[labournet:] Frankreichs Präsident Macron rettet also die Libanesinnen und Libanesen: Vor den Einsätzen von Polizei und Armee mit französischen Waffen?

Auch bei den Protesten im Libanon spielen die Frauen eine zentrale Rolle, hier im November 2019 in Beirut„… Das Auf­kom­men der Losung „Tre­tet zurück oder hängt“, flan­kiert von sym­bo­li­schen Gal­gen, sagt viel über die Stim­mung vor Ort aus. Die Wut der ein­fa­chen Liba­ne­sen gegen „ihre“ Regie­rung ist so tief, dass kaum ein Minis­ter oder hoher Staats­be­am­ter es gewagt hat sich nach der Explo­si­on auf den Stra­ßen zu zei­gen. Als der Mil­lio­när und ex Pre­mier­mi­nis­ter Saad Hari­ri sich an den Ort der Explo­si­on wag­te, wur­de sein Kon­voi von wüten­den Demons­tran­ten über­rannt. Pre­mier­mi­nis­ter Hassan Diab wur­de schnell zum Kapi­tän eines sin­ken­den Schif­fes, das die Rat­ten eilig ver­lie­ßen. Unter unauf­halt­sa­men Druck bot er schließ­lich am 10. August, eine Woche nach der Explo­si­on, den Rück­tritt sei­ner Regie­rung an. Er ver­an­stal­te­te auch ein erbärm­li­ches Schau­spiel, als er die Kor­rup­ti­on und Kri­mi­na­li­tät einer poli­ti­schen Eli­te anpran­ger­te, deren Bit­ten er neun Mona­te lang nach­ge­kom­men war. (…) Der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron erkann­te schnell die poli­ti­schen Trag­wei­te die­ser Situa­ti­on und beeil­te sich, der ers­te inter­na­tio­na­le Füh­rer zu sein, der das zer­stör­te Bei­rut nach der Explo­si­on besuch­te. Nach­dem er wahr­schein­lich die Leh­ren aus den ernied­ri­gen­den Erfah­run­gen des Ex-Prä­si­den­ten Nico­las Sar­ko­zy im „ara­bi­schen Früh­lings“ gezo­gen hat­te – als die engen Bezie­hun­gen des fran­zö­si­schen Impe­ria­lis­mus zu den Regimes von Ben Ali und Gad­da­fi ent­larvt wur­den -, woll­te Macron kei­ne gute Gele­gen­heit für einen öffent­lich wirk­sa­men Auf­tritt ver­pas­sen, indem er sich von Kame­ras auf der Sei­te des Vol­kes ein­fan­gen ließ und die Kor­rup­ti­on anpran­ger­te. Hin­ter die­ser Hal­tung will Macron auch die ver­spro­che­ne Hil­fe für den Liba­non als Erpres­sungs­in­stru­ment nut­zen, um weit­rei­chen­de „Refor­men“ durch­zu­set­zen, die dem fran­zö­si­schen Kapi­tal zugu­te kom­men...“ – aus dem Bei­trag „Zorn der Bei­ru­ter Mas­sen ver­schärft poli­ti­sche Kri­se“ am 17. August 2020 im Sozia​lis​mus​.info externer Link unter ande­rem eben über die Bedeu­tung des Auf­tritts des „Ret­ters aus Paris“ in Bei­rut. Zur Wirk­lich­keit hin­ter Hil­fe-Phra­sen drei wei­te­re Bei­trä­ge (dar­un­ter auch zwei älte­re) –über die Alter­na­ti­ve zur aktu­el­len EU-Poli­tik (Schul­den­strei­chung für den Liba­non) und die Geschich­te der Auf­rüs­tung des Liba­non durch Frank­reich in den letz­ten Jah­ren – sowie den Hin­weis auf unse­ren bis­her letz­ten Bei­trag zum Liba­non nach der Explo­si­on:

Der Bei­trag Frank­reichs Prä­si­dent Macron ret­tet also die Liba­ne­sin­nen und Liba­ne­sen: Vor den Ein­sät­zen von Poli­zei und Armee mit fran­zö­si­schen Waf­fen? erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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