[labournet:] Essen aus dem Müll geholt: Frauen wegen “Containerns” verurteilt – Petition!

Dossier

[Petition] Containern ist kein Verbrechen! Wir brauchen eine Gesetzesänderung!Zwei jun­ge Frau­en sind heu­te wegen soge­nann­tem “Con­tai­nern” vom Amts­ge­richt Fürs­ten­feld­bruck schul­dig gespro­chen wor­den, genau­er wegen gemein­sam began­ge­nem Dieb­stahl. Sie hat­ten laut Staats­an­walt­schaft Mün­chen II im ver­gan­ge­nen Juni aus dem Müll­con­tai­ner eines Lebens­mit­tel­mark­tes in Olching weg­ge­wor­fe­ne Waren im Wert von rund 100 Euro geholt. Die bei­den Frau­en erhiel­ten eine Ver­war­nung und wur­den zu einer Geld­bu­ße ver­ur­teilt – aller­dings unter Vor­be­halt. Dem­nach müs­sen sie die jeweils 225 Euro nicht zah­len, wenn sie bin­nen der zwei­jäh­ri­gen Bewäh­rungs­zeit straf­frei blei­ben. Als Bewäh­rungs­auf­la­ge sol­len bei­de acht Stun­den bei der ört­li­chen Tafel hel­fen. Die bei­den Frau­en hat­ten Lebens­mit­tel, die sie noch für ver­wert­bar hal­ten, aus der Müll­ton­ne eines Super­mark­tes mit­ge­nom­men. Die bei­den Stu­den­tin­nen woll­ten damit auf das The­ma “Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung” hin­wei­sen. Das Amts­ge­richt Fürs­ten­feld­bruck sah in die­ser Akti­on jedoch einen gemein­sam began­ge­nen Dieb­stahl. Die bei­den Frau­en hat­ten den abge­sperr­ten Müll­con­tai­ner mit einem Vier­kant­schlüs­sel auf­ge­bro­chen. (…) Sie sei­en kei­ne Die­bin­nen, und nach­dem der Super­markt die Waren bereits ent­sorgt hät­te, sei ihm auch kein Scha­den ent­stan­den, als sie die Lebens­mit­tel mit­ge­nom­men hät­ten – so ihre Argu­men­ta­ti­on. (…) Vor dem Pro­zess hat­ten meh­re­re Dut­zend Men­schen demons­triert…” Mel­dung vom 30.01.2019 bei BR24 externer Link, sie­he die Akti­ons­sei­te Con­tai­nern ist kein Ver­bre­chen! Frei­spruch für Fran­zi & Caro externer Link und dort u.a. Ein­drü­cke zur Haupt­ver­hand­lung externer Link sowie hier dazu:

  • BVerfGE: Erfolg­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­de bei einer straf­ge­richt­li­chen Ver­ur­tei­lung wegen „Con­tai­nern“ – Con­tai­nern bleibt eine Straf­tat New
    • BVerfGE: Erfolg­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­de bei einer straf­ge­richt­li­chen Ver­ur­tei­lung wegen „Con­tai­nern“
      “Mit heu­te ver­öf­fent­lich­tem Beschluss hat die 3. Kam­mer des Zwei­ten Senats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zwei Ver­fas­sungs­be­schwer­den nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men, die sich gegen eine straf­ge­richt­li­che Ver­ur­tei­lung wegen Dieb­stahls von Lebens­mit­teln aus einem ver­schlos­se­nen Abfall­con­tai­ner eines Super­mark­tes rich­te­ten („Con­tai­nern“). Zur Begrün­dung führ­te die Kam­mer im Wesent­li­chen aus, dass die Aus­le­gung der Fach­ge­rich­te weder gegen das Will­kür­ver­bot ver­stößt noch die Beweis­wür­di­gung ver­fas­sungs­recht­lich zu bean­stan­den ist. Auch der Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit und ins­be­son­de­re das Ulti­ma-Ratio-Prin­zip gebie­ten kei­ne Ein­schrän­kung der Straf­bar­keit. Der Gesetz­ge­ber darf das zivil­recht­li­che Eigen­tum grund­sätz­lich auch an wirt­schaft­lich wert­lo­sen Sachen straf­recht­lich schüt­zen. (…)Es ist grund­sätz­lich Sache des Gesetz­ge­bers, den Bereich straf­ba­ren Han­delns ver­bind­lich fest­zu­le­gen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt kann die­se Ent­schei­dung nicht dar­auf prü­fen, ob der Gesetz­ge­ber die zweck­mä­ßigs­te, ver­nünf­tigs­te oder gerech­tes­te Lösung gefun­den hat. Es wacht ledig­lich dar­über, dass die Straf­vor­schrift mate­ri­ell in Ein­klang mit der Ver­fas­sung steht. Der Gesetz­ge­ber, der bis­her Initia­ti­ven zur Ent­kri­mi­na­li­sie­rung des Con­tai­nerns nicht auf­ge­grif­fen hat, ist inso­fern frei, das zivil­recht­li­che Eigen­tum auch in Fäl­len der wirt­schaft­li­chen Wert­lo­sig­keit der Sache mit Mit­teln des Straf­rechts zu schüt­zen. Im vor­lie­gen­den Fall dient die Straf­bar­keit des Ver­hal­tens der Beschwer­de­füh­re­rin­nen dem Schutz des Eigen­tums­grund­rechts nach Art. 14 Abs. 1 GG als Rechts­gut von Ver­fas­sungs­rang. Der Eigen­tü­mer der Lebens­mit­tel woll­te die­se bewusst einer Ver­nich­tung durch den Abfall­ent­sor­ger zufüh­ren, um etwai­ge Haf­tungs­ri­si­ken beim Ver­zehr der teils abge­lau­fe­nen und mög­li­cher­wei­se auch ver­dor­be­nen Ware aus­zu­schlie­ßen. Bereits das Inter­es­se des Eigen­tü­mers dar­an, etwai­ge recht­li­che Strei­tig­kei­ten und Pro­zess­ri­si­ken aus­zu­schlie­ßen und kei­nen erhöh­ten Sorg­falts­pflich­ten im Hin­blick auf die Sicher­heit der Lebens­mit­tel aus­ge­setzt zu sein, ist im Rah­men der Eigen­tums­frei­heit nach Art. 14 Abs. 1 GG grund­sätz­lich zu akzep­tie­ren. Der Gesetz­ge­ber hat die­se Ver­fü­gungs­be­fug­nis des Eigen­tü­mers nicht durch eine gegen­läu­fi­ge, ver­hält­nis­mä­ßi­ge Inhalts- und Schran­ken­be­stim­mung ein­ge­grenzt. Die im Wort­laut des § 242 StGB ange­leg­te und durch die Fach­ge­rich­te kon­kre­ti­sier­te kri­mi­nal­po­li­ti­sche Grund­ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers zur Straf­bar­keit des Con­tai­nerns ist des­halb ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den. (…) Ob der Gesetz­ge­ber im Hin­blick auf ande­re Grund­rech­te oder Staats­ziel­be­stim­mun­gen wie bei­spiels­wei­se den Schutz der natür­li­chen Lebens­grund­la­gen nach Art. 20a GG und im Rah­men einer Fort­ent­wick­lung von Inhalt und Schran­ken des Eigen­tums auch eine alter­na­ti­ve Rege­lung hin­sicht­lich des Umgangs mit ent­sorg­ten Lebens­mit­teln tref­fen könn­te, ist vor­lie­gend ohne Bedeu­tung.” BVerfG-Pres­se­mit­tei­lung Nr. 75/​2020 vom 18. August 2020 zu Beschluss 2 BvR 1985/​19, 2 BvR 1986/​19 vom 5. August 2020 externer Link, ein sel­ten ein­deu­ti­ger Beleg dafür, dass das BVerfG nicht ein­fach die Ver­fas­sung schützt, son­dern die­se ver­kürzt nur im Sin­ne pri­va­ter Eigen­tums­in­ter­es­sen inter­pre­tiert. Denn eine “grund­sätz­li­che” Eigen­tums­ga­ran­tie nach Art. 14 GG, die man akzep­tie­ren muss, gibt es gar nicht. Dass “Eigen­tum ver­pflich­tet” und sein “Gebrauch (…) zugleich dem Woh­le der All­ge­mein­heit die­nen” soll (Art. 14 Abs. 2 GG), beach­tet das BVerfG nicht ein­mal ansatz­wei­se. Das Ver­ständ­nis des BVerfG bezüg­lich Eigen­tums­ga­ran­tie hat hier schlicht­weg nichts mit dem zutun, was im Grund­ge­setz steht und ursprüng­lich von der Mehr­heit der “Müt­ter und Väter” des Grund­ge­set­zes bezweckt war. Sie­he dazu:
    • Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt: Con­tai­nern bleibt eine Straf­tat
      Wer Nah­rungs­mit­tel aus dem Müll von Super­märk­ten fischt, muss wei­ter damit rech­nen, als Dieb ver­ur­teilt zu wer­den. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he ent­schied, dass das soge­nann­te Con­tai­nern eine Straf­tat bleibt. Der Gesetz­ge­ber dür­fe grund­sätz­lich auch das Eigen­tum an wirt­schaft­lich wert­lo­sen Sachen straf­recht­lich schüt­zen, hieß es zur Begrün­dung. Die Kla­ge zwei­er Stu­den­tin­nen aus Ober­bay­ern wur­de abge­wie­sen. (…)Unter­stützt von der Gesell­schaft für Frei­heits­rech­te (GFF) leg­ten die bei­den Stu­den­tin­nen im Novem­ber 2019 eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen die Ver­ur­tei­lung ein externer Link. Ihrer Ansicht nach ver­sto­ße die Straf­bar­keit des Con­tai­nerns gegen das Über­maß­ver­bot – also das Ver­bot gegen­über der öffent­li­chen Ver­wal­tung, unver­hält­nis­mä­ßi­ge Maß­nah­men, in die­sem Fall das Urteil gegen sie, zu ergrei­fen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wider­sprach dem: Die Aus­le­gung der Fach­ge­rich­te ver­sto­ße nicht dage­gen, noch sei ihre Beweis­füh­rung ver­fas­sungs­recht­lich zu bean­stan­den. Gleich­zei­tig mahn­ten die Rich­ter eine poli­ti­sche Ent­schei­dung an. Es sei grund­sätz­lich Sache des Gesetz­ge­bers, den Bereich straf­ba­ren Han­delns ver­bind­lich fest­zu­le­gen. Das Gericht kön­ne die­se Ent­schei­dung nicht dar­auf prü­fen, ob der Gesetz­ge­ber die “zweck­mä­ßigs­te, ver­nünf­tigs­te oder gerech­tes­te Lösung” gefun­den hat. Initia­ti­ven zur Ent­kri­mi­na­li­sie­rung des Con­tai­nerns sei­en bis­lang nicht auf­ge­grif­fen wor­den. Eine sol­che Initia­ti­ve brach­te etwa 2019 Ham­burg auf der Jus­tiz­mi­nis­ter­kon­fe­renz der Län­der vor, schei­ter­te jedoch. In einer Mit­tei­lung externer Link kün­dig­te die an der Ver­fas­sungs­be­schwer­de indi­rekt betei­lig­te GFF an, sich nach dem Schei­tern vor Gericht an die Bun­des­re­gie­rung zu wen­den…” Agen­tur­mel­dung vom 18. August 2020 in der Zeit online externer Link
  • Fran­zi & Caro: “Wir rei­chen Ver­fas­sung­be­schwer­de ein!” 
    Nach reich­li­chen Über­le­gun­gen haben wir uns dazu ent­schie­den, gemein­sam mit unse­ren Anwält*innen und der Gesell­schaft für Frei­heits­rech­te (GFF) eine Ver­fas­sungs­kla­ge ein­zu­rei­chen, denn trotz unse­rer Ver­ur­tei­lung bleibt wei­ter­hin die Absur­di­tät bestehen, dass in Zei­ten der Kli­ma­kri­se der Schutz unse­rer Lebens­grund­la­gen hint­an­ge­stellt wird. Am Frei­tag, den 8. Novem­ber um 12 Uhr wer­den wir gemein­sam die Ver­fas­sungs­kla­ge in Karls­ru­he per­sön­lich ein­wer­fen. Zu die­sem Anlass wird eine Kund­ge­bung ab 11 Uhr vor Ort am Schloss­park (gegen­über dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt) statt­fin­den, in der in Form eines Rede­bei­trags unser Anlie­gen an die Öffent­lich­keit tra­gen wer­den. Wir laden euch herz­lich dazu ein, an die­sem Tag dabei zu sein – als Teilnehmer*innen oder Mitorganisator*innen.” Mel­dung vom 30. Okto­ber 2019 auf der Akti­ons­sei­te Con­tai­nern ist kein Ver­bre­chen! Frei­spruch für Fran­zi & Caro externer Link
  • “Con­tai­nern” ist Dieb­stahl: Urteil gegen Stu­den­tin­nen bestä­tigt
    Im Janu­ar hat das Amts­ge­richt Fürs­ten­feld­bruck zwei “Con­tai­ne­rin­nen”, Fran­zis­ka S. und Caro­li­ne K. aus Olching, wegen Dieb­stahls ver­ur­teilt. Nun hat das Baye­ri­sche Obers­te Lan­des­ge­richt die Revi­si­on der bei­den ver­wor­fen und das Urteil bestä­tigt. (…) Am 30. Janu­ar 2019 sprach das Amts­ge­richt Fürs­ten­feld­bruck die bei­den Stu­den­tin­nen wegen Dieb­stahls schul­dig. Sie wur­den ver­warnt, zugleich wur­de eine Geld­stra­fe von jeweils 225 Euro vor­be­hal­ten. Die bei­den Frau­en woll­ten die­ses Urteil jedoch nicht anneh­men und gin­gen in Revi­si­on. Der 6. Straf­se­nat des Baye­ri­schen Obers­ten Lan­des­ge­richts hat mit Beschluss vom 2. Okto­ber 2019 die Revi­si­on der Ange­klag­ten als unbe­grün­det ver­wor­fen. Dem­nach bestä­tigt der Senat das Urteil des Amts­ge­richts Fürs­ten­feld­bruck. Das Urteil ist damit rechts­kräf­tig. Der Senat führt in sei­ner Begrün­dung aus, dass die ent­wen­de­ten Lebens­mit­tel zum Zeit­punkt der Weg­nah­me im Eigen­tum der Super­markt­ket­te Ede­ka stan­den – auch wenn die Lebens­mit­tel für die Abho­lung durch ein Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men aus­sor­tiert wor­den sind. Die Lebens­mit­tel wur­den in einem abge­sperr­ten Con­tai­ner auf dem Fir­men­ge­län­de vor dem Zugriff Drit­ter geschützt. Die Ange­klag­ten durf­ten somit auch nicht davon aus­ge­hen, dass ihnen die Mit­nah­me erlaubt war. (…) Die Stu­den­tin­nen aus Olching haben auf die Gerichts­ent­schei­dung mit gro­ßem Unver­ständ­nis reagiert. Zusam­men mit ihren Anwäl­ten wol­len die Frau­en jetzt eine Ver­fas­sungs­kla­ge vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt prü­fen…” Bei­trag vom 14.10.2019 beim Baye­ri­schen Rund­funk externer Link
  • Con­tai­nern als Straf­tat: Mein Müll gehört mir 
    “Wenn es um ihr Eigen­tum geht, ken­nen die Deut­schen kein Par­don. Selbst ihren Müll ver­tei­di­gen sie eisern. Auch gegen Men­schen, die im Abfall nach Lebens­mit­teln suchen. (…) Die deut­schen Geset­ze sind hier ein­deu­tig und betrach­ten das Ent­wen­den von Waren aus einem Müll­con­tai­ner als Dieb­stahl, ver­gleich­bar dem Ent­wen­den aus einem Laden­re­gal. Zu einer Ankla­ge kommt es oft nur des­halb nicht, weil Markt­be­sit­zer ihre Anzei­gen zurück­zie­hen. Für Auf­se­hen sorg­te kürz­lich der Fall von zwei Münch­ner Stu­den­tin­nen. Sie hat­ten Gemü­se, Säf­te und Milch­pro­duk­te aus dem Con­tai­ner eines Ede­ka-Mark­tes geholt und wur­den dabei von zwei Poli­zis­ten auf­gegriffen. Das Gericht ver­ur­teil­te sie zu Stra­fen von jeweils 225 Euro auf Bewäh­rung und acht Stun­den Arbeit, aus­ge­rech­net bei der ört­li­chen Tafel. (…) Je nach­dem, wel­che Berech­nung man her­an­zieht, wer­den in Deutsch­land elf bis 18 Mil­lio­nen Ton­nen Lebens­mit­tel pro Jahr weg­ge­wor­fen. Das ist nicht nur mora­lisch empö­rend, son­dern auch öko­lo­gisch pro­ble­ma­tisch. Vie­le Acker­flä­chen könn­ten Natur­schutz­ge­bie­te sein, wenn alle Agrar­pro­duk­te tat­säch­lich ver­zehrt wür­den. (…) In Ham­burg möch­te Sena­tor Till Stef­fen nun einen Son­der­weg gehen: »Wir wol­len mit unse­rer Staats­an­walt­schaft dar­über reden. Sie hat nach der Straf­pro­zess­ord­nung die Mög­lich­keit, Ver­fah­ren wegen Gering­fü­gig­keit ein­zu­stel­len«, sag­te er dem Baye­ri­schen Rund­funk. Ähn­li­che Rege­lun­gen kennt man beim Besitz gerin­ger Men­gen von Can­na­bis in eini­gen Bun­des­län­dern. Wenn das Ham­bur­ger Modell Schu­le macht, könn­te eine schlei­chen­de Ent­kri­mi­na­li­sie­rung des Con­tai­nerns, Bun­des­land für Bun­des­land, fol­gen…” Bei­trag von Jan Stich vom 1. August 2019 aus Jung­le World 2019/​31 externer Link
  • [Peti­ti­on] Con­tai­nern ist kein Ver­bre­chen! Wir brau­chen eine Geset­zes­än­de­rung! 
    KANN ES STRAFBAR SEIN, WEGGEWORFENE ABER NOCH GENIEß­BA­RE LEBENSMITTEL AUS DEM CONTAINER VON EDEKA ZU RETTEN? IST ES GERECHT, WENN IN ZEITEN DER KLIMAERWÄRMUNG UND ZUNEHMENDER RESSOURCENKNAPPHEIT DIE VERSCHWENDUNG STRAFLOS BLEIBT UND DIE SPARSAMKEIT ZUM VERBRECHEN WIRD?
    Wir, Caro (27) und Fran­zi (25), waren am 4. Juni bei einem Ede­ka in unse­re Nähe con­tai­nern. An die­sem Abend hol­ten wir Gemü­se und eini­ge Milch­pro­duk­te dort aus der Ton­ne. Kurz bevor wir uns auf den Heim­weg machen woll­ten, tauch­te eine Poli­zei­strei­fe auf und nahm unse­re Per­so­na­li­en auf. Nun wird uns vor­ge­wor­fen, Lebens­mit­tel von Ede­ka „gestoh­len“ zu haben. Wir sind des „beson­ders schwe­ren Fall des Dieb­stahls“ (§ 243 StGB) ange­klagt. Laut Ede­ka beträgt der Wert des ent­stan­de­nen Scha­dens 100€. Die­se Ein­schät­zung beruht auf der Annah­me, dass die Lebens­mit­tel, die sich im Müll befan­den, noch ihrem Ver­kaufs­wert nach zu beur­tei­len sind. Unser momen­ta­nes Straf­maß beläuft sich auf 40 Tages­sät­ze a 30€ pro Per­son – DAS MACHT INSGESAMT 2400€. (…) GEMEINSAM FORDERN WIR:
    1. Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung muss gesetz­lich ver­bo­ten wer­den. Super­märk­te müs­sen dazu ver­pflich­tet wer­den, noch genieß­ba­re Lebens­mit­tel wei­ter zu ver­tei­len. Dabei gehen Län­der, wie Frank­reich und Wal­lo­ni­en, mit gutem Vor­bild vor­an.
    2. Poli­zei­li­che und straf­recht­li­che Ver­fol­gung von Con­tai­nern muss gestoppt wer­den. Con­tai­nern ist kein Ver­bre­chen!
    1. Ede­ka, hal­tet euch an eure Vor­sät­ze der Nach­hal­tig­keit und ver­schwen­det kei­ne Lebens­mit­tel!

    Zu For­de­run­gen 1. und 2. lie­gen bereits kon­kre­te Vor­schlä­ge für eine Geset­zes­än­de­rung in Form der Peti­ti­on 74584 des deut­schen Bun­des­ta­ges vom 02.11.2017 vor: „Eigen­tums­de­lik­te – Kei­ne Stra­fe für die Ret­tung genieß­ba­rer Lebens­mit­tel und ver­wert­ba­rer Sachen aus Mülltonnen/​Sperrmüll“…” Peti­ti­on bei cam­pact externer Link an die Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Kata­ri­na Bar­ley und den Vor­stands­vor­sit­zen­den der Ede­ka AG Mar­kus Mosa

Der Bei­trag Essen aus dem Müll geholt: Frau­en wegen “Con­tai­nerns” ver­ur­teilt – Peti­ti­on! erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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