[labournet:] Karstadt greift nach Kaufhof. Immobilien im Visier

Dossier

Jetzt wird umstrukturiertDie Zit­ter­par­tie der Beschäf­tig­ten im Han­del geht wei­ter. Der jet­zi­ge Kar­stadt-Eigen­tü­mer René Ben­ko macht einen neu­en Ver­such sich den Kauf­hof ein­zu­ver­lei­ben. Der Öster­rei­cher Ben­ko hat­te dazu schon mehr­mals Anlauf genom­men. Doch im Okto­ber 2015 gab es den Zuschlag erst mal für den Kana­di­er Hudson’s Bay (HBC). Per­so­nal und eini­ge Betriebs­rä­te atme­ten durch. Doch dies war, wie so oft, ein Trug­schluss. Schon kurz nach dem Kauf zeig­te HBC, wor­auf es beim schnel­len Geld machen ankommt. Kahl­schlag beim Per­so­nal, Fremd­ver­mie­tung von Ver­kaufs­flä­chen, Lohn­ver­zicht durch erzwun­ge­ne Teil­zeit, waren auch bei HBC die Spiel­re­geln der Per­so­nal­lei­ter in den Filia­len. Damit mach­te der Kana­di­er von Anfang an eine ähn­li­che Geschäfts­po­li­tik, wie sie auch Ben­ko prak­ti­zier­te…“ Arti­kel von Her­bert Schedlbau­er vom 06.07.2018, Erst­ver­öf­fent­li­chung am 06.07.2018 in der uz – wir dan­ken! Sie­he dazu wei­te­re Infor­ma­tio­nenKar­stadt-Deal im Wort­laut: Ber­lin bekommt Hoch­häu­ser für Arbeits­plät­zeNew

Karstadt greift Kaufhof

Immobilien im Visier

Die Zit­ter­par­tie der Beschäf­tig­ten im Han­del geht wei­ter. Der jet­zi­ge Kar­stadt-Eigen­tü­mer René Ben­ko macht einen neu­en Ver­such sich den Kauf­hof ein­zu­ver­lei­ben. Der Öster­rei­cher Ben­ko hat­te dazu schon mehr­mals Anlauf genom­men. Doch im Okto­ber 2015 gab es den Zuschlag erst mal für den Kana­di­er Hudson’s Bay (HBC). Per­so­nal und eini­ge Betriebs­rä­te atme­ten durch. Doch dies war, wie so oft, ein Trug­schluss. Schon kurz nach dem Kauf zeig­te HBC, wor­auf es beim schnel­len Geld machen ankommt. Kahl­schlag beim Per­so­nal, Fremd­ver­mie­tung von Ver­kaufs­flä­chen, Lohn­ver­zicht durch erzwun­ge­ne Teil­zeit, waren auch bei HBC die Spiel­re­geln der Per­so­nal­lei­ter in den Filia­len. Damit mach­te der Kana­di­er von Anfang an eine ähn­li­che Geschäfts­po­li­tik, wie sie auch Ben­ko prak­ti­zier­te. Regel­recht abge­schrie­ben von Kar­stadt wur­de die Vor­ge­hens­wei­se, wie der kapi­ta­lis­ti­sche Grund­satz der Höchst­pro­fi­te erreicht wer­den soll­te. Nach dem glei­chen Dreh­buch lies sich so am schnells­tens Pro­fit für die Aktio­nä­re machen. Die Mie­ten in den Filia­len explo­dier­ten beim Kauf­hof eben­so wie beim Kar­stadt Kahl­schlag. Filet­stü­cke wur­den ver­kauft. Durch die viel zu hohen Mie­ten in 41 Filia­len rutsch­te der Kauf­hof in die roten Zah­len. Statt auf mehr Bera­tung und Per­so­nal zu set­zen, dreh­te HBC unauf­hör­lich an der Schrau­be der Angst. Arbeit­ser­ver­dich­tung und der Ver­nich­tung von Arbeits­plät­zen waren die Fol­ge. Doch nun reicht auch das nicht mehr. Die kana­di­sche Heu­schre­cke und der Inves­tor Simon Pro­per­ty wol­len mehr Geld sehen. Die Aktio­nä­re drän­gen auf einen Ver­kauf.

Zwi­schen HBC und Kar­stadt, der öster­rei­chi­schen Signa des Immo­bi­li­en­in­ves­tors René Ben­ko, gibt es Insi­dern zufol­ge des­halb Gesprä­che über einen neu­en Han­dels­kon­zern. Man ver­han­delt dar­über, dass Kar­stadt bei Kauf­hof mit 51 Pro­zent ein­stei­ge. Um den jet­zi­gen Ver­kaufs­preis nach oben zu puschen, will das Kauf­hof-Manage­ment vor dem Ver­kauf noch einen Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag für die rund 17.000 Beschäf­tig­ten der Gale­ria Kauf­hof mit Hil­fe der Gewerk­schaft ver.di ver­ein­ba­ren.

Vor gut einer Woche wur­de bekannt, dass Ben­ko, wie nicht anders zu erwar­ten, als Immo­bi­li­en­spe­ku­lant die gro­ßen Waren­haus­fi­lia­len des Kauf­hof Kon­zerns im Visier hat. Die­se befin­den sich ähn­lich wie bei Kar­stadt in Best­la­gen der Innen­städ­te. Die Fusi­on der bei­den Waren­haus­ket­ten dürf­te zu zahl­rei­chen Schlie­ßun­gen und wei­te­rer Ver­nich­tung von Arbeits­plät­zen füh­ren. In Mün­chen, Ham­burg, Essen, Leip­zig und Düs­sel­dorf fin­det man Kauf­hof und Kar­stadt in unmit­tel­ba­rer Nähe zuein­an­der. Hin­zu kommt, dass mit einer neu­en Waren­haus­ge­sell­schaft die Ver­wal­tung und der Ein­kauf aus­ge­dünnt wür­de. Was wei­te­re Arbeits­plät­ze kos­tet.

Für die Beschäf­tig­ten bedeu­tet dies nichts Gutes. Durch die Zen­tra­li­sa­ti­on wird es zu noch mehr wach­sen­der Exis­tenz­un­si­cher­heit kom­men. Eine ver.di Spre­che­rin war auf Nach­fra­ge, wie auf die Situa­ti­on von gewerk­schaft­li­cher Sei­te reagiert wür­de, nicht erreich­bar.

Her­bert Schedlbau­er

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Weitere Informationen

  • Kar­stadt-Deal im Wort­laut: Ber­lin bekommt Hoch­häu­ser für Arbeits­plät­ze New
    Mit einer Absichts­er­klä­rung hat die Ber­li­ner Lan­des­re­gie­rung in der ver­gan­ge­nen Woche erreicht, dass man­che Kar­stadt-Waren­häu­ser offen blei­ben. Das Land Ber­lin hat sich über den Tisch zie­hen las­sen, kri­ti­sie­ren Abge­ord­ne­te. Wir ver­öf­fent­li­chen die Abma­chung im Wort­laut. „Ber­lin hat sich in einem Let­ter of Intent mit Signa auf ein Gesamt­pa­ket zur gemein­sa­men Zukunft ver­stän­digt und gute Lösun­gen für #Ber­lin erreicht.“ Die Ber­li­ner Wirt­schafts­se­na­to­rin Ramo­na Pop jubel­te am ver­gan­ge­nen Mon­tag externer Link nach­dem sie gemein­sam mit dem Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter Micha­el Mül­ler und Kul­tur­se­na­tor Klaus Lede­rer eine Eini­gung mit dem Immo­b­li­en­un­ter­neh­men Signa externer Link unter­zeich­net hat­te. Vier der sechs von Schlie­ßung bedroh­ten Kar­stadt-Filia­len, die inzwi­schen zu Signa gehö­ren, sol­len für drei bis fünf Jah­re erhal­ten wer­den. Signa erhält für den befris­te­ten Erhalt der Arbeits­plät­ze umfang­rei­che Zusa­gen für neue Bau­vor­ha­ben am Alex­an­der­platz, am Kur­fürs­ten­damm sowie am Her­mann­platz. Wie aus der Ver­ein­ba­rung her­vor­geht, die wir im Wort­laut nach einer Anfra­ge externer Link an die Wirt­schafts­ver­wal­tung ver­öf­fent­li­chen, darf Signa etwa am Kur­fürs­ten­damm jetzt doch Hoch­häu­ser bau­en, was vor­her noch ver­bo­ten war. Signa setz­te dem Senat bei den Ver­hand­lun­gen offen­bar die Pis­to­le auf die Brust. In der Kar­stadt-Filia­le am Her­mann­platz sichert das Unter­neh­men die dor­ti­gen Arbeits­plät­ze nur für drei Jah­re – und erst bei einem erfolg­rei­chen Bau­an­trag für einen umstrit­te­nen Neu­bau für wei­te­re sie­ben Jah­re…” Bei­trag vom 14. August 2020 bei Frag den Staat externer Link
  • Erst Schlecker‑, jetzt Kar­stadt-Mit­ar­bei­ten­de in die Pfle­ge? “Der Pfle­ge­be­ruf ist doch kein Abstell­gleis!” 
  • Skan­da­lö­se Behand­lung der Beschäf­tig­ten! Wei­ter­be­schäf­ti­gung für Kar­stadt Sports-Kolleg*innen bei Gale­ria nur als Leiharbeiter*innen?
    In den ver­gan­ge­nen Wochen muss­ten sich vie­le Beschäf­tig­te von Kar­stadt Sports auf die mög­li­che Schlie­ßung ihrer Häu­ser ein­rich­ten. Ger­ne wür­den sie wei­ter bei Gale­ria Kar­stadt Kauf­of arbei­ten. Vie­len wur­de aber mit­ge­teilt, dass es lei­der kei­ne Arbeits­plät­ze in den Waren­häu­sern für sie gibt. Jetzt wird eini­gen vom Job­cen­ter nahe­ge­legt sich bei einer Zeit­ar­beits­fir­ma zu bewer­ben, deren Ange­stell­te bei einer Con­ces­si­on-Fir­ma in den Kauf­hof-Häu­sern tätig sind. Kolleg*innen sol­len also als Beschäf­tig­te 2. Klas­se neben den alten Kolleg*innen arbei­ten…” Mel­dung (wohl vom 19.8.20) bei ver.di Han­del NRW externer Link und ein Flug­blatt externer Link dazu
  • Feu­ern und heu­ern. Ent­las­se­ne Beschäf­tig­te sol­len sich als Leih­ar­bei­ter erneut bei Gale­ria Kar­stadt-Kauf­hof bewer­ben. Kon­zern­füh­rung ver­klagt Staat auf ent­gan­ge­ne Gewin­ne
    Ihr beson­de­res Ver­ständ­nis von Ver­ant­wor­tung zeigt ein­mal mehr die Waren­haus­ket­te »Gale­ria Kar­stadt-Kauf­hof« (GKK). Wäh­rend im lau­fen­den Insol­venz­ver­fah­ren zahl­rei­che Häu­ser geschlos­sen und etwa 8.000 Beschäf­tig­te ihre Arbeit ver­lie­ren wer­den, Ver­mie­ter und Gläu­bi­ger Zuge­ständ­nis­se machen und die öffent­li­chen Kas­sen mit Kurz­ar­bei­ter­geld und Erlass von Sozi­al­bei­trä­gen hel­fen, for­dern Geschäfts­lei­tung und Insol­venz­ver­wal­tung Scha­dens­er­satz vom Staat. Laut einem 40seitigen Insol­venz­plan, über den Busi­ness Insi­der am Mitt­woch berich­te­te, plant das Unter­neh­men Son­der­aus­schüt­tun­gen für die Gläu­bi­ger aus Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen »gegen die öffent­li­che Hand«. GKK sei durch den Shut­down wäh­rend der Coro­na­pan­de­mie knapp eine Mil­li­ar­de Euro Umsatz ent­gan­gen. Die macht der Gene­ral­be­voll­mäch­tig­te Arndt Gei­witz nicht voll­stän­dig gel­tend. Aber einen »nied­ri­gen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag« wol­le das Unter­neh­men von den Lan­des­be­hör­den for­dern. (…) Mitt­ler­wei­le ste­hen 47 Häu­ser auf der Streich­lis­te, bei Kar­stadt Sports 16 Filia­len. Dabei haben die Sach­wal­ter der Eigen­tü­mer­inter­es­sen viel her­aus­ge­holt: Im Gegen­zug für die befris­te­te Offen­hal­tung drei­er ehe­ma­li­ger Kar­stadt-Häu­ser in Ber­lin (drei bzw. fünf Jah­re für die Filia­len in Char­lot­ten­burg, Wed­ding und Tem­pel­hof) darf die Signa-Hol­ding unter Umge­hung bezirk­li­cher Belan­ge die Häu­ser am Her­mann­platz in Neu­kölln und am Kur­fürs­ten­damm kom­plett neu errich­ten. Beim Neu­köll­ner Pro­jekt geht es um die Rekon­struk­ti­on des ursprüng­li­chen Waren­hau­ses aus den zwan­zi­ger Jah­ren. Bezirks­po­li­ti­ker und ört­li­che Initia­ti­ven befürch­ten, dass der Pracht­bau, des­sen Flä­chen zum Teil an Ärz­te, Gas­tro­no­mie und ande­re Dritt­fir­men ver­mie­tet wer­den sol­len, die ohne­hin in der Gegend gras­sie­ren­de Gen­tri­fi­zie­rung wei­ter beschleu­ni­gen wird. Zunächst steht die Ver­samm­lung der Gläu­bi­ger am 1. Sep­tem­ber ins Haus, bei der sie dem Insol­venz­plan zustim­men und auf viel Geld ver­zich­ten sol­len. Die Scha­dens­er­satz­for­de­rung an den Staat scheint inso­fern ein Bon­bon für die Geld­ge­ber zu sein, mit dem die sau­ren Sei­ten des Plans ver­süßt wer­den.” Arti­kel von Gud­run Gie­se in der jun­gen Welt vom 21.08.2020 externer Link
  • Kauf­hof-Häu­ser nicht ren­ta­bel? Wir wol­len Bewei­se!
    “… Deutsch­land sei ein­fach ein har­tes Pflas­ter für Kauf­häu­ser, vie­le der Häu­ser sei­en ein­fach nicht ren­ta­bel und müss­ten des­we­gen geschlos­sen wer­den. Zeit­gleich ist man aber der Mei­nung, fast eine hal­be Mil­li­ar­de Euro für einen Neu­bau am Her­mann­platz übrig zu haben externer Link. Ben­ko hat noch eine Mil­li­ar­de über, eine wei­te­re Kauf­haus-Ket­te zu kau­fen externer Link. Auf der Sei­te von Signa, René Ben­kos Hol­ding-Gesell­schaft fin­den sich im Pres­se­be­reich etli­che Mit­tei­lun­gen zum Kauf von pres­ti­ge­träch­ti­gen, oft his­to­ri­schen Innen­stadt­im­mo­bi­li­en in Städ­ten wie Ham­burg oder St. Pöl­ten. Da passt doch etwas nicht? Und tat­säch­lich, arm ist René Ben­ko sicher nicht: 4 Mil­li­ar­den Pri­vat­ver­mö­gen und 7,5 Mil­li­ar­den Euro Wert sei­ner Hol­ding-Gesell­schaft schät­zen Expert*innen externer Link. Für ihn geht es dar­um, sein Ver­mö­gen zu ver­grö­ßern um Geld­men­gen, die er über­haupt nicht mehr aus­ge­ben kann. Abs­trak­te Zah­len auf sei­nem Kon­to. Für uns geht es um unse­re Exis­tenz­grund­la­ge. Unse­re Fähig­keit, unse­re Mie­ten zu bezah­len, und uns Essen und Klei­dung kau­fen zu kön­nen. Unse­re Leben und unse­re Exis­tenz­grund­la­ge sind kein Spe­ku­la­ti­ons­spiel­zeug für Leu­te wie René Ben­ko. Wir wol­len sehen, wie schlimm es wirk­lich um Gale­ria Kauf­hof Kar­stadt steht. Die Signa Hol­ding GmbH muss ihre Geschäfts­bü­cher offen legen. Wir wol­len sehen, wer sich hier an uns berei­chert und wie vie­le Mil­lio­nen unse­re Arbeits­plät­ze wert sind. Wir wol­len wis­sen, wann ein Haus “nicht mehr ren­ta­bel” ist, ob die Aus­sa­gen über die hohen Mie­ten der Stand­or­te wahr sind. Und wenn wir die Geschäfts­bü­cher ein­se­hen kön­nen, dann könn­ten wir uns ein Bild machen. Selbst ent­schei­den, wo wir spa­ren wol­len. Und ob wir das an unse­ren Löh­nen tun wol­len, oder viel­leicht doch eher an den Pro­fi­ten der Bos­se…“ Bei­trag von Anja Betha­ven vom 22.07.2020 bei Klas­se­ge­gen­Klas­se externer Link
  • Kauf­hof-Kün­di­gun­gen wer­fen Tau­sen­de in Alters­ar­mut – Ben­ko muss für den Erhalt aller Häu­ser zah­len!
    “… 50 Kauf­häu­ser von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof (GKK) sol­len bis Ende des Jah­res schlie­ßen. Allein dort wer­den cir­ca 5.000 Beschäf­tig­te gefeu­ert. Zudem ent­fal­len tau­sen­de wei­te­re Jobs in der Logis­tik, im Sport‑, Rei­se- und Lebens­mit­tel­be­reich und in Sub­un­ter­neh­men wie der Rei­ni­gung. Beson­ders hart getrof­fen sind die älte­ren Ange­stell­ten, die es schwer haben wer­den, eine neue Stel­le zu fin­den. 70 Pro­zent der Beschäf­tig­ten sind Frau­en, vie­le von ihnen Müt­ter Mit­te 50 bis 60, die zwei bis drei Jahr­zehn­te in den Häu­sern in Teil­zeit gear­bei­tet haben, um ihre Kin­der groß zu zie­hen. Sie wer­den ohne­hin wenig Ren­te bekom­men und mit dem Job­ver­lust steigt die Gefahr der Alters­ar­mut. (…) Für Ben­kos Moder­ni­sie­rung sol­len die älte­ren Beschäf­tig­ten und die unren­ta­blen Stand­or­te wei­chen. Mit dem staat­li­chen Insol­venz­geld zieht er sich aus der Ver­ant­wor­tung, um die Umstruk­tu­rie­rung vor­an­zu­trei­ben, um im Anschluss noch mehr Pro­fi­te machen zu kön­nen. Die Kos­ten tra­gen die Beschäf­tig­ten und die All­ge­mein­heit, die Gewin­ne macht er. Es kann nicht sein, dass ein Mul­ti­mil­li­ar­där im Allein­gang über die Zukunft von tau­sen­den Beschäf­tig­ten, ihren Fami­li­en, die Jobs der nächs­ten Genera­tio­nen und das Stadt­bild der Innen­städ­te ent­schei­det. Die Gewerk­schaft Ver.di darf sich das nicht gefal­len las­sen und muss für den Erhalt aller Stand­or­te und Arbeits­plät­ze kämp­fen. Ver.di soll­te sich dafür ein­set­zen, dass René Ben­ko und die ande­ren gro­ßen Investor*innen die nöti­gen Gel­der bereit­stel­len, um alle Stand­or­te zu sichern.Alle Vor­ha­ben, wel­che die Zukunft der Häu­ser betref­fen, wie zu Umstruk­tu­rie­run­gen, Inves­ti­tio­nen und Arbeits­plät­ze, müs­sen von Beschäf­tig­ten auf Betriebs­ver­samm­lun­gen ent­schie­den wer­den. Dafür müs­sen die Geschäfts­bü­cher von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof offen gelegt wer­den: Ein­nah­men, Aus­ga­ben, Ver­mö­gen, Immo­bi­li­en­wer­te, Gehäl­ter, Waren­ver­kehr und Ver­kaufs­zah­len müs­sen den Beschäf­tig­ten zugäng­lich gemacht wer­den. (…) Klar ist auch: Wenn Investor*innen wie Ben­ko nicht gewillt sind, die Häu­ser und die Arbeits­plät­ze zu ent­hal­ten, gehö­ren sie ent­eig­net Bei­trag von Mari­us Rau­ten­berg vom 21.07.2020 bei Klas­se­ge­gen­Klas­se externer Link
  • ver.di zu Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof: Der Kampf lohnt sich – wei­te­re sechs Filia­len vor Schlie­ßung geret­tet 
    “Die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) hat erneut zusam­men mit den Beschäf­tig­ten von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof und den Kom­mu­nen einen Erfolg im Kampf um den Erhalt der von Schlie­ßung bedroh­ten Filia­len erzielt. Am heu­ti­gen Frei­tag (17. Juli 2020) wur­de bekannt, dass wei­te­re sechs Filia­len von der Schlie­ßungs­lis­te genom­men wor­den sind. „Damit sind meh­re­re hun­dert Arbeits­plät­ze geret­tet – das ist eine gute Nach­richt für die Beschäf­tig­ten“, sag­te der ver.di-Verhandlungsführer Orhan Akman. Erhal­ten blei­ben sol­len die Filia­len in Ber­lin-Lich­ten­berg (Ring­cen­ter), in Bie­le­feld, im Als­ter­tal-Ein­kaufs­zen­trum in Ham­burg, in Leon­berg, in Nürn­berg-Lang­was­ser und in Sin­gen. Von den ursprüng­lich 62 Filia­len sind damit bis­lang zwölf von der Schließ­lis­te her­un­ter­ge­nom­men wor­den. „Das zeigt, wenn in den Kom­mu­nen alle an einem Strang zie­hen, dann kann die Ret­tung gelin­gen“, so Akman. Die nun­mehr 50 Filia­len auf der Streich­lis­te will ver.di eben­falls nicht ver­lo­ren geben. „Wir wer­den wei­ter­kämp­fen und unse­re Kräf­te bün­deln, zusam­men mit den Beschäf­tig­ten und den Betriebs­rä­ten vor Ort, den Ober­bür­ger­meis­tern, Ver­mie­tern und Indus­trie- und Han­dels­kam­mern“, sag­te Akman. „Was wir bis­her erreicht haben zeigt doch: Der Kampf lohnt sich“, so der Gewerk­schafts­se­kre­tär.“ ver.di-Pressemitteilung vom 17.07.2020 externer Link
  • [ver.di] Ver­bes­se­run­gen für den Über­gang in die Beschäf­ti­gungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­ge­sell­schaft erreicht
    “Nach inten­si­ven Ver­hand­lun­gen zwi­schen der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) und der Unter­neh­mens­lei­tung sowie dem Gene­ral­be­voll­mäch­tig­ten hat die Gewerk­schaft am Mon­tag­abend Ver­bes­se­run­gen für die Beschäf­tig­ten erzielt. So konn­te erreicht wer­den, dass für Beschäf­tig­te aus Filia­len, die der­zeit auf der Schlie­ßungs­lis­te ste­hen, eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung im Unter­neh­men gesi­chert ist, falls die ent­spre­chen­de Filia­le doch noch geret­tet wird. “Dies ist eine wich­ti­ge Ent­schei­dung für eine Beschäf­ti­gungs­si­che­rung, denn wir haben durch unse­re Akti­vi­tä­ten bereits sechs Filia­len von der Schlie­ßungs­lis­te run­ter bekom­men. Wei­te­re Schlie­ßun­gen wol­len wir im Bünd­nis mit den Betriebs­rä­ten, den Städ­ten und der Lan­des- und Bun­des­po­li­tik aber auch mit Unter­stüt­zung der Ver­mie­ter ver­hin­dern”, sag­te Orhan Akman, ver.di-Verhandlungsführer. Die Frist zur Ent­schei­dung über einen Ein­tritt in die Beschäf­ti­gungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­ge­sell­schaft (BQG) im Anschluss an das Arbeits­ver­hält­nis wur­de für alle Beschäf­tig­ten bis zum 21. Juli, 17:00 Uhr, ver­län­gert. Für Beschäf­tig­te in Mut­ter­schutz, Eltern­zeit oder Urlaub sowie erkrank­te Beschäf­tig­te gilt eine Annah­me­frist von einer Woche nach Weg­fall des Hin­der­nis­ses, längs­tens bis zum 31. August 2020. Beschäf­tig­te ab dem 60. Lebens­jahr erhal­ten eine beson­de­re Bera­tung und kön­nen sich eben­falls bis zum 31. August 2020 ent­schei­den. Wich­tig ist auch, dass die Bezü­ge in der BQG nun zum Monats­en­de bezahlt wer­den und nicht – wie zunächst vor­ge­se­hen – erst zum 15. des Fol­ge­mo­nats. Auch zu einer mög­li­chen Über­nah­me in eine ande­re Filia­le erziel­te ver.di für die betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten eine bes­se­re Absi­che­rung. “Die­se ist für die Beschäf­tig­ten an Dop­pel- und Mehr­fach­stand­or­ten von gro­ßer Bedeu­tung, weil sie nun die Mög­lich­keit haben, wäh­rend der Kün­di­gungs­frist oder dem erfolg­ten Über­gang in die Trans­fer­ge­sell­schaft, in einer ande­ren Filia­le beschäf­tigt zu wer­den”, so Akman. Außer­dem haben sich die Beschäf­tig­ten- und Arbeit­ge­ber­ver­tre­ter dar­auf ver­stän­digt, dass die Mit­be­stim­mungs­rech­te des Gesamt­be­triebs­rats und der ört­li­chen Betriebs­rä­te in die­sem Pro­zess tarif­ver­trag­lich abge­si­chert und gestärkt wer­den. “Für den Fall, dass die Schlie­ßung einer Filia­le teil­wei­se zurück­ge­nom­men wird, erfolgt die Beset­zung der Stel­len unter Berück­sich­ti­gung sozia­ler Gesichts­punk­te und unter Wah­rung der Mit­be­stim­mungs­rech­te der ört­li­chen Betriebs­rä­te”, sag­te Orhan Akman.“ ver.di-Pressemitteilung vom 14.07.2020 externer Link
  • Kahl­schlag bei Karstadt/​Kaufhof – der gna­den­lo­se Herr Ben­ko: Pro­fi­te sind Sys­tem­re­le­vant – Beschäf­tig­te nicht
    “… Inzwi­schen konn­ten durch Akti­vi­tä­ten der Beschäf­tig­ten und ihrer Gewerk­schaft ver.di sowie ört­li­cher Poli­tik, erreicht wer­den, dass die Anzahl der Schlie­ßungs­fi­lia­len ver­rin­gert wer­den. Bei wei­te­ren Filia­len wie in Essen, Dort­mund oder Düs­sel­dorf ste­hen wei­te­re Gesprä­che an. Wie­viel Filia­len es am Ende auch sein wer­den, die Zeche sol­len die Beschäf­tig­ten zah­len. Ben­ko wei­gert sich strin­gent Beschäf­tig­te aus den Schlie­ßungs­fi­lia­len in ande­ren Filia­len zu über­neh­men. Dabei sind die­se per­so­nell unter­be­setzt, was auch zu der häu­fig beklag­ten Unat­trak­ti­vi­tät der Waren­häu­ser bei­trägt. Des­we­gen ist es beson­ders wich­tig für eine Per­spek­ti­ve für alle Beschäf­tig­te zu kämp­fen und sich für ein Ver­bot von Ent­las­sun­gen ein­zu­set­zen, oder die Über­nah­me in Trans­fer­ge­sell­schaf­ten ohne Ein­kom­mens­ein­bu­ßen und zeit­lich unbe­fris­tet vor­zu­se­hen. All dies reicht nicht um Beschäf­tig­te vor den Kri­sen der kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft zu schüt­zen. Dazu gehört, dass die Eigen­tums­ver­hält­nis­se in Fra­ge gestellt wer­den und an Gesell­schafts­for­men in öffent­li­cher Hand und unter Kon­trol­le der Beschäf­tig­ten gear­bei­tet wird. Dazu wird es nötig sein, Unter­neh­mer wie Ben­ko zu ent­eig­nen und eine gesell­schaft­li­che Debat­te über die Funk­ti­on des Ein­zel­han­dels in einer soli­da­ri­schen, öko­lo­gi­schen nach gesell­schaft­li­chen Bedürf­nis­sen orga­ni­sier­ten Gesell­schaft, zu füh­ren.” Arti­kel von Hel­mut Born in einer aktua­li­sier­ten Fas­sung vom 13.7.2020 – wir dan­ken! Sie­he zuvor:
    • Kahl­schlag bei Karstadt/​Kaufhof – der gna­den­lo­se Herr Ben­ko: Pro­fi­te sind Sys­tem­re­le­vant – Beschäf­tig­te nicht 
      Bis Ende Juni muss­te ein Kon­zept für das unter dem staat­li­chen Schutz­schirm geflo­he­ne Unter­neh­men Gale­ria Karstadt/​Kaufhof für den wei­te­ren Betrieb erar­bei­tet wer­den, um ein Insol­venz­ver­fah­ren zu ver­hin­dern. Um solch ein Kon­zept zu erar­bei­ten wur­den vom Ver­wal­tungs­ge­reicht Essen zwei exter­ne „Ver­wal­ter“ ein­ge­setzt Gei­witz und Kebe­kus, zwei schon in meh­re­ren Insol­venz­ver­fah­ren erprob­te Sanie­rer. Von Anfang an stell­ten die bei­den Her­ren klar, dass hier­für die Beschäf­tig­ten einen Bei­trag zu leis­ten hät­ten, dass aber auch die Ver­mie­ter einen Bei­trag leis­ten müss­ten. Das damit auch der Haupt­eig­ner des Unter­neh­mens, Ben­ko, dem immer­hin 60 Filia­len gehör­ten, gemeint war, wur­de von Ihnen nur am Anfang behaup­tet. (…) Jetzt muss der Kampf um jede Filia­le und jeden Arbeits­platz vor Ort geführt wer­den und den Beschäf­tig­ten eine Per­spek­ti­ve gebo­ten wer­den. Dazu gehört auch, dass die Eigen­tums­ver­hält­nis­se in Fra­ge gestellt wer­den und an Gesell­schafts­for­men in öffent­li­cher Hand und unter Kon­trol­le der Beschäf­tig­ten gear­bei­tet wird. Dar­an könn­ten auch Städ­te ein Inter­es­se haben, in denen Filia­len geschlos­sen wer­den, da sonst eine Ver­ödung der Innen­städ­te die Fol­ge sein kann.” Arti­kel von Hel­mut Born vom 24.6.20 – ein Vor­ab­druck aus der nächs­ten SoZ – wir dan­ken!
  • Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof: Sechs Filia­len blei­ben erhal­ten – ver.di bleibt beharr­lich
    “Im Kampf um den Erhalt mög­lichst vie­ler Filia­len von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof (GKK) haben die Beleg­schaf­ten und ver.di einen Etap­pen­er­folg erzielt. Dem­nach blei­ben sechs ursprüng­lich zur Schlie­ßung vor­ge­se­he­ne Filia­len erhal­ten. Dabei han­delt es sich um die Häu­ser Chem­nitz, Dort­mund, Gos­lar, Lever­ku­sen, Nürn­berg und Pots­dam mit ins­ge­samt 750 Beschäf­tig­ten. „Das ist eine gute Nach­richt für die betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten und für die Städ­te. Der Ein­satz und die Beharr­lich­keit der Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen in den letz­ten Tagen haben sich gelohnt“, erklär­te Orhan Akman, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Ein­zel­han­del, am Frei­tag. ver.di hat­te nach har­ten Ver­hand­lun­gen vor zwei Wochen einen Tarif­ver­trag mit GKK abge­schlos­sen, mit dem ein kom­plet­ter Kahl­schlag, der zunächst die Schlie­ßung von 80 Filia­len vor­sah, ver­hin­dert wer­den konn­te. Im Ergeb­nis soll­ten zunächst bis zu 64 Häu­ser und Märk­te geschlos­sen wer­den mit der Opti­on, dass eini­ge Filia­len noch erhal­ten wer­den kön­nen. „Das ist nun gelun­gen. Es muss jetzt alles Not­wen­di­ge getan wer­den, um wei­te­ren Filia­len eine Per­spek­ti­ve zu geben“, beton­te Akman: „Dafür wer­den wir uns stark machen“. ver.di wer­de auch wei­ter­hin um die von Schlie­ßun­gen betrof­fe­nen Häu­ser und die dort arbei­ten­den Men­schen kämp­fen: „Für die 56 Filia­len wer­den wir alle Hebel in Bewe­gung set­zen, um gute und nach­hal­ti­ge Über­gän­ge und Lösun­gen für die Betrof­fe­nen zu fin­den“, sag­te Akman. Dies gel­te auch für Kar­stadt Sport und Kar­stadt Fein­kost.“ ver.di Pres­se­mit­tei­lung vom 03.07.2020 externer Link, sie­he auch:
    • Alles muss raus: Bun­des­weit Pro­tes­te gegen Fili­al­schlie­ßun­gen bei »Gale­ria Kar­stadt-Kauf­hof«. Unter­neh­mer machen klei­ne Zuge­ständ­nis­se
      “Es ist bezeich­nend für die aktu­el­le Lage, was der­zeit als »gute Nach­richt« durch­geht: »Gale­ria Kar­stadt-Kauf­hof« (GKK) schließt sechs Filia­len weni­ger als geplant. Das wur­de am Frei­tag bekannt. Für die Beschäf­tig­ten von 56 Waren­häu­sern, von Kar­stadt Sports und wei­te­ren GKK-Töch­tern blei­ben aller­dings gro­ße Zukunfts­sor­gen. Wäh­rend der zurück­lie­gen­den Tage zogen über­all im Land Beschäf­tig­te auf die Stra­ßen, um für die tra­di­ti­ons­rei­chen Waren­häu­ser zu kämp­fen. So etwa am Frei­tag in Ber­lin-Tem­pel­hof: Das dor­ti­ge Kar­stadt-Haus gilt als »Anker­stand­ort« für den Ein­zel­han­del. Mit der geplan­ten Schlie­ßung wür­de hier eben­so wie an ande­ren betrof­fe­nen Stand­or­ten in der Stadt mehr weg­bre­chen als die jewei­li­ge Filia­le, beton­te Eri­ka Rit­ter, Lei­te­rin des Fach­be­reichs Han­del im Ver­di-Lan­des­be­zirk Ber­lin-Bran­den­burg. Bei der Akti­on ging es dar­um, den Erhalt sämt­li­cher Ber­li­ner und Bran­den­bur­ger Häu­ser zu for­dern. Auch in Frank­furt am Main, Ham­burg und vie­len ande­ren Städ­ten demons­trier­ten wäh­rend der letz­ten Tage Beschäf­tig­te für das Fort­be­stehen der Waren­häu­ser. (…) Ver­di konn­te in zähen Ver­hand­lun­gen mit den Unter­neh­mern und den Ver­ant­wort­li­chen für das Schutz­schirm­ver­fah­ren weni­ger Stel­len­ab­bau und die schnel­le­re Rück­kehr in die Tarif­bin­dung aus­han­deln. Außer­dem erreich­te der neue GKK-Chef Miguel Müllen­bach in Ver­hand­lun­gen die Miet­sen­kung für sechs Waren­häu­ser. Damit geht der Betrieb in Chem­nitz, Dort­mund, Gos­lar, Lever­ku­sen, Nürn­berg und Pots­dam wei­ter; rund 750 Beschäf­tig­te die­ser Filia­len behal­ten ihre Jobs. Doch damit ist die Kahl­schlag­po­li­tik bei den bei­den eins­ti­gen Waren­haus­rie­sen Kar­stadt und Gale­ria Kauf­hof nur gemil­dert. Für die übri­gen Stand­or­te auf der Schlie­ßungs­lis­te gebe es ange­sichts hoher Mie­ten und »sozio­de­mo­gra­phi­scher Stand­ort­nach­tei­le« kei­ne wirt­schaft­li­che Fort­füh­rungs­per­spek­ti­ve…“ Arti­kel von Gud­run Gie­se in der jun­gen Welt vom 04.07.2020 externer Link
  • #Nicht­au­fun­se­rem­Rü­cken: René Ben­ko zur Kas­se! Bun­des­wei­ter Akti­ons­tag am 18.07.2020 
    Die Coro­na Pan­de­mie und die damit ver­bun­de­nen Umsatz­ein­brü­che hin­ter­las­sen auch bei Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof ihre Spu­ren. Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof hat Fili­al­schlie­ßun­gen ange­kün­digt: 62 der ins­ge­samt 172 bun­des­wei­ten Häu­ser sol­len geschlos­sen wer­den, das heißt etwa jede drit­te Filia­le. Durch die­se Schlie­ßun­gen und den Stel­len­ab­bau von 5.317 Stel­len sind vor allem die Arbei­te­rIn­nen in den Filia­len direkt betrof­fen und nicht die­je­ni­gen, die eigent­lich für die­se Kri­se ver­ant­wort­lich sind und sie bezah­len soll­ten, die Kapi­ta­lis­ten und Aktio­nä­re. Geld dafür gäbe es mehr als genug. René Ben­ko, Groß­in­ves­tor und Eigen­tü­mer der Kauf­häu­ser, ver­fügt über ein Pri­vat­ver­mö­gen von 4,9 Mil­li­ar­den Euro. Davon lie­ßen sich mit Sicher­heit vie­le Fili­al­schlie­ßun­gen ver­hin­dern, aber die Kri­se heißt für Kapi­ta­lis­ten wie ihn vor allem: Absto­ßen, was kei­nen Gewinn abwirft! Und was Geld bringt weiß Ben­ko gut: Er hat sich sei­nen Reich­tum als Immo­bi­li­en­hai ergau­nert und besitzt zusätz­lich eini­ge der Immo­bi­li­en, in denen die Waren­haus­ket­te unter­ge­bracht ist. Hier hät­te er natür­lich Miet­min­de­rung betrei­ben kön­nen, um Schlie­ßun­gen zu ver­hin­dern. (…) Wir sagen: Die Rei­chen sol­len die Kri­se bezah­len. Zei­gen wir uns soli­da­risch mit den von Kün­di­gun­gen betrof­fe­nen Arbei­te­rIn­nen. Am 18. Juli fin­det ein bun­des­wei­ter Akti­ons­tag statt. Nut­zen wir die Gele­gen­heit um in vie­len Städ­ten auf den Miss­stand bei Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof auf­merk­sam zu machen und aktiv zu wer­den.” Auf­ruf von und bei der #nicht­au­fun­se­rem­rü­cken-Ver­net­zung externer Link
  • Zukunft statt Kahl­schlag – Der Kampf geht wei­ter! ver.di bekräf­tigt For­de­rung nach Erhalt der von Schlie­ßung bedroh­ten Stand­or­te /​bun­des­wei­te Pro­tes­te 
    Unter­neh­mens­lei­tung und Gene­ral­be­voll­mäch­tig­ter von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof pla­nen den Kahl­schlag und wol­len Dut­zen­de Filia­len schlie­ßen. Wir kämp­fen wei­ter um jeden Stand­ort und jeden Arbeits­platz!...” ver.di-Meldung im Brenn­punkt Gale­ria Kauf­hof Kar­stadt externer Link samt der Tarif­ei­ni­gung im Wort­laut – für die bun­des­wei­ten Pro­test­ak­tio­nen sie­he lei­der nicht ver.di, son­dern die Goog­le-News-Suche externer Link
  • ver.di zu Gale­ria Kauf­hof Kar­stadt: Schlie­ßun­gen dro­hen trotz Ver­hand­lungs­er­folg
    Der 19. Juni war ein bit­te­rer Tag für die Beschäf­tig­ten von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof. In Betriebs­ver­samm­lun­gen erfuh­ren die Beschäf­tig­ten von 62 Filia­len, dass die­se Häu­ser geschlos­sen wer­den sol­len. 172 Filia­len gibt es der­zeit noch, von den Schlie­ßungs­plä­nen betrof­fen sind nach Anga­ben von ver.di etwa 6000 Mitarbeiter*innen. In vor­her­ge­hen­den Tarif­ver­hand­lun­gen hat­te ver.di trotz der ange­kün­dig­ten Schlie­ßun­gen noch eini­ges errei­chen kön­nen. So ist der ursprüng­lich geplan­te Per­so­nal­ab­bau von 10 Pro­zent auf der Flä­che in den ver­blei­ben­den Filia­len vom Tisch. Auch konn­te die Zahl der von Schlie­ßung bedroh­ten Filia­len von ursprüng­lich 80 auf 62 redu­ziert wer­den. Den­noch spricht ver.di von einem „dra­ma­ti­schen Arbeits­platz­ver­lust“, der „auch ange­sichts der Taten­lo­sig­keit der Poli­tik ein Rie­sen­skan­dal“ sei. Immer­hin konn­te ver.di durch­set­zen, dass die betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten für min­des­tens sechs Mona­te in eine Beschäf­ti­gungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­ge­sell­schaft wech­seln kön­nen. Für sie gel­ten die mit den Betriebs­rä­ten aus­ge­han­del­ten Sozi­al­plä­ne. (…) Bei den Betriebs­ver­samm­lun­gen war häu­fig vom Ver­sa­gen des Manage­ments die Rede. Eine Betriebs­rä­tin einer von Schlie­ßung bedroh­ten Filia­le schreibt zum Bei­spiel in einem State­ment auf Face­book: „Das Manage­ment hat in den letz­ten Jah­ren wahn­wit­zi­ge Ent­schei­dun­gen getrof­fen, die für uns als Mit­ar­bei­ter nicht nach­voll­zieh­bar waren. Man muss nicht stu­diert haben, um zu wis­sen, dass das so nicht wei­ter funk­tio­nie­ren kann.“ Das Inter­es­se der neu­en Inves­to­ren habe allein den Immo­bi­li­en gegol­ten. (…) Die­se 62 Filia­len von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof will das Unter­neh­men schlie­ßen: Ber­lin Char­lot­ten­burg (Kar­stadt), Ber­lin Gro­pi­us-Pas­sa­ge (Kar­stadt), Ber­lin Hohen­schön­hau­sen (Kauf­hof), Ber­lin Mül­ler­stra­ße (Kar­stadt), Ber­lin Ring­cen­ter (Kauf­hof), Ber­lin Tem­pel­hof (Kar­stadt), Bie­le­feld (Kar­stadt), Bonn (Kar­stadt), Braun­schweig (Kauf­hof), Bre­men (Kauf­hof), Bre­mer­ha­ven (Kar­stadt), Brühl (Kauf­hof), Chem­nitz (Kauf­hof), Des­sau (Kar­stadt), Dort­mund (Kauf­hof), Dort­mund (Kar­stadt), Düs­sel­dorf Scha­dow­stra­ße (Kar­stadt), Düs­sel­dorf Wehr­hahn (Kauf­hof), Essen (Kauf­hof), Essen (Kar­stadt), Flens­burg (Kar­stadt), Frank­furt Hes­sen-Cen­ter (Kauf­hof), Frank­furt Zeil (Kar­stadt), Ful­da (Kauf­hof), Göp­pin­gen (Kauf­hof), Gos­lar (Kar­stadt), Gum­mers­bach (Kar­stadt), Güters­loh (Kar­stadt) Ham­burg AEZ (Kauf­hof), Ham­burg Ber­ge­dorf (Kar­stadt), Ham­burg Möncke­berg­stra­ße (Kauf­hof), Ham­burg Wands­bek (Kar­stadt), Hamm (Kauf­hof), Han­no­ver Georg­stra­ße (Kar­stadt), Ingol­stadt (Kauf­hof), Iser­lohn (Kar­stadt), Köln Wei­den (Kauf­hof), Land­au (Kauf­hof), Leon­berg (Kar­stadt), Lever­ku­sen (Kauf­hof), Lübeck (Kar­stadt), Mainz (Kar­stadt), Mann­heim N7 (Kauf­hof), Mön­chen­glad­bach Rheydt (Kar­stadt), Mün­chen Am Nord­bad (Kar­stadt), Mün­chen OEZ (Kar­stadt), Mün­chen Sta­chus (Kauf­hof), Neu­bran­den­burg (Kauf­hof), Neu­müns­ter (Kar­stadt), Neun­kir­chen (Kauf­hof), Neuss (Kauf­hof), Nor­der­stedt (Kar­stadt), Nürn­berg (Kar­stadt), Nürn­berg Lang­was­ser (Kar­stadt), Osna­brück (Kauf­hof), Pots­dam (Kar­stadt), Sin­gen (Kar­stadt), Stutt­gart Bad Cann­statt (Kauf­hof), Sulz­bach MTZ (Kar­stadt), Trier Sime­on­stra­ße (Kar­stadt), Wit­ten (Kauf­hof), Worms (Kauf­hof)“ The­men-Bei­trag bei ver.di externer Link (ohne Datum), sie­he auch die Brenn­punkt-Sei­te bei ver.di Han­del externer Link
  • Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof: “ver.di erreicht Tarif­ab­schluss und der Kampf geht wei­ter”
    “Nach vier­tä­gi­gen Ver­hand­lun­gen hat die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft einen Tarif­ab­schluss für Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof erreicht. Den vom Unter­neh­men geplan­ten Per­so­nal­ab­bau von zehn Pro­zent auf der Flä­che in den ver­blei­ben­den Filia­len konn­ten ver.di und der Gesamt­be­triebs­rat gemein­sam ver­hin­dern. Dies sei ein wich­ti­ger Erfolg für die Beschäf­tig­ten in den Waren­häu­sern, hieß es. Die von dem Unter­neh­men geplan­ten 80 Fili­al­schlie­ßun­gen wur­den auf maxi­mal 62 redu­ziert. Die unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung zur Schlie­ßung von Waren­haus-Filia­len trifft die rund 6.000 Beschäf­tig­ten und ihre Fami­li­en hart. Für Abfin­dun­gen bei Ent­las­sun­gen fin­den die von den Betriebs­rä­ten aus­ge­han­del­ten Sozi­al­plä­ne Anwen­dung. Die von Fili­al­schlie­ßun­gen Betrof­fe­nen wer­den auf ihren Wunsch für min­des­tens sechs Mona­te in eine Trans­fer­ge­sell­schaft zur Beschäf­ti­gung und Qua­li­fi­zie­rung über­führt, in die sich der Gesell­schaf­ter ein­bringt. Die von ver.di immer wie­der auf­ge­stell­te For­de­rung zur Betei­li­gung der Beschäf­tig­ten bei der Zukunfts­ge­stal­tung der Waren­häu­ser und Maß­nah­men zu guter Arbeit wur­de in einem neu­en Tarif­ver­trag „Gute und gesun­de Arbeit /​Betei­li­gung Zukunfts­kon­zept“ ver­ein­bart. Ein pari­tä­tisch besetz­ter, acht­köp­fi­ger Zukunfts­kreis, dem Ver­tre­ter der Geschäfts­lei­tung, der Gewerk­schaft, des Gesamt­be­triebs­ra­tes und wei­te­re Mit­glie­der ange­hö­ren, soll künf­tig über The­men­fel­der wie Sor­ti­ment, Con­ces­si­on, Shop-in-Shop-Kon­zep­te, Fremd­ver­mie­tung von Flä­chen, Ein­füh­rung von Omnich­an­nel-Pro­zes­sen, Qua­li­fi­zie­rung und die Ein­füh­rung neu­er Arbeits­mit­tel bera­ten, um Pro­zess­op­ti­mie­run­gen und die Ver­bes­se­rung der wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit des Unter­neh­mens zu errei­chen. Ein zehn­köp­fi­ger Expert*innenkreis, der erst­mals Anfang August tagt und pari­tä­tisch besetzt ist, berei­tet zeit­nah eine Befra­gung der Beschäf­tig­ten vor, um eine brei­te Betei­li­gung der Beleg­schaft an den wesent­li­chen The­men zu gewähr­leis­ten. „End­lich wer­den die Beschäf­tig­ten an der Ent­wick­lung des Waren­hau­ses für die Zukunft betei­ligt“, erklär­te ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger. Der im Dezem­ber 2019 ver­ein­bar­te Inte­gra­ti­ons­ta­rif­ver­trag bleibt in Kraft. Die dar­in fest­ge­schrie­be­nen Ent­gel­t­er­hö­hun­gen von 0,3 Pro­zent für das Jahr 2020 sowie die zu erwar­ten­de Ent­gel­t­er­hö­hung im Jahr 2021 erhal­ten die Beschäf­tig­ten in Frei­zeit statt Geld. Ab 2022 wer­den die Ent­gel­t­er­hö­hun­gen der Flä­chen­ta­rif­ver­trä­ge – wie im Inte­gra­ti­ons­ta­rif­ver­trag vor­ge­se­hen – eins zu eins an die Beschäf­tig­ten wei­ter­ge­ge­ben. Mit Beginn 2025 wer­den voll­um­fäng­lich die ver.di-Flächentarifverträge des Ein­zel­han­dels ange­wen­det. „Die Ent­schei­dung zu den Schlie­ßungs­häu­sern trifft die Men­schen hart, ihnen wird die Exis­tenz unter den Füs­sen weg­ge­ris­sen. Wir wer­den mit aller Kraft für den Erhalt der Stand­or­te und die Zukunft der Beschäf­tig­ten kämp­fen. Da ist das letz­te Wort noch nicht gespro­chen. Die Beschäf­tig­ten und ihre Fami­li­en erwar­ten die vol­le Unter­stüt­zung von poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen; sie erwar­ten, dass alle Mög­lich­kei­ten, Chan­cen und Wege, die es gibt, in die­ser dra­ma­ti­schen Situa­ti­on aus­ge­schöpft wer­den,“ sagt Nut­zen­ber­ger. „In der enor­men finan­zi­el­len Kri­se des Waren­hau­ses konn­te ver.di zusam­men mit den Betriebs­rä­ten viel für die ver­blei­ben­den Filia­len errei­chen und tarif­ver­trag­lich ver­ein­ba­ren. Für die Schlie­ßungs­fi­lia­len und die betrof­fe­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ist das eine bit­te­re Stun­de. Des­halb ist die tarif­ver­trag­li­che Rege­lung zur Beschäf­ti­gungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­ge­sell­schaft in einer Trans­fer­ge­sell­schaft ein wesent­li­cher Punkt der Ver­ein­ba­run­gen“, sag­te ver.di-Verhandlungsführer Orhan Akman.“ ver.di-Pressemitteilung vom 19.06.2020 externer Link, sie­he auch:
    • Eigen­tum ver­pflich­tet steht im Grund­ge­setz. Das müss­te nun auch für die Schlie­sung der #Karstadt-#Kaufhof Filia­len gel­ten. Bis zu 7.000 Men­schen müs­sen um ihre Jobs ban­gen, wäh­rend Ben­ko Mil­li­ar­där bleibt. Rede von unse­rer Soli­kund­ge­bung in #EssenVideo vom 20. Juni 2020 bei Dani­el Kerekeš auf Twit­ter externer Link 
    • Kar­stadt will 60 sei­ner 172 Filia­len bun­des­weit schlie­ßen und bevor ihr jetzt alle auf Ama­zon oder die gie­ri­gen Ver­mie­ter schimpft, soll­tet Ihr fol­gen­des wis­sen:…” Thread von Juli­an Hein vom 20.6.2020 bei Twit­ter externer Link
  • ver.di Auf­ruf: Schutz­schirm­ver­fah­ren bei GALERIA Kar­stadt Kauf­hof – Betei­ligt euch bis 19. Juni an unse­rer Kurz­be­fra­gung: Es geht um eure Zukunft! 
    “Wir sind über­zeugt: Die Zukunft der Waren­häu­ser sind die Beschäf­tig­ten. Und die­se brau­chen siche­re Arbeits­plät­ze, exis­tenz­si­chern­de Ein­kom­men, gute und gesun­de Arbeits­be­din­gun­gen. Wir haben das Ziel, mehr gute Arbeit gemein­sam mit den Beschäf­tig­ten durch­zu­set­zen und an einem trag­fä­hi­gen Zukunfts­kon­zept für Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof mit­zu­ar­bei­ten. Bei unse­rer Befra­gung (etwa drei Minu­ten) geht es um ers­te Schwer­punk­te für die Ver­hand­lun­gen mit dem Arbeit­ge­ber. Des­we­gen: Seid dabei und sagt uns eure Mei­nung bis 19. Juni 2020, 12 Uhr – es geht um eure Zukunft!“ Auf­ruf bei ver.di Han­del externer Link und die ver.di-Kurzbefragung der Beschäf­tig­ten externer Link bei GALERIA Kar­stadt Kauf­hof
  • Gegen Kahl­schlag. »Gale­ria Kar­stadt-Kauf­hof«: Ver­di mobi­li­siert für Sozi­al­ta­rif­ver­trag
    “… In vie­len GKK-Filia­len fan­den am Mon­tag Betriebs­ver­samm­lun­gen statt. Der Grund: Betriebs­rä­te infor­mier­ten die Beschäf­tig­ten über den Stand der am 5. Juni begon­ne­nen Ver­hand­lun­gen der Ver­di-Bun­des­ta­rif­kom­mis­si­on mit der GKK-Unter­neh­mens­lei­tung und dem Gene­ral­be­voll­mäch­tig­ten. Das Ziel von Ver­di ist klar: Die Beleg­schaft mit­tels eines Sozi­al­ta­rif­ver­trags vor dem dro­hen­den Kahl­schlag zu schüt­zen und das GKK-Fili­al­netz soweit es geht zu erhal­ten. Zuvor war bekannt gewor­den, dass Tau­sen­de der rund 35.000 Stel­len gestri­chen und zahl­rei­che Häu­ser dicht­ge­macht wer­den sol­len. Von den ins­ge­samt 172 GKK-Filia­len ste­hen etwa 80 zur Dis­po­si­ti­on. Bei der ers­ten Ver­hand­lungs­run­de für einen Sozi­al­ta­rif­ver­trag »prall­ten die Posi­tio­nen hart auf­ein­an­der«, teil­te Ver­di am Mon­tag in einer Mit­ar­bei­ter­in­for­ma­ti­on mit. »Wir erwar­ten von den Bevoll­mäch­tig­ten einen Zukunfts­plan für die Waren­häu­ser statt Berech­nun­gen, wie vie­len Beschäf­tig­ten die Exis­tenz geraubt wer­den soll«, erklär­te Orhan Akman, Ver­di-Bun­des­fach­grup­pen­lei­ter Ein­zel­han­del. Akman for­der­te in dem Zusam­men­hang die Ent­las­sung von Kon­zern­chef Ste­phan Fan­derl. Sein Ruf wur­de offen­bar erhört. Fan­derl hat dem GKK-Eigen­tü­mer, dem öster­rei­chi­schen Signa-Kon­zern, »eine ein­ver­nehm­li­che Tren­nung vor­ge­schla­gen«, wie dpa am Diens­tag mel­de­te…” Arti­kel von Oli­ver Rast in der jun­gen Welt vom 10.06.2020 externer Link, sie­he dazu auch:
    • Schutz­schirm­ver­fah­ren bei GALERIA Kar­stadt Kauf­hof: “Wir for­dern Zukunft statt Kahl­schlag: Seit 05. Juni lau­fen die Ver­hand­lun­gen mit ver.di”
      Um mög­lichst vie­le Beschäf­tig­te und Filia­len ange­sichts der Kahl­schlag­plä­ne bei Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof zu schüt­zen und sie abzu­si­chern, hat ver.di am 5. Juni 2020 in Essen Ver­hand­lun­gen mit der Unter­neh­mens­lei­tung und dem Gene­ral­be­voll­mäch­tig­ten auf­ge­nom­men. Zur wei­te­ren Pla­nung gehört auch die Zukunft von Kar­stadt-Sports, Kar­stadt-Fein­kost, der Restau­rants Le Buf­fet und Dinea, der Logis­tik und Rei­se­bü­ros. Zuvor war bekannt gewor­den, dass tau­sen­de Stel­len gestri­chen wer­den sol­len und bei­na­he jede zwei­te Filia­le bun­des­weit von der Schlie­ßung bedroht ist…” ver.di-Themenseite externer Link – am 08.06.2020 gab es Betriebs­ver­samm­lun­gen und z.B. in Stutt­gart Pro­tes­te:
    • Dut­zen­de Mit­ar­bei­ten­de von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof pro­tes­tier­ten in Stutt­gart
      “Die Gewerk­schaft Ver­di hat mit einer Pro­test­ak­ti­on den Druck bei der ange­schla­ge­nen Waren­haus­ket­te Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof erhöht. Das Unter­neh­men arbei­tet an einem Sanie­rungs­plan und for­dert Zuge­ständ­nis­se der Mit­ar­bei­ten­den. (…) Seit Frei­tag ver­han­delt die Arbeit­neh­mer­sei­te mit der Unter­neh­mens­füh­rung und den Sanie­rern über das wei­te­re Vor­ge­hen. (…) Mit einer Kund­ge­bung mach­ten dut­zen­de Beschäf­ti­ge der Filia­le in der Stutt­gar­ter Innen­stadt auf ihre unsi­che­re Lage auf­merk­sam. (…) Die Gewerk­schaft Ver­di will errei­chen, dass im Zuge der Sanie­rung mög­lichst vie­le Arbeits­plät­ze und Filia­len erhal­ten blei­ben. Um die Fol­gen mög­li­cher Schlie­ßun­gen abzu­fe­dern, for­dert sie einen Sozi­al­ta­rif­ver­trag und eine Trans­fer­ge­sell­schaft. Nach Anga­ben von Ver­di will das Unter­neh­men die Gehäl­ter in den Jah­ren 2020 und 2021 nicht anhe­ben und den zuletzt ver­ein­bar­ten Ver­zicht auf Son­der­zah­lun­gen um zwei Jah­re ver­län­gern. …“ Bei­trag vom 08.06.2020 bei SWR aktu­ell externer Link
  • [VKG-Flug­blatt] Gale­ria-Kar­stadt-Kauf­hof: Arbeits­plät­ze erhal­ten – Ben­ko zur Kas­se bit­ten 
    “… Jetzt zeigt sich dass der jah­re­lan­ge Ver­zicht nichts gebracht hat und ein gro­ßer Teil der 28.000 Beschäf­tig­ten muss nun um sei­ne Arbeits­plät­ze und Zukunft ban­gen. Ben­ko hält unter­des­sen an Pres­ti­ge-Pro­jek­ten wie dem Umbau das Kar­stadt­ge­bäu­des in Ber­lin am Her­mann­platz fest, da es sich um eine lukra­ti­ve Immo­bi­lie han­delt, denn das Geschäft von Ben­kos Fir­ma Signa ist das Immo­bi­li­en­ge­schäft. Im Vor­feld der Tarif­ver­hand­lung im Dezem­ber 2019 sind hun­der­te von Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen in die Gewerk­schaft ver.di ein­ge­tre­ten und es bestand eine hohe Streik­be­reit­schaft in der Beleg­schaft. Statt die­se Bereit­schaft zu nut­zen, wur­de von der Ver­hand­lungs­füh­rung der Gewerk­schaft ein Tarif­ver­trag mit Lohn­ver­lust mit einer Lauf­zeit bis Ende 2023 fest­ge­schrie­ben. Mehr­mals im Jahr 2019 hat die Spit­ze des ver.di-Fachbereichs Han­del unter Beweis gestellt, dass sie nicht bereit, ist die vor­han­de­ne Kampf­kraft in der Beleg­schaft in Ein­zel­han­dels­be­trie­ben zu nut­zen und hat die Leu­te in ihren Streik­wes­ten sit­zen gelas­sen. Nach dem Abschluss im Dezem­ber letz­ten Jah­res mach­te sich gro­ßer Unmut unter den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen breit, erfuh­ren sie über den vor­schnel­len Abschluss zum Teil aus der Pres­se, ohne wirk­lich demo­kra­tisch dar­über dis­ku­tiert und ent­schie­den, geschwei­ge denn die Mög­lich­keit gehabt zu haben, um für ein bes­se­res Ergeb­nis zu kämp­fen. (…) Die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen erwar­ten von ihrer Gewerk­schaft jetzt nicht nur Wor­te der Ableh­nung, son­dern eine rea­lis­ti­sche Vor­stel­lung, wie die das Unheil abge­wen­det wer­den kann. Das muss eine kon­kre­te und prak­ti­sche Eska­la­ti­ons­stra­te­gie beinhal­ten, die damit beginnt, die Dis­kus­si­on durch Betriebs­ver­samm­lung und der Betriebs­grup­pen unter Ein­be­zie­hung aller Kolleg*innen und der ver.di-Strukturen ein­zu­lei­ten. Das muss in einer ein­heit­li­chen bun­des­wei­ten Dis­kus­si­on und Stra­te­gie mün­den. Es darf kei­ne Zeit ver­schwen­det wer­den! Aktio­nen müs­sen beglei­tet wer­den von einer fach­be­reichs- und gewerk­schaft­über­grei­fen­den Soli­da­ri­täts­kam­pa­gne. Über das Schick­sal von tau­sen­den von Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen darf nicht hin­ter ver­schlos­se­ner Tür im Hin­ter­zim­mer am Ver­hand­lungs­tisch ent­schie­den wer­den. Es muss völ­li­ge Trans­pa­renz gegen­über der Beleg­schaft herr­schen, jede Ent­schei­dung muss demo­kra­tisch dis­ku­tiert und ent­schie­den wer­den – und zwar von denen, die es betrifft! Das ein­zi­ge was die Kol­le­gen und Kol­le­gen jetzt noch ret­ten kann, ist das Ver­trau­en auf ihre eige­ne Stär­ke und die Auf­nah­me von unmit­tel­ba­ren Kampf­maß­nah­men. (…) Die Fach­be­reichs­spit­ze und Ver­hand­lungs­füh­rung von ver.di dür­fen den Kampf nicht brem­sen wie in der Ver­gan­gen­heit, die Füh­rung muss bei den Kolleg*innen selbst lie­gen…“ Flug­blatt vom 18.05.2020 bei Ver­net­zung für kämp­fe­ri­sche Gewerk­schaf­ten – VKG externer Link
  • Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof: Ver­ant­wort­li­che infor­mie­ren ver.di-Tarifkommission – Gewerk­schaft will Zukunft statt Kahl­schlag
    “Die im Schutz­schirm­ver­fah­ren bei Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof gericht­lich bestell­ten Frank Kebe­kus als Sach­ver­wal­ter und der Gene­ral­be­voll­mäch­tig­te Arndt Gei­witz wol­len am 25. Mai die ver.di-Tarifkommission Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof (GKK) über ihre Plä­ne infor­mie­ren. Dazu gehört auch die Zukunft von Kar­stadt-Sports, Kar­stadt-Fein­kost, der Restau­rants Le Buf­fet und Dinea, der Logis­tik und Rei­se­bü­ros. Am Fol­ge­tag hat die Gewerk­schaft ihre Bun­des­ta­rif­kom­mis­si­on (GKK) zu inter­nen Bera­tun­gen ein­ge­la­den. „Wir erwar­ten von den Bevoll­mäch­tig­ten einen Zukunfts­plan für die Waren­häu­ser statt Berech­nun­gen, wie vie­len Beschäf­tig­ten die Exis­tenz geraubt wer­den soll“, erklär­te Orhan Akman, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Ein­zel­han­del. „Die Kar­ten müs­sen offen auf den Tisch. Dazu gehört auch eine kla­re Posi­tio­nie­rung des Eigen­tü­mers René Ben­ko. Die Beschäf­tig­ten erwar­ten von ihm Zukunft statt Kahl­schlag.“ (…) Wenn Ent­las­sun­gen anste­hen, muss Dr. Fan­derl als ers­ter gehen“, for­der­te Akman. Waren­häu­ser hät­ten nach wie vor eine Zukunft. Jetzt kom­me es dar­auf an, die Tra­di­ti­on der Waren­häu­ser modern zu den­ken. Der Schlüs­sel dazu sei ein Betei­li­gungs­pro­zess unter Mit­wir­kung der Beschäf­tig­ten. Man habe den Ein­druck, „dass Mana­ger und Bera­ter sich seit Jah­ren in den Chef­eta­gen die Klin­ke in die Hand geben und Mil­lio­nen kas­sie­ren, ohne wirk­lich für eine Zukunft des Geschäfts und mehr Umsatz zu sor­gen. Gleich­zei­tig rackern sich die Beschäf­tig­ten ab und wur­den immer wie­der zur Kas­se gebe­ten“. Shut­down und Coro­na vor­zu­schie­ben, um sich durch mas­sen­haf­te Schlie­ßun­gen und Ent­las­sun­gen gesund­zu­sto­ßen, sei durch­sich­tig und weit weg von einem Zukunfts­kon­zept für die Waren­häu­ser. Poli­ti­ker in Bund, Land und Kom­mu­nen müss­ten jetzt ihren Ein­fluss gel­tend machen, um ein Ster­ben vie­ler Innen­städ­te zu ver­hin­dern und die Arbeits­plät­ze zu erhal­ten, for­der­te die Gewerk­schaft.“ ver.di-Pressemitteilung vom 18.05.2020 externer Link
  • Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof will fast die Hälf­te aller Häu­ser schlie­ßen
    “… Die Waren­haus­ket­te Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof will Medi­en­be­rich­ten zufol­ge fast die Hälf­te ihrer Filia­len schlie­ßen. 80 der rund 170 Filia­len könn­ten dicht­ge­macht wer­den, was einen gro­ßen Teil der 28.000 Mit­ar­bei­ter tref­fen dürf­te. Dar­über hin­aus soll­ten in den rest­li­chen Filia­len bis zu zehn Pro­zent der Stel­len gestri­chen wer­den. Das ste­he in einem Ent­wurf des Sanie­rungs­plans für den Waren­haus­kon­zern, wovon der “Spie­gel“ berich­te­te. Der Kon­zern woll­te sich auf Anfra­ge nicht dazu äußern. Es gebe noch kei­ne fina­len Beschlüs­se, sag­ten mit der Situa­ti­on ver­trau­te Per­so­nen. Das Unter­neh­men spre­che mit den Waren­haus-Ver­mie­tern über Miet­min­de­run­gen, was noch Aus­wir­kung auf die Schlie­ßungs­plä­ne haben könn­te. (…) Gemein­sam mit dem Sanie­rer Arndt Gei­witz ist der Insol­venz­ver­wal­ter Kebe­kus für den Sanie­rungs­plan zustän­dig, der dem Amts­ge­richt in Essen vor­ge­legt wird. Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof befin­det sich seit Anfang April in einem soge­nann­ten Schutz­schirm­ver­fah­ren in Eigen­ver­wal­tung, was das Unter­neh­men für drei Mona­te vor dem Zugriff der Gläu­bi­ger schützt. Kebe­kus hat­te gegen­über der F.A.Z. ange­kün­digt, dass es zu Schlie­ßun­gen kom­me wer­de. „Es wäre unse­ri­ös zu sagen, dass es kei­ne Ein­schnit­te geben muss“, sag­te der Sach­ver­wal­ter. Die Gewerk­schaft Ver­di kri­ti­sier­te die Plä­ne des Waren­haus­kon­zerns. „Das ist bru­tal! Es hat den Anschein, dass die Unter­neh­mens­lei­tung und der Eigen­tü­mer die Coro­na-Kri­se miss­brau­chen, um ihre ursprüng­li­chen Pla­nun­gen von Stand­ort­schlie­ßun­gen und Ent­las­sun­gen doch noch umzu­set­zen“, sagt Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger, die im Bun­des­vor­stand der Gewerk­schaft Ver­di sitzt und dort für den Han­del zustän­dig ist. Ende des ver­gan­ge­nen Jah­res hat­te sich die Gewerk­schaft mit dem Waren­haus­kon­zern noch auf einen Tarif­ver­trag geei­nigt, wonach es auch für Kar­stadt Sports und Kar­stadt Fein­kost eine Rück­kehr zum Flä­chen­ta­rif­ver­trag geben soll­te. Dabei ging es um Lohn­er­hö­hun­gen und Arbeits­platz­si­cher­heit bis 2025…“ Arti­kel von Jonas Jan­sen vom 15.05.2020 in der FAZ online externer Link
  • GALERIA Kar­stadt Kauf­hof – ver.di kri­ti­siert Manage­ment und Gene­ral­be­voll­mäch­tig­ten
    “Auf Empö­rung und Unver­ständ­nis sto­ßen die Pla­nun­gen von Stel­len­kür­zun­gen und Stand­ort­schlie­ßun­gen der Waren­haus­ket­te Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof bei den Beschäf­tig­ten. Der Kon­zern will nach aktu­el­len Medi­en­be­rich­ten bun­des­weit bis zu 80 von über 170 Häu­sern schlie­ßen. Außer­dem sol­len bei den ver­blei­ben­den Häu­sern zehn Pro­zent der Stel­len gestri­chen wer­den. “Das ist bru­tal! Es hat den Anschein, dass die Unter­neh­mens­lei­tung und der Eigen­tü­mer die Coro­na-Kri­se miss­brau­chen, um ihre ursprüng­li­chen Pla­nun­gen von Stand­ort­schlie­ßun­gen und Ent­las­sun­gen doch noch umzu­set­zen”, wirft Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger, das für den Han­del zustän­di­ge Bun­des­vor­stands­mit­glied der ver.di, dem Han­dels­kon­zern vor. Kon­kre­te Zah­len hal­te das Unter­neh­men gegen­über der Öffent­lich­keit zurück. Noch vor Weih­nach­ten habe der Kon­zern die Zukunft für das Waren­haus und damit auch eine Stand­ort- und Beschäf­ti­gungs­si­che­rung tarif­ver­trag­lich zuge­si­chert externer Link. “Weni­ge Wochen spä­ter kommt jetzt die Umkehr und ein Kahl­schlag auf Kos­ten der Beschäf­tig­ten. Eine Umset­zung die­ser Pla­nung hät­te ver­hee­ren­de Aus­wir­kun­gen auf die rund 35.000 Beschäf­tig­ten bei Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof und im Kon­zern”, so Nut­zen­ber­ger. Betrof­fen sei­en unter ande­rem auch Beschäf­tig­te bei Kar­stadt Fein­kost, Kar­stadt Sports, der Gas­tro­no­mie mit Dinea und Le Buf­fet sowie des Logis­tik­be­reichs. Dar­über hin­aus habe dies mit­tel­fris­tig aber auch Aus­wir­kun­gen auf zehn­tau­sen­de Beschäf­tig­te in den betrof­fe­nen Innen­städ­ten und auf die Attrak­ti­vi­tät der Städ­te selbst. “Denn die Waren­häu­ser in den Städ­ten sind Anker­stand­or­te. Sie sind der Schlüs­sel für Fre­quenz und für die Ansied­lung von wei­te­ren Ein­zel­han­dels­be­trie­ben”, so Nut­zen­ber­ger. Die ver.di-Tarifkommission sei mit dem Inte­gra­ti­ons­ta­rif­ver­trag den rich­ti­gen Weg gegan­gen und habe von Anfang an dar­auf gedrängt, Kon­zep­te gemein­sam mit den Betriebs­rä­ten und den Beschäf­tig­ten zu ent­wi­ckeln, die die Zukunft der Stand­or­te und der Arbeits­plät­ze im Mit­tel­punkt haben. Die Ori­en­tie­rung des Manage­ments und des Gene­ral­be­voll­mäch­tig­ten sei dage­gen die Fol­ge einer fan­ta­sie- und ver­ant­wor­tungs­lo­sen Hal­tung in der Geschäfts­lei­tung. “Statt die Kom­pe­ten­zen der zum Teil lang­jäh­rig Beschäf­tig­ten zu nut­zen, um gemein­sam früh­zei­tig ein Kon­zept für die Zukunft des Waren­hau­ses zu ent­wi­ckeln, ist die Geschäfts­lei­tung auf ein Kür­zungs­pro­gramm zulas­ten der Beschäf­tig­ten umge­schwenkt”, so Nut­zen­ber­ger. In den kom­men­den Tagen wird die Arbeit­neh­mer­sei­te über ihr Vor­ge­hen bera­ten. Bereits jetzt kün­digt ver.di eine har­te Aus­ein­an­der­set­zung an…“ ver.di-Beitrag vom 15.0.2020 externer Link
  • ver.di zu GALERIA Kar­stadt Kauf­hof: Die Kar­ten auf den Tisch! Armuts­zeug­nis: Manage­ment kün­digt per Mit­ar­bei­ter­brief Fili­al­schlie­ßun­gen und Arbeits­platz­ver­lus­te an
    “Zukunft der Stand­or­te und Arbeits­plät­ze: Wir for­dern Trans­pa­renz, eine lang­fris­ti­ge Stra­te­gie und siche­re Per­spek­ti­ven! Die­ses „Kunst­stück“ muss man erst ein­mal hin­be­kom­men: In ihrem aktu­el­len Mit­ar­bei­ter­brief scho­ckiert und demo­ti­viert die Unter­neh­mens­lei­tung von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof die Beschäf­tig­ten mit zu erwar­ten­den Fili­al­schlie­ßun­gen und Arbeits­platz­ver­lus­ten. Gleich­zei­tig wer­den die Ange­spro­che­nen auf­ge­for­dert, „alles dafür zu geben, um unse­re Kun­den von uns zu über­zeu­gen.“ Geht´s noch? Ist es jetzt wirk­lich schon soweit, dass das Gespür für ein attrak­ti­ves Waren­haus und sein not­wen­di­ges Fun­da­ment völ­lig durch den Instinkt zur pro­fi­ta­blen Ver­wer­tung von Immo­bi­li­en ver­ne­belt ist?! (…) Statt zu moti­vie­ren und Aus­we­ge auf­zu­zei­gen, wird über dif­fu­se Hiobs­bot­schaf­ten Angst und Schre­cken ver­brei­tet – und das zu einem Zeit­punkt, wo es gera­de erst wie­der los­ge­hen soll. Das Manage­ment hat eben­so wenig wie die im Schutz­schirm­ver­fah­ren täti­gen Insol­venz­fach­leu­te etwas Kon­kre­tes zur kri­sen­haf­ten Ent­wick­lung zu sagen und vor allem hat es kei­ne Erfolg ver­spre­chen­den Zukunfts­kon­zep­te zu bie­ten. Man spielt Ping­pong und ver­weist auf die jeweils ande­ren, wie auch der Mit­ar­bei­ter­brief zeigt. Und ger­ne nimmt man die Coro­na-Pan­de­mie zum Vor­wand, um von der eige­nen Unfä­hig­keit abzu­len­ken. Es ist ein Armuts­zeug­nis, wenn den Herr­schaf­ten wie­der nichts ande­res ein­fällt, als die Axt an die Per­so­nal­kos­ten zu legen und mit Häu­ser­schlie­ßun­gen zu dro­hen! (…) Gemein­sam mit dem Gesamt­be­triebs­rat von Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof for­dern wir von der Geschäfts­füh­rung eine Stra­te­gie, die die Exis­tenz­grund­la­ge des Unter­neh­mens lang­fris­tig sichert und alle Arbeits­plät­ze erhält! Von einem hoch­be­zahl­ten Spit­zen­ma­nage­ment und eben­sol­chen Wirt­schafts­an­wäl­tin­nen und ‑anwäl­ten muss man etwas ande­res erwar­ten kön­nen, als die ste­reo­ty­pen Wort­hül­sen von „noch bes­ser und noch kon­se­quen­ter…“ Sie müs­sen den Beschäf­tig­ten Exis­tenz­si­cher­heit ver­schaf­fen und das Unter­neh­men end­lich posi­tiv auf­stel­len. Bei­des gehört untrenn­bar zusam­men!…“ ver.di-Information für die Beschäf­tig­ten bei Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof vom 12.05.2020 externer Link
  • Angeb­lich eine Mil­li­ar­de Euro Umsatz­ein­bu­ßen: Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof berei­tet Mit­ar­bei­ter auf Fili­al­schlie­ßun­gen vor 
    “… In einem Schrei­ben vom Mon­tag berei­tet die Geschäfts­füh­rung die Mit­ar­bei­ter jeden­falls auf mög­li­che Fili­lal­schlie­ßun­gen und Job­ab­bau vor. Mit einem ers­ten Ent­wurf des Sanie­rungs­kon­zepts sei nach dem aktu­el­len Stand der Din­ge zwar nicht vor Ende der lau­fen­den Woche zu rech­nen, heißt es da. Der gericht­lich bestell­te Sach­wal­ter Frank Kebe­kus und der Gene­ral­be­voll­mäch­tig­te Arndt Gei­witz “haben aber bereits ange­deu­tet, dass die vor uns lie­gen­de Sanie­rung weit ent­schlos­se­ner aus­fal­len muss, als wir alle uns das wün­schen wür­den”. Sie hät­ten zudem klar kom­mu­ni­ziert, “dass es nun neben vie­len ande­ren teil­wei­se ein­schnei­den­den Maß­nah­men lei­der auch zu Stand­ort­schlie­ßun­gen und dem­entspre­chend auch zu einem Arbeits­platz­ab­bau kom­men” müs­se, um Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof nach­hal­tig gesund auf­zu­bau­en, so die Geschäfts­füh­rung wei­ter. (…) Damit zeich­net sich ab, was vie­le ange­sichts der Wahl eines Schutz­schirm­ver­fah­rens bereits befürch­tet hat­ten: Dass der Tarif­ver­trag, den Ver­di noch im Dezem­ber aus­ge­han­delt hat­te und der den Bestand aller Häu­ser bis Ende 2024 fest­schrieb, nicht mehr das Papier wert ist, auf dem er geschrie­ben wur­de. Bis die Beschäf­tig­ten dar­über Klar­heit haben, ob tat­säch­lich, wie von Arbeit­neh­mer­sei­te befürch­tet, bis zu 60 der gut 170 Häu­ser von der Schlie­ßung betrof­fen sein wer­den, wird es aller­dings noch etwas dau­ern…” Arti­kel von Mar­gret Hucko und Mir­jam Hecking vom 12.05.2020 im Mana­ger Maga­zin online externer Link
  • Abfin­dun­gen: Hän­de leer, Schnau­ze voll. 
    Kar­stadt Kauf­hof zahlt auch gekün­dig­ten Mit­ar­bei­tern kei­ne Abfin­dung, die schon vor dem Beginn des Schutz­schirm­ver­fah­rens Anspruch dar­auf hat­ten. (…) Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof wird die bereits im März rechts­kräf­tig ver­ein­bar­ten 27 000 Euro offen­sicht­lich nicht mehr an sie aus­zah­len. Wäre der Ver­gleich nach dem 1. April geschlos­sen wor­den, wäre die Sache auch für Lai­en ziem­lich klar. Dann wäre es ein­fach dumm gelau­fen für Dija­na Mili­cki. Denn sobald ein Schutz­schirm­ver­fah­ren eröff­net ist, muss Kar­stadt Kauf­hof kei­ne Abfin­dun­gen mehr zah­len. Auch von die­sem Fall sind etli­che ehe­ma­li­ge Kauf­hof-Mit­ar­bei­ter betrof­fen. (…) Ein Unter­neh­mens­spre­cher sagt dazu klipp und klar: “Abfin­dun­gen, die auf Ver­ein­ba­run­gen beru­hen, die vor dem 1.4.2020 abge­schlos­sen wur­den und nicht bis 31.03.2020 zur Aus­zah­lung gekom­men sind, sind soge­nann­te Tabel­len­for­de­run­gen und wer­den dem­entspre­chend nach Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens über die übli­chen Rege­lun­gen behan­delt.” Für Dija­na Mili­cki ist das ziem­lich bit­ter. Es bedeu­tet, dass sie am Ende nur ein bis drei Pro­zent der ihr zuge­sag­ten 27 000 Euro erhält. So sieht es die besag­te Tabel­le vor, die maß­geb­lich wird, wenn das Insol­venz­ver­fah­ren erst ein­mal eröff­net ist, womit Exper­ten vor­aus­sicht­lich am oder bis zum 1. Juli rech­nen. Von den 27 000 Euro blie­ben dann nur noch maxi­mal 810 Euro, wahr­schein­lich aber noch weni­ger übrig. Nach Aus­kunft unbe­tei­lig­ter Insol­venz­ex­per­ten ist das zwar hart für jeden ein­zel­nen Betrof­fe­nen, aber rech­tens. Und zwar auch dann, wenn Zah­lun­gen eigent­lich schon vor Eröff­nung des Schutz­schirm­ver­fah­rens fäl­lig wur­den. Betrof­fen davon sind neben Mili­cki auch Schwer­be­hin­der­te und Men­schen, die bis zu 37 Jah­re für Kauf­hof gear­bei­tet und ent­spre­chen­de sozia­le Ansprü­che ange­sam­melt haben. Und auch eini­ge ehe­ma­li­ge Kauf­hof-Mit­ar­bei­ter, die sich nun exis­ten­zi­el­le Sor­gen machen müs­sen. Wie vie­le Geschä­dig­te es genau sind, sagt Kar­stadt Kauf­hof nicht...” Arti­kel von Micha­el Kläs­gen vom 10. April 2020 in der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Nach Antrag auf Schutz­schirm­ver­fah­ren: Ben­ko will Kar­stadt Kauf­hof wei­ter unter­stüt­zen 
    Der Eigen­tü­mer der Waren­haus­ket­te Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof, die Signa-Grup­pe von René Ben­ko, will den ange­schla­ge­ne Kon­zern auch im anste­hen­den Schutz­schirm­ver­fah­ren wei­ter unter­stüt­zen. Wie Capi­tal aus Unter­neh­mens­krei­sen erfuhr, stellt der öster­rei­chi­sche Immo­bi­li­en­in­ves­tor kurz­fris­tig 140 Mio. Euro fri­sches Kapi­tal zur Ver­fü­gung. Dar­über hin­aus habe Ben­ko heu­te in einer Sit­zung des Auf­sichts­ra­tes ange­kün­digt, am Fort­be­stand des Unter­neh­mens fest­zu­hal­ten. Der Inves­tor sei auch bereit, in Zukunft wei­te­res Kapi­tal zur Ver­fü­gung zu stel­len, heißt es in Unter­neh­mens­krei­sen wei­ter. Die Waren­haus­ket­te hat­te am Nach­mit­tag ange­kün­digt, wegen der mas­si­ven Umsatz­aus­fäl­le infol­ge der Coro­na­kri­se ein Schutz­schirm­ver­fah­ren zu bean­tra­gen. Bis zuletzt hat­te die Kon­zern­spit­ze mit ihren Haus­ban­ken um eine Lösung gerun­gen, um den Weg für Staats­hil­fe frei zu machen. Im Gespräch war ein Kre­dit von rund 800 Mio. Euro. Nach Infor­ma­tio­nen von Capi­tal waren die Haus­ban­ken des Waren­haus­kon­zerns aller­dings nicht bereit, einen Teil der Kre­dit­ri­si­kos zu über­neh­men. Das Hilfs­pro­gramm der Bun­des­re­gie­rung sieht vor, dass die Haus­ban­ken bei Kre­di­ten der bun­des­ei­ge­nen KfW bis zu 20 Pro­zent des Aus­fall­ri­si­kos tra­gen. Die als Kon­sor­ti­al­füh­rer vor­ge­se­he­ne Com­merz­bank habe aller­dings „hor­ren­de Zin­sen und Sicher­hei­ten“ ver­langt, sag­te ein Unter­neh­mens­in­si­der…” Arti­kel von Moni­ka Dun­kel und Tho­mas Stein­mann vom 1. April 2020 bei capi​tal​.de externer Link, sie­he auch:
    • Umsatz­aus­fäl­le in der Coro­na­kri­se: Kar­stadt Kauf­hof bean­tragt Schutz­schirm­ver­fah­ren
      Erst vor Kur­zem sind die Waren­haus-Ket­ten Kar­stadt und Gale­ria Kauf­hof fusio­niert. Jetzt bedro­hen die Fol­gen der Coro­na-Epi­de­mie den ange­schla­ge­nen Kon­zern. Das Unter­neh­men hat ein soge­nann­tes Schutz­schirm-Ver­fah­ren in Eigen­ver­wal­tung bean­tragt. Das Unter­neh­men ist noch nicht zah­lungs­un­fä­hig oder plei­te. Das Schutz­schirm­ver­fah­ren gilt als Vor­stu­fe der Insol­venz. Die Regeln sind aber die glei­chen: Der Waren­haus­kon­zern ist nun für drei Mona­te vor dem Zugriff von Gläu­bi­gern geschützt ohne Insol­venz anmel­den zu müs­sen. In die­ser Zeit soll der Kon­zern sei­ne Finan­zen ord­nen kön­nen. Die Geschäfts­füh­rung lenkt der­weil das Unter­neh­men wei­ter und kann ver­su­chen, es selbst zu sanie­ren. Dabei wird sie von einem exter­nen Sach­wal­ter bera­ten. Ziel von Kar­stadt Kauf­hof ist es, die aktu­el­le Kri­se zu über­win­den, ohne neue Schul­den anzu­häu­fen. Oft­mals mün­det ein Schutz­schirm­ver­fah­ren in einem regu­lä­ren Insol­venz­ver­fah­ren. Wie die­ser Fall aus­geht, bleibt aber abzu­war­ten…” Arti­kel von Sil­ke Hah­ne vom 02.04.2020 beim Deutsch­land­funk externer Link
  • Ben­ko zwingt Beschäf­tig­te von Gale­ria Karstadt/​Kaufhof zur Vor­kas­se 
    Den Ein­ze­han­del, aus­ser Super­märk­te, Dis­coun­ter, Dro­ge­rie- und Bau­märk­te trifft auch die Coro­na Kri­se hart. So muss­ten alle Geschäf­te die nicht zur lebens­not­wen­di­gen Grund­ver­sor­gung gehö­ren ihre Türen geschlos­sen hal­ten. Dies betrifft alle Tex­til- Schuh- und ande­re Geschäf­te aller mög­li­chen Kon­sum­gü­ter. Ob dies sinn­voll ist oder nicht, ist hier nicht das The­ma. Dass die Beschäf­tig­ten hier aber mit erheb­li­chen Kon­se­quen­zen, für ihre ohne­hin spär­li­chen Ein­kom­men, zu rech­nen haben, dürf­te aus­rei­chend bekannt sein. Im Ein­zel­han­del ist die Tarif­bin­dung auf ein his­to­ri­sches Tief von unter 50 % gesun­ken und für den Fall der Kurz­ar­beit gibt es über­haupt kei­ne tarif­li­che Rege­lung. So bleibt den Beschäf­tig­ten die gesetz­li­che Rege­lung in Höhe des Arbeits­lo­sen­gel­des.
    Etwas Beson­de­res hat sich hier der Besit­zer von Gale­ria Karstadt/​Kaufhof, Ben­ko, ein­fal­len las­sen. Er teil­te in einem Brief an die lie­bern Mitarbeiter*innen mit, das er ver­an­lasst hat schon das Gehalt von März um 20 % zu kür­zen, da die Geschäf­te ja schon am 17. März geschlos­sen wer­den muss­ten und dass die Rege­lung zum Kurz­ar­bei­ter­geld noch auf sich war­ten lässt. Er müs­se dar­auf reagie­ren, da sonst das Unter­neh­men gefähr­det sei. Aus­ser­dem habe man um staat­li­che Unter­stüt­zung gebe­ten, da in jeder Woche der Schlies­sung 80 Mil­lio­nen € Umsatz ver­lo­ren gehen.
    Ben­ko zeigt hier mal wie­der sehr deut­lich das die Ein­kom­men und die Exis­tenz “sei­ner lie­ben Mitarbeiter*innen” nicht inter­es­sie­ren. Kri­sen­si­tua­tio­nen haben die Beschäf­tig­ten aus­zu­ba­den, wie die Kar­stadt Beschäf­tig­ten seid 12 Jah­ren durch ihren Lohn­ver­zicht wis­sen. Ob Ben­ko auch auf die Miet­ein­nah­men aus den unter­neh­mens­ei­ge­nen Filia­len ver­zich­tet, wur­de nicht berich­tet. Und dass Ben­ko das Mit­be­stim­mungs­recht des Gesamt­be­triebs­ra­tes hier grob miss­ach­tet hat, ist in die­ser Ange­le­gen­heit beson­ders pikant, da Betriebs­rä­te hier ein Initia­tiv­recht haben. Durch einst­wei­li­ge Anord­nung könn­te der Gesamt­be­triebs­rat ver­su­chen, die Ent­schei­dung von Beko zurück­neh­men zu las­sen. Dass er dazu nicht bereit ist, hat er in sei­ner lau­en Erklä­rung zum Schrei­ben von Ben­ko anklin­gen las­sen.” Arti­kel von Hel­mut Born vom 31.03.20 – wir dan­ken! Die dar­in age­s­pro­che­nen Doku­men­te lie­gen der Redak­ti­on vor
  • Ben­ko hat es geschafft – Neu­er „Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag“ für Karstadt/​Kaufhof 
    Kurz vor Weih­nach­ten gab es eine „schö­ne“ Besche­rung für die Beschäf­tig­ten der Waren­häu­ser von Kauf­hof und Kar­stadt. Die Ver­hand­lungs­kom­mis­sio­nen von ver.di und der Unter­neh­mens­lei­tung des neu­en Waren­haus­kon­zerns einig­ten sich auf einen neu­en „Sanie­rungs­ta­rif­ver­tag“ mit 5jähriger Lauf­zeit, der jetzt „Über­lei­tungs- und Inte­gra­ti­ons­ta­rif­ver­trag“ genannt wird. So konn­te erreicht wer­den, das zum 1. Janu­ar 2020, der end­gül­ti­gen Fusi­on der bei­den Unter­neh­men, für die Beschäf­tig­ten bei­der Unter­neh­men gleich schlech­te Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se bestehen. Der bis­he­ri­ge Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag für die Kar­stadt Beschäf­tig­ten trat damit außer Kraft, der erst 2021 aus­lau­fen soll­te. Dafür gilt nun der neue Tarif­ver­trag bis Ende 2024. Auf­grund der Kün­di­gung der Tarif­bin­dung durch Ben­ko wur­den die Beschäf­tig­ten des Kauf­hof noch nach den Tarif­ver­trä­gen des Ein­zel­han­dels, Stand Anfang 2019, bezahlt. Das heißt, dass Sie momen­tan „ledig­lich“ auf die 3 % ige Tarif­er­hö­hung aus 2019 ver­zich­ten muss­ten. (…) Es ist eine gan­ze Palet­te von Ver­ein­ba­run­gen, die so auch nir­gend­wo in Flä­chen­ta­rif­ver­trä­gen fest­ge­schrie­ben sind. Dabei bleibt abzu­war­ten, ob und wie die Ver­ein­ba­run­gen im Ein­zel­nen umge­setzt wer­den. (…) In gro­ßen Tei­len der Pres­se wird die­se Ver­ein­ba­rung als Sieg für die Sozi­al­part­ner­schaft gewer­tet. Die Tarif­par­tei­en hät­ten es mal wie­der ver­stan­den in einer schwie­ri­gen Situa­ti­on eine Rege­lung zu fin­den mit der bei­de Sei­ten Leben könn­ten. Da bleibt erst ein­mal fest­zu­hal­ten, dass zu all erst die Beschäf­tig­ten die Zeche bezah­len müs­sen. (…) Ben­ko woll­te noch mehr – und ver.di kei­nen Kampf für Tarif­bin­dung…” Arti­kel von Hel­mut Born vom 12.1.20 externer Link – wir dan­ken!
  • Abschluss Gale­ria Kauf­hof Kar­stadt: Fünf Jah­re Lohn­ver­lust – Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag schreibt Lohn­ver­zicht bis Ende 2024 fest 
    Als die Kolleg*innen zum Warn­streik am 12. und 13. Dezem­ber, also mit­ten im umsatz­star­ken Weih­nachts­ge­schäft, geru­fen wur­den, hat­ten sie sicher mit vie­lem gerech­net: Mög­li­cher­wei­se ein Nach­ge­ben der Geschäfts­füh­rung gegen­über der Rück­kehr in den Flä­chen­ta­rif des Ein­zel­han­dels und wenn nicht, dann ein Streik zu Weih­nach­ten. Für vie­le dürf­te es eine böse Besche­rung gewe­sen sein, als am 20.12. ver­kün­det wur­de, dass sie in Zukunft gera­de auf das Weih­nachts­geld ver­zich­ten müs­sen. Mit Span­nung wur­de das Ablau­fen der Frist erwar­tet. Am 20. Dezem­ber hieß es plötz­lich, dass es nicht nur ein Ver­hand­lungs­er­geb­nis, son­dern gar einen (Sanierungs-)Tarifvertrag gäbe. Die aus­ge­han­del­ten Bedin­gun­gen wur­den den Kolleg*innen nicht zur Abstim­mung vor­ge­legt. Das erin­nert sehr an die Run­de des Flä­chen­ta­rifs im Som­mer 2019, als die Ergeb­nis­se mei­len­weit von den For­de­run­gen ent­fernt waren. Nach eini­gen ört­lich begrenz­ten Warn­streiks, wur­de das Ergeb­nis in einem Bun­des­land nach dem ande­ren über­nom­men und die Kampf­kraft blieb unge­nutzt. Hier wur­de der Abschluss sogar in der Pres­se ver­kün­det, bevor die Tarif­kom­mis­sio­nen über­haupt dar­über bera­ten und abstim­men konn­te. Eine Abstim­mung unter der Mit­glied­schaft oder brei­te­re Bera­tun­gen waren auch hier nicht vor­ge­se­hen. Nicht weni­ge dürf­ten sich ungläu­big die Augen gerie­ben haben, ange­sichts des­sen, was hier „für sie“ ver­han­delt wur­de. Zwar bekom­men die Kolleg*innen bei Kar­stadt Sports und in den Waren­häu­sern 10,47 Pro­zent mehr Gehalt (was kei­ne Erhö­hung, son­dern ein Aus­gleich zum vor­he­ri­gen Absen­kungs­ta­rif war). Dafür müs­sen aber alle Beschäf­tig­ten, inklu­si­ve Kauf­hof, auf Urlaubs- und Weih­nachts­geld ver­zich­ten. Somit ste­hen nicht nur die 10,47 Pro­zent ledig­lich auf dem Papier, son­dern es wur­de noch ein hand­fes­ter Lohn­ver­lust bei Kauf­hof aus­ge­han­delt. Dies wur­de für Stand­ort­si­che­rung und den Aus­schluss betriebs­be­ding­ter Kün­di­gun­gen bis Ende 2024 zuge­stan­den. Dass Unter­neh­men tau­send Wege fin­den, die­se Rege­lun­gen zu umge­hen und Stel­len­ab­bau auf ande­re Wei­se betrei­ben, spü­ren Beschäf­tig­te stän­dig am eige­nen Leib. Die Rück­kehr in die Flä­che soll ab 1.1.2025 gesche­hen, bis dahin bleibt es bei 97 Pro­zent des Flä­chen­ta­rifs, also dem Ver­zicht, den die Kolleg*innen bei Kauf­hof ohne­hin schon Jah­ren üben. Die zukünf­ti­gen Erhö­hun­gen des Flä­chen­ta­rif­ver­trags sol­len auto­ma­tisch an die gut 25.000 Beschäf­tig­ten wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Ins­ge­samt sind ihnen somit nicht nur fünf Jah­re lang die Hän­de gebun­den, für sich selbst bes­se­re Ergeb­nis­se zu erkämp­fen, son­dern sie kön­nen nicht ein­mal ihr Gewicht in die gemein­sa­me Tarif­run­de in der Flä­che wer­fen, um bes­se­re Ergeb­nis­se zu erkämp­fen. Ange­sichts die­ses Abschlus­ses wirkt die Vor­teils­re­ge­lung für ver.di-Mitglieder wie blan­ker Hohn: 270 Euro Ein­kaufs­gut­schein pro Jahr als Gegen­leis­tung für die Mit­glied­schaft in der Gewerk­schaft. Das wird nicht aus­rei­chen, die Leu­te vom Nut­zen einer Gewerk­schaft zu über­zeu­gen und vom Aus­tritt abzu­hal­ten. (…) Um sich rich­tig für den Kampf zu rüs­ten, hät­te es eine brei­te bran­chen- und gewerk­schafts­über­grei­fen­de Soli­da­ri­täts­kam­pa­gne geben müs­sen und dann hät­te das Druck­mit­tel Weih­nachts­ge­schäft schon nach weni­gen Tagen zum Ein­kni­cken bei der Geschäfts­lei­tung geführt. Von außen kann nur gemut­maßt wer­den, wel­ches Regime im Fach­be­reich Han­del bei ver.di herrscht. Nicht nur, dass Kom­pro­mis­se oder gar Nie­der­la­gen bei Abschlüs­sen als gro­ße Erfol­ge der Ver­hand­lungs­füh­rung gefei­ert wer­den. Kri­ti­sche Stim­men sind uner­wünscht – wir erin­nern uns an die Abmah­nung gegen­über dem Sekre­tär Damia­no Quin­to wegen eines Face­book-Posts, der den Abschluss im Ein­zel­han­del im Som­mer kri­tisch beleuch­tet. Trotz­dem wur­de Ste­fa­nie Nut­zens­ber­ger erneut auf dem Bun­des­kon­gress zur Fach­be­reichs­lei­te­rin gewählt – mit dem schlech­tes­ten Ergeb­nis von allen. Tarif­ver­hand­lun­gen wer­den als Chef(innen)sache hin­ter ver­schlos­se­nen Türen geführt und die Ergeb­nis­se wer­den denen, die sie betref­fen nicht zur Dis­kus­si­on und Ent­schei­dung vor­ge­legt. Es stellt sich die Fra­ge, ob die Ver­ant­wort­li­chen im Fach­be­reich nicht viel mehr an ihren guten Bezie­hun­gen zur Gegen­sei­te inter­es­siert sind, als dar­an, die Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten zu ver­tre­ten. Dar­an knüpft sich die Fra­ge an, ob sie die rich­ti­gen Per­so­nen an den rich­ti­gen Stel­len sind, die das Rich­ti­ge ver­tre­ten…” Kom­men­tar von René Arns­burg vom 27. Dezem­ber 2019 bei Sol – Sozia­lis­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on Soli­da­ri­tät externer Link
  • Tarif­lö­sung für Kauf­hof und Kar­stadt: Rück­kehr in die Flä­chen­ta­rif­ver­trä­ge ab Janu­ar 2025 – ohne Urlaubs- und Weih­nachts­geld, aber Ein­kaufs­gut­schei­ne ver.di-Mitglieder!? 
    “Für die rund 25.600 Beschäf­tig­ten in den Waren­häu­sern Kauf­hof und Kar­stadt sowie Kar­stadt Sports und Kar­stadt Fein­kost hat sich die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) mit den Arbeit­ge­bern auf eine Tarif­lö­sung ver­stän­digt. Für Kauf­hof und Kar­stadt Waren­haus, die im Janu­ar 2020 ver­schmol­zen wer­den, wur­de ein Tarif­ver­trag ver­ein­bart. Für Kar­stadt Sports und Kar­stadt Fein­kost wur­den ver­bind­li­che Eck­punk­te­pa­pie­re ver­ein­bart, die eine ver­bind­li­che Rück­kehr zum Flä­chen­ta­rif­ver­trag fest ver­ein­ba­ren. „Wir haben für die nächs­ten fünf Jah­re eine umfas­sen­de Stand­ort- und Beschäf­ti­gungs­si­che­rung ver­ein­bart sowie die ver­bind­li­che und voll­stän­di­ge Rück­kehr in die Flä­chen­ta­rif­ver­trä­ge des Ein­zel­han­dels ab Janu­ar 2025“, sag­te ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger nach Abschluss der Ver­hand­lun­gen. Dar­über hin­aus wird es für die Beschäf­tig­ten von Kar­stadt Waren­haus und Kar­stadt Sports im nächs­ten Jahr eine Tarif­stei­ge­rung von min­des­tens 10,47 Pro­zent geben. Erreicht wur­den auch Rege­lun­gen zur Begren­zung der Fremd­ver­ga­be der Ver­kaufs­flä­chen, zur Min­dest­be­set­zung in den Filia­len sowie eine ver­bind­li­che Ver­pflich­tung zum Abschluss eines Tarif­ver­trags „Gute und gesun­de Arbeit“. „Das ist ange­sichts der Per­so­nal­knapp­heit und gesund­heit­li­chen Belas­tun­gen für die Beschäf­tig­ten ein extrem wich­ti­ger Punkt“, so Nut­zen­ber­ger. Wegen der wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Lage der Unter­neh­men ent­hält der Abschluss lei­der auch schmerz­haf­te Punk­te. Ein­grif­fe in die monat­li­chen Ent­gel­te wird es zwar nicht geben, aber die Beschäf­tig­ten von Kauf­hof, Kar­stadt Waren­haus und Kar­stadt Sports müs­sen auf ihr Urlaubs- und Weih­nachts­geld ver­zich­ten. (…)Der Tarif­ver­trag für Kauf­hof und Kar­stadt Waren­haus gilt für fünf Jah­re (Ende Lauf­zeit: 31. Dezem­ber 2024) und sieht im Detail vor…“ ver.di-Pressemitteilung vom 20.12.2019 externer Link
  • Arbeit­ge­ber rückt plötz­lich von Ver­ein­ba­run­gen ab – ver.di droht mit erneu­ten und mas­si­ven Arbeits­nie­der­le­gun­gen bei Kauf­hof im Weih­nachts­ge­schäft 
    “Zum Ende eines zwei­tä­gi­gen Verhandlungsmara­thons über eine Tarif­lö­sung zur Sanie­rung von Ga­leria Kar­stadt Kauf­hof – ein­schließ­lich der Unter­nehmensbereiche Kar­stadt Sports und Kar­stadt Fein­kost – hat die Arbeit­ge­ber­sei­te am Mor­gen des 14. Dezem­bers einen hand­fes­ten Eklat provo­ziert. Schon in den nächs­ten Tagen könn­te es da­her zu neu­en Arbeits­nie­der­le­gun­gen kom­men. “Wir hat­ten am zwei­ten Tag nach 19-stün­di­gen Ver­hand­lun­gen schon fast einen Tarif­ab­schluss erreicht. Dann hat der Arbeit­ge­ber zen­tra­le, bereits münd­lich ver­ein­bar­te Punk­te wie­der zur Dis­po­si­ti­on gestellt. Das ist eine unver­schäm­te Pro­vo­ka­ti­on, die fast zum voll­stän­di­gen Schei­tern der Tarif­ver­hand­lun­gen geführt hat”, erklär­te Ver­hand­lungs­füh­rer Orhan Akman. Eigent­lich hat­ten sich die Unter­neh­mens­lei­tung und die Gewerk­schaft ver.di schon soweit ange­nä­hert, dass als Nächs­tes die Erar­bei­tung eines ge­meinsamen Eck­punk­te­pa­piers für einen Tarif­ver­trag zur Zukunft der Waren­häu­ser ange­stan­den hät­te. So gab es Zusa­gen der Arbeit­ge­ber­sei­te im Entgelt­bereich und bei der Lauf­zeit, die eine Eini­gung als greif­bar nahe erschei­nen lie­ßen. (…) Die­se Abkehr von den schon ver­ab­re­de­ten Positio­nen sorg­te bei der ver.di­-Verhandlungsgruppe und den vier Bun­des­ta­rif­kom­mis­sio­nen sofort für enor­me Empö­rung. Und nicht weni­ge Kol­le­gin­nen und Kol­legen spra­chen sich dafür aus, die­se Respektlosig­keit mit dem Abbruch der Ver­hand­lun­gen und so­fortigen Streiks zu beant­wor­ten. Über­ein­stim­mend wur­de fest­ge­stellt, dass die Waren­haus-­Ge­schäfts­­­füh­rung durch ihr unse­riö­ses Ver­hal­ten die eige­ne Glaub­wür­dig­keit fast voll­stän­dig zer­stört hat. …“ Pres­se­mit­tei­lung vom 15.12.2019 von und bei ver.di externer Link
  • Tarif­ver­hand­lun­gen für Kauf­hof und Kar­stadt auf der Kip­pe – ver.di warnt Arbeit­ge­ber vor wei­te­ren Pro­vo­ka­tio­nen 
    “Die Tarif­ver­hand­lun­gen für Kauf­hof und Kar­stadt Waren­haus sowie Kar­stadt Sports und Kar­stadt Fein­kost sind am frü­hen Mor­gen des 14. Dezem­ber 2019 (Sams­tag­mor­gen) ergeb­nis­los unter­bro­chen wor­den. „Wir hat­ten am zwei­ten Tag nach 19-stün­di­gen Ver­hand­lun­gen schon fast einen Tarif­ab­schluss erreicht. Dann hat der Arbeit­ge­ber zen­tra­le, bereits münd­lich ver­ein­bar­te Punk­te wie­der zur Dis­po­si­ti­on gestellt. Das ist eine unver­schäm­te Pro­vo­ka­ti­on, die fast zum voll­stän­di­gen Schei­tern der Tarif­ver­hand­lun­gen geführt hat. Die ver.di-Tarifkommissionen aller vier Unter­neh­men, die die­sen Sams­tag getagt haben, for­dern den Arbeit­ge­ber auf, sein respekt­lo­ses Tak­tie­ren zu been­den. Der Arbeit­ge­ber pro­vo­ziert sonst durch sein Ver­hal­ten Arbeits­kampf­maß­nah­men in deut­lich grö­ße­rem Umfang als bis­her im umsatz­star­ken Weih­nachts­ge­schäft, nicht nur bei Kauf­hof, Kar­stadt Sports und Fein­kost, son­dern auch Soli­da­ri­täts­streiks bei Kar­stadt Waren­haus“, sag­te Ver­hand­lungs­füh­rer Orhan Akman. ver.di hat mit dem Arbeit­ge­ber wei­te­re Tarif­ver­hand­lun­gen für den 18. und 19. Dezem­ber ver­ein­bart. „Das ist die letz­te Chan­ce, um in die­sem Tarif­kon­flikt zu einer tarif­ver­trag­li­chen Lösung für die Zukunft der Beschäf­tig­ten und alle Waren­haus­stand­or­te inklu­si­ve Kar­stadt Sports und Kar­stadt Fein­kost zu kom­men. Alle Beschäf­tig­ten erwar­ten end­lich eine kla­re Aus­sa­ge und einen ver­bind­li­chen Tarif­ver­trag für ihre Zukunft. Der Arbeit­ge­ber hat es in der Hand, die­se Aus­ein­an­der­set­zung nun end­lich zu been­den oder sämt­li­ches Por­zel­lan zu zer­schla­gen“, so Akman. Streiks sind auch in den nächs­ten Tagen nicht aus­ge­schlos­sen.“ ver.di-Pressemitteilung vom 15.12.2019 externer Link
  • 12. Dezem­ber 2019: Beschäf­tig­te von Kauf­hof, Kar­stadt Sports und Kar­stadt Fein­kost strei­ken bun­des­weit in 68 Filia­len 
    Die Beschäf­tig­ten von Kauf­hof wer­den heu­te (12. Dezem­ber 2019) bun­des­weit in 68 Filia­len die Arbeit nie­der­le­gen. Gestreikt wird auch in 16 Filia­len von Kar­stadt Sports sowie rund 8 Filia­len von Kar­stadt Fein­kost. Mit den Arbeits­nie­der­le­gun­gen wird der Druck erhöht, um in den anste­hen­den Tarif­ver­hand­lun­gen (am 12. und 13. Dezem­ber 2019) end­lich zu einer Lösung zu kom­men. „Die Beschäf­tig­ten bei Kauf­hof, aber auch Kar­stadt, sind sau­er. Sie ver­lan­gen, dass es end­lich eine siche­re tarif­ver­trag­li­che Lösung für die Zukunft des Waren­hau­ses und ihre Arbeits­plät­ze gibt und dass die kräf­te­zeh­ren­de Hän­ge­par­tie ein Ende hat“, sag­te Orhan Akman, Ver­hand­lungs­füh­rer der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di). Mit den Streiks unter­strei­chen die Beschäf­tig­ten ihre For­de­run­gen nach einer ver­bind­li­chen Rück­kehr in die Flä­chen­ta­rif­ver­trä­ge und nach Sicher­heit ihrer Arbeits­plät­ze. „Die Beschäf­tig­ten ver­lan­gen eine ver­bind­li­che Rück­kehr in den Flä­chen­ta­rif­ver­trag des Ein­zel­han­dels. Ein­schnit­te bei den monat­li­chen Ent­gel­ten leh­nen sie ent­schie­den ab. Die Beschäf­tig­ten wol­len zudem an der Wei­ter­ent­wick­lung des Zukunfts­kon­zepts Waren­haus betei­ligt wer­den. Und der Eigen­tü­mer muss Geld in die Hand neh­men, um in das Waren­haus zu inves­tie­ren“, erklär­te Akman. Wenn das Unter­neh­men von Beschäf­tig­ten Ver­zicht ein­for­de­re, müss­ten lei­ten­de Ange­stell­te und das Manage­ment auch einen Bei­trag zur Sanie­rung leis­ten. „Jetzt müs­sen Manage­ment und Eigen­tü­mer lie­fern“, so Akman. Die Tarif­ver­hand­lun­gen am 12. und 13. Dezem­ber wer­den für Kauf­hof und Kar­stadt Waren­haus sowie Kar­stadt Sports und Fein­kost geführt. ver.di for­dert eine tarif­ver­trag­li­che Lösung für alle vier Unter­neh­mens­spar­ten mit ver­bind­li­cher Rück­kehr in die Flä­chen­ta­rif­ver­trä­ge des Ein­zel­han­dels.” ver.di-Pressemitteilung vom 12.12.2019 externer Link
  • Ver­di erwägt Streiks für Tarif­ver­trag bei Kauf­hof – ab 13. Dezem­ber? 
    “Die Gewerk­schaft Ver­di will ihrer For­de­rung nach einem Tarif­ver­trag für die Beschäf­tig­ten der Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof GmbH womög­lich mit Streiks Nach­druck ver­lei­hen. “Wir stre­ben eine Ver­hand­lungs­lö­sung an, schlie­ßen aber Streiks bei Kauf­hof noch vor Weih­nach­ten nicht aus”, sag­te der Ver­di-Bun­des­fach­grup­pen­lei­ter Ein­zel­han­del, Orhan Akman, am Frei­tag der Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters. “Wir sind vor­be­rei­tet.” Die Ver­hand­lun­gen lie­fen bereits seit Mona­ten. Eine neue Run­de sei für den 12./13.Dezember geplant. Der Tarif­ver­trag sol­le letzt­lich für alle rund 28.000 Beschäf­tig­ten gel­ten, die für die bis­he­ri­gen Waren­häu­ser von Kauf­hof und Kar­stadt sowie für Kar­stadt Sport und Kar­stadt Fein­kost tätig sei­en. Von Kar­stadt war zunächst kei­ne Stel­lung­nah­me zu erhal­ten. Ohne ein neu­es Abkom­men könn­te der Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag bei Kar­stadt auf das gesam­te Unter­neh­men ange­wen­det wer­den, was zu Ein­bu­ßen für die Kauf­hof-Mit­ar­bei­ter füh­ren könn­te…“ Mel­dung vom 06.12.2019 bei Reu­ters externer Link
  • Kauf­hof und Kar­stadt: Tarif­kom­mis­sio­nen for­mu­lie­ren Bedin­gun­gen für Auf­nah­me von Sanie­rungs­ta­rif­ver­hand­lun­gen 
    “„Die Tarif­kom­mis­sio­nen stel­len meh­re­re kla­re Bedin­gun­gen. An ers­ter Stel­le steht dabei die For­de­rung, dass der Arbeit­ge­ber sich zur Rück­kehr in den exis­tie­ren­den Flä­chen­ta­rif­ver­trag beken­nen muss. Eine dau­er­haf­te Absen­kung nach Ablauf eines Sanie­rungs­ta­rif­ver­trags oder einen ‚Waren­haus-Tarif­ver­trag‘ leh­nen wir ab, sag­te Orhan Akman, Bun­des­fach­grup­pen­lei­ter Ein­zel­han­del. (…) Als wei­te­re Bedin­gun­gen for­dern die Tarif­kom­mis­sio­nen: Eine gemein­sa­me tarif­li­che Lösung, die die Unter­neh­mens­spar­ten Kauf­hof und Kar­stadt Waren­haus sowie Kar­stadt Sports und Fein­kost erfasst. Ein Ein­griff in die aktu­el­len Ver­gü­tun­gen und Ent­gel­te, allen vor­an bei Kauf­hof, wird abge­lehnt, da die Beschäf­tig­ten auf ihre aktu­el­le Exis­tenz­grund­la­ge ange­wie­sen sind. (…) Ver­han­deln wol­len sie zudem einen Tarif­ver­trag „Gute Arbeit“, mit Min­dest­be­set­zungs­quo­ten in den Filia­len und Abtei­lun­gen. (…) Im Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag müs­sen eine ver­bind­li­che Rück­kehr auf das Niveau des Flä­chen­ta­rif­ver­trags und die ver­bind­li­che Über­nah­me der Tarif­er­hö­hun­gen sowie zusätz­li­che Anpas­sungs­schrit­te gere­gelt wer­den. Das dient dazu, dass vor Abschluss eines zeit­lich begrenz­ten Sanie­rungs­ta­rif­ver­trags fest­ge­legt wird, wie die 100%ige Anpas­sung an das Niveau des Flä­chen­ta­rif­ver­trags vor Ver­trags­en­de sicher­ge­stellt wird. Für die Beschäf­tig­ten bei Kar­stadt Waren­haus und Sports sowie Kar­stadt Fein­kost, die bereits seit meh­re­ren Jah­ren zum Tarif­ver­zicht gezwun­gen wer­den, muss es sofort eine deut­li­che Tarif­stei­ge­rung geben, damit sich der Abstand zum Flä­chen­ni­veau zügig ver­rin­gert. Für alle vier Unter­neh­mens­spar­ten for­dern ver.di und die Tarif­kom­mis­sio­nen zudem eine Stand­ort- und Beschäf­ti­gungs­si­che­rung.” ver.di-Pressemitteilung vom 13.08.2019 externer Link
  • Karstadt/​Kaufhof: Mit Ben­ko vom Sys­tem­wa­ren­haus zum Sys­tem­ta­rif­ver­trag? 
    Nach der Über­nah­me des Kauf­hof und dem dar­auf fol­gen­dem Zusam­men­schluss mit Kar­stadt, durch die dem Öster­rei­chi­schen Immo­bi­li­en­mo­gul Ben­ko gehö­ren­de Signa Grup­pe, wur­de der Kauf­hof mäch­tig durch­ein­an­der­ge­wir­belt und auf das Niveau von Kar­stadt zurecht gestutzt. Vor­aus­ge­gan­gen war der Abschluss eines Inter­es­sen­aus­gleichs und Sozi­al­plan mit dem Gesamt­be­triebs­rat (GBR) des Kauf­ho­fes, in dem Ben­ko die Akzep­tie­rung sei­ner gesam­ten „Umbau­plä­ne“ durch den GBR errei­chen konn­te. (…) Die­se Ver­ein­ba­run­gen wur­den unter mas­si­vem Druck auf den GBR, am 15. Mai die­sen Jah­res unter­schrie­ben. Nur kur­ze Zeit spä­ter gab Ben­ko bekannt, dass er dem alten Eigen­tü­mer des Kauf­ho­fes, der Nord­ame­ri­ka­ni­schen Hud­son Bay Com­pa­nie die rest­li­chen Antei­le, für ca 1 Mil­li­ar­de €, abge­kauft hat. Zuvor hat­te Ben­ko bekannt gege­ben, dass auch der Kauf­hof aus der Tarif­bin­dung aus­ge­stie­gen ist, und nun eine o.T. (ohne Tarif­bin­dung) Mit­glied­schaft im Ein­zel­han­dels­ver­band hat. Bei Kar­stadt läuft noch ein soge­nann­ter Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag, der den Beschäf­tig­ten bis 2021 Ein­kom­men unter­halb des Flä­chen­ta­rif­ver­tra­ges zumu­tet. Da Ben­ko davon spricht, dass die Sanie­rung des Kauf­hof meh­re­re Jah­re dau­ert, möch­te er auch im Kauf­hof einen ähn­li­chen Tarif­ver­trag wie bei Kar­stadt abschlie­ßen. Dage­gen sprach sich die im Kauf­hof gebil­de­te Tarif­kom­mis­si­on eben­so aus wie die Tarif­kom­mis­si­on von Kar­stadt. Bei­de Tarif­kom­mis­sio­nen for­dern die Rück­kehr in den Flä­chen­ta­rif­ver­trag, aber nicht erst 2021, son­dern direkt. (…) Aber dar­über lässt Ben­ko über­haupt nicht mit sich reden. Statt­des­sen unter­brei­te­te er der Ver.di Füh­rung einen Vor­schlag für einen Sys­tem­ta­rif­ver­trag. (…) Nach sei­nen Vor­stel­lun­gen soll solch ein Tarif­ver­trag eine Lauf­zeit bis 2025 haben und sowohl wie Kauf­hof wie für Kar­stadt gel­ten. Wür­de er dies durch­set­zen, könn­ten die Kar­stadt Beschäf­tig­ten ihre Anbin­dung an den Tarif­ver­trag 2021 ver­ges­sen. Aber offen­sicht­lich möch­te Ben­ko auch gar nicht mehr zum Ein­zel­han­dels­ta­rif­ver­trag zurück, son­dern einen spe­zi­el­len Tarif­ver­trag für die Spar­te „Waren­haus“ errei­chen. (…) Nun wird sich zei­gen, ob es mit der ver.di Füh­rung eine „neue“ Sozi­al­part­ner­schaft, auch mit einem Unter­neh­mer gibt, dem offen­sicht­lich die Belan­ge der Beschäf­tig­ten egal sind. Soll­te es zu solch einem Sys­tem­ta­rif­ver­trag kom­men und die ange­peil­te Lohn­sen­kung von ver.di akzep­tiert wer­den, wird die Gewerk­schaft mit einem erheb­li­chen Mit­glie­der­ver­lust rech­nen müs­sen…” Arti­kel von Hel­mut Born vom 04.08.19  – wir dan­ken! Sie­he dazu:
    • Karstadt/​Kaufhof: Mit Ben­ko vom Sys­tem­wa­ren­haus zum Sys­tem­ta­rif­ver­trag? 
      “… Am 6. August wur­den die Tarif­kom­mis­sio­nen, und damit ver.di, über die Vor­stel­lun­gen der Unter­neh­mens­lei­tung unter­rich­tet. Sie droh­te damit, wenn es zu kei­ner Eini­gung käme, die bei­den Unter­neh­men zu fusio­nie­ren und dann wür­de der Kar­stadt Tarif­ver­trag auch für die Beschäf­tig­ten von Kauf­hof gel­ten. Dies wur­de von ver.di und den Mit­glie­dern empört zurück­ge­wie­sen. Noch gibt es die Mög­lich­keit mit Ben­ko einen Aner­ken­nungs­ta­rif­ver­trag abzu­schlie­ßen, der die Rück­kehr in die Tarif­bin­dung bedeu­ten wür­de. Aber dafür muss gekämpft wer­den. Da mit solch einer For­de­rung auch die Frie­dens­pflicht nicht gilt, könn­te direkt in die Aus­ein­an­der­set­zung gegan­gen wer­den.” Arti­kel von Hel­mut Born vom 04.08.19 in einer am 7.8. über­ar­bei­te­ten und aktua­li­sier­ten Fas­sung  – wir dan­ken!
  • Kar­stadt-Kauf­hof schließt Logis­tik­stand­or­te – und wie dar­über berich­tet wird 
    Der Waren­haus­kon­zern Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof schließt Logis­tik-Stand­or­te und klei­ne­re Ver­teil­zen­tren – dar­un­ter in NRW den Logis­tik-Stand­ort Fre­chen mit meh­re­ren hun­dert Mit­ar­bei­tern. Wie das Unter­neh­men am Mon­tag (05.08.2019) in Essen mit­teil­te, wur­den der Inter­es­sen­aus­gleich und der Sozi­al­plan dazu unter­zeich­net. Dadurch wer­de es mög­lich, Dop­pel­struk­tu­ren abzu­bau­en und Per­so­nal sowie Sach­kos­ten ein­zu­spa­ren. Neben den Logis­tik­stand­or­ten Fre­chen und Erfurt schlie­ßen Ver­teil­zen­tren in Ber­lin, Han­no­ver, Stutt­gart und Würz­burg. Kar­stadt hat­te bereits 2018 ange­kün­digt, die Logis­tik künf­tig zusam­men mit dem Dienst­leis­ter Fie­ge neu auf­stel­len zu wol­len. (…) Der Kon­zern will künf­tig neben den ver­blie­be­nen gro­ßen Logis­tik­stand­or­ten in Unna, Essen-Vogel­heim und Köln-Porz auch vie­le der 180 Waren­häu­ser als soge­nann­te City Hubs für die Belie­fe­rung der Kun­den über die letz­te Mei­le nut­zen und die­sen Ser­vice auch ande­ren Unter­neh­men anbie­ten.” Mel­dung vom 05.08.2019 beim WDR externer Link – sie­he auch:
    • Gale­ria Kar­stadt: Kauf­hof-Logis­tik­stand­or­te schlie­ßen
      Sat1-NRW-Bericht vom 6.8.2019 externer Link – lei­der wie üblich nur über die unbe­fris­te­ten Kol­le­gIn­nen. Nicht über die vie­len Befris­te­ten und Leih­ar­bei­te­rIn­nen…
  • Zum Abschuss frei 
    Da haben die Inter­es­sen­ver­tre­ter (Gesamt­be­triebs­rat) der Gale­ria-Kauf­hof-Beschäf­tig­ten gera­de erst einen Sozi­al­plan zur Restruk­tu­rie­rung abge­schlos­sen, der den Namen »sozi­al« nicht ver­dient, und über den Inter­es­sen­aus­gleich wei­te­re 1.000 Beschäf­tig­te zum »Abschuss« frei­ge­ge­ben, da soll jetzt an ein­zel­nen Stand­or­ten (von ins­ge­samt 98 bei Gale­ria Kauf­hof) für die Rück­kehr in den Flä­chen­ta­rif­ver­trag ge(warn)streikt wer­den. Die Geschäfts­lei­tung schlägt sich vor Lachen auf die Schen­kel, hat sich doch erst vor zwei Tagen die Signa Hol­ding, die »Mut­ter« von Kar­stadt und Gale­ria Kauf­hof, die rest­li­chen 50 Pro­zent der Antei­le von Gale­ria Kauf­hof, die noch bei der Hudson’s Bay Com­pa­ny waren, ein­ver­leibt. Jetzt ver­fügt Signa-Patron René Ben­ko über ein umfang­rei­ches Port­fo­lio an Immo­bi­li­en in städ­ti­schen Eins-a-Lagen, die sich wun­der­bar in Büros und Woh­nun­gen umwan­deln las­sen. Und die Beschäf­tig­ten? Die kön­nen dann bei einer Fila­le von McDo­nalds, Nord­see oder Dou­glas, die in den Immo­bi­li­en eine Filia­le betrei­ben, auf 450-Euro-Basis »anheu­ern«. Erkennt­nis: Wenn die Beschäf­tig­ten und ihre Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen (Betriebs­rä­te und Gewerk­schaft) nicht wis­sen, wie der »Kapi­ta­lis­mus« funk­tio­niert, und wenn statt des »Inter­es­sen­ge­gen­sat­zes zwi­schen Kapi­tal und Arbeit« die »Sozi­al­part­ner­schaft« obers­te Maxi­me ist, dann »erlau­ben« die Geschäfts­füh­rer auch mal einen ergeb­nis­lo­sen Warn­streik, der dann aber auch eher den Cha­rak­ter eines »Betriebs­fests« anstel­le einer Klas­sen­aus­ein­an­der­set­zung hat.” Leser­brief von Peter Balluff zum Arti­kel “Mit­ar­bei­ter von Kar­stadt und Kauf­hof rufen zum Streik auf” vom 12.06.2019 in der jun­gen Welt externer Link
  • Mit­ar­bei­ter lau­fen weg. Streiks und Flucht­be­we­gun­gen bei Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof. Kahl­schlag­plä­ne und vol­le Über­nah­me durch Ben­ko zer­stö­ren Ver­trau­en 
    “… In den Jah­ren zuvor hat­ten die Ange­stell­ten der wirt­schaft­lich ange­schla­ge­nen Kauf­haus­ket­ten Lohn­sen­kun­gen akzep­tiert, damit sich die Fir­men sanie­ren konn­ten. Sil­ke Zim­mer, Lei­te­rin des Ver­di-Lan­des­fach­be­reichs Nord­rhein-West­fa­len und Ver­hand­lungs­füh­re­rin im Han­del, begrün­de­te die Streiks in Müns­ter ver­gan­ge­ne Woche mit stei­gen­den Gewin­nen der Unter­neh­men. (…) Nach mehr­mo­na­ti­gen Ver­hand­lun­gen hat­ten sich Mit­te Mai Kon­zern­ver­tre­ter und die Betriebs­rä­te auf einen Inter­es­sen­aus­gleich und einen Sozi­al­plan geei­nigt. Gesamt­be­triebs­rats­chef Peter Zysik hat­te dem Köl­ner Stadt­an­zei­ger (21. Mai) gesagt, dass zu Beginn der Ver­hand­lun­gen rund 1.800 Stel­len in den Filia­len abge­baut wer­den soll­ten. Die Zahl habe man aber auf 1.000 sen­ken kön­nen. Aber es wer­den wei­te­re 1.000 Voll­zeit­stel­len in der Ver­wal­tung weg­fal­len, heißt es in der Zeit­schrift Tex­til­wirt­schaft (23. Mai). Betrof­fe­ne sol­len eine Abfin­dung von höchs­tens 18 Monats­ge­häl­tern bekom­men. Für die, die das Unter­neh­men aus frei­en Stü­cken ver­lie­ßen, sol­le die Abfin­dung erhöht wer­den. Wer blei­be, müs­se dem­nach auf künf­ti­ge Lohn­er­hö­hun­gen ver­zich­ten, denn der Tarif­ver­trag sol­le nicht mehr gel­ten. Offen­bar wol­len inzwi­schen mehr Mit­ar­bei­ter das Unter­neh­men auf frei­wil­li­ger Basis ver­las­sen, als Stel­len abge­baut wer­den sol­len. Der Grund dafür sei ein »mas­si­ver Ver­trau­ens­ver­lust« in das Manage­ment, so Zysik laut West­deut­schem Rund­funk. Die Mit­ar­bei­ter könn­ten nicht erken­nen, wie die Kauf­häu­ser wie­der auf die Erfolgs­spur zurück­ge­bracht wer­den sol­len.” Arti­kel von Bernd Mül­ler in der jun­gen Welt vom 13.06.2019 externer Link
  • Signa gewinnt vol­le Kon­trol­le über Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof 
    René Ben­ko ist end­gül­tig am Ziel: Mit sei­ner Signa-Grup­pe über­nimmt er die Waren­haus­grup­pe Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof kom­plett. Die glück­lo­sen Kana­di­er Hudson’s Bay zie­hen sich weit­ge­hend aus Euro­pa zurück. (…) Wie am Mon­tag­nach­mit­tag bekannt­ge­ge­ben wur­de, haben sich die Signa-Grup­pe und die Hudson’s Bay Com­pa­ny (HBC) dar­auf ver­stän­digt, dass die Öster­rei­cher nun auch die 49,99 Pro­zent der noch bei den Kana­di­ern lie­gen­den Geschäfts­an­tei­le an dem ope­ra­ti­ven Gemein­schafts­un­ter­neh­men über­neh­men. (…) Die Ver­trä­ge zu dem Deal wur­den eige­nen Anga­ben zufol­ge schon unter­schrei­ben. Mit dem Voll­zug der Trans­ak­ti­on wird für die­sen Herbst gerech­net. Aller­dings müs­sen noch die zustän­di­gen Kar­tell­be­hör­den zustim­men. Das Manage­ment arbei­tet der­zeit mit Hoch­druck dar­an, die bei­den Waren­haus­un­ter­neh­men Kar­stadt und Kauf­hof zusam­men­zu­füh­ren. Ziel ist, bis zum Jahr 2020/​21 den Groß­teil der Syn­er­gien zu heben und dann pro­fi­ta­bel zu arbei­ten…” Arti­kel von Bri­git­te Koch und Chris­ti­ne Schar­ren­broch vom 10.06.2019 bei der FAZ online externer Link – sie­he dazu:
    • ver.di-Streikaufruf bei Kar­stadt und Kauf­hof in Mün­chen und ande­ren Städ­ten
      Die deut­sche Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di hat die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Kar­stadt und Kauf­hof in Mün­chen für mor­gen zum Streik auf­ge­ru­fen. Wie ver.di mit­teil­te, for­dern die Beschäf­tig­ten von Kar­stadt Tarif­er­hö­hun­gen ab 2021 nach Aus­lau­fen des Zukunfts­ta­rif­ver­trags, die von Kauf­hof die Rück­kehr zum Flä­chen­ta­rif­ver­trag. Zuvor hat­ten auch schon die Beschäf­tig­ten in ande­ren Städ­ten wie Würz­burg, Kas­sel und Ham­burg die Arbeit nie­der­ge­legt. Die Ange­stell­ten der wirt­schaft­lich ange­schla­ge­nen Kauf­haus­ket­ten hat­ten Lohn­sen­kun­gen akzep­tiert, damit die Fir­men sich sanie­ren kön­nen. Am Mon­tag hat­te die Invest­ment­ge­sell­schaft Signa von Rene Ben­ko ange­kün­digt, sämt­li­che Antei­le an den vor gut einem hal­ben Jahr fusio­nier­ten Waren­haus­ket­ten zu über­neh­men…” Agen­tur­mel­dung vom 11.6.2918 beim ORF externer Link (bei ver.di bis­lang nix gefun­den) – sie­he das Video:
      • DA HILFT NUR STREIKEN!
        Video bei you­tube externer Link (3Min) vom Streik der bei­den Kauf­hof-Beleg­schaf­ten und der von H&M in Hei­del­berg am letz­ten Sams­tag, 8.6.19
    • Kar­stadt und Kauf­hof: Ben­ko ist am Ziel sei­ner Träu­me
      Lan­ge hat der öster­rei­chi­sche Unter­neh­mer auf die deut­sche Waren­haus-Hol­ding hin­ge­ar­bei­tet – jetzt ist sie ihm in den Schoß gefal­len. Für die Mit­ar­bei­ter ist das kei­ne gute Nach­richt. (…) Dem “Part­ner”, also der kana­di­schen Hudson’s Bay Com­pa­ny, geht es so schlecht, dass das Manage­ment jetzt auch noch den zwei­ten Teil an Ben­ko ver­kau­fen muss, um den es vor sie­ben Mona­ten noch so zäh ver­han­del­te. Das Manage­ment in Kana­da ver­kün­de­te unge­ach­tet der Mise­re, dass der Ver­kauf an Ben­ko ein “Mei­len­stein” sei. Mit die­sem ver­lo­ge­nen Stil waren sie drei­ein­halb Jah­re lang in Deutsch­land unter­wegs gewe­sen. Das deut­sche Aben­teu­er der Kana­di­er hät­te nun kra­chen­der kaum enden kön­nen. Ben­ko kann das mehr als recht sein. Er ist am Ziel sei­ner Träu­me ange­langt. Lan­ge Jah­re hat er auf die soge­nann­te deut­sche Waren­haus-Hol­ding hin­ge­ar­bei­tet, am Ende ist sie ihm mehr oder min­der in den Schoß gefal­len. Nun gut, eine Mil­li­ar­de Euro muss er auch für die zwei­te Hälf­te zah­len, wovon natür­lich fast alles auf die Immo­bi­li­en ent­fällt. Und natür­lich liegt hier­in fast aus­schließ­lich sein Inter­es­se. (…) Fan­derl wird Kauf­hof mit genau­so har­ter Hand sanie­ren wie zuvor Kar­stadt. Das bedeu­tet lei­der mas­si­ven Stel­len­ab­bau über eine län­ge­re Zeit. Die voll­stän­di­ge Über­nah­me der Hol­ding durch Ben­ko wird das noch beschleu­ni­gen, denn nun gibt es kei­ne Stör­feu­er mehr aus Kana­da. Fan­derl kann also durch­re­gie­ren (…) Wenn die Gewerk­schaf­ten ange­sichts der Über­nah­me nun vie­ler­orts zu Warn­streiks auf­ru­fen, hat das zwar sei­ne Berech­ti­gung: Es geht um die Bewah­rung von Tarif­löh­nen. Aber die Soli­da­ri­tät der Kun­den kann man leicht über­schät­zen. Die Beschäf­tig­ten und Fan­derls Manage­ment befin­den sich in einer Zwick­müh­le. So wie es der­zeit aus­sieht, hat das Waren­haus kaum eine Zukunft, aber wenn man die Sache trotz­dem anpa­cken will, wird es zu einer fast aus­sichts­lo­sen Mis­si­on, wenn auch noch die Mit­ar­bei­ter frus­triert sind…” Kom­men­tar von Micha­el Kläs­gen vom 11. Juni 2019 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • [Mei­nung der Beschäf­tig­ten] Aus­ver­kauf ohne uns – Nach der Fusi­on von Kar­stadt und Kauf­hof 
    “Aus zwei mach’ eins hieß es am 11. Sep­tem­ber 2018 für die Kauf­haus­ket­ten Kar­stadt und Gale­ria Kauf­hof, beschlos­sen von ihren Eigen­tü­mern, der öster­rei­chi­schen Signa-Hol­ding und der kana­di­schen Hudson’s Bay Com­pa­ny. Im Janu­ar kün­dig­te die neue Lei­tung an, dass Gale­ria Kauf­hof aus der Tarif­bin­dung geht und 2.600 Voll­zeit­stel­len – vie­le davon in der Köl­ner Ver­wal­tung – abbau­en wird. Wegen des hohen Teil­zeit­an­teils ver­lie­ren an die 5.000 Men­schen ihre Arbeit. Kar­stadt hat die­se Ross­kur bereits hin­ter sich. Das sind die nack­ten Zah­len. Doch wie geht es den Mitarbeiter*innen in den bei­den tra­di­ti­ons­rei­chen Kauf­haus­ket­ten ange­sichts neu­er­li­cher mas­si­ver Ver­än­de­run­gen, die auch mit mate­ri­el­len Ver­lus­ten ein­her­ge­hen? ver.di publik hat mit drei Beschäf­tig­ten über die­se Ent­wick­lun­gen gespro­chen. Zu ihrem Schutz haben wir die Namen ver­än­dert und nen­nen nicht ihren exak­ten Arbeits­ort…” Dar­aus eine beson­ders inter­es­san­te Reak­ti­on: “Andrea Gru­ber ist wütend – auch immer noch auf die Metro. „Die haben schon im Jahr 2000 einen Teil der Filia­len an ein tür­ki­sches Unter­neh­men ver­kauft, das zwei Jah­re spä­ter plei­te war. Für die betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten gab es kei­nen Sozi­al­plan, kei­ne Abfin­dun­gen – nichts.“Auch beim Ver­kauf 2015 an HBC sei es der Metro nur ums Geld gegan­gen, nicht um die Mitarbeiter*innen. „Nach dem Zusam­men­ge­hen mit Kar­stadt wäre es an der Zeit, auf uns zu hören.“ Die Verkäufer*innen wüss­ten, wor­an es in den Abtei­lun­gen feh­le. Um die Lage bei Kauf­hof zu ver­bes­sern, sei mehr und nicht weni­ger Per­so­nal erfor­der­lich. „Vor­sprung durch Ser­vice“ nennt Andrea Gru­ber die Bera­tungs­kom­pe­tenz der Verkäufer*innen und ärgert sich über die Geschäfts­lei­tung, die sich mit Ama­zon-Abhol­sta­tio­nen die Kon­kur­renz in die eige­nen Häu­ser hole. „Wir könn­ten das Ruder zusam­men mit den Kar­stadt-Kol­le­gin­nen her­um­rei­ßen. Aber das funk­tio­niert nur, wenn man uns lässt.“ Bericht von Gud­run Gie­se aus ver.di publik 2/​2019 externer Link
  • Fusi­on Kaufhof/​Karstadt: Ben­ko zieht blank 
    Ende Janu­ar gab der Vor­stand des fusio­nier­ten Waren­haus­kon­zerns Karstadt/​Kaufhof die Plä­ne für die bei­den Unter­neh­men bekannt. Dabei wur­de deut­lich, dass es beim Kauf­hof zu einem erheb­li­chen Arbeits­platz­ab­bau und ziem­lich weit­ge­hen­den Ände­run­gen der Arbeits­ab­läu­fe kom­men soll. Außer­dem wur­de bekannt gege­ben, dass eine OT-Mit­glied­schaft (Ohne Tarif­bin­dung) im Ein­zel­han­dels­ver­band (HDE) ange­strebt wird. Mit der Gewerk­schaft Ver.di soll ein Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag aus­ge­han­delt wer­den, der zu einem Abbau der Ein­kom­men und zu Ver­schlech­te­run­gen der Arbeits­be­din­gun­gen füh­ren soll. (…) Der dicks­te Bro­cken ist die ange­kün­dig­te weit­ge­hen­de Schlie­ßung der Kauf­hof-Haupt­ver­wal­tung in Köln. Bis auf einen klei­nen Rest, der in ein Lager ver­la­gert wer­den soll, soll die Steue­rung des Unter­neh­mens aus der Kar­stadt-Zen­tra­le in Essen her­aus geleis­tet wer­den. Dies führt zu einem Arbeits­platz­ab­bau von etwa 1000 Voll­zeit­kräf­ten, real wer­den es eher mehr sein, weil es auch in der Haupt­ver­wal­tung vie­le Teil­zeit­be­schäf­tig­te gibt. In den rund 100 Kauf­hof-Filia­len sol­len 1600 Voll­zeit­stel­len abge­baut wer­den. Auch hier wer­den jedoch erheb­lich mehr Beschäf­tig­te betrof­fen sein, da es im Ver­kauf viel mehr Teil­zeit­be­schäf­tig­te als in der Haupt­ver­wal­tung gibt. Der Anteil der Teil­zeit­be­schäf­tig­ten liegt hier oft­mals bei 60 Pro­zent oder dar­über. Hier kön­nen also mehr als 3000 Beschäf­tig­te vom Per­so­nal­ab­bau betrof­fen sein. Auch die Maß­nah­men zum Umbau der Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on haben es in sich. So soll es eine weit­ge­hen­de Tren­nung der Funk­tio­nen geben, was u.a. zu einer Dequa­li­fi­zie­rung und Abgrup­pie­rung der Beschäf­tig­ten füh­ren wird. Die Ver­käu­fe­rin­nen und Ver­käu­fer sol­len jeweils nur noch für die Kas­se, für das Auf­fül­len der Ware oder für die Bedie­nung zustän­dig sein. Die Arbeit wird also erheb­lich mono­to­mer wer­den. Es wird eine weit­ge­hen­de Fle­xi­bi­li­sie­rung der Arbeits­zeit ange­strebt sowie ein Abbau der Hier­ar­chien. Das wird sicher sowohl die Geschäfts­lei­tun­gen wie auch die Abtei­lungs­lei­ter tref­fen. (…) All die­se Maß­nah­men bedeu­ten einen fron­ta­len Angriff auf die Rech­te und Arbeits­be­din­gun­gen der Beschäf­tig­ten. Sie brin­gen auch eine weit­ge­hen­de Ein­schrän­kung der Rech­te der Betriebs­rä­te und wür­den, wenn dies alles ohne nen­nens­wer­ten Wider­stand hin­ge­nom­men wür­de, zu einer mas­si­ven Schwä­chung der Beschäf­tig­ten und ihrer Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen füh­ren. Des­we­gen ist es wich­tig, dass die Betriebs­rä­te und Ver.di sich ein­deu­tig posi­tio­nie­ren. Hier­bei muss vor allem das Geschäfts­mo­dell von Ben­ko ange­grif­fen wer­den, das ja eine Tren­nung von Immo­bi­li­en und Ein­zel­han­del vor­sieht. Die Aus­glie­de­rung der Filia­len in Eigen­be­sitz in eine eigen­stän­di­ge Immo­bi­li­en­ge­sell­schaft führt zu einer Ver­la­ge­rung der Pro­fi­te vom Ein­zel­han­del in die Immo­bi­li­en­ge­sell­schaft. Zu for­dern ist aber, dass die Gewin­ne bei den Immo­bi­li­en, die ja durch die Miet­ein­nah­men der Filia­len ent­ste­hen, offen­ge­legt und der Gesell­schaft gut­ge­schrie­ben wer­den. Gegen Per­so­nal- und Lohn­ab­bau muss kon­se­quent ange­gan­gen wer­den. Hier dient Kar­stadt als war­nen­des Bei­spiel. (…) Es kommt nun dar­auf an, gegen die­ses knall­har­te Vor­ge­hen eine Stra­te­gie zu ent­wi­ckeln. Dabei darf es kei­nen Kuh­han­del «Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag gegen Schutz vor betriebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen» geben. Es gilt, gegen Per­so­nal­ab­bau und Ein­kom­mens­ver­lus­te ein­deu­tig Stel­lung zu bezie­hen. Dabei soll­te nicht ver­ges­sen wer­den, die Öffent­lich­keit mit ein­zu­be­zie­hen. Die Kun­den der bei­den Waren­häu­ser kön­nen ein Lied über die feh­len­de Bera­tung und die schlech­te Per­so­nal­be­set­zung sin­gen und wis­sen, dass die Ein­kom­men der Ein­zel­han­dels­be­schäf­tig­ten zu gering sind. Man könn­te sich ein Bei­spiel am Kampf der Pfle­ge­kräf­te in den Kran­ken­häu­sern neh­men. Unter dem Titel «Mehr von uns ist bes­ser für alle» haben sie es geschafft, gro­ße Unter­stüt­zung in der Bevöl­ke­rung zu bekom­men. Ver.di steht in die­sem Kampf vor der Her­aus­for­de­rung, in Unter­neh­men mit wenig kampf­erfah­re­nen oder kämp­fe­ri­schen Beleg­schaf­ten, die für sie sicher nicht ein­fach sind, einen Kampf gegen einen hart auf­tre­ten­den Unter­neh­mer zu füh­ren. Wür­de Ver.di dem Kon­flikt jedoch aus­wei­chen wol­len, wür­de das die Gewerk­schaft sicher in eine ziem­lich schlech­te Posi­ti­on in dem Unter­neh­men trei­ben. Die Dis­kus­si­on um einen Kom­pro­miss für einen neu­en Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag ist da mehr als schäd­lich…” Arti­kel von Hel­mut Born in der Soz Nr. 03/​2019 externer Link, sie­he auch:
    • Kauf­hof kürzt die Löh­ne. Das Manage­ment will nach der Fusi­on mit Kar­stadt rund 2600 Stel­len abbau­en und aus dem Flä­chen­ta­rif­ver­trag aus­stei­gen.
      Die Zie­le sind ehr­gei­zig. Kauf­hof-Chef Ste­phan Fan­derl will schon im Geschäfts­jahr 2019/​2020 mit der ange­schla­ge­nen Waren­haus­ket­te wie­der Gewin­ne ein­fah­ren. Die neue Peri­ode beginnt am 1. Okto­ber. Er hat also gut ein hal­bes Jahr Zeit, um die Vor­aus­set­zun­gen für Pro­fi­te zu schaf­fen. Am Mitt­woch wur­den die Beschäf­ti­gen in bun­des­weit 96 Betriebs­ver­samm­lun­gen über die Plä­ne des Manage­ments unter­rich­tet. Kern des Kon­zepts ist eine mas­si­ve Sen­kung der Per­so­nal-Auf­wen­dun­gen. Dazu soll die Beleg­schaft mit rund 32 000 Beschäf­tig­ten um rech­ne­risch 2600 Voll­zeit­stel­len ver­klei­nert wer­den. Außer­dem sind Lohn­kür­zun­gen und der Aus­stieg aus dem Flä­chen­ta­rif­ver­trag geplant…” Arti­kel von Frank-Tho­mas Wen­zel­von vom 28.02.19 bei der FR online externer Link
  • Fusi­on mit Kar­stadt: Bei Gale­ria Kauf­hof gehen 2600 Jobs ver­lo­ren 
    Der neue Eigen­tü­mer will bei Gale­ria Kauf­hof 2600 Stel­len strei­chen und aus der Tarif­bin­dung aus­stei­gen. Der Kon­zern legt auch sei­ne Plä­ne zu den Filia­len offen. Bei der kri­seln­den Kauf­haus­ket­te Kauf­hof sol­len im Zuge der Fusi­on mit dem Riva­len Kar­stadt rund 2600 Stel­len abge­baut wer­den. Das kün­dig­te Kar­stadt in Essen an. Damit ist etwa jede fünf­te Stel­le betrof­fen. Wegen der hohen Teil­zeit­quo­te sei­en damit die Jobs von 4000 bis 5000 Mit­ar­bei­tern bedroht, berich­te­te die “Süd­deut­sche Zei­tung”. Rund tau­send Voll­zeit­stel­len sol­len auf der Füh­rungs­ebe­ne und in der Ver­wal­tung weg­fal­len, wei­te­re 1600 Voll­zeit­stel­len in den Filia­len, teil­te der Kon­zern mit. (…) Der Kon­zern will die wich­tigs­ten Füh­rungs- und Ver­wal­tungs­struk­tu­ren bei­der Waren­häu­ser künf­tig in der bis­he­ri­gen Kar­stadt-Zen­tra­le in Essen bün­deln. Am Stand­ort Köln, bis­her der Sitz der Kauf­hof-Zen­tra­le, soll ein Kom­pe­tenz­zen­trum für Digi­ta­li­sie­rung und E‑Commerce auf­ge­baut wer­den. Außer­dem soll von hier aus das Gas­tro­no­mie- und Lebens­mit­tel­ge­schäft gesteu­ert wer­den. Sanie­rungs­be­ding­te Fili­al­schlie­ßun­gen soll es zunächst nicht geben…” Mel­dung vom 25.01.2019 beim Spie­gel online externer Link, sie­he dazu ver.di:
    • Kauf­hof-Kar­stadt: Schlech­ter Start der neu­en Kon­zern­hol­ding – ver.di for­dert ein trag­fä­hi­ges Zukunfts­kon­zept mit Tarif­bin­dung, Beschäf­ti­gungs- und Stand­ort­si­che­rung
      Die heu­te (25. Janu­ar) bekannt gewor­de­nen Sanie­rungs­plä­ne der neu­en Kauf­hof-Kar­stadt-Waren­haus­hol­ding sind aus Sicht der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) untrag­bar. „Das ist ein schlech­ter Start für die neue Waren­haus­hol­ding: Ein Sanie­rungs­plan ohne Ein­be­zie­hung des Betriebs­ra­tes und die Ankün­di­gung des Aus­stiegs aus der Tarif­bin­dung – das leh­nen wir ab und wer­den um die Arbeits­plät­ze kämp­fen”, sag­te ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger. Dass die Unter­neh­mens­lei­tung der­art tie­fe Ein­schnit­te plant und nach Medi­en­be­rich­ten tau­sen­de von Arbeits­plät­zen abbau­en will, sei nicht hin­nehm­bar. „Wir las­sen kei­ne Sanie­rung zu, die ein Gesund­sto­ßen des Kon­zerns allein auf dem Rücken der Beschäf­tig­ten vor­sieht“, so die bei ver.di für den Han­del zustän­di­ge Gewerk­schaf­te­rin. Was völ­lig feh­le, sei ein trag­fä­hi­ges Zukunfts­kon­zept. „Wo sind die Vor­schlä­ge, wie es in Zukunft wei­ter­geht? Wie viel und wo soll inves­tiert wer­den? Wel­chen Bei­trag leis­tet das Manage­ment? Nichts davon wird ange­packt. Statt­des­sen wird ein Aus­stieg aus der Tarif­bin­dung ange­kün­digt. Dem wird die Arbeit­neh­mer­sei­te nicht zustim­men“, so Nut­zen­ber­ger. Die Tarif­kom­mis­sio­nen von Kauf­hof und Kar­stadt wür­den sich zeit­nah tref­fen und über Akti­vi­tä­ten bera­ten…” ver.di-Pressemitteilung vom 25.01.2019 externer Link
  • Kar­stadt-Kauf­hof nach der Zustim­mung des Bun­de­kar­tell­am­tes: ver.di und Gesamt­be­triebs­rä­te for­dern Betei­li­gung an Zukunfts­kon­zep­ten 
    “Nach der Zustim­mung des Bun­de­kar­tell­am­tes zum Zusam­men­schluss von Kar­stadt und Kauf­hof hat die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) gefor­dert, die Beschäf­tig­ten, Betriebs­rä­te und ihre Gewerk­schaft an der Zukunfts­pla­nung zu betei­li­gen. (…) Die Gewerk­schaft wer­de die Tarif­kom­mis­sio­nen von Kauf­hof und Kar­stadt zusam­men­ho­len, um über wei­te­re Schrit­te zu bera­ten. Dabei hät­ten Stand­ort- und Beschäf­ti­gungs­si­che­rung sowie die Anwen­dung der Flä­chen­ta­rif­ver­trä­ge hohe Prio­ri­tät. Für die Tarif­bin­dung an den Flä­chen­ta­rif­ver­trag wol­len sich auch die Gesamt­be­triebs­rä­te von Kar­stadt und Kauf­hof ein­set­zen. “Wir wer­den uns nicht gegen­ein­an­der aus­spie­len las­sen”, hieß es. Jür­gen Ettl, Gesamt­be­triebs­rats-Vor­sit­zen­der bei Kar­stadt, for­dert den Eigen­tü­mer und das Manage­ment auf, alles für den Erhalt der Arbeits­plät­ze und der Exis­tenz­grund­la­ge aller Beschäf­tig­ten und ihrer Fami­li­en zu tun: (…) Vor einem deut­li­chen Tur­naround dür­fe es kei­ne Belas­tun­gen des Betriebs­er­geb­nis­ses durch Miet­erhö­hun­gen oder ähn­li­che Ein­grif­fe der Eig­ner geben. “Es muss jetzt dar­um gehen, die Unter­neh­men erfolg­reich auf­zu­stel­len und nicht allein auf ‚Opti­mie­rung durch Restruk­tu­rie­rung‘ zu set­zen. Wir brau­chen Inves­ti­tio­nen in Arbeits­plät­ze statt per­ma­nen­tem Per­so­nal­ab­bau. Ein wich­ti­ger Schritt dazu ist das Wei­ter­be­stehen der bei­den Waren­häu­ser in einer Hol­ding”, erklär­te die Gewerk­schaf­te­rin.“ Pres­se­mit­tei­lung von ver.di vom 09.11.2018 externer Link
  • Fusi­on von Karstadt/​Kaufhof – Wei­te­re Kon­zen­tra­ti­on im Ein­zel­han­del 
    “… In einem von ver.di ver­brei­te­tem Flug­blatt, dass kurz nach Bekannt­ga­be der Fusi­on erschie­nen ist, wird an die „Sozia­le Ver­ant­wor­tung“ der Eigen­tü­mer, Signa und HBC, appel­liert und gefor­dert, dass bei­de Unter­neh­men eigen­stän­dig blei­ben und bei­de Gesamt­be­triebs­rä­te erhal­ten blei­ben sol­len. Es wird eine brei­te Betei­li­gung der Beschäf­tig­ten und Betriebs­rä­te an der Neu­aus­rich­tung der bei­den Unter­neh­men ein­ge­for­dert sowie eine Stand­ort- und Beschäf­ti­gungs­si­che­rung. Zu guter letzt wird eine Tarif­bin­dung für bei­de Unter­neh­men ein­ge­for­dert. Ob damit aller­dings die gel­ten­den Tarif­ver­trä­ge des Ein­zel­han­dels gemeint sind und damit die­se auch bei Kar­stadt gel­ten sol­len, ist nicht so rich­tig klar. Es müss­te klar sein, dass sowohl bei Kar­stadt wie bei Kauf­hof die­se wieder/​weiter zu gel­ten haben. Wer 1 Mil­li­ar­de € für solch eine Fusi­on hat, kann auch locker die nicht gera­de üppi­gen Gehäl­ter der Beschäf­tig­ten bezah­len. Im übri­gen soll­te ver.di sich die Appel­le an die „Sozia­le Ver­ant­wor­tung“ der Unter­neh­mer spa­ren, die auch in der Ver­gan­gen­heit bewie­sen haben, das bei ihnen die Pro­fit­ma­che­rei über allem steht. (…) Wenn es eine erfolg­rei­che Durch­set­zung der For­de­run­gen geben soll, braucht es auch hier eine Ände­rung der Hal­tung – mit Co Manag­ment sind kei­ne Erfol­ge zu erzie­len. Für kämp­fe­ri­sche Kolleg*innen ist hier eine bedeu­ten­de Auf­ga­be. Erfolg­reich kann nur mit einer kla­ren Hal­tung gekämpft wer­den, die sich auch in den For­de­run­gen aus­drü­cken müs­sen. Die­se lie­gen klar auf der Hand: Schluss mit dem Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag bei Kar­stadt, voll­stän­di­ge Anwen­dung der Tarif­ver­trä­ge des Ein­zel­han­dels in bei­den Unter­neh­men. Eine Stand­ort- und Beschäf­ti­gungs­si­che­rung muss auch den Kampf gegen schlei­chen­den Per­so­nal­ab­bau beinhal­ten – des­we­gen Kampf um jeden Arbeits­platz.Arti­kel von Hel­mut Born aus der SoZ vom Okto­ber 2018  – wir dan­ken!
  • Kar­stadt kauft ein. Fusi­on mit Kauf­hof kos­tet 7.000 Arbeits­plät­ze 
    Für die Beschäf­tig­ten bedeu­tet dies nichts Gutes. Unmit­tel­bar nach bekannt wer­den der Fusi­on bei­der Waren­haus­gi­gan­ten befürch­ten die Gesamt­be­triebs­rä­te der Waren­häu­ser einen wei­te­ren Kahl­schlag in der dann neu­en Waren­haus AG. „Kos­ten kann man über­all spa­ren. Beim Per­so­nal, der Logis­tik, dem Ein­kauf und bei den Haupt­ver­wal­tun­gen“ ist von dort zu hören. Auf der Stre­cke bleibt nach neus­ten Insi­der­be­rich­ten nicht nur die Haupt­ver­wal­tung des bis­he­ri­gen Kar­stadt Kon­zerns in Essen. Regiert wer­den soll zukünf­tig von der Köl­ner Kauf­hof Zen­tra­le aus. Gefähr­det sind die Löh­ne und Gehäl­ter der Kauf­hof Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen schon seit fast einem Jahr. Seit Novem­ber ver­sucht HBC aus dem Flä­chen­ta­rif­ver­trag aus­zu­tre­ten. Anschei­nend, wie sich jetzt her­aus­stellt, um den Ver­kaufs­preis zu erhö­hen. Es ist zu erwar­ten, dass der neue Besit­zer, ähn­lich wie bei Kar­stadt, einen Haus­ta­rif­ver­trag durch­setzt. Seit vie­len Jah­ren ver­zich­ten die noch rund 18.000 Beschäf­tig­ten von Kar­stadt auf Urlaubs- und Weih­nachts­geld sowie ande­re Sozi­al­leis­tun­gen. Neben den Lohn­kür­zun­gen und der Tarif­flucht sehen die Kauf­hof Gesamt­be­triebs­rä­te 6.000 der 20.000 Arbeits­plät­ze gefähr­det. „Mehr als ver­harm­lo­sen­de Infor­ma­tio­nen gibt es nicht aus Köln. Die Sozi­al­part­ner­schaft kannst du kni­cken“, so ein Betriebs­rat aus Nord­deutsch­land…” Arti­kel von Her­bert Schedlbau­er aus der uz Nr. 38 vom 21.09.2018  – wir dan­ken!
  • Es geht um die Immo­bi­li­en 
    Bit­te jetzt nicht wei­nen, weil die Signa Hol­ding des Öster­rei­chers René Ben­ko mit Kar­stadt nun Gale­ria Kauf­hof »frisst« (neu­deutsch auch Joint-ven­ture genannt). Am Nie­der­gang der ein­stie­gen »Kon­sum­tem­pel« Kar­stadt und Gale­ria Kauf­hof sind nicht aus­schließ­lich die Online­shops um Ama­zon und Zalan­do ver­ant­wort­lich, son­dern vie­les ist selbst­ver­schul­det. Waren Mit­te der 80er Jah­re im Schnitt noch 400 Voll­zeit­kräf­te in den Kauf- und Waren­häu­sern beschäf­tigt, die in der Zeit von neun Uhr bis 18.30 alle Arti­kel von »A« wie Anzü­ge bis »Z« wie Zube­hör ver­kauft haben, so wer­den heu­te maxi­mal noch 100 Teil­zeit­kräf­te oder Aus­hil­fen beschäf­tigt, die in der Zeit von 9.30 Uhr nis 20 Uhr zu 75 Pro­zent Kon­fek­ti­on, dar­über hin­aus etwas Schmuck und Par­füm ver­kau­fen. Lebens­mit­tel­ab­tei­lung weg (oder ver­pach­tet an einen Dis­coun­ter), Funk- und Fern­se­hen weg, Bücher weg, Auto­zu­be­hör weg, Restau­rant weg (oder ver­pach­tet an einen Bil­lig­an­bie­ter) … Alles, was frü­her ein­mal einen »Kon­sum­tem­pel« für die gan­ze Fami­lie aus­ge­macht hat, ist zu einer »Ramsch­bu­de« in Sachen Kon­fek­ti­on ver­kom­men. Und nach­dem das Sey­sche Theo­rem, näm­lich »Das Ange­bot bestimmt die Nach­fra­ge«, noch sei­nen Ein­zug in den Waren­häu­sern gehal­ten hat, ist auch der Umsatz rapi­de rück­läu­fig. Bei Kar­stadt, in der Ära Berg­gru­en, gab’s nur eng­li­sche Mode, bei Gale­ria Kauf­hof gibt’s jetzt kanadisch/​amerikanische Mode, gelie­fert über Zutei­lun­gen durch die Zen­tra­le, ein Ein­fluss durch die jewei­li­ge Filia­le ist aus­ge­schlos­sen. Es herrscht die Mei­nung, dass der Kunde/​die Kun­din wohl kau­fen (müs­sen), weil’s sonst nichts ande­res gibt. Irr­tum! Der finanz­kräf­ti­ge Kun­de deckt sich im Fach­han­del ein, der weni­ger finanz­kräf­ti­ge Kun­de bei KiK, Tak­ko oder im Inter­net.
    Gut, der Ver­bund bringt Ein­kaufs­macht. Aber dar­um geht’s Herrn Ben­ko nicht. Er will die Immo­bi­li­en ver­wer­ten. Da sich der größ­te Teil der Filia­len seit Jah­ren in einem »Inves­ti­ons­stau» befin­det, wird die Signa Hol­ding nicht nur einen Trop­fen Öl in den Antrieb der Roll­trep­pe geben oder die Kli­ma­an­la­ge ent­stau­ben, son­dern lukra­ti­ve Häu­ser wer­den ent­kernt und von Grund auf neu auf­ge­baut. Zukünf­tig besteht das Waren­haus im Erd­ge­schoss aus einer Ein­kaufs­pas­sa­ge mit klei­nen Geschäf­ten, Restau­rants und Fit­ness Stu­dio, im 1. Stock wer­den Büro­flä­chen ver­mie­tet und im 2. und 3. Stock wird’s hoch­prei­si­ge Miet­woh­nun­gen geben (sie­he dazu auch den ehe­ma­li­gen Kar­stadt in der Stutt­gar­ter Fuß­gän­ger­zo­ne).
    Und die Beschäf­tig­ten? Geschätzt wer­den 5.000 Arbeits­stel­len abge­baut, auf 1.000 mehr oder weni­ger kommt’s dabei auch nicht mehr an. Kar­stadt hat ja in den zurück­lie­gen­den Jah­ren ohne gro­ßes »Getö­se« der Arbeit­neh­mer­ver­tre­tun­gen schon meh­re­re tau­send Stel­len abge­baut, und da wird das doch auch bei Gale­ria Kauf­hof funk­tio­nie­ren … Das ist zwar bedau­er­lich, aber wer in den letz­ten 15 Jah­ren nicht erkannt hat, wohin der Weg geht, und sich etwas ande­res gesucht hat, dem ist jetzt auch nicht mehr zu hel­fen
    …” Leser­brief von Peter Balluff externer Link zum Arti­kel “Ele­fan­ten­hoch­zeit: Schlech­te Par­tie für Beschäf­tig­te” vom 12.09.2018 in der “Jun­gen Welt”
  • Was kürz­lich mit Air Ber­lin pas­sier­te, geschieht jetzt mit Kauf­hof 
    Ein Unter­neh­men, das den Kapi­tal­eig­nern nicht genug Gewinn bringt, wird zum Schnäpp­chen­preis ver­scher­belt. Ein Vier­tel der Arbeits­plät­ze wer­den ein­ge­stampft. Die rest­li­chen Ange­stell­ten wer­den nur zu Bil­lig­kon­di­tio­nen vom neu­en Eigen­tü­mer über­nom­men. Da es sich hier um einen Deal zwi­schen zwei Kapi­tal­eig­nern han­delt, haben die Gewerk­schaf­ten kei­nen Ein­fluss und kein Mit­spra­che­recht.
    In der „Deut­schen Waren­haus Hol­ding“ ver­bin­den sich ein Blin­der mit dem Lah­men. Der Öster­rei­cher René Ben­ko, der Kar­stadt erst im Jahr 2014 nach der Plei­te über­nom­men hat­te, und seit­her nur in einem ein­zi­gen Geschäfts­jahr schwar­ze Zah­len erreicht hat­te, kauft für wenig Geld die Mehr­heits­an­tei­le am Kauf­hof, über­nimmt die gan­ze Macht und stellt das Manage­ment für den neu­en Kon­zern.
    Der Alt­ei­gen­tü­mer von Kauf­hof, das kana­di­sche Kon­sor­ti­um HBC behält aber den Groß­teil der Kron­ju­we­len: Kauf­hof-Immo­bi­li­en im Wert von 2,6 Mrd Euro, die wei­ter von HBC mit über­höh­ten Mie­ten gemol­ken wer­den kön­nen.
    Ein Ban­ken­kon­sor­ti­um unter Füh­rung der Lan­des­bank Baden-Würt­tem­berg hat den schmut­zi­gen Deal mit sanf­tem Druck ein­ge­fä­delt, weil die LBBW, die Hela­ba, die HSH und ande­re Ban­ken sonst fast 2 Mil­li­ar­den an Alt­kre­di­te sowohl an HBC wie an René Ben­ko als ver­lo­ren abschrei­ben müss­ten.
    Die Ban­ken hof­fen auf einen Jah­res­um­satz des neu­en Kon­zerns von 5 Mil­li­ar­den Euro. Die­se Ziel­vor­ga­be liegt sogar über dem aktu­el­len sum­mier­ten Umsatz der bei­den Kon­zer­ne. Auch dar­an lässt sich erken­nen, dass die Eltern die­ses Deals Schreck­hans und Kri­sen­g­re­te hei­ßen, und dass die Stram­pel­hös­chen des Kin­des mit der hei­ßen Nadel gestrickt sind
    .” Kom­men­tar von Wal Buchen­berg vom 6.9.2018
  • Kauf­hof und Kar­stadt: Beschäf­tig­te nicht in die Pla­nun­gen ein­be­zo­gen 
    „Mit Kri­tik an den Eigen­tü­mern von Kar­stadt und Gale­ria Kauf­hof hat die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) auf nicht bestä­tig­te Medi­en­be­rich­te über angeb­li­che Ein­zel­hei­ten der Über­nah­me­ge­sprä­che reagiert. „Die Beschäf­tig­ten von Gale­ria Kauf­hof und Kar­stadt sowie ihre Gewerk­schaft ver.di erwar­ten, dass sie jetzt unver­züg­lich von den Eigen­tü­mern über die Pla­nun­gen eines mög­li­chen Zusam­men­ge­hens der bei­den Unter­neh­men infor­miert und in die Pla­nun­gen ein­be­zo­gen wer­den“, sag­te das für den Han­del zustän­di­ge ver.di Bun­des­vor­stands­mit­glied Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger. Sowohl die Gewerk­schaft wie auch die Betriebs­rä­te bei­der Unter­neh­men sei­en bis­her über die Zukunft der Beschäf­tig­ten im Unkla­ren gelas­sen wor­den. „Wer Geld für solch eine Trans­ak­ti­on hat, muss auch Geld für die Beschäf­tig­ten haben“, sag­te Nut­zen­ber­ger. „Hier geht es um die Zukunft von 20.000 Beschäf­tig­ten und ihre Fami­li­en. Ein Waren­haus, dass auf Lohn­dum­ping auf­ge­baut wer­den soll, wird kei­ne Zukunft haben“. Eine wich­ti­ge Zukunfts­in­ves­ti­ti­on wäre die schnel­le Rück­füh­rung der Kar­stadt-Beschäf­tig­ten in den Flä­chen­ta­rif­ver­trag. Nut­zen­ber­ger: „Beschäf­ti­gungs- und Stand­ort­si­che­rung sowie die Tarif­bin­dung für Kauf­hof und für Kar­stadt sind kei­ne uner­füll­ba­ren For­de­run­gen“. Die Han­dels­ket­te HBC (Gale­ria Kauf­hof) und die Signa Hol­ding des öster­rei­chi­schen Inves­tors Rene Ben­ko (Kar­stadt) müss­ten ihrer sozia­len Ver­ant­wor­tung nach­kom­men. ver.di spre­che sich gegen eine Ver­schmel­zung der bei­den Unter­neh­men aus. Der Vor­sit­zen­de des Gesamt­be­triebs­ra­tes von Gale­ria Kauf­hof, Uwe Hoe­pfl erklär­te: „Es ist skan­da­lös, als Ver­tre­tung der Beschäf­tig­ten über Medi­en erfah­ren zu müs­sen, dass angeb­lich 5.000 Stel­len gestri­chen wer­den sol­len“. Kauf­hof habe bereits im letz­ten Jahr fast 1.300 Stel­len gestri­chen. „Wie wol­len wir eine siche­re Zukunft für das Unter­neh­men pla­nen, wenn es immer weni­ger Men­schen auf der Ver­kaufs­flä­che gibt“, so Hoe­pfl. Der Kar­stadt-Gesamt­be­triebs­rats­vor­sit­zen­de Jür­gen Ettl erklär­te: „Es geht hier um Men­schen. Wir erwar­ten, dass man mit unse­ren Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ver­ant­wort­lich umgeht.“ An Medi­en-Spe­ku­la­tio­nen wür­de sich der Betriebs­rat nicht betei­li­gen.“ Pres­se­mit­tei­lung von ver.di vom 06.09.2018 externer Link
  • Kar­stadt über­nimmt Kauf­hof – Tau­sen­de Arbeits­plät­ze sol­len weg­fal­len 
    „Kar­stadt und Kauf­hof, die letz­ten gro­ßen Waren­haus­kon­zer­ne Deutsch­lands, legen ihre Geschäf­te zusam­men. Die Ban­ken haben einer Fusi­on der bei­den Unter­neh­men nach Infor­ma­tio­nen der Süd­deut­schen Zei­tung zuge­stimmt. Damit ist nach mona­te­lan­gen Ver­hand­lun­gen der Weg für einen Zusam­men­schluss der Kauf­haus-Ket­ten frei. Kar­stadt-Eigen­tü­mer Signa soll die Mehr­heit an dem Gemein­schafts­un­ter­neh­men hal­ten. Insi­der gehen davon aus, dass der Fusi­ons­ver­trag zwi­schen Signa und der Kauf­hof-Mut­ter, der kana­di­schen Hudson’s Bay Com­pa­ny (HBC), bis zum 15. Sep­tem­ber unter­zeich­net wird. Wegen der deso­la­ten Finanz­si­tua­ti­on bei Kauf­hof und HBC sol­len beim Köl­ner Waren­haus­kon­zern etwa 5000 der ins­ge­samt knapp 20 000 Arbeits­plät­ze weg­fal­len. Eine Job­ga­ran­tie gibt es nicht, statt­des­sen sol­len Sozi­al­plä­ne erstellt wer­den. Auf die ver­blei­ben­den Mit­ar­bei­ter kommt ein Sanie­rungs­ta­rif­ver­trag mit schlech­te­ren Kon­di­tio­nen zu…“ Arti­kel von Micha­el Kläs­gen in der Süd­eut­schen Zei­tung online vom 06.09.2018 externer Link
  • Rea­ler Hor­ror. Tarif­flucht von real = Gene­ral­pro­be für ver.di – und Kauf­hof-Kar­stadt als Zuga­be? 
    express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und GewerkschaftsarbeitIm April hat­ten wir über den Schach­zug von Metro berich­tet, durch Tarif­flucht in eine Kon­zern­toch­ter die »Wett­be­werbs­fä­hig­keit« gegen­über Kon­kur­ren­ten wie­der her­zu­stel­len. Ange­sichts der Sprach­ver­wir­run­gen bis in höchs­te Regie­rungs­krei­se ist der­zeit zwar welt­weit nicht ganz klar, wie­viel Wahr­heit auch in Ver­spre­chun­gen, par­don Ver­spre­chern steckt. Aber die Mel­dung der Wirt­schafts­wo­che vom 12. Juli, dass ver.di dage­gen für den 13./14. Juli zu Streiks für »wett­be­werbs­fä­hi­ge Per­so­nal­kos­ten« auf­ruft, hal­ten wir dann doch für Wunsch­den­ken der WiWo-Redak­ti­on – oder soll­te es sich um eine neue, aus­ge­feil­te Kampf­stra­te­gie des Bun­des­fach­be­reichs­vor­stands han­deln? Lan­ge war unklar, ob es, wie von Akti­ven im Fach­be­reich Han­del gefor­dert, vor den Som­mer­fe­ri­en noch zu Pro­tes­ten, gar Streiks der Beschäf­tig­ten kom­men wür­de. Am Ende fan­den die­se zeit­gleich zum Akti­ons­tag »Frei­tag, der 13.« statt, zu dem die »Akti­on Arbeits­un­recht« regel­mä­ßig ein be­sonders skan­da­lö­ses Unter­neh­men küren lässt und öffent­lich an den Pran­ger stellt. Unter dem Mot­to »Der Hor­ror ist real« trat z.B. »der wah­re Mar­tin« von der »wirk­li­chen SPD« auf, es gab ein »End­spiel für die real-Beschäf­tig­ten« gegen das Manage­ment, real-Punk gegen Metro-Jazz u.v.m. Ob dies die Gene­ral­pro­be für eine Ver­bin­dung von ver.di, Beschäf­tig­ten, Kun­dIn­nen und Enga­gier­ten in sozia­len Bewe­gun­gen war?...” Sie­he den Arti­kel von Anton Kobel , erschie­nen in express, Zei­tung für sozia­lis­ti­sche Betriebs- und Gewerk­schafts­ar­beit: Aus­ga­be 7/​2018
  • Karstadt/​Kauf­hof: ver.di for­dert Sicher­heit für Beschäf­tig­te durch Tarif­ver­trä­ge
    Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger, Bun­des­vor­stands­mit­glied der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di), äußert sich zu Karstadt/​Kaufhof wie folgt: „Die Beschäf­tig­ten sind durch die Mel­dun­gen in der Pres­se ver­un­si­chert und machen sich Sor­gen. Wir for­dern des­halb die Eigen­tü­mer auf, umfas­send zum Sach­stand zu infor­mie­ren. Die Beschäf­tig­ten müs­sen bei einer mög­li­chen Fusi­on der Unter­neh­men im Mit­tel­punkt ste­hen, einen wirk­sa­men Schutz gibt es nur durch Tarif­ver­trag. Beschäf­ti­gungs­si­che­rung, Stand­ort­si­che­rung – nicht nur im Hin­blick auf Dop­pel­stand­or­te – und die Tarif­bin­dung sind für ver.di und die Beschäf­tig­ten von größ­ter Bedeu­tung.“” ver.di-Pressemitteilung vom 05.07.2018 externer Link

Sie­he dazu auch unser Dos­sier:

Der Bei­trag Kar­stadt greift nach Kauf­hof. Immo­bi­li­en im Visier erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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