[labournet:] „Fassungslos und entsetzt über so viel Skrupellosigkeit“ – Lufthansa droht mit Massenentlassungen trotz Milliarden Staatshilfen

Dossier

Zukunft erkämpfen: Lufthansa droht mit Massenentlassungen trotz Milliarden Staatshilfen“… Als sich abzeich­ne­te, dass die Coro­na­kri­se auch in Deutsch­land erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Wirt­schaft haben wür­de, war der Luft­han­sa-Kon­zern einer der ers­ten, die staat­li­che Unter­stüt­zung ver­lang­ten. Par­al­lel dazu rief Chef Cars­ten Spohr am 13.3. die Mitarbeiter*innen „zu Soli­da­ri­tät und Ver­zicht“ auf. Letz­te Woche wur­de bekannt, dass der deut­sche Staat mit einer Mil­li­ar­de Euro für den seit 1997 pri­va­ti­sier­ten Kon­zern ein­springt. Und nun kommt der Ham­mer: unter dem Deck­man­tel der Kri­se plant Luft­han­sa nun anschei­nend, die 100%ige Toch­ter „Ger­manwings“ abzu­wi­ckeln, und die 1400 Mitarbeiter*innen zu ent­las­sen. Zu gro­ßer Kos­ten­fak­tor (d.h. zu gute Arbeits­be­din­gun­gen), zu kämp­fe­risch – die Ger­manwings-Beleg­schaft ist dem Kon­zern schon seit lan­gem ein Dorn im Auge. Der Plan des Kon­zerns ist die Flug­li­nie zu schlie­ßen und die Mitarbeiter*innen zuerst zu ent­las­sen und dann nur teil­wei­se bei der neu­en Mar­ke „Euro­wings“, zu deut­lich schlech­te­ren Kon­di­tio­nen, wie­der ein­zu­stel­len. Die Abwick­lung und Auf­stel­lung eines Sozi­al­plans (Vorraus­set­zung für die Schlie­ßung von Kon­zern­tei­len bei Vor­han­den­sein eines Betriebs­rats) ist aber bis­her an Tricks und Fin­ten der Kon­zern­lei­tung geschei­tert – und an der Wei­ge­rung der Gewerk­schaf­ten, sich auf schlech­te Abschlüs­se für die Beschäf­tig­ten ein­zu­las­sen. Nun soll die aktu­el­le Kri­se genutzt wer­den, Ger­manwings „durch die Hin­ter­tür“ los­zu­wer­den. Und das, wäh­rend gleich­zei­tig Staats­hil­fen kas­siert wer­den, die ja angeb­lich Ent­las­sun­gen ver­hin­dern sol­len. Wie das geht? (…) Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung aus der Luft­han­sa-Chef­eta­ge wird für Diens­tag erwar­tet. Die Beschäf­tig­ten ver­su­chen nun mit aller Kraft Öffent­lich­keit für ihre Lage zu schaf­fen und ihren Pro­test sicht­bar zu machen. Daher der Auf­ruf: Teilt die Geschich­te, schreibt Pro­test-Mails an Luft­han­sa, wer­det krea­tiv… Erklä­rung der Gewerk­schaft UFO Pro­test­sei­te von Mitarbeiter*innen externer LinkPro­tes­te unter dem Hash­tag #WeA­re­Ger­manwings. Im Fol­gen­den doku­men­tie­ren wir Berich­te von Ger­manwings-Beschäf­tig­ten, die unse­rem Auf­ruf nach­ge­kom­men sind, uns ihre per­sön­li­che Situa­ti­on zu schil­dern…“ Bei­trag vom 06.04.2020 bei Zukunft erkämp­fen externer Link, sie­he auch Soli­da­ri­tät und Pro­tes­te:

  • Am Ran­de der Exis­tenz: Boden­per­so­nal der Luft­han­sa will Lohn­ein­bu­ßen nicht hin­neh­men. Pilo­ten­ver­ei­ni­gung stimmt Kür­zungs­kurs zu New
    Zwi­schen der Luft­han­sa und der Pilo­ten­ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) gibt es eine Eini­gung. Das teil­ten bei­de Sei­ten am Don­ners­tag über­ein­stim­mend mit. Die­se sol­le vor­erst bis Ende des Jah­res gel­ten und den Weg für wei­te­re Ver­hand­lun­gen über einen län­ger­fris­ti­gen Kri­sen­ta­rif­ver­trag frei­ma­chen. (…) Die Luft­han­sa ver­langt vom Per­so­nal Lohn­ver­zicht. Rund 22.000 Voll­zeit­stel­len will der Kon­zern welt­weit strei­chen, rund 11.000 davon in Deutsch­land. Um min­des­tens 20 Pro­zent sol­len die Per­so­nal­kos­ten redu­ziert wer­den. Nur so sei­en betriebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen zu ver­mei­den. Die VC ist bereit dazu. In schwie­ri­gen Zei­ten ste­he man hin­ter dem Kon­zern, hat­te die Pilo­ten­ver­tre­tung am Mitt­woch erklärt. Eine ers­te Eini­gung wur­de erzielt: Der Kon­zern stockt das Kurz­ar­bei­ter­geld weni­ger auf als geplant. Der Unter­neh­mer­bei­trag für die betrieb­li­chen Vor­sor­ge­leis­tun­gen wird gekürzt, und die Pilo­ten ver­zich­ten auf einen Teil ihrer Ver­gü­tung. Im Gegen­zug wird bis Ende März 2021 nie­man­dem aus betrieb­li­chen Grün­den gekün­digt. Für einen län­ge­ren Zeit­raum wol­len Unter­neh­mens­ver­tre­ter die Arbeits­plät­ze ihrer Pilo­ten aller­dings nicht garan­tie­ren. (…) Die Ver­hand­lun­gen mit Ver­di hat­te die Luft­han­sa abge­bro­chen. Die Gewerk­schaft, die rund 35.000 Beschäf­tig­te ver­tritt, ging beim Lohn­ver­zicht aus Sicht der Unter­neh­mens­füh­rung nicht weit genug. Ver­di hat­te bei den Ver­hand­lun­gen bereits zu Beginn einen Bei­trag von 600 Mil­lio­nen Euro ange­bo­ten, der über einen Zeit­raum von drei Jah­ren erbracht wer­den soll­te, bestä­tig­te Mira Neu­mai­er von der Lei­tung Berufs­fach­grup­pe Luft­ver­kehr in der Gewerk­schaft am Don­ners­tag gegen­über jW. Die­ser Bei­trag bedeu­te »laut den Zah­len der Luft­han­sa beim durch­schnitt­li­chen Ein­kom­men der Boden­be­schäf­tig­ten einen Ver­zicht von bis zu 20 Pro­zent des Ein­kom­mens«, so Neu­mai­er. Die For­de­run­gen des Kon­zerns gin­gen aber so weit, sag­te die stell­ver­tre­ten­de Ver­di-Vor­sit­zen­de, Chris­ti­ne Beh­le, dass Beschäf­tig­te, die sich jah­re­lang für das Unter­neh­men ein­ge­setzt hät­ten, an den Rand des Exis­tenz­mi­ni­mums getrie­ben wür­den. »Das ist für die Beschäf­tig­ten nicht ver­kraft­bar.« Das Unter­neh­men sei zudem nicht bereit gewe­sen, einen wirk­sa­men Kün­di­gungs­schutz aus­zu­spre­chen, so Neu­mai­er. Die Ver­ein­ba­run­gen soll­ten inner­halb von zwei Wochen künd­bar sein. Das sei wie eine Ver­si­che­rung, die im Scha­dens­fall nicht zahlt. Man habe aber von den Gewerk­schafts­mit­glie­dern das kla­re Signal bekom­men, dass sie sich kei­nen Blan­ko­scheck auf die Zukunft leis­ten könn­ten. Bis­lang ver­wei­ge­re sich die Luft­han­sa der wei­te­ren Dis­kus­si­on…” Arti­kel von Bernd Mül­ler in dre jun­gen Welt vom 21.08.2020 externer Link
    • Sie­he die VC-PM vom 19 August 2020 externer Link: Luft­han­sa und Pilo­ten eini­gen sich auf vor­läu­fi­ge Spar­maß­nah­men. Betriebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen müs­sen in lang­fris­ti­ger Kri­sen­ver­ein­ba­rung aus­ge­schlos­sen wer­den
  • Gegen­wehr not­wen­dig: Gewerk­schaf­ten rin­gen um posi­ti­ve Tarif­er­geb­nis­se – und strei­ten mit­ein­an­der. Groß­ak­tio­när Thie­le droht mit »stra­te­gi­schem Enga­ge­ment« bei Luft­han­sa 
    “Die Aus­sich­ten sind düs­ter. Lohn­dum­ping und Mas­sen­ent­las­sun­gen dro­hen hier­zu­lan­de Tau­sen­den in der Luft­ver­kehrs­in­dus­trie. Die Betrof­fe­nen mobi­li­sie­ren, gehen auf die Stra­ße, zie­hen vor das Bun­des­kanz­ler­amt. Wie am Don­ners­tag. Gewerk­schaf­ter und Lohn­ab­hän­gi­ge der Luft­han­sa-Toch­ter Sun­ex­press pro­tes­tier­ten gegen die ange­kün­dig­te Schlie­ßung des Unter­neh­mens. (…) Die­ser »Kri­sen­ver­trag«, der jW vor­liegt, hat es durch­aus in sich. Bis zum Ende der Ver­trags­lauf­zeit am 31. Dezem­ber 2023 wird sich die Beleg­schaft mit Null­run­den begnü­gen müs­sen. Die ver­ein­bar­te Flug­stun­den­ab­sen­kung für die Beschäf­tig­ten bedeu­tet zudem einen Real­lohn­ver­lust von rund sie­ben Pro­zent. Des wei­te­ren wird der »arbeit­ge­ber­sei­ti­ge Bei­trags­satz« der betrieb­li­chen Alters­vor­sor­ge für den Zeit­raum vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Janu­ar 2021 aus­ge­setzt, »kom­pen­sa­ti­ons­los«, steht in der Ver­ein­ba­rung. Und, was am schwers­ten wiegt: Der vier­jäh­ri­ge »Aus­schluss betriebs­be­ding­ter Been­di­gungs­kün­di­gun­gen« ist kei­ne Beschäf­ti­gungs­ga­ran­tie. Soll­te sich die Kri­se ver­schär­fen, kann die Kapi­tal­sei­te den Tarif­ver­trag auf­kün­di­gen – im Klar­text: Ein Sozi­al­plan für die müss­te her, die nicht mehr gebraucht wür­den. Eine Pas­sa­ge, die von Ver­di kri­ti­siert wird. »Die Beschäf­tig­ten kön­nen es sich nicht leis­ten, dem Unter­neh­men einen Blan­ko­scheck auf ihre eige­ne Zukunft aus­zu­stel­len«, zitier­te das Han­dels­blatt (Frei­tag­aus­ga­be) die Ver­di-Vize­vor­sit­zen­de Chris­ti­ne Beh­le. UFO-Chef Flohr hielt im jW-Gespräch am Frei­tag dage­gen, lie­fer­te die­se Les­art: »Die Kri­sen­klau­sel soll eine Insol­venz des Kon­zerns abwen­den. Erst«, so Flohr wei­ter, »wenn die Luft­han­sa in ein wirt­schaft­li­ches Dau­er­de­sas­ter gera­ten und zusätz­lich ein Per­so­nal­über­hang vor­han­den sein soll­te, könn­te der Tarif­ver­trag ein­sei­tig durch den Arbeit­ge­ber auf­ge­kün­digt wer­den.« Ein sonst fol­gen­des Insol­venz­ver­fah­ren wäre für Flohr aus »Selbst­schutz­grün­den kei­ne Alter­na­ti­ve, da ein Kün­di­gungs­schutz auto­ma­tisch auf­ge­ho­ben wäre.« (…) Ent­ge­gen den Betriebs­ver­ein­ba­run­gen kün­dig­te nach Ver­di-Anga­ben der Kon­zern der­weil für ein­zel­ne Stand­or­te Ent­las­sun­gen an. Beschäf­tig­te in Pro­be­zeit bei der Luft­han­sa-Tech­nik haben dem­zu­fol­ge schon ihren Job ver­lo­ren. »Die Beschäf­tig­ten erwar­ten Sicher­heit. Sie sol­len erst voll­um­fäng­lich über Jah­re ihren Arbeits­platz sub­ven­tio­nie­ren und erhal­ten dafür noch nicht ein­mal aus­rei­chen­den Schutz vor Arbeits­lo­sig­keit«, monier­te Ver­di-Vize Beh­le am Diens­tag in einer Stel­lung­nah­me. Das sei nicht akzep­ta­bel. Und noch etwas soll­te Gewerk­schaf­ter unter­schied­li­cher Cou­leur alar­mie­ren: Der neue Luft­han­sa-Groß­ak­tio­när Heinz Her­mann Thie­le hat sein dau­er­haf­tes Inter­es­se an der Flug­ge­sell­schaft bekräf­tigt. Thie­le stre­be mit sei­nem jüngst auf­ge­stock­ten Akti­en­an­teil von mehr als 15 Pro­zent »ein lang­fris­ti­ges stra­te­gi­sches Enga­ge­ment bei der Deut­sche Luft­han­sa AG an«, teil­te die Air­line am Don­ners­tag abend in Frank­furt am Main mit. Thie­le, der pas­sio­nier­te Gewerk­schafts­has­ser, der Ren­di­te über alles stellt.“ Arti­kel von Oli­ver Rost in der jun­gen Welt vom 04.07.2020 externer Link. Sie­he auch:
  • Staat­li­che Ret­tung der Luft­han­sa – eine Schmie­ren­ko­mö­die, mehr­fach 
    “Ab 3. März 2020 kauf­ten sich Spe­ku­lan­ten wie Heinz Her­mann Thie­le und noch ganz ande­re schritt­wei­se in die abstür­zen­de Luft­han­sa AG ein. Mit geüb­tem Gespür für das staat­li­che Pan­de­mie-Manage­ment wuss­ten sie, was dann pas­siert. Beschäf­tig­te, Umwelt und Staats­haus­halt wer­den belas­tet, Spe­ku­lan­ten belohnt. Ver­ant­wor­tungs­vol­le Umstruk­tu­rie­rung sähe ganz anders aus und wäre mög­lich. (…) Und nun wur­de Thie­le frech: Der Ein­fluss des Staa­tes sei zu groß! Der Staat soll sei­ne Mil­li­ar­den ablie­fern, er kriegt eine stil­le Betei­li­gung – das reicht dem Staat, der soll die Klap­pe hal­ten, teil­te der Mul­ti­mil­li­ar­där per FAZ der Mer­kel-Regie­rung mit. Damit lässt sich unse­re bezie­hungs­wei­se sei­ne Bun­des­kanz­le­rin kom­men­tar­los öffent­lich vor­füh­ren. Sie hält die Klap­pe, sie muss ja regie­ren und die Bür­ger zu Mund- und Nasen­schutz auf­ru­fen. (…) So bib­ber­ten deut­sche Regie­rung, Vor­stand und Auf­sichts­rat der Luft­han­sa bis zum letz­ten Tag: Wie wird sich Herr Thie­le ent­schei­den? Wo er doch zudem noch zart ange­deu­tet hat­te: Ich ste­he mit dem hal­ben Dut­zend der nächst­grö­ße­ren Aktio­nä­re in Ver­bin­dung. Das sind übri­gens meis­tens sol­che, die auch erst mit Beginn der Pan­de­mie neu ein­ge­stie­gen sind, im Zutrau­en auf ihren Staat. Das sind an ers­ter Stel­le die US-Invest­ment­bank Mor­gan Stan­ley mit 7,4 Pro­zent sowie wei­te­re Aktio­nä­re, die Thie­le nament­lich aber nicht nann­te. Bekannt ist noch Black­Rock, der all­ge­gen­wär­ti­ge, schein­bar unschein­ba­re Mit­ei­gen­tü­mer aller DAX- und ein paar hun­dert wei­te­rer Kon­zer­ne in Deutsch­land. Wobei Black­Rock, im Unter­schied zu Thie­le und Mor­gan Stan­ley und den ande­ren auch schon vor­her Luft­han­sa-Aktio­när war. BlackRock&Co aber sag­ten nie was, wur­den nicht wie Thie­le von FAZ und Han­dels­blatt und Süd­deut­scher Zei­tung sei­ten­lang inter­viewt. Nein, die­se ande­ren Unbe­kann­ten – deren Pri­vat­heit wur­de respek­tiert. Die lie­ßen dezen­ter­wei­se den Thie­le öffent­lich plap­pern und tak­tie­ren und den Staat vor­füh­ren. (…) Zu die­ser Art „Wirt­schafts­ret­tung“ gehö­ren sys­te­misch sol­che Schmie­ren­ko­mö­di­en. (…) Nach der Ret­tungs­zu­sa­ge kün­dig­te Vor­stands­chef Cars­ten Spohr an: Wir müs­sen unge­fähr 22.000 Arbeits­plät­ze abbau­en. Das hat­te er übri­gens schon jah­re­lang vor der Pan­de­mie geplant. Und noch wei­te­re paar zehn­tau­send ste­hen schon län­ger auf der Abschuss­lis­te. Die auf­stei­gen­de Kon­kur­renz aus dem Aus­land, vor allem die Bil­lig-Mas­sen­flie­ger wie Ryan Air, macht seit lan­gem Druck. Mit der Grün­dung der Bil­lig­flie­ger-Töch­ter Ger­manwings und Euro­wings und dem Ver­kauf der Cate­ring­toch­ter Sky Mas­ters hat­te Spohr schon einen zöger­li­chen Anlauf gemacht. Aber jetzt mit dem Auf­kle­ber Coro­na soll es rich­tig auf­wärts bzw. abwärts gehen, mit Staats­hil­fe. Die Gewerk­schaf­ten der Pilo­ten, Flug­be­glei­ter und des Boden­per­so­nals, also Cock­pit, UFO und ver­di, wer­den erpresst: mög­lichst vie­le Beschäf­tig­te in mög­lichst aus­ge­dehn­te Teil­zeit, sin­ken­de Gehäl­ter, redu­zier­te Bei­trä­ge zur Alters­vor­sor­ge, zusätz­lich redu­zier­te Pen­sio­nen, unbe­zahl­te Urlau­be, frei­wil­li­ges Aus­schei­den mit Abfin­dung. Dage­gen: Den Aktio­nä­ren sind kei­ne Ver­zich­te abge­zwun­gen wor­den, z.B. ihre Akti­en­pa­ke­te nicht in Finan­z­oa­sen zu ver­ste­cken. Also den Beschäf­tig­ten hilft die Bun­des­re­gie­rung nicht. (…) Und nur mal als Bei­spiel, weil wir schon dabei sind, und was alles in der Tages­schau und im heu­te jour­nal und in der FAZ und in der Süd­deut­schen und im Staats­funk Deutsch­land­funk nicht vor­kommt: Der Luft­han­sa-Mitret­ter Black­Rock bzw. ‑Mit­spe­ku­lant hat sei­ne Luft­han­sa-Akti­en auf 160 Brief­kas­ten­fir­men ver­teilt. Dar­in steckt das Kapi­tal der super­rei­chen Black­Rock-Kun­den, domi­zi­liert in einem Dut­zend Finan­z­oa­sen zwi­schen dem EU-Vor­zei­ge­staat Luxem­burg, Dela­ware und den Cay­man Islands. Hier ein Aus­schnitt aus der Lis­te…“ Bei­trag von Wer­ner Rüge­mer vom 29.06.2020 bei den Nach­Denk­Sei­ten externer Link
  • Groß­ak­tio­när Heinz Her­mann Thie­le sichert sei­nen Ein­fluss bei Luft­han­sa. Staat sub­ven­tio­niert Lohn­kür­zungs­pro­gramm /​Reak­tio­nen (und Opfer) der Gewerk­schaf­ten 
    • Hap­py End mit Luft­han­sa-Chef Spohr? Flug­be­glei­ter­or­ga­ni­sa­ti­on stimmt mas­si­ven Gehalts­kür­zun­gen zu – das Vor­ge­hen ist bei Gewerk­schaf­ten umstrit­ten
      Als am Don­ners­tag meh­re­re hun­dert Luft­han­sea­ten dem Auf­ruf der Flug­be­glei­ter­or­ga­ni­sa­ti­on Ufo zur Kund­ge­bung vor dem Luft­han­sa-Avia­ti­on-Cen­ter am Frank­fur­ter Flug­ha­fen folg­ten, war die Luft schon raus. Ursprüng­lich soll­te die Ver­an­stal­tung Druck auf die Aktio­nä­re aus­üben, bei der zeit­gleich statt­fin­den­den vir­tu­el­len Haupt­ver­samm­lung, dem mit der Bun­des­re­gie­rung ver­ein­bar­ten Ret­tungs­pa­ket zuzu­stim­men. Das Damo­kles­schwert eines Schei­terns schür­te Ängs­te vor einer Insol­venz und File­tie­rung des Luft­fahrt­kon­zerns. Doch nach­dem Groß­ak­tio­när Heinz Her­mann Thie­le zuvor sei­ne Zustim­mung signa­li­siert hat­te, war die Stim­mung gelöst. So kom­men­tier­ten die Gewerk­schaf­ten Ufo, Ver­di und Ver­ei­ni­gung Cock­pit freu­dig den Schwenk des Mil­li­ar­därs. Kri­ti­sche­re Zeit­ge­nos­sen hin­ge­gen ver­mu­ten eine per­fek­te Dra­ma­tur­gie mit kla­rer Rol­len­ver­tei­lung. So war Thie­le in die Rol­le des pro­fit­gie­ri­gen Kapi­ta­lis­ten geschlüpft, der mit sei­nem Nein zu staat­li­cher Betei­li­gung und sei­ner fak­ti­schen Sperr­mi­no­ri­tät das Ret­tungs­pa­ket aus­zu­brem­sen droh­te. Um ihn zu stop­pen, klam­mer­ten sich Gewerk­schafts­spit­zen und Luft­han­sea­ten ver­zwei­felt an den ver­meint­lich um Aus­gleich bemüh­ten Kon­zern­chef Cars­ten Spohr. (…) Als Signal der Opfer­be­reit­schaft an die Aktio­nä­re hat­te Ufo am Mitt­woch­abend als ers­te Gewerk­schaft einen Tarif­ver­trag abge­schlos­sen, der dem Kabi­nen­per­so­nal schmerz­haf­te Ein­schnit­te zumu­tet. Der Preis für einen vier­jäh­ri­gen Ver­zicht auf betriebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen für die rund 22 000 Mit­ar­bei­ter ist hoch: Null­run­den, unbe­zahl­ter Urlaub, weni­ger Flug­stun­den, Arbeits­zeit­ver­kür­zung ohne Lohn­aus­gleich und Kür­zun­gen bei der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung. Wie frei­wil­lig die unbe­zahl­te Arbeits­zeit­ver­kür­zung im All­tag ablau­fen wird, muss sich zei­gen. Jeden­falls freu­te sich Spohr nach dem Abschluss mit Ufo über eine Absen­kung der Per­so­nal­stück­kos­ten um 17 Pro­zent für den Kri­sen­zeit­raum. »Mit die­sem Paket stel­len wir unse­re Sozi­al­part­ner­schaft end­lich sicht­bar auf ein neu­es Fun­da­ment«, ver­lieh Ufo-Ver­hand­lungs­füh­rer Nico­ley Bau­blies dem Abschluss einen Hauch von Geschichts­träch­tig­keit. Auch Luft­han­sa-Per­so­nal­chef Micha­el Nig­ge­mann rühm­te eine »wie­der­ge­won­ne­ne und kon­struk­ti­ve Sozi­al­part­ner­schaft mit Ufo«. Damit dürf­te die Flug­be­glei­ter­or­ga­ni­sa­ti­on im Wett­lauf der Gewerk­schaf­ten um die Zunei­gung des Kon­zern­vor­stands der­zeit die Nase vorn haben. Um Spohr nicht unnö­tig zu ver­är­gern, wur­de bei der Ufo-Kund­ge­bung ein jun­ges Ver­di-Mit­glied dazu gedrängt, ein Schild mit der Auf­schrift »Thie­le ent­eig­nen! Luft­han­sa und Co. ver­staat­li­chen!« nie­der­zu­le­gen…” Arti­kel von Hans-Gerd Öfin­ger vom 25.06.2020 im ND online externer Link
    • Groß­ak­tio­när Heinz Her­mann Thie­le sichert sei­nen Ein­fluss bei Luft­han­sa. Staat sub­ven­tio­niert Lohn­kür­zungs­pro­gramm
      “… Viel Ein­fluss woll­te sich der Bund ohne­hin nicht sichern: Der Groß­teil des neun Mil­li­ar­den Euro schwe­ren Ret­tungs­pa­ke­tes fließt in Form einer stil­len Betei­li­gung und von KfW-Kre­di­ten in die Kon­zern­kas­se. Ledig­lich für 300 Mil­lio­nen Euro soll­ten Akti­en erwor­ben wer­den, was einem Anteil am Grund­ka­pi­tal von 20 Pro­zent ent­spricht. Thie­le hat­te es dar­auf ange­legt, die Air­line mit Steu­er­geld ret­ten zu las­sen, den Bund aber gleich­zei­tig kom­plett aus der Eigen­tü­mer­schaft raus­zu­hal­ten. Dies wäre in der Regie­rung aller­dings schwer durch­setz­bar gewe­sen, und eine Insol­venz hät­te auch Thie­les eige­nem Akti­en­port­fo­lio erheb­li­chen Scha­den zuge­fügt. Zwar unken die an den Ver­hand­lun­gen betei­lig­ten Bun­des­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD) und Peter Alt­mai­er (CDU) seit Wochen, die Inter­es­sen des Steu­er­zah­lers müss­ten gewahrt wer­den. Ein­fluss auf die Geschäfts­po­li­tik will der Bund aber nicht neh­men. Auch auf eine Kop­pe­lung des Staats­gel­des an Beschäf­ti­gungs­ga­ran­tien wur­de ver­zich­tet. Im Gegen­teil: Der Bund lässt Kon­zern­chef Cars­ten Spohr gewäh­ren. Der hat­te ange­kün­digt, 22.000 Voll­zeit­stel­len zu strei­chen, und so den Druck auf die Gewerk­schaf­ten erhöht. Den Beleg­schaf­ten ringt er nun gro­ße Ein­schnit­te ab. Die Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) hat­te bereits am 10. Juni Zuge­ständ­nis­se in einem Gesamt­vo­lu­men von 350 Mil­lio­nen Euro gemacht. »Für den ein­zel­nen Pilo­ten bedeu­tet dies einen Gehalts­ver­zicht von bis zu 45 Pro­zent«, hat­te die Pilo­ten­ge­werk­schaft mit­ge­teilt. Die Unab­hän­gi­ge Flug­be­glei­ter­or­ga­ni­sa­ti­on (UFO) hat­te einen Gehalts­ver­zicht lan­ge abge­lehnt, vor der Aktio­närs­ver­samm­lung jedoch nach­ge­ge­ben und Kür­zun­gen mit einem Gesamt­vo­lu­men vom mehr als einer hal­ben Mil­li­ar­de Euro zuge­stimmt. Eini­ge Tei­le der Eini­gung mit der Kon­zern­füh­rung »stel­len klar defi­nier­te Ein­schnit­te dar, die jede/​r von uns spü­ren wird«, teil­te die Gewerk­schaft am Mitt­woch mit. Im Gegen­zug konn­te ein vier­jäh­ri­ger Kün­di­gungs­schutz erreicht wer­den. Die Ver­hand­lun­gen mit der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di über Kür­zun­gen beim Boden­per­so­nal ver­lau­fen hin­ge­gen schlep­pend, beklag­te Spohr bei der Haupt­ver­samm­lung. Es müss­ten nun schnell gro­ße Fort­schrit­te erzielt wer­den, wenn nicht der »Per­so­nal­über­hang« in betriebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen mün­den soll, droh­te er…” Arti­kel “Mil­li­ar­där schießt Vogel ab” von Stef­fen Stier­le in der jun­gen Welt vom 26.06.2020 externer Link
    • ver.di begrüßt Zustim­mung der Luft­han­sa-Haupt­ver­samm­lung zum Staats­hil­fe-Paket – Schutz der Beschäf­tig­ten in den Fokus rücken
      Die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) begrüßt die Zustim­mung der Luft­han­sa Aktio­närs­haupt­ver­samm­lung zum staat­li­chen Ret­tungs­pa­ket. „Die­se Ent­schei­dung ist eine wich­ti­ge Wei­chen­stel­lung für die welt­weit fast 140.000 Beschäf­tig­ten der Luft­han­sa AG“, betont die stell­ver­tre­ten­de ver.di-Vorsitzende Chris­ti­ne Beh­le. Durch die Zustim­mung der Haupt­ver­samm­lung zum Staats­hil­fe-Paket kön­ne die dro­hen­de Insol­venz der Luft­han­sa vor­erst abge­wen­det wer­den. Nun müs­se der Schutz der Beschäf­tig­ten zen­tral in den Fokus von Poli­tik und Unter­neh­men rücken. „Mit den Staats­hil­fen müs­sen jetzt auch Arbeits­plät­ze und Ein­kom­men gesi­chert wer­den. Die Beschäf­tig­ten des Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­mens Luft­han­sa sichern den Erhalt der deut­schen Infra­struk­tur im Luft­ver­kehr. Einem wei­te­ren Aus­ein­an­der­fal­len des Kon­zerns muss daher umge­hend Ein­halt gebo­ten wer­den“, so Beh­le wei­ter. ver.di ver­han­delt aktu­ell kon­zern­weit für 35.000 Beschäf­tig­te tarif­ver­trag­li­che Lösun­gen im Zuge der Covid19 Kri­se. Der nächs­te Ver­hand­lungs­ter­min fin­det am mor­gi­gen Frei­tag (26. Juni 2020) statt.” ver.di-PM vom 25.06.2020 externer Link
    • [VC Cock­pit] Der Kra­nich bleibt in der Luft: VC begrüßt Zustim­mung zum Ret­tungs­pa­ket
      Die Zustim­mung der Luft­han­sa-Aktio­nä­re zum Ret­tungs­pa­ket für die Air­line ist ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Der Weg zur Ret­tung des Unter­neh­mens ist ein schwie­ri­ger Kom­pro­miss, aber er ist alter­na­tiv­los. Die Zustim­mung der Aktio­nä­re auf der heu­ti­gen außer­or­dent­li­chen Haupt­ver­samm­lung ermög­licht den geord­ne­ten Fort­be­stand der Deut­schen Luft­han­sa. Die VC hat von Anfang an für die­se Zustim­mung gewor­ben. Sie ist die Grund­la­ge für unse­re Bemü­hun­gen zur Siche­rung aller Arbeits­plät­ze…” Pres­se­mit­tei­lung vom 25 Juni 2020 von und bei VC Cock­pit externer Link
    • [Flug­be­glei­ter] Eini­gung auf Kri­sen- und Absi­che­rungs­pa­ket zwi­schen UFO und Luft­han­sa
      “… Wir haben einen vier­jäh­ri­gen Kün­di­gungs­schutz für alle in der LH-Kabi­ne ver­ein­bart. Das Paket beinhal­tet natür­lich auch Ein­spa­run­gen, die zum gro­ßen Teil aus frei­wil­li­gen Maß­nah­men gene­riert wer­den; ande­re Bestand­tei­le stel­len klar defi­nier­te Ein­schnit­te dar, die jede/​r von uns spü­ren wird, die aller­dings zeit­lich befris­tet und/​oder an wirt­schaft­li­che Kenn­zif­fern, wie zum Bei­spiel Divi­den­den­zah­lun­gen oder Gewin­nerrei­chung der LH, geknüpft sind. Wir sind über­zeugt, damit zusam­men mit dem Luft­han­sa-Manage­ment ein posi­ti­ves sozi­al­part­ner­schaft­li­ches Signal in Rich­tung der Aktio­nä­re zu sen­den. Wir haben zwar “nur” ca. 13 % an kla­ren Kos­ten­ver­ein­ba­run­gen damit ver­ein­bart. Zusam­men mit frei­wil­li­gen Maß­nah­men hal­ten wir das Paket aller­dings auch für den Arbeit­ge­ber für fair. Dem ver­ein­bar­ten Paket müs­sen die UFO-Mit­glie­der noch im Rah­men einer Urab­stim­mung zustim­men…” “Zwischen”meldung vom 25.06.2020 von und bei UFO externer Link
  • Erklä­rung der VKG: Soli­da­ri­tät mit allen Kolleg*innen bei Luft­han­sa Group 
    “Lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen bei der Luft­han­sa Group, wür­de man gera­de einen Preis für „Skru­pel­lo­sig­keit in der Coro­na-Kri­se“ aus­schrei­ben, die Luft­han­sa-Bos­se um CEO Cars­ten Spohr wür­den ganz oben auf der Lis­te der Favo­ri­ten ste­hen. (…) Wer soll die­sen Her­ren und Damen da noch glau­ben, dass der gefor­der­te Lohn­ver­zicht Beschäf­ti­gung sichert? Wer soll den Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­kern glau­ben, die mit der Luft­han­sa ver­han­delt haben, dass sie ver­ant­wor­tungs­voll und auch mit Rück­sicht auf die Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten mit den Steu­er­mil­li­ar­den umge­hen? Ent­we­der die Bos­se und der Staat trei­ben ein abge­kar­te­tes Spiel auf Kos­ten der Beleg­schaf­ten oder die Regie­rung hat sich als kom­plett unfä­hig erwie­sen, die Geschäfts­bü­cher zu prü­fen und sich über den Tisch zie­hen las­sen. Bei­des macht deut­lich: Ihr, die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, könnt nur auf euch selbst und eure Stär­ke ver­trau­en. Als VKG – Ver­net­zung für kämp­fe­ri­sche Gewerk­schaf­ten erklä­ren wir unse­re vol­le Soli­da­ri­tät mit euch. Wir sind der Mei­nung: Es ist aller­höchs­te Zeit, sich gemein­sam zu weh­ren. Sicher scheint das gera­de nicht ein­fach. (…) Wir glau­ben, dass es des­halb der kom­plett fal­sche Weg ist, wenn jetzt die Gewerk­schafts­füh­run­gen nach dem Tref­fen mit der Unter­neh­mens­lei­tung kei­ne kla­re kämp­fe­ri­sche Stel­lung bezie­hen und statt­des­sen auch auf Ver­zicht ein­stim­men. Noch dreis­te­re Angrif­fe der Unter­neh­mens­lei­tung kön­nen doch nicht dadurch beant­wor­tet wer­den, dass Vor­schlä­ge wie der nach dem Gehalts­ver­zicht von bis zu 45 Pro­zent wie bei den Pilot*innen noch erneu­ert wer­den. Es reicht unse­rer Mei­nung nach auch nicht aus, betriebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen zu roten Lini­en zu machen. Stel­len­ab­bau kann ers­tens auch anders orga­ni­siert wer­den kann und zwei­tens akzep­tiert das Lohn­kür­zun­gen und ande­re Ver­schlech­te­run­gen. Bis­her gibt es auch kein Signal von der ver.di-Spitze für die Orga­ni­sie­rung von Gegen­wehr. (…) Die Luft­han­sa-Bos­se machen durch ihre Skru­pel­lo­sig­keit deut­lich, was die soge­nann­te „Sozi­al­part­ner­schaft“ letzt­lich wert ist. Wir sind des­halb der Mei­nung, dass der Wider­stand dage­gen bes­ser ges­tern als heu­te orga­ni­siert wer­den muss. Mobi­li­sie­run­gen und Pro­tes­te, wie sie ver.di Luft­han­sa Tech­nik in Ham­burg am 19. Juni orga­ni­siert, sind über­all vor den Flug­hä­fen und Betriebs­stät­ten nötig. Wir den­ken, dass ver.di bun­des­weit in die Offen­si­ve gehen und UFO und VC ein Ange­bot zum gemein­sa­men Kampf unter­brei­ten soll­te. An allen Stand­or­ten soll­ten Kolleg*innen in Dis­kus­si­ons­ver­samm­lun­gen dar­über dis­ku­tie­ren und wei­te­re Schrit­te bera­ten und ent­schei­den. Die Opti­on „Streik“ muss unmit­tel­bar auf den Tisch und vor­be­rei­tet wer­den. Den Erhalt aller Arbeits­plät­ze und der Kampf gegen jede Ver­schlech­te­rung könn­te mit einer poli­ti­schen Kam­pa­gne für die Ver­staat­li­chung der Luft­han­sa ein­her­ge­hen. (…) Noch bes­ser wäre es, wenn die­ser Kampf auf die Bahn und den ÖPNV aus­ge­dehnt wür­de, mit dem kla­ren Ziel einer Zusam­men­füh­rung aller Trans­port­sys­te­me in einem Unter­neh­men mit staat­lich abge­si­cher­ter Beschäf­ti­gungs­ga­ran­tie. Wir mei­nen, eine Ver­ge­sell­schaf­tung des Trans­port­sek­tors ist der ein­zi­ge dau­er­haf­te, zukunfts­wei­sen­de Weg aus der Kri­se, nicht nur der Luft­fahrt…“ Erklä­rung vom 17.06.2020 bei VKG (Ver­net­zung kämp­fe­ri­sche Gewerk­schaf­ten) externer Link
  • Trotz Staats­gel­dern – Mas­sen­ent­las­sung bei der Luft­han­sa Tech­nik in Ham­burg
    “Die Coro­na-Kri­se zeigt ihre Wir­kung: Seit April herrscht Kurz­ar­beit bei der Luft­han­sa Tech­nik. Das Unter­neh­men bezieht Staats­gel­der. Den­noch steht bei dem Kon­zern nun offen­bar eine Mas­sen­ent­las­sung an. Laut Ver­di sol­len 300 Men­schen ihren Job ver­lie­ren. Die Kurz­ar­beit war mit der Begrün­dung bean­tragt wor­den externer Link, dass Kün­di­gun­gen inner­halb der 8800 Per­so­nen star­ken Beleg­schaft am Stand­ort Ham­burg ver­hin­dert wer­den soll­ten. Und nun das: “Luft­han­sa Tech­nik hat den Betriebs­rat über eine geplan­te Mas­sen­ent­las­sung infor­miert”, heißt es in einer Mit­tei­lung der Gewerk­schaft Ver­di. Danach betref­fen die geplan­ten Ent­las­sun­gen Arbeit­neh­mer, die noch in der Pro­be­zeit sind bzw. in Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen von unter sechs Mona­ten. Da in die­sem Fall kein gesetz­li­cher Kün­di­gungs­schutz greift, sind dem Betriebs­rat die Hän­de gebun­den. Beson­ders empört sind die Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter aber dar­über, dass offen­bar nicht “betriebs­be­dingt” gekün­digt wer­den soll. Die Luft­han­sa Tech­nik habe in den Abtei­lun­gen nach­ge­fragt, wel­che der erst kürz­lich ein­ge­stell­ten Per­so­nen “sys­tem­re­le­vant” sei­en und daher wei­ter drin­gend benö­tigt wür­den. Der Arbeit­ge­ber nut­ze die Lage also, um die aus sei­ner Sicht unlieb­sa­me “Low­per­for­mer” los­zu­wer­den. “Die­ses Vor­ge­hen ist für uns abso­lut inak­zep­ta­bel”, so die Posi­ti­on der Ver­trau­ens­leu­te und der Gewerk­schaft. “Die­ses Ver­hal­ten macht deut­lich, was davon zu hal­ten ist, wenn der Arbeit­ge­ber von Ver­trau­en, Soli­da­ri­tät und sozia­ler Ver­ant­wor­tung spricht.” Am Frei­tag ruft Ver­di die Beschäf­tig­ten daher zu einer Pro­test­ak­ti­on zur Situa­ti­on der Luft­fahrt ins­ge­samt auf. Ab 12 Uhr wol­len die Arbeit­neh­mer am Flug­ha­fen demons­trie­ren. “Vie­le der betrof­fe­nen Kolleg*innen sind unse­re Zukunft! Es sind jun­ge Kolleg*innen, die gera­de ein­ge­ar­bei­tet und drin­gend benö­tigt wer­den”, so die Gewerk­schafts­ver­tre­ter. Bereits Ende März hat­ten rund 900 Leih­ar­bei­ter gehen müs­sen…“ Arti­kel von Nina Gess­ner vom 15.06.2020 in der Ham­bur­ger Mor­gen­post online externer Link
  • Kra­nich wird Raub­vo­gel: Luft­han­sa-Bos­se wol­len Kon­zern auf Kos­ten der Beschäf­tig­ten sanie­ren. Ein­kom­mens­ver­zicht von bis zu 30 Pro­zent gefor­dert 
    “Die Luft­han­sa AG steckt auf­grund der Coro­na­pan­de­mie tief in der Kri­se. Doch die Kon­zern­füh­rung hat einen Plan: Die Beschäf­tig­ten sol­len die Last tra­gen. Details wur­den am Mitt­woch abend anläss­lich eines »Tarif­gip­fels« in Frank­furt am Main bekannt. Die Mit­ar­bei­ter sol­len nicht nur auf gro­ße Tei­le ihres Gehalts ver­zich­ten, es sol­len auch deut­lich mehr Jobs ver­nich­tet wer­den. War bis­lang die Rede von mehr als 10.000 Arbeits­plät­zen, ste­hen jetzt mehr als dop­pelt so vie­le zur Disposition.bUm mög­lichst weni­ge der zur­zeit 137.000 Beschäf­tig­ten zu ent­las­sen, müss­ten die Per­so­nal­kos­ten für den Zeit­raum der Kri­se deut­lich sin­ken, erklär­te Per­so­nal­vor­stand Micha­el Nig­ge­mann. Bis zum 22. Juni wol­le er in Ver­hand­lun­gen mit den Gewerk­schaf­ten UFO (Flug­be­glei­ter), Ver­di und der Pilo­ten­ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) »zu kon­kre­ten Ergeb­nis­sen« kom­men. (…) Die Gewerk­schaf­ten haben ein­mal mehr Ent­ge­gen­kom­men signa­li­siert. Man wol­le alles ver­su­chen, »um bis zur außer­or­dent­li­chen Haupt­ver­samm­lung eine Lösung errei­chen zu kön­nen«, erklär­te UFO-Geschäfts­füh­rer Nico­ley Bau­blies. Dafür müs­se die Luft­han­sa aber auf betriebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen ver­zich­ten. Die VC hat­te bereits einen Gehalts­ver­zicht bei den Pilo­ten ange­bo­ten, der sich über zwei Jah­re auf 350 Mil­lio­nen Euro sum­mier­te. Als »Gegen­leis­tung« sol­le sich das Manage­ment zu den Beschäf­tig­ten beken­nen. Ver­di-Vize­che­fin Chris­ti­ne Beh­le erklär­te, man erwar­te auch sub­stan­ti­el­le Sanie­rungs­kon­zep­te über das rei­ne Spa­ren beim Per­so­nal hin­aus. Ohne Beschäf­ti­gungs­si­che­rung sei kei­ne Eini­gung mög­lich. (…) Der Kon­zern ver­langt nach Anga­ben von Ver­di Lohn­kür­zun­gen, Abstri­che beim Geld für Kurz­ar­bei­ter, bei Urlaubs- und Weih­nachts­geld sowie einen Ver­zicht auf Tarif­er­hö­hun­gen. Es wer­de erwar­tet, erklär­te Beh­le, dass die Ange­stell­ten auf mehr als 20 Pro­zent ihres Ein­kom­mens ver­zich­ten. Laut Han­dels­blatt wer­de sogar ein Gehalts­ver­zicht von bis zu 30 Pro­zent ver­langt – bis 2023, denn der Kon­zern rech­net nicht mit einer frü­he­ren Nor­ma­li­sie­rung des Mark­tes. Sei­ne Flot­te von zuletzt 760 Flug­zeu­gen will das Unter­neh­men dau­er­haft um 100 Maschi­nen ver­klei­nern. An jedem Jet hän­gen direkt rund 100 Mit­ar­bei­ter. Vom Job­kahl­schlag betrof­fen ist aller­dings nicht nur das flie­gen­de Per­so­nal, son­dern auch das am Boden oder in der Ver­wal­tung…“ Arti­kel von Bernd Mül­ler in der jun­gen Welt vom 12.06.2020 externer Link
  • Luft­han­sa ver­schiebt Ent­schei­dung zu Ret­tungs­pa­ket 
    Luft­han­sa hat die Ent­schei­dung über das mil­li­ar­den­schwe­re Coro­na-Ret­tungs­pa­ket des Staa­tes ver­scho­ben. Als Grund wur­den Auf­la­gen der EU-Kom­mis­si­on genannt. Nun sol­len Alter­na­tiv­sze­na­ri­en geprüft wer­den. Der Auf­sichts­rat der Luft­han­sa hat am Mitt­woch die Ent­schei­dung zur Annah­me des staat­li­chen Ret­tungs­pa­kets über neun Mil­li­ar­den Euro ver­tagt. Als Grund nann­te das Unter­neh­men in Frank­furt mög­li­che Auf­la­gen der EU-Kom­mis­si­on, die bei einer Staats­hil­fe die Start- und Lan­de­rech­te an ver­schie­de­nen Flug­hä­fen über­prü­fen könn­te. Damit wür­de die Dreh­kreuz­funk­ti­on an den Hei­mat­flug­hä­fen Frank­furt und Mün­chen geschwächt, argu­men­tie­ren die Auf­sichts­rä­te und wol­len die mög­li­chen Fol­gen sowie Alter­na­tiv­sze­na­ri­en prü­fen. Hier­für ist bis­lang allein eine Insol­venz in Eigen­ver­wal­tung als so genann­tes Schutz­schirm­ver­fah­ren genannt wor­den. Der Auf­sichts­rat nann­te aber das Ret­tungs­pa­ket über den staat­li­chen Wirt­schafts­sta­bi­li­sie­rungs­fonds WSF die “ein­zig gang­ba­re Alter­na­ti­ve” zur Auf­recht­erhal­tung der Zah­lungs­fä­hig­keit. (…) Die Kabi­nen­ge­werk­schaft Ufo warn­te vor zu har­ten EU-Auf­la­gen bei der Luft­han­sa-Ret­tung. Soll­ten eta­blier­te Gesell­schaf­ten Start- und Lan­de­rech­te abge­ben müs­sen, kön­ne die­se Lücke nur durch Dum­ping-Anbie­ter wie Ryan­air und Co. gefüllt wer­den, erklär­te Ufo-Chef Dani­el Flohr. Die­se arbei­te­ten weder sozi­al fair noch nach­hal­tig. Die Pilo­ten­ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit warn­te: “Die rund 140 000 Arbeits­plät­ze bei der Luft­han­sa dür­fen nicht durch unsin­ni­ge und wett­be­werbs­ver­zer­ren­de Vor­ga­ben gefähr­det wer­den.” Eini­ge Air­lines aus dem Low-Cost-Bereich hät­ten auch des­halb gro­ße finan­zi­el­le Reser­ven, weil sie jah­re­lang die Rech­te von Mit­ar­bei­tern miss­ach­tet und zuletzt selbst finan­zi­el­le staat­li­che Hil­fen in Anspruch genom­men hät­ten, argu­men­tier­te VC-Prä­si­dent Mar­kus Wahl…” Mel­dung vom 27. Mai 2020 bei air​liners​.de externer Link
  • [Defi­ni­tiv (?) und wie befürch­tet] Luft­han­sa bekommt Mil­li­ar­den­hil­fen 
    “Der Staat hilft der Luft­han­sa mit einem Ret­tungs­pa­ket im Umfang von neun Mil­li­ar­den Euro. Dar­auf haben sich Air­line und Bun­des­re­gie­rung geei­nigt. Lang­fris­tig gese­hen soll das für den Staat ein Gewinn sein. Nach lan­gen Ver­hand­lun­gen hat sich die Bun­des­re­gie­rung auf finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für die von der Coro­na-Kri­se schwer getrof­fe­ne Luft­han­sa ver­stän­digt. Wie das Bun­des­wirt­schafts- und das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um mit­teil­ten, hat das Ret­tungs­pa­ket einen Gesamt­um­fang von neun Mil­li­ar­den Euro. Es sieht ver­schie­de­ne Hil­fen und Eigen­ka­pi­tal­maß­nah­men vor. Der Staat bewahrt die Flug­ge­sell­schaft dem­nach mit stil­len Ein­la­gen von ins­ge­samt 5,7 Mil­li­ar­den Euro, einem staat­lich abge­si­cher­ten Kre­dit von bis zu drei Mil­li­ar­den Euro und einer direk­ten Betei­li­gung an der Luft­han­sa in Höhe von 20 Pro­zent oder 300 Mil­lio­nen Euro vor der Plei­te. Die Hil­fen sind laut Regie­rung mit Nach­hal­tig­keits­zie­len ver­bun­den. Dabei gehe es unter ande­rem um die Erneue­rung der Flot­te. Bedin­gun­gen für die Staats­hil­fe sind zudem, dass kein Staats­geld in Steu­er­oa­sen abflie­ßen darf und Vor­stands­mit­glie­der bis Ende Sep­tem­ber auf ein Fünf­tel ihrer Grund­ver­gü­tung ver­zich­ten. Wäh­rend der Sta­bi­li­sie­rungs­maß­nah­men dür­fen kei­ne Boni und Divi­den­den aus­ge­zahlt wer­den. Im Zuge des Pro­gramms bekommt der Staat auch zwei Auf­sichts­rats­pos­ten. Die­se sol­len mit unab­hän­gi­gen Exper­ten besetzt wer­den. Über das staat­li­che Mit­spra­che­recht hat­te es lan­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen gege­ben…“ Mel­dung vom 25.05.2020 bei tages​schau​.de externer Link, sie­he die Reak­ti­on der Ver­ei­ni­gung Cock­pit externer Link
  • Luft­han­sa: Staats­hil­fe ohne Mit­spra­che­recht. Air­line erhält kräf­ti­ge Finanz­sprit­ze. Im Gegen­zug gibt es weder Kli­ma­schutz noch staat­li­chen Ein­fluss 
    Noch sind die Ver­hand­lun­gen zwi­schen der Luft­han­sa AG und der Bun­des­re­gie­rung nicht abge­schlos­sen, aber die Bör­se nahm den erwar­te­ten lukra­ti­ven Deal schon ein­mal vor­weg. Jeden­falls bringt die Platt­form finan​zen​.net die Schlag­zei­le “Luft­han­sa­ak­tie legt kräf­tig zu“. Fak­tisch hat­te das Papier bis zur Mit­tags­zeit nach einem kur­zen Auf­bäu­men am Mor­gen aber nur eini­ge Cent gewon­nen. Das mag sich ändern, wenn am Nach­mit­tag der Han­del tat­säch­lich unter­schrie­ben wird. Wie der Spie­gel bereits am gest­ri­gen Don­ners­tag berich­te­te externer Link, zeich­net sich fol­gen­des ab: Vom Staat gibt es ins­ge­samt neun Mil­li­ar­den Euro, davon drei Mil­li­ar­den als Kre­dit von der bun­des­ei­ge­nen Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau. Außer­dem wird der Bund über sei­nen Wirt­schafts­sta­bi­li­sie­rungs­fonds 20 Pro­zent der Luft­han­sa­an­tei­le kau­fen und zwar im Rah­men einer Kapi­tal­erhö­hung der AG. Schließ­lich gibt es eine soge­nann­te Wan­del­schuld­ver­schrei­bung im Wert von fünf Pro­zent plus einer Aktie. Bei einer sol­chen Schuld­ver­schrei­bung hat der Gläu­bi­ger das Recht, die­se in Akti­en umzu­tau­schen. Wenn der Bund davon Gebrauch machen wür­de, hät­te er eine Sperr­mi­no­ri­tät. Die­ses Recht sol­le aber nur, so der Spie­gel, in Aus­nah­me­fäl­len wie einer geplan­ten Über­nah­me in Anspruch genom­men wer­den. Ganz ohne Auf­la­gen gibt es das Geld jedoch nicht. Es sol­len meh­re­re Jah­re kei­ne Divi­den­den gezahlt wer­den, und es müs­se Beschrän­kun­gen bei den Gehäl­tern des Manage­ments geben. Bei der Beset­zung zwei­er Sit­ze im Auf­sichts­rat soll der Bund ein Mit­spra­che­recht bekom­men. Über irgend­wel­che Bedin­gun­gen für mehr Kli­ma- und Umwelt­schutz wur­de hin­ge­gen nichts bekannt. In Frank­reich hat­te hin­ge­gen die Regie­rung schon Ende April ein Sie­ben-Mil­li­ar­den-Euro-Paket für die dor­ti­ge Air Fran­ce geschnürt, das es nur gegen Umwelt­schutz geben wird. (…) Ähn­li­che For­de­run­gen hat­ten auch deut­sche Kli­ma­schüt­zer der Initia­ti­ve “Am Boden blei­ben“ externer Link schon Ende April mit einer Peti­ti­on externer Link der Bun­des­re­gie­rung über­ge­ben. Unter­schrie­ben war sie von rund 73.000 Per­so­nen, dar­un­ter über 300 Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler, so die Orga­ni­sa­to­ren. Wenn öffent­li­che Gel­der flie­ßen, müs­se der Schutz der Beschäf­tig­ten und des Kli­mas im Vor­der­grund ste­hen. Unter ande­rem wur­de auch gefor­dert, die Steu­er­pri­vi­le­gi­en der Luft­fahrt abzu­schaf­fen. (…) Am ein­fachs­ten wäre mehr Kli­ma­schutz natür­lich durch­zu­set­zen, wenn der Staat direk­ten Ein­fluss nimmt. Immer­hin wird die staat­li­che Finanz­sprit­ze mehr als das Dop­pel­te des der­zei­ti­gen Bör­sen­werts der Luft­han­sa umfas­sen, da ist ein sol­cher Gedan­ke doch eigent­lich nicht ver­mes­sen, oder? (…) Das Unter­neh­men geht davon aus, dass es bis 2023 dau­ern wird, bis das Vor-Coro­na-Niveau wie­der erreicht sei, schreibt das Han­dels­blatt. Gemes­sen dar­an habe es 10.000 Mit­ar­bei­ter zu viel. Mit Teil­zeit­mo­del­len wol­le man Ent­las­sun­gen ver­mei­den. Dem könn­te zumin­dest ein Teil der Beleg­schaft ent­ge­gen kom­men. Wie die Tages­schau bereits im April gemel­det hat­te, bie­ten die Pilo­ten an, bis Som­mer 2022 auf bis zu 45 Pro­zent ihres Gehalts zu ver­zich­ten. Vor­aus­set­zung: Der Kon­zern mel­det kei­ne Insol­venz an. Die scheint der­zeit, dank des Hil­fe des Steu­er­zah­lers, abge­wen­det. (Vor­be­halt­lich der Zustim­mung Brüs­sels und der Haupt­ver­samm­lung der Akti­en­ge­sell­schaft.) Einer wird sich dar­über beson­ders freu­en: Heinz Her­mann Thie­le. Wie berich­tet hält der Mil­li­ar­den schwe­re Chef von Knorr Brem­se seit kur­zem rund zehn Pro­zent der Luft­han­sa-Antei­le. Die gab es zum Schnäpp­chen­preis und auf Kre­dit, denn sein Unter­neh­men hat extra einen sol­chen auf­ge­nom­men, um Thie­le eine Divi­den­de aus­schüt­ten zu kön­nen…” Arti­kel von Wolf­gang Pom­rehn vom 22. Mai 2020 bei tele­po­lis externer Link, sie­he auch:
    • Luft­han­sa-Ret­tung: Staats­hil­fe – cui bono?
      Bei der jetzt anste­hen­den Ret­tung der Luft­han­sa scheut die Bun­des­re­gie­rung weder Geld noch Mühen. Als Gegen­leis­tung darf sie dabei mit­re­den, wie zwei Sit­ze im Auf­sichts­rat der Flug­li­nie besetzt wer­den. Über Akti­en wird sich der Staat an dem Unter­neh­men betei­li­gen, die damit ver­bun­de­nen Stimm­rech­te aber nur in Aus­nah­me­fäl­len aus­üben. Wie gene­rös. Der Bör­sen­wert der Luft­han­sa beträgt vier Mil­li­ar­den Euro, der Staat will bis zu neun Mil­li­ar­den Euro für Hil­fen in die Hand neh­men, bekommt dafür 20 Pro­zent am erhöh­ten Grund­ka­pi­tal. Die Fak­ten und Zah­len legen nahe, das hier Leis­tung und Gegen­leis­tung nicht so ganz aus­ge­gli­chen sind. Eher zuun­guns­ten von Staat und Steu­er­zah­ler. Und es pro­fi­tie­ren noch ande­re, näm­lich Toch­ter­ge­sell­schaf­ten auf Guam, den Cay­mans oder in Pana­ma…“ Arti­kel von Ulri­ke Hen­ning vom 21.05.2020 in Neu­es Deutsch­land online externer Link
  • Bel­gi­en gegen Luft­han­sa: Bel­gi­en ist empört über das Ver­hal­ten der deut­schen Auf­se­her bei “Brussels Air­lines” 
    Die Coro­na­kri­se hat vie­le EU-Län­der gegen Deutsch­land auf­ge­bracht. Nun gibt es auch noch Streit um Luft­han­sa – Bel­gi­en ist empört über das Ver­hal­ten der deut­schen Auf­se­her bei “Brussels Air­lines”. (…) Es geht um die Luft­han­sa, die bekannt­lich Mil­li­ar­den­hil­fen vom deut­schen Staat braucht. Gleich­zei­tig lie­fert sich die deut­sche Air­line aber auch einen Macht­kampf mit ihren Toch­ter­ge­sell­schaf­ten in der Schweiz, Öster­reich und Bel­gi­en. In Bel­gi­en kam es nun zum Eklat. Erst muß­te die 100prozentige Luft­han­sa-Toch­ter “Brussels Air­lines” mas­si­ve Ent­las­sun­gen ankün­di­gen – min­des­tens tau­send Jobs sol­len weg­fal­len. Nun sträubt sich Luft­han­sa auch noch gegen eine Reka­pi­ta­li­sie­rung. Die bel­gi­sche Toch­ter braucht schät­zungs­wei­se 300 Mil­li­ar­den Euro – doch der bel­gi­sche Staat will nur zah­len, wenn er im Gegen­zug auch bei “Brussels Air­lines” ein­stei­gen kann. Doch genau das ver­wei­gern die deut­schen Auf­se­her, wie “Le Soir” berich­tet. Das sorgt nun für mas­si­ve Ver­stim­mung in Bel­gi­en. Es sei kein guter Stil, Ent­las­sun­gen anzu­kün­di­gen, wäh­rend die Ver­hand­lun­gen über eine Rekap­tia­li­seurng noch lau­fen, heißt es in Brüs­sel. Der Ärger rich­tet sich auch gegen die Bun­des­re­gie­rung.” Bei­trag vom 13. Mai 2020 von Eric Bon­se in Losti­nEU externer Link
  • [Peti­ti­on] Kei­ne Staats­hil­fen für Steu­er­trick­ser und Kli­ma­sün­der!
    Die Luft­han­sa will Mil­li­ar­den von der Bun­des­re­gie­rung – ohne Bedin­gun­gen und mög­lichst sofort. Denn der Kon­zern schwä­chelt in der Kri­se. In der SPD mehrt sich die Kri­tik an sol­chen Geschen­ken. Zei­gen Sie der Gro­Ko jetzt: Wer mit Steu­ern trickst und das Kli­ma rui­niert, bekommt kein Geld vom Staat. Mit mil­li­ar­den­schwe­ren Staats­hil­fen wie dem Wirt­schafts­sta­bi­li­sie­rungs­fonds will die Bun­des­re­gie­rung Unter­neh­men in der Coro­na-Kri­se stüt­zen – intrans­pa­rent und fast ohne Auf­la­gen. Auch Kon­zer­ne, die das Kli­ma schä­di­gen oder Steu­er­zah­lun­gen umge­hen, sol­len jetzt Hil­fen bekom­men. Das darf nicht pas­sie­ren! Nur wer zukünf­tig ehr­lich Steu­ern zahlt und den Kli­ma­schutz ernst nimmt, darf Ret­tungs­gel­der bekom­men. Wir for­dern: Unter­neh­men dür­fen nur Staats­hil­fen erhal­ten, wenn sie – einen ver­bind­li­chen Kli­ma­schutz­plan vor­le­gen, der sie an das 1,5‑Grad-Ziel des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens bin­det – kei­ne Boni und Divi­den­den an ihre Vor­stän­de und Aktionär*innen aus­zah­len – kei­ne Gewin­ne in Schat­ten­fi­nanz­zen­tren bezie­hungs­wei­se Steu­er­oa­sen ver­la­gern: Um das zu bele­gen, müs­sen sie ihre Eigen­tü­mer­struk­tur offen­le­gen und mög­li­che Gewinn­ver­la­ge­run­gen trans­pa­rent machen (“Coun­try-by-Coun­try-Repor­ting”). Wir kön­nen uns nicht leis­ten, jetzt Steu­er­trick­ser und Kli­ma­sün­der mit Mil­li­ar­den­hil­fen zu unter­stüt­zen. Damit die staat­li­chen Hil­fen ihre gewünsch­ten Zie­le erfül­len, müs­sen die Unter­neh­men zei­gen, dass sie ver­ant­wor­tungs­voll mit Steu­er­gel­dern umge­hen.” Peti­ti­on bei Cam­pact externer Link
  • Air­line in der Kri­se – Staats­kne­te für lau (in Frank­reich: Gegen­leis­tung für Staats­hil­fe: Air Fran­ce soll Inlands­flü­ge zuguns­ten von Schnell­zü­gen strei­chen) 
    • Air­line in der Kri­se – Staats­kne­te für lau
      “Nun also doch. Seit Wochen mah­nen Umwelt­schüt­zer, Kli­ma­wis­sen­schaft­ler und Fri­days-For-Future-Akti­vis­ten, in der Wirt­schafts­kri­se nicht ein­fach den alten, für die Kli­ma­kri­se ver­ant­wort­li­chen Indus­trie­zwei­gen Geld hin­ter­her­zu­wer­fen. Jetzt scheint die Ber­li­ner Koali­ti­on genau das vor­zu­ha­ben. Wie viel die Auto­in­dus­trie bekom­men wird, soll in die­ser Woche auf einem »Auto­gip­fel« bera­ten wer­den, und bei der Luft­han­sa zeich­net sich schon eine Eini­gung ab. Zuvor hat­te Luft­han­sa-Chef Cars­ten Spohr laut Spie­gel hoch gepo­kert. Lie­ber wol­le er eine Insol­venz anmel­den, als der Bun­des­re­gie­rung die Kon­trol­le des Kon­zerns zu über­las­sen. Wie es aus­sieht, hat sich das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um von den Dro­hun­gen beein­dru­cken las­sen. Mit dem Kon­zern­vor­stand wur­den Eck­punk­te einer Ver­ein­ba­rung fest­ge­zurrt, hat das Maga­zin wohl erfah­ren. Dem­nach soll es aus Steu­er­mit­teln 5,5 Mil­li­ar­den Euro für eine stil­le Betei­li­gung geben, die aller­dings mit immer­hin neun Pro­zent in Form einer Garan­tie­di­vi­den­de ver­zinst wird. Für eine wei­te­re knap­pe Mil­li­ar­de Euro wird der Staat 25,1 Pro­zent der Luft­han­sa-Antei­le über­neh­men, die ihm ein Mit­spra­che­recht, aber nicht die Kon­trol­le geben. Schließ­lich soll das Unter­neh­men noch einen Kre­dit in Höhe von 3,5 Mil­li­ar­den Euro von der staat­li­chen Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau bekom­men, für die der Bun­des­haus­halt bür­gen wird. (…) Das soll­te Moti­va­ti­on genug sein, um im Sin­ne des Kli­ma­schut­zes ein­zu­grei­fen, wie nicht nur Riex­in­ger for­dert. Zugleich könn­ten damit auch, so der Lin­ke-Chef wei­ter, pre­kä­re Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se aus­ge­schlos­sen und über zusätz­li­che Maß­nah­men die Kon­kur­renz mit Bil­lig­flie­gern ein­ge­schränkt wer­den. Mit­tel­fris­tig müss­ten zum Schutz des Kli­mas die Flü­ge redu­ziert und ande­re Treib­stof­fe ein­ge­setzt wer­den, die die Emis­sio­nen ver­min­dern. Dazu wären staat­li­che Vor­ga­ben not­wen­dig, die durch güns­ti­ge und zügi­ge Bahn­ver­bin­dun­gen Mit­tel­stre­cken­flü­ge im Inland und ins benach­bar­te Aus­land über­flüs­sig machen. Auch wäre für län­ge­re Stre­cken eine Wie­der­be­le­bung und Moder­ni­sie­rung der Nacht­zü­ge not­wen­dig…“ Arti­kel von Wolf­gang Pom­rehn in der jun­gen Welt vom 04.05.2020 externer Link – sie­he dem­ge­gen­über:
    • Gegen­leis­tung für Staats­hil­fe: Air Fran­ce soll Inlands­flü­ge zuguns­ten von Schnell­zü­gen strei­chen
      Staats­geld gegen Kli­ma­schutz: Frank­reich will die Air Fran­ce mit Mil­li­ar­den ret­ten, wenn das Unter­neh­men Inlands­flü­ge streicht. In Deutsch­land wer­den Stim­men lau­ter, mit der Luft­han­sa ähn­lich zu ver­fah­ren…” Arti­kel vom 05.05.2020 beim Spie­gel online externer Link
  • Luft­han­sa-Pilo­ten bie­ten bis zu 45% Gehalts­ver­zicht als Sanie­rungs­bei­trag in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he
    “Durch den Coro­na­vi­rus-Shut­down ist das Geschäft der Luft­han­sa nahe­zu voll­stän­dig zum Erlie­gen gekom­men. Um die Liqui­di­tät zu sichern, wur­de erst­mals in der Geschich­te der Luft­han­sa Kurz­ar­beit im Cock­pit ein­ge­führt. Die Ende März mit der Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) ver­ein­bar­te Sen­kung der Cock­pit­per­so­nal­kos­ten in der Kurz­ar­beit um ange­streb­te 50% reicht aller­dings nicht aus, um die Luft­han­sa durch eine Kri­se unge­wis­ser Län­ge zu brin­gen. Im Rah­men des heu­te durch­ge­führ­ten Tarif­partner­gip­fels hat der Kon­zern­vor­stand über die aktu­el­le Lage der Luft­han­sa infor­miert. Dort unter­strich VC-Prä­si­dent Mar­kus Wahl die Bereit­schaft der Pilo­ten, not­wen­di­ge Spar­maß­nah­men zu unter­stüt­zen, soll­te die Luft­han­sa den Weg gemein­sam mit dem Cock­pit­per­so­nal beschrei­ten. „Die Pilo­ten der Luft­han­sa, Luft­han­sa Car­go, Luft­han­sa Avia­ti­on Trai­ning und Ger­manwings beken­nen sich zu ihrer Ver­ant­wor­tung. Wir haben des­halb dem Kon­zern­vor­stand neben einer kurz­fris­tig wir­ken­den zusätz­li­chen Absen­kung des Kurz­ar­beits­gel­des eine signi­fi­kan­te Lohn­kos­ten­re­du­zie­rung bis zum 30.06.2022 ange­bo­ten. Für den ein­zel­nen Pilo­ten bedeu­tet dies ein bis zu 45% nied­ri­ge­res Gehalt gegen­über den ver­gan­ge­nen Jah­ren.“, so Wahl. Die Zuge­ständ­nis­se belau­fen sich auf gut 350 Mil­lio­nen Euro und stel­len einen maß­geb­li­chen Bei­trag zur Über­le­bens­fä­hig­keit des Unter­neh­mens dar. Vor­aus­set­zung für das Ange­bot ist, dass sich der Kon­zern­vor­stand im Gegen­zug zu sei­nen Mit­ar­bei­tern bekennt und alles tut, um die Kri­se gemein­sam mit die­sen sozi­al­part­ner­schaft­lich zu über­win­den; auch ein Schutz­schirm­ver­fah­ren erfüllt die­se Anfor­de­run­gen nicht…“ Pres­se­mit­tei­lung vom 30.04.2020 von und bei der Ver­ei­ni­gung Cock­pit externer Link
  • Peti­ti­on der Beschäf­tig­ten im Luft­ver­kehr: Staats­hil­fen nur gegen Arbeits­platz­si­cher­heit – Staats­hil­fen: Von Allen für Alle
    “Im Rah­men einer gemein­sa­men Akti­on mit den Gewerk­schaf­ten des Luft­ver­kehrs appel­lie­ren die Beschäf­tig­ten der Bran­che an die Bun­des­re­gie­rung: Staat­li­che Unter­stüt­zung für Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men darf es nur gegen Beschäf­ti­gungs­ga­ran­tien geben. Ange­sichts von Hil­fen in Mil­li­ar­den­hö­he muss die Siche­rung der Arbeits­plät­ze in der Bran­che garan­tiert wer­den. Mar­kus Wahl, Prä­si­dent der Ver­ei­ni­gung Cock­pit: “Damit das Sys­tem auch nach der Kri­se noch funk­tio­niert, brau­chen wir Arbeits­platz­si­cher­heit. Beschäf­tig­te und Unter­neh­men im Luft­ver­kehr müs­sen des­halb glei­cher­ma­ßen geschützt wer­den. Wir appel­lie­ren an die Bun­des­re­gie­rung, dass trans­pa­ren­tes Han­deln und Beschäf­ti­gungs­si­che­rung die Grund­pfei­ler für die Ver­tei­lung von Steu­er­gel­dern sein müs­sen. Mil­li­ar­den­hil­fen darf es nur gegen Arbeits­platz­si­cher­heit geben.” Gemein­sam mit Ver­di unter­stützt die Ver­ei­ni­gung Cock­pit das Begeh­ren der Beschäf­tig­ten im Luft­ver­kehr.“ Pres­se­mit­tei­lung vom 21.04.2020 der Ver­ei­ni­gung Cock­pit externer Link zu Petition/​Appell externer Link der Beschäf­tig­ten des Luft­ver­kehrs – für den Erhalt aller Arbeits­plät­ze und Ein­kom­men ange­sichts staat­li­cher Mil­li­ar­den­hil­fe
  • “Hil­fe an Bedin­gun­gen knüp­fen”: Ger­manwings-Beschäf­tig­te kri­ti­sie­ren Luft­han­sa 
    “Der Staat wird die Luft­han­sa in der Coro­na-Kri­se aller Vor­aus­sicht nach stüt­zen. Die Toch­ter Ger­manwings will der Kon­zern den­noch still­le­gen. Beschäf­tig­te for­dern von der Bun­des­re­gie­rung, Staats­hil­fen an eine Beschäf­ti­gungs­ga­ran­tie zu kop­peln. Beschäf­tig­te von Ger­manwings wer­fen der Luft­han­sa-Kon­zern­füh­rung vor, die Coro­na-Kri­se als Vor­wand zu nut­zen, um die Toch­ter abzu­wi­ckeln. “Dass die Luft­han­sa sich vor­nehm­lich von Ger­manwings trennt, ist rei­ne Stra­te­gie, die intern schon vor Län­ge­rem beschlos­se­ne Sache war”, heißt es in einem Offe­nen Brief, der ntv vor­liegt. “Die Spiel­chen, die hier hin­ter ver­schlos­se­nen Türen statt­fin­den, sind weder sozi­al, fair noch mora­lisch ver­tret­bar.” Stra­te­gi­sches Ziel sei es, sich der “teu­re­ren” Ver­trä­ge der Ger­manwings “mit vor­ge­scho­be­nen Begrün­dun­gen zu ent­le­di­gen.” Es ent­ste­he der Ein­druck, dass die Kri­se ledig­lich als Vor­wand genutzt wer­den soll, “die län­ger geplan­ten Umstruk­tu­rie­rungs­maß­nah­men der Luft­han­sa zulas­ten der Beschäf­tig­ten durch­zu­set­zen”. (…) Die Autoren des Offe­nen Brie­fes fürch­ten aller­dings, dass zahl­rei­che Arbeits­plät­ze ver­lo­ren gehen. “Unse­re berech­tigt gro­ße Sor­ge ist nun, dass all die öffent­lich dekla­rier­ten Zusa­gen jetzt an Wer­tig­keit ver­lie­ren und die geplan­ten Umstruk­tu­rie­run­gen auf unse­re Kos­ten umge­setzt wer­den.” Die Beschäf­tig­ten kri­ti­sier­ten in die­sem Zusam­men­hang, dass der Vor­stand kein Kurz­ar­bei­ter­geld für Ger­manwings bean­tragt habe. “Da Kurz­ar­beit auch zeit­gleich Arbeits­platz­si­cher­heit bedeu­tet, ließ das nur den Schluss zu, dass man sich der Mit­ar­bei­ter unter dem Deck­man­tel der Coro­na-Kri­se schnell ent­le­di­gen möch­te.” Zugleich dür­fe Luft­han­sa auf Staats­hil­fen hof­fen, heißt es in dem Schrei­ben. Die­se müs­sen aller­dings von der Bun­des­re­gie­rung an Bedin­gun­gen geknüpft wer­den, Arbeits­plät­ze zu erhal­ten. Es wäre ein “zutiefst wider­sprüch­li­cher Schritt, einem Kon­zern wie der Luft­han­sa AG, solch hohe Mil­li­ar­den­be­trä­ge aus Steu­er­mit­teln oder min­des­tens Gel­der mit staat­li­cher Absi­che­rung zukom­men zu las­sen, wäh­rend der Steu­er­zah­ler am ande­ren Ende zusätz­lich eine Viel­zahl an Arbeit­neh­mern auf­fan­gen muss, die aller Vor­aus­sicht nach über einen lan­gen Zeit­raum erwerbs­los blei­ben müs­sen”…“ Mel­dung vom 27.04.2020 bei n‑tv.de externer Link, sie­he auch:
    • Mil­li­ar­den­hil­fe als „wil­de Ver­staat­li­chungs­fan­ta­sie“? In die­sen Tagen ent­schei­det sich das Schick­sal der Luft­han­sa
      Die Kra­nich-Ret­tung rückt näher. Schon strei­ten Poli­ti­ker über ihren zukünf­ti­gen Ein­fluss. Und die Kon­kur­renz tobt ange­sichts der geplan­ten Staats­hil­fe…” Arti­kel von Felix Wade­witz vom 27.04.2020 beim Tages­spie­gel online externer Link
  • Luft­han­sa ver­staat­li­chen – und radi­kal umbau­en
    “… Der Coro­na­vi­rus hat den Flug­ver­kehr ins Tru­deln gebracht. Flug­ge­sell­schaf­ten ste­hen unter star­kem finan­zi­el­len Druck. Bei der Luft­han­sa sind der­zeit rund 95 Pro­zent der Gesamt­flot­te am Boden. Auf den ver­blei­ben­den Flü­gen sind die Maschi­nen über­wie­gend leer. 87 000 Beschäf­tig­te wer­den in Kurz­ar­beit geschickt. Das Luft­han­sa-Manage­ment ver­han­delt mit dem Bund über Hilfs­kre­di­te und Staats­be­tei­li­gung. (…) Der Kon­zern habe ein Eck­punk­te­pa­pier für den Ein­stieg des Bun­des vor­ge­legt. Grund­te­nor des Schrift­stücks: „Alle Vor­tei­le müss­ten bei der Luft­han­sa und ihren Aktio­nä­ren lie­gen, das gesam­te Risi­ko dage­gen beim Staat, sagt ein Ver­hand­lungs­in­si­der“. (…) Es wäre ein dum­mer Feh­ler, mit Staats­gel­dern wohl­ha­ben­den Luft­han­sa ‑Inves­to­ren wie dem Mil­li­ar­där Heinz Her­mann Thie­le für die Zukunft eine fet­te Ren­di­te und dem Manage­ment wei­ter fet­te Gehäl­ter zu besche­ren und deren aggres­si­ven Spar­kurs gegen die Beleg­schaf­ten der Luft­han­sa zu unter­stüt­zen. Jetzt, wo die Luft­han­sa staat­li­che Unter­stüt­zung will, müs­sen kla­re For­de­run­gen gestellt wer­de: Es geht dar­um, die Arbeits­be­din­gun­gen der Beschäf­tig­ten, ins­be­son­de­re des Boden­per­so­nals zu ver­bes­sern. (…) Anstatt die Flug­ge­sell­schaf­ten wie Luft­han­sa durch Mil­li­ar­den­sprit­zen ein­fach zu ret­ten und ihnen zu erlau­ben, ihr öko­lo­gisch ver­hee­ren­des Geschäfts­mo­dell fort­zu­füh­ren, ist es aus kli­ma­po­li­ti­schen Grün­den gebo­ten, jetzt die Wen­de in Rich­tung einer (zumin­dest etwas) kli­ma­ver­träg­li­che­ren Mobi­li­tät ein­zu­lei­ten…” Arti­kel von Paul Michel vom 25.4.2020 – wir dan­ken!
  • Sol­da­ri­tät mit den Beschäf­tig­ten von Ger­manwings! 
    Heu­te haben sich in meh­re­ren Städ­ten Beschäf­tig­te von Ger­manwings und Unterstützer*innen vor Luft­han­sa-Geschäfts­stel­len oder ähn­li­chem zusam­men gefun­den, um Pro­test­ak­tio­nen zu machen. War­um das Gan­ze? Ger­manwings gehört der Luft­han­sa und die­se ver­sucht die Kri­se zu ihrem Vor­teil zu nut­zen, wie es jeder grö­ße­re Kon­zern gera­de ver­sucht. Auf dem Rücken der Arbeiter*innen. Schließ­lich geht es in die­sem Sys­tem nicht um uns Beschäf­tig­te, unse­re Rech­te oder ein dau­er­haft gesich­te­res Leben, son­dern schluss­end­lich um den Pro­fit der Bos­se und Mana­ger. Wir haben uns dar­an betei­ligt und mit den Kolleg*innen von Ger­manwings soli­da­risch erklärt – vor dem Luft­han­sa-City-Cen­ter in Stutt­gart. Soli­da­ri­sche Grü­ße an die kämp­fe­ri­sche Beleg­schaft!...” Bericht mit Foto vom 7.3.2020 von und bei Soli­da­ri­sches Stutt­gart externer Link
  • Pro­test­ak­tio­nen gegen #Luft­han­sa wegen dro­hen­der Ent­las­sun­gen In #Cott­bus, #Stutt­gart, #Mün­chen und der Luft­han­sa Kon­zern­zen­tra­le in #Köln haben spon­tan in meh­re­ren Städ­ten Men­schen ihre Soli­da­ri­tät mit den Beschäf­tig­ten von #Ger­manwings aus­ge­drückt. #nicht­au­fun­se­rem­rü­ckenSoli­da­ri­täts­netz­werk am 7. Apr. 2020 externer Link bei Twit­ter mit eini­gen Fotos
  • Ver­ei­ni­gung Cock­pit ver­ur­teilt Ein­stel­lung des Flug­be­triebs bei Ger­manwings
    Die Ver­ei­ni­gung Cock­pit hat heu­te mit voll­kom­me­nem Unver­ständ­nis die Mit­tei­lung der Luft­han­sa Group zur Kennt­nis genom­men, dass der Flug­be­trieb bei Ger­manwings dau­er­haft ein­ge­stellt und die Fir­ma abge­wi­ckelt wer­den soll. Noch letz­te Woche hat­ten sich die Gewerk­schaf­ten mit dem Manage­ment der Ger­manwings auf eine Ver­ein­ba­rung zur Kurz­ar­beit ver­stän­digt, um dem Unter­neh­men in der aktu­el­len Kri­se finan­zi­el­len Spiel­raum zu ver­schaf­fen. Die Luft­han­sa Group hat eine fer­tig ver­han­del­te Ver­ein­ba­rung über eine Redu­zie­rung der Cock­pit-Per­so­nal­kos­ten um 50 Pro­zent ein­sei­tig aus­ge­schla­gen, mit der sei­tens der Pilo­ten ein deut­li­cher Bei­trag zum Fort­be­stand der Ger­manwings geleis­tet wor­den wäre…” Pres­se­mit­tei­lug vom 7. April 2020 externer Link
  • Sie­he auch #WeA­re­Ger­manwings und #wirsind­ger­manwings

Der Bei­trag „Fas­sungs­los und ent­setzt über so viel Skru­pel­lo­sig­keit“ – Luft­han­sa droht mit Mas­sen­ent­las­sun­gen trotz Mil­li­ar­den Staats­hil­fen erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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