[labournet:] [#Pflexit] DBfK-Umfrage: 35% der Pflegenden erwägen Berufsausstieg

Dossier

Die perfekte Pflegerin hat 10 Hände...Mehr als jeder drit­te Pfle­gen­de (35,2 %) hat in den ver­gan­ge­nen 12 Mona­ten dar­über nach­ge­dacht, den Beruf auf­zu­ge­ben und eine ande­re Tätig­keit zu begin­nen. Rund 40% erwä­gen, den Arbeit­ge­ber zu wech­seln. Dies sind zen­tra­le Ergeb­nis­se einer Online-Umfra­ge des Deut­schen Berufs­ver­ban­des für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK). (…) Die Anga­ben der Befrag­ten zu Wech­sel­ge­dan­ken und Berufs­aus­stieg sei­en laut DBfK ein “dra­ma­ti­scher Befund.” Vor dem Hin­ter­grund des bereits heu­te gra­vie­ren­den Per­so­nal­man­gels in der Pfle­ge und dem stei­gen­den Bedarf an Pfle­ge­fach­per­so­nen sei­en die Befra­gungs­er­geb­nis­se “besorg­nis­er­re­gend” und soll­ten Ver­ant­wort­li­che in Poli­tik und Unter­neh­men dazu ver­an­las­sen, ihre “bis­he­ri­gen Stra­te­gien zu über­den­ken.”…” Bei­trag von Ste­phan Lücke vom 11.04.2019 bei Biblio­med externer Link zur Umfra­ge des Deut­schen Berufs­ver­ban­des für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK) externer Link. Sie­he dazu:

  • Befra­gung zur Arbeits­zu­frie­den­heit: Arbeits­be­din­gun­gen und Gehalt trei­ben Pfle­gen­de aus dem Beruf New
    “Pro­fes­sio­nell Pfle­gen­de sind zwar höchst zufrie­den mit ihrer pfle­ge­ri­schen Tätig­keit, aller­dings sehr unzu­frie­den mit den aktu­el­len Arbeits­be­din­gun­gen. Das ver­deut­li­chen gleich 2 Umfra­gen: von der Pfle­ge­kam­mer Schles­wig-Hol­stein externer Link und der Pfle­ge­kam­mer Rhein­land-Pfalz. In den Ergeb­nis­sen spie­ge­le sich einer­seits der täg­li­che Spa­gat wider zwi­schen dem eigent­lich gelieb­ten Beruf und einem hohen Ethos sowie ande­rer­seits den wid­ri­gen Umstän­den der Berufs­aus­übung, teil­te der Deut­sche Berufs­ver­band für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK) Nord­west mit. Dass allein fast 2.000 Pfle­ge­fach­per­so­nen für die Befra­gung in Schles­wig-Hol­stein teil­ge­nom­men haben, zei­ge ihr Bedürf­nis, über ihre beruf­li­che Situa­ti­on Aus­kunft zu geben. Eine “über­ra­schend hohe Anzahl” der Befrag­ten tra­ge sich aktu­ell mit dem Gedan­ken, aus dem Beruf aus­zu­stei­gen. Dies zeig­ten die uner­war­tet aus­führ­li­chen Ein­tra­gun­gen in den ergän­zen­den Frei­fel­dern der Befra­gung, heißt es in dem Pro­jekt­be­richt der Hoch­schu­le für Wirt­schaft und Gesell­schaft Lud­wigs­ha­fen, die mit der Eva­lua­ti­on von der Pfle­ge­kam­mer beauf­tragt wur­de, und den Biblio­med­Pfle­ge vor Ver­öf­fent­li­chung ein­se­hen konn­te. Viel­fach fän­den sich Hin­wei­se, dass hier­für der Lei­dens­druck unter den der­zeit herr­schen­den Arbeits­be­din­gun­gen, das belas­te­te Berufs­ethos und das Gefühl feh­len­der Wert­schät­zung den Aus­schlag gäben. Auch die mone­tä­re Ent­loh­nung wer­de als zu nied­rig gese­hen. Die Situa­ti­on ver­schär­fe sich durch die Tat­sa­che, dass aktu­ell der Alters­durch­schnitt der Pfle­ge­fach­per­so­nen 45 Jah­re beträgt, und spit­ze sich noch zu, da eine “nicht uner­heb­li­che Anzahl”“ der Befrag­ten ange­be, auf­grund gesund­heit­li­cher Pro­ble­men bereits akut beein­träch­tigt zu sein. (… ) “Die Befra­gung zeigt deut­lich, dass die über­wie­gen­de Mehr­heit der Pfle­ge­fach­per­so­nen ihrem Beruf posi­tiv gegen­über­steht und sie pfle­ge­ri­sche Tätig­kei­ten gern aus­üben. Neben dem Gehalt müs­sen sich aber die Arbeits­be­din­gun­gen deut­lich ver­bes­sern, damit Pfle­gen­de so arbei­ten kön­nen, dass sie sich auf das Wesent­li­che in der pro­fes­sio­nel­len Pfle­ge kon­zen­trie­ren kön­nen. Neben einer Per­so­nal­aus­stat­tung, die den ent­spre­chen­den pfle­ge­wis­sen­schaft­li­chen Stan­dards ent­spricht, sind auch neue Arbeits­zeit­mo­del­le, eine moder­ne Orga­ni­sa­ti­ons­kul­tur sowie die Neu­or­ga­ni­sa­ti­on der inter­pro­fes­sio­nel­len Auf­ga­ben­tei­lung wich­ti­ge Bau­stei­ne, um ein Aus­blu­ten der pro­fes­sio­nel­len Pfle­ge in Deutsch­land zu ver­hin­dern”, sag­te Kam­mer­prä­si­dent Mar­kus Mai in der ver­gan­ge­nen Woche.“ Bei­trag von Nadi­ne Mil­lich vom 18.08.2020 bei Biblio­med­Pfle­ge externer Link
  • Pfle­ge nach Coro­na: Der Exo­dus wird kom­men 
    Wird es mit der Öko­no­mi­sie­rung sozia­ler Arbeit nach der Pan­de­mie auf­hö­ren? Unser Autor – der auch Pfle­ger ist – hat wenig Hoff­nung. (…) Ich erwar­te eine bal­di­ge Rezes­si­on und damit auch eine Beschnei­dung finan­zi­el­ler Mit­tel im Sozia­len. Damit ein­her­ge­hend erwar­te ich eine Ver­schär­fung der Pro­fes­sio­na­li­sie­rungs­de­bat­te. Sozia­le Arbeit soll effek­ti­ver und mess­ba­rer wer­den, das heißt mehr Büro­kra­tie, mehr Hier­ar­chie. Das wird zulas­ten der Men­schen gehen, die Hil­fe brau­chen. Und die­se Men­schen­grup­pe wird grö­ßer wer­den. Von den Sozialarbeiter:innen wird nur wenig Wider­spruch kom­men: An den Hoch­schu­len wird das Pro­fes­sio­na­li­sie­rungs­dog­ma schon seit Jah­ren gelehrt. Eini­ge weni­ge im Sozia­len wer­den sich poli­ti­sie­ren und dann man­gels Struk­tu­ren in der gro­ßen Nor­ma­li­sie­rungs­müh­le, die das Sozi­al­we­sen ist, auf­ge­raucht wer­den. Ich erwar­te schon für die nahe Zukunft einen Exo­dus der Mitarbeiter:innen, die in den Kri­sen­zei­ten am enga­gier­tes­ten waren. Ins­ge­samt erwar­te ich eine noch stär­ke­re sozi­al­dar­wi­nis­ti­sche Aus­rich­tung des Dis­kur­ses. Es wird sehr viel mehr über die Ret­tung des Wirt­schafts­sys­tems gespro­chen als über die Ret­tung von Men­schen­le­ben. Die Infek­ti­ons­ra­te auf unter 1 zu sen­ken geschieht mit dem Ziel, das Gesund­heits­sys­tem nicht zu über­las­ten, über eine Aus­rot­tung des Virus wie in Neu­see­land wird nicht ein­mal nach­ge­dacht. Eine Gesell­schaft zu ent­wi­ckeln, die die Men­schen vor Anste­ckung schützt, wird, wenn über­haupt, nur am Ran­de dis­ku­tiert. Dass auch bei einer Infek­ti­ons­ra­te von 1 vie­le Men­schen an dem Virus ster­ben wer­den, wird ein­fach hin­ge­nom­men: wer stirbt, war ohne­hin nicht zu ret­ten, wird es hei­ßen. Ich erwar­te, dass der bereits tief ver­an­ker­te Fata­lis­mus im Sozia­len wei­ter um sich greift. Und ich erwar­te, dass sich noch mehr Pfle­gen­de die­sem Fata­lis­mus ent­zie­hen, indem sie sich in eine unpo­li­ti­sche, obsku­ran­tis­ti­sche Traum­welt von Ver­schwö­rungs­theo­rien, Eso­te­rik und rechts­las­ti­ger Pro­pa­gan­da flüch­ten...” Kom­men­tar von Fré­dé­ric Valin vom 1.5.2020 in der taz online externer Link
  • Sie­he bei Twit­ter die Debat­te unter #Pfle­xit
  • Sie­he auch unser Dos­sier: Über­las­tung treibt Kran­ken­pfle­ge­kräf­te in die Leih­ar­beit

Der Bei­trag [#Pfle­xit] DBfK-Umfra­ge: 35% der Pfle­gen­den erwä­gen Berufs­aus­stieg erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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