[SAV:] Warum musste Leo Trotzki sterben?

Avenida Río Churubusco 410, Coyoacán, Mexico Stadt, 20. April 1940, 17:20 Uhr: Natalia Sedowa erfasst das Grauen, als sie ihren Mann schreiend und blutüberströmt aus seinem Arbeitszimmer wanken sieht, einen Eispickel im Hinterkopf. Eine Zeit lang kämpft er noch um sein Leben, doch am nächsten Tag erliegt der russische Revolutionär Leo Trotzki (60) seinen Verletzungen. 300 000 Menschen kommen zu seinem Begräbnis.

von Conny Dahmen, Köln

Dem Mör­der, Ramón Mer­ca­der, gelingt die Flucht nicht mehr, Trotz­ki kann ihn mit Hil­fe sei­ner Leib­wäch­ter noch fest­hal­ten. Der GPU-Geheim­agent hat­te sein Opfer seit Jah­ren ver­folgt, sein Umfeld infil­triert, sich sogar mit einer Sekre­tä­rin Trotz­kis ver­lobt, bis er sich uner­kannt den Zutritt zu Sedo­was und Trotz­kis Haus erschlei­chen konn­te. 1960, nach sei­ner Haft­ent­las­sung, wird ihm für sei­ne Tat der Titel eines Hel­den der Sowjet­uni­on ver­lie­hen. Bereits weni­ge Mona­te zuvor hat­te der sta­li­nis­ti­sche Maler David Alfa­ro Siquei­ros ein erfolg­lo­ses Atten­tat mit Maschi­nen­pis­to­len orga­ni­siert; danach wur­de das Anwe­sen strengs­tens bewacht. Bei­de sahen sich als Voll­stre­cker eines Todes­ur­teils, das über Trotz­ki bereits 1934 in Abwe­sen­heit bei einem Schau­pro­zess gefällt wor­den war.

War­um muss­te Leo Trotz­ki ster­ben? Wie konn­te die­ser alte Mann, der bereits drei Jah­re lang im mexi­ka­ni­schen, zuvor im tür­ki­schen und nor­we­gi­schen Exil gelebt hat­te, das Sta­lin-Regime noch der­ma­ßen in Angst und Schre­cken ver­set­zen, dass es ihn um den hal­ben Erd­ball jag­te?

Trotz­ki war der letz­te der alten bol­sche­wis­ti­schen Führer*innen der Okto­ber­re­vo­lu­ti­on. Die­je­ni­gen, die nicht eines natür­li­chen Todes gestor­ben waren, hat­te Sta­lin aus dem Weg räu­men las­sen. Als Vor­sit­zen­der des Petro­gra­der Sowjets 1905 sowie 1917 war er einer der wich­tigs­ten Orga­ni­sa­to­ren der Okto­ber­re­vo­lu­ti­on, spä­ter Volks­kom­mis­sar (so hie­ßen in der Sowjet­uni­on die Minis­ter) für äuße­re Ange­le­gen­hei­ten und Grün­der und Füh­rer der Roten Armee im Bür­ger­krieg. Der Bür­ger­krieg wur­de gewon­nen, aller­dings unter gro­ßen Opfern. Vie­le der bes­ten Kommunist*innen star­ben, das Land war zer­stört, die Pro­duk­ti­on am Boden. Die mili­tä­risch gestärk­te, aber poli­tisch geschwäch­te Räte­macht sah sich gezwun­gen, erst Bau­ern­auf­stän­de nie­der­zu­schla­gen, und schließ­lich mit der “Neu­en Öko­no­mi­schen Poli­tik” markt­wirt­schaft­li­che Ele­men­te wie­der ein­zu­füh­ren.

Kampf gegen den Stalinismus

In sei­ner Ana­ly­se des Sta­li­nis­mus zeigt Trotz­ki auf, dass für die Ent­wick­lung des Sozia­lis­mus gesell­schaft­li­cher Über­fluss vor­han­den sein muss, da sonst nur der Man­gel ver­all­ge­mei­nert wür­de. Die­ser Man­gel ließ in der Sowjet­uni­on eine pri­vi­le­gier­te Par­tei­kas­te mit eige­nen Inter­es­sen und dem neu­en Gene­ral­se­kre­tär Sta­lin an der Spit­ze ent­ste­hen, die immer mehr Macht in ihren Hän­den kon­zen­trier­te.

Trotz­ki wur­de poli­tisch kalt­ge­stellt, denn er hat­te von Anfang an vor den gefähr­li­chen Aus­wüch­sen der Büro­kra­tie und ihrer fal­schen kon­ser­va­ti­ven und natio­na­lis­ti­schen Poli­tik gewarnt. Er sah hier kei­ne klas­si­sche kapi­ta­lis­ti­sche Kon­ter­re­vo­lu­ti­on, son­dern einen poli­ti­schen Rück­schlag der Revo­lu­ti­on, der eine neue Schicht domi­nie­ren ließ. Nicht die alte herr­schen­de Klas­se kam zurück an die Macht, son­dern eine abge­ho­be­ne büro­kra­ti­sche Schicht stütz­te sich auf die neu­en sozia­len Ver­hält­nis­se, die durch die Revo­lu­ti­on geschaf­fen wur­den: Auf das staat­li­che Eigen­tum an den Pro­duk­ti­ons­mit­teln und die Plan­wirt­schaft. Um die Macht zurück zu gewin­nen, sei eine poli­ti­sche Revo­lu­ti­on not­wen­dig, wel­che die Pro­duk­ti­ons­wei­se auf­recht­erhält und die Arbeiter*innendemokratie wie­der­her­stellt, wie Trotz­ki in sei­nem Werk „Ver­ra­te­ne Revo­lu­ti­on“ von 1936 dar­legt.

Zehn­tau­sen­de Bol­sche­wi­ki stan­den ihm in sei­nem Kampf zur Sei­te und schlos­sen sich zwi­schen 1927 und 1923 der Platt­form der Lin­ken Oppo­si­ti­on an. Lenins Wider­stand gegen die Büro­kra­tie ende­te mit sei­nem Tod Anfang 1924, was Sta­lins Macht­po­si­ti­on enorm stärk­te. Die­se ver­tei­dig­te er nicht nur durch eine bei­spiel­lo­se Ver­leum­dungs­kam­pa­gne gegen den „kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­ren Trotz­kis­mus“, son­dern auch durch eine Poli­tik, die Trotz­kis Erkennt­nis­sen dia­me­tral ent­ge­gen stand.

Wäh­rend die Lin­ke Oppo­si­ti­on wei­ter für Inter­na­tio­na­lis­mus stand und die Rus­si­sche Revo­lu­ti­on als ers­ten Schritt in Rich­tung einer Welt­re­vo­lu­ti­on sah, begrün­de­te die Par­tei­spit­ze mit der Theo­rie des „Sozia­lis­mus in einem Land“, war­um die Ver­tei­di­gung der Sowjet­uni­on – und damit Macht und Pri­vi­le­gi­en der Büro­kra­tie – über die Aus­deh­nung der inter­na­tio­na­len Revo­lu­ti­on gestellt wer­den müs­se, wel­che die­se Macht und Pri­vi­le­gi­en infra­ge gestellt hät­te.

Der Theo­rie der „Per­ma­nen­ten Revo­lu­ti­on“ setz­te Sta­lin die alte Etap­pen­theo­rie eines falsch ver­stan­de­nen Mar­xis­mus ent­ge­gen, der­zu­fol­ge in wirt­schaft­lich wenig ent­wi­ckel­ten Län­dern zunächst die bür­ger­li­che Revo­lu­ti­on durch­ge­führt und ein funk­tio­nie­ren­der Kapi­ta­lis­mus auf­ge­baut wer­den müs­se, bevor zu einem – sehr viel – spä­te­ren Zeit­punkt eine sozia­lis­ti­sche Umwand­lung der Gesell­schaft mög­lich sei. Vor dem Hin­ter­grund die­ser Theo­rien wur­den immer wie­der wich­ti­ge Chan­cen für die inter­na­tio­na­le Revo­lu­ti­on ver­spielt, mit einem enor­men Blut­zoll für die Arbeiter*innenklasse. So ver­ord­ne­te Sta­lin der chi­ne­si­schen KP, sich der bür­ger­li­chen Kuomintang-Par­tei zu fügen. 1927 kün­dig­te die­se die Zusam­men­ar­beit auf, ihre Trup­pen rich­te­ten ein Mas­sa­ker an Arbeiter*innen in Shang­hai an und zer­schlu­gen die KP in den Städ­ten.

Die Permanente Revolution

Trotz­kis gefähr­lichs­te Waf­fe war das geschrie­be­ne Wort – und das bis heu­te. Sei­ne „Theo­rie der Per­ma­nen­ten Revo­lu­ti­on“, die er 1906 in sei­ner Bro­schü­re „Ergeb­nis­se und Per­spek­ti­ven“ dar­leg­te, beschreibt auch heu­te noch die Auf­ga­ben revo­lu­tio­nä­rer Bewe­gun­gen in der neo­ko­lo­nia­len Welt. Trotz­ki zufol­ge ist die natio­na­le kapi­ta­lis­ti­sche Klas­se in Län­dern mit ver­spä­te­ter kapi­ta­lis­ti­scher Ent­wick­lung, wie damals im zaris­ti­schen Russ­land, zu schwach, um die bür­ger­li­che Revo­lu­ti­on durch­zu­füh­ren – also die Land­ver­tei­lung zu klä­ren, eine bür­ger­li­che Demo­kra­tie zu eta­blie­ren und die natio­na­le Fra­ge zu lösen. Die­se fort­schritt­li­che Rol­le kann dann nur die städ­ti­sche Arbeiter*innenklasse auf­grund ihres revo­lu­tio­nä­ren Poten­zi­als und ihrer Stel­lung im Pro­duk­ti­ons­pro­zess spie­len und die damals weit­aus grö­ße­re Klas­se der Bäuer*innen in der Revo­lu­ti­on lei­ten.

Hat sie die Macht in einem unter­ent­wi­ckel­ten Land erst ein­mal errun­gen, müs­se sie unwei­ger­lich mit der sozia­lis­ti­schen Umwand­lung des Eigen­tums begin­nen, um die demo­kra­ti­schen Auf­ga­ben der bür­ger­li­chen Revo­lu­ti­on zu erfül­len. In die­sem Sin­ne also ist die Revo­lu­ti­on „per­ma­nent“, weil sie wei­ter­geht als die bür­ger­li­che Revo­lu­ti­on.

Dies ist beim „Ara­bi­schen Früh­ling“ aus­ge­blie­ben und so konn­ten zwar eini­ge Dik­ta­to­ren gestürzt, nicht aber Armut und Unter­ent­wick­lung besei­tigt wer­den. Die Bewe­gun­gen sind nicht weit genug gegan­gen, so dass wir heu­te erneu­ten Krieg, Ter­ror und Elend in Syri­en, Liba­non usw. sehen. Trotz­ki weist in die­sem Zusam­men­hang aber auch auf die Not­wen­dig­keit einer inter­na­tio­na­len Aus­deh­nung sozia­lis­ti­scher Revo­lu­tio­nen hin.

Die Bolschewiki stürzen den Kapitalismus

Auf Grund­la­ge die­ser Erkennt­nis­se rie­fen Trotz­ki und Lenin, als sie im Früh­jahr 1917 aus dem jewei­li­gen Exil nach Russ­land zurück kehr­ten, zur Macht­über­nah­me durch die Arbei­ter­klas­se auf – was ihnen reich­lich Kri­tik und Lenin den Vor­wurf des „Trotz­kis­mus“ in der Par­tei ein­brach­te. Im Febru­ar hat­te eine Revo­lu­ti­on den Zaren zu Fall und die bür­ger­li­che Pro­vi­so­ri­sche Regie­rung an die Macht gebracht, die aber die For­de­run­gen der Mas­sen nach Land, Brot und Frie­den nicht erfül­len konn­te.

Wie­der bil­de­ten sich Arbei­ter- und Sol­da­ten­rä­te, die neben dem rus­si­schen Par­la­ment ein selb­stän­di­ger Macht­fak­tor wur­den. Lenins „April­the­sen“ fuß­ten auf Trotz­kis Theo­rie der Per­ma­nen­ten Revo­lu­ti­on. Trotz­ki als frü­he­rer Kri­ti­ker von Lenins Vor­stel­lun­gen von der revo­lu­tio­nä­ren Par­tei hat­te sich zwi­schen­zeit­lich vom bol­sche­wis­ti­schen Orga­ni­sa­ti­ons­ver­ständ­nis über­zeu­gen las­sen und wur­de umge­hend in das Zen­tral­ko­mi­tee der Par­tei gewählt.

Den bol­sche­wis­ti­schen Anführer*innen der Okto­ber­re­vo­lu­ti­on war aller­dings bewusst, dass die sozia­lis­ti­sche Revo­lu­ti­on zwar in Russ­land begon­nen, aber in Deutsch­land und im Rest Euro­pas voll­endet wer­den müs­se, sonst wäre sie ver­lo­ren. Doch die revo­lu­tio­nä­re Wel­le gegen Ende des Krie­ges gegen Ende des Krie­ges wur­de über­all sonst nie­der­ge­schla­gen oder ver­ein­nahmt. Die jun­ge Sowjet­re­pu­blik blieb iso­liert und sah sich sogleich einer Inva­si­on zahl­rei­cher mili­tä­ri­scher Ein­hei­ten der impe­ria­lis­ti­schen Arme­en aus­ge­setzt. Den jah­re­lan­gen blu­ti­gen Bür­ger­krieg konn­ten die extrem opfer­be­rei­ten Revolutionär*innen zwar gewin­nen, die Wirt­schaft brach jedoch zusam­men und die Demo­kra­tie in den Sowjets und in der Par­tei blieb auf der Stre­cke.

Faschismus-Analyse

Die revo­lu­tio­nä­ren Mög­lich­kei­ten der frü­hen 1920er Jah­re vor allem in Deutsch­land, aber auch in Ita­li­en und Ungarn wur­den ver­passt. Spä­ter hat­te die fal­sche Poli­tik der (von Sta­lin kon­trol­lier­ten) Kom­mu­nis­ti­schen Inter­na­tio­na­le in Deutsch­land und Spa­ni­en ver­hee­ren­de Aus­wir­kun­gen. Das erleich­ter­te Hit­ler die Macht­er­grei­fung und die Vor­be­rei­tung auf den Krieg.

Trotz­ki erkann­te im Faschis­mus eine beson­de­re Form der bür­ger­lich-kapi­ta­lis­ti­schen Reak­ti­on auf eine schwe­re Kri­se des wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Sys­tems. Auf Grund­la­ge einer Mas­sen­ba­sis im Klein­bür­ger­tum, zum Bei­spiel bei Bau­ern, klei­nen Gewer­be­trei­ben­den oder Beam­ten und und bei den ver­arm­ten Erwerbs­lo­sen, im soge­nann­ten „Lum­pen­pro­le­ta­ri­at“, konn­te er alle Orga­ni­sa­tio­nen der Arbeiter*innenbewegung zer­stö­ren.

Trotz­kis Schluss­fol­ge­rung, dass das Bür­ger­tum kein Bünd­nis­part­ner im Kampf gegen den Faschis­mus sein kann, da es mit sei­nem Sys­tem die Basis für ihn berei­tet, gilt auch heu­te noch. Eben­so wie sei­ne drin­gen­de Emp­feh­lung an die KPD, eine Ein­heits­front mit der SPD als Par­tei mit gro­ßer Arbeiter*innenbasis zu bil­den und den Faschis­mus so zurück zu schla­gen. Dies lehn­te die KPD ab, beschimpf­te die SPD statt­des­sen und erklär­te, der „Sozi­al­fa­schis­mus“ der SPD sei noch gefähr­li­cher als Hit­ler.

Nach dem blu­ti­gen Schei­tern die­ser Sozi­al­fa­schis­mus-Theo­rie schwenk­ten die Sta­li­nis­ten inter­na­tio­nal um und erklär­ten die „Volks­front“ zum Leit­fa­den ihrer Poli­tik, was sich wie­der­um im Kampf gegen den Faschis­mus in Spa­ni­en als fatal erwei­sen soll­te. Nun soll­ten die kom­mu­nis­ti­schen Par­tei­en Bünd­nis­se mit pro-kapi­ta­lis­ti­schen Par­tei­en ein­ge­hen, um die bür­ger­li­che Demo­kra­tie zu ver­tei­di­gen.

Der Hin­ter­grund dafür war der Ver­such, eine erfolg­rei­che sozia­lis­ti­sche Revo­lu­ti­on in Spa­ni­en zu ver­mei­den, die zu wei­te­ren Erhe­bun­gen in Euro­pa und damit in der Wei­ter­ent­wick­lung zu einer mög­li­chen Ent­mach­tung der Sta­lin-Büro­kra­tie geführt hät­te. In Spa­ni­en war die Fol­ge die­ser Poli­tik der Sieg und die jahr­zehn­te­lan­ge blu­ti­ge Herr­schaft des Faschis­mus.

Die „Feder“ ist nicht zu schlagen

Der Kampf der Lin­ken Oppo­si­ti­on in Russ­land wur­de immer schwie­ri­ger, die Ver­fol­gung ihrer Mit­glie­der durch Staats­ap­pa­rat und Geheim­po­li­zei här­ter. Sie wur­den aus der Par­tei aus­ge­schlos­sen, ver­haf­tet, in den Tod getrie­ben oder liqui­diert. Trotz­ki wur­de 1928 auf die Insel Büyü­ka­da vor Istan­bul ver­bannt, wo er sei­ne Kon­tak­te mit lin­ken Oppo­si­tio­nel­len aus ver­schie­de­nen Län­dern ver­stärk­te.

Als die III. Inter­na­tio­na­le, mitt­ler­wei­le Instru­ment des Sta­li­nis­mus, offen­sicht­lich poli­tisch ver­lo­ren war, grün­de­ten rund 3000 Marxist*innen 1938 die IV. Inter­na­tio­na­le, die sofort auf ent­schie­de­ne Geg­ner stieß: Den Sta­li­nis­mus, die schwa­che Sozi­al­de­mo­kra­tie, den Impe­ria­lis­mus und natür­lich den Faschis­mus.

Die Unter­drü­ckung und der sta­li­nis­ti­sche Ter­ror in Russ­land erreich­te mit den Mos­kau­er Schau­pro­zes­sen von 1936 bis 1938 eine neue Qua­li­tät: Min­des­tens acht Mil­lio­nen Men­schen wur­den ver­haf­tet, fünf bis sechs Mil­lio­nen star­ben in den Gulags, unter ihnen auch Fami­li­en­mit­glie­der Trotz­kis, die gar nicht poli­tisch aktiv waren. Vie­le Revolutionär*innen wur­den in die­ser Zeit gebro­chen. Selbst Die­go Rive­ra und Fri­da Kahlo, die Trotz­kis Asyl in Mexi­ko orga­ni­siert hat­ten, kro­chen Jah­re spä­ter zu Kreu­ze. 

Trotz­ki stand auch für kon­se­quen­ten Opti­mis­mus, selbst in sei­nen dun­kels­ten Stun­den. Im Febru­ar 1940 schrieb er in sei­nem als “Tes­ta­ment” bezeich­ne­ten “Tage­buch im Exil”:

“Mein Glau­be an eine kom­mu­nis­ti­sche Zukunft ist heu­te noch stär­ker als in mei­ner Jugend. Nata­scha hat das Fens­ter zur Hof­sei­te noch wei­ter geöff­net, damit die Luft bes­ser in mein Zim­mer strö­men kann. Ich kann den glän­zen­den grü­nen Rasen­strei­fen unter der Mau­er sehen, den kla­ren blau­en Him­mel dar­über und die Son­ne über­all. Das Leben ist schön. Die kom­men­de Genera­ti­on möge es rei­ni­gen von allem Bösen, von Unter­drü­ckung und Gewalt und es voll genie­ßen.”

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