[labournet:] Ubers Kampagne gegen kalifornische Gesetze vor dem Obersten Landesgericht gescheitert: „Ende der Fahnenstange“ für ein Geschäftsmodell besonders extremer Ausbeutung?

DAs Uber Streikplaka der IWGB in London am 8.5.2019„… Aus­ge­rech­net Kali­for­ni­en, Heim­statt des Sili­con Val­ley und Geburts­ort der App-Eco­no­my, stellt jetzt das Geschäfts­mo­dell der bei­den größ­ten Taxi-App-Anbie­ter des Lan­des, Uber und Lyft, infra­ge. Ver­gan­ge­ne Woche befand das obers­te Gericht des Bun­des­staa­tes, dass die bei­den Unter­neh­men ihre Fah­rer künf­tig als Ange­stell­te behan­deln müs­sen und nicht län­ger als unab­hän­gi­ge Sub­un­ter­neh­mer. Die Fahr­dienst­leis­ter, die dage­gen Beru­fung ein­le­gen wol­len, müs­sen dem­nach künf­tig Kran­ken­ta­ge­geld, Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge und bezahl­te Fei­er­ta­ge für ihre Fah­rer über­neh­men. Die hät­ten Bes­se­res als eine Fest­an­stel­lung ver­dient, argu­men­tier­te dage­gen Uber-Chef Dara Khos­row­shahi in einem Bei­trag für die New York Times. Das bestehen­de Sys­tem der Fest­an­stel­lung sei über­holt und unfair, behaup­te­te er dar­in. Denn als Mit­ar­bei­ter müss­ten die Uber-Fah­rer ihre fle­xi­blen Arbeits­zei­ten auf­ge­ben. (…) Das ist ein Argu­ment, das Uber immer wie­der bringt: ent­we­der die App-Fah­rer bekom­men Fle­xi­bi­li­tät, die sie in Umfra­gen tat­säch­lich begrü­ßen, oder eben Sicher­heit. Doch die Geset­ze geben die­se Ent­we­der-oder-Ent­schei­dung nicht her. Nichts hin­dert Arbeit­ge­ber juris­tisch dar­an, Ange­stell­te ihre Arbeits­zeit frei wäh­len zu las­sen. Und die völ­li­ge Frei­heit, die der Uber-Chef anpreist, hat in der Rea­li­tät enge Gren­zen: Wer für Uber, Lyft oder eine der Lie­fer-Apps wie Door­Da­sh, Post­ma­tes oder Insta­cart tätig ist, muss sich an die Vor­ga­ben der App hal­ten...“ – aus dem Arti­kel „Kampf ums Geschäfts­mo­dell“ von Hei­ke Buch­ter am 17. August 2020 in der Zeit online externer Link – wobei der Unter­schied die­ses Urteils zu ähn­lich gerich­te­ten in ande­ren Län­dern ist, dass sich dar­in auf ein ent­spre­chen­des Gesetz Kali­for­ni­ens bezo­gen wird – gegen das Uber eine auf­wen­di­ge (und sehr teu­re) Kam­pa­gne orga­ni­sier­te. Zur Bedeu­tung die­ser Aus­ein­an­der­set­zung sei auf jene Pas­sa­ge in dem Bei­trag hin­ge­wie­sen, die unter­streicht, dass seit der Finanz­kri­se vor über 10 Jah­ren die Zahl jener Men­schen, die in der einen oder ande­ren Form für die „GIG-Eco­no­my“ arbei­ten, inzwi­schen etwa 57 Mil­lio­nen Men­schen umfasst – ein Drit­tel aller Lohn­ar­bei­ten­den in den USA. Sie­he dazu auch zwei wei­te­re Bei­trä­ge: Eine Reak­ti­on (dro­hend) von Uber und einen Bei­trag vom Zeit­punkt, als das Gesetz Kali­for­ni­ens in Kraft trat – und dar­über, wer sich, außer den bei­den Uber und Lyft noch so alles (aus guten Grün­den) an die­ser Kam­pa­gne gegen die Gesetz­ge­bung betei­ligt:

Der Bei­trag Ubers Kam­pa­gne gegen kali­for­ni­sche Geset­ze vor dem Obers­ten Lan­des­ge­richt geschei­tert: „Ende der Fah­nen­stan­ge“ für ein Geschäfts­mo­dell beson­ders extre­mer Aus­beu­tung? erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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