[perspektive:] Kein politisches Motiv bei Brandstiftung in einer Flüchtlingsunterkunft in Bad Aiblingen?

In einer Flüchtlingsunterkunft in Bad Aiblingen wurde 2019 drei Mal ein Brand gelegt. Der mutmaßliche Täter konnte nun von der Kriminalpolizei Rosenheim festgenommen werden und sitzt seit vergangenem Samstag in Untersuchungshaft. Laut Polizeimeldung sei jedoch kein politisches Motiv hinter der Tat zu erkennen.

Am Mon­tag­mor­gen, den 30.12.2019 gegen 3.00 in der Früh, bemerk­ten die Bewoh­ne­rIn­nen der Flücht­lings­un­ter­kunft in der Gang­ho­fer­stra­ße in Bad Aib­lin­gen, dass ein vor dem Gebäu­de ste­hen­des Sofa in Brand gesetzt wor­den war. Das Sofa stand an einer Haus­wand, die durch den Brand eben­falls stark ver­rußt wur­de. Die Bewoh­ne­rIn­nen schaff­ten es, das Feu­er selbst zu löschen. Es wur­de nie­mand ver­letzt, der Sach­scha­den die­ses ers­ten Bran­des beläuft sich auf etwa 2.000 Euro.

Das zwei­te Feu­er wur­de am Don­ners­tag, den 23.07.2020, kurz nach Mit­ter­nacht von den Bewoh­ne­rIn­nen der­sel­ben Unter­kunft ent­deckt. Die­ses Mal wur­de die Küche des Anwe­sens in Brand gesetzt, ver­mut­lich bewerk­stel­lig­te der Täter dies durch das auf Kipp ste­hen­de Fens­ter der Küche. Die Bewoh­ne­rIn­nen schaff­ten es erneut, den Brand selbst zu löschen, es ent­stand ein Sach­scha­den von etwa 1.500 Euro.

Letz­ten Don­ners­tag, am 13.08.2020, wur­de gegen 1.00 Uhr das drit­te Feu­er ent­zün­det. Die­ses Mal wur­de im Bereich eines Fens­ter­bretts und der Ein­gangs­tür eines leer­ste­hen­den Geschäfts, dass sich im sel­ben Gebäu­de befin­det, ein klei­nes Feu­er ent­zün­det. Dadurch wur­den so wohl der Ein­gangs­be­reich als auch die Fens­ter ver­schmort. Das Feu­er ist ver­mut­lich von selbst erlo­schen und hat so kei­nen grö­ße­ren Scha­den anrich­ten kön­nen.

Für die Ermitt­lun­gen wur­de eine Ermitt­lungs­grup­pe ein­ge­rich­tet. Sie setzt sich zusam­men aus der Staats­an­walt­schaft Traun­stein, Zweig­stel­le Rosen­heim und dem Fach­kom­mis­sa­ri­at für Staats­schutz­de­lik­te bei der Kri­mi­nal­po­li­zei­in­spek­ti­on Rosen­heim. Wäh­rend der Ermitt­lun­gen erhär­te­te sich der Ver­dacht gegen einen 59-jäh­ri­gen Mann aus Bad Aib­ling. Die Staats­an­walt­schaft erwirk­te einen Haft­be­fehl unter ande­rem wegen ver­such­ter schwe­rer Brand­stif­tung. Am Frei­tag wur­de der Mann ver­haf­tet und sitzt seit­dem in Unter­su­chungs­haft.

Am Sams­tag wur­de der mut­maß­li­che Täter dem zustän­di­gen Ermitt­lungs­rich­ter am Amts­ge­richt Rosen­heim vor­ge­führt und anschlie­ßend in eine Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt gebracht. Laut der Kri­mi­nal­po­li­zei Rosen­heim brach­ten die bis­he­ri­gen Ermitt­lun­gen „kei­ner­lei Hin­wei­se auf ein poli­ti­sches Motiv“. Die Tat­sa­che, dass der mut­maß­li­che Täter drei Mal die sel­be Asyl­un­ter­kunft in Brand setz­te, zählt also anschei­nend nicht.

Der Bei­trag Kein poli­ti­sches Motiv bei Brand­stif­tung in einer Flücht­lings­un­ter­kunft in Bad Aib­lin­gen? erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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