[KgK:] USA: Der Parteikongress der Demokraten und der Fluch des „kleineren Übels“ in der zweitgrößten Partei des Imperialismus

Die­se par­tei­li­chen Mega­events sind Ereig­nis­se der poli­ti­schen Selbst­dar­stel­lung im Stil klas­si­schen Show­busi­nes­ses. Die Coro­na-Pan­de­mie brach­te die tra­di­tio­nel­le Ästhe­tik die­ser Ver­an­stal­tun­gen radi­kal durch­ein­an­der; Bal­lons und Kon­fet­ti blie­ben aus. Statt­des­sen nutz­te man Zoom, um die unter­schied­li­chen Per­sön­lich­kei­ten im Lau­fe der vier Tage der Ver­an­stal­tung spre­chen zu las­sen. Die unty­pi­sche Form pass­te zur Bot­schaft der Demokrat*innen, die ver­su­chen, aus der Ableh­nung von Trumps Umgang mit der Gesund­heits­kri­se einen wahl­po­li­ti­schen Vor­teil zu schla­gen.

Die poli­ti­sche Situa­ti­on in den USA ist akut, denn die Gesund­heits­kri­se, die wirt­schaft­li­che und sozia­le Rezes­si­on und das Ent­ste­hen einer beein­dru­cken­den Mas­sen­be­we­gung gegen Ras­sis­mus und Poli­zei­ge­walt ver­bin­den sich mit­ein­an­der. Trotz­dem gab es auf dem Demo­kra­ti­schen Kon­gress kei­ne „stö­ren­den Ele­men­te“: Nie­mand – auch nicht die „Squad“ um Alex­an­dria Oca­sio-Cor­tez (AOC) – stell­te die Wahl­stra­te­gie der „Ein­däm­mung“, also der Kana­li­sie­rung poli­ti­scher Ener­gie ein­zig und allein in die Wah­len und weg von Mas­sen­pro­tes­ten, in Fra­ge.

Tag 1: Sanders‘ offizielle Kapitulation

Was haben Ber­nie San­ders, ein ehe­ma­li­ger repu­bli­ka­ni­scher Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat, Eva Longo­ria und der ehe­ma­li­ge CEO von Hew­lett Packard gemein­sam? Sie alle unter­stüt­zen Joe Biden!

Die ers­te Nacht des DNC war eine rela­tiv ereig­nis­lo­se Ange­le­gen­heit. Vor allem wur­de die Unter­wer­fung von San­ders gegen­über dem „Estab­lish­ment“ öffent­lich bestä­tigt. San­ders spiel­te die zwei­te Gei­ge nach Michel­le Oba­ma und teil­te sich die vir­tu­el­le Büh­ne mit Mit­glie­dern der „Mil­li­ar­därs­klas­se“, gegen die er ver­bal so hart gekämpft hat­te. Er lob­te Biden für sei­ne Unter­stüt­zung eines Min­dest­lohns von 15 Dol­lar und argu­men­tier­te, Bidens Wider­stand gegen „Medi­ca­re for All“ (dt. „Medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung für alle“) sei nur eine klei­ne Mei­nungs­ver­schie­den­heit über „den bes­ten Weg zu einer uni­ver­sel­len Kran­ken­ver­si­che­rung“ gewe­sen. Sei­ne Rol­le auf dem Kon­gress war klar: den pro­gres­si­ven Flü­gel der demo­kra­ti­schen Par­tei für die Kan­di­da­tur von Joe Biden zu gewin­nen.

Abge­schlos­sen wur­de der ers­te Tag des Kon­gres­ses von Michel­le Oba­ma. Ihr Auf­tritt fokus­sier­te sich dar­auf, die Ankla­ge gegen Trump anzu­füh­ren. Trump habe kei­ne Empa­thie und die­ser per­sön­li­che Man­gel hät­te die US-ame­ri­ka­ni­sche Bevöl­ke­rung infi­ziert. Der tag­täg­li­che Ras­sis­mus und die staat­li­che Repres­si­on der BLM-Bewe­gung hät­te dort sei­nen Ursprung.

Es gäbe nur eine Per­son, die die­se Tugend besä­ße, und zwar Joe Biden. Mit ihm wür­de, so Michel­le Oba­ma, die Empa­thie in die­ses Land zurück­keh­ren. Bei einer sol­chen Aus­sa­ge soll­te sich jede*r Bidens poli­ti­sche Lauf­bahn und ver­gan­ge­nen Ent­schei­dun­gen vor Augen füh­ren: Biden trat bereits 1972 das ers­te Mal in den US-Senat ein, das heißt, er ist seit etwa einem hal­ben Jahr­hun­dert Teil des „Estab­lish­ment“. Bidens Außen­po­li­tik bestand schon immer aus einem aggres­si­ven Mili­ta­ris­mus. So pro­pa­gier­te er eine mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on im Bal­kan­krieg und stimm­te nach dem 11. Sep­tem­ber 2001 für den wei­te­ren Ein­satz von Trup­pen in Afgha­ni­stan.

Am ers­ten Abend des DNC spra­chen meh­re­re Republikaner*innen für Biden. Unter der Füh­rung Oba­mas besteht das poli­ti­sche Ange­bot der Demokrat*innen in ers­ter Linie dar­in, die „fort­schritt­li­chen“ Tei­le der Demo­kra­ti­schen Par­tei und die „demo­kra­tisch-sozia­lis­ti­schen“ Grup­pen, die Ber­nie San­ders unter­stützt hat­ten, mit den Republikaner*innen in einer Anti-Trump-Front zu ver­ei­nen, unter der Füh­rung des Demo­kra­ti­schen „Estab­lish­ments“. Dies ver­su­chen sie, der Kam­pa­gne von Donald Trump ent­ge­gen­zu­set­zen, der behaup­tet, die Demo­kra­ti­sche Par­tei – die Wall Street Par­ty – sei von der „extre­men Lin­ken“ über­nom­men wor­den und Biden, soll­te er die Wah­len gewin­nen, wür­de die Ver­ei­nig­ten Staa­ten in Vene­zue­la ver­wan­deln.

Tag 2: Scheinkampf und Rechtsruck

Der zwei­te Tag zeig­te die Dis­zi­pli­niert­heit des lin­ken Flü­gels für die Ein­heit der Par­tei. Alex­an­dria Oca­sio-Cor­tez, ein füh­ren­des Mit­glied des „Squad“ – einer Grup­pe von vier lin­ken, migran­ti­schen und weib­li­chen demo­kra­ti­schen Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten – und eine der am sehn­lichs­ten erwar­te­ten Redner*innen, hat­te nur 60 mick­ri­ge Sekun­den Rede­zeit. Die­se Zeit nutz­te sie, um sym­bo­lisch Ber­nie San­ders als Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten zu nomi­nie­ren – was jedoch eine for­ma­le Not­we­nig­keit für auf­ge­stell­te Präsidentschaftskandidat*innen war, zu denen Ber­nie San­ders zumin­dest auf dem Papier noch gehör­te. Ein wei­te­rer Akt in dem poli­ti­schen Thea­ter des Kon­gres­ses.

AOC ver­kör­per­te somit sehr gut die Stra­te­gie des lin­ken Flü­gels und der Demo­cra­tic Socia­lists of Ame­ri­ca (DSA). Sie besteht dar­in, die eige­ne poli­ti­sche Ver­tre­tung im Kon­gress und in den Par­la­men­ten unter Bidens Schirm aus­zu­wei­ten. Meh­re­re DSA-Kandidat*innen hat­ten die Vor­wah­len bereits gewon­nen, so zum Bei­spiel Ilhan Omar, die Kon­gress­ab­ge­ord­ne­te soma­li­scher Her­kunft (eben­falls Teil des „Squad“), die in ihrem Bezirk in Min­ne­so­ta eine über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit erreich­te. So ver­su­chen sie, den Anschein zu erwe­cken, sie wür­den ihr Gewicht im Kon­gress erhö­hen, und könn­ten so auf eini­ge Refor­men drän­gen. Doch damit akzep­tie­ren sie die völ­li­ge Unter­ord­nung unter das Kapi­tal und die Stra­te­gie der Wahl eines „klei­ne­ren Übels“, anstatt die Aus­brü­che des Klas­sen­kamp­fes in den ver­gan­ge­nen Mona­ten in Den Auf­bau einer poli­ti­schen Kraft zu kana­li­sie­ren, die von den Frak­tio­nen des Kapi­tals unab­hän­gig ist.

Kaum etwas kann wohl bes­ser die Per­spek­tiv­lo­sig­keit die­ser Logik dar­stel­len, als ein kürz­lich im Jaco­bin Maga­zi­ne, dem Sprach­rohr der DSA-Füh­rung, erschie­ne­ner Arti­kel mit dem Titel „It’s Fine to Feel Like Shit About Joe Biden and the DNC“ (dt. „Es ist OK, sich wegen Joe Biden und dem DNC schei­ße zu füh­len“). Die Quint­essenz: Auch wenn Joe Biden schei­ße ist, ist er das klei­ne­re Übel, und es gibt kei­ne ande­re Mög­lich­keit, auch wenn das demo­ra­li­sie­rend ist. Eine Per­spek­ti­ve, die die größ­te Mas­sen­be­we­gung in der Geschich­te der USA zu einem tat­säch­li­chen Vehi­kel für gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen machen könn­te, fehlt völ­lig.

Der zwei­te Tag des DNC war außer­dem gekenn­zeich­net davon, wei­te­re Republikaner*innen zu gewin­nen. Hier­für wur­de das Gebiet der Außen­po­li­tik gewählt. Die durch die Fol­gen der Pan­de­mie stei­gen­den inter­na­tio­na­len Span­nun­gen, sowie die Kon­kur­renz mit Chi­na um die geo­po­li­ti­sche Hege­mo­nie brau­chen eine „har­te Hand“ inner­halb der Demo­kra­ti­schen Par­tei, erklär­te man. Joe Bidens Geschich­te spricht, wie bereits erwähnt, für sich, und jetzt ver­su­chen die Demokrat*innen die­se Här­te als eine Not­wen­dig­keit zu prä­sen­tie­ren.

2016 ver­such­te Hil­la­ry Clin­ton Republikaner*innen, die sich aktiv für „Never Trump“ ein­setz­ten, anzu­zie­hen, dar­un­ter vie­le Neo­kon­ser­va­ti­ve. Doch der Ver­such schei­ter­te, und es gibt kei­ne ernst­zu­neh­men­den Anzei­chen dafür, dass es dies­mal funk­tio­nie­ren könn­te.

Tag 3 Build (The Capitalist State) Back Better

Am drit­ten Tag des Kon­gres­ses ging es dar­um, die­je­ni­gen für die Demo­kra­ti­sche Par­tei zu gewin­nen, die sich von die­ser in den letz­ten Jahr­zehn­ten ent­fernt haben: das Kleinbürger*innentum, die Nichtwähler*innen und die unzu­frie­de­nen Jugend­li­chen.

Die­se Auf­ga­be über­nah­men die zwei wich­tigs­ten Begleiter*innen der Kan­di­da­tur von Biden, der frü­he­re Prä­si­dent Barack Oba­ma und Kama­la Har­ris, Bidens Kan­di­da­tin für die Vize­prä­si­dent­schaft.

Oba­ma war der ein­zi­ge unter den Redner*innen, der nicht die Res­sen­ti­ments gegen Trump nutz­te. Statt­des­sen beschwor er den Nie­der­gang der bür­ger­li­chen Demo­kra­tie und des Staa­tes. Er ver­such­te so, die gro­ßen Mas­sen der Nichtwähler*innen der letz­ten Wahl abzu­ho­len, und den Glau­ben an den (kapi­ta­lis­ti­schen) Staat wie­der­auf­zu­bau­en. In die­sem Sin­ne bezog er sich auf eine ver­zerr­te Wahr­neh­mung der Bür­ger­rechts­be­we­gun­gen der 60er Jah­re, um so die Kämp­fen­den von den Stra­ßen weg und zu den Wahl­ur­nen zu zie­hen, die er als ein­zi­gen Aus­weg prä­sen­tier­te.

Kama­la Har­ris, die ihre Iden­ti­tät als Nicht-Wei­ße und Frau als poli­ti­sches Werk­zeug nutz­te, sprach lan­ge über ihre Fami­li­en­ge­schich­te. Hier­zu ver­wen­de­te sie einen klas­si­schen popu­lis­ti­schen Stil, ein wei­te­rer Appell an die BLM- Bewe­gung. Die Geschich­te ihrer Eltern, die sich in den sozia­len Bewe­gun­gen der 60er Jah­re ken­nen­lern­ten und ihre Mut­ter als allein­er­zie­hen­de Frau, die ihr Leben für ihre Toch­ter opfer­te, waren die Kern­the­men des Bei­trags. Mit­ten in der größ­ten wirt­schaft­li­chen Kri­se unse­rer Zeit lau­te­te ihre ein­zi­ge poli­ti­sche For­de­rung „den Zugang zur Gesund­heits­ver­sor­gung zu erwei­tern, den Zugang zu den Wahl­ur­nen aus­zu­wei­ten und… mehr arbei­ten­de Fami­li­en (ermög­li­chen) einen ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen“. Schö­ne Wor­te ohne Inhalt.

Bei­de Figu­ren ver­such­ten also, das durch BLM zer­rüt­te­te Bild des bür­ger­li­chen Staa­tes wie­der her­zu­stel­len. Ein Staat, der laut ihnen nur dann nütz­lich sei, wenn die Demokrat*innen regie­ren.

Tag 4: Nur hohle Phrasen zu Bidens Annahme der Nominierung

Der letz­te Tag des Kon­gres­ses wie­der­hol­te im Wesent­li­chen die vor­her­ge­gan­ge­nen Tage: Vie­le Per­so­nen von außer­halb des poli­ti­schen Estab­lish­ment, wie z.B. Veteran*innen oder Priester*innen, kamen zu Wort. Ihre Bot­schaft blieb ein­di­men­sio­nal: Trump sei die Pest, Biden „anstän­dig“. Über Biden selbst erfuhr man an die­sem Tag eini­ges, aller­dings beschränkt auf sei­ne Per­sön­lich­keit und sein fami­liä­res Ver­hal­ten.

In sei­ner Haupt­re­de ver­sprach Biden „Anstand“, „Demo­kra­tie“ und „Wis­sen­schaft“ ins Wei­ße Haus zurück­zu­brin­gen, als Gegen­satz zu Trumps Pan­de­mie-Reak­ti­on.

Es folg­ten Lip­pen­be­kennt­nis­se zu den The­men, die von ande­ren Redner*innen ange­spro­chen wor­den waren – zur Schlie­ßung von Klein­un­ter­neh­men, dem Ver­lust von Mil­lio­nen von Arbeits­plät­zen und Kran­ken­ver­si­che­run­gen und der Steu­er­hin­ter­zie­hung von Unter­neh­men. Biden kün­dig­te an, zur Bekämp­fung die­ser Misstän­de alles „zur Nor­ma­li­tät zurück­füh­ren“, und die USA aus „der Zeit der Dun­kel­heit“ her­aus­zu­ho­len.

Mit die­sem „Ver­spre­chen“ nahm Biden die Nomi­nie­rung als Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat der Demo­kra­ti­schen Par­tei an. Die Kan­di­da­tur war bereits im Vor­feld klar, die offe­ne Fra­ge nach einem kon­kre­ten Pro­gramm blie­ben unbe­ant­wor­tet. Klar bleibt jedoch sei­ne Treue zu den wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen der Bour­geoi­sie und den Koop­tie­rungs­ver­su­chen der Mas­sen­be­we­gung auf der Stra­ße.

Was bleibt?

Der Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf in den USA fin­det wäh­rend einer drei­fa­chen Kri­se statt: eine Kri­se der Gesund­heit auf­grund des Coro­na­vi­rus; eine Kri­se der Wirt­schaft auf­grund der aku­ten Rezes­si­on, die schon jetzt fast 30 Mil­lio­nen Arbeits­lo­se hin­ter­las­sen hat; und eine Kri­se des poli­ti­schen Regimes durch das Her­ein­bre­chen einer Mas­sen­be­we­gung gegen Ras­sis­mus und Poli­zei­ge­walt, für die es weni­ge ver­gleich­ba­re Pro­tes­te in der Ver­gan­gen­heit gibt, so dass sie schwer ein­zu­schät­zen bleibt.

Aktu­ell führt Biden in Umfra­gen, selbst denen des erz­kon­ser­va­ti­ven Sen­ders Fox News, gegen­über Trump. Und wenn man die Unter­stüt­zun­gen von gro­ßen Kon­zer­nen betrach­tet, haben auch die­se die Nase voll von Trump. Vie­le Analyst*innen erwar­ten den­noch eine Wahl, die deut­lich knap­per wer­den wird, als es heu­te erscheint.

Bei der Prä­si­dent­schafts­wahl 2016 stimm­ten etwa 25 % der Wähler*innen, die San­ders gewählt hät­ten, nicht für Hil­la­ry Clin­ton, ent­we­der weil sie nicht zur Wahl gin­gen oder weil sie für drit­te Par­tei­en, wie die Grü­nen, stimm­ten. Trotz des enor­men Drucks, Trump zu besie­gen, kann es gut sein, dass sich die­ses Sze­na­rio wie­der­holt. Dass Kama­la Har­ris, die zwar eine nicht-wei­ße Frau ist, aber auch als Staats­an­wäl­tin mit der Poli­zei und der Idee von „Recht und Ord­nung“ in Ver­bin­dung steht, als mög­li­che Vize­prä­si­den­tin aus­ge­wählt wur­de (und kei­ne Figur aus dem lin­ken Flü­gel), wird einen guten Teil der Avant­gar­de – beson­ders unter den Jugend­li­chen, die dem „demo­kra­ti­schen Sozia­lis­mus“ wohl­wol­lend gegen­über­ste­hen und sich gegen die Poli­zei mobi­li­siert haben – davon abhal­ten, für Biden zu stim­men. Wenn dies in eini­gen der „swing sta­tes“ – also Bun­des­staa­ten, die nicht fest in der Hand der Demokrat*innen oder Republikaner*innen sind – geschieht, könn­te die Wahl für Biden deut­lich enger wer­den.

Den­noch ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass Biden, wie von den Medi­en auch hier­zu­lan­de behaup­tet wird, bei die­sen Wah­len tat­säch­lich ein Ret­tungs­schirm für den bür­ger­li­chen Staat sein könn­te. Die Aus­sicht, den Trump-Zyklus zu been­den, hat dazu bei­getra­gen, die Wut von den Stra­ßen auf den Wahl­kampf zu len­ken. Aber eine „Übergangs“-Regierung wie die von Biden wird kaum aus­rei­chen, um zu der von der herr­schen­den Klas­se so ersehn­ten „Nor­ma­li­tät“ zurück­zu­keh­ren.

In einer sol­chen Situa­ti­on kommt dem lin­ken Flü­gel der Demo­kra­ti­schen Par­tei (DSA und dem „Squad“) eine beson­de­re Rol­le zu, die er auch bereits ein­ge­nom­men hat. Trotz der Mas­sen­be­we­gung von Black Lives Mat­ter und des­sen enor­mem Kampf­geist ver­zich­ten die­se lin­ken Tei­le der Demokrat*innen, die in den letz­ten Jah­ren enorm an Mit­glie­dern gewan­nen, dar­auf, mit dem Zwei­par­tei­en­sys­tem zu bre­chen. Statt eines Kampf­in­stru­ments der Arbeiter*innenklasse gegen die von ihnen so ange­pran­ger­te „Mil­li­ar­därs­klas­se“ auf­zu­bau­en, machen sie sich zum Koopt­ati­ons­in­stru­ment der Herr­schen­den.

Klas­se Gegen Klas­se