[ISO:] Die Ermordung von Leo Trotzki

Er gab vor, er sei Bel­gi­er und hei­ße Jac­ques Mornard. Er war
Kata­la­ne und hieß Ramón Mer­ca­der, sein Arm wur­de von Sta­lin geführt.

Am 20. August 1940 zer­schmet­ter­te ein Berg­stei­ge­rei­s­pi­ckel
den Schä­del von Leo Trotz­ki, der seit 1937 als Flücht­ling in Mexi­ko lebt. Der
Mör­der sag­te der Poli­zei, sein Name sei Jac­ques Mornard und er sei bel­gi­scher
Staats­bür­ger. Er hat das Atten­tat ver­übt, er war nicht der ein­zi­ge Orga­ni­sa­tor.
Dank sei­ner Affä­re mit der jun­gen [US-ame­ri­ka­ni­schen] Trotz­kis­tin Syl­via
Ageloff war es dem zukünf­ti­gen Trotz­ki-Mör­der gelun­gen, das Ver­trau­en derer zu
gewin­nen, die über die Sicher­heit des berühm­ten Exi­lan­ten wach­ten. Unter dem
Namen Franck Jac­son wur­de er mehr­mals in dem befes­tig­ten Haus in Coyoacán
([damals] ein Vor­ort von Mexi­ko-Stadt) emp­fan­gen.

Weni­ge Mona­te vor dem Mord war ein ers­ter Ver­such
geschei­tert. Am 24. Mai 1940, um 4 Uhr mor­gens, gelang es einem Kom­man­do von
etwa 20 Män­nern, in das Haus ein­zu­drin­gen: Meh­re­re Minu­ten lang schos­sen sie
mit Maschi­nen­pis­to­len in Trotz­kis Zim­mer, sie war­fen zwei Brand­gra­na­ten und
eine Zeit­bom­be. Wie durch ein Wun­der wur­de nie­mand getö­tet oder ver­wun­det.
Trotz­ki und sei­ne Frau hat­ten sich unter das Bett gewor­fen; ihr Enkel Sje­wa [Este­ban
Vol­kov] hat­te das­sel­be getan.

Wer war Jac­son? Die sta­li­nis­ti­sche Pres­se dreh­te auf und
ver­brei­te­te die The­se von einem selbst­in­sze­nier­ten Atten­tat, damit über ihn
gespro­chen wur­de und damit die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei Mexi­kos und Sta­lin
ver­leum­det wer­den. Einen Monat nach den Ereig­nis­sen waren drei­ßig Per­so­nen hin­ter
Schloss und Rie­gel, die meis­ten von ihnen Mit­glie­der der KP und frü­he­re
Spa­ni­en-Kämp­fer. Die ver­ant­wort­li­che Per­son war auf der Flucht: Es war der
berühm­te Maler [mexi­ka­ni­sche] David Alfa­ro Siquei­ros, der in Spa­ni­en Oberst
gewe­sen war; Trotz­ki nahm an, er stün­de seit 1928 im Dienst der [sowje­ti­schen
Geheim­po­li­zei] GPU. Spä­te­re Unter­su­chun­gen erga­ben, dass Siquei­ros und Franck
Jac­son sich aus Spa­ni­en kann­ten.

Die Identität von Franck
Jacson

Wer also war die­ser „Franck Jac­son“? Es soll­te bei­na­he fast
zehn Jah­re dau­ern, bis sei­ne wah­re Iden­ti­tät her­aus­ge­fun­den wur­de. In sei­ner
Tasche wur­de ein Brief gefun­den, in dem die Moti­ve sei­ner Tat erklärt wur­den:
Als ent­täusch­ter Trotz­kist wäre er von dem Mann und sei­nem Vor­schlag ange­wi­dert
gewe­sen, ihn in die UdSSR zu schi­cken, um dort Sabo­ta­ge­ak­te zu ver­üben, die
Rote Armee zu demo­ra­li­sie­ren und zu ver­su­chen, Sta­lin zu töten. Um all dies zu
errei­chen, hät­te er die Unter­stüt­zung einer gro­ßen Nati­on (das waren die
Ver­ei­nig­ten Staa­ten, denn wegen des deutsch-sowje­ti­schen Pak­tes [vom August
1939] konn­te Trotz­ki nicht mehr ein Hit­ler-Agent sein).

All die­se Anschul­di­gun­gen wur­den von den ver­schie­de­nen KPen
mehr als vier­zig Jah­re lang wie­der­holt. Noch 1969 griff Leo Figuè­res, ein
füh­ren­des Mit­glied der Fran­zö­si­schen Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei (PCF), in sei­nem
Buch Le Trot­s­kysme, cet anti-léni­nisme
[Paris: Édi­ti­ons socia­les, 1969] dar­auf zurück. Als Fotos des Mör­ders in der
Pres­se erschie­nen, glaub­ten meh­re­re, die in Spa­ni­en gewe­sen waren (vie­le waren nach
Mexi­ko geflüch­tet), den akti­ven Kom­mu­nis­ten Ramón Mer­ca­der zu erken­nen. Doch
erst 1950 war dies abso­lut sicher: Ein Kri­mi­no­lo­ge der mexi­ka­ni­schen Regie­rung
konn­te die Rei­se zu einem Kon­gress in Euro­pa nut­zen, um für Ermitt­lun­gen nach
Spa­ni­en zu fah­ren. Er ver­glich Jac­sons Fin­ger­ab­drü­cke mit denen des jun­gen
kata­la­ni­schen Kom­mu­nis­ten Ramón Mer­ca­der, der im Juni 1935 ver­haf­tet wor­den war:
Es waren die glei­chen.

Im Jahr 1953, Sta­lins Todes­jahr, wur­de der Name
Jac­son-Mornard auf allen offi­zi­el­len Doku­men­ten durch Mer­ca­der ersetzt. Die
Mut­ter des Atten­tä­ters, Caridad Mer­ca­der, war eine bekann­te Akti­vis­tin der „Par­tit
Socia­lis­ta Uni­fi­cat de Catalunya“ (PSUC, Sozia­lis­ti­schen Ein­heits­par­tei
Kata­lo­ni­ens), die der Kom­in­tern ange­hör­te. Sie wur­de von Erno Gerö für die GPU
rekru­tiert, dem künf­ti­gen unga­ri­schen füh­ren­den Sta­li­nis­ten, der damals in
Spa­ni­en amtier­te. Durch ihn wur­de sie die Gelieb­te des GPU-Gene­rals Leo­nid
Eit­in­gon, Spe­zia­list für die Liqui­die­rung ver­däch­ti­ger sowje­ti­scher Diplo­ma­ten
und unzu­ver­läs­si­ger Mit­glie­der. Ramón Mer­ca­der ver­büß­te in Mexi­ko eine
Gefäng­nis­stra­fe von 20 Jah­ren, das gesetz­lich zuläs­si­ge Höchst­maß. Nach sei­ner
Frei­las­sung [im Mai] 1960 ging er über Kuba in die Tsche­cho­slo­wa­kei und dann
nach Mos­kau, wo er ihm der Titel „Held der Sowjet­uni­on“ ver­lie­hen wur­de, Trä­ger
des „Lenin­or­dens“ war er bereits seit 1940. Er starb im Okto­ber 1978 in Havan­na
und wur­de in Mos­kau begra­ben, ohne dass er jemals den Mund auf­ge­macht hät­te.

Der Stalinorden

Sta­lins Urhe­ber­schaft des Ver­bre­chens wird inzwi­schen all­seits
aner­kannt, auch von den Sowjets und der PCF. 1978 ver­öf­fent­lich­te Valen­tín
Cam­pa, ein ehe­ma­li­ges Füh­rungs­mit­glied der mexi­ka­ni­schen KP, sei­ne Memoi­ren[i].
Er war 1940 an die Basis zurück­schickt wor­den, weil er nicht genü­gend
Enthu­si­as­mus für die Betei­li­gung sei­ner Par­tei an der Vor­be­rei­tung des
Atten­tats an den Tag leg­te. Am 26. und 27. Juli 1978 ver­öf­fent­lich­te L’Hu­ma­ni­té eini­ge Aus­zü­ge [aus Cam­pas
Buch]; dar­in bestä­tigt er, dass es tat­säch­lich Sta­lin war, der den Befehl zur
Tötung Trotz­kis gab. Aber er ent­hüllt nichts, was nicht bereits bekannt gewe­sen
wäre; ins­be­son­de­re sagt er nicht, wer der Haupt­or­ga­ni­sa­tor war. Iro­ni­scher­wei­se
wur­de der alte Sta­li­nist Geor­ges Four­ni­al damit beauf­tragt, eine Ein­lei­tung zu
dem Doku­ment bei­zu­steu­ern. Doch schon im Febru­ar 1938 war „der jun­ge
Volks­schul­leh­rer Geor­ges Four­ni­al“ von der trotz­kis­ti­schen Pres­se bezich­tigt
wor­den, er sei ein Agent der GPU: Er hat­te gera­de einen sechs­mo­na­ti­gen Urlaub
erhal­ten, um die Inter­na­tio­na­le der Bil­dungs­ar­bei­ter in Mexi­ko zu ver­tre­ten …

Immer­hin konn­ten die alten Par­tei­mit­glie­der dank Valen­tín
Cam­pa mit 38 Jah­ren Ver­spä­tung erfah­ren, dass ihre gelieb­ten Füh­rer nicht nur
Lüg­ner, son­dern auch Mör­der waren. Von ganz ande­rem Inter­es­se wird das Buch
über Trotz­ki sein, das Gene­ral Wol­ko­go­now, der Direk­tor des Insti­tuts für
Mili­tär­ge­schich­te der UdSSR und Ver­fas­ser einer vor kur­zem ver­öf­fent­lich­ten
Sta­lin-Bio­gra­phie, in Mos­kau her­aus­brin­gen wird.[ii]
In einem Inter­view mit dem [Mos­kau­er] Kor­re­spon­den­ten der [Turi­ner
Tages­zei­tung] La Stam­pa (Aus­ga­be vom
26. Juli 1990) erklärt er, dass er zu vie­len Archi­ven Zugang hat­te, dar­un­ter denen
von Trotz­ki, Sta­lin und dem NKWD [Bezeich­nung des Innen­mi­nis­te­ri­ums der UdSSR
1934 bis 1946, dem die Geheim­po­li­zei, damals OGPU unter­stand]. Er behaup­tet, er
besit­ze die reich­hal­tigs­te Doku­men­ten­samm­lung über Trotz­ki: 40.000 Akten­stü­cke,
Tau­sen­de von Fotos, Dut­zen­de von Zeu­gen­aus­sa­gen. Er wird eini­ge von ihnen
ver­öf­fent­li­chen, dar­un­ter den Befehl zur Ermor­dung Trotz­kis vom Sep­tem­ber 1931,
der von Sta­lin, Woro­schi­low, Molo­tow und Ord­scho­nikid­se unter­zeich­net war.
Die­ser Befehl wur­de 1934 erneu­ert.

Wol­ko­go­now ent­hüll­te schließ­lich den Namen des Orga­ni­sa­tors
des Atten­tats, unter des­sen Befehl er arbei­te­te: Eit­in­gon (der Gene­ral der GPU,
des­sen Gelieb­te Caridad Mer­ca­der war). Die­ser Mann ist 85 Jah­re alt[iii]
und saß auf Initia­ti­ve von Chruscht­schow fünf­zehn Jah­re lang im Gefäng­nis.
Wol­ko­go­now gelang es, ihn zum Reden zu brin­gen. Die ers­te Ent­schei­dung, Trotz­ki
zu töten, wur­de im Sep­tem­ber 1931 getrof­fen, aber sie war all­ge­mein, wäh­rend
1934 eine spe­zi­el­le Grup­pe zur Jagd auf Trotz­ki gegrün­det wur­de. Die­se beson­de­re
Grup­pe befass­te sich mit der Liqui­die­rung poli­ti­scher Geg­ner im Aus­land, nicht
nur von Trotz­ki. Der NKWD-Kra­ke hat­te sei­ne Ten­ta­kel über­all. Es war ein
Geheim­dienst inner­halb des Geheim­diens­tes, der geschaf­fen wur­de, um gegen die
Exi­lan­ten zu kämp­fen, die ihrer­seits gegen Sta­lins Regime kämpf­ten. Die­se
Men­schen waren für Sta­lin gefähr­lich, denn sie wuss­ten vie­les.

Aus dem Fran­zö­si­schen über­setzt, bear­bei­tet und mit Anmer­kun­gen von Wil­fried Dubo­is; Ergän­zun­gen sind durch ecki­ge Klam­mern kennt­lich gemacht.

Die­ser Bei­trag erschien unter dem Titel „L’assassinat de Léon Trot­s­ky“ und mit der Nen­nung von Ernest Man­del als Ver­fas­ser in l’Anticapitaliste, der Wochen­zei­tung der Neu­en Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Par­tei (NPA), Nr. 532, 23. Juli 2020, sowie auf der Web­sei­te der NPA (https://​npa2009​.org/​i​d​e​e​s​/​h​i​s​t​o​i​r​e​/​l​a​s​s​a​s​s​i​n​a​t​-​d​e​-​l​e​o​n​-​t​r​o​t​sky). Als Quel­le wird La Gau­che vom 19. Sep­tem­ber 1990 genannt.
Auf einer Web­sei­te mit eini­gen Tex­ten von Ernest Man­del ist die glei­che Quel­le und außer­dem erwähnt, Ernest Man­del habe für die­sen Arti­kel das Pseud­onym Lou­is Cou­turi­er ver­wen­det: http://www.ernestmandel.org/new/ecrits/article/l‑assassinat-de-trotsky.

Die­ses Pseud­onym hat jedoch nicht Ernest Man­del, son­dern Jean-Michel Kri­vi­ne (1932‒2013) für zahl­rei­che Arti­kel und ein Buch zur Geschich­te der kom­mu­nis­ti­schen und trotz­kis­ti­schen Bewe­gun­gen und der UdSSR benutzt. Sie­he die aus­führ­li­che bio­gra­phi­sche Notiz im „Mai­tron“: https://​mai​tron​.fr/​s​p​i​p​.​p​h​p​?​a​r​t​i​c​l​e​1​3​7​921; sowie das Ver­zeich­nis von Pseud­ony­men und ursprüng­li­chen Namen auf Lubit­z’ Trot​s​kya​na​.Net: https://​trot​s​kya​na​.net/​T​r​o​t​s​k​y​i​s​t​s​/​N​a​m​e​F​i​l​e​s​/​n​a​m​e​f​i​l​e​s​.​h​tml.

Der voll­stän­di­ge Arti­kel von „Lou­is Cou­turi­er“ erschien 1990
aus Anlass des 50. Jah­res­tags des Trotz­ki-Mords unter der Über­schrift
„L’assassinat de Léon Trot­s­ky: il y cin­quan­te ans“ in Rouge, der Wochen­zei­tung der Ligue Com­mu­nis­te Révo­lu­ti­onn­aire
(LCR), Nr. 1412.


[i]
Valen­tín Cam­pa S., Mi tes­ti­mo­nio. Expe­ri­en­ci­as de un comu­nis­ta mexi­ca­no,
Méxi­co: Edi­cio­nes de Cul­tu­ra Popu­lar, 1978; 2., korr. u. erw. Ausg. 1985.

[ii]
Dmi­tri Anto­no­witsch Wol­ko­go­now (1928‒1995) war ein sowje­ti­scher bzw. rus­si­scher
Dreis­ter­ne­ge­ne­ral, Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor und His­to­ri­ker. Er ver­öf­fent­lich­te zahl­rei­che
Bücher, dar­un­ter 1989 eine über 1200 Sei­ten umfas­sen­de Sta­lin-Bio­gra­phie in
zwei Bän­den bzw. vier Büchern (dt. gekürzt 1989, voll­stän­dig 1990, Neu­aus­ga­be
2015); 1991/​92 ein wei­te­res zwei­bän­di­ges Werk über Sta­lin; 1992 eine
zwei­bän­di­ge Trotz­ki-Bio­gra­phie (dt. stark gekürzt 1992, Neu­aus­ga­be 2017);
1993/​94 eine zwei­bän­di­ge Lenin-Bio­gra­phie (dt. 1994, 1996, Neu­aus­ga­be 2017).

[iii] Leo­nid Eit­in­gon (1899‒1981), auch Leo­nid Naumow oder Leo­nid Kotow, ursprüng­lich Naum (oder Nach­um) Isaa­ko­witsch Eit­in­gon, war Stell­ver­tre­ter von „Alex­an­der Orlow“ (1895‒1973), des Lei­ters der Resi­den­tur des sowje­ti­schen Geheim­diens­tes in Spa­ni­en, für den Auf­bau der spa­nisch-repu­bli­ka­ni­schen Geheim­diens­te und die Aus­bil­dung des Per­so­nals, außer­dem für die Ver­fol­gung und Ermor­dung von „Trotz­kis­ten“ ver­ant­wort­lich. Anfang 1940 wur­de er zum ille­ga­len Resi­den­ten des sowje­ti­schen Geheim­diens­tes in Paris. Zusam­men mit P. A. Sudo­pla­tow orga­ni­sier­te Eit­in­gon 1940 die Ermor­dung Leo Trotz­kis in Mexi­ko. Nach dem gelun­ge­nen Atten­tat ent­kam Eit­in­gon, der die Aus­füh­rung unmit­tel­bar vor Ort in Mexi­ko über­wacht hat­te, Anfang 1941 kehr­te er nach Mos­kau zurück, wo ihm „für sei­ne Ver­diens­te vor dem Staat“ den Lenin­or­den ver­lie­hen wur­de. 1951 wur­de er im Zuge der Kam­pa­gne gegen die „wur­zel­lo­sen Kos­mo­po­li­ten“ ver­haf­tet und nach dem Tod Sta­lins im März 1953 auf Befehl von Law­ren­ti Beria frei­ge­las­sen. Nach Beri­as Ver­haf­tung im Juli 1953 wur­de auch Eit­in­gon fest­ge­nom­men und nach meh­re­ren Jah­ren im Gefäng­nis 1957 in einem Geheim­ver­fah­ren wegen „Ver­rats“ zu 12 Jah­ren Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt. Nach der Abset­zung von Niki­ta Chruscht­schow 1964 wur­de Eit­in­gon vor­zei­tig frei­ge­las­sen (nach: https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​N​a​u​m​_​I​s​a​a​k​o​w​i​t​s​c​h​_​E​i​t​i​n​gon).
Eit­in­gons Vor­ge­setz­ter Pawel Ana­tol­je­witsch Sudo­pla­tow (1907‒1996) wur­de im Herbst 1938 zum geschäfts­füh­ren­den Direk­tor der Aus­lands­ab­tei­lung des NKWD und im März 1939 von J. W. Sta­lin zum stell­ver­tre­ten­den Direk­tor die­ser Abtei­lung ernannt. Für die Orga­ni­sie­rung des Trotz­ki-Mords („Ope­ra­ti­on Ente“) wur­de er mit dem Orden der Roten Fah­ne aus­ge­zeich­net. Auch er wur­de im Juni 1953 wur­de sei­ner Pos­ten ent­ho­ben und ver­haf­tet, nach fünf­jäh­ri­ger Haft wur­de er im Herbst 1958 wegen angeb­li­cher Betei­li­gung an einer von L. P. Beria gelei­te­ten Ver­schwö­rung zum Sturz der Regie­rung zu 15 Jah­ren Gefäng­nis ver­ur­teilt, 1992 wur­de er reha­bi­li­tiert. Mit sei­nem Sohn und zwei US-ame­ri­ka­ni­schen Jour­na­lis­ten ver­fass­te er ein auto­bio­gra­phi­sches Buch, das 1994 in den USA und 1996 auf Rus­sisch erschien; gekürz­te dt. Ausg.: Die Hand­lan­ger der Macht. Die Ent­hül­lun­gen eines KGB-Gene­rals, Düs­sel­dorf: Econ, 1994; neue Ausg. 2018 (nach: https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​P​a​w​e​l​_​A​n​a​t​o​l​j​e​w​i​t​s​c​h​_​S​u​d​o​p​l​a​tow).

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