[labournet:] [Eine Hürde weniger?] Die Krankschreibung in Papierform hat ausgedient

Dossier

Mag Wompel: Jagd auf Kranke - Rückkehrgespräche auf dem VormarschAb 2021 sol­len Arbeit­ge­ber durch die Kran­ken­kas­sen elek­tro­nisch über Beginn und Dau­er von Arbeits­un­fä­hig­keits­zei­ten infor­miert wer­den. Bis­lang müs­sen Arbeit­neh­mer zum Nach­weis ihrer Arbeits­un­fä­hig­keit beim Arbeit­ge­ber eine ärzt­li­che Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung ein­rei­chen, und zwar in Papier. Die­se Krank­schrei­bung (der „gel­be Zet­tel“) soll ab Anfang 2021 durch einen digi­ta­len Nach­weis ersetzt wer­den. Dann sol­len Arbeit­ge­ber, wenn sie vom Arbeit­neh­mer über das Vor­lie­gen einer krank­heits­be­ding­ten Arbeits­un­fä­hig­keit infor­miert wor­den sind, bei den Kran­ken­kas­sen elek­tro­nisch die Daten zu Beginn und Dau­er der Arbeits­un­fä­hig­keit abru­fen (kön­nen). Die ent­spre­chen­den gesetz­li­chen Ände­run­gen sind Bestand­teil des Drit­ten Büro­kra­tie­ent­las­tungs­ge­set­zes (BEG III), das die Bun­des­re­gie­rung im Sep­tem­ber 2019 im Ent­wurf vor­ge­legt hat. In der Geset­zes­be­grün­dung heißt es zum Hin­ter­grund der geplan­ten Ände­rung (Gesetz­ent­wurf vom 19.09.2019, S.2) (…) Die geplan­ten Ände­run­gen der Krank­schrei­bun­gen betref­fen nur gesetz­lich ver­si­cher­te Arbeit­neh­mer. Arbeit­neh­mer, die wegen Über­schrei­tens der Pflicht­ver­si­che­rungs­gren­ze pri­vat kran­ken­ver­si­chert sind, müs­sen wei­ter­hin ärzt­li­che Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gun­gen in Papier­form ein­rei­chen.” Info vom 02.10.2019 der Hen­sche Rechts­an­wäl­te externer Link und nun eine Reak­ti­on des DGB sowie wei­te­re Infos:

  • Arbeits­un­fä­hig­keit: Krank­schrei­bung künf­tig per Video-Chat New
    Wer sich beim Arbeit­ge­ber krank­mel­det, muss unver­züg­lich eine Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung vor­le­gen. In Zukunft ent­fällt dafür der Gang zum Arzt – zumin­dest unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen. Der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss hat beschlos­sen, dass Pati­en­ten nicht zwin­gend zur Unter­su­chung in die Pra­xis kom­men müs­sen, wenn sie eine Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung benö­ti­gen. Die Aus­stel­lung der umgangs­sprach­lich als Krank­schrei­bung bezeich­ne­ten Beschei­ni­gung ist künf­tig auch nach einer Video­sprech­stun­de mög­lich. Vor­aus­set­zun­gen: Der Pati­ent ist in der Pra­xis bekannt; Die Krank­heit kann in einer Video­sprech­stun­de unter­sucht wer­den. Wich­tig: Eine Krank­schrei­bung aus­schließ­lich auf Basis eines Tele­fo­na­tes, einer Chat-Befra­gung oder eines Online-Fra­ge­bo­gens ist nicht mög­lich. Außer­dem besteht kein Anspruch auf eine Online-Krank­schrei­bung. (…) Der G‑BA hat dafür die Arbeits­un­fä­hig­keits-Richt­li­nie ent­spre­chend ange­passt. Als Stan­dard für die Fest­stel­lung von Arbeits­un­fä­hig­keit gilt wei­ter­hin der Arzt­be­such. Wei­te­re Ände­run­gen der AU-Richt­li­nie: Ab dem 1. Janu­ar 2021 wird die Aus­fer­ti­gung der AU-​Be­schei­ni­gung für die Kran­ken­kas­se digi­ta­li­siert und elek­tro­nisch über­mit­telt. Arbeit­neh­mer, die für die Ver­sor­gung eines pfle­ge­be­dürf­ti­gen nahen Ange­hö­ri­gen in einer akut auf­ge­tre­te­nen Pfle­ge­si­tua­ti­on bis zu zehn Arbeits­ta­ge der Arbeit fern­blei­ben und in die­ser Zeit das soge­nann­te Pfle­ge­un­ter­stüt­zungs­geld als Ent­gel­tersatz­leis­tung erhal­ten, gel­ten nicht als Arbeits­un­fä­hig nach § 2 Pfle­ge­zeit­ge­setz. Das wur­de nun klar­ge­stellt…” Mel­dung vom 11. August 2020 beim Bund-Ver­lag externer Link
  • Erhöh­ter Kran­ken­stand durch Coro­na: Arbeit­ge­ber bekla­gen Zusatz­kos­ten /​Trotz Mehr­kos­ten kein Miss­brauch tele­fo­ni­scher Krank­schrei­bung 
    • Fol­gen der Coro­na-Kri­se: Erhöh­ter Kran­ken­stand kos­tet Arbeit­ge­ber 1.6 Mil­li­ar­den zusätz­lich
      “Wegen des sprung­haf­ten Anstiegs des Kran­ken­stan­des in der Coro­na-Kri­se müs­sen die Arbeit­ge­ber für die Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall zusätz­lich drauf­zah­len. (…) Der Kran­ken­stand der Beschäf­tig­ten war im März außer­ge­wöhn­lich stark gestie­gen. Das Insti­tut führt dies vor allem auf die bis Ende Mai befris­te­te Son­der­re­ge­lung der tele­fo­ni­schen Krank­schrei­bun­gen zurück. Rück­wir­kend zum 9. März muss­ten erkrank­te Arbeit­neh­mer beim Arzt nicht selbst vor­stel­lig wer­den. Sie erhiel­ten Krank­schrei­bun­gen allein auf­grund tele­fo­ni­scher Dia­gno­sen. Der von der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung fest­ge­stell­te Kran­ken­stand war dar­auf­hin von 4,5 Pro­zent der Ver­si­cher­ten am 1. März auf 6,5 Pro­zent am 1. April in die Höhe geschnellt. Auch nach Daten der Betriebs­kran­ken­kas­sen sei der Kran­ken­stand im März gegen­über Febru­ar um 1,2 Punk­te auf 6,7 Pro­zent gestie­gen, im April aber wie­der gesun­ken (…) Da der Kran­ken­stand im März außer­ge­wöhn­lich hoch gewe­sen sei, müss­ten die Arbeit­ge­ber bei der Ent­gelt­fort­zah­lung im lau­fen­den Jahr einen coro­na-beding­ten Son­der­ef­fekt von zusätz­lich 1,6 Mil­li­ar­den Euro schul­tern. „Zum Jah­res­en­de dro­hen damit die Kos­ten der Ent­gelt­fort­zah­lung bei Krank­heit auf knapp 69 Mil­li­ar­den Euro zu stei­gen“…“ Arti­kel von Bir­git Mar­schall vom 03.06.2020 in der Rhei­ni­schen Post online externer Link zur Stu­die des Köl­ner Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft externer Link und auch:
    • Lohn­fort­zah­lung: Trotz Mehr­kos­ten kein Miss­brauch tele­fo­ni­scher Krank­schrei­bung
      Der Anstieg der Krank­schrei­bun­gen im Zuge der Coro­na­kri­se lässt nach Berech­nun­gen des arbeit­ge­ber­na­hen Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW) die Aus­ga­ben für die Lohn­fort­zah­lung in die­sem Jahr um rund 1,6 Mil­li­ar­den Euro stei­gen. Das Insti­tut führt dies vor allem auf die bis Ende Mai gel­ten­den tele­fo­ni­schen Krank­schrei­bun­gen bei Erkäl­tun­gen zurück. Die Ärz­te hät­ten die­se erleich­ter­ten Rege­lun­gen umsich­tig genutzt und damit „einen sub­stanziellen Bei­trag zur Ein­däm­mung des Infek­ti­ons­ge­sche­hens geleis­tet“, heißt es in der heu­te ver­öf­fent­lich­ten Unter­su­chung. (…) Befürch­tun­gen, die Krank­schrei­bung per Tele­fon kön­ne miss­bräuch­lich in Anspruch genom­men wer­den, schei­nen sich vor dem Hin­ter­grund des April­werts nicht zu bestä­ti­gen, fol­gert der Autor der Stu­die, Jochen Pim­pertz.” Mel­dung vom 3. Juni 2020 bei aerz​te​blatt​.de externer Link
  • [Ab 1. Juni] Coro­na-Kri­se Tele­fo­ni­sche Krank­schrei­bung läuft aus
    Um das Infek­ti­ons­ri­si­ko zu sen­ken und Pra­xen zu ent­las­ten, konn­ten sich Pati­en­ten seit März ohne Besuch beim Arzt krank­schrei­ben las­sen. Die­se Son­der­re­gel läuft nun aus. (…) Es gilt wie­der die regu­lä­re Ver­sor­gung: alle Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten müs­sen wegen einer mög­li­chen Krank­schrei­bung in die Arzt­pra­xen kom­men und sich dort per­sön­lich unter­su­chen las­sen. (…)Ursprüng­lich soll­te die Regel schon im April aus­lau­fen – unter ande­rem Medi­zi­nier und Gewerk­schaf­ten hat­ten die Ent­schei­dung mas­siv kri­ti­siert. Nach einer wei­te­ren Ver­län­ge­rung Mit­te Mai nun die Rück­kehr zum Nor­mal­be­trieb: Nach Ansicht des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses lässt das die aktu­el­le Ein­schät­zung der Coro­na-Gefähr­dungs­la­ge zu. Die Arzt­pra­xen hat­ten in den ver­gan­ge­nen Wochen Zeit sich auf den Regel­be­trieb vor­zu­be­rei­ten. Beim GBA heißt es, die Aus­stat­tung mit Mas­ken und sons­ti­ger Schutz­aus­rüs­tung sei mitt­ler­wei­le wei­test­ge­hend gewähr­leis­tet. Vie­ler­orts wür­den belast­ba­re Hygie­nekon­zep­te prak­ti­ziert. Die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung unter­stützt das Aus­lau­fen der Son­der­re­gel und appel­liert an Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, wie­der in die Pra­xen zu gehen – schließ­lich könn­ten Ärz­te bei einer per­sön­li­chen Unter­su­chung auch ande­re Krank­hei­ten recht­zei­tig erken­nen und behan­deln. Soll­te sich in der Coro­na-Kri­se die Infek­ti­ons­dy­na­mik wie­der beschleu­ni­gen, kann auch wie­der neu ent­schie­den wer­den. Der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss behält sich vor, kurz­fris­tig wie­der eine neue Son­der­re­ge­lung zu beschlie­ßen.” Bei­trag von Clau­dia Plaß vom 01.06.2020 bei tages​schau​.de externer Link
  • Krank­schrei­bung per Tele­fon bleibt doch mög­lich 
    Krank­schrei­bun­gen wegen Erkäl­tun­gen sind in der Coro­na-Kri­se nun doch wei­ter­hin auch per Tele­fon mög­lich. Das teil­te der Vor­sit­zen­de des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses im Gesund­heits­we­sen (G‑BA), Josef Hecken, mit. Der Bun­des­aus­schuss, der mit Ver­tre­tern von Ärz­ten, Kli­ni­ken und gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen besetzt ist, wer­de sich im Lau­fe des Tages erneut mit dem The­ma befas­sen und mit “hoher Wahr­schein­lich­keit” eine Ver­län­ge­rung der Rege­lung bis zum 4. Mai 2020 beschlie­ßen. Ärz­te könn­ten “im Vor­griff auf die­se Ent­schei­dung” wei­ter­hin auf­grund tele­fo­ni­scher Ana­mne­se Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gun­gen aus­stel­len. Die Dau­er einer tele­fo­ni­schen Krank­schrei­bung soll dem­nach auf eine Woche begrenzt wer­den und kön­ne “bei fort­dau­ern­der Erkran­kung” ein­mal ver­län­gert wer­den. “Alle Ver­ant­wort­li­chen müs­sen der­zeit tages­ak­tu­ell und auf unsi­che­rer Erkennt­nis­la­ge neu abwä­gen und ent­schei­den, wie eine schritt­wei­se Her­stel­lung des regu­lä­ren Medi­zin­be­trie­bes unter Wah­rung des gebo­te­nen Infek­ti­ons­schut­zes mög­lich ist”, sag­te Hecken…” dpa-Mel­dung vom 20. April 2020 in der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Schluss mit tele­fo­ni­scher Krank­schrei­bung: Hef­ti­ge Kri­tik von Ärz­ten und Poli­ti­kern [und DGB] 
    Ab nächs­ter Woche müs­sen Arbeit­neh­mer mit Atem­wegs­er­kran­kung für ihre Krank­schrei­bung wie­der in Arzt­pra­xen. Die SPD sieht das als Pati­en­ten­ge­fähr­dung. Um sich bei leich­ten Atem­be­schwer­den krank­schrei­ben zu las­sen, müs­sen Ver­si­cher­te ab der kom­men­den Woche wie­der einen Arzt auf­su­chen. Der ent­spre­chen­de Beschluss des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses (G‑BA) fiel am Frei­tag in Ber­lin gegen die Stim­men der Ärz­te­schaft und stieß auch bei der SPD und Grü­nen auf hef­ti­ge Kri­tik. Er sehe dar­in eine Gefähr­dung der Pati­en­ten, sag­te der SPD-Gesund­heits­ex­per­te Karl Lau­ter­bach dem Tages­spie­gel. Die meis­ten Pra­xen sei­en nicht auf den zu erwar­ten­den Andrang vor­be­rei­tet, es könn­ten sich dort nun neue Coro­na-Infek­ti­ons­her­de bil­den. Die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) äußer­te eben­falls „Erstau­nen und Unver­ständ­nis“. Offen­bar habe dabei „auch der gro­ße Druck der Arbeit­ge­ber­sei­te eine ent­schei­den­de Rol­le gespielt“, mut­maß­te KBV-Vize Ste­phan Hof­meis­ter…” Arti­kel von Rai­ner Wor­atsch­ka vom 17.04.2020 beim Tages­spie­gel online externer Link und die Kri­tik:
    • DGB: Mög­lich­keit für tele­fo­ni­sche Krank­schrei­bung ver­län­gern statt abschaf­fen
      Der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss (G‑BA) hat beschlos­sen, dass es ab Mon­tag (20. April 2020) kei­ne tele­fo­ni­schen Krank­schrei­bun­gen bei Atem­wegs­be­schwer­den mehr geben soll. Die­se Mög­lich­keit war im Zuge der Coro­na-Kri­se geschaf­fen wor­den, um Arzt­pra­xen zu ent­las­ten und Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten zu schüt­zen. Der DGB kri­ti­siert die Ent­schei­dung und for­dert statt­des­sen eine Ver­län­ge­rung der Rege­lung. DGB-Vor­stand Anne­lie Bun­ten­bach: “Jetzt zu beschlie­ßen, sich bei Atem­wegs­be­schwer­den nicht mehr tele­fo­nisch krank­schrei­ben zu las­sen, zeugt von wenig Rea­li­täts­sinn des G‑BA und tie­fem Miss­trau­en gegen­über den Beschäf­tig­ten. Zum einen sind wir mit der Coro­na-Pan­de­mie noch lan­ge nicht über den Berg – sei­tens des G‑BA und der GKV-SV von Nor­ma­li­tät zu reden, ver­kennt voll­kom­men die bestehen­de Gefähr­dung durch das Coro­na-Virus und den ekla­tan­ten Man­gel an Schutz­aus­rüs­tung für das Per­so­nal in den Arzt­pra­xen.” “Zudem ist es wis­sen­schaft­lich erwie­sen, dass Beschäf­tig­te stark dazu nei­gen, erkrankt zur Arbeit zu gehen”, so Bun­ten­bach. “Das ist gera­de in Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie, in der vie­le Men­schen erheb­li­che Lohn­ein­bu­ßen erfah­ren, hoch gefähr­lich. Der DGB plä­diert daher für eine Wei­ter­gel­tung der Son­der­re­ge­lung, min­des­tens bis Ende des 1. Halb­jahrs.”” DGB-Pres­se­mit­tei­lung vom 19.04.2020 externer Link
    • [DKG] Fehl­ent­schei­dung zur Krank­schrei­bung muss revi­diert wer­den
      Die DKG stellt klar, dass der Beschluss, dass die Krank­schrei­bung per Tele­fon nicht mehr mög­lich ist, vom GKV-Spit­zen­ver­band und dem unpar­tei­ischen Vor­sit­zen­den des G‑BA getrof­fen wur­de, gegen die Stim­men der Ärz­te, Zahn­ärz­te und der Kran­ken­häu­ser. Wenn nun davon gespro­chen wird, dies sei eine Ent­schei­dung der Gemein­sa­men Selbst­ver­wal­tung, ist dies falsch. Es ist eine GKV-Spit­zen­ver­bands-Ent­schei­dung. Die DKG wird jede Initia­ti­ve, die­sen im Schnell­ver­fah­ren am Frei­tag getrof­fe­nen Beschluss zu revi­die­ren, unter­stüt­zen.” Pres­se­mit­tei­lung vom 18. April 2020 externer Link
  • Reak­ti­on auf Coro­na­vi­rus: Krank­schrei­bung bis zu sie­ben Tage tele­fo­nisch mög­lich – lei­der erst­mal zunächst nur für vier Wochen 
    Krank­mel­dun­gen sind ab sofort ein­fa­cher mög­lich: Pati­en­ten mit leich­ten Atem­wegs­er­kran­kun­gen kön­nen sich tele­fo­nisch von ihrem Arzt krank­schrei­ben las­sen. Das soll eine Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus ver­hin­dern. Zur Ent­las­tung der Ärz­te in der Coro­na­vi­rus-Kri­se kön­nen sich Pati­en­ten mit leich­ten Erkran­kun­gen der obe­ren Atem­we­ge leich­ter bis zu sie­ben Tage krank­schrei­ben las­sen. Dafür müs­sen Pati­en­ten die Arzt­pra­xen nicht auf­su­chen, eine tele­fo­ni­sche Rück­spra­che mit dem Arzt reicht aus. Dar­auf haben sich die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) und der Spit­zen­ver­band der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ver­stän­digt, wie bei­de Sei­ten mit­teil­ten. Die­se Ver­ein­ba­rung gel­te ab sofort und zunächst für vier Wochen…” Mel­dung vom 10.03.2020 bei tages​schau​.de externer Link und so auch die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) am 9.3.2020 externer Link
  • Digi­ta­le Krank­schrei­bung des in Deutsch­land akti­ven Por­tals soll in Frank­reich gestoppt wer­den 
    Wäh­rend in Deutsch­land bereits seit Ende 2018 die Web­site „au​-schein​.de“ aktiv ist, star­te­te das fran­zö­si­sche Pen­dant „arret​ma​la​die​.fr“ erst am 7. Janu­ar die­ses Jah­res. Bei­de Por­ta­le bie­ten Krank­schrei­bun­gen an, ohne dass ein Arzt­be­such not­wen­dig ist. Wie zuvor auch der deut­sche Ser­vice hat auch der fran­zö­si­sche Able­ger mit Start­schwie­rig­kei­ten zu kämp­fen. Die Ärz­te­zei­tung berich­tet von einer ange­kün­dig­ten Eil­kla­ge des höchs­ten Gre­mi­ums der fran­zö­si­schen Kran­ken­ver­si­che­run­gen Cais­se Natio­na­le d’Assurance Mala­die (CNAM). Dem­nach bemüht sich der Dach­ver­band um eine Schlie­ßung des Por­tals, das laut Ärz­te­blatt schon am ers­ten Tag wegen Über­las­tung über Stun­den hin­weg nicht zu errei­chen war. Auch Ärz­te­ver­bän­de äußer­ten sich kri­tisch, Kran­ken­schei­ne dürf­ten nicht wie eine Piz­za online bestellt wer­den. Die fran­zö­si­sche Ärz­te­kam­mer erwägt eben­falls recht­lich gegen das Por­tal vor­zu­ge­hen. (…)In Deutsch­land schreibt das Por­tal expli­zit, dass der Ser­vice nicht gegen­über gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen abge­rech­net wer­den kann. Die anfäng­li­che Fern­dia­gno­se über Whats­App wur­de vom Land­ge­richt Ham­burg unter­sagt, das Unter­neh­men hat gegen das Urteil Beru­fung ein­ge­legt. Zur Zeit arbei­tet „au​-schein​.de“ mit Ärz­ten in Schles­wig-Hol­stein zusam­men, da dort das soge­nann­te „Fern­be­hand­lungs­ver­bot“ nicht mehr gilt. Es ist jedoch noch immer umstrit­ten, inwie­weit die aus­ge­stell­ten Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gun­gen gül­tig sind und die Arbeits­wei­se des Por­tals rechts­si­cher ist. Durch künf­ti­ge Gesetz­ge­bung dürf­te das Anbie­ten der­ar­ti­ger Ser­vices aber ten­den­zi­ell leich­ter wer­den. So wer­den etwa Krank­mel­dun­gen in Papier­form ab Janu­ar 2021 durch ein elek­tro­ni­sches Mel­de­ver­fah­ren ersetzt externer Link.” Arti­kel von Jan Mer­klin­ger vom 20.01.2020 bei den Stutt­gar­ter Nach­rich­ten online externer Link
  • Digi­ta­ler “Gel­ber Schein”: Risi­ko für die Beschäf­tig­ten abge­wen­det. DGB hat­te “unbrauch­ba­ren Regie­rungs­ent­wurf” kri­ti­siert – mit Erfolg 
    Völ­lig über­stürzt woll­te die Bun­des­re­gie­rung die elek­tro­ni­sche Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung ein­füh­ren – und für Pan­nen bei der Über­mitt­lung aus­schließ­lich die Beschäf­tig­ten ver­ant­wort­lich machen. Der DGB hat­te mas­siv dage­gen pro­tes­tiert. Jetzt ist der umstrit­te­ne Pas­sus vom Tisch. (…) “Die Bun­des­re­gie­rung woll­te in einem über­stürz­ten Aktio­nis­mus zwei Jah­re frü­her als ursprüng­lich geplant die elek­tro­ni­sche AU ein­füh­ren und den schwar­zen Peter für die zu erwar­ten­den Pan­nen bei der Über­mitt­lung der Beschei­ni­gun­gen den Beschäf­tig­ten in die Schu­he schie­ben. So hät­te die Reform mehr gescha­det als genutzt”, so Anne­lie Bun­ten­bach wei­ter. “Gut, dass der Bun­des­tag im letz­ten Moment ein­ge­grif­fen hat, die gröbs­ten Unge­reimt­hei­ten besei­tigt und zumin­dest ein wenig Zeit für die Vor­be­rei­tung des Ver­fah­rens raus­ge­holt hat. Nun bleibt zu hof­fen, dass die Bun­des­re­gie­rung die Zeit bis Ende des Jah­res 2021 wirk­lich dafür nutzt, die­sen wich­ti­gen Schritt vor­zu­be­rei­ten. Erst wenn sicher ist, dass alle Beschäf­tig­ten von der elek­tro­ni­schen Über­mitt­lung pro­fi­tie­ren, kann die Bun­des­re­gie­rung den Büro­kra­tie­ab­bau fei­ern. Dar­an muss sich der Erfolg die­ser Reform mes­sen las­sen.” DGB-Mel­dung vom 24.10.2019 externer Link
  • Digi­ta­ler “Gel­ber Schein”: Vol­les Risi­ko bei den Beschäf­tig­ten? DGB kri­ti­siert “unbrauch­ba­ren Regie­rungs­ent­wurf” 
    Zwei Jah­re eher als geplant will die Bun­des­re­gie­rung die elek­tro­ni­sche Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung ein­füh­ren. Sie könn­te für alle Betei­lig­ten eine Erleich­te­rung sein – doch für Pan­nen bei der Über­mitt­lung sol­len aus­schließ­lich die Beschäf­tig­ten ver­ant­wort­lich gemacht wer­den. “Das ist inak­zep­ta­bel”, kri­ti­siert DGB-Vor­stand Anne­lie Bun­ten­bach. (…) Ursprüng­lich soll­te das Ver­fah­ren 2023 ein­ge­führt wer­den. Schon in die­sem Fall wäre zwei­fel­haft gewe­sen, dass das neue Ver­fah­ren stö­rungs­frei funk­tio­niert: Von den ins­ge­samt 170.000 Arzt­pra­xen der Ver­trags­ärz­te in Deutsch­land neh­men der­zeit 77.000 Arzt­pra­xen nicht an dem Tele­ma­tik-Ver­fah­ren teil, das jedoch eine zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für das Funk­tio­nie­ren der eAU ist. (…) Ein wei­te­res Pro­blem: Die Bun­des­re­gie­rung will eine neue aus­drück­li­che Nach­weis­pflicht der Arbeits­un­fä­hig­keit gegen­über dem Arbeit­ge­ber ein­füh­ren. Das bedeu­tet: Das mög­li­che Schei­tern der digi­ta­len Über­mitt­lung soll voll­stän­dig zu Las­ten der Beschäf­tig­ten gehen. Wenn der oder die Beschäf­tig­te unent­schul­digt sei­ner Arbeit fern­bleibt – was wohl auch pas­sie­ren kann, wenn die AU-Beschei­ni­gung den Arbeit­ge­ber nicht erreicht hat bzw. er sie nicht abru­fen kann – muss er mit arbeits­recht­li­chen Maß­nah­men sei­nes Arbeit­ge­bers bis hin zu einer Kün­di­gung rech­nen. (…) Die Bun­des­re­gie­rung geht offen­sicht­lich – und völ­lig zu Recht – davon aus, dass mas­sen­wei­se Pan­nen bei der Über­mitt­lung der eAUs pas­sie­ren wer­den. Des­halb möch­te sie in einem Atem­zug mit der Abschaf­fung der Vor­la­ge­pflicht des ‚gel­ben Scheins‘ durch die Beschäf­tig­ten die­se gleich­zei­tig ver­pflich­ten, ihre AU mit der vom Arzt aus­ge­stell­ten Abschrift nach­wei­sen zu müs­sen. Die zu erwar­ten­den Pan­nen und Aus­fäl­le der digi­ta­len Über­mitt­lung sol­len somit voll­stän­dig zu Las­ten der Beschäf­tig­ten gehen. Das ist inak­zep­ta­bel und bedeu­tet für alle Betei­lig­ten am Ende nicht weni­ger, son­dern mehr Büro­kra­tie.” DGB-Kri­tik vom 22. Okto­ber 2019 externer Link mit Link zur Stel­lung­nah­me des DGB zum Ent­wurf eines Drit­ten Geset­zes zur Ent­las­tung ins­be­son­de­re der mit­tel­stän­di­schen Wirt­schaft von Büro­kra­tie (Drit­tes Büro­kra­tie­ent­las­tungs­ge­setz)

Der Bei­trag [Eine Hür­de weni­ger?] Die Krank­schrei­bung in Papier­form hat aus­ge­dient erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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