[labournet:] Tarifrunde 2020 im öffentlichen Dienst für Bund und Kommunen

Dossier

ver.di: Tarifrunde 2020 im öffentlichen Dienst für Bund und KommunenEnde August 2020 endet der Tarif­ver­trag im öffent­li­chen Dienst für Bund und Kom­mu­nen. Im Spätsommer/​Herbst 2020 begin­nen vor­aus­sicht­lich die Tarif­ver­hand­lun­gen zwi­schen den Arbeit­ge­bern aus Bund und Kom­mu­nen (VKA) sowie den Gewerk­schaf­ten ver.di, GEW, IG BAU, GdP und dbb Beam­ten­bund. Eine Son­der­sei­te dazu hat bereits ver.di Ver- und Ent­sor­gung externer Link und für die Arbeit­ge­ber­sei­te oef​fent​li​cher​-dienst​-news​.de externer Link und nun auch ver.di externer Link und die GEW externer Link. Sie­he Grund­in­fos und ers­te Dis­kus­si­ons­bei­trä­ge zur auf den Herbst ver­scho­be­nen Tarif­run­de:

  • Öffent­li­cher Dienst für Bund und Kom­mu­nen: ver.di for­dert Ein­kom­mens­er­hö­hung von 4,8 Pro­zent bzw. Min­dest­be­trag von 150 Euro – Ost-West-Anglei­chung der Arbeits­zeit New
    Die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) for­dert für die rund 2,3 Mil­lio­nen Beschäf­tig­ten des öffent­li­chen Diens­tes von Bund und Kom­mu­nen unter ande­rem eine Anhe­bung der Ein­kom­men um 4,8 Pro­zent bzw. einen Min­dest­be­trag von 150 Euro monat­lich bei einer Lauf­zeit von zwölf Mona­ten. Die Aus­bil­dungs­ver­gü­tun­gen und Prak­ti­kan­ten­ent­gel­te sol­len um 100 Euro monat­lich ange­ho­ben wer­den. Gefor­dert wird die Ost-West-Anglei­chung der Arbeits­zeit. Dar­über hin­aus soll das The­ma der Ent­las­tung der Beschäf­tig­ten in den Tarif­ver­hand­lun­gen behan­delt wer­den. Die beson­de­ren The­men des Gesund­heits­we­sens und der Pfle­ge sol­len an einem eige­nen Ver­hand­lungs­tisch ein­ge­bracht wer­den. Das hat die Bun­des­ta­rif­kom­mis­si­on der Gewerk­schaft am Diens­tag (25. August 2020) in Ber­lin beschlos­sen. Das Ergeb­nis soll spä­ter zeit- und wir­kungs­gleich auf Beam­tin­nen und Beam­ten, Rich­te­rin­nen und Rich­ter, Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten sowie Ver­sor­gungs­emp­fän­ge­rin­nen und ‑emp­fän­ger über­tra­gen wer­den…” Pres­se­mit­tei­lung vom 25.08.2020 externer Link, sie­he:
    • eben­so die Pres­se­mit­tei­lung der GEW: GEW: „4,8 Pro­zent, min­des­tens jedoch 150 Euro mehr Gehalt!“ externer Link
    • Die For­de­rung bezieht sich auf eine Lauf­zeit des Tarif­ver­trags von einem Jahr
    • ver.di führt die Tarif­ver­hand­lun­gen gemein­sam mit der GdP, der GEW, der IG BAU und dem dbb beam­ten­bund und tarif­uni­on.
    • Ter­mi­ne der bereits ver­ein­bar­ten Ver­hand­lungs­run­den:
      • Run­de: 1. Sep­tem­ber 2020 (Pots­dam)
      • Run­de: 19./20. Sep­tem­ber 2020 (Pots­dam)
      • Run­de: 22./23. Okto­ber 2020 (Pots­dam)
  • Tarif­run­de im Öffent­li­chen Dienst 2020 – eine [anti­mi­li­ta­ris­ti­sche] Argu­men­ta­ti­ons­hil­fe
    “… „Das Geld wird jetzt zur Bewäl­ti­gung der Coro­na-Kri­se gebraucht, für die Gesund­heit, für die Ret­tung von Men­schen­le­ben. Da müs­sen die Beschäf­tig­ten des Öffent­li­chen Diens­tes mal zurück­ste­cken und Soli­da­ri­tät mit der gan­zen Gesell­schaft zei­gen!“ So wird es uns ent­ge­gen­schal­len. Aber wir haben gute Argu­men­te dage­gen, sowohl öko­no­mi­sche (Kri­sen­be­kämp­fung durch Stär­kung der Kauf­kraft) als auch sozi­al­po­li­ti­sche („klat­schen“ reicht nicht zur Wert­schät­zung „sys­tem­re­le­van­ter Arbeit“). Es gibt noch eini­ge wei­te­re Argu­men­te, mit denen wir die Rea­li­sier­bar­keit unse­rer For­de­rung nach Real­lohn­stei­ge­rung unter­mau­ern kön­nen. Wir fin­den sie in der Prio­ri­tä­ten­set­zung des Bun­des­haus­hal­tes. Wer sagt denn, dass der Rüs­tungs­haus­halt unse­res Lan­des in bis­her nie erreich­te Höhen anstei­gen muss. Wenn man der For­de­rung von Trump, Stol­ten­berg und Kramp-Kar­ren­bau­er fol­gen woll­te, hät­ten wir bis in 10 Jah­ren Mili­tär­aus­ga­ben in Höhe von 100 Mil­li­ar­den Euro. Damit hät­ten wir Russ­land weit über­holt und lägen nach den USA und Chi­na auf Platz 3 der Welt­rang­lis­te. Ist das wirk­lich nötig, ist das sinn­voll, wol­len wir das? Müs­sen wir aktu­ell z.B. 5 bis 10 Mil­li­ar­den für die Beschaf­fung neu­er Kampf­jets zum Trans­port der auf deut­schem Boden lagern­den US-Atom­bom­ben in´s öst­li­che Ziel aus­ge­ben oder sie­ben Mil­li­ar­den für vier neue Mehr­zweck­kampf­schif­fe und U‑Boote zum Schutz der USMi­li­tär­trans­por­te über den Atlan­tik?…” Rund­schrei­ben vom 14.7.2020 von Chris­tof Ost­hei­mer externer Link als ver.di Bezirks­vor­sit­zen­der Süd­hol­stein zu den deut­schen Rüs­tungs­aus­ga­ben (doku­men­tiert beim Frie­dens­rat­schlag)
  • Tarif­run­de TVöD 2020: Ver­hand­lun­gen und Aktio­nen ab Sep­tem­ber!
    Ab Sep­tem­ber star­ten die Gewerk­schaf­ten des öffent­li­chen Diens­tes Ver­hand­lun­gen zur Tarif­run­de 2020 – mit Aktio­nen! Das haben die Tarif­kom­mis­sio­nen der Gewerk­schaf­ten beschlos­sen. „Das wer­den har­te Ver­hand­lun­gen“, sag­te Dani­el Mer­bitz. Die Tarif­ver­hand­lun­gen für die im öffent­li­chen Dienst bei Bund und Kom­mu­nen Beschäf­tig­ten star­ten wie vor der Coro­na-Kri­se geplant am 1. Sep­tem­ber, das teil­te die GEW am Frei­tag in Frank­furt a.M mit. Die Tarif­kom­mis­sio­nen der Gewerk­schaf­ten des öffent­li­chen Diens­tes hat­ten beschlos­sen, die Ent­gelt­ta­bel­len des Tarif­ver­tra­ges für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) Bund und Kom­mu­nen zum 31. August 2020 zu kün­di­gen, auch die Tarif­kom­mis­si­on der Bil­dungs­ge­werk­schaft hat­te getagt. Zuvor war ein Son­die­rungs­ge­spräch zwi­schen der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) und den Arbeit­ge­bern am 16. Juni geschei­tert. Die Gewerk­schaf­ten hat­ten ange­regt, wegen der Coro­na-Kri­se jetzt ledig­lich einen klei­nen Abschluss zu ver­ein­ba­ren und die eigent­li­che Tarif­run­de auf Anfang 2021 zu ver­schie­ben. Dazu ist die Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Arbeit­ge­ber­ver­bän­de (VKA) jedoch nicht bereit gewe­sen…” GEW-Mel­dung vom 19.06.2020 externer Link
  • Netz­werk für eine kämp­fe­ri­sche und demo­kra­ti­sche ver.di: Kampf jetzt füh­ren: Für mehr Per­so­nal, Auf­wer­tung und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen im öffent­li­chen Dienst 
    “Über Nacht wur­de im Ange­sicht der durch die Pan­de­mie aus­ge­lös­te Wirt­schafts­kri­se das Man­tra der schwar­zen Null, die Vor­ga­ben der Schul­den­brem­se – alles, was über Jah­re als Tot­schlag­ar­gu­ment dien­te, um Lohn­for­de­run­gen der Beschäf­tig­ten sowie nöti­ge Inves­ti­tio­nen in die öffent­li­che Daseins­vor­sor­ge als „unmög­lich“ dar­zu­stel­len – über den Hau­fen gewor­fen. Nun wer­den Ret­tungs­schir­me auf­ge­spannt, plötz­lich ist Geld vor­han­den. Doch auch jetzt besteht das Ret­tungs­pa­ket vor allem aus Sicher­hei­ten für gro­ße Kon­zer­ne und Ban­ken. Die Gewerk­schafts­füh­run­gen müss­ten, anstatt die Beschlüs­se zu begrü­ßen, offen­siv eine ande­re Poli­tik for­dern. Gera­de für den öffent­li­chen Dienst müs­sen nun offen­si­ve For­de­run­gen, für mas­si­ve Inves­ti­tio­nen in einen Aus­bau, für mehr Per­so­nal, für eine Auf­wer­tung der Beru­fe, auf­ge­stellt wer­den, die sich auch in der Tarif­run­de wie­der fin­den müs­sen. Per­so­nal und Auf­wer­tung In der Alten­pfle­ge und in den Kran­ken­häu­sern liegt die Not­wen­dig­keit nach mehr Per­so­nal ganz akut auf der Hand. Dies kann nicht mit ein­ma­li­gen Bonus­zah­lun­gen erreicht wer­den, auch wenn es ein Skan­dal ist, dass sie nicht ein­mal allen zugu­te kom­men sol­len. Es muss jedoch eine grund­le­gen­de Auf­wer­tung die­ser Beru­fe geben. Die For­de­rung nach 500 Euro mehr Grund­ge­halt für die­se Beru­fe ist vor die­sem Hin­ter­grund abso­lut sinn­voll, gerecht­fer­tigt und nicht nur im Inter­es­se der Beschäf­tig­ten, son­dern auch der Mehr­heit der Bevöl­ke­rung. Aber auch in ande­ren Berei­chen muss es eine deut­li­che Per­so­nal­auf­sto­ckung geben. Auch die jah­re­lan­ge Per­so­nal­not in Schu­len und Kitas wird jetzt vor dem Hin­ter­grund der Pan­de­mie zu einem noch grö­ße­ren Pro­blem. Einer­seits sol­len Kin­der wie­der zur Schu­le und in Betreu­ung, ande­rer­seits fehlt es vorn und hin­ten am Per­so­nal, wenn hier auch nur annä­hernd Sys­te­me für den Infek­ti­ons­schutz in Anwen­dung kom­men sol­len. Natür­lich gilt dies auch für die Gesund­heits­äm­ter, aber auch vie­le wei­te­re öffent­li­che Diens­te. Von vorn­her­ein muss ver.di die Fra­ge der Finan­zie­rung zum The­ma machen. Die aktu­el­len For­de­run­gen von ver.di für ein Kri­sen­be­wäl­ti­gungs­pro­gramm grei­fen viel zu kurz, weil die For­de­rung nach einer Ver­mö­gens­ab­ga­be und ‑steu­er nicht ein­mal erwähnt wird. Außer­dem sind ein­ma­li­ge Kon­sum­schecks als Trost­pflas­ter für die Mas­se der Beschäf­tig­ten kei­ne Lösung. Aus den Fol­gen der Pan­de­mie muss vor allem eine Leh­re gezo­gen wer­den: es muss mehr Geld in die öffent­li­che Daseins­vor­sor­ge und den öffent­li­chen Dienst gesteckt wer­den. Pri­va­ti­sie­run­gen müs­sen rück­gän­gig gemacht wer­den. Mil­li­ar­den an Euros sind dafür nötig. Die­se müs­sen aus den Ver­mö­gen der obe­ren ein Pro­zent und den Akti­en­ge­win­nen ent­nom­men wer­den. Mit nur einem Zehn­tel des Ver­mö­gens der obe­ren ein Pro­zent in der Bevöl­ke­rung wür­den 380 Mil­li­ar­den Euro frei gesetzt. Das ist mehr als die gesam­ten Aus­ga­ben im Bun­des­haus­halt 2019. Man möge sich vor­stel­len, wie zum Bei­spiel eine Coro­na-Son­der­ab­ga­be von drei­ßig Pro­zent ab einer Mil­li­on Euro alles mög­lich wäre: der kom­plet­te Aus­bau des öffent­li­chen Diens­tes nach Bedarf wäre abso­lut mög­lich. Dazu wäre es mög­lich die Löh­ne deut­lich zu erhö­hen. Arbeits­zeit­ver­kür­zung Die Aus­stat­tung mit Per­so­nal in den ver­schie­de­nen Berei­chen, mög­li­che Pan­de­mie-bezo­ge­ne Abwei­chun­gen von fest­ge­leg­ten Arbeits­zei­ten muss durch die Beschäf­tig­ten­ver­tre­tun­gen und Gewerk­schaf­ten demo­kra­tisch kon­trol­liert und abge­stimmt wer­den. Es darf nicht zuge­las­sen wer­den, dass Arbeits­zeit­ver­län­ge­run­gen von oben von der Gewerk­schaft abge­nickt wer­den. Schon jetzt ist außer­dem klar, dass inter­na­tio­nal das Heer der Arbeits­lo­sen in die Höhe schnel­len wird. Die not­wen­di­ge Ant­wort auf Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit muss die For­de­rung nach einer dras­ti­schen Arbeits­zeit­ver­kür­zung bei vol­lem Lohn- und Per­so­nal­aus­gleich sein. Des­halb soll­te die For­de­rung min­des­tens nach einer 35-Stun­den­wo­che bei vol­lem Lohn- und Per­son­salaus­gleich, als ers­tem Schritt für eine zügi­ge wei­te­re Arbeits­zeit­ver­kür­zung hin zur 30-Stun­den­wo­che Bestand­teil des For­de­rungs­ka­ta­lo­ges wer­den. In die Offen­si­ve kom­men Es ist klar, dass vor dem Hin­ter­grund der momen­ta­nen Kon­takt­sper­ren eine gewerk­schaft­li­che Mobi­li­sie­rung vor beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen gestellt ist. Aber wenn jetzt alles auf eine unbe­stimm­te Zeit nach der Coro­na-Kri­se ver­scho­ben wird, blei­ben die Beschäf­tig­ten völ­lig schutz­los. Denn es ist nicht so, dass die Arbeit­ge­ber- und Kapi­tal­sei­te ein­fach abwar­ten wür­de. Schon jetzt haben wir gese­hen, wie das Arbeits­zeit­ge­setz geschlif­fen wur­de, wie Bonus­zah­lun­gen an Krankenpfleger*innen lee­re Ver­spre­chun­gen blie­ben, wie Per­so­nal­un­ter­gren­zen für null und nich­tig erklärt wur­den. Es wird dabei nicht blei­ben! Wenn die Gewerk­schafts­füh­run­gen jetzt den pas­siv blei­ben, wer­den wei­te­re Errun­gen­schaf­ten der Ver­gan­gen­heit abge­schafft, wird das Man­tra des „Gür­tel-enger-Schnal­lens“ sich immer wei­ter Bahn bre­chen. Des­halb gilt es, kei­ne Zeit zu ver­lie­ren. Schon jetzt müs­sen alle Vor­be­rei­tun­gen getrof­fen wer­den, um wei­te­re Angrif­fe abzu­weh­ren und statt­des­sen schnell in die Offen­si­ve zu kom­men. Wir müs­sen selbst­be­wusst sagen: die Leh­ren aus der Coro­na-Kri­se hei­ßen: mehr Per­so­nal, bes­se­re Bezah­lung, bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen! Das bedeu­tet, dass die Dis­kus­sio­nen dar­über in den Betriebs­grup­pen und auf allen Ebe­nen demo­kra­tisch begon­nen wer­den müs­sen – wenn nötig über Video-Kon­fe­ren­zen, auch das ist mög­lich, wie in den letz­ten Wochen deut­lich wur­de! For­de­run­gen und Vor­schlä­ge zur Durch­set­zung: für eine Auf­wer­tung: 300 Euro Fest­geld für alle; 500 Euro Fest­geld in Kran­ken­häu­sern und im Erzie­hungs­dienst, für mehr Per­so­nal anstatt Per­so­nal­ab­bau, Schaf­fung von mehr Stel­len; gegen dro­hen­de Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit; Ver­tei­lung der vor­han­de­nen Arbeit auf alle, 35 Stun­den-Woche bei vol­lem Lohn- und Per­so­nal­aus­gleich; Schluss mit einer Poli­tik des Ver­zichts. Brei­te Kam­pa­gne für ein Inves­ti­ti­ons­pro­gramm nach Bedarf, finan­ziert durch die obe­ren ein Pro­zent; Ver­bin­dung des Tarif­kamp­fes mit poli­ti­schen For­de­run­gen nach einer Ver­mö­gens­ab­ga­be und Rei­chen­steu­er. Tarif­kampf im öffent­li­chen Dienst nicht auf­schie­ben; statt­des­sen zu einer gesell­schaft­li­chen Bewe­gung für den Aus­bau der öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge machen brei­te Soli­da­ri­täts­kam­pa­gne durch ver.di-Fachbereiche und DGB-Gewerk­schaf­ten. Vor­be­rei­tung der Tarif­run­de durch demo­kra­ti­sche Dis­kus­si­on auf allen Ebe­nen über For­de­run­gen und Durch­set­zung ab sofort demo­kra­ti­sche Wahl von ört­li­chen Arbeits­kampf­lei­tun­gen sowie Wahl einer bun­des­wei­ten Dele­gier­ten­kon­fe­renz zur Vor­be­rei­tung der Tarif­run­de sowie für deren Durch­füh­rung. Auf die­se Wei­se ist auch mög­lich, demo­kra­tisch und fle­xi­bel über die Kampf­maß­nah­men zu ent­schei­den, was gera­de auch ange­sichts der erschwer­ten Pan­de­mie-Bedin­gun­gen not­wen­dig ist.Stel­lung­nah­me des „Netz­werk für eine kämp­fe­ri­sche und demo­kra­ti­sche ver.di“ am 09.06.2020 bei der Ver­net­zung für kämp­fe­ri­sche Gewerk­schaf­ten externer Link
  • Tarif­run­de für den öffent­li­chen Dienst von Bund und Kom­mu­nen: Son­die­rungs­ge­spräch am 16. Juni 2020 
    “Die ver.di-Bundestarifkommission für den öffent­li­chen Dienst hat in ihrer heu­te (3. Juni 2020) als Video­kon­fe­renz durch­ge­führ­ten Sit­zung die Optio­nen für die Tarif- und Besol­dungs­run­de 2020 dis­ku­tiert und bewer­tet. Dabei geht es um die rund 2,3 Mil­lio­nen Beschäf­tig­ten des öffent­li­chen Diens­tes von Bund und Kom­mu­nen. Die Bun­des­ta­rif­kom­mis­si­on hat auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie die Ent­schei­dung über die Kün­di­gung des Tarif­ver­trags für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) ver­tagt. Gleich­zei­tig wur­de die Auf­nah­me von Son­die­rungs­ge­sprä­chen mit dem Bund und der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Arbeit­ge­ber­ver­bän­de (VKA) am 16. Juni 2020 beschlos­sen. Eine wei­te­re Video­kon­fe­renz der Bun­des­ta­rif­kom­mis­si­on zur Bewer­tung der Son­die­rung und wei­te­ren Beschluss­fas­sung soll am 18. Juni 2020 statt­fin­den. „Gera­de in der jet­zi­gen Kri­se kommt den Beschäf­tig­ten des öffent­li­chen Diens­tes eine ganz beson­de­re Bedeu­tung und Ver­ant­wor­tung zu“, betont der ver.di-Vorsitzende Frank Wer­ne­ke. „Sie leis­ten Tag für Tag mit star­kem Enga­ge­ment Groß­ar­ti­ges für das Gemein­we­sen in die­sem Land.“ Das mache deut­lich, dass die Beschäf­tig­ten des öffent­li­chen Diens­tes eine ent­spre­chen­de Aner­ken­nung ihres per­sön­li­chen Ein­sat­zes erhal­ten müs­sen.“ ver.di-Pressemitteilung vom 03.06.2020 externer Link
  • Weni­ger wir, mehr du? Ver.di setzt in der Tarif­run­de öffent­li­cher Dienst auf ver­kürz­te Arbeits­zei­ten
    “Die Ver­kür­zung der geschul­de­ten Arbeits­zeit steht auf der Tages­ord­nung. Denn für den Herbst, wenn der Tarif­ver­trag im öffent­li­chen Dienst neu aus­ge­han­delt wird, gilt die­ser Rege­lungs­ge­gen­stand als gesetzt. (…) Die gewerk­schaft­li­chen Stra­te­gen kapi­tu­lie­ren vor den unter­schied­li­chen Bedro­hun­gen und Kon­flik­ten in den Bran­chen, Betrie­ben und Genera­tio­nen. Statt­des­sen deu­ten sie die Ato­mi­sie­rung und Über­for­de­rung ihrer Mit­glie­der in deren Wunsch nach noch mehr Indi­vi­dua­li­sie­rung um. In einer breit ver­teil­ten, bun­ten Bro­schü­re titeln sie – «mehr work? mehr life? mehr du! – wir schaf­fen dir optio­nen, damit du ent­schei­den kannst». Da wer­ben sie für neue «Wahl­mög­lich­kei­ten, zum Bei­spiel zwi­schen mehr Geld oder mehr Zeit oder zwi­schen einem Zeit­s­par­kon­to und einem Zuschuss für Kin­der­be­treu­ung». Tat­säch­lich wün­schen sich die meis­ten, dass die belas­ten­den Auf­ga­ben an ihren Arbeits­plät­zen auf mehr Hän­de ver­teilt wer­den. Sie wol­len nicht mehr sechs oder gar sie­ben Schich­ten in einer Woche ange­ord­net bekom­men. Sie wol­len nicht mehr Stun­den arbei­ten, als sie ver­trag­lich ver­ein­bart haben. Doch sol­che Wün­sche las­sen sich nicht indi­vi­du­ell erfül­len. Die unge­nier­ten Über­grif­fe der Arbeit­ge­ber und Vor­ge­setz­ten auf die Lebens­zeit kön­nen soli­da­risch han­deln­de Teams gemein­sam zurück­wei­sen. Dazu muss nie­mand auf die Mobi­li­sie­rungs­auf­ru­fe war­ten, die Ver.di zu den Ver­hand­lun­gen am 1. und 19.September und am 22.Oktober ver­tei­len will. Schon jetzt ste­hen Woche für Woche Ent­schei­dun­gen für oder gegen Über­stun­den an. Da kön­nen sich Teams und Beleg­schaf­ten gemein­sam im «Nein-Sagen» üben. Schon jetzt wer­den Monat für Monat Bereit­schafts­diens­te ange­ord­net – weit über die zehn­stün­di­ge Höchst­ar­beits­zeit hin­aus, fast immer feh­len die spä­tes­tens nach sechs Stun­den Arbeit zu gewäh­ren­den Pau­sen. Sol­che Zumu­tun­gen kön­nen Arbeit­ge­ber nicht rechts­wirk­sam erzwin­gen.” Arti­kel von Tobi­as Michel aus der Soz Nr. 03/​2020 externer Link
  • 12 Mona­te sind genug! Die­ses Mal für die Umset­zung der For­de­rung und des Beschlus­ses nach zwölf­mo­na­ti­ger Lauf­zeit des Ent­gelt­ta­rif­ver­tra­ges
    “… mit dem 1. Okto­ber 2005 wird der TvÖD (Tarif­ver­trag für den Öffent­li­chen Dienst) in Kraft gesetzt. Er löst den seit dem 1. April 1961 gel­ten­den BAT (Bun­des­an­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag) ab. Mit dem Inkraft­tre­ten des TvÖD erle­ben wir einen grund­le­gen­den Bruch mit der unter dem BAT übli­chen Lauf­zeit der Ent­gelt­ta­rif­ver­trä­ge von i.d.R. zwölf Mona­ten (…) In den 15 Jah­ren seit 2005 haben nur sie­ben Tarif­run­den statt­ge­fun­den. Die Mit­glie­der der Orga­ni­sa­ti­on haben jedoch für jede die­ser Tarif­run­den immer die­sel­be For­de­rung nach zwölf­mo­na­ti­ger Lauf­zeit auf­ge­stellt. (…) Nun ver­han­deln wir in 2020 ange­sichts der am Hori­zont auf­zie­hen­den Kri­se, ange­sichts der »Schul­den­brem­se«, der »Schwar­zen Null« und der Kon­kur­renz im Wett­be­werbs­fö­de­ra­lis­mus. Es muss in der kom­men­den Tarif­run­de – unge­ach­tet der tabel­len­wirk­sa­men For­de­run­gen – des­halb um zwei grund­sätz­li­che Beschlüs­se gehen: 1. Kei­ne Lauf­zeit von mehr als 12 Mona­ten als Bestand­teil der For­de­rung, 2. kei­ne Abwei­chung der Ver­hand­lungs- und Tarif­kom­mis­si­on von die­ser For­de­rung. Die Orga­ni­sa­ti­on und ihre Mit­glie­der müs­sen hand­lungs­fä­hig wer­den und sein, um schnell neue Ver­hand­lun­gen auf­neh­men zu kön­nen. Zudem wäre dann im Jahr 2021 wie­der die gemein­sa­me Tarif­ver­hand­lung des öffent­li­chen Diens­tes in Bund, Län­dern und Kom­mu­nen und die Anglei­chung der Län­der an das Niveau im Bereich der VKA mög­lich…” Bei­trag zur Dis­kus­si­on in der Gewerk­schaft vom Febru­ar 2020 von eini­gen ver.di-Vertrauensmännern 

Der Bei­trag Tarif­run­de 2020 im öffent­li­chen Dienst für Bund und Kom­mu­nen erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More