[LCM:] Philippinen: Massenlinie und revolutionärer Kampf [Interview Teil II]

Die kom­mu­nis­ti­sche Bewe­gung der Phil­ip­pi­nen fin­det in Deutsch­land wenig Beach­tung, obwohl sie einen der ältes­ten und erfolg­reichs­ten revo­lu­tio­nä­ren Kämp­fe der Gegen­wart führt. Unse­re Autorin Lei­la Aadil hat sich mit Cri­san­to von Anak­ba­y­an Ger­ma­ny getrof­fen, um mit ihm über die Bewe­gung zu spre­chen. In einem drei­tei­li­gen Inter­view schil­dert er die his­to­ri­schen Zusam­men­hän­ge, die zur Ent­ste­hung der Bewe­gung geführt haben, die Beschaf­fen­heit der Bewe­gung und ihre stra­te­gi­schen Grund­la­gen sowie die gegen­wär­ti­ge poli­ti­sche Situa­ti­on. Teil 1 zur Geschich­te der anti­ko­lo­nia­len Kämp­fe auf den Phil­ip­pi­nen erschien hier.

Die kom­mu­nis­ti­sche Bewe­gung auf den Phil­ip­pi­nen gehört zu den ältes­ten, stärks­ten und ste­tig wach­sen­den revo­lu­tio­nä­ren Bewe­gun­gen auf der Welt. Sie hat unter ande­rem eine faschis­ti­sche Dik­ta­tur über­stan­den. Was macht die Stär­ke der Bewe­gung aus?

Ich glau­be das wich­ti­ge ist, die Beschaf­fen­heit der revo­lu­tio­nä­ren Bewe­gung. Mit der Com­mu­nist Par­ty of the Phil­ip­pi­nes (CPP), der New People’s Army (NPA) und der Natio­nal Demo­cra­tic Front of the Phil­ip­pi­nes (NDFP ). Die ideo­lo­gi­sche Linie ist Mar­xis­mus-Leni­nis­mus-Mao­is­mus (MLM), die uni­ver­sel­le Welt­sicht, der his­to­ri­sche Mate­ria­lis­mus. Nach die­ser Welt­sicht orga­ni­siert sich die Bewe­gung. Aber im End­ef­fekt ist natür­lich die poli­ti­sche Linie der wich­ti­ge­re Aspekt. Also die Anwen­dung der Theo­rie auf die spe­zi­fi­schen Bege­ben­hei­ten der phil­ip­pi­ni­schen Gesell­schaft.

Die­se spe­zi­fi­schen Bege­ben­hei­ten wer­den als die semi-feu­da­le und semi-kolo­nia­le Gesell­schafts­struk­tur beschrie­ben. Was genau bedeu­tet das?

Die Phil­ip­pi­nen sind wirt­schaft­lich unter­ent­wi­ckelt, kul­tu­rell geprägt durch feu­da­les und kolo­nia­les Gedan­ken­gut, es gibt wenig Selbst­ver­sor­gung, es gibt wenig Nach­hal­tig­keit, es gibt wenig Respekt für Men­schen und die Umwelt . Es ist nor­mal, dass Leu­te auf den Phil­ip­pi­nen wie Skla­ven arbei­ten müs­sen und nie was ande­res kann­ten. Es gibt Leu­te die ste­hen jeden Tag um 5 Uhr mor­gens auf, arbei­ten 10 Stun­den und ver­die­nen einen Cent­be­trag pro Tag. Egal wie hart sie arbei­ten, sie wer­den da nie raus­kom­men. Es gibt da kei­nen Auf­stieg, wenn du aus einer gewis­sen Gesell­schafts­schicht kommst. Die Klein­bau­ern, Fischer und so wei­ter machen unge­fähr 75 Pro­zent der phil­ip­pi­ni­schen Gesell­schaft aus. Es gibt kei­ne ent­wi­ckel­te Volks­wirt­schaft.

Des­we­gen gehen so vie­le Leu­te ins Aus­land um da zu arbei­ten. 10 Pro­zent der Bevöl­ke­rung leben im Aus­land und ca. 6000 Fili­pi­nos ver­las­sen das Land jeden Tag. Im Aus­land haben es die meis­ten Fil­pi­nos aber nicht gut. Vie­le arbei­ten in Pfle­ge und Haus­halt. Dort wer­den sie krass aus­ge­beu­tet, es gibt viel Miss­brauch, Päs­se wer­den weg­ge­nom­men. Da pas­sie­ren vie­le schlim­me Sachen und die Regie­rung unter­stützt das sogar noch, weil die Arbeiter*innen im Aus­land die größ­te Ein­nah­me­quel­le für das Land sind. Vie­le sind 10–20 Jah­re weg und von ihren Fami­li­en getrennt, sehen ihre Kin­der nicht auf­wach­sen. Das Geld was von den Arbeiter*innen im Aus­land zurück geschickt wird, macht unge­fähr 10% des Brut­to­in­land­pro­dukt der Phil­ip­pi­nen aus. Unter dem Mar­cos-Regime (1965- 1986 Anm. d. Red.) wur­de ange­fan­gen, die Arbeits­emi­gra­ti­on durch staat­li­che Behör­den zu orga­ni­sie­ren. Migran­te, eine unab­hän­gi­ge lega­le Orga­ni­sa­ti­on, die Teil der Bewe­gung ist, gibt es über­all dort, wo es phil­ip­pi­ni­sche Arbeiter*innen gibt. Die Orga­ni­sa­ti­on ist eine sehr wich­ti­ge Anlauf­stel­le, da sie z.B. Zugang zu Anwält*innen sicher stel­len und Schu­lun­gen in Arbeits­recht geben.

Die Phil­ip­pi­nen sind sehr reich an Boden­schät­zen, von Öl und Gas bis zu Gold und Kup­fer, und sind unter den am stärks­ten aus­ge­beu­te­ten Län­dern der Erde was Res­sour­cen angeht. Mul­ti­na­tio­na­le Fir­men haben Son­der­rech­te gegen­über phil­ip­pi­ni­schen Fir­men was den Zugriff und Abbau der Res­sour­cen des Lan­des betrifft. Vor Duter­te ging es dabei beson­ders um von den USA aus­ge­hen­de impe­ria­lis­ti­sche Inter­es­sen. Seit Duter­te gibt es auch Vor­rang für chi­ne­si­sche Fir­men. Das ist auch eine Kri­tik von uns phil­ip­pi­ni­schen Mao­is­ten an der Volks­re­pu­blik Chi­na, die weder revo­lu­tio­när noch mao­is­tisch ist, weil sie ganz klar eine impe­ria­lis­ti­sche Agen­da ver­folgt. Sie unter­stützt die faschis­to­ide, reak­tio­nä­re Regie­rung von Duter­te um sich phil­ip­pi­ni­sche Res­sour­cen zu eigen zu machen.

Inter­es­sant in die­ser Hin­sicht ist auch, dass die Phil­ip­pi­nen ein Land ist, das export­ab­hän­gig und import­ori­en­tiert ist. Das bedeu­tet, dass wir fast alles impor­tie­ren müs­sen, weil alles was wir pro­du­zie­ren ins Aus­land expor­tiert wird. Zum Bei­spiel in Mind­anao, der süd­lichs­ten Insel, wird der größ­te Anteil der Fisch­ex­por­te pro­du­ziert. Das häu­figs­te Import­pro­dukt auf der Insel aber ist gefro­re­ner Fisch. Die Leu­te, die auf Reis­fel­dern arbei­ten und dort qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Reis pro­du­zie­ren, kön­nen sich selbst den Reis nicht leis­ten und müs­sen impor­tier­ten qua­li­ta­tiv schlech­ten Reis kau­fen. Das macht ein­fach kei­nen Sinn. Ich hab bei einem Far­mer gear­bei­tet der Süß­kar­tof­feln ange­pflanzt hat, die ja sehr vie­le Nähr­stof­fe erhal­ten. Das ein­zi­ge was er sich zu essen leis­ten konn­te, waren Instant­nu­deln und Cra­cker.

Wie sol­len die­se Ver­hält­nis­se über­kom­men wer­den?

Ein wich­ti­ges Prin­zip hier­bei ist die „People’s Demo­cra­tic Revo­lu­ti­on“, die der ers­te Teil der zwei­tei­li­gen Revo­lu­ti­on ist, die die Par­tei anstrebt. Das beu­te­tet, das als ers­ter Schritt des revo­lu­tio­nä­ren Kamp­fes die semi-feu­da­le und semi-kolo­nia­le Gesell­schafts­struk­tur des Lan­des zu über­win­den ist. Das ermög­licht es uns dann eine sozia­lis­ti­sche Revo­lu­ti­on anzu­stre­ben. Also, erst wenn das geschafft ist, erst wenn Fili­pi­nos auf ihre eige­nen Res­sour­cen zugrei­fen kön­nen und die eige­nen Not­wen­dig­kei­ten gedeckt sind. In der „People’s Demo­cra­tic Revo­lu­ti­on“ sol­len die drei Haupt­pro­ble­me der Fili­pi­nos über­wun­den wer­den, und zwar sind das: Der Feu­da­lis­mus, der Impe­ria­lis­mus und der büro­kra­ti­sche Kapi­ta­lis­mus, damit ist haupt­säch­lich die Kor­rup­ti­on gemeint. Also Politiker*innen, die ihr Amt dazu benut­zen sich wirt­schaft­li­che Vor­tei­le zu erha­schen und das Land und sei­ne Men­schen aus­beu­ten.

Wir sind immer noch im Kampf um natio­na­le Demo­kra­tie. Wir brau­chen natio­na­le Indus­trien, damit die Din­ge, die auf den Phil­ip­pi­nen ange­baut und pro­du­ziert wer­den auch den Men­schen des Lan­des zu Gute kom­men. Des­we­gen ist auch die natio­na­le Bour­geoi­sie, die in die­sem semi-kolo­nia­len Kon­text rela­tiv klein und unbe­deu­tend ist, für uns Teil des revo­lu­tio­nä­ren Kamp­fes in der ers­ten Stu­fe der Revo­lu­ti­on. In der sozia­lis­ti­schen Pha­se, also dem zwei­ten Teil der ange­streb­ten Revo­lu­ti­on braucht es dann eine neue Aus­hand­lung von Umver­tei­lung und Pro­duk­ti­ons­wei­se. In dem 12 Punk­te Pro­gramm der NDFP kann man nach­le­sen, was die For­de­run­gen der Bewe­gung sind.

Das zwei Pha­sen Modell ist in ande­ren anti-kolo­nia­len Kämp­fen meis­tens an der zwei­ten Pha­se geschei­tert und die natio­na­le Bour­geoi­se hat die Kolo­ni­al­mäch­te in der Aus­beu­tung der eig­nen Leu­te abge­löst. Was wäre im phil­ip­pi­ni­schen Kon­text anders?

Ich glau­be der Unter­schied ist, dass auf den Phil­ip­pi­nen die CPP die Füh­rung hat. Das ist eine pro­le­ta­ri­sche und kei­ne bür­ger­li­che Füh­rung. Auf den Phil­ip­pi­nen spielt Basis­de­mo­kra­tie eine gro­ße Rol­le und die poli­ti­sche Linie, ist die der Mas­sen. Wir sagen nicht umsonst „From the mas­ses to the mas­ses“. Durch die Selbst­or­ga­ni­sie­rung und Selbst­be­stim­mung der Men­schen kann Kor­rup­ti­on ver­hin­dert wer­den weil es kei­ne Exper­ten­hier­ar­chi­sie­rung gibt. Indi­vi­du­el­le Berei­che­rung kann mei­ner Mei­nung nach dadurch ver­hin­dert wer­den, dass die Mas­sen die Revo­lu­ti­on machen, und so über­wa­chen, dass die Revo­lu­ti­on nicht die fal­sche Rich­tung ein­nimmt. Was kann denn die fal­sche Rich­tung sein, wenn du das Wohl der brei­tes­ten und unter­drück­tes­ten Mas­sen als dei­ne poli­ti­sche Linie hast?

Was bedeu­tet das Kon­zept Mas­sen­li­nie genau?

Die Mas­sen­li­nie ist die gene­rel­le poli­ti­sche Linie des Mar­xis­mus-Leni­nis­mus-Mao­is­mus. Das bedeu­tet, dass die Wün­sche und Rea­li­tä­ten der unter­drück­tes­ten Tei­le der Gesell­schaft, die ton­an­ge­ben­de Kraft in der Orga­ni­sie­rung sind. Die Orga­ni­sie­rung ist ange­passt an deren Bedürf­nis­se. Die Bedürf­nis­se der Unter­drück­tes­ten Tei­le der Gesell­schaft sind unse­re Leit­li­nie.

Wie drückt sich die­se Stra­te­gie in den Struk­tu­ren der Bewe­gung umge­setzt aus?

Mas­sen­li­nie, demo­kra­ti­scher Zen­tra­lis­mus die­sen gan­zen Sachen wer­den alle glei­cher­ma­ßen ange­wen­det, sie stam­men von der ideo­lo­gi­schen Linie des Mar­xis­mus-Leni­nis­mus-Mao­is­mus. Dass die NDFP es schafft, die tiefs­ten und brei­tes­ten Mas­sen der phil­ip­pi­ni­schen Gesell­schaft, von der natio­na­len Bour­geoi­sie bis hin zu den armen Bau­ern und Slumbewohner*innen, also den unter­drück­tes­ten Tei­len der Gesell­schaft, mit­ein­an­der zu ver­ei­nen, ist auch dar­auf zurück­zu­füh­ren. Die NDFP wird in der revo­lu­tio­nä­ren Bewe­gung als Ein­heits­front bezeich­net, sie ist eine Alli­anz von allen revo­lu­tio­nä­ren Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen. Es gibt da reli­giö­se Orga­ni­sa­ti­on, Frau­en­or­ga­ni­sa­tio­nen, Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen, von Min­der­hei­ten, also ver­schie­de­nen indi­ge­nen Com­mu­nities, von Muslim*innen, von LGBTQ+ aber auch von Anwält*innen, Lehrer*innen, Ärzt*innen, sogar IT Leu­te und so. Also es gibt ganz vie­le ver­schie­de­ne Orga­ni­sa­tio­nen, die alle Berei­che der Gesell­schaft durch die­se Dach­or­ga­ni­sa­ti­on mit­ein­an­der ver­bün­det sind. Die NPA und die CPP sind eben­falls Teil der NDFP.

Und dann gibt es natür­lich die New Peo­p­les Army. Die NPA ist der CPP unter­stellt. Die Stra­te­gie der NPA ist der lang­wie­ri­ge Volks­krieg. Es gibt auf den Phil­ip­pi­nen 110 Gue­ril­la Zonen („Red Zones“), die meis­ten auf dem Land. Die Beschaf­fen­heit des Lan­des, mit den vie­len Inseln, Wäl­dern und Ber­gen, in denen sich Gue­ril­las zurück­zie­hen kön­nen, eig­net sich hier­für beson­ders gut. Der lang­wie­ri­ge Volks­krieg wird durch den bewaff­ne­ten Kampf, die Agrar­re­vo­lu­ti­on und die Basis­bil­dung, die sich alle gegen­sei­tig bedin­gen, umge­setzt. Du kannst z.B. die Agrar­re­vo­lu­ti­on nur durch den bewaff­ne­ten Kampf her­bei­füh­ren. Agrar­re­vo­lu­ti­on bedeu­tet unter ande­rem eine Land­re­form, in der die Groß­grund­be­sit­zer Stück für Stück ent­eig­net wer­den.

Die „Red Zones“ funk­tio­nie­ren wie eige­ne klei­ne Gesell­schaf­ten. Des­we­gen zie­hen es auch vie­le Leu­te vor, ihr geknech­te­tes, beschis­se­nes Leben in der Haupt­stadt Mani­la hin­ter sich zu las­sen und sich dem revo­lu­tio­nä­ren Kampf zu ver­pflich­ten, weil sie dort ein bes­se­res Leben haben. Klar, man muss in ste­ti­ger Alarm­be­reit­schaft sein, weil der Feind jeder­zeit angrei­fen kann. Trotz­dem geht es ihnen dort bes­ser als in Mani­la, wo vie­le schlimms­ter Armut aus­ge­lie­fert sind, Poli­zei­ge­walt und Miss­brauch erle­ben und Kor­rup­ti­on all­ge­gen­wär­tig ist. Auch vie­le indi­ge­ne Men­schen wur­den schon von irgend­wel­chen von der Regie­rung ange­heu­er­ten para­mi­li­tä­ri­schen Grup­pen oder dem Mili­tär ermor­det, wenn sie sich zum Bei­spiel gegen gro­ße Roh­stoff­ab­bau­pro­jek­te zur Wehr gesetzt haben, weil die­se ihren Lebens­raum zer­stö­ren. Das ist auch ein Grund, war­um die NPA ste­tig am wach­sen ist.

Es gibt revo­lu­tio­nä­re Gerich­te bei der NPA, für den Fall, dass sich NPA-Kader nicht kor­rekt ver­hal­ten. Die roten Zonen sind also ein­fach kom­plet­te gesell­schaft­li­che Ein­hei­ten mit eige­nen Gerich­ten, eige­nem Schutz und eige­nen Regeln. Sie exis­tie­ren auto­nom von den Struk­tu­ren des bür­ger­li­chen Staa­tes. Dabei wen­den sie das Kon­zept von dua­ler Macht an, indem sie eige­ne Regie­run­gen auf­bau­en, die so ein­fluss­reich sind, dass der bür­ger­li­che Staat oft unfä­hig ist, in den Gegen­den die unter NPA Ein­fluss ste­hen auf irgend eine Art und Wei­se zu han­deln, ohne dass es von der NPA gewollt ist.

Der lang­wie­ri­ge Volks­krieg der NPA hat ver­schie­de­ne stra­te­gi­sche Pha­sen und befin­det sich momen­tan in der mitt­le­ren Unter­stu­fe, in der die Basen noch auf­ge­baut wer­den. Wenn die NPA genü­gend Basen auf­ge­baut hat und es ein Gleich­ge­wicht zwi­schen der reak­tio­nä­ren Armee und der NPA gibt, ist die nächs­te Stu­fe erreicht. Die letz­te Stu­fe beinhal­tet, die stra­te­gi­sche Offen­si­ve, was bedeu­tet, dass die Städ­te vom Land aus ein­ge­kreist und ein­ge­nom­men wer­den. Die NPA pro­fi­liert sich durch ihre hoch­gra­di­ge Orga­ni­sie­rung. Die haben nicht viel Muni­ti­on. Die haben nicht die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung Chi­nas hin­ter sich, wie es die bür­ger­li­che Armee hat. Die Geweh­re sind ent­we­der noch vom 2. Welt­krieg, selbst gebaut oder den reak­tio­nä­ren Sol­da­ten und Poli­zis­ten abge­nom­men.

Wer sind denn die Kader der NPA?

Die NPA Kader setz­ten sich aus allen Seg­men­ten der Bevöl­ke­rung zusam­men, von petit-bour­geoi­sen Student*innen aus den Unis in Mani­la, hin zu Busfahrer*innen, Fischer*innen, Indi­ge­nen und LGBTQ+ Men­schen. Alle Kämpfer*innen bekom­men eine poli­ti­sche Aus­bil­dung. Kämpfer*innen ohne poli­ti­sche Aus­bil­dung sind Kri­mi­nel­le. Bei der NPA spielt Bil­dung eine gro­ße Rol­le, das ist sei­tens der reak­tio­nä­ren Regie­rung nicht so. Im Gegen­teil, die haben ja ein Inter­es­se dar­an, dass die Leu­te unge­bil­det blei­ben. Bei der NPA ist es genau anders­rum. Du kannst irgend­wel­che Far­mer fra­gen, Leu­te die teil­wei­se nicht in der Schu­le waren fra­gen, die kön­nen dir his­to­ri­schen Mate­ria­lis­mus erklä­ren, die kön­nen dir erklä­ren was Impe­ria­lis­mus ist und zwar anhand kon­kre­ter Bei­spie­le aus ihrer Lebens­rea­li­tät.

Vie­le Aspek­te des Lebens in den Zonen ist kom­plett durch­or­ga­ni­siert aber es gibt natür­lich auch Frei­zeit, vie­le kul­tu­rel­le Akti­vi­tä­ten. Von Sport bis Thea­ter ist fast alles dabei. In der NPA gibt es regel­mä­ßig Hoch­zei­ten mit rich­ti­gen Zere­mo­nien. Gleich­ge­schlecht­li­che Ehen sind dabei was ganz nor­ma­les. Die NPA waren auch die ers­ten die in der Geschich­te der Phil­ip­pi­nen die gleich­ge­schlecht­li­che Ehe durch­ge­führt haben. Bis heu­te wird das vom bür­ger­li­chen Staat ver­bo­ten, obwohl es so vie­le quee­re und homo­se­xu­el­le Men­schen gibt.

# Bild­quel­le: artis­ta ng rebo­lu­syong pangkul­tu­ra, arpak @arpakph

Der Bei­trag Phil­ip­pi­nen: Mas­sen­li­nie und revo­lu­tio­nä­rer Kampf [Inter­view Teil II] erschien zuerst auf Lower Class Maga­zi­ne.

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