunft par­ti­zi­pa­ti­ver Online­for­ma­te, aber auch gene­rell für die Frei­heit der Medi­en bleibt zu hof­fen, dass das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die­sem rechts­staats­wid­ri­gen Vor­ge­hen einen Rie­gel vor­schiebt…” Arti­kel von John Phil­ipp Thurn und David Wer­der­mann vom 22.1.20 bei Car­ta externer Link
  • Behör­de als Daten­kra­ke: Im Rah­men der Ermitt­lun­gen gegen linksunten.indymedia wur­den Unter­la­gen der Stu­die­ren­den­schaft der Uni Frei­burg beschlag­nahmt
    “Seit mehr als zwei Jah­ren ver­sucht die Poli­zei, Ver­wal­tungs­da­ten der Ver­fass­ten Stu­die­ren­den­schaft (VS) der Uni­ver­si­tät Frei­burg zu ent­schlüs­seln, bis­lang ohne Erfolg. Sie waren im August 2017 von der Poli­zei bei einer gegen die Medi­en­platt­form linksunten.indymedia gerich­te­ten Raz­zia beschlag­nahmt wor­den. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um hat­te die Platt­form nach dem Ver­eins­recht abschal­ten las­sen. Die beschlag­nahm­te Fest­plat­te wur­de den Eigen­tü­mern zwar zurück­ge­ge­ben. Doch zuvor hat­ten die Ermitt­ler deren Inhalt kopiert. Das wur­de vom Regie­rungs­prä­si­di­um damit begrün­det, dass man sich so vor dem Vor­wurf schüt­zen wol­le, die Daten nach Beschlag­nah­me mani­pu­liert zu haben. Doch die VS hat­te schrift­lich bekräf­tigt, man erhe­be einen sol­chen Vor­wurf nicht. Den­noch wur­den die vom Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA) Baden Würt­tem­berg ange­fer­tig­ten Sicher­heits­ko­pien nicht ver­nich­tet. Nun stell­te sich her­aus, dass die Daten auf der Sicher­heits­ko­pie doch wei­ter ver­wen­det wer­den sol­len. Die Beschlag­nah­mung sei durch den ent­spre­chen­den Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts Frei­burg gedeckt, teil­te das Regie­rungs­prä­si­di­um der VS mit. Zudem kön­ne nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, »dass die Daten Bele­ge über die Zuge­hö­rig­keit zum Ver­ein ›linksunten.indymedia‹ und/​oder über die Akti­vi­tä­ten des Ver­eins ent­hal­ten«. Sie könn­ten daher »für das lau­fen­de Ver­fah­ren gegen die Ver­bots­ver­fü­gung vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt von Bedeu­tung sein«, heißt es in dem Schrei­ben. Mit der Ent­schlüs­se­lung und Aus­wer­tung der Daten sei das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz beauf­tragt. Dage­gen weh­ren sich die Stu­die­ren­den jetzt juris­tisch. Mit einer einst­wei­li­gen Anord­nung will der Vor­stand der VS den Ermitt­lungs­be­hör­den die Aus­wer­tung der Infor­ma­tio­nen unter­sa­gen las­sen. Außer­dem hat er beim Ver­wal­tungs­ge­richt Frei­burg eine »vor­beu­gen­de Unter­las­sungs­kla­ge« ein­ge­reicht.” Bei­trag von Peter Nowak bei neu­es Deutsch­land vom 22. Novem­ber 2019 externer Link
  • Das Ver­bot von „linksunten.indymedia“ und die zwei­fel­haf­te Rol­le des Ver­fas­sungs­schut­zes 
    Im August jähr­te sich das Ver­bot der Open-Pos­ting-Platt­form „links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org“ zum zwei­ten Mal. Eine Anwäl­tin der Betrof­fe­nen berich­tet von dem Ver­fah­ren, der zwei­fel­haf­ten Rol­le des Ver­fas­sungs­schut­zes und der Bedeu­tung des Fal­les für die Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit. (…) Bei der Sei­te „links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org“ han­del­te es sich zwei­fel­los um eine Platt­form, die dem beson­de­ren Schutz der Pres­se­frei­heit unter­fällt. Zustän­dig für die Prü­fung von gege­be­nen­falls straf­recht­lich rele­van­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen oder ander­wei­ti­gen Ver­stö­ßen gegen die Rechts­ord­nung im Inter­net sind die Auf­sichts­be­hör­den nach dem Tele­me­di­en­ge­setz. Die dort gere­gel­ten Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen für staat­li­che Ein­grif­fe sind geschaf­fen wor­den, um deren Anwen­dung nur unter Beach­tung des hohen Gutes der zu schüt­zen­den Grund­rech­te der Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit zu sichern. Davon wur­de jedoch nicht Gebrauch gemacht. Als Bele­ge für die ver­meint­lich straf­rechts­wid­ri­gen Zwe­cke der ver­bo­te­nen Ver­ei­ni­gung und deren ver­fas­sungs­feind­li­che Grund­hal­tung wer­den nur aus­ge­wähl­te Bruch­tei­le des gesam­ten Ange­bo­tes her­an­ge­zo­gen. Zehn­tau­sen­de von Demons­tra­ti­ons­auf­ru­fen, Ereig­nis­be­rich­ten, inner­lin­ken Debat­ten­bei­trä­gen und Dis­kus­sio­nen spie­len in der Les­art des BMI kei­ne Rol­le. Als Begrün­dung, wes­halb gera­de die fünf Betrof­fe­nen vom BMI als Betrei­ber der Web­sei­te ange­se­hen wer­den, wur­den fast aus­schließ­lich nach­rich­ten­dienst­li­che Erkennt­nis­se auf­ge­führt, d.h. Behör­den­zeug­nis­se des Ver­fas­sungs­schut­zes und Berich­te eines Ver­fas­sungs­schutz-Spit­zels. Die „Beweis­füh­rung“ des BMI bezüg­lich der Aus­wahl der Betrof­fe­nen beschränkt sich somit im Wesent­li­chen auf blo­ße nicht beleg­te und vor allem auch nicht über­prüf­ba­re Behaup­tun­gen. Zur „Siche­rung, Auf­be­rei­tung und Ent­schlüs­se­lung der IT-Asser­va­te“ wur­de unter Feder­füh­rung des LKA Baden-Würt­tem­berg eine Task For­ce ein­ge­rich­tet. Dar­an betei­ligt waren auch Ver­tre­ter des damals noch von Hans-Georg Maaßen geführ­ten Bun­des­amts für Ver­fas­sungs­schutz (BfV). Ursprüng­lich soll­ten ledig­lich die nicht­tech­ni­schen Asser­va­te unmit­tel­bar dem BfV zur Aus­wer­tung über­ge­ben wer­den. Zwi­schen­zeit­lich wur­de jedoch bekannt, dass auch die IT-Asser­va­te dort­hin über­sandt wur­den, da es dem – zunächst für die­se Auf­ga­be vor­ge­se­he­nen – LKA Baden-Würt­tem­berg nicht gelun­gen ist, die sicher­ge­stell­ten Com­pu­ter zu ent­schlüs­seln. Auch das BfV scheint bis­lang dar­an zu schei­tern. Die Betei­li­gung des BfV am Ver­eins­ver­bots­ver­fah­ren ist höchst pro­ble­ma­tisch, weil dadurch das ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­te Tren­nungs­ge­bot zwi­schen der Poli­zei und den Geheim­diens­ten ver­letzt wird. Das Vor­ge­hen, die Ermitt­lun­gen und Aus­wer­tung nicht mehr der ermitt­lungs­füh­ren­den Behör­de, son­dern dem Ver­fas­sungs­schutz zu über­las­sen, ist aller­dings nicht neu, son­dern wird all­mäh­lich vom Aus­nah­me­fall zur Regel. (…) Der Ver­lauf die­ses Ver­fah­rens wird zei­gen, ob die Kri­tik an der Anwen­dung des Ver­eins­ge­set­zes auf ein Tele­me­di­um und der von Sub­stanz­lo­sig­keit gepräg­ten Begrün­dung des Ver­bots im Tat­sa­chen­be­reich sowie der Annah­me von Ver­bots­grün­den unter völ­li­ger Igno­ranz der Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit die Gerich­te zur Maß­re­ge­lung des BMI bewegt. Ande­ren­falls könn­te die­ses Ver­bot erst der Anfang von mög­li­chen wei­te­ren Angrif­fen auf Medi­en und sons­ti­ge Orga­ni­sa­tio­nen sein, die dem BMI ein Dorn im Auge sind. Dass mit sol­chen Angrif­fen in Zei­ten des zuneh­men­den Rechts­rucks der Gesell­schaft und des Erstar­kens popu­lis­ti­scher und auto­ri­tä­rer Ten­den­zen zu rech­nen ist, liegt auf der Hand. Wenn aber eine jour­na­lis­ti­sche Platt­form durch die Hin­ter­tür mit den Mit­teln des Ver­eins­rechts ver­bo­ten wer­den kann, ver­kommt das Grund­recht der Pres­se­frei­heit zur Maku­la­tur…” Gast­bei­trag von Ange­la Fur­ma­ni­ak vom 27.08.2019 bei Netz­po­li­tik externer Link – Ange­la Fur­ma­ni­ak ist Rechts­an­wäl­tin und Fach­an­wäl­tin für Straf­recht. Sie lebt in Frei­burg und ver­tritt zwei der Betrof­fe­nen im Ver­bots­ver­fah­ren gegen „links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org“ vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt.
  • Nach Ein­stel­lung der Ver­fah­ren: Das Ver­bot von „linksunten.indymedia“ ist zwei­fel­haf­ter denn je
    “… Rechts­an­wäl­tin Pie­trzyk sag­te der „taz“ externer Link, das Ver­bot kön­ne, wenn es vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tigt wer­de, zukünf­tig auch ande­re tref­fen: „Den Betrei­bern von Open-Pos­ting-Platt­for­men wird sich die Fra­ge stel­len: Wie stark müs­sen wir mode­rie­ren, um nicht ver­bo­ten zu wer­den? Was darf dann noch ein Blog, was darf eine nicht renom­mier­te Online­zei­tung, was darf ein Forum? Das öff­net Tür und Tor für Zen­sur. Wenn man Pres­se­frei­heit als Säu­le unse­rer Demo­kra­tie ver­steht – da wird ganz schön dran gesägt.“ (…) Wenn der Staat Publi­ka­tio­nen ver­bie­ten kann, ohne die eigent­lich gebo­te­ne ver­fas­sungs­recht­li­che Abwä­gung über­haupt vor­zu­neh­men, dann ist der Schritt zu einer staat­li­chen Zen­sur durch die Hin­ter­tür nicht mehr weit. Wenn jede Web­sei­te über ihre tat­säch­li­chen oder ver­meint­li­chen Betrei­ber zum „Ver­ein“ erklärt und ver­bo­ten wer­den kann, dann nützt die Pres­se­frei­heit im Zwei­fels­fall nicht mehr viel. (…) Eine inhalt­li­che Abwä­gung könn­te außer­dem immer noch zu dem Ergeb­nis kom­men, das es sich eben nicht um Ange­bo­te han­delt, die den Schutz des Grund­ge­set­zes ver­die­nen, weil sie mehr­heit­lich zu Straf­ta­ten, Hass und Gewalt auf­ru­fen. Aber eine sol­che Prü­fung und ein ent­spre­chen­des pres­se­recht­li­ches Ver­bot wür­de dann zumin­dest mit offe­nem Visier ver­han­delt wer­den müs­sen – im Zwei­fels­fall vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt. Dem juris­ti­schen Taschen­spie­ler­trick, das­sel­be über das äußerst vage Ver­eins­recht zu errei­chen, soll­te das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig einen Rie­gel vor­schie­ben. Und Medi­en, die ihre Ange­bo­te auch in Zukunft von Art. 5 GG geschützt wis­sen wol­len, soll­ten sich dafür inter­es­sie­ren.” Kom­men­tar von Andrej Rei­sin vom 22. August 2019 bei Über­me­di­en externer Link
  • Anwäl­tin über Ver­bot von „Links­un­ten“: „Grund ist poli­ti­sches Inter­es­se“ 
    Im Inter­view von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 21. August 2019 bei der taz online externer Link begrün­det die Anwäl­tin Kris­tin Pie­trzyk ihre Ein­schät­zung u.a. wie folgt: “…Ich gehe davon aus, dass das Ver­bot eine Initia­ti­ve des Ver­fas­sungs­schut­zes war. In den Akten steht auch nichts von Ermitt­lun­gen des Innen­mi­nis­te­ri­ums, es ist dabei immer nur von „Erkennt­nis­sen des Ver­fas­sungs­schut­zes“ die Rede. Des­halb gehe ich davon aus, dass das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz in Wirk­lich­keit das Ver­fah­ren führt – das Innen­mi­nis­te­ri­um stellt dem Ver­fas­sungs­schutz nur sei­ne Exe­ku­tiv­be­fug­nis­se zur Ver­fü­gung. Damit macht es den Geheim­dienst zu einer Behör­de mit Poli­zei­be­fug­nis­sen und ver­stößt gegen das Tren­nungs­ge­bot. (…) Dahin­ter steht ein poli­ti­sches Inter­es­se. Bei Links­un­ten wur­den auch Nach­rich­ten ver­brei­tet, die die Main­stream­m­edi­en auf­ge­grif­fen haben, zum Bei­spiel über den geplan­ten Ari­er­nach­weis der Deut­schen Bur­schen­schaft. Das rückt vie­le alte Her­ren, die in der Deut­schen Bur­schen­schaft orga­ni­siert waren, oder auch Sym­pa­thi­san­ten der AfD in ein schlech­tes Licht. Mit Blick auf die per­so­nel­le Zusam­men­set­zung beim Innen­mi­nis­te­ri­um und Ver­fas­sungs­schutz ist es plau­si­bel, dass es dort Bestre­bun­gen gab, dem Por­tal den Gar­aus zu machen. (…) Es ist unstrit­tig, dass eini­ge der Bei­trä­ge sich für deren Verfasser*innen im straf­recht­lich rele­van­ten Bereich bewegt haben. Aber die Fra­ge ist: Wie groß war die­ser Anteil an der Gesamt­heit aller Bei­trä­ge? Das hat das Innen­mi­nis­te­ri­um gar nicht aus­ge­wer­tet. Es hat ein­fach 90 Bei­trä­ge aus­ge­druckt, die es für pro­ble­ma­tisch hält. Um pro­ble­ma­ti­sche Bei­trä­ge zu sper­ren gibt es aber ein von der EU vor­ge­schrie­be­nes Vor­ge­hen nach dem Tele­me­di­en­ge­setz. (…) Wenn das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt das Ver­bot für recht­mä­ßig befin­det, kann es auch ande­re tref­fen. Den Betrei­bern von Open-Pos­ting-Platt­for­men wird sich die Fra­ge stel­len: Wie stark müs­sen wir mode­rie­ren, um nicht ver­bo­ten zu wer­den? Was darf dann noch ein Blog, was darf eine nicht renom­mier­te Online­zei­tung, was darf ein Forum? Das öff­net Tür und Tor für Zen­sur. Wenn man Pres­se­frei­heit als Säu­le unse­rer Demo­kra­tie ver­steht – da wird ganz schön dran gesägt.”
  • »Indy­m­e­dia links­un­ten«: Ver­fah­ren ein­ge­stellt /​Das Ver­bot muss gekippt wer­den 
    Knapp neun Jah­re exis­tier­te die Inter­net­platt­form »Indy­m­e­dia links­un­ten« – bis sie im August 2017 vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um mit dem Mit­tel des Ver­eins­ge­set­zes ver­bo­ten wur­de. Die danach ein­ge­lei­te­ten Straf­ver­fah­ren wur­den nun ein­ge­stellt, gab die Karls­ru­her Staats­an­walt­schaft gegen­über »nd« bekannt. Die für poli­ti­sche Straf­ver­fah­ren zustän­di­ge Staats­an­walt­schaft hat­te wegen Ver­sto­ßes gegen das Ver­eins­ge­setz und ande­rer Straf­tat­be­stän­de meh­re­re Ver­fah­ren ein­ge­lei­tet, konn­te jedoch inner­halb von knapp zwei Jah­ren kei­nen kon­kret Tat­ver­däch­ti­gen ermit­teln…” Arti­kel von Niels Sei­bert vom 19.08.2019 beim ND online externer Link – sie­he dazu 2 ers­te Kom­men­ta­re:
    • Ver­fah­ren gegen Links­un­ten ein­ge­stellt. Das Ver­bot muss gekippt wer­den
      Elf Straf­ver­fah­ren sind ein­ge­stellt. Der nächs­te Schritt muss sein, das Ver­bot der links­ra­di­ka­len Platt­form zu kip­pen. Sonst droht ein Prä­zen­denz­fall. Auf den ers­ten Blick wirk­te die Nach­richt bahn­bre­chen­der, als sie ist: Elf Straf­ver­fah­ren in der Sache „Linksunten.Indymedia-Verbot“ wur­den ein­ge­stellt. Das ist ohne Zwei­fel eine gute Nach­richt, sogar eine sehr gute, aber nicht die ent­schei­den­de in der gan­zen Ange­le­gen­heit. Denn über das Ver­bot der links­ra­di­ka­len Inter­net­platt­form, wel­ches das Innen­mi­nis­te­ri­um im August 2017 aus­ge­spro­chen hat, ist noch nicht ent­schie­den. Die Straf­ver­fah­ren, die nun ein­ge­stellt wur­den, rich­te­ten sich gegen unbe­kannt und gegen drei Freiburger*innen, bei denen im Zuge des Ver­bots Raz­zi­en durch­ge­führt wor­den waren. (…) Nun hat die Karls­ru­her Staats­an­walt­schaft ein­ge­räumt, dass gegen die Beschul­dig­ten nicht genug vor­liegt. Eine kla­re Vor­stel­lung davon, wer zum ver­meint­li­chen Ver­ein gehö­ren soll, haben offen­bar weder das Innen­mi­nis­te­ri­um noch die Staats­an­walt­schaft. Und die bei den Raz­zi­en beschlag­nahm­ten Spei­cher­me­di­en sind auch nach zwei Jah­ren in der Asser­va­ten­kam­mer noch ver­schlüs­selt. (…) Der nächs­te logi­sche Schritt wäre jetzt, sich das Ver­bot vor­zu­neh­men – und zu kip­pen. Das muss das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig machen, dort ist die Kla­ge dage­gen anhän­gig. Den Richter*innen muss klar sein, dass sie einen Prä­ze­denz­fall schaf­fen, wenn sie das Ver­bot auf­recht­erhal­ten. Ein unlieb­sa­mes Web­por­tal, ein Blog, ein lin­kes Zen­trum, eine Nach­bar­schafts­in­itia­ti­ve wäre künf­tig dann viel­leicht schnel­ler als ver­fas­sungs­feind­li­cher Ver­ein ein­ge­stuft, als man denkt. Anstatt jetzt wei­ter gegen poten­zi­el­le Ver­eins­mit­glie­der oder Sympathisant*innen des Por­tals zu ermit­teln, wäre eine Ent­schul­di­gung sei­tens des Innen­mi­nis­te­ri­ums ange­bracht. Nicht nur gegen­über den mut­maß­li­chen Betreiber*innen, son­dern gegen­über der Öffent­lich­keit…” Kom­men­tar von Katha­ri­na Schip­kow­ski vom 20.8.2019 bei der taz online externer Link
    • Ein ers­ter Erfolg – die Haupt­auf­ga­be bleibt: Weg mit dem links­un­ten-Ver­bot!
      Kom­men­tar vom 19. August 2019 bei Theo­rie als Pra­xis externer Link, gestützt auf den ND-Arti­kel
  • Ein­griff in die Pres­se­frei­heit. Das Ver­bot des lin­ken Medi­en­por­tals «Indy­m­e­dia links­un­ten» wird 2020 gericht­lich geprüft 
    Am 14. August 2017 hat das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um das Ver­bot der Medi­en­platt­form «Indy­m­e­dia links­un­ten» ver­fügt und elf Tage spä­ter bekannt gege­ben – zeit­gleich fan­den in Frei­burg Raz­zi­en in einem lin­ken Zen­trum und bei ver­meint­li­chen Betrei­bern der Inter­net­sei­te statt. Die Betrof­fe­nen wur­den von den Behör­den förm­lich als Mit­glie­der eines Ver­eins ein­ge­stuft, um mit­hil­fe des Ver­eins­ge­set­zes gegen das lin­ke Pro­jekt vor­ge­hen zu kön­nen. Aber das Ver­bot ist bis heu­te noch nicht bestands­kräf­tig, weil die Beschul­dig­ten dage­gen Kla­ge ein­ge­reicht haben. Inzwi­schen hat der 6. Senat des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts in Leip­zig das Ver­fah­ren über­nom­men, der mitt­ler­wei­le auch für das Sach­ge­biet des Ver­eins­rechts zustän­dig ist. Aber kon­kre­te Ver­hand­lungs­ter­mi­ne sind noch nicht fest­ge­legt. «Der 6. Senat berei­tet die sehr kom­ple­xe Sache der­zeit vor und strebt eine Ter­mi­nie­rung im ers­ten Quar­tal des Jah­res 2020 an», so die Pres­se­stel­le des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts gegen­über «nd». Die Rechts­an­wäl­tin Kris­tin Pie­trzyk hat die Kla­ge gegen das Ver­bot ein­ge­reicht: «Ins­be­son­de­re wird von­sei­ten der Klä­ger the­ma­ti­siert wer­den, dass das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern mit den Mit­teln des Ver­eins­rechts gegen eine Open-Pos­ting-Platt­form vor­ge­gan­gen ist, die voll­um­fäng­lich dem Schutz der Pres­se­frei­heit unter­fällt und hier­zu kei­ner­lei Abwä­gung vor­ge­nom­men wur­de. Gleich­zei­tig sind wir der Mei­nung, dass auch die vom Ver­eins­ge­setz nor­mier­ten Ver­bots­grün­de nicht vor­lie­gen», erklärt sie gegen­über «nd». Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt muss also den schwe­ren Ein­griff in die Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit ein­ge­hend prü­fen. Das «kom­ple­xe» Gerichts­ver­fah­ren wird inso­fern auch zei­gen, wie es um den Schutz der Pres­se in Deutsch­land bestellt ist. (…) Aber der von Indy­m­e­dia vor­an­ge­stell­te Hin­weis: »Wir sind bald wie­der zurück …« hat sich nicht bewahr­hei­tet. Dabei ist eine Inter­net­sei­te eigent­lich nicht zu ver­bie­ten, wie ver­gan­ge­ne Fäl­le zei­gen. Mit mas­sen­haf­ter Spie­ge­lung weh­ren sich Inter­net­ak­ti­vis­ten gegen staat­li­che Ein­grif­fe: Sie machen eine Löschung unmög­lich, indem sie die inkri­mi­nier­te Sei­te hun­dert­fach ins Inter­net stel­len. Aber dazu ist es bei »Indy­m­e­dia links­un­ten« nicht gekom­men. So wur­de zwar eine wei­te­re straf­recht­li­che Ver­fol­gung ver­hin­dert, aber womög­lich auch grö­ße­re Soli­da­ri­tät.” Arti­kel von Niels Sei­bert vom 13.08.2019 beim ND online externer Link, sie­he dazu das Inter­view mit der Anwäl­tin Kris­tin Pie­trzyk:
  • 2 Jah­re Ver­bots­ver­fü­gung gegen Indy­m­e­dia links­un­ten
    Vor zwei Jah­ren hat das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um die lin­ke Inter­net­platt­form Indy­m­e­dia links­un­ten ver­bo­ten. Die Sei­te wur­de zum Ver­ein erklärt und mit­tels des Ver­eins­rechts ver­bo­ten. Im Zuge des­sen kam es zu Durch­su­chun­gen bei den angeb­li­chen Betrei­be­rIn­nen von Indy­m­e­dia links­un­ten. Das Ver­bot sorg­te für viel Kri­tik bei Jour­na­lis­tIn­nen, Juris­tIn­nen und Akti­vis­tIn­nen. Das Ver­bot ist bis heu­te nicht bestands­kräf­tig, weil die Beschul­dig­ten dage­gen Kla­ge ein­ge­reicht haben. Wie es um die­se Kla­ge steht und wel­che Aus­wir­kun­gen das Ver­bot von Indy­m­e­dia links­un­ten hat, dar­über spra­chen wir heu­te Mor­gen mit der Anwäl­tin Kris­tin Pie­trzyk.” Inter­view vom 14. August 2019 bei Radio Corax externer LinkAudio Datei
  • Indy­m­e­dia-Ver­bot: Wenn die “Sturm­ge­schüt­ze der Demo­kra­tie” schwei­gen. 
    Zum zwei­ten Jah­res­tag des Ver­bots der Platt­form Indymedia.linksunten wur­den Grün­de dis­ku­tiert, war­um die Oppo­si­ti­on dage­gen nicht grö­ßer ist (…) Nun wür­den der Deutsch­land­funk und die libe­ra­len Medi­en doch Beden­ken äußern, wenn ein nicht unwich­ti­ges Forum der außer­par­la­men­ta­ri­schen Lin­ken in der Tür­kei, in Russ­land oder Polen nach dem poli­ti­schen Ver­eins­recht ver­bo­ten wird. Zum Jah­res­tag des Ver­bots von Indy­m­e­dia-Links­un­ten kam kein kri­ti­scher Bei­trag im Deutsch­land­funk und auch die Heri­bert Prantls und Clau­dia Roths die­ser Repu­blik, die doch immer schnell mora­lisch erreg­bar sind, wenn sie irgend­wo Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen wit­tern, schwie­gen auch. Dabei ist das Ver­bot noch nicht gerichts­fest, weil die Per­so­nen, die beschul­digt wer­den, mit Indy­m­e­dia-Links­un­ten dage­gen kla­gen. Auf einer Ver­an­stal­tung in Ber­lin externer Link wur­de über die Geschich­te von Indy­m­e­dia und den Umgang mit dem Ver­bot dis­ku­tiert. Die Jena­er Rechts­an­wäl­tin Kirs­tin Pie­trzyk, eine der Anwäl­tin­nen der Klä­ger gegen das Ver­bot, beton­te auf der Ver­an­stal­tung, dass es beson­ders fatal ist, dass mit­tels Ver­eins­recht Pres­se ver­bo­ten ist. Da sind die Ver­bots­schwel­len beson­ders nied­rig. Nach Ansicht der Anwäl­tin wäre aller­dings das Tele­me­di­en­ge­setz für ein Medi­um wie Indy­m­e­dia Links­un­ten zustän­dig. Dann wäre nicht der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter zustän­dig, son­dern die Län­der­me­di­en­an­stal­ten. Zudem hät­te nicht das gesam­te Medi­um, son­dern nur ein­zel­ne inkri­mi­nier­te Tex­te gesperrt wer­den dür­fen. Als beson­ders fatal bezeich­net es Pie­trzyk, dass noch immer kein Ter­min für die Kla­ge gibt. Er war für Janu­ar 2018 ter­mi­niert, wur­de ver­scho­ben und soll­te jetzt in der ers­ten Hälf­te 2019 statt­fin­den. Einen kon­kre­ten Ter­min gibt es aber noch nicht. Trotz­dem wur­de das Ver­bot “sofort voll­zieh­bar” erklärt. Das bedeu­tet nicht nur, dass die Platt­form zer­stört wur­de, son­dern auch, dass ein posi­ti­ver Bezug dar­auf kri­mi­na­li­siert wer­den kann. Pie­trzyk kri­ti­siert mit Recht, dass ein Groß­teil der Medi­en, die über das Indy­m­e­dia-Links­un­ten-Ver­bot berich­te­ten, sich nicht die Fra­ge gestellt haben, dass damit auch sie ange­grif­fen wer­den, weil sie auch ein Teil der Pres­se sind. (…) Nun sind bei der Fra­ge nach der Soli­da­ri­tät mit Indy­m­e­dia-Links­un­ten nicht nur die Medi­en, son­dern auch die Nut­zer ange­spro­chen, also die Men­schen, die dort unter­schied­li­che Tex­te ver­öf­fent­licht haben. Schließ­lich war es das Prin­zip von Indy­m­e­dia, die Tren­nung in Sen­der und Emp­fän­ger auf­zu­he­ben und kei­ne Redak­ti­on als Fil­ter mehr dazwi­schen zu schal­ten. (…) Die Geschich­te von Indy­m­e­dia war von Anfang an auch eine Geschich­te der staat­li­chen Repres­si­on gegen das Medi­um, das als gefähr­lich ein­ge­stuft wur­de, weil es Nach­rich­ten fast in Echt­zeit ver­brei­ten konn­te. Neben der Repres­si­on, für die das Ver­bot von Indy­m­e­dia Links­un­ten ein wich­ti­ges Bei­spiel ist, setz­te auch die Inte­gra­ti­on ein. Bür­ger­jour­na­lis­mus wur­de plötz­lich auch von gro­ßen Medi­en pro­pa­giert, hat­te aber nicht viel mit der Vor­stel­lung von Indy­m­e­dia zu tun. Wäh­rend es dort um ein Medi­um zur Ver­än­de­rung der Gesell­schaft ging, hat Bür­ger­jour­na­lis­mus heu­te in der Regel einen gesell­schafts­sta­bi­li­sie­ren­den Fak­tor. Es wer­den dabei durch­aus ein­zel­ne Miss­stän­de auf­ge­grif­fen, aber struk­tu­rel­le Zusam­men­hän­ge aus­ge­blen­det. So zeigt auch die Geschich­te von Indy­m­e­dia, wie es den Staats­ap­pa­ra­ten gelingt, eman­zi­pa­to­ri­sche Ansät­ze zu inte­grie­ren und damit zu ent­schär­fen…” Arti­kel von Peter Nowak vom 15. August 2019 bei tele­po­lis externer Link
  • 3. Mai – Inter­na­tio­na­ler Tag der Pres­se­frei­heit: 19 The­sen zum links­un­ten-Ver­bot 
    Ende August 2017 wur­de das vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern (BMI) bereits am 14.8. unter Beru­fung auf Art. 9 II GG (Ver­eins­ver­bot) ver­füg­te Ver­bot des inter­net-Por­tals „linksunten.indymedia“ bekannt. War­um dies schon im aller­ers­ten Ansatz – und auch in den Fol­ge­schrit­ten – juris­ti­scher Unsinn, aber poli­tisch durch­aus eine erns­te Sache ist, wird im Fol­gen­den begrün­det. (…) Eine zusätz­li­che Dra­ma­tik erlangt von Ver­bot von „linksunten.indymedia“ durch fol­gen­den Umstand: Wür­de die Kon­struk­ti­on des BMI eines Medi­en­ver­bots im Wege eines Ver­eins­ver­bo­tes akzep­tiert, so wür­de dies nicht nur infor­mel­le Grup­pen wie links­un­ten, son­dern genau­so auch kom­mer­zi­el­le Pres­se­un­ter­neh­men betref­fen. (…) Das heißt: Soll­te sich das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern dazu ent­schlie­ßen, ein Pres­se­un­ter­neh­men als „ver­bo­ten“ im Sin­ne des Art. 9 II GG, § 3 Ver­einsG zu klas­si­fi­zie­ren, so wären auch des­sen Zei­tun­gen mit einem Schlag ver­bo­ten. Wie im Fal­le von links­un­ten hät­te auch in einem sol­che Fall eine Kla­ge gegen die Ver­fü­gung kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung, wenn das BMI (wie im Fal­le von links­un­ten gesche­hen) sofor­ti­ge Voll­zie­hung anord­net – die auf­schie­ben­de Wir­kung müß­te viel­mehr zusätz­lich bei Gericht bean­tragt wer­den (und wür­de dann gewährt oder auch nicht)…” Juris­ti­sche Kri­tik am links­un­ten-Ver­bot von Det­lef Geor­gia Schul­ze , einem/​r Kol­la­te­ral­be­trof­fe­nen des Ver­bots, in einer aktua­li­sier­ten Fas­sung zum 3. Mai 2019. Sie­he dazu auch den Auf­ruf:
    • 3. Mai: Inter­na­tio­na­ler Tag der Pres­se­frei­heit: links­un­ten-Ver­bot auf­he­ben – Straf­ver­fah­ren ein­stel­len!
      Aus Anlass des Inter­na­tio­na­len Tages der Pres­se­frei­heit for­dern der Jour­na­list Peter Nowak, der Blog­ger Achim Schill und der/​die Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rIn Det­lef Geor­gia Schul­ze das Ver­bot von linksunten.indymedia auf­zu­he­ben und das gegen sie selbst lau­fen­de Straf­ver­fah­ren ein­zu­stel­len. (…) Des­halb kann es heu­te nur eine For­de­rung geben: Das Ver­bot von linksunten.indymedia sofort auf­he­ben! Und ab mor­gen for­dern wir wie­der: Das Straf­ver­fah­ren gegen uns ein­zu­stel­len, denn wir haben kein „Vereins“-„Kennzeichen“ ver­wen­det, son­dern ein – vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um aus­ge­spro­che­nes – Ver­bot eines ver­meint­li­chen „Ver­eins“ bild­lich zitiert. Es gibt aber kei­ne Norm, die das bild­li­che Zitie­ren von Ver­bots­ver­fü­gun­gen des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums unter Stra­fe stel­len wür­de!Erklä­rung vom 3. Mai 2019 doku­men­tiert bei Tho­mas True­ten externer Link
  • #tag(((i))), Sams­tag vor den Pro­zes­sen am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig: Soli­da­ri­tät mit links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org: Betrof­fen sind eini­ge, gemeint sind wir alle! 
    Im August 2017 wur­de links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org vom Innen­mi­nis­te­ri­um ver­bo­ten. Damit wur­de uns, der deutsch­spra­chi­gen radi­ka­len Lin­ken, eine ihrer bedeu­tens­ten Inter­nett­platt­for­men genom­men. Wir sehen die­ses Ver­bot nicht als iso­lier­tes Ereig­nis, son­dern als Aus­druck des gesell­schaft­li­chen Rechts­rucks und als Angriff auf uns alle! Des­halb rufen wir alle Genoss*innen und Gefährt*innen auf, sich an unse­rer Kam­pa­gne zum Tag (((i))) zu betei­li­gen und sich soli­da­ri­sche Aktio­nen gegen das Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org zu über­le­gen. Lasst uns den Tag (((i))) in einen Tag des Wider­stan­des ver­wan­deln! (…) Wir wol­len und kön­nen nicht hin­neh­men, dass all das unbe­ant­wor­tet bleibt. Des­halb rufen wir alle Genoss*innen und Gefährt*innen dazu auf, sich an unse­rer Kam­pa­gne zum Tag (((i))), dem Sams­tag vor den Pro­zes­sen am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig, zu betei­li­gen. Dafür wer­den wir eine bun­des­wei­te Demons­tra­ti­on in Leip­zig orga­ni­sie­ren, um unse­re Soli­da­ri­tät mit links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org aus­zu­drü­cken und uns gegen das Ver­bot zur Wehr zu set­zen. Baut soli­da­ri­sche Netz­wer­ke auf, setzt euch mit uns in Kon­takt und lasst uns gemein­sam zei­gen, dass wir nicht gewollt sind, die­se Zustän­de wei­ter mit­zu­tra­gen! Lasst uns den Tag (((i))) in einen Tag des Wider­stan­des ver­wan­deln!Auf­ruf von links​un​ten​.soli​grup​pe​.org am 06.01.2019 bei indy­m­e­dia externer Link, sie­he auch die Soli­sei­te externer Link selbst
  • Bro­schü­re zum Ver­bot von Indy­m­e­dia links­un­ten von Rote Hil­fe e.V. 
    Die Rote Hil­fe e.V. hat eine Bro­schü­re zum Ver­bot der lin­ken Medi­en­platt­form Indy­m­e­dia links­un­ten ver­öf­fent­licht. Dar­in wird das Ver­bot und der Umgang damit aus drei Per­spek­ti­ven betrach­tet. Im ers­ten Bei­trag schrei­ben die Rechtsanwält*innen der Betrof­fe­nen aus juris­ti­scher Per­spek­ti­ve. Das zwei­te Kapi­tel, ver­fasst vom Bun­des­vor­stand der Roten Hil­fe, befasst sich mit der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung um das Ver­bot. Im drit­ten Bei­trag legen Betrof­fe­ne der Ver­bots­ver­fü­gung dar, was lin­ke Medi­en aus­zeich­net und war­um die­se wei­ter­hin not­wen­dig sind. Außer­dem beinhal­tet die Bro­schü­re eine Chro­nik der Repres­si­on und Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu dem Spit­zel, der die Medienaktivist*innen aus­spio­nier­te. Das Heft kann über den Lite­ra­tur­ver­trieb der Roten Hil­fe (literaturvertrieb@​rote-​hilfe.​de), gegen Erstat­tung der Ver­sand­kos­ten, bezo­gen wer­den. Aus­ser­dem ist es online als PDF ver­füg­bar externer Link
  • Kein Kuscheln mit dem Gewalt­ap­pa­rat. Soli­da­ri­tät mit indymedia.linksunten 
    Seit mehr als einem Jahr ist ein links­plu­ra­lis­ti­sches Online­ma­ga­zin ver­bo­ten. Nicht in der Tür­kei, in Kuba, Russ­land oder Vene­zue­la. In Deutsch­land ist die Online-Platt­form indymedia.linksunten seit Ende August 2017 abge­schal­tet. (…) Auch von den links­li­be­ra­len und gewerk­schaft­li­chen Spek­tren in Deutsch­land gab es kaum Soli­da­ri­tät. Wäre eine kri­ti­sche Online-Platt­form in Vene­zue­la, Russ­land oder Kuba abge­schal­tet wor­den, wäre die Zahl der Kri­ti­ke­rIn­nen hier­zu­lan­de ver­mut­lich groß, die Pres­se­frei­heit anmah­nen wür­den. Doch, wenn in Deutsch­land eine lin­ke Online­platt­form abge­schal­tet wird, schwei­gen die Heri­bert Prantls und Clau­dia Roths die­ser Repu­blik, die sonst dau­er­em­pört sind über all die Übel die­ser Welt. Das liegt auch an die Ein­tei­lung in Medi­en­ak­ti­vis­tIn­nen und „rich­ti­ge Jour­na­lis­tIn­nen“. So muss­ten die Kol­le­gIn­nen, die bei den G20-Pro­tes­ten in Ham­burg die Akkre­di­tie­rung ver­lo­ren haben oder gar nicht beka­men, immer beto­nen, dass sie ‚rich­ti­ge’ Jour­na­lis­tIn­nen sind, damit sie als Opfer von staat­li­cher Repres­si­on aner­kannt wur­den. Gera­de die links­li­be­ra­le Kri­tik ver­langt „rich­ti­ge“, d.h. durch Staats­ap­pa­ra­te beglau­big­te und durch Pres­se­aus­wei­se legi­ti­mier­te Jour­na­lis­tIn­nen. Wer dies nicht ist, hat oft weni­ge Chan­cen, Gegen­stand links­li­be­ra­ler Soli­da­ri­tät zu wer­den, wenn er nicht in Kuba, Vene­zue­la oder Russ­land aktiv ist. (…) Die Staats­in­stan­zen sind im Fall von indymedia.linksunten gar nicht erst in Erklä­rungs­nö­te gekom­men, weil die Pro­tes­te gegen das Ver­bot so klein geblie­ben sind. Das ist kein gutes Zei­chen, wenn man bedenkt, dass in Zukunft die Gren­zen der Lega­li­tät noch enger gezo­gen wer­den könn­ten.Arti­kel von Peter Nowak in der Gras­wur­zel­re­vo­lu­ti­on vom Novem­ber 2018 externer Link
  • Stel­lung­nah­me: Gesell­schaft für Frei­heits­rech­te kri­ti­siert Ver­bot von Indy­m­e­dia Links­un­ten 
    “Das Ver­bot der Inter­net­platt­form Indy­m­e­dia Links­un­ten durch das Innen­mi­nis­te­ri­um war ein Miss­brauch des Ver­eins­rechts. Das kri­ti­siert die Gesell­schaft für Frei­heits­rech­te in einer Stel­lung­nah­me an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt. Dem­nach ist das Ver­bot auch einen Ver­stoß gegen die Medi­en­frei­heit. (…) Das Ver­eins­recht sei nicht anwend­bar, weil es sich um Medi­en­in­hal­te han­de­le, argu­men­tiert die GFF in dem 32-sei­ti­gen Schrei­ben an die Rich­ter. „Hier gilt der von den Län­dern geschlos­se­ne Rund­funk­staats­ver­trag, der auch die Auf­sicht über Online-Medi­en regelt“, erklärt Vor­stands­mit­glied Dr. Boris Burg­hardt in einer Pres­se­mit­tei­lung. (…)Gegen etwai­ge rechts­wid­ri­ge Inhal­te hät­te der Staat zunächst mit mil­de­ren Maß­nah­men vor­ge­hen müs­sen, anstatt die gesam­te Online-Platt­form zu ver­bie­ten, bemän­gelt jetzt die GFF. Denk­bar wären etwa Unter­las­sungs- und Sperr­ver­fü­gun­gen gewe­sen, wie sie der Rund­funk­staats­ver­trag vor­sieht. Juris­ti­sche Rücken­de­ckung bekommt die Orga­ni­sa­ti­on dabei von den Rich­tern des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te. „Der EGMR hat ent­schie­den, dass das voll­stän­di­ge Ver­bot einer gesam­ten Zei­tung die Frei­heit der Medi­en ver­letzt, unab­hän­gig davon, was ihr im Ein­zel­nen vor­ge­wor­fen wird“, erläu­tert Vor­stands­mit­glied Prof. Dr. Nora Markard. Daher sei das pau­scha­le Ver­bot unver­hält­nis­mä­ßig…” Bei­trag von Simon Rebi­ger vom 10. Sep­tem­ber 2018 bei Netz­po­li­tik externer Link, zu Details sie­he den Ami­cus Curiae Brief der GFF zum Ver­fah­ren 1 A 15.17 vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt vom 24. August 2018 externer Link
  • [25.08.] Wütend gegen Ver­bo­te – Akti­ons­tag anläss­lich des Jah­res­ta­ges der Raz­zi­en zum Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org 
    [25.08.] Wütend gegen Verbote – Aktionstag anlässlich des Jahrestages der Razzien zum Verbot von linksunten.indymedia.orgNach den Riots zum G20 von Ham­burg begann ein neu­er Feld­zug des deut­schen Staa­tes gegen „die Auto­no­men“. Zu Beginn der Repres­si­ons­kam­pa­gne ver­bot das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um im Som­mer 2017 die links­ra­di­ka­le Medi­en­platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org und ließ am 25. August meh­re­re Woh­nun­gen und das Auto­no­me Zen­trum KTS in Frei­burg im Breis­gau durch­su­chen. Seit­her exis­tiert die Web­site nicht mehr. Zahl­rei­che Ver­fah­ren lau­fen gegen die Maß­nah­men – der Staat wie­der­um strengt umfang­rei­che Ermitt­lun­gen gegen ver­meint­li­che kri­mi­nel­le Ver­ei­ni­gun­gen nach §129 aus der Regi­on an – Links­un­ten wur­de für sich auf der Basis des Ver­eins­ge­set­zes, also ver­wal­tungs­recht­lich ille­ga­li­siert. Die Zen­sur von Indy­m­e­dia links­un­ten ist ein wei­te­rer besorg­nis­er­re­gen­der Schritt in Rich­tung weni­ger Frei­hei­ten und mehr Kon­trol­le. Euro­pa­weit wer­den, wie zuletzt etwa in Frank­reich, Netzwerkdurchsuchungs‑, Poli­zei- und Zen­sur­ge­set­ze ein­ge­führt oder ver­schärft. Indy­m­e­dia links­un­ten, als einst revo­lu­tio­nä­res Werk­zeug sozia­ler Bewe­gun­gen, ver­schwand nicht klang­los und wird in der Idee so schnell nicht ster­ben. Zahl­lo­se wei­te­re Repres­si­ons­schlä­ge infol­ge der G20-Pro­tes­te zeig­ten schnell auf, wie sehr Platt­for­men die­ser Qua­li­tät feh­len und wie sehr der Staat nicht locker lässt um sich Rächen zu kön­nen. Nach der Zen­sur konn­ten die Leid­tra­gen­den öffent­li­cher Fahn­dungs­auf­ru­fe der Ham­bur­ger Poli­zei und über 80 Raz­zi­en im In- und Aus­land nur sel­ten sicht­bar auf­ein­an­der Bezug neh­men. Im deutsch­spra­chi­gen Raum wird es auch beson­ders seit seit der neu­en Ver­schär­fung der staat­li­chen Befug­nis­se in sozia­len Netz­wer­ken immer enger für auto­no­me Medi­en­po­li­tik im wei­tes­ten Sin­ne. Eine Repres­si­ons­stei­ge­rung gegen Lin­ke fin­det ganz im Ein­klang mit rech­ten und rechts­po­pu­lis­ti­schen For­de­run­gen statt und soll das Kapi­tal vor all­ge­gen­wär­ti­gem „Ter­ror“ schüt­zen. (…) Wir rufen soli­da­ri­sche Genoss*innen in Nah und Fern dazu auf mit gro­ßen, klei­nen, lau­ten und lei­sen Aktio­nen auf­zu­zei­gen, dass Zen­sur, wei­te­re frei­heits­feind­li­che Gesetz­ge­bun­gen und Poli­zei­maß­nah­men von uns weder geschluckt noch unbe­ant­wor­tet blei­ben wer­den…” Mehr­spra­chi­ger Auf­ruf zum Akti­ons­tag anläss­lich des Jah­res­ta­ges des Ver­bots von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org bei indy­m­e­dia externer Link
    • Pro­tes­te sol­len an Indy­m­e­dia erin­nern – Inter­na­tio­na­ler Auf­ruf zur Akti­on am 25. August 
      “Am 25. August 2017 ver­bot das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um die lin­ke Inter­net-Platt­form Indy­m­e­dia-Links­un­ten. Zum Jah­res­tag die­ser umstrit­te­nen Maß­nah­me sol­len nicht nur in Deutsch­land, son­dern auch in ande­ren Län­dern Men­schen gegen das staat­li­che Ver­bot pro­tes­tie­ren. »Soli­da­risch gegen Ver­bo­te – auf die Stra­ße am 25. August«, heißt es der­zeit in einem Auf­ruf, der in meh­re­ren Spra­chen in den sozia­len Netz­wer­ken ver­brei­tet wird. Die Platt­form sei zum ers­ten Ziel neu­er staat­li­cher Här­te gegen Lin­ke nach den G20-Pro­tes­ten im letz­ten Juni in Ham­burg gewor­den, heißt es dar­in. (…) Der Auf­ruf rich­tet sich aber nicht nur an die lin­ke Sze­ne. »Wir rufen soli­da­ri­sche Genoss*innen in Nah und Fern dazu auf, mit gro­ßen, klei­nen, lau­ten und lei­sen Aktio­nen auf­zu­zei­gen, dass Zen­sur, wei­te­re frei­heits­feind­li­che Gesetz­ge­bun­gen und Poli­zei­maß­nah­men von uns weder geschluckt noch unbe­ant­wor­tet blei­ben wer­den«, heißt es da. (…) Wäh­rend in den letz­ten Mona­ten zahl­rei­che Men­schen gegen die Ver­schär­fun­gen von Poli­zei­ge­set­zen in ver­schie­de­nen Lan­des­haupt­städ­ten wie Mün­chen und Düs­sel­dorf auf die Stra­ße gin­gen, blie­ben die Reak­tio­nen auf das Ver­bot der lin­ken Medi­en­platt­form bis­her ver­gleichs­wei­se über­schau­bar. Eine der grö­ße­ren Demons­tra­tio­nen fand mit knapp 700 Teilnehmer*innen weni­ge Wochen nach dem Ver­bot in Frei­burg statt. Auch jour­na­lis­ti­sche Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen wie die Deut­sche Journalist*innenunion haben bis­her zu dem Ver­bot der Platt­form geschwie­gen, was von eini­gen DJU-Mit­glie­dern in einem Offe­nen Brief scharf kri­ti­siert wur­de…” Bei­trag von Peter Nowak bei neu­es Deutsch­land vom 1. August 2018 externer Link
  • Wis­sen­schaft­ler für den Geheim­dienst. Der Fall «linksunten.indymedia» zeigt erneut: Aus Extre­mis­mus­for­schern wer­den gele­gent­lich VS-Mit­ar­bei­ter
    Schon in der Grün­dungs­pha­se von «linksunten.indymedia» war das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz an dem neu ent­ste­hen­den Pro­jekt inter­es­siert. Auch in den lau­fen­den Ermitt­lun­gen des Ver­bots­ver­fah­rens gegen die Medi­en­platt­form ist die Exper­ti­se die­ser Schnüf­fel­be­hör­de gefragt. Die wäh­rend einer Raz­zia bei Frei­bur­ger Akti­vis­ten erbeu­te­ten Doku­men­te wur­den von der Poli­zei dem Bun­des­amt zur wei­te­ren Aus­wer­tung über­las­sen. Einer der zustän­di­gen Ana­ly­ti­ker im Amt ist kein Gerin­ge­rer als der pro­mo­vier­te Poli­to­lo­ge Harald Bergs­dorf. Beschul­dig­te des «Indy­m­e­dia linksunten»-Verfahrens waren in den Akten auf sei­nen Namen gesto­ßen. (…) Bergs­dorf kann als eine exem­pla­ri­sche Figur für einen Typus von Extre­mis­mus­for­schern gel­ten, denen es in ihrer Vita mühe­los gelun­gen ist, zwi­schen staat­li­chen Behör­den, der Wis­sen­schaft und Medi­en hin und her zu wech­seln – und so die Gren­zen zwi­schen Wis­sen­schafts­frei­heit und beam­te­tem Ver­fol­gungs­auf­trag zu ver­wi­schen. Die­se Dreh­tür zwi­schen Innen­mi­nis­te­ri­um, Uni­ver­si­tät und Ver­fas­sungs­schutz dreht sich aber auch anders­her­um, wie die Vita von Armin Pfahl-Trau­gh­ber zeigt. Die­ser arbei­te­te lan­ge Jah­re als Refe­rats­lei­ter in der Abtei­lung Rechts­ex­tre­mis­mus im Köl­ner Bun­des­amt, bevor er 2004 Pro­fes­sor an der Hoch­schu­le für öffent­li­che Ver­wal­tung wur­de. Wer sich als Extre­mis­mus­for­scher inten­siv mit Nazis beschäf­tigt, erscheint alle­mal qua­li­fi­ziert, auch zu den Auto­no­men Stel­lung zu neh­men. (…) Wel­che Sozi­al­wis­sen­schaft­ler haben schon die Mög­lich­kei­ten wie die Extre­mis­mus­for­scher? Die­se kön­nen auf einen gan­zen Fun­dus von Mate­ri­al zugrei­fen, das geheim­dienst­lich und oft am Ran­de oder jen­seits der Lega­li­tät gesam­melt wur­de. Unwis­sen­schaft­lich und intrans­pa­rent erho­ben, weder veri­fi­zier­bar noch fal­si­fi­zier­bar und für den offe­nen wis­sen­schaft­li­chen Dis­kurs meist nicht frei­ge­ge­ben – es erüb­rigt sich, hier von Wis­sen­schaft zu spre­chen…” Arti­kel von Mar­kus Mohr vom 04.07.2018 beim ND online externer Link
  • Drei Zei­len für die Pres­se­frei­heit: Mit dem Ver­bot von »links­un­ten« wur­den Grund­rech­te ver­letzt 
    “Bei der Inter­net­platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org han­del­te es sich zwei­fel­los um eine Web­sei­te, die dem beson­de­ren Schutz der Pres­se­frei­heit unter­liegt. Obwohl hier ein Pres­se­me­di­um kom­plett ver­bo­ten wor­den ist, hält sich der bür­ger­recht­li­che Auf­schrei in Gren­zen. Allein schon aus der Per­spek­ti­ve des Grund­rechts­schut­zes wäre mehr demo­kra­ti­sche Empö­rung über das Ver­bot von­sei­ten der Pres­se und der kri­ti­schen Öffent­lich­keit gebo­ten. Das Tele­me­di­en­ge­setz regelt Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen für staat­li­che Ein­grif­fe gegen Ver­öf­fent­li­chun­gen im Inter­net. Die­se Grund­la­gen sind geschaf­fen wor­den, um sicher­zu­stel­len, dass bei ihrer Anwen­dung das hohe Gut der zu schüt­zen­den Grund­rech­te der Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit beach­tet wird. Im Ver­fah­ren gegen »links­un­ten« wur­de davon jedoch kein Gebrauch gemacht. Das Tele­me­di­en­ge­setz wird in der Ver­bots­ver­fü­gung des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums mit kei­nem Wort erwähnt. Die Ver­bots­ver­fü­gung wid­met sich der Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit in ledig­lich drei Zei­len der ins­ge­samt 91 Sei­ten umfas­sen­den Begrün­dung. Als Bele­ge für die ver­meint­lich straf­rechts­wid­ri­gen Zwe­cke der ver­bo­te­nen Ver­ei­ni­gung und deren ver­fas­sungs­feind­li­che Grund­hal­tung wer­den nur eini­ge weni­ge Arti­kel der gesam­ten Inter­net­platt­form ange­führt. Nicht gewür­digt wer­den Zehn­tau­sen­de von Demons­tra­ti­ons­auf­ru­fen, Erleb­nis­be­rich­ten, lin­ken Debat­ten­bei­trä­gen und Dis­kus­sio­nen. Sie spie­len in der Les­art des Innen­mi­nis­te­ri­ums kei­ne Rol­le. (…) Dass dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die recht­li­che und poli­ti­sche Pro­ble­ma­tik des Ver­fah­rens sehr bewusst ist, zeigt der Umstand, dass für die münd­li­che Ver­hand­lung gleich drei Sit­zungs­ter­mi­ne anbe­raumt wur­den. Die­se fin­den ab 15. Janu­ar 2019 im gro­ßen Saal des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts in Leip­zig statt.” Gemein­sa­mer Bei­trag der RA Sven Adam, Kris­tin Pie­trzyk und Ange­la Fur­ma­ni­ak bei neu­es Deutsch­land vom 30. Juni 2018 externer Link
  • Der Erfolg der Platt­form wur­de zum Pro­blem – Frei­bur­ger Lin­ke wer­den beschul­digt, »Indy­m­e­dia links­un­ten« betrie­ben zu haben
    “Ein Gespräch über ent­tarn­te Spit­zel, poli­ti­sche Zen­sur und das gesell­schaft­li­che Kli­ma in Zei­ten der AfD” mit drei Klä­ger aus Frei­burg im Breis­gau von Niels Sei­bert bei neu­es Deutsch­land vom 30. Juni 2018 externer Link: “… Was wer­fen Ihnen die Ermitt­lungs­be­hör­den vor? Ant­wort: Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um ist der Mei­nung, dass wir ver­ant­wort­lich wären für den Betrieb der Medi­en­platt­form »links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org«. Das geht aus der Ver­bots­ver­fü­gung her­vor, mit der das Minis­te­ri­um die­se Web­sei­te abschal­ten woll­te. Ob es straf­recht­li­che Vor­wür­fe gegen uns gibt, wis­sen wir noch nicht. Jedoch ist auf­grund einer par­la­men­ta­ri­schen Anfra­ge im baden-würt­tem­ber­gi­schen Land­tag bekannt, dass es in die­sem Zusam­men­hang ein lau­fen­des Ver­fah­ren der Staats­an­walt­schaft Karls­ru­he nach Para­graf 129 gibt, also wegen Mit­glied­schaft oder Unter­stüt­zung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung. Die Lan­des­re­gie­rung hat aber nicht mit­ge­teilt, gegen wel­che Grup­pe, geschwei­ge denn gegen wel­che Per­so­nen und wegen wel­chen kon­kre­ten Vor­wür­fen ermit­telt wird. (…) Soweit wir das über­bli­cken, kom­men fast alle Infor­ma­tio­nen von Geheim­diens­ten. Zen­tral sind drei Spit­zel­be­rich­te, die aus dem Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz stam­men. Dar­aus hat der Ver­fas­sungs­schutz Baden-Würt­tem­berg Behör­den­zeug­nis­se über die Betrof­fe­nen ange­fer­tigt, wor­in die­se Behaup­tung ein­fach auf­ge­stellt wird. Außer­dem wur­den noch Kom­men­ta­re, die laut Ver­fas­sungs­schutz eini­ge Frei­bur­ger Lin­ke auf »Indy­m­e­dia links­un­ten« ver­öf­fent­licht haben, als Begrün­dung für die Raz­zi­en her­an­ge­zo­gen. In die­sen Kom­men­ta­ren wur­den Per­so­nen als Mode­ra­to­rin­nen und Mode­ra­to­ren von »links­un­ten« denun­ziert. (…) Was ziem­lich schnell klar war ist, dass es irgend­wo einen Infor­man­ten oder eine Infor­man­tin gege­ben haben muss­te. Von drei öffent­li­chen »Indymedia«-Treffen, die alle schon Jah­re zurück­lie­gen, gibt es Spit­zel­be­rich­te in den Akten. Vie­le Leu­te waren natür­lich dar­an inter­es­siert her­aus­zu­fin­den, wer denn die Per­son ist, die die­se Berich­te geschrie­ben hat. Und das haben die Leu­te auch schnell her­aus­ge­fun­den. So wur­de ein Infor­mant oder Mit­ar­bei­ter des Bun­des­ver­fas­sungs­schut­zes ent­tarnt…”
  • [Radio­in­ter­view] linksunten.indymedia: Neue Kla­ge gegen BMI – Innen­mi­nis­te­ri­um miß­ach­tet “Tren­nungs­ge­bot” zwi­schen Poli­zei und Ver­fas­sungs­schutz
    “Das Ver­bot des angeb­li­chen Ver­eins linksunten.indymedia und die zahl­rei­chen dar­auf fol­gen­den Durch­su­chun­gen zie­hen eine lan­ge Rei­he an Pro­zes­sen, Kla­gen und Ver­fah­ren hin­ter sich. Je mehr über die Mass­nah­men bekannt wird, wel­che das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um (BMI) zur Voll­stre­ckung des Ver­bots ange­wen­det hat, des­to län­ger wird die Lis­te. Nun wur­de am 22. Juni 2018 eine erneu­te Kla­ge ver­fasst und die Ver­hand­lungs­ter­mi­ne vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (15., 16. und 17. Janu­ar 2019) bekannt gege­ben. Inzwi­schen wur­de näm­lich bekannt, dass das BMI das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz mit der Aus­wer­tung der im Ver­fah­ren beschlag­nahm­ten Unter­la­gen und noch immer nicht ent­schlüs­sel­ten Rech­nern beauf­tragt hat. Damit hat es gegen das soge­nann­ten Tren­nungs­ge­bot ver­stos­sen, wel­ches Poli­zei und Geheim­dienst seit den Erfah­run­gen im Natio­nal­so­zia­lis­mus eben von­ein­an­der tren­nen soll – im Fall des Ver­bots von linksunten.indymedia wur­de dies nach Erkennt­nis­sen der Kläger*innen über­schrit­ten…” Inter­view mit RA Ange­la Fur­ma­ni­ak Sven Adam am 26. Juni 2018 bei Radio Dreyeck­land externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: 14:55 Min.)
  • Pro­zess wegen linksunten.indymedia ter­mi­niert – und Kla­ge gegen das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um ein­ge­reicht
    „BVerwG ver­han­delt im Janu­ar 2019 Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org“ ist eine Pres­se­mi­tei­lung der RA-Kanz­lei Alex­an­der Hoff­mann vom 22. Juni 2018 externer Link zur Ter­mi­nie­rung der Ver­hand­lung, in der es zur Ter­mi­nie­rung und Ein­rei­chung einer Zusatz­kla­ge unter ande­rem heißt: „Vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (BVerwG) wird vom 15.01.2019–17.01.2019 an ins­ge­samt drei Ver­hand­lungs­ta­gen das Ver­bot des Nach­rich­ten­por­tals links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org ver­han­delt. “Wir gehen davon aus, dass das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt viel Zeit für die Beweis­auf­nah­me und Erör­te­rung der Rechts­la­ge ein­ge­plant hat, weil das Ver­fah­ren diver­se Pro­ble­me im Tat­sa­chen- und Rechts­be­reich auf­weist” schluss­fol­gert die Rechts­an­wäl­tin Kris­tin Pie­trzyk, die einen der von dem Ver­bot Betrof­fe­nen anwalt­lich ver­tritt, aus der außer­ge­wöhn­lich lan­gen Ter­mi­nie­rung. So sind bei­spiels­wei­se bis­lang im gesam­ten Ver­fah­rens­ver­lauf vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um kei­ner­lei Bewei­se für die Mit­glied­schaft der von dem Ver­bot Betrof­fe­nen in dem ver­meint­li­chen Ver­ein “linksunten.indymedia” vor­ge­legt wor­den. Unter­des­sen sind auch wei­te­re Maß­nah­men des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums (BMI) Gegen­stand gericht­li­cher Aus­ein­an­der­set­zun­gen rund um das Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org gewor­den. So hat unter Ver­ken­nung des sog. Tren­nungs­ge­bo­tes das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz mit der Aus­wer­tung der im Ver­bots­ver­fah­ren beschlag­nahm­ten Unter­la­gen und der noch immer nicht ent­schlüs­sel­ten Rech­ner beauf­tragt. “Wegen der Erfah­run­gen des Natio­nal­so­zia­lis­mus gilt in der Bun­des­re­pu­blik der Grund­satz, dass die Nach­rich­ten­diens­te über kei­ne exe­ku­ti­ven poli­zei­li­chen Befug­nis­se ver­fü­gen dür­fen” erläu­tert RA Sven Adam eines der wesent­li­chen Anlie­gen des Grund­ge­set­zes. “Das BMI über­lässt aber aus­ge­rech­net dem Ver­fas­sungs­schutz die inhalt­li­che Aus­wer­tung sämt­li­cher Unter­la­gen in einem Ver­eins­ver­bots­ver­fah­ren – eine Arbeit, die laut dem Ver­eins­ge­setz der Ver­bots­be­hör­de oder einer Poli­zei­be­hör­de aber gera­de kei­nem Geheim­dienst zuge­wie­sen ist.” Am 22.06.2018 wur­de daher auch eine Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin gerich­tet auf die Unter­las­sung der Aus­wer­tung durch das Bun­des­amt und die Rück­füh­rung der beschlag­nahm­ten Gegen­stän­de an das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um erho­ben…
  • Ver­bot von links­un­ten – Update und Aus­blick 
    “… Kurz zur Erin­ne­rung: Das Ver­bot von linksunten.indymedia durch das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um (BMI) war eine offen­sicht­lich vor­be­rei­te­te Reak­ti­on auf die Pro­tes­te in Ham­burg im Juli 2017. Am 25. August 2017 wur­de das Ver­bot bekannt­ge­ge­ben und Raz­zi­en bei den mut­maß­li­chen Unterstützer*innen der Platt­form und in dem lin­ken Frei­bur­ger Kul­tur­zen­trum KTS durch­ge­führt. (…) [Aus den Akten ist] erkenn­bar, dass min­des­tens eine Per­son des Ver­fas­sungs­schut­zes im Umfeld von links­un­ten aktiv war und an offe­nen Tref­fen teil­ge­nom­men hat. Somit lässt sich nicht klar fest­stel­len, inwie­fern einer oder meh­re­re der 60 ver­bots­be­grün­de­nen Arti­kel von Verfassungsschutzmitarbeiter*innen ver­fasst wur­den. Es stellt sich ein ähn­li­ches Pro­blem wie im ers­ten NPD-Ver­bots­ver­fah­ren: Wenn sich nicht mehr fest­stel­len lässt, wel­che Akti­vi­tä­ten durch den Staat­vor­ge­nom­men wur­den und wel­che Bürger*innen zuge­ord­net wer­den kön­nen, kann die Orga­ni­sa­ti­on auch nicht ver­bo­ten wer­den. Neben der mensch­li­chen Quel­le wur­den Obser­va­tio­nen, Stil­le SMS, Kame­ra­über­wa­chung, (gehei­me) Beschlag­nah­mung von E‑Mails und Post (auch von Anwält*innenpost) sowie Auto­wan­zen durch die Behör­den benutzt. (…) Die schrift­li­che Erwi­de­rung der ein­ge­reich­ten Kla­ge­be­grün­dung der Anwält*innen durch das BMI steht noch aus. Es wur­den aller­dings durch das BVerwG schon drei Sit­zungs­ta­ge ein­be­raumt: 15., 16. und 17. Janu­ar 2019. Dies stimmt einer­seits ver­hal­ten opti­mis­tisch, dass die Kla­ge nicht gleich abge­wie­sen wird und ermög­licht ande­rer­seits allen soli­da­ri­schen Per­so­nen eine brei­te Mobi­li­sie­rung für Pro­zess­be­ob­ach­tun­gen, beglei­ten­den Demons­tra­tio­nen und Aktio­nen. Ins­ge­samt haben die Betrof­fe­nen 40 Kla­gen gegen wei­te­re Maß­nah­men ein­ge­reicht, die in engem Zusam­men­hang mit dem Ver­bot ste­hen, wie bei­spiels­wei­se die Beschlag­nah­mung von Com­pu­tern und Mobil­te­le­fo­nen. Allein die Gerichts­kos­ten jeder Kla­ge belau­fen sich auf 485 Euro pro Kla­ge. Auch finan­zi­el­le Unter­stüt­zung ist daher wei­ter not­wen­dig.” Anony­mer Bei­trag vom 16. Juni 2018 bei indy­m­e­dia externer Link
  • [Radio- Inter­view] Wei­chen­stel­lung für Pres­se­frei­heit im Inter­net: Anwält*innen begrün­den Kla­ge gegen Ver­bot von linksunten.indymedia 
    In meh­re­rer Hin­sicht rechts­wid­rig sei das Vor­ge­hen des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums beim Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org gewe­sen. Das füh­ren die Anwält*innen der ver­meint­li­chen “Betrei­ber” der Inter­net­platt­form nun in ihrer Kla­ge­be­grün­dung aus. Das Innen­mins­te­ri­um hat­te Indy­m­e­dia Links­un­ten zu einem Ver­ein erklärt. Dar­auf­hin war die Platt­form ver­bo­ten und am 25. August 2017 – sozu­sa­gen zwi­schen dem G20 in Ham­burg und den Bun­des­tags­wah­len – waren die Woh­nun­gen der angeb­li­chen Ver­eins­mit­glie­der sowie die KTS durch­sucht wor­den. Die soge­nann­ten Ver­eins­mit­glie­der hat­ten vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Kla­ge gegen das Ver­bot ein­ge­reicht, zudem lau­fen Beschwer­den und Haupt­sa­che­ver­fah­ren bei den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten Frei­burg und Karls­ru­he. Die Anwält*innen sto­ßen jedoch in den Ver­fah­ren auf das Pro­blem, dass die Akten sehr unvoll­stän­dig sind. Ein Anzei­chen mehr, dass das Links­un­ten-Ver­bot auf recht­lich unhalt­ba­re Wei­se umge­setzt wur­de, wie Sven Adam als einer der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten im Inter­view erklärt.” Inter­view vom 05.04.2018 von Radio Dreck­land beim Audio­por­tal Frei­er Radi­os externer LinkAudio Datei. Sie­he zum Hin­ter­grund:
    • Links­ra­di­ka­le Platt­form Indy­m­e­dia klagt gegen Ver­eins­ver­bot
      Mit einer Kla­ge beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig ver­wei­sen zwei der mut­maß­li­chen Betrei­ber von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org auf den offe­nen Cha­rak­ter der Platt­form, die seit­her off­line ist. Sie ver­lan­gen, dass das Ver­eins­ver­bot des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums (BMI) für den lin­ken Sze­ne­treff “KTS” in Frei­burg wie­der auf­ge­ho­ben wird. (…) Mit einer Kla­ge, deren 156-sei­ti­ge Begrün­dung nun am Mitt­woch beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig ein­ge­gan­gen ist, ver­wei­sen zwei der mut­maß­li­chen Betrei­ber dage­gen auf den offe­nen Cha­rak­ter der Platt­form, die seit­her off­line ist. Sie ver­lan­gen, dass das Ver­bot wie­der auf­ge­ho­ben wird – und inter­es­san­ter Wei­se bestrei­ten sie gar nicht, dass die Nut­zer der Sei­te unge­hin­dert “Angrif­fe auf Bul­len­in­fra­struk­tur” oder “Sabo­ta­ge aller For­men von mili­tä­ri­scher Aus­rüs­tung” for­dern durf­ten; Äuße­run­gen, wel­che das Innen­mi­nis­te­ri­um als Bil­li­gung und öffent­li­ches Auf­for­dern zu Straf­ta­ten gewer­tet hat­te. (…) Ob das schon reicht, damit die Indy­m­e­dia-Betrei­ber sol­chen Äuße­run­gen weit­ge­hend frei­en Lauf las­sen und sich auf den Stand­punkt der Mei­nungs­frei­heit zurück­zie­hen durf­ten – ob also eine Debat­te für und wider Straf­ta­ten über­haupt Raum ver­dient -, sol­len nun die Leip­zi­ger Rich­ter ent­schei­den…” Arti­kel von Rei­ko Pin­kert und Ronen Stein­ke vom 4. April 2018 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Kla­gen gegen Ver­bot von indy­m­e­dia links­un­ten: Extrem dün­ne Fak­ten­la­ge 
    “… Nun, ein hal­bes Jahr spä­ter, nimmt der Kampf gegen das Ver­bot an Fahrt auf: Anhän­gig sind fünf Kla­gen vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig und mehr als 40 ver­schie­de­ne Ver­fah­ren in Frei­burg, Karls­ru­he und Mann­heim. Der­zeit berei­ten die Anwäl­tIn­nen der fünf Betrof­fe­nen die Begrün­dung der Kla­gen vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt vor, die bis Anfang April ein­ge­reicht wer­den sol­len, wie Sven Adam, einer der Anwäl­te, der taz sag­te. Nach­dem er kürz­lich Akten­ein­sicht bekom­men habe, sag­te Adam, sei klar: „Das Ver­bot ist ein fach­lich erbärm­li­cher Schnell­schuss.“ Die­ser sei vor allem poli­tisch moti­viert gewe­sen: „Das war offen­bar Wahl­kampf­ge­tö­se in Reak­ti­on auf G20 und im Vor­feld der Bun­des­tags­wahl.“ Die Klä­ge­rIn­nen wür­den das Ver­bot nun „umfas­send angrei­fen“. Kon­kret geht es um fünf Kla­gen vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt gegen die indi­vi­du­ell zuge­stell­ten Ver­bots­ver­fü­gun­gen. Dar­über hin­aus sind Beschwer­de­ver­fah­ren etwa wegen der Beschlag­nah­mung von Post, der Sicher­stel­lung von E‑Mail-Adres­sen und gegen die Haus­durch­su­chung bei den Betrof­fe­nen und bei einem links­ra­di­ka­len Zen­trum in Frei­burg anhän­gig, der KTS. (…) Wenn die Kla­ge­be­grün­dun­gen ein­ge­reicht sei­en, sei das Innen­mi­nis­te­ri­um wie­der am Ball: Es müs­se dann das Ver­bot ver­tei­di­gen. Sofern kei­ne der Par­tei­en von den jewei­li­gen Posi­tio­nen abwei­che, ste­he am Ende eine münd­li­che Ver­hand­lung in Leip­zig. Bis es dazu kommt, schätzt Adam, könn­ten aber gut und ger­ne zwei Jah­re ver­ge­hen.” Arti­kel von Patri­cia Hecht vom 6.3.2018 bei der taz online externer Link
  • 900 Euro Geld­stra­fe für ver­bo­te­nes lin­kes Logo. Amts­ge­richt Augs­burg ver­hängt Stra­fe für das Ver­wen­den von Sym­bo­len der ver­bo­te­nen Platt­form »Links­un­ten Indy­m­e­dia« 
    Das Amts­ge­richt Nürn­berg hat einen 22-Jäh­ri­gen zu einer Geld­stra­fe von 900 Euro ver­ur­teilt, weil er das Logo der ver­bo­te­nen links­ra­di­ka­len Inter­net­platt­form »links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org« ver­wen­det hat. Wie die »Augs­bur­ger All­ge­mei­ne« berich­tet, habe der Staats­schutz der Poli­zei das Logo im August auf der Face­book­sei­te des jun­gen Man­nes ent­deckt. Nur elf Tage zuvor war die links­ra­di­ka­le Platt­form vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um nach dem Ver­ein­ge­setz ver­bo­ten wor­den. Wie das Lokal­blatt wei­ter berich­tet, hat­te der 22-Jäh­ri­ge zunächst einen Straf­be­fehl erhal­ten und Ein­spruch gegen die­sen ein­ge­legt, wes­halb es nun zum Pro­zess kam…” Arti­kel von Robert D. Mey­er vom 24.01.2018 beim ND online externer Link – unse­res Wis­sens der ers­te Fall…
  • „Wie nach einem Wild­west-Über­fall“: Raz­zi­en und Ver­fah­ren gegen linksunten.indymedia 
    “Am 25. August mach­te Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re das ver­eins­recht­li­che Ver­bot der Inter­net­platt­form linksunten.indymedia bekannt. Am glei­chen Tag durch­such­te die Poli­zei das auto­no­me Zen­trum KTS sowie die Woh­nun­gen meh­re­rer angeb­li­cher Mit­glie­der des nun ver­bo­te­nen „Ver­eins“.” In einem Inter­view von Mat­thi­as Mon­roy vom 2. Janu­ar 2018 bei cil­ip 114 externer Link berich­te­te dar­über ein davon Betrof­fe­ner u.a. :”… Ja, die KTS sah aus wie nach einem Wild­west-Über­fall. Alle Schlös­ser waren zer­stört, die Tre­so­re aus der Wand geris­sen, alle Papie­re durch­ein­an­der, selbst die Kaf­fee­kas­sen wur­den mit­ge­nom­men. (…) Bemer­kens­wer­ter als das, was sich an zusam­men­ge­reim­ten „Erkennt­nis­sen“ in den Akten befin­det, sind die Sachen, die sich dort nicht fin­den. Kei­ne Innen­an­sich­ten des kon­stru­ier­ten Ver­eins, kei­ne tech­ni­schen Details der Web­sei­te oder gar Zuord­nun­gen ein­zel­ner Arti­kel zu ihren jewei­li­gen Autorin­nen und Autoren. Wenn die CDU mit die­sem Ver­bot Erfolg haben soll­te, dann kön­nen in Zukunft so ziem­lich alle poli­tisch unlieb­sa­men Web­sei­ten nach Ver­eins­recht ver­bo­ten wer­den. Völ­lig igno­riert wird in der Ver­bots­ver­fü­gung auch der Pres­se­cha­rak­ter der Platt­form. Auf linksunten.indymedia fand im bes­ten Sin­ne Jour­na­lis­mus von links und von unten statt und es ist – in demo­kra­ti­schen Kate­go­rien gedacht – ein Skan­dal, dass der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter als Pres­se­zen­sor agiert…”
  • Pres­se­frei­heit: “Das Ver­bot von Indy­m­e­dia hat­te poli­ti­sche Grün­de” 
    Die Inter­net­sei­te “linksunten.indymedia” wur­de als Ver­ein ver­bo­ten. Das ver­letzt die Pres­se­frei­heit, sagt eine Anwäl­tin der Betrof­fe­nen und spricht von Rechts­beu­gung. (…) Kris­tin Pie­trzyk ist eine der Anwäl­tin­nen der Beschul­dig­ten. Sie sagt, sie habe alle Akten dazu gese­hen, aber sie ver­ste­he nicht, war­um ihre Man­da­ten über­haupt belangt wer­den sol­len. Nir­gend­wo in den Ermitt­lungs­ak­ten gebe es ein­deu­ti­ge Hin­wei­se dar­auf, war­um das Innen­mi­nis­te­ri­um sie als Ver­eins­mit­glie­der und als Betrei­ber der Platt­form betrach­te. Pie­trzyk ver­sucht, das Pro­blem dabei mit einem Ver­gleich ver­ständ­li­cher zu machen: Die rechts­ter­ro­ris­ti­sche Grup­pe Frei­tal, gegen die der­zeit ein Straf­ver­fah­ren läuft, grün­de­te eine Face­book­sei­te. Auf der ver­öf­fent­lich­ten die Rechts­ex­tre­men ihre radi­ka­len Auf­ru­fe und Fotos. Wel­ches Mit­glied der Grup­pe Frei­tal was gepos­tet hat, konn­te bis­lang nicht fest­ge­stellt wer­den. Doch nie­mand sei auf die Idee gekom­men, des­we­gen Face­book zu ver­kla­gen, sagt Pie­trzyk. Dabei habe Face­book es ja auch mög­lich gemacht, anonym rechts­ter­ro­ris­ti­sche Het­ze zu ver­brei­ten. Die Sei­te der Grup­pe Frei­tal ste­he sogar bis heu­te unver­än­dert bei Face­book. (…) “Ich wür­de sagen, es gibt gar kei­nen Ver­ein Indy­m­e­dia. Ich fin­de, das ist Pres­se”, sagt auch Pie­trzyk, die dar­über beim Kon­gress des Cha­os Com­pu­ter Clubs in Leip­zig einen Vor­trag hielt. Das habe sogar das Innen­mi­nis­te­ri­um in den Akten zum Ver­fah­ren aner­kannt, sei dar­über jedoch anschlie­ßend hin­weg­ge­gan­gen. Die Sei­te sei ein­deu­tig von der Pres­se­frei­heit geschützt gewe­sen, sagt Pie­trzyk. Sie klagt daher gegen das Ver­eins­ver­bot vor ver­schie­de­nen Ver­wal­tungs­ge­rich­ten. Denn soll­te das Ver­bot Bestand haben, bedeu­te das im Umkehr­schluss, dass auch ande­re Medi­en­an­ge­bo­te über den Umweg des Ver­eins­rechts belangt wer­den könn­ten…” Arti­kel von Kai Bier­mann vom 29. Dezem­ber 2017 bei der Zeit online externer Link
  • Dis­kus­si­on um Linksunten.Indymedia Ver­bot: War Links­un­ten Ver­bot popu­lis­ti­sches Wahl­kampf­ma­nö­ver oder lan­ge abseh­bar? 
    “Am Don­ners­tag, den 30. Novem­ber, wur­de an der Frei­bur­ger Uni­ver­si­tät auf Ein­la­dung der Soli­grup­pe unab­hän­gi­ge Medi­en Frei­burg über das Ver­bot von Indy­m­e­dia Links­un­ten dis­ku­tiert. Im gut gefüll­ten Hör­saal nah­men die Rechts­an­wäl­tin Ange­la Fur­ma­ni­ak, die 2 Beschul­dig­te im Links­un­ten-Ver­fah­ren ver­tritt, Chris­ti­an Rath, Jour­na­list und rechts­po­li­ti­scher Kor­re­spon­dent (u.a. für die BZ und die TAZ), Moni­ka Stein von der Grü­nen Alter­na­ti­ve Frei­burg (GAF) und Prof. Dr. Albert Scherr vom Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie teil. Ins­be­son­de­re zwi­schen Podi­um und Publi­kum ent­wi­ckel­te sich eine mun­te­re Dis­kus­si­on. Radio Dreyeck­land ver­folg­te die Dis­kus­si­on. Zunächst erklärt Rechts­an­wäl­tin Ange­la Fur­ma­ni­ak war­um es ihrer Mei­nung nach gera­de Indy­m­e­dia Links­un­ten getrof­fen hat.” Mit­schnitt Radio Dreyeck­land vom 1. Dezem­ber 2017 externer LinkAudio Datei – Wir ver­wei­sen dazu auf die Demons­tra­ti­on am 16. Dezem­ber 2017 um 16 Uhr auf dem Rat­haus­platz in Frei­burg “Unse­re Soli­da­ri­tät gegen ihre Repres­si­on”
  • Poli­zei will Daten der Frei­bur­ger Stu­die­ren­den­schaft ent­schlüs­seln – aus frag­wür­di­gem Grund 
    Bei den Haus­durch­su­chun­gen zum Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org beschlag­nahm­te die Poli­zei Daten­trä­ger der Frei­bur­ger Stu­die­ren­den­ver­tre­tung. Obwohl kein Zusam­men­hang zum Platt­form­ver­bot erkenn­bar ist, ver­su­chen die Ermitt­ler wei­ter­hin, die Daten zu ent­schlüs­seln. Die Stu­die­ren­den gehen dage­gen nun gericht­lich vor. (…) Nach einem Hin­weis, dass die Daten­trä­ger zur VS gehör­ten und nichts mit links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org zu tun hät­ten, sei­en sie von der Poli­zei ohne Wei­te­res zurück­ge­ge­ben wor­den. Nicht jedoch, ohne vor­her eine Kopie anzu­fer­ti­gen. Laut der Stu­die­ren­den­ver­tre­tung ent­hielt eine Back­up-Fest­plat­te unter ande­rem die Daten aller 25.000 Stu­die­ren­den, Per­so­nal­da­ten, sämt­li­che Lohn­ab­rech­nun­gen, Kon­to­da­ten „aller Referent*innen und Ange­stell­ten seit der Wie­der­ein­füh­rung der VS im Jahr 2013“ sowie Bil­der uni­ver­si­tä­rer Pro­test­ak­tio­nen. (…) Die Ermitt­ler ver­su­chen, die Daten zu ent­schlüs­seln, obwohl sie kei­ne Anhalts­punk­te vor­brin­gen kön­nen, dass sie mit links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org im Zusam­men­hang ste­hen. Doch mit der Argu­men­ta­ti­on, ein Zusam­men­hang lie­ße sich nicht aus­schlie­ßen, könn­ten die Ermitt­ler jeden belie­bi­gen Daten­trä­ger beschlag­nah­men…” Bericht von Anna Bisel­livom 10.11.2017 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Ein Kom­men­tar zu links­un­ten indy­m­e­dia, dem Rechts­ruck und der Extre­mis­mus­theo­rie 
    links­un­ten indy­m­e­dia ist nicht ver­ges­sen! Das Ver­bot ist ein­ge­bet­tet in die aktu­el­le Ent­wick­lung in der Bun­des­re­pu­blik mit einer erstar­ken­den Rech­ten und bür­ger­li­chen Par­tei­en, die mit allen (ver­fehl­ten) Mit­teln und sinn­lo­sen Theo­rieg­bäu­den ver­su­chen, Ober­was­ser zu behal­ten. Um die­sen Kon­text des links­un­ten-Ver­bots geht es in unse­rem Kom­men­tar…” Kom­men­tar des Anar­chis­ti­schen Radi­os Ber­lin vom 14. Okto­ber 2017 externer LinkAudio Datei – sehr schön, aller­dings sehr drö­ge vor­ge­tra­gen – wohl am Vor­mit­tag auf­ge­nom­men…
  • Gegen die Kri­mi­na­li­sie­rung lin­ker Medi­en! 
    Gegen die Kriminalisierung linker Medien!Am 14. August 2017 ver­bot der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter die Inter­net­platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org. Zuvor hat­te der Ver­fas­sungs­schutz die Inter­net­sei­te zum „Sprach­rohr für die gewalt­ori­en­tier­te links­ex­tre­mis­ti­sche Sze­ne“ erklärt, um hier­für eine Begrün­dung zu lie­fern. Das letzt­lich am 25. August voll­zo­ge­ne Ver­bot ist ein Akt der Zen­sur und ein Angriff auf die Medi­en­frei­heit. Das kann und darf so nicht hin­ge­nom­men wer­den. (…) Soli­da­ri­tät – mit Indy­m­e­dia links­un­ten! Die Kri­mi­na­li­sie­rung von Indy­m­e­dia links­un­ten ist zunächst ein Angriff gegen die gesam­te Lin­ke. Sie ist dar­über hin­aus ein Ver­suchs­mo­dell, wie gegen unbe­que­men unab­hän­gi­gen Jour­na­lis­mus vor­ge­gan­gen wer­den kann. Es liegt an uns, Öffent­lich­keit und poli­ti­schen Druck zu erzeu­gen und die­sen Angriff gemein­sam zu beant­wor­ten. Wir for­dern die sofor­ti­ge Auf­he­bung der Ver­bots­ver­fü­gung gegen links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org!” Eine gemein­sa­me Erklä­rung am 26.09.17 bei rote hil­fe externer Link, getra­gen von vie­len Orga­ni­sa­tio­nen, u.a. Labour­Net Ger­ma­ny
  • Wir erin­nern an das Spen­den­kon­to für die Kla­gen gegen das Ver­bot und die Unter­stüt­zung der Betrof­fe­nen: Emp­fän­ger: Rote Hil­fe OG Stutt­gart, IBAN: DE66 4306 0967 4007 2383 13, BIC: GENODEM1GLS, Stich­wort: links­un­ten
  • War das Ver­bot von »Links­un­ten Indy­m­e­dia« etwa ver­bo­ten? Nach Abschal­tung des lin­ken Nach­rich­ten­por­tals arbei­ten Anwäl­tin­nen mit Hoch­druck
    “… Sowohl das Kon­strukt, gegen das im Auf­trag des Innen­mi­nis­te­ri­ums vor­ge­gan­gen wird, als auch die Art und Wei­se des Vor­ge­hens wecken größ­te Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit. Kon­stru­iert wird ein Ver­ein, der das inkri­mi­nier­te Por­tal betrei­be – »ein Ver­ein im Sin­ne des wei­ten Ver­eins­be­griffs des Ver­eins­ge­set­zes«, wonach es nicht auf die Rechts­form ankom­me, wie das Innen­mi­nis­te­ri­um am 26. August im Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter schrieb. »Dass eine Online-Platt­form, die nur Tech­nik zur Ver­fü­gung stellt, ver­eins­recht­lich ver­bo­ten wer­den kann, ist in mei­nen Augen ein­ma­lig«, sag­te am Diens­tag auf Anfra­ge die Lör­ra­cher Anwäl­tin Ange­la Fur­ma­ni­ak, die zwei von den Haus­durch­su­chun­gen betrof­fe­ne Per­so­nen ver­tritt. (…) Zur Begrün­dung des Ver­bots habe das Innen­mi­nis­te­ri­um eine »wil­de Samm­lung« von Zita­ten von »Indy­m­e­dia Links­un­ten« vor­ge­legt, berich­tet Fur­ma­ni­ak: »Sie haben sich über Jah­re ein paar Sachen raus­ge­pickt – einen ver­schwin­dend gerin­ger Teil all des­sen, was auf der Platt­form erschie­nen ist.« (…) Ähn­lich rechts­feh­ler­haft wie die­se Haus­durch­su­chun­gen erscheint die Durch­su­chung des poli­ti­schen Zen­trums KTS (Kul­tur­treff in Selbst­ver­wal­tung) in Frei­burg, das ver­schie­de­nen Grup­pen als Anlauf­stel­le dient. (…) Gegen die Durch­su­chungs­be­schlüs­se und die Beschlag­nah­mung der Gegen­stän­de wur­de mitt­ler­wei­le beim Ver­wal­tungs­ge­richt Frei­burg Beschwer­de ein­ge­legt. Gegen das Ver­eins­kon­strukt und die Unter­stel­lung, die im Ver­eins­ver­bot genann­ten Leu­te sei­en Teil die­ses Pseu­do-Ver­eins, wur­de Kla­ge beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ein­ge­reicht…” Bei­trag von Ralf Hut­ter bei neu­es Deutsch­land vom 6. Sep­tem­ber 2017 externer Link
  • #links­un­ten: Soli­da­risch zu sein, heißt: sich dem Ver­bot zu wider­set­zen 
    Auf­ruf an alle, die unter Klar­na­men (oder nicht-kon­spi­ra­ti­ven Pseud­ony­men) bei linksunten.indymedia publi­ziert haben und die Platt­form auch in Zukunft nicht mis­sen wol­len
    Wir rufen alle, die eben­so wir unter ihren Klar­na­men oder mit nicht-kon­spi­ra­ti­ven Pseud­ony­men bei linksunten.indymedia publi­ziert haben, auf, ihre Tex­te gesam­melt wie­der zugäng­lich zu machen bzw. als links­un­ten-Publi­ka­tio­nen zu ken­nen­zei­chen. Die­ser Auf­ruf rich­tet sich auch an – bei Ver­an­stal­tun­gen und Demons­tra­ti­ons­an­mel­dun­gen – offen auf­tre­ten­de poli­ti­sche Grup­pen. Wir haben links­un­ten als Publi­ka­ti­ons­or­gan geschätzt, weil wir damit Lese­rIn­nen erreicht konn­ten, die wir auf ande­re Wei­se wahr­schein­lich nicht hät­ten errei­chen kön­nen. Es ist jetzt an uns, die wir bis­her von links­un­ten pro­fi­tiert haben, soli­da­risch zu sein und deut­lich zu machen, daß links­un­ten nicht das ist, als was es jetzt vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Inne­ren hin­ge­stellt wird: ‚dem Wesen nach’ „den Straf­ge­set­zen zuwi­der“ und „gegen die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung gerich­tet
    “…” Der Auf­ruf “Wir beken­nen” vom 31. August 2017 externer Link
  • Kla­ge nach Ver­bot von »Links­un­ten«: Nach Angrif­fen des Innen­mi­nis­ters hof­fen Betrof­fe­ne auf deut­sche Jus­tiz 
    Nach dem Ver­bot der Inter­net­platt­form »links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org« durch Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­zière (CDU) haben Betrof­fe­ne recht­li­che Schrit­te ein­ge­lei­tet. Seit Diens­tag sind beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (BVerwG) Kla­gen »gegen das Kon­strukt eines Ver­eins bzw. des­sen Ver­bot« anhän­gig, wie die beauf­trag­ten Anwäl­te am Mitt­woch mit­teil­ten. Zudem sei beim Ver­wal­tungs­ge­richt (VG) Frei­burg »Beschwer­de gegen die Durch­su­chungs- und Beschlag­nah­me­maß­nah­men« durch die Poli­zei ein­ge­gan­gen. Gefor­dert wer­de die sofor­ti­ge Her­aus­ga­be per­sön­li­cher Gegen­stän­de. (…) »Uns ist nicht ersicht­lich, wie das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um die Ein­ord­nung als Ver­ein bele­gen will, geschwei­ge denn, was die Betrof­fe­nen der Durch­su­chun­gen damit zu tun haben sol­len«, erklär­te Rechts­an­walt Sven Adam aus Göt­tin­gen, der einen der Klä­ger recht­lich ver­tritt, gegen­über jW. Bei der Akten­ein­sicht soll auf­ge­klärt wer­den, »ob das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um das Ver­eins­recht miss­braucht, um sich eines unlieb­sa­men Nach­rich­ten­por­tals zu ent­le­di­gen, wel­ches selbst gar kei­ne Straf­tat­be­stän­de erfüllt hat«, so Adam. Auch das Frei­bur­ger Kul­tur­zen­trum KTS mach­te bekannt, dass ein LKA-Kom­man­do am Frei­tag gewalt­sam in sei­ne Räu­me ein­ge­drun­gen sei und dabei Geld und Gegen­stän­de habe mit­ge­hen las­sen. Eine Durch­su­chungs­an­ord­nung habe nicht vor­ge­le­gen…” Mel­dung in der jun­gen Welt vom 31.08.2017 externer Link – die Über­schrift ver­weist zurecht auf die in der Tat bestehen­de Iro­nie… Sie­he dazu die juris­ti­sche Ana­ly­se in der unten ste­hen­den Peti­ti­on:
  • [Peti­ti­on] Die gegen “linksunten.indymedia” erlas­se­ne Ver­bots­fü­gung umge­hend zurück­neh­men!
    Die Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­tags mögen dar­auf­hin­wir­ken, dass die vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Inne­ren, Herrn de Mai­ziè­re, am 14. August 2017 gegen die Inter­net­platt­form “linksunten.indymedia” erlas­se­ne Ver­bots­fü­gung umge­hend zurück­ge­nom­men wird. Sie dient nicht der Straf­ver­fol­gung, son­dern gefähr­det in einem ver­fas­sungs­recht­lich nicht tole­rier­ba­ren Maße die Funk­ti­on des demo­kra­ti­schen Recht­staa­tes und steht weder in der Begrün­dung noch im Voll­zug im Ein­klang mit dem Grund­ge­setz. Die Behaup­tung von Herrn de Mai­ziè­re “Zweck und Tätig­kei­ten von “linksunten.indymedia” lau­fen den Straf­ge­set­zen zuwi­der und rich­ten sich gegen die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung” ist eine Unter­stel­lung, die sich vor­ran­gig gegen dem Minis­ter nicht ins poli­ti­sche Kon­zept pas­sen­de Mei­nun­gen und Aktio­nen rich­tet und nicht dem Schutz der Ver­fas­sung dient…” Peti­ti­on von Armin Kamm­rad vom 29.08.2017 an den Peti­ti­ons­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­tags mit umfang­rei­cher Begrün­dung
  • Oben Rechts. Mit dem Ver­bot der Inter­net­platt­form „links­un­ten“ ist die Zeit, in der der deut­sche Staat auf dem lin­ken Auge blind war, nun end­gül­tig vor­bei – nie­mand braucht schließ­lich einen voll­stän­dig blin­den Staat. 
    … De Mai­ziè­re ver­kün­de­te stolz, dass bei der Raz­zia das gesam­te Ver­eins­ver­mö­gen, bestehend aus 86 Cent – davon 75 Cent in Leer­gut – sowie drei halb­vol­len Fla­schen Bier und einem ver­staub­ten PC aus den 90ern, der womög­lich als Ser­ver dien­te, beschlag­nahmt wer­den konn­te. Zudem sei ein gefähr­li­ches Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen­ar­se­nal bestehend aus einem nutel­la­ver­schmier­tes Küchen­mes­ser und einer selbst­ge­bau­ten Zwil­le sicher­ge­stellt wor­den, die, so der Bibel­ken­ner wei­ter, die ein­zig bekann­te, effi­zi­en­te Waf­fe gegen die schwer­ge­pan­zer­ten Poli­zis­ten sei, die er gewöhn­lich gegen die lin­ke Sze­ne auf­fah­re. Gera­de mit Blick auf die ver­gleichs­wei­se harm­lo­sen Mas­sen von Sturm­ge­weh­ren und Gra­na­ten, die bei ähn­li­chen Raz­zi­en in der rech­ten Sze­ne gewöhn­lich gefun­den wer­den, sei der Fund bei „links­un­ten“ beson­ders erschre­ckend. (…) Nach­dem mit dem abseh­ba­ren Ende des NSU-Pro­zes­ses nun Kapa­zi­tä­ten frei wür­den, die bis­her den Pro­zess erfolg­reich beglei­tet hat­ten, Zeu­gen ermor­de­ten und Auf­klä­rung ver­hin­der­ten, sei end­lich die Mög­lich­keit gege­ben, sich wie­der den ech­ten Gefah­ren zu wid­men.” Kommentar/​Glosse von Sven Bens­mann vom 29. August 2017 beim Miga­zin externer Link
  • Spen­den für die Betrof­fe­nen der Repres­si­on: Emp­fän­ger: Rote Hil­fe OG Stutt­gart, IBAN: DE66 4306 0967 4007 2383 13, BIC: GENODEM1GLS, Stich­wort: links­un­ten
  • Schluss mit der Kri­mi­na­li­sie­rung – Auto­no­me Poli­tik lässt sich nicht ver­bie­ten!
    Am 25. August hat das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um unter Tho­mas de Mai­ziè­re vier Woh­nun­gen, zwei Fahr­zeu­ge und die KTS in Frei­burg durch­su­chen las­sen. Ziel sei es gewe­sen, die zuvor ver­bo­te­ne unab­hän­gi­ge Medi­en­platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org zu zer­stö­ren, wel­che in der KTS ihren ver­meint­li­chen “Ver­eins­sitz” habe. Die­ses und wei­te­re absur­de Kon­struk­te ermög­li­chen den Rechts­au­ßen der CDU ihre Scher­gen im Mor­gen­grau­en in WGs und in unser Auto­no­mes Zen­trum ein­drin­gen zu las­sen. Neben fast sämt­li­cher tech­ni­scher Aus­stat­tung und Unter­la­gen wur­de die Post diver­ser Grup­pen und Ein­zel­per­son ent­wen­det, Kaf­fee­kas­sen aus­ge­raubt und Tre­so­re aus den Wän­den geris­sen. Der Staat prä­sen­tiert nun einen „bedeu­ten­den Schlag“ gegen den „lin­ken Extre­mis­mus“. Tat­säch­lich wol­len sich reak­tio­nä­re alte Her­ren im Wahl­kampf gegen zivil­ge­sell­schaft­li­ches Enga­ge­ment pro­fi­lie­ren. Das Vor­ge­hen vom Frei­tag zeigt, dass dem Staat gegen Mei­nungs­viel­falt und selbst­ver­wal­te­te Struk­tu­ren jedes Mit­tel Recht ist. Die Durch­su­chung der KTS und der Wohn­ge­mein­schaf­ten liegt in einer Linie mit der Kri­mi­na­li­sie­rung lin­ker Häu­ser und Plät­ze hier und anders­wo. Dass sich das Innen­mi­nis­te­ri­um und das Ver­wal­tungs­ge­richt erdreis­ten, unser Auto­no­mes Zen­trum zum “Ver­eins­sitz” der Inter­net­platt­form links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org zu machen, zeugt von völ­li­ger Igno­ranz und ermög­lich­te den­noch staat­li­chen Dieb­stahl im gro­ßen Stil. Anwe­sen­de wur­den kon­trol­liert und des Plat­zes ver­wie­sen, alle mög­li­chen Spei­cher­me­di­en, Rech­ner, Tele­fo­ne und Geld­be­stän­de in der KTS wur­den beschlag­nahmt. Betrof­fen sind von dem Gespinst eines „Ver­eins­sit­zes von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org“ ver­schie­de­ne Thea­ter­grup­pen, Künstler*innen, Konzert-Veranstalter*innen, die Umsonst- und Info­lä­den, Werk­stät­ten und Büros umwelt­po­li­ti­scher, anti­fa­schis­ti­scher und liber­tä­rer Grup­pen. Vie­le die­ser Zusam­men­hän­ge sind soli­da­risch mit lin­ker Medi­en­po­li­tik, gleich­zu­set­zen mit de Mai­ziè­res neu­em Lieb­lings­feind im Cyber­space sind sie jedoch kei­nes­falls. Wenn über­haupt, dann sind wir alle Indy­m­e­dia…” Stel­lung­nah­me vom 28.08.2017 von und bei KTS Frei­burg externer Link
  • Rechts­staat­lich frag­wür­di­ges Ver­bot
    Repor­ter ohne Gren­zen kri­ti­siert das Vor­ge­hen des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums beim Ver­bot der als links­ex­tre­mis­tisch ein­ge­stuf­ten Web­site links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org als rechts­staat­lich gefähr­li­che Ent­wick­lung. (…) Dass die Bun­des­re­gie­rung ein trotz allem jour­na­lis­ti­sches Online-Por­tal durch die Hin­ter­tür des Ver­eins­rechts kom­plett ver­bie­tet und damit eine recht­li­che Abwä­gung mit dem Grund­recht auf Pres­se­frei­heit umgeht, ist rechts­staat­lich äußerst frag­wür­dig. Inter­na­tio­nal ist das ein bedenk­li­ches Signal und lie­fert repres­si­ven Regi­men in aller Welt einen Vor­wand, es den deut­schen Behör­den gleich­zu­tun…” RoG-Erklä­rung vom 28.08.2017 externer Link
  • Durch­su­chun­gen wegen Links­un­ten: Doch kei­ne Waf­fen bei Jour­na­lis­ten gefun­den 
    Solidarität mit indymedia linksunten - Antifaschistische AktionDas Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um kor­ri­giert sei­ne Anga­ben zu den Raz­zi­en in Frei­burg. Ein Haupt­stadt­sen­der berich­tet außer­dem, zwei der Betrof­fe­nen sei­en Jour­na­lis­ten. (…) Beim Vor­ge­hen gegen ver­meint­li­che Betrei­be­rIn­nen von Indy­m­e­dia Links­un­ten wur­den kei­ne gefähr­li­chen Gegen­stän­de bei den Ver­däch­ti­gen gefun­den. Dies teil­te das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um (BMI) auf unse­re Nach­fra­ge mit. Der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) hat­te auf einer Pres­se­kon­fe­renz am Mor­gen der Durch­su­chun­gen erklärt, bei den Betrof­fe­nen sei­en Waf­fen beschlag­nahmt wor­den. In vie­len Medi­en wur­de die Dar­stel­lung unge­prüft über­nom­men. Das Stutt­gar­ter Lan­des­kri­mi­nal­amt hat­te der Pres­se Sprüh­do­sen, Hand­schu­he, Schlag­stö­cke, Böl­ler, vier Mes­ser, vier Zwil­len und ein Elek­tro­schock­ge­rät als Beleg für die Gewalt­be­reit­schaft der mut­maß­li­chen Admi­nis­tra­to­ren prä­sen­tiert. Der Besitz der Gegen­stän­de dürf­te in den aller­meis­ten Fäl­len nicht straf­bar sein. (…) Erst eine neu­er­li­che Anfra­ge beim BMI brach­te einen Tag spä­ter das Ergeb­nis, dass sämt­li­che Fun­de nicht in Pri­vat­woh­nun­gen, son­dern im Frei­bur­ger auto­no­men Kul­tur­zen­trum KTS gemacht wor­den sind…” Arti­kel von Mat­thi­as Mon­roy vom 26.08.2017 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • “Wir sind alle Indy­m­e­dia – wir sind alle links­un­ten”
    “… Wer in der letz­ten Zeit ein­mal die Sei­te stu­diert hat, konn­te fest­stel­len, dass dort Berich­te über eine gan­ze Palet­te von poli­ti­schen Aktio­nen außer­halb der Par­tei­en zu fin­den waren. Ob es Mie­ter­de­mos, Kund­ge­bun­gen gegen Sozi­al­ab­bau oder die Orga­ni­sie­rung eines Info­stands gegen die AfD war. All die­se Aktio­nen kamen bei Indy­m­e­dia-Links­un­ten vor. Die Vor­aus­set­zung dazu war, dass die Berich­te von den Akti­vis­ten sel­ber ver­fasst wur­den. Man­che schrie­ben anonym, doch zuneh­mend wur­den auch Arti­kel mit Klar­na­men ver­fasst und manch­mal waren sogar E‑Mail-Adres­sen und Tele­fon­num­mern unter den Bei­trä­gen zu fin­den. Dar­aus wird deut­lich, dass Indy­m­e­dia eine Platt­form für außer­par­la­men­ta­ri­sche Poli­tik in all ihren For­men war. Den Schwer­punkt nahm dort die Bericht­erstat­tung über völ­lig gewalt­frei­en Pro­test der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen ein und manch­mal tauch­ten auch Berich­te über mili­tan­te Aktio­nen auf. Doch die waren so sel­ten, wie sie es in der poli­ti­schen Rea­li­tät in Deutsch­land tat­säch­lich auch sind. Wenn nun Indy­m­e­dia-Links­un­ten uni­so­no als Platt­form der Links­ex­tre­mis­ten adres­siert wird, zeigt das nur, dass die Ver­fas­ser sol­cher Ein­schät­zun­gen die Sei­te nicht ken­nen. Für die radi­ka­le Lin­ke war die Platt­form nicht beson­ders inter­es­sant, weil eben klar war, dass sie nicht nur von den Geheim­diens­ten eif­rig mit­ge­le­sen wur­den. Selbst unter den Ver­fas­sern von Bei­trä­gen waren Geheim­dienst­mit­ar­bei­ter. Zudem kamen noch die Inter­net­trol­le, die solch sol­che Sei­ten ange­zo­gen wer­den und dafür sorg­ten, dass Indy­m­e­dia an Bedeu­tung ver­lor. Die­se Trol­le sorg­ten auch dafür, dass Dis­kus­sio­nen auf Indy­m­e­dia links­un­ten über in der Lin­ken strit­ti­ge The­men wie die Hal­tung im Isra­el-Paläs­ti­na-Kon­flikt auf der Sei­te nicht mög­lich waren, womit die Platt­form als Medi­um der Dis­kus­si­on aus­schied. Sie war so nur noch eine rei­ne Infor­ma­ti­ons­platt­form und da gibt es auch genü­gend ande­re Sei­ten…” Arti­kel von Peter Nowak vom 26. August 2017 bei tele­po­lis externer Link
  • Platt­form und Ver­eins­ver­bot 
    Als ich hör­te, das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um habe die Platt­form linksunten.indymedia ver­bo­ten, frag­te ich mich nach der Rechts­grund­la­ge. (…) Die im BGB für einen Ver­ein vor­ge­se­he­ne Min­dest­an­zahl von sie­ben Men­schen soll für das Ver­eins­ge­setz nicht rele­vant sein oder zumin­dest nicht, wenn es um Ver­bo­te geht. Mal sol­len zwei Per­so­nen aus­rei­chen, mal ist von drei Per­so­nen die Rede. Zumin­dest in der Kom­men­tar­li­te­ra­tur ist die Fra­ge der Min­dest­an­zahl von Mit­glie­dern umstrit­ten. Eine Recht­spre­chung, nach der zwei Per­so­nen für einen Ver­ein nach dem Ver­eins­ge­setz aus­rei­chen, habe ich in der kur­zen Zeit nicht gefun­den. (…) Eine orga­ni­sier­te Wil­lens­bil­dung ver­langt also eine sys­te­ma­ti­sche Koor­di­nie­rung und eine (auto­ri­tä­re) Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur, die fak­tisch auf eine orga­ni­sier­te Wil­lens­bil­dung schlie­ßen lässt. Ich habe kei­ne Ahnung, wie das mit der Orga­ni­sier­ten Wil­lens­bil­dung bei links­un­ten. indy­m­e­dia ist, aber ich gebe zu ein wenig scheint mir das gene­rell für Platt­for­men schwie­rig zu sein. (…) Im Sin­ne der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit blie­be noch zu prü­fen, ob es nicht gera­de im Hin­blick dar­auf, dass es sich um eine Platt­form han­delt bei der ‑so habe ich das ver­stan­den- ver­schie­de­ne Menschen/​Organisationen ver­schie­den Positionen/​Meinungen ver­tre­ten, mil­de­re Mit­tel gibt. Es wäre inso­weit an eine Anwei­sung zu den­ken, kon­kre­te Bei­trä­ge die Straf­ta­ten dar­stel­len, zukünf­tig ‑auch straf­be­währt bei Zuwi­der­hand­lung-zu unter­las­sen, ins­be­son­de­re wenn es sich um Kom­men­ta­re zu Bei­trä­gen han­delt…” Juris­ti­sche Bewer­tung vom 25. August 2017 von und bei Hali­na Waw­zy­ni­ak externer Link
  • indy­m­e­dia links­un­ten: Wir sind bald wie­der zurück…
    Das Team von indy­m­e­dia links­un­ten ist aktu­ell wie­der online externer Link mit Zita­ten aus der “Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung des Cyber­space” vom 29. Febru­ar 1996 von John Per­ry Bar­low externer Link (hier doku­men­tiert bei tele­po­lis). future​zo​ne​.at schreibt am 26.08.2017 dazu: “… Nach dem Ver­bot wur­de die Unter-Domain „links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org“ von einem Ser­ver in Frank­reich auf Rech­ner in Kana­da ver­scho­ben. Die Haupt-Domain „indy​m​e​dia​.org“ gehört einem Ver­ein zur „Demo­kra­ti­sie­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­on“ (Asso­cia­cao Bra­si­lei­ra pela Demo­cra­tiza­cao da Comu­ni­ca­cao) in Sao Pau­lo (Bra­si­li­en). Das Ver­bot des Innen­mi­nis­te­ri­ums bezieht sich nur auf den „linksunten“-Bereich…”
  • Raz­zi­en in Frei­burg – indy links­un­ten ver­bo­ten
    “… Die Web­site zeigt zur Zeit eine sta­ti­sche Sei­te. Unse­res Wis­sens nach hat­ten die Behör­den zu kei­nen Zeit­punkt Zugriff auf die tech­ni­sche Infra­struk­tur. Indy links­un­ten hat mehr­fach betont, dass sie kei­ne IP-Adres­sen spei­chern. Sogar das „Kenn­zei­chen“ des seit fast zwan­zig Jah­ren exis­tie­ren­den inter­na­tio­na­len Netz­werks für unab­hän­gi­ge Medi­en­ar­beit wur­de von den Behör­den unter Stra­fe gestellt, wenn es in Kom­bi­na­ti­on mit dem Schrift­zug links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org ver­wen­det wird. (…) Indy­m­e­dia zu ille­ga­li­sie­ren ist der Ver­such, sozia­le Bewe­gun­gen mund­tot zu machen und ein­zel­ne Aktivist_​innen ein­zu­schüch­tern. Doch wir wer­den trotz der Regie­run­gen, die die­sen und ande­re Staa­ten mit Gewalt mög­lich machen, wei­ter­hin für freie Mei­nungs­äu­ße­rung und freie Medi­en kämp­fen. Wir wer­den soli­da­risch mit unse­ren Genoss_​innen, deren Frei­hei­ten heu­te vom Staat ange­grif­fen wor­den sind, zusam­men­ste­hen. Har­te Zei­ten erfor­dern unab­hän­gi­ge Bericht­erstat­tung! Getrof­fen hat es eini­ge – gemeint sind wir alle!Erklä­rung der Soli­grup­pe Unab­hän­gi­ge Medi­en Frei­burg vom 25.08.2017 bei indy­m­e­dia externer Link
  • Ein Angriff auf die orga­ni­sier­te Lin­ke!
    Am heu­ti­gen Vor­mit­tag wur­den meh­re­re Räum­lich­kei­ten und Woh­nun­gen in Frei­burg durch­sucht. Die Stadt muss seit­dem eine Beset­zung durch Poli­zei und Ver­fas­sungs­schutz ertra­gen – Heli­ko­pter, Poli­zei­wan­nen, Absper­run­gen und Obser­va­tio­nen. Dies ist IHRE Sicher­heits­po­li­tik. (…) Dies ist, so mei­nen wir als Inter­ven­tio­nis­ti­sche Lin­ke, ein Vor­ge­schmack auf Angrif­fe gegen all jene, die Wider­stand leis­ten, die die kapi­ta­lis­ti­sche Ord­nung tat­säch­lich bezwei­feln. Ein Vor­ge­schmack auf die Repres­si­on der kom­men­den Jah­re. Ein Vor­ge­schmack für alle, die im Juli gegen den G20 demons­triert haben – kurz­um es ist ein Angriff auf alle Lin­ke. Wir ste­hen soli­da­risch mit den Betrof­fe­nen in Frei­burg!Solistate­ment mit indy­m­e­dia links­un­ten der Inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken vom 25. August 2017 externer Link
  • Wahl­kampf­ma­nö­ver: Innen­mi­nis­ter ver­bie­tet links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org
    Mit­ten im Wahl­kampf ver­kün­det das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um das Ver­bot der lin­ken Platt­form. Frag­lich ist dabei nicht nur die recht­li­che Grund­la­ge und die Ein­stu­fung der Web­sei­te als Ver­ein. Auch wur­de die Löschung ein­zel­ner straf­recht­lich rele­van­ter Arti­kel offen­bar nicht ver­sucht, son­dern gleich die gan­ze Platt­form ver­bo­ten. (…) Laut Aus­kunft des Innen­mi­nis­ters auf der Pres­se­kon­fe­renz sind dem Ver­bot kei­ne Gerichts­be­schlüs­se gegen ein­zel­ne straf­recht­lich rele­van­te Inhal­te vor­aus­ge­gan­gen, mit denen ver­sucht wur­de, die­se aus dem Netz zu bekom­men. Die Arti­kel sei­en in der Regel anonym ver­fasst und man kön­ne nicht anonym jeman­den ver­kla­gen. Das erklärt aller­dings nicht, war­um die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den bei offen­sicht­li­cher Kennt­nis der Betrei­ber nicht die­sen Gerichts­be­schlüs­se zustell­ten und so eine Löschung der bean­stan­de­ten Inhal­te zu bewir­ken ver­such­ten. Wenn der Staat aber den Rechts­rah­men nicht aus­schöpft, der ihm zur Ver­fü­gung steht, dann erscheint die­se Akti­on wie ein Wahl­kampf­ma­nö­ver, um eine miss­lie­bi­ge poli­ti­sche Platt­form aus­zu­schal­ten und Stim­men im rech­ten Lager sam­meln…” Bei­trag von Mar­kus Reu­ter vom 25.08.2017 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Die Geschich­te von Indy­m­e­dia: Ein Vor­rei­ter des Bür­ger­jour­na­lis­mus
    Seit Ent­ste­hung 1999 hat sich das unab­hän­gi­ge Inter­net­por­tal Indy­m­e­dia über die gan­ze Welt ver­brei­tet...” Ein Über­blick über die Ent­ste­hungs­ge­schich­te und war­um sowohl Lin­ke als auch Kri­mi­nal­po­li­zis­ten die Platt­form schät­zen von Simon Rebi­ger am 25.08.2017 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Ver­bot von Indy­m­e­dia Links­un­ten mit Haus­durch­su­chun­gen in Frei­burg: “Ein Angriff auf die Pres­se­frei­heit!”
    Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um hat die Inter­net­platt­form indymedia.linksunten ver­bo­ten. In Frei­burg hat es am heu­ti­gen Mor­gen (25. August) 5 Haus­durch­su­chun­gen gege­ben. Eine davon fand im auto­no­men Zen­trum KTS statt. Die Inter­net­platt­form wur­de absur­der­wei­se als Ver­ein ein­ge­stuft. Wir haben mit Dirk Spö­ri von der Links­par­tei gespro­chen und zunächst gefragt, war­um die baden-würt­tem­ber­gi­sche Links­par­tei das Ver­bot kri­ti­siert.” Inter­view vom 25. August 2017 beim Radio Dreyeck­land externer LinkAudio Datei
  • Viel Kri­tik am Ver­bot von »Links­un­ten Indy­m­e­dia«
    Innen­mi­nis­te­ri­um unter­sagt links­ra­di­ka­le Platt­form /​Por­tal lau­fe »nach Zweck und Tätig­keit den Straf­ge­set­zen zuwi­der« /​Web­site nicht mehr erreich­bar
    (…) Wie zunächst der »Spie­gel« berich­tet hat­te, sei eine ent­spre­chen­de Ver­bots­ver­fü­gung den drei in Frei­burg leben­den Betrei­bern der Web­site zuge­stellt wor­den. Dabei kam es auch zu Haus­durch­su­chun­gen, Com­pu­ter wur­den beschlag­nahmt. Fest­nah­men gab es aller­dings kei­ne. (…)Eine voll­stän­di­ge und dau­er­haf­te Abschal­tung des Web­por­tals dürf­te sich schwie­rig gestal­ten, da die Web­site nicht auf einem ein­zel­nen Ser­ver gespei­chert ist. De Mai­ziè­re räum­te ein, dass die Abschal­tung der Platt­form »heu­te oder mor­gen tech­nisch noch nicht mög­lich sein wird«. Der Innen­mi­nis­ter beton­te, dass sich das Ver­bot aus­schließ­lich gegen den nach sei­nen Wor­ten links­ra­di­ka­len Able­ger des welt­wei­ten Netz­werks »Indy­m­e­dia« rich­te
    … Lau­fend aktua­li­sier­ter Arti­kel von Robert D. Mey­er vom 25.08.2017 bei Neu­es Deutsch­land online externer Link
  • Indy­m­e­dia-Ver­bot: Wahl­kämp­fer de Mai­ziè­re 1 – Pres­se­frei­heit 0
    Innen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) hat einen deut­schen Teil des welt­weit publi­zie­ren­den Por­tals Indy­m­e­dia ver­bo­ten. Unter dem Namen Indy­m­e­dia exis­tie­ren mehr als 150 loka­le Platt­for­men für Medi­en­ak­ti­vis­mus und Gras­wur­zel-Jour­na­lis­mus. Das Ver­bot der Sek­ti­on „links­un­ten“ ist ein Angriff auf die Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit in Deutsch­land…” Kom­men­tar von Felix Chris­ti­ans vom 25. August 2017 bei den Ruhr­ba­ro­nen externer Link
  • Sie­he auch bei Twit­ter #links­un­ten und #indy­m­e­dia

Der Bei­trag Soli­da­ri­tät gegen das Ver­bot von linksunten.indymedia! Wider­stand gegen Poli­zei­staat! erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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