[GAM:] Pakistan: Gerechtigkeit für Hayat Baloch und alle anderen Opfer der Unterdrückung!

Liga für die 5. Inter­na­tio­na­le, 22. August 2020, Info­mail 1115, 22. August 2020

Solidarität mit dem Aktionstag am 22. August 2020

Am 22. August wird in ganz Belut­schi­stan und in Karat­schi, Laho­re und hof­fent­lich auch in vie­len ande­ren Städ­ten Paki­stans eine wei­te­re Pro­test­wel­le gegen die Tötung von Per­so­nen aus der belut­schi­schen Bevöl­ke­rung statt­fin­den.

Es war die Ermor­dung des 25-jäh­ri­gen Stu­den­ten Hayat Baloch durch einen Sol­da­ten des Grenz­korps (Fron­tier Corps = FC) in Tur­bat (Stadt im Süd­wes­ten der Pro­vinz Belut­schi­stan und Ver­wal­tungs­sitz des Distrikts Kech), die zu einer Rei­he von Pro­tes­ten geführt hat, die am kom­men­den Sams­tag in koor­di­nier­ten Kund­ge­bun­gen gip­feln wer­den.

Der Mord an Hayat Baloch ver­an­schau­licht ein­mal mehr die Dis­kri­mi­nie­rung, den Miss­brauch und den Ter­ror, denen das belut­schi­sche Volk aus­ge­setzt ist. Hayat war ein Stu­dent im letz­ten Stu­di­en­jahr an der Fakul­tät für Phy­sio­lo­gie der Uni­ver­si­tät Karat­schi. Da die Uni­ver­si­tät wegen SARS CoV‑2 geschlos­sen wor­den war, hat­te er sich in Tur­bat auf­ge­hal­ten, um sei­nen Eltern zu hel­fen.

Am 13. August wur­de Hayat Baloch zusam­men mit eini­gen ande­ren Ein­hei­mi­schen vom Grenz­korps nach einer Explo­si­on in der Stadt fest­ge­nom­men. Es wur­de kein Grund für sei­ne Ver­haf­tung ange­ge­ben, und es gab kei­nen Anlass zu der Annah­me, dass er an der Initi­ie­rung der Explo­si­on betei­ligt war. Als Vor­wand für die Fest­nah­me durch die Sicher­heits­kräf­te reich­te aus, dass er Belut­sche war.

Er wur­de von einem Grenz­sol­da­ten acht (!) Mal mit Kugeln durch­siebt und ohne jede Gna­de ermor­det. Die­se Tat hat zu mas­si­ven Pro­tes­ten in Quet­ta, Karat­schi, dem Distrikt Kech und ande­ren Tei­len Belut­schi­stans geführt.

Die paki­sta­ni­schen Staats­be­hör­den und das Kom­man­do des Grenz­korps stel­len die­sen Mord als einen zufäl­li­gen Unfall dar, als ob 8 Schüs­se etwas ande­res als vor­sätz­lich gewe­sen sein könn­ten. Die­se bei­läu­fi­ge Miss­ach­tung der Ver­ant­wor­tung unter­streicht die Über­zeu­gung des FC, dass es über dem Gesetz steht.

Erst vor eini­gen Mona­ten wur­de Malik Naaz Baloch, eine Frau im Kech-Gebiet von Tur­bat, erschos­sen, weil sie sich einem bewaff­ne­ten Über­fall­ver­such wider­setzt hat­te, wäh­rend ihre vier­jäh­ri­ge Toch­ter Bramsh schwer ver­letzt wur­de. Es ist allen klar, dass sol­che mör­de­ri­schen Ban­den und Para­mi­li­tärs von den Sicher­heits­diens­ten unter­stützt wer­den. In den letz­ten Jahr­zehn­ten wur­den Tau­sen­de von belut­schi­schen Jugend­li­chen, Intel­lek­tu­el­len, Arbei­te­rIn­nen, Bau­ern und Bäue­rin­nen von ver­schie­de­nen staat­li­chen Streit­kräf­ten getö­tet oder fie­len dem erzwun­ge­nen „Ver­schwin­den­las­sen“ zum Opfer – ein bar­ba­ri­sches Mit­tel, um die sys­te­ma­ti­sche Unter­drü­ckung des belut­schi­schen Vol­kes immer wie­der zu ver­stär­ken.

Aber wie im Fall von Bramsh Baloch ist eine lan­des­wei­te Bewe­gung ent­stan­den, die Gerech­tig­keit für die Opfer von Mord und Repres­si­on for­dert; eine Bewe­gung, die die staat­li­chen Behör­den und Sicher­heits­kräf­te wie das Grenz­korps in Bedräng­nis gebracht hat. Die Pro­tes­te, mit denen Empö­rung und Besorg­nis über die außer­ge­richt­li­che Tötung von Hayat Baloch zum Aus­druck gebracht wer­den sol­len, wur­den vom Bramsh-Baloch-Soli­da­ri­täts­ko­mi­tee in ver­schie­de­nen Tei­len Belut­schi­stans orga­ni­siert, um zu beto­nen, dass es sich hier­bei nicht um einen iso­lier­ten Vor­fall han­delt. Trotz jahr­zehn­te­lan­ger Dro­hun­gen und Ein­schüch­te­run­gen zei­gen sich immer mehr Men­schen öffent­lich soli­da­risch.

Alle Kom­mu­nis­tIn­nen und Sozia­lis­tIn­nen, ja die gesam­te Arbei­te­rIn­nen­be­we­gung und alle demo­kra­ti­schen Kräf­te müs­sen sich mit der belut­schi­schen Bewe­gung soli­da­risch zei­gen, sie unter­stüt­zen und Soli­da­ri­täts­ak­tio­nen und ‑bot­schaf­ten in ganz Paki­stan und auf der gan­zen Welt orga­ni­sie­ren. Das Grenz­korps und ande­re Sicher­heits­diens­te sind Kräf­te der Unter­drü­ckung in Belut­schi­stan, die sich gegen die Selbst­be­stim­mung des Vol­kes rich­ten. Ihr über­grei­fen­des Ziel ist es, die Inter­es­sen des paki­sta­ni­schen und des glo­ba­len Kapi­tals zu sichern, sei es durch die Pro­gram­me des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds oder durch Chi­nas „neue Sei­den­stra­ße“.

Des­halb for­dern wir, dass alle mili­tä­ri­schen und halb­mi­li­tä­ri­schen Kräf­te unver­züg­lich aus Belut­schi­stan, Khy­ber Pakht­hunkhwa, Kasch­mir und ande­ren Gebie­ten abge­zo­gen wer­den. Man kann den staat­li­chen Behör­den und Diens­ten nicht trau­en, den Mord an Hayat Baloch und ande­ren zu unter­su­chen. Die Stu­den­tIn­nen, Arbei­te­rIn­nen und Gewerk­schaf­ten aus Kech und ande­ren Bezir­ken müs­sen einen eige­nen unab­hän­gi­gen Aus­schuss bil­den, der den Vor­fall unter­sucht und Arbei­te­rIn­nen- und Volks­tri­bu­na­le wählt, die dar­über ent­schei­den, wel­che Stra­fe den Kri­mi­nel­len zuteil wer­den soll.

Links

https://​www​.face​book​.com/​J​u​s​t​i​c​e​-​F​o​r​-​H​a​y​a​t​-​B​a​l​o​c​h​-​1​3​6​1​1​5​0​5​8​0​6​9​5​0​45/

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