[perspektive:] Polizei verhindert Hanau-Gedenkdemo in Hamburg – Tausende demonstrieren bundesweit

Am 19. Februar ermordete ein rechter Attentäter in der hessischen Stadt Hanau neun Menschen: Ferhat Ünvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kalojan Welkow, Fatih Saraçoğlu, Said Nessar El Hashemi und Vili Viorel Păun. Sechs Monate nach dem rechten Terror sind gestern in 40 Städten Menschen auf die Straße gegangen, um der Ermordeten zu gedenken. In Hamburg verhinderte die Polizei eine Demonstration, da zu viele Menschen gekommen waren.

In ganz Deutsch­land sind ges­tern Men­schen auf die Stra­ße gegan­gen, um der neun Men­schen zu geden­ken, die Opfer des rech­ten Ter­rors von Hanau wur­den.

In 40 Städ­ten waren laut der Web­site der Initia­ti­ve 19. Febru­ar Aktio­nen ange­kün­digt. Um Genau 19 Uhr fand dann in ganz Deutsch­land auf die­sen Kund­ge­bun­gen eine Schwei­ge­mi­nu­te statt. In meh­re­ren Städ­ten wur­den die Geden­ken mit Demons­tra­tio­nen – teil­wei­se davor, teil­wei­se im Anschluss – ver­bun­den.

In Hanau sam­mel­ten sich etwa 200 Men­schen, dar­un­ter auch meh­re­re Ange­hö­ri­ge. Hier wird am Sams­tag eine bun­des­wei­te Demons­tra­ti­on statt­fin­den, meh­re­re tau­send Men­schen wer­den erwar­tet.

Ges­tern fand in #Hanau das Geden­ken zum 19.8.20. statt, 6 Mona­te nach den ras­sis­ti­schen Anschlä­gen – und in vie­len Städ­ten in ganz Deutsch­land.

Kaloy­an, Fer­hat, Mer­ce­des, Sedat, Gök­han, Ham­za, Vili, Nesar, Fatih.

Wir wer­den Euch nie ver­ges­sen.#SayTheir­N­a­mes pic​.twit​ter​.com/​y​E​4​x​L​F​F​Ya3

— Initia­ti­ve 19. Febru­ar Hanau (@19FebruarHanau) August 20, 2020

In Ber­lin demons­trier­ten etwa 4.000 Men­schen gegen rech­ten Ter­ror.

Yal­la Yal­la Migran­ti­fa! Power to the peop­le!

Star­ke #Hanau-Gedenk­de­mo in Ber­lin!#SayTheir­N­a­mes

#1908 #Neu­ko­elln @BEMigrantifa https://t.co/tVasKDjmjV pic​.twit​ter​.com/​e​h​2​P​Z​e​Q​41u

— Kein Gene­ral­ver­dacht #Remem­ber­Ha­nau (@KeinGeneralverd) August 20, 2020

In Köln kamen ca. 650 Per­so­nen in der Keu­p­stra­ße zusam­men, wo der Natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Unter­grund im Jah­re 2004 einen Nagel­bom­ben­an­schlag ver­üb­te. Anschlie­ßend zog die laut­star­ke Demons­tra­ti­on zum Wie­ner Platz im Köl­ner Stadt­teil Mül­heim.

Auch wir waren heu­te in #Köln in Geden­ken an die vor 6 Mona­ten in #Hanau ermor­de­ten auf der Stra­ße #k1908 #Hanau­WarK­einEin­zel­fall pic​.twit​ter​.com/​U​Y​d​r​p​V​v​ovX

— Soli­da­ri­täts­netz­werk (@soli_netz) August 19, 2020

In Ham­burg kamen rund 800 Per­so­nen zur Kund­ge­bung. Da für die Demons­tra­ti­on von der S‑Bahn-Sta­ti­on Ved­del aus zum Stü­ben­platz aber nur 500 Per­so­nen ange­mel­det waren, ließ die Poli­zei die Demons­tra­ti­on nicht los lau­fen. Als Begrün­dung muss­te offen­bar her­hal­ten, dass mit dem gebo­te­nen Coro­na-Abstand nur 500 Per­so­nen auf den Stü­ben­platz pass­ten.

Weil 800 statt nur, wie ange­mel­det, 500 Per­so­nen zur Demons­tra­ti­on zum #Geden­ken unter dem Mot­to #6MonateNachHanau gekom­men sind, darf die Demo in #Ham­burg nicht los­lau­fen. Die Poli­zei ver­sperrt den Weg. #hh1908 pic​.twit​ter​.com/​m​q​B​h​s​d​2​L2s

— Jan­nis Gro­ße (@jannisgrosse) August 19, 2020

Die Ver­hand­lun­gen der Anmel­de­rIn­nen schei­ter­ten. Aus die­sem Grun­de zogen nach etwa einer Stun­de rund 200 Per­so­nen über ande­re Stra­ßen an der Poli­zei vor­bei und beweg­ten sich als unan­ge­mel­de­te Spon­tan-Demons­tra­ti­on in Rich­tung Wil­helms­burg, wie der Jour­na­list Jan­nis Gros­se berich­tet.

Die Poli­zei habe die Spon­ti noch die Har­bur­ger Chaus­see ent­lang zie­hen las­sen und ver­such­te sie erst in der Georg-Wil­helm-Stra­ße zu stop­pen, dabei wur­de auch Pfef­fer­spray ein­ge­setzt. Die Teil­neh­me­rIn­nen der Spon­tan­de­mo ver­streu­ten sich zunächst, sam­mel­ten sich spä­ter aber wie­der auf dem Stü­ben­platz, wo eine Ersatz­kund­ge­bung als Abschluss der Demons­tra­ti­on ange­mel­det wor­den war.

Der Bei­trag Poli­zei ver­hin­dert Hanau-Gedenk­de­mo in Ham­burg – Tau­sen­de demons­trie­ren bun­des­weit erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

Read More