[labournet:] Mare Liberum, MISSION LIFELINE und RESQSHIP: Verkehrsministerium verhindert Einsatz für Geflüchtete

Dossier

Stoppt das Sterben, nicht die Rettung! #freeiuventaDer Ber­li­ner Ver­ein Mare Liber­um, die Dresd­ner Orga­ni­sa­ti­on MISSION LIFELINE und der Ham­bur­ger Ver­ein RESQSHIP betrei­ben jeweils Schif­fe für See­not­ret­tung und Beob­ach­tungs­mis­sio­nen auf dem Mit­tel­meer. Gemein­sa­mes Ziel ist es, Leben zu ret­ten und Men­schen­rech­te durch­zu­set­zen. Sie wur­den von der zustän­di­gen Berufs­ge­nos­sen­schaft über eine recht­li­che Ände­rung aus dem Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um infor­miert, die den Ein­satz ihrer Boo­te blo­ckiert und sie prak­tisch still­legt. (…) Sie ver­ur­tei­len die per­fi­de Sabo­ta­ge ihrer Men­schen­rechts­ar­beit und for­dern die Rück­nah­me der Ver­ord­nungs­än­de­rung, denn aus der offi­zi­el­len Begrün­dung geht klar her­vor, dass die ver­schärf­ten Regeln ziel­ge­nau huma­ni­tä­re Orga­ni­sa­tio­nen tref­fen soll. Das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um (BMVI) änder­te die See­sport­boot­ver­ord­nung und die Schiffs­si­cher­heits­ver­ord­nung in der Wei­se, die Yach­ten oder Klein­fahr­zeu­ge, die „im Bereich des Umwelt­schut­zes, der See­not­ret­tung, inklu­si­ve Beob­ach­tungs­mis­sio­nen, oder ande­rer huma­ni­tä­rer Zwe­cke“ ein­ge­setzt sind, ab sofort mit der­art stren­gen Sicher­heits­an­for­de­run­gen über­zieht, dass sie prak­tisch nicht erfüllt wer­den kön­nen. Damit reagiert das BMVI auf das von Mare Liber­um im ver­gan­ge­nen Jahr in zwei Instan­zen gewon­ne­ne Gerichts­ver­fah­ren, in dem sich der Ver­ein erfolg­reich gegen die Fest­set­zung sei­nes Schif­fes gewehrt hat­te. Nach neu­er Rechts­la­ge wer­den alle Schif­fe, die für huma­ni­tä­re Zwe­cke ein­ge­setzt wer­den hin­sicht­lich Bau­wei­se, Aus­rüs­tung und Besat­zung der Schif­fe mit Sicher­heits­an­for­de­run­gen kon­fron­tiert, denen sie nicht ohne Wei­te­res nach­kom­men kön­nen…” Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung der Ver­ei­ne Mare Liber­um, MISSION LIFELINE und RESQSHIP vom 9. Juni 2020 bei Mare Liber­um externer Link, sie­he wei­te­re Infos:

  • Deutsch­land setzt Schif­fe von Mare Liber­um fest New
    “Deut­sche Behör­den haben heu­te das Fest­hal­ten der Schif­fe „Mare Liber­um“ und „Sebas­ti­an K“ des gemein­nüt­zi­gen Ver­eins Mare Liber­um e.V. ver­fügt. Mare Liber­um beob­ach­tet die men­schen­recht­li­che Situa­ti­on für Flüch­ten­de an der See­gren­ze zwi­schen der Tür­kei und Grie­chen­land. Trotz der Anfang des Jah­res erfolg­ten Ände­rung der Schiffs­si­cher­heits­ver­ord­nung, hat­ten die Akti­vis­tin­nen und Akti­vis­ten in der ver­gan­ge­nen Woche das Aus­lau­fen ihrer Schif­fe im Mit­tel­meer für die­sen Don­ners­tag ange­kün­digt. Dem kommt die Fest­hal­te­ver­fü­gung der Behör­den nun direkt zuvor. „Wir sind stink­sauer und akzep­tie­ren die Blo­cka­de unse­res Ein­sat­zes für Soli­da­ri­tät und Men­schen­rech­te nicht. Die nun­mehr auch amt­lich erfolg­te Fest­set­zung unse­rer Schif­fe wer­den wir sofort per Eil­an­trag anfech­ten. Die Ände­rung der Schiffs­si­cher­heits­ver­ord­nung, mit der Minis­ter Scheu­er gezielt huma­ni­tä­re Ein­sät­ze ver­hin­dert, ver­stößt gegen höher­ran­gi­ges Recht und wird kei­nen Bestand haben“, so Han­no Bruch­mann aus dem Vor­stand von Mare Liber­um…” Pres­se­mit­tei­lung von Mare Liber­um vom 19. August 2020 externer Link
  • [Amnes­ty-Kam­pa­gne] Leben ret­ten ist kein Ver­bre­chen – For­de­re von der Bun­des­kanz­le­rin, dass Hil­fe für geflüch­te­te Men­schen aus­drück­lich erlaubt ist! 
    “Wenn es ein Ver­bre­chen ist, Men­schen­le­ben zu ret­ten, dann bin ich ger­ne schul­dig. Schul­dig, soli­da­risch zu sein,” Kapi­tän Dari­ush, einer der Iuventa10, Träger_​innen des Amnes­ty Men­schen­rechts­prei­ses 2020. Für Ärzt_​innen und Krankenpfleger_​innen ist es völ­lig selbst­ver­ständ­lich, sich in ihrer täg­li­chen Arbeit für Men­schen­le­ben ein­zu­set­zen. Aber Lebensretter_​innen an den Gren­zen Euro­pas wer­den ver­folgt, ver­un­glimpft oder in ihrer Arbeit behin­dert. Die Schiffs­crew der Iuven­ta hat im Mit­tel­mehr mehr als 14.000 Men­schen aus See­not geret­tet. Jetzt dro­hen zehn ihrer Mit­glie­der bis zu 20 Jah­re Haft und hohe Geld­stra­fen. Men­schen dür­fen nicht bestraft wer­den, weil sie geflüch­te­ten Men­schen in Not gehol­fen haben. Jedes Leben muss geret­tet wer­den, egal wo…” Appell von Amnes­ty Inter­na­tio­nal an Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel vom Juni 2020 externer Link mit der Bit­te um Betei­li­gung durch Unter­schrift
  • Neue Rege­lun­gen der Bun­des­re­gie­rung: Mit fau­len Tricks gegen Hel­fer
    Wäh­rend sich immer mehr Bür­ger fra­gen, wie es um Ras­sis­mus und Poli­zei­ge­walt auch in Deutsch­land bestellt ist, schafft die Bun­des­re­gie­rung Tat­sa­chen: Sie erhöht die Sicher­heits­an­for­de­run­gen für die Schif­fe von See­not­ret­tern. Durch eine Geset­zes­än­de­rung kön­nen deren Boo­te nun nicht mehr ohne Wei­te­res aus­lau­fen, den ver­ant­wort­li­chen Ver­ei­nen dro­hen Buß­geld­zah­lun­gen. Kon­kret unter­wirft das CSU-geführ­te Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um die NGOs den stren­gen Rege­lun­gen der kom­mer­zi­el­len See­fahrt im Gegen­satz zu den fle­xi­ble­ren Rege­lun­gen der Sport- und Frei­zeit-See­fahrt. Angeb­lich gehe von den Ret­tungs­mis­sio­nen ein hohes Risi­ko aus, was eine ent­spre­chen­de Auf­rüs­tung not­wen­dig mache. Es geht der Regie­rung dabei natür­lich nicht wirk­lich um die Sicher­heit der Boo­te. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren gab es kei­nen ein­zi­gen bekann­ten Unfall, der auf den Zustand der Schif­fe zurück­zu­füh­ren war. Die tat­säch­li­che Gefahr kam von der liby­schen Küs­ten­wa­che; von ver­schlos­se­nen Häfen; von mal­te­si­schen und ita­lie­ni­schen Behör­den, die die Schif­fe unter Vor­wän­den fest­setz­ten. Die Bun­des­re­gie­rung nutzt nun eben­falls büro­kra­ti­sche Tricks, um die ras­sis­ti­sche Abschot­tungs­po­li­tik der EU auf­recht­zu­er­hal­ten. Doch auch den Black-Lives-Mat­ter-Demons­tran­ten ist bewusst, dass ein Staat auf ver­schie­de­ne Art töten kann…”Arti­kel von Sebas­ti­an Bähr vom 09.06.2020 beim ND online externer Link
  • Wir erin­nern an unser Dos­sier: Lasst sie ertrin­ken! Wegen Coro­na­ge­fahr: Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um bit­tet in einem Schrei­ben pri­va­te See­not­ret­ter, ihre Arbeit im Mit­tel­meer ein­zu­stel­len

Der Bei­trag Mare Liber­um, MISSION LIFELINE und RESQSHIP: Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um ver­hin­dert Ein­satz für Geflüch­te­te erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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