[labournet:] Überlastung treibt Krankenpflegekräfte in die Leiharbeit

Dossier

Aufkleber "Leiharbeit verbieten" von Kollegen der Daimler-Werke Wörth und BremenImmer mehr Kran­ken­pfle­ger wech­seln von ihrer Fest­an­stel­lung in die Leih­ar­beit, weil sie sich als fes­te Kräf­te über­las­tet füh­len. Das erga­ben Recher­chen von NDR 1 Nie­der­sach­sen und “Hal­lo Nie­der­sach­sen”. Offen­bar sind die Arbeits­be­din­gun­gen in den Kli­ni­ken mitt­ler­wei­le so schlecht, dass vie­le Kran­ken­pfle­ge­kräf­te nur noch den Weg in die Leih­ar­beit sehen, weil sie sich so bes­ser vor Mehr­ar­beit geschützt sehen. (…) Bri­git­te Horn von der Gewerk­schaft ver.di in Han­no­ver beob­ach­tet die­se Ent­wick­lung bereits seit eini­gen Mona­ten. Sie spricht im Inter­view mit dem NDR sogar von einem Trend und einem neu­en Phä­no­men in der Kran­ken­pfle­ge. Die Kli­ni­ken sei­en mitt­ler­wei­le in der Pfle­ge auf Leih­ar­bei­ter ange­wie­sen, sagt Hel­ge Engel­ke, Direk­tor der Nie­der­säch­si­schen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft. (…) Die­sen Trend bemerkt auch eine Leih­ar­beits­fir­ma, die Pfle­ge­kräf­te aus­leiht: Der­zeit stei­ge die Zahl der ver­mit­tel­ten medi­zi­ni­schen Fach­kräf­te jähr­lich um 15 Pro­zent, sagt Tho­mas Piet­ru­schin­ski, Geschäfts­füh­rer von Pluss Per­so­nal­ma­nage­ment in Han­no­ver. 80 Pro­zent der Bewer­ber haben zuvor fest ange­stellt in einem Kran­ken­haus gear­bei­tet, so eine Dis­po­nen­tin der Fir­ma. (…) Auch offi­zi­el­le Zah­len bele­gen die hohe Arbeits­be­las­tung als Grund für die Flucht in die Leih­ar­beit…” NDR-Pres­se­mit­tei­lung vom 18.06.2017 externer Link – dar­in kei­ne Rede davon, daß die Kli­ni­ken pla­nen, die Arbeits­be­din­gun­gen zu ver­bes­sern… Sie­he dazu:

  • Ange­stell­te Pfle­ge­kräf­te sehen die Zusam­men­ar­beit mit Pfle­gen­den in Zeit­arbeit deut­lich kri­ti­scher als die Zeit­ar­beits­kräf­te New
    Das geht aus einer Online-Umfra­ge her­vor, die die Pfle­ge­kam­mer Nie­der­sach­sen zwi­schen Sep­tem­ber und Novem­ber 2019 in Zusam­men­ar­beit mit dem Deut­schen Insti­tut für ange­wand­te Pfle­ge­for­schung (dip) durch­ge­führt hat. Von den 2.662 Mit­glie­dern der Kam­mer, deren Ant­wor­ten aus­ge­wer­tet wur­den, arbei­te­ten 86 Pro­zent als Ange­stell­te und vier Pro­zent als Zeit­ar­bei­ter. 70 Pro­zent der ange­stell­ten Pfle­ge­kräf­te sind dem­nach der Ansicht, dass die Arbeits­be­las­tung für fest­an­ge­stell­te Pfle­ge­kräf­te mit dem Ein­satz von Zeit­ar­beit­neh­mern bei der Orga­ni­sa­ti­on von Arbeits­struk­tu­ren und ‑pro­zes­sen steigt. Die­se Sicht­wei­se ver­tra­ten hin­ge­gen nur 29 Pro­zent der Zeit­ar­beits­kräf­te. (…) Als Grün­de, in der Zeit­ar­beit zu arbei­ten, nann­ten die Befrag­ten vor allem eine bes­se­re Bezah­lung (55 Pro­zent), selbst­be­stimm­te und fle­xi­ble­re Arbeits­zei­ten (51 Pro­zent) sowie das Ver­mei­den eines spon­ta­nen Ein­sprin­gens bei Dienst­plan­än­de­run­gen (47 Pro­zent). Grün­de, nicht als Zeit­ar­bei­ter tätig zu sein, sind für die Befrag­ten die dau­er­haf­te Zuge­hö­rig­keit zu einem fes­ten Pfle­ge­team (69 Pro­zent) sowie der fes­te Dienst­ort (68 Pro­zent).” Mel­dung vom 24. August 2020 beim Ärz­te­blatt online externer Link – ein wei­te­rer Beleg dafür, dass nicht die Leih­ar­beit gut ist, son­dern wie schlimm die regu­lä­ren Arbeits­be­dinun­gen sind! Sie­he aktu­ell dazu: Pfle­ge­be­ru­fe: Nach wie vor ver­die­nen Pfle­ge­kräf­te unter­durch­schnitt­lich
  • Aus der mal nicht ein­deu­ti­gen Welt der Leih­ar­beit. In der Pfle­ge. Oder: Wenn aus­nahms­wei­se Arbeit­ge­ber vor Leih­ar­bei­tern geschützt wer­den sol­len 
    “… Die­ses nach­voll­zieh­bar schlech­te Bild von Leih­ar­beit wur­de in den ver­gan­ge­nen Mona­ten aber durch eine sicher vie­le Beob­ach­ter erst ein­mal irri­tie­ren­de Bericht­erstat­tung erschüt­tert, bei der auf ein­mal hin­sicht­lich der Arbeit­neh­mer von einer „Flucht in die Leih­ar­beit“ und deut­lich bes­se­ren Arbeits­be­din­gun­gen als für die Stamm­be­schäf­tig­ten der ent­lei­hen­den Unter­neh­men gespro­chen wur­de. Kon­kret geht es dabei um Pfle­ge­kräf­te. Zuwei­len wur­de in den ver­gan­ge­nen Mona­ten der Ein­druck erweckt, als ob Heer­scha­ren von Pfle­ge­kräf­ten die Stamm­be­leg­schaf­ten der Kran­ken­häu­ser, Pfle­ge­hei­me und Pfle­ge­diens­te ver­las­sen und bei Leih­ar­beits­fir­men anheu­ern. Ganz so ist es natür­lich auch nicht. Die Beschäf­ti­gung von Leiharbeiter/​innen in der Pfle­ge steigt, lag aber im ver­gan­ge­nen Jahr immer noch nied­ri­ger als die Leih­ar­beit bei allen Beschäf­tig­ten. Wäh­rend in der Pfle­ge gut zwei Pro­zent der Beschäf­tig­ten Leih­ar­bei­ter sind, sind es in der Gesamt­wirt­schaft fast drei Pro­zent. Offen­sicht­lich gibt es eini­ge inter­es­san­te Beson­der­hei­ten der Inan­spruch­nah­me von Leih­ar­beit in der Pfle­ge. Und die bestehen nicht nur dar­in, dass es anschei­nend für eini­ge Pfle­ge­kräf­te attrak­ti­ver ist, statt einer Fest­an­stel­lung bei­spiels­wei­se in einem Pfle­ge­heim eine Tätig­keit in der Leih­ar­beit vor­zu­zie­hen. Letzt­end­lich kön­nen die Leih­ar­beits­kräf­te in der Pfle­ge – anders als in ande­ren, „klas­si­schen“ Ein­satz­be­rei­chen der Arbeit­neh­mer­über­las­sung, wo sie als hoch fle­xi­ble Rand­be­leg­schaft, die man jeder­zeit ent­sor­gen kann -, von einem beson­ders aus­ge­präg­ten Ungleich­ge­wicht zuun­guns­ten der Arbeit­ge­ber pro­fi­tie­ren, denn der ekla­tan­te Per­so­nal­man­gel führt dazu, dass man hier auf die Leih­ar­beits­kräf­te zur Auf­recht­erhal­tung des Nor­mal­be­triebs ange­wie­sen ist, weil man kei­ne oder zu weni­ge Arbeits­kräf­te für die „nor­ma­le“ Beschäf­ti­gung fin­det, aber auf­grund der Per­so­nal­vor­ga­ben gezwun­gen ist, bei­spiels­wei­se eine bestimm­te Anzahl an Pfle­ge­fach­kräf­ten vor­zu­hal­ten. (…) Dem auf­merk­sa­men Leser wird nicht ent­gan­gen sein, dass bei dem Ver­such, ein mög­li­ches Ver­bot der Leih­ar­beit in der Pfle­ge zu begrün­den, nicht von angeb­li­chen oder tat­säch­li­chen Miss­stän­den bei den Leih­ar­bei­tern selbst die Rede ist, son­dern die Sor­gen und der Unmut der Arbeit­ge­ber, also der ent­lei­hen­den Unter­neh­men, steht hier im Zen­trum. Und dazu passt dann die­ses Zitat: „Die Zunah­me der Leih­ar­beit setzt das Stamm­per­so­nal unter Druck, gefähr­det den sozia­len Frie­den und plün­dert die Pfle­ge­bran­che letzt­lich aus“, sagt etwa Her­bert Mau­el. Er ist Geschäfts­füh­rer des Bun­des­ver­bands pri­va­ter Anbie­ter sozia­ler Diens­te (bpa). (…) Inso­fern ist die For­de­rung nach einem Ver­bot der Arbeit­neh­mer­über­las­sung in der Pfle­ge als eine Art Schüt­zen­hil­fe für die Arbeit­ge­ber zu ver­ste­hen, die natür­lich not amu­sed sind, dass hier eine Exit-Opti­on für Pfle­ge­kräf­te besteht und die schlicht­weg die schlech­te­ren Kar­ten im Spiel haben auf­grund der gene­rel­len Man­gel­si­tua­ti­on in der Pfle­ge. Außer­dem haben sie natür­lich erheb­li­che zusätz­li­che Kos­ten zu tra­gen, wenn sie gezwun­gen sind, auf Leih­ar­beits­kräf­te zurück­zu­grei­fen. Dar­auf kann man mit einem Ver­bot der Leih­ar­beit zu reagie­ren ver­su­chen im Sin­ne einer Hil­fe­stel­lung für die Arbeit­ge­ber – aber man muss eben auch zur Kennt­nis neh­men, dass man damit einen über­schau­ba­ren Bereich von Leih­ar­beit stran­gu­lie­ren wür­de, in dem das Pen­del zuguns­ten der Leih­ar­beit­neh­mer aus­ge­schla­gen ist…“ Bei­trag von Ste­fan Sell vom 23.01.2020 bei Aktu­el­le Sozi­al­po­li­tik externer Link
  • Ber­lin: Leih­ar­beit soll abge­setzt wer­den. Ein Maß­nah­men­plan will Ver­sor­gungs­qua­li­tät und Pati­en­ten­si­cher­heit gewähr­leis­ten 
    Bis zu 30 Pro­zent der Beleg­schaf­ten in Ber­li­ner Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen kom­men zu Spit­zen­zei­ten aus der Leih­ar­beit. Das kann hei­ßen: Bis zu 30 Pro­zent der Mitarbeiter*innen auf einer Sta­ti­on ken­nen sich dort bis auf die erhal­te­ne Kurz­ein­wei­sung nicht aus, über­neh­men kei­ne Auf­ga­ben, die mit Ver­ant­wor­tung in Ver­bin­dung ste­hen – Doku­men­ta­ti­on, Orga­ni­sa­ti­on, Bestel­lun­gen. Sie arbei­ten auch nicht in Nacht­schich­ten. »Beson­ders hoch ist die Lea­sing­quo­te im hoch spe­zia­li­sier­ten Bereich der Pfle­ge, da kann es einem ganz anders wer­den«, sagt Judith Hee­pe, Pfle­ge­di­rek­to­rin der lan­des­ei­ge­nen Cha­ri­té. Am Mon­tag wur­de die Leih­ar­beit in der Pfle­ge in der Senats­ver­wal­tung für Sozia­les bei einem gemein­sa­men Pres­se­ter­min von füh­ren­den Akteu­ren der Ber­li­ner Pfle­ge­bran­che behan­delt. Ein seit andert­halb Jah­ren bestehen­des Fach­gre­mi­um unter der Ägi­de von Pfle­ge­se­na­to­rin Dilek Kalay­ci (SPD) stell­te dabei sei­ne Unter­su­chun­gen zum The­ma vor. Mit dem vor­läu­fi­gen Ergeb­nis: »Leih­ar­beit in den Ber­li­ner Ein­rich­tun­gen ist eines unser größ­ten Pro­ble­me«, sagt Marc Schrei­ner, Geschäfts­füh­rer der Ber­li­ner Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (BKG). Schrei­ner for­dert, das mas­si­ve Lea­sing in den Pfle­ge­ein­rich­tun­gen »zurück­zu­drän­gen«. Gelin­gen kann das sei­ner Ansicht nach mit einer regio­na­len ber­lin­ei­ge­nen Vari­an­te der bun­des­weit gestar­te­ten »Kon­zer­tier­ten Akti­on Pfle­ge«. (…) Der Zurück­wei­sung der Leih­ar­beit kommt dabei eine beson­de­re Rol­le zu. In den 1990er Jah­ren als Mit­tel ein­ge­setzt, um hohe Arbeits­lo­sen­zah­len zu ver­rin­gern, beherrsch­ten Zeit­ar­beits­fir­men mitt­ler­wei­le qua­si den Markt, erklärt Tho­mas Meiß­ner vom Anbie­ter­ver­band qua­li­täts­ver­bun­de­ner Gesund­heits­ein­rich­tun­gen. Sta­tio­nä­re Ein­rich­tun­gen sei­en erpress­bar, weil ihnen auf­grund des Fach­kräf­te­man­gels kei­ne Wahl blei­be, als auf Lea­sing-Kräf­te zurück­zu­grei­fen. Mit fata­len Fol­gen: Die Lea­sing-Fir­men wür­den Prei­se und Arbeits­zei­ten dik­tie­ren, hiel­ten sich aber umge­kehrt kaum an ver­trag­li­che Zusa­gen, so Meiß­ner…” Arti­kel von Clau­dia Krieg vom 16.12.2019 beim ND online externer Link, sie­he dazu:
    • Die Dro­hung der Ber­li­ner Gesund­heits­se­na­to­rin wirkt: Um ein Ver­bot für die Pfle­ge zu ver­hin­dern, will der größ­te Ver­mitt­ler Löh­ne von Lea­sing­kräf­ten begren­zen
      “.. Deutsch­lands größ­te Ver­mitt­lungs-Platt­form für Pfle­ge­kräf­te plant nun eine Preis­ober­gren­ze für alle mit ihr koope­rie­ren­den Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men. Dem­nach sol­len die Löh­ne für geleas­te Pfle­ge­kräf­te, von einem klei­nen Fle­xi­bi­li­täts­bo­nus abge­se­hen, in Ber­lin nicht mehr höher lie­gen als das Tari­fent­gelt für das Stamm­per­so­nal. Die SPD-Poli­ti­ke­rin zeig­te sich davon am Mitt­woch aller­dings wenig beein­druckt. Sie setzt wei­ter auf eine Bun­des­rats­in­itia­ti­ve, um die zuneh­men­de Leih­ar­beit in Kran­ken­häu­sern zu unter­bin­den. Ziel der Lohn­de­cke­lung sei es, „die in Tei­len über­höh­ten Prei­se für Leih­ar­beit auf ein adäqua­tes Maß zu redu­zie­ren“ (…) Die Preis­ober­gren­ze, die sei­ne Platt­form nun ein­zie­hen will, soll ab März 2020 gel­ten – und zwar für sämt­li­che über InSi­tu ver­mit­tel­ten Zeit­ar­beits­an­ge­bo­te im Bereich Pfle­ge. Die Anpas­sung wer­de „schritt­wei­se inner­halb von zehn Mona­ten“ erfol­gen, so Muschal­le. (…) Mit der Ber­li­ner Gesund­heits­se­na­to­rin ist der Vor­stoß nicht abge­stimmt. Die SPD-Poli­ti­ke­rin hat­te Ende des ver­gan­ge­nen Jah­res ange­kün­digt, eine Bun­des­rats-Initia­ti­ve zur Ein­däm­mung von Leih­ar­beit in der Pfle­ge zu wol­len. „Wir blei­ben dabei: Leih­ar­beit und Pfle­ge ver­tra­gen sich grund­sätz­lich nicht“, sag­te Kalay­ci am Mitt­woch dem Tages­spie­gel Back­ground. Der Antrag für die Bun­des­rats­in­itia­ti­ve wer­de im Febru­ar erst im Ber­li­ner Senat und dann in der Län­der­kam­mer ein­ge­bracht…“ Arti­kel von Rai­ner Wor­atsch­ka vom 23.01.2020 beim Tages­spie­gel online externer Link
    • [Ber­lin] Maß­nah­men­pa­ket gegen Leih­ar­beit in der Pfle­ge 
      Der Per­so­nal­man­gel in der Pfle­ge trifft Kran­ken­häu­ser eben­so wie Lang­zeit- und ambu­lan­te Pfle­ge­diens­te. Zur Sicher­stel­lung der Ver­sor­gung müs­sen die Ein­rich­tun­gen „immer häu­fi­ger“ auf Zeit­ar­beits­kräf­te zurück­grei­fen, heißt es in einer Mit­tei­lung der Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit, Pfle­ge und Gleich­stel­lung. „Das stei­gert unwei­ger­lich die Belas­tung des Stamm­per­so­nals. Es ent­steht die Gefahr einer Redu­zie­rung der Pati­en­ten­si­cher­heit und der Pfle­ge­qua­li­tät.“ Gemein­sam mit Akteu­ren der Ber­li­ner Gesund­heits- und Pfle­ge­bran­che hat Pfle­ge­se­na­to­rin Dilek Kalay­ci (SPD) des­halb ein Maß­nah­men­pa­ket zur Ein­däm­mung der Leih­ar­beit in der Pfle­ge geschnürt. Dar­in ent­hal­ten ist unter ande­rem ein Gut­ach­ten, das das Land mit der Cha­ri­té anfer­ti­gen will zur „Prü­fung der Aus­wir­kun­gen der Leih­ar­beit auf die Pfle­ge­qua­li­tät und Ver­sor­gungs­si­cher­heit“. Außer­dem will Ber­lin im Bun­des­rat eine Initia­ti­ve zur gene­rel­len Unter­bin­dung der Arbeit­neh­mer­über­las­sung im Pfle­ge- und Kran­ken­haus­be­reich ergrei­fen und Eck­punk­te eines Rah­men­über­las­sungs­ver­trags für Zeit­ar­beits­fir­men for­mu­lie­ren. Zudem plant Kalay­ci, eine gene­rel­le Unter­bin­dung von Leih­ar­beit in die Rah­men­ver­trä­ge Pfle­ge fest­zu­schrei­ben. (…) Marc Schrei­ner, Geschäfts­füh­rer der Ber­li­ner Kran­ken­haus­ge­sell­schaft, beschrieb die der­zei­ti­ge Situa­ti­on in den Kli­ni­ken so: Sie zahl­ten Mil­lio­nen Euro an Per­so­nal­dienst­leis­ter für die Zeit­ar­beit­neh­mer statt direkt für Pfle­ge­kräf­te und für die Ver­bes­se­rung in der Ver­sor­gung. „Das belas­tet die Kli­ni­ken umso mehr, seit­dem die voll­stän­di­ge Refi­nan­zie­rung der soge­nann­ten Stär­kung des Pfle­ge­per­so­nals durch Bun­des­mit­tel nicht mehr garan­tiert ist“, sag­te Schrei­ner. Eine enge pro­zen­tua­le Begren­zung und star­ke Ein­däm­mung der Leih­ar­beit in Kran­ken­häu­sern sei drin­gend nötig…” Mel­dung vom 08.01.2020 bei Sprin­ger Pfle­ge externer Link
    • Den Teu­fels­kreis durch­bre­chen. Clau­dia Krieg fin­det, Leih­ar­beit gehört abge­schafft
      Leih­ar­beit stel­le das Gemein­wohl auf den Kopf, hieß es bei der Ele­fan­ten­run­de der Ber­li­ner Pfle­ge­bran­che am Mon­tag. Das tut sie ganz sicher, denn vie­le Mitarbeiter*innen wäh­len die­sen Weg, um sich selbst aus Arbeits­be­din­gun­gen zu befrei­en, die sie als unfle­xi­bel, schlecht bezahlt und über­for­dernd erle­ben – sie wäh­len den indi­vi­du­el­len Frei­raum statt einer gemein­schaft­lich zu erstrei­ten­den Ver­bes­se­rung, die dann für alle Mitarbeiter*innen und lang­fris­tig gilt. Men­schen, die sich ent­schie­den haben, in der Pfle­ge zu arbei­ten, wird es bei einem sol­chen Schritt in der Regel nicht zual­ler­erst dar­um gehen, einen per­sön­li­chen Vor­teil zu erhei­schen, son­dern dar­um, dort Halt zu bekom­men, wo sie sich mit ihren Schwie­rig­kei­ten allein­ge­las­sen füh­len. Man kann das als unso­li­da­risch bezeich­nen, aber täte bes­ser dar­an, das Prin­zip zu kri­ti­sie­ren, das Men­schen dazu bringt, für eine Zeit­ar­beits­fir­ma zu arbei­ten. Ein Arbeits­be­reich wird dadurch sys­te­ma­tisch so aus­ge­blu­tet, dass die ihm zugrun­de lie­gen­de Mensch­lich­keit auf der Stre­cke bleibt. (…) Die Leih­ar­beit ist Teil des kapi­ta­lis­ti­schen Teu­fels­krei­ses, der die Ware Arbeits­kraft wohl­feil anbie­tet und die Trä­ger die­ser Ware sogar noch so weit hofiert, dass sie den Ein­druck gewin­nen, es gin­ge ihnen damit bes­ser. Durch­bre­chen kann man die­sen Teu­fels­kreis poli­tisch nur gemein­sam – aber das wird dau­ern.” Kom­men­tar von Clau­dia Krieg vom 16.12.2019 beim ND online externer Link
  • Bes­se­re Bezah­lung und mehr Mit­spra­che machen Zeit­ar­beit für Pfle­ge­kräf­te attrak­tiv. Eine Bun­des­rats­in­itia­ti­ve will Leih­ar­beit jedoch ver­bie­ten – weil sie zu teu­er sei 
    “Ich bin Leih­ar­bei­te­rin aus Über­zeu­gung”, sagt Nata­scha Elgnow­ski. Die exami­nier­te Alten­pfle­ge­rin hat sich bewusst für die Zeit­ar­beit ent­schie­den. Damit ver­dient sie nicht nur bes­ser, sie hat auch mehr Mit­spra­che bei ihren Arbeits­ein­sät­zen. “Ich muss nicht befürch­ten, in eine Früh­schicht gedrängt zu wer­den, obwohl ich lie­ber Spät­schicht arbei­te. Und ich kann an frei­en Tagen auch nicht zur Arbeit geru­fen wer­den, um für einen erkrank­ten Kol­le­gen ein­zu­sprin­gen”, sagt die 42-Jäh­ri­ge aus Ber­lin. Die Leih­ar­beit mache die Bedin­gun­gen in der Alten­pfle­ge erträg­lich. (….) Das treibt die Prei­se hoch. Arm, aus­ge­beu­tet und den Ver­lei­hern aus­ge­lie­fert, die­ses Bild der Leih­ar­beit gilt für die Pfle­ge nicht. Hier stel­len die Beschäf­tig­ten die Bedin­gun­gen. Doch nun will die Ber­li­ner Gesund­heits­se­na­to­rin Dilek Kalay­ci (SPD) mit einer Bun­des­rats­in­itia­ti­ve Anfang 2020 Leih­ar­beit in der Pfle­ge ver­bie­ten las­sen. Das Ver­bot soll eine wei­te­re Abwan­de­rung von Fach­kräf­ten ver­hin­dern, die Qua­li­tät der Pfle­ge ver­bes­sern und die Ver­sor­gung sowie Pati­en­ten­si­cher­heit gewähr­leis­ten. Denn natür­lich ist eine Zunah­me von Leih­ar­beit auch mit Pro­ble­men ver­bun­den. “Die Zunah­me der Leih­ar­beit setzt das Stamm­per­so­nal unter Druck, gefähr­det den sozia­len Frie­den und plün­dert die Pfle­ge­bran­che letzt­lich aus”, sagt etwa Her­bert Mau­el. Er ist Geschäfts­füh­rer des Bun­des­ver­bands pri­va­ter Anbie­ter sozia­ler Diens­te (bpa). Der Ver­band befür­wor­tet den Vor­stoß der Ber­li­ner Gesund­heits­se­na­to­rin. Mau­el sagt, das fest ange­stell­te Per­so­nal in den Hei­men lei­de, weil sich Leih­ar­bei­te­rin­nen und Leih­ar­bei­ter die Arbeits­zei­ten wün­schen könn­ten und unat­trak­ti­ve Schich­ten etwa am Wochen­en­de oder in der Nacht dann vom Stamm­per­so­nal geleis­tet wer­den müss­ten. Zum ande­ren ent­stün­den wegen der unglei­chen Bezah­lung Neid­de­bat­ten. Auch sei­en die hohen Per­so­nal­kos­ten auf Dau­er nicht zu finan­zie­ren. “Für Zeit­ar­beit wird im Schnitt das 1,9‑Fache auf­ge­ru­fen wie für fest ange­stell­tes Pfle­ge­per­so­nal. Schon jetzt bezah­len die Heim­be­trei­ber die Mehr­kos­ten aus ihren Rück­la­gen…“ Arti­kel von Tina Groll vom 26.11.2019 in der Zeit online externer Link
  • [Zum Lohn­dum­ping erlaubt, als Kon­kur­renz ver­bo­ten?] Ber­li­ner Sena­to­rin Kalay­ci will Leih­ar­beit in der Pfle­ge ver­bie­ten 
    In Pfle­ge­hei­men und Kli­ni­ken fehlt Stamm­per­so­nal – auch, weil Fach­kräf­te von Leih­ar­beits­fir­men abge­wor­ben wer­den. Ber­lin will im Bun­des­rat dage­gen vor­ge­hen. Ber­lins Gesund­heits­se­na­to­rin Dilek Kalay­ci (SPD) will Leih­ar­beit in der Pfle­ge ver­bie­ten las­sen. Anfang 2020 soll Ber­lin dazu eine Bun­des­rats­in­itia­ti­ve star­ten; ein sol­cher Arbeits­markt-Ein­griff ist Bun­des­sa­che. „Wir wer­den dazu auf Bun­des­ebe­ne aktiv wer­den, Genaue­res stel­len Akteu­re und ich aus der Pfle­ge­bran­che dem­nächst vor“, sag­te Kalay­ci dem Tages­spie­gel am Mon­tag. Heim- und Kli­nik­lei­ter berich­ten seit Jah­ren, dass Pfle­ge­kräf­te zuneh­mend Betrie­be ver­lie­ßen und sich von Lea­sing-Fir­men anstel­len las­sen. Die­se zah­len höhe­re Löh­ne, um die knap­per wer­den­den Pfle­ge­kräf­te in den Betrie­ben zu erset­zen. Zudem ver­su­chen Leih­ar­bei­ter, den Nacht- und Wochen­end­schich­ten zu ent­ge­hen…” Arti­kel von Han­nes Hei­ne vom 28.10.2019 beim Tages­spie­gel online externer Link – sie­he dazu:
    • Ange­stell­te gegen Leih­ar­bei­ter. Ber­li­ner Gesund­heits­se­na­to­rin plant Bun­des­rats­in­itia­ti­ve für Ver­bot von Zeit­ar­beit in der Pfle­ge. Frust bei Fest­be­schäf­tig­ten brei­tet sich aus
      Pfle­ger und Pfle­ge­rin­nen haben es nicht leicht: Früh- und Spät­schicht, Wochen­end- und Nacht­dienst, und dann klin­gelt am frei­en Tag noch das Tele­fon mit der Bit­te, für die kran­ke Kol­le­gin ein­zu­sprin­gen. Über­füll­te Sta­tio­nen, Belas­tung und Frust, der ent­steht, wenn man Ver­ant­wor­tung über­neh­men muss für ein Sys­tem, dass einem nicht die Mög­lich­keit gibt, sich wirk­lich um Kran­ke und Pfle­ge­be­dürf­ti­ge zu küm­mern, führt immer mehr Men­schen in der Pfle­ge dazu, sich zu fra­gen, ob sie den fal­schen Beruf gewählt haben und wie sie ihr Leben lang in die­sem Sys­tem arbei­ten sol­len. Wel­che Ein­grif­fe wer­den aber benö­tigt, um das »kaput­te« Gesund­heits­we­sen zu ret­ten und den Beruf von Pfle­ge­kräf­ten attrak­ti­ver zu machen? Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) scheint die­se Fra­ge nicht beant­wor­ten zu kön­nen. Auch des­we­gen ergriff das Land Ber­lin die Initia­ti­ve und kün­dig­te am Diens­tag in Per­son der Ber­li­ner Gesund­heits­mi­nis­te­rin, Dilek Kalay­ci (SPD) an, Anfang 2020 eine Bun­des­rats­in­itia­ti­ve für ein Ver­bot von Leih­ar­beit in der Pfle­ge star­ten zu wol­len. Die Details dazu wer­de sie dem­nächst gemein­sam mit Akteu­ren der Pfle­ge­bran­che vor­stel­len, wie sie dem Tages­spie­gel sag­te. Die Kri­tik der Pri­vat­wirt­schaft ließ nicht lan­ge auf sich war­ten. Die geplan­te Bun­des­rats­in­itia­ti­ve sei euro­pa- und ver­fas­sungs­recht­lich »mehr als bedenk­lich», sag­te Tho­mas Hetz, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Bun­des­ar­beit­ge­ber­ver­ban­des der Per­so­nal­dienst­leis­ter. Das hat gute Grün­de, konn­ten doch Zeit­ar­beits­fir­men bis­lang gutes Geld mit der Ver­mitt­lung von Pfle­ge­kräf­ten machen. Vie­le Pfle­ger und Pfle­ge­rin­nen, die ans Auf­ge­ben dach­ten, wech­sel­ten zu Lea­sing-Fir­men, um ihre Arbeits­zei­ten selbst bestim­men zu kön­nen. (…)Anbie­ter von Alten­pfle­ge­ein­rich­tun­gen und Kran­ken­häu­sern bekla­gen aller­dings, dass die Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men ihnen mit dreis­ten Mit­teln Pfle­ge­kräf­te abwer­ben wür­den, um sie ihnen dann, als Ersatz, wie­der anzu­bie­ten. Die Per­so­nal­not wer­de gezielt aus­ge­nutzt. Und auch die fes­ten Mit­ar­bei­ter fin­den die Son­der­be­hand­lung ihrer Kol­le­gen von Lea­sing-Fir­men nicht beson­ders fair. Leih­ar­bei­ter wür­den Abläu­fe und Bewoh­ner von Pfle­ge­ein­rich­tun­gen nicht ken­nen und sich auch nicht mit der Ein­rich­tung iden­ti­fi­zie­ren, berich­te­te Dani­el Schus­ter, Geschäfts­füh­rer der Unter­neh­mens­grup­pe Pro­cu­rand, die 27 Alten­pfle­ge­ein­rich­tun­gen betreibt, in der FAZ am Mitt­woch. Wei­ter­hin wür­den sie Wunsch­diens­te defi­nie­ren. »Das sorgt für Frust bei den übri­gen Mit­ar­bei­tern.«…” Arti­kel von Eft­hy­mis Ange­lou­dis in der jun­gen Welt vom 31.10.2019 externer Link (im Abo)
    • “Der Ein­satz von Zeit­ar­beits­fir­men in der Pfle­ge ist eine Fehl­ent­wick­lung”. bpa-Prä­si­dent Meu­rer begrüßt Vor­stoß der Ber­li­ner Gesund­heits­se­na­to­rin zur Ein­däm­mung von Leih­ar­beit
      “”Wir begrü­ßen die Initia­ti­ve, Zeit­ar­beit in der Pfle­ge ein­zu­däm­men.” Dies sagt der Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des pri­va­ter Anbie­ter sozia­ler Diens­te e.V. (bpa), Bernd Meu­rer, zum Vor­stoß der Ber­li­ner Gesund­heits­se­na­to­rin Dilek Kalay­ci, die Zeit­ar­beit in der Pfle­ge ver­bie­ten zu las­sen. Bereits in der Kon­zer­tier­ten Akti­on Pfle­ge waren sich alle Betei­lig­ten einig und haben das in die­ser Woche erneut bekräf­tigt. “Der Ein­satz von Zeit­ar­beits­fir­men in der Pfle­ge ist eine Fehl­ent­wick­lung, die kor­ri­giert wer­den muss. Denn er behebt gera­de nicht die Ver­sor­gungs­lü­cken in der Pfle­ge, son­dern ver­schärft die­se”, erklärt Meu­rer wei­ter. Mitt­ler­wei­le wer­ben Zeit­ar­beits­fir­men Pfle­ge­kräf­te in fes­ten Stel­len ab, um sie danach für teu­res Geld an die Pfle­ge­hei­me und Pfle­ge­diens­te zurück zu ver­lei­hen. Das ist ein rei­ner Mit­nah­me­ef­fekt, den letzt­lich die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen bezah­len müs­sen…” Pres­se­mit­tei­lung vom 30.10.2019 beim bpa Arbeit­ge­ber­ver­band e.V. externer Link
    • „Die Pfle­ge­qua­li­tät lei­det unter der Leih­ar­beit“
      Der Huma­nis­ti­sche Ver­band begrüßt den Vor­stoß, Leih­ar­beit in der Pfle­ge zu ver­bie­ten. Andrea Käth­ner-Ise­mey­er, Ver­ant­wort­li­che für Sozia­les beim Ver­band, nennt Grün­de…” Bei­trag vom 31.10.2019 bei wohl​fahrt​in​tern​.de externer Link
  • [Debat­te] Zeit­ar­beit in der Pfle­ge – Kommt die Frem­den­le­gi­on? 
    “Als ich die­sen Arti­kel las „Zeit­ar­bei­ter – resi­gniert und gehetzt“ auf Pfle­ge online externer Link konn­te ich nicht an mir hal­ten. Er unter­stützt die Mär von der bösen Zeit­ar­beit trotz sei­ner teils wagen For­mu­lie­run­gen, dass es ja für ein­zel­ne Akteu­re auch etwas Posi­ti­ves sei. Zusätz­lich kommt er wis­sen­schaft­lich daher aber ohne jeg­li­che Bele­ge. Es wer­den Ver­knüp­fun­gen von Erkennt­nis­sen aus der Stress­for­schung mit Behaup­tun­gen aus dem All­tag von Zeit­ar­bei­tern ver­knüpft, sodass ein Bild geschaf­fen wird, dass Zeit­ar­beit eigent­lich nicht bes­ser ist, als nor­mal auf Sta­ti­on zu arbei­ten. (…) Nun aber zurück zur Leih­ar­beit. Ich möch­te an die­ser Stel­le ein­mal die Absät­ze des Arti­kels durch­ge­hen und kurz beleuch­ten. Wohl­be­merkt, die­se Betrach­tung ist durch mei­ne Ber­li­ner Bril­le gefärbt und nicht mit wis­sen­schaft­li­chen Bele­gen unter­mau­ert, da die­se ein­fach feh­len. Das mit der Ber­li­ner Bril­le beto­ne ich, da ich das Emp­fin­den habe, dass der Ber­li­ner Zeit­ar­beits­markt doch ein ande­rer ist, als im Rest der Repu­blik. (…) „Geschmack von Söld­ner­tum“: Die Autorin geht auf die bes­se­re Bezah­lung für die Arbeit ein und dass den Zeit­ar­bei­tern eine höhe­re Fle­xi­bi­li­tät des Arbeits­or­tes bei gleich­zei­ti­ger bes­se­rer Plan­bar­keit der Schich­ten gebo­ten wird. In die­sem ein­lei­ten­den Absatz wer­den Fra­gen auf­ge­stellt, die im Ver­lauf beant­wor­tet wer­den sol­len. Auf­fäl­lig dabei: die Ant­wort auf die Fra­ge nach dem Söld­ner­tum muss der Leser selbst her­lei­ten, denn es wird ohne Schluss­fol­ge­rung eine Ant­wort im spä­te­ren Ver­lauf prä­sen­tiert. Dabei ist die Ant­wort durch die Fra­ge­stel­lung bereits geklärt, da mit dem eher kri­tisch behaf­te­ten Wort „Söld­ner“ gear­bei­tet wird. Als Söld­ner wird zu meist jemand ver­stan­den, der als Kämp­fer für den Meist­zah­len­den und gewis­sen­los jeden Auf­trag erfüllt und ethi­sche Gren­zen eher über­schrei­ten wür­de als jemand ande­res. Wird an die­ser Stel­le also schon vor­ab das Bild der gefühls- und gewis­sens­lo­sen Pfle­ge­fach­per­son geschaf­fen …“ Bei­trag vom 05.Oktober 2019 von Pfle­ge­arzt im Blog Frau Sofa externer Link und ihre Ant­wort:
    • Ja, ich geste­he, auch ich war lan­ge Zeit bewusst in der Zeit­ar­beit
      “…Bezug­neh­mend auf den aktu­el­len Arti­kel vom Pfle­ge­arzt, ver­öf­fent­licht heu­te, will ich aus mei­ner eige­nen Erfah­rung spre­chen. Denn ich war bewusst Zeit­ar­bei­te­rin, aber nie­mals eine „Söld­ne­rin“! (…) Hät­te sich Frau Dop­pel­feld in ihrem Text auf frei­be­ruf­lich täti­ge Pfle­ge­fach­kräf­te bezo­gen, hät­te ich ihr in die­sem Punkt zuge­stimmt. Lea­sing­kräf­te aber tre­ten nicht mit den Ein­rich­tun­gen in Ver­hand­lun­gen, wenn es um ihre Bezah­lun­gen geht, son­dern dies allein macht der Per­so­nal­dienst­leis­ter, bei dem sie unter Ver­trag ste­hen. Dies wird im AÜG (Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz) gere­gelt. Je nach Qua­li­fi­ka­ti­on und Berufs­er­fah­rung wer­den die Pfle­ge­fach­kräf­te vom Per­so­nal­dienst­leis­ter nach dem aktu­el­len IGZ-Tarif­ver­trag ein­ge­stellt. Die dar­in hin­ter­leg­ten Stun­den­löh­ne sind nied­ri­ger als die der Fest­an­ge­stell­ten. „Auf­ge­motzt“ aber wer­den die Gehäl­ter durch Boni, Zula­gen, Kilo­me­ter­geld und Tages­pau­scha­len. Die Boni sind ver­han­del­bar, alle ande­ren Zah­lun­gen sind fest­ge­schrie­ben. Jede Lea­sing­kraft hat daher augen­schein­lich ein höhe­res Net­to­ein­kom­men, aber da allein das Grund­ge­halt (lt. IGZ-DGB-Tarif) maß­geb­lich für die Sozi­al­ver­si­che­run­gen, ergo auch für die künf­ti­ge Ren­ten­zah­lun­gen ist, zieht hier jede Lea­sing­kraft den schwar­zen Peter. Nun soll­te bei all dem nicht ver­ges­sen wer­den, dass der IGZ-Tarif­ver­trag mit dem DGB (Deut­scher Gewerk­schafts­bund – Dach­ver­band von Ver.di) aus­ge­han­delt wur­de…“ Bei­trag vom 06.Oktober 2019 von Frau Sofa im Blog Frau Sofa externer Link
  • Pfle­gerat for­dert Begren­zung der Leih­ar­beit in der Pfle­ge 
    Der Deut­sche Pfle­gerat beklagt Fehl­ent­wick­lun­gen bei der Leih­ar­beit in der Pfle­ge. „Die durch die rasan­te Ent­wick­lung des Leih­ar­beits­mark­tes in der Pfle­ge beding­ten Fehl­ent­wick­lun­gen gefähr­den die Pati­en­ten­si­cher­heit“, warn­te Prä­si­dent Franz Wag­ner ges­tern. Er for­der­te zeit­nah gesetz­li­che Rege­lun­gen für eine Begren­zung der Leih­ar­beit sowie Maß­nah­men für eine Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen in der Pfle­ge. Zusam­men mit dem Akti­ons­bünd­nis Pati­en­ten­si­cher­heit leg­te der Pfle­gerat ein Posi­tions­papier zur Leih­ar­beit in der Pfle­ge vor. Leih­ar­beit füh­re bei den Mit­ar­bei­tern zum sozia­len Unfrie­den, heißt es dar­in. Das för­de­re wei­te­re Abwan­de­run­gen fest ange­stell­ter Pfle­gen­der. Gefähr­det sehen Pfle­gerat und das Akti­ons­bünd­nis Pati­en­ten­si­cher­heit zudem die Ein­hal­tung der hohen Qua­li­täts­an­for­de­run­gen. Wag­ner for­der­te die Poli­tik unter ande­rem auf, die Zeit­ar­beits­agen­tu­ren dazu zu ver­pflich­ten, die Qua­li­fi­ka­ti­on der befris­te­ten Leih­ar­bei­ter trans­pa­rent zu machen. Wei­ter müs­se es eine Begren­zung des Anteils der befris­te­ten Leih­ar­bei­ter beim Pfle­ge­per­so­nal geben. Ergän­zend wol­len der Pfle­gerat und das Akti­ons­bünd­nis Pati­en­ten­si­cher­heit eine „öffent­li­che Trans­pa­renz über die Leih­ar­beits­quo­te in den ein­zel­nen Ein­rich­tun­gen“…” Mel­dung vom 25. Sep­tem­ber 2019 beim Ärz­te­blatt online externer Link, sie­he dazu:
    • BAP-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Hetz zum Posi­ti­ons­pa­pier des Pfle­gera­tes: „Zeit­ar­beit in der Pfle­ge ist mit einem Anteil von weni­ger als 2% nur eine Rand­er­schei­nung“ Aus der Pres­se­mit­tei­lung vom 25.09.2019 bei BAP externer Link
  • Der Gesetz­ge­ber will Leih­ar­beit in der Pfle­ge „weit­ge­hend ver­hin­dern“. Selbst wenn er woll­te – wie will er das machen? 
    Der­zeit geis­tert immer wie­der die angeb­li­che Bot­schaft durch die Medi­en­welt, der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) wol­le die Leih­ar­beit in der Pfle­ge „ver­bie­ten“. Da geht aller­dings eini­ges durch­ein­an­der. (…)So wur­de der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) bereits im Som­mer des ver­gan­ge­nen Jah­res mit die­sen vor­sich­ti­gen Wor­ten zitiert externer Link: »Die Leih­ar­beit im Pfle­ge­be­reich mache die Din­ge nach Spahns Auf­fas­sung ange­sichts der aktu­el­len Pro­ble­me mit der Stel­len­be­set­zung eher schwie­ri­ger als leich­ter. „Ich hät­te lie­ber weni­ger Leih­ar­beit in der Pfle­ge und mehr Fest­an­ge­stell­te“, sag­te Spahn.« In einem ande­ren Bericht heißt es: »Es müs­se drin­gend jetzt etwas getan wer­den, vor allem gegen die Leih­ar­beit. Denk­bar wäre, über­leg­te Spahn, ein Ver­bot von Leih­ar­beit in unter­be­setz­ten Fach­ar­beits­be­rei­chen – auch wenn dies einen ziem­li­chen Ein­griff bedeu­ten wür­de.« Wobei die dazu gehö­ren­de Über­schrift des Arti­kels – Jens Spahn spricht sich für ein Ver­bot von Leih­ar­beit aus externer Link – dann ange­sichts der kon­kre­ten For­mu­lie­rung des Minis­ters eine nun ja, sehr weit aus­grei­fen­de Inter­pre­ta­ti­on ist. Der Mann weiß sicher, war­um er seman­tisch so her­um­ei­ert bei dem The­ma „Ver­bot der Leih­ar­beit“ in der Pfle­ge. Doch die­se Debat­te geht offen­sicht­lich wei­ter: Gesetz­ge­ber will Leih­ar­beit in der Pfle­ge weit­ge­hend ver­hin­dern externer Link, mel­det nun die Online-Aus­ga­be des Deut­schen Ärz­te­blatts, die Ärz­te Zei­tung berich­tet dazu unter der Über­schrift Spahn gegen Leih­kräf­te in Kli­ni­ken externer Link. Aber wie will er das hin­be­kom­men? Von einem Ver­bot, auf Leih­ar­beit, von ande­ren auch als Zeit­ar­beit oder Arbeit­neh­mer­über­las­sung bezeich­net, ist schon in der Über­schrift kei­ne Rede (mehr). „Weit­ge­hend ver­hin­dern“ – was muss man sich dar­un­ter vor­stel­len? »Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will bei der geplan­ten bes­se­ren Ver­gü­tung der Pfle­ge in den Kran­ken­häu­sern ein Aus­wei­chen auf Leih­ar­bei­ter ver­hin­dern.« Das ist das Ziel. Und wie kann man das errei­chen? Dazu bekom­men wir die­se „Auf­klä­rung“: »Kon­kret sol­len höhe­re Kos­ten, die bei Leih­ar­beits­kräf­ten anfal­len kön­nen, nicht von den Kran­ken­kas­sen refi­nan­ziert wer­den, wie Spahn erläu­ter­te. Dafür soll ein Ände­rungs­an­trag an einem ande­ren Gesetz ange­hängt wer­den, das in die­ser Woche in den Bun­des­tag ein­ge­bracht wird. Über die tarif­ver­trag­li­che Ver­gü­tung hin­aus­ge­hen­de Zusatz­kos­ten und Ver­mitt­lungs­pro­vi­sio­nen bei Leih­per­so­nal sol­len dem­nach nicht im künf­ti­gen „Pfle­ge­bud­get“ berück­sich­tigt wer­den, das die Kas­sen zah­len.« Anders aus­ge­drückt: Es geht eben nicht um ein wie auch immer for­mu­lier­tes expli­zi­tes Ver­bot der Leih­ar­beit in der Pfle­ge, son­dern man will deren Inan­spruch­nah­me ein­däm­men, in dem man auf der Kos­ten- und Finan­zie­rungs­sei­te bei den (poten­zi­el­len) Ent­leih­un­ter­neh­men anzu­set­zen ver­sucht…” Bei­trag vom 24. Sep­tem­ber 2019 von und bei Ste­fan Sell externer Link
  • „Gute Leih­ar­beit“? Zur media­len und tat­säch­li­chen Bedeu­tung der Leih­ar­beit in der Kran­ken- und Alten­pfle­ge
    “Wenn man die letz­ten Jah­re zurück­schaut, dann domi­niert in der Bericht­erstat­tung über die Leih­ar­beit in Deutsch­land eine nega­ti­ve Erzäh­lung. (…) Vor die­sem Hin­ter­grund sind vie­le sicher­lich erst ein­mal über­rascht, wenn sie mit sol­chen Mel­dun­gen kon­fron­tiert wer­den: Pfle­ge­kräf­te flie­hen in die Leih­ar­beit: »In der Leih­ar­beit ist die Arbeits­be­las­tung für Pfle­ge­kräf­te mit­un­ter gerin­ger als bei einer Fest­an­stel­lung … in der Pfle­ge­bran­che wächst die Leih­ar­beit rapi­de.« (…) Zum einen soll­te man also ange­sichts der tat­säch­li­chen Zah­len die Kir­che im Dorf las­sen, zum ande­ren aber gibt es offen­sicht­lich eini­ge inter­es­san­te Beson­der­hei­ten der Inan­spruch­nah­me von Leih­ar­beit in der Pfle­ge. Und die bestehen nicht nur dar­in, dass es offen­sicht­lich für eini­ge Pfle­ge­kräf­te attrak­ti­ver ist, statt einer Fest­an­stel­lung bei­spiels­wei­se in einem Pfle­ge­heim eine Tätig­keit in der Leih­ar­beit vor­zu­zie­hen. (…) Letzt­end­lich kön­nen die Leih­ar­beits­kräf­te in der Pfle­ge anders als in ande­ren, „klas­si­schen“ Ein­satz­be­rei­chen der Arbeit­neh­mer­über­las­sung, wo sie als hoch fle­xi­ble Rand­be­leg­schaft, die man jeder­zeit ent­sor­gen kann, von einem beson­ders aus­ge­präg­ten Ungleich­ge­wicht zuun­guns­ten der Arbeit­ge­ber pro­fi­tie­ren, denn der ekla­tan­te Per­so­nal­man­gel führt dazu, dass man hier auf die Leih­ar­beits­kräf­te zur Auf­recht­erhal­tung des Nor­mal­be­triebs ange­wie­sen ist, weil man kei­ne oder zu weni­ge Arbeits­kräf­te für die „nor­ma­le“ Beschäf­ti­gung fin­det, aber auf­grund der Per­so­nal­vor­ga­ben gezwun­gen ist, bei­spiels­wei­se eine bestimm­te Anzahl an Pfle­ge­fach­kräf­ten vor­zu­hal­ten. Wäh­rend in vie­len ande­ren Berei­chen die Leih­ar­bei­ter zu Recht bekla­gen, dass sie deut­li­cher schlech­ter behan­delt wer­den als die Stamm­be­leg­schaft, die also auf der Son­nen- und sie selbst auf der Schat­ten­sei­te sei­en, wird aus der Pfle­ge von einer umge­kehr­ten Kon­stel­la­ti­on berich­tet – mit hoch pro­ble­ma­ti­schen Rück­wir­kun­gen in die­sem Fall für die Stamm­be­schäf­tig­ten: »Pfle­ge­be­auf­trag­ter Wes­ter­fell­haus beob­ach­tet die­se Ent­wick­lung mit gro­ßer Sor­ge. „Es gibt Hin­wei­se, dass die Qua­li­tät der Pfle­ge durch den Ein­satz von Leih­ar­bei­tern lei­det. Zudem bedeu­tet es für die Ein­rich­tun­gen einen wesent­lich höhe­ren finan­zi­el­len Auf­wand“ … Hin­zu kom­men erheb­li­che Belas­tun­gen für die Fest­an­ge­stell­ten, die immer weni­ger in fes­ten Teams, mit fes­ten Kol­le­gen arbei­ten und durch die dün­ne Per­so­nal­de­cke immer kurz­fris­ti­ger ein­sprin­gen müss­ten.«…” Bei­trag von Ste­fan Sell vom 23. Sep­tem­ber 2019 auf sei­ner Home­page externer Link
  • Nicht ohne Neben­wir­kun­gen: DBfK-Papier zu Leih­ar­beit in der Pfle­ge 
    “Der Deut­sche Berufs­ver­band für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK) hat nun ein 6‑seitiges Impuls­pa­pier ver­öf­fent­licht: „Arbeit­neh­mer­über­las­sung in der Pfle­ge“. Es beschreibt die Ent­wick­lung der Leih­ar­beit in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, nennt aktu­el­le Zah­len, stellt die Ursa­chen der Zunah­me von Arbeit­neh­mer­über­las­sung in Pfle­ge­be­ru­fen dar” So heißt es in dem Impuls­pa­pier des DBfK-Bun­des­vor­stands Ber­lin vom Sep­tem­ber 2019 externer Link u.a.: “…In der Pfle­ge­bran­che bil­de­te die Leih­ar­beit bis vor eini­gen Jah­ren ledig­lich eine Nische ohne gro­ße Bedeu­tung. Lan­ge war sie auch für qua­li­fi­zier­te Pfle­ge­fach­per­so­nen kein attrak­ti­ves Ange­bot. Ein­rich­tun­gen grif­fen nur in der größ­ten Not dar­auf zurück, vie­le mach­ten dabei eher schlech­te Erfah­run­gen und nah­men aus Sor­ge um ihr Unter­neh­men­si­mage schnell wie­der Abstand von einer sol­chen Lösung. Das hat sich inzwi­schen grund­le­gend geän­dert. In der Pfle­ge­bran­che flo­riert die Zeit­ar­beit, das zei­gen die Daten der Bun­des­agen­tur für Arbeit und Berich­te aus Ein­rich­tun­gen – vor allem in den Städ­ten. (…) Auch in der Alten­pfle­ge ist die Zahl der Leih­ar­bei­ter in den letz­ten fünf Jah­ren merk­lich gestie­gen von gut 8.000 auf 12.000 im Jahr 2018. Immer mehr Pfle­ge­kräf­te schei­nen sich der­zeit für eine Beschäf­ti­gung über ein Leih­ar­beits­un­ter­neh­men zu ent­schei­den, da die­se mit über­durch­schnitt­li­chen Löh­nen, Mit­be­stim­mungs­rech­ten bei Dienst­plä­nen und bezahl­ten Über­stun­den wer­ben. Der Anteil der Leih­ar­beit­neh­mer an allen Beschäf­tig­ten in der Pfle­ge ist mit zwei Pro­zent wei­ter­hin gering – jedoch mit stei­gen­der Ten­denz.“ Die Berufs­grup­pe ver­zeich­ne, so heißt es wei­ter, zwi­schen 2014 und 2018 mit 0,7 Pro­zent­punk­ten die stärks­te Zunah­me der Leih­ar­beit an der Gesamt­be­schäf­ti­gung…”
  • BAP-Prä­si­dent Lazay: Ein­schrän­kung der Zeit­ar­beit schafft nicht eine ein­zi­ge Pfle­ge­kraft mehr 
    Zu den For­de­run­gen der Arbeits­grup­pe „Kon­zer­tier­te Akti­on Pfle­ge“ externer Link nach Ein­schrän­kun­gen der Zeit­ar­beit in der Pfle­ge und Betreu­ung, erklärt Sebas­ti­an Lazay, Prä­si­dent des Bun­des­ar­beit­ge­ber­ver­ban­des der Per­so­nal­dienst­leis­ter e. V. (BAP): „Die Beschäf­tig­ten in der Pfle­ge haben nicht nur ver­brief­te Rech­te. Sie haben es vor allem ver­dient, nicht nur als Arbeits­kräf­te wahr­ge­nom­men zu wer­den, son­dern als Men­schen, die eine wert­vol­le Dienst­leis­tung erbrin­gen. Die Pfle­ge kann aber nur dann zukunfts­fä­hig sein, wenn auch die Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten berück­sich­tigt wer­den. Nicht Zwang, nicht Bevor­mun­dung, nicht Ver­bo­te hel­fen wei­ter. Eine Redu­zie­rung der Zeit­ar­beit in der Pfle­ge, wie sie jetzt im Abschluss­be­richt der Arbeits­grup­pe ‚Kon­zer­tier­te Akti­on Pfle­ge‘ gefor­dert wird, schafft nicht eine ein­zi­ge Pfle­ge­kraft mehr. Die Lücke an Pfle­ge­kräf­ten kann so nicht geschlos­sen wer­den, da die Zeit­ar­beits­kräf­te ja bereits in der Pfle­ge tätig sind. Viel­mehr müs­sen wir, die Zeit­ar­beits­bran­che, gemein­sam mit den Pfle­ge-Arbeit­ge­bern dar­an arbei­ten, dass Pfle­ge­be­ru­fe attrak­ti­ver wer­den. (…) Tat­sa­che ist, dass Zeit­ar­beits­kräf­te in der Pfle­ge nahe­zu das Glei­che ver­die­nen wie Stamm­be­schäf­tig­te. Die­se im Wesent­li­chen glei­che Bezah­lung ist poli­tisch gewollt und wird in wei­ten Tei­len der Gesell­schaft auch als gerecht emp­fun­den. Wenn ver­ein­zel­te Pfle­ge-Arbeit­ge­ber und Ver­bän­de hier­aus einen Skan­dal ablei­ten möch­ten und Zeit­ar­beits­kräf­ten nur ein gerin­ge­res Ein­kom­men zubil­li­gen wol­len, dann haben sie die Zei­chen der Zeit ver­kannt. Fakt ist eben­falls, dass die tat­säch­li­chen Zah­len von Zeit­ar­beit­neh­mern in der Pfle­ge und die öffent­li­che Dis­kus­si­on weit aus­ein­an­der­lie­gen. Hier soll­ten Sach­ar­gu­men­te end­lich wie­der über­wie­gen. Denn Zeit­ar­beit in der Pfle­ge ist ein Rand­phä­no­men. Es gehen zwar auch Pfle­ge­kräf­te in die Zeit­ar­beit, aber genau­so wech­seln Zeit­ar­beits­kräf­te aus der Arbeit­neh­mer­über­las­sung in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen…” Pres­se­mit­tei­lung vom 04.06.2019 von und bei Bun­des­ar­beit­ge­ber­ver­band der Per­so­nal­dienst­leis­ter e.V. (BAP) externer Link
  • Pfle­ge­be­ru­fe: Von der Zeit­ar­beit ler­nen. Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men behan­deln die Pfle­ge­kräf­te rela­tiv gut. Ande­re kön­nen von ihnen ler­nen (?) 
    Die Pfle­ge alter Men­schen ist har­te Arbeit: kör­per­lich wie psy­chisch belas­tend, mit vie­len Nacht- und Wochen­end­schich­ten, aber zu einem ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Gehalt. Beson­ders schwie­rig wird es, wenn die Per­so­nal­de­cke in einer Ein­rich­tung so dünn ist, dass stän­dig Über­stun­den und Dop­pel­schich­ten anfal­len. Kein Wun­der, dass vie­le Pfle­ge­kräf­te einen Aus­weg suchen. Über­ra­schen dürf­te aber, dass sie ihn häu­fig aus­ge­rech­net in der Zeit­ar­beit fin­den, gilt die­se doch gemein­hin als Sinn­bild für pre­kä­re Beschäf­ti­gung, für befris­te­te Ver­trä­ge und wenig Geld. Doch die Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men behan­deln die Pfle­ge­kräf­te rela­tiv gut (…) Dass das zu Unmut unter den ohne­hin unter gro­ßem Per­so­nal­man­gel lei­den­den Alten­pfle­ge­ein­rich­tun­gen führt, ist zwar ver­ständ­lich. Doch die Schluss­fol­ge­rung, des­halb müs­se die Zeit­ar­beit in der Pfle­ge ver­bo­ten wer­den, ist falsch…” Kom­men­tar von Brit­ta Bee­ger vom 15.05.2019 bei der FAZ online externer Link – u.E. ist auch ihre Schluss­fol­ge­rung falsch!
  • Neu­er Trend: Leih­ar­beit in der Pfle­ge? 
    “Der Pfle­ge­not­stand in Deutsch­land ist so groß, dass Kli­ni­ken und Alten­hei­me immer öfter Leih­ar­beits­kräf­te ein­stel­len müs­sen, um ihren Betrieb auf­recht­hal­ten zu kön­nen. Dies gilt dem Deut­schen Berufs­ver­bands für Pfle­ge­be­ru­fe zufol­ge beson­ders „für Bal­lungs­räu­me im süd­deut­schen Raum“. Auch in Unter­fran­ken, etwa in der Uni­kli­nik Würz­burg oder dem Leo­pol­di­na-Kran­ken­haus in Schwein­furt, ist Leih­ar­beit üblich. Laut einer Sta­tis­tik der Bun­des­agen­tur für Arbeit ist die Zahl der Leih­ar­bei­ter in der Pfle­ge­bran­che von 2013 bis 2017 um 27 Pro­zent gestie­gen. Nach der Sta­tis­tik arbei­te­ten 2017 bun­des­weit rund 29 000 Kran­ken­pfle­ger und Alten­pfle­ger als Zeit­ar­beits­kräf­te. Die Dun­kel­zif­fer liegt Exper­ten­schät­zun­gen zufol­ge höher. (…) Stär­ker als in Kli­ni­ken aber kom­men Kargs Erfah­run­gen nach Leih­ar­bei­ter in Alten­hei­men zum Ein­satz. Fried­helm Fied­ler, Spre­cher des Arbeit­ge­ber­ver­bands Pfle­ge, bestä­tigt das. (…) Die Refe­ren­tin des Berufs­ver­bands für Pfle­ge­be­ru­fe sieht den Ein­satz von Leih­ar­bei­tern ins­be­son­de­re in Alten­hei­men kri­tisch. „Da geht es um lang­fris­ti­gen Bezie­hungs­auf­bau; da ist es wich­tig, dass die Gepfleg­ten ihre Pfle­ger und die Pfle­ger ihre Pati­en­ten ken­nen“, sagt Sabi­ne Karg. Und mahnt: „Wenn Ein­rich­tun­gen gut mit ihren Pfle­ge­kräf­ten umge­hen, ihnen ein gutes Arbeits­kli­ma bie­ten und vor allem gere­gel­te Dienst­plä­ne, dann müs­sen sie nicht auf die Leih­ar­bei­ter zurück­grei­fen.“ Arti­kel von Gise­la Rauch vom 30.11.2018 in der Main­post online externer Link
  • Fluch oder Segen der Zeit­ar­beit im Gesund­heits­sek­tor und der dar­aus resul­tie­ren­de Pfle­ge­not­stand 
    Der in der Bevöl­ke­rung stel­len­wei­se dis­ku­tier­te Pfle­ge­not­stand hat nach Ansicht des Autors nicht nur die Ursa­che in der demo­gra­phi­schen Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung, son­dern auch im mas­si­ven Anstieg der Arbeit­neh­mer­über­las­sung (ANÜ) der letz­ten Jah­re. (…) Gänz­lich unge­niert wer­ben die Unter­neh­men der ANÜ-Bran­che mit sehr hohen Stun­den­löh­nen, erfin­den Prei­se wie den „Pfle­ge­award“, übri­gens unter der Schirm­herr­schaft des aktu­el­len Gesund­heits­mi­nis­ters Jens Spahn, leis­ten sich Tes­ti­mo­ni­als, die dann auch noch als Ver­tre­ter der Pfle­ge­kräf­te medi­al auf­be­rei­tet und von den Medi­en hofiert wer­den – ohne daß es irgend Jeman­den inter­es­siert, was denn die Kon­se­quen­zen für die fest­an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­ter, für die Bewoh­ner und Pati­en­ten und für die Arbeit­ge­ber sind. (…) So hat auch die Anzahl der Mit­ar­bei­ter bei Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men sprung­haft zuge­nom­men. Die offi­zi­el­len Beschäf­ti­gungs­zah­len sind knapp 83.000 Mit­ar­bei­ter. (…) Der Autor hat sich mit eini­gen Arbeit­ge­bern unter­hal­ten, sowohl aus dem sta­tio­nä­ren Bereich der Alten­hil­fe, als auch aus dem ambu­lan­ten Bereich, eben­so auf Kli­nik­ebe­ne. Her­aus kam, dass der zu zah­len­de Satz an die ANÜ-Unter­neh­men etwa um das 3‑fache höher lag, als bei einer fest­an­ge­stell­ten Kraft…” Arti­kel von KNU vom 12.11.2018 – der Autor ist der Redak­ti­on bekannt, wir dan­ken ihm!
  • Der Groß­grund­be­sit­zer und die abso­lu­te Inhalts­lee­re: “Die Unter­neh­men der Zeit­ar­beits­bran­che zah­len weder Aus­bil­dungs­um­la­ge noch sonst irgend etwas” 
    “… Und das muss heu­te mal sein, dass es schon abnorm ist, dass wir auf der einen Sei­te von Pfle­ge­not­stand reden, auf der ande­ren Sei­te und aber ne Hor­de von Lea­sing­fir­men leis­ten, die sich zum einen in den auf­ge­ru­fe­nen Prei­sen über­tref­fen als auch in der Wahl der Metho­den der Mit­ar­bei­ter­re­kru­tie­rung. Da mun­kelt man, dass es Mit­ar­bei­ter von Zeit­ar­beits­fir­men geben soll, die 3000 € Prä­mie von eben jener Zeit­ar­beits­fir­ma erhal­ten, wenn sie aus den Ein­rich­tun­gen der Auf­trag­ge­ber noch ein paar Mit­ar­bei­ter abwer­ben. Da sind Sie jetzt aber baff, Herr Plett!!! Da lun­gern die Recrui­ter auf den Park­plät­zen bei Schicht­wech­sel rum, trei­ben sich als Besu­cher getarnt in Ein­rich­tun­gen rum oder wer­ben ganz unge­niert mit Zah­len, die einer nor­ma­len fest­an­ge­stell­ten Kraft die Trä­nen in die Augen rei­ben – und war­um? Nun, es geht hier um Ver­ant­wor­tung: Die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, die jeden Tag sich ihrer Ver­ant­wor­tung stel­len, müs­sen sich gefal­len las­sen, dass es Unter­neh­men gibt, die Per­so­nal aus der Ver­ant­wor­tung her­aus­lö­sen, um Pro­fi­te zu gene­rie­ren. (…) wich­tig ist nur, dass es drin­gend gebo­ten wäre, wenn hier der Gesetz­ge­ber ein­schrei­ten wür­de, denn es sind alles Gel­der, die im End­ef­fekt der Soli­dar­ge­mein­schaft genom­men wer­den. Die Unter­neh­men der Zeit­ar­beits­bran­che zah­len weder Aus­bil­dungs­um­la­ge noch sonst irgend etwas. Sie war­ten ein­fach nur bis ein neu­er Aus­bil­dungs­gang fer­tig wird, um dann die Lor­bee­ren des War­tens zu ern­ten. Die Früch­te des Zynis­mus sozu­sa­gen…” Bei­trag von 27. Okto­ber 2018 (Der Pfle­ge­go­ckel) im Blog Frau Sofas Gedan­ken externer Link
  • Pfle­ge­not­stand: Flucht in die Leih­ar­beit 
    „30 Jah­re lang arbei­te­te der Ber­li­ner Kran­ken­pfle­ger Johan­nes Kutz fest ange­stellt in ein- und dem­sel­ben Haus, vor drei Jah­ren wech­sel­te er zu einer Zeit­ar­beits­fir­ma. Frei­wil­lig. »Ich hat­te die Faxen dicke«, sagt Kutz. Der 55-Jäh­ri­ge, spe­zia­li­siert auf Anäs­the­sie, hat erlebt, wie die Arbeit im Kran­ken­haus immer anstren­gen­der wur­de. »Es gab immer mehr älte­re und krän­ke­re Pati­en­ten und zugleich wur­de Per­so­nal abge­baut.« Am meis­ten litt Kutz unter den Dienst­zei­ten. Weil er unver­hei­ra­tet ist, blie­ben über­durch­schnitt­lich vie­le Spät- und Wochen­end­diens­te an ihm hän­gen. Mit­spra­che­mög­lich­kei­ten beim Erstel­len der Dienst­plä­ne gab es kaum. »Es hat ein­fach kei­nen Spaß mehr gemacht.« Ein Wech­sel in ein ande­res Haus war für ihn kei­ne Lösung. »Über kurz oder lang wäre ich auf die­sel­ben Pro­ble­me gesto­ßen«, ist Kutz über­zeugt .Jetzt ist er bei der pluss Per­so­nal­ma­nage­ment GmbH unter Ver­trag, einem bun­des­weit agie­ren­den Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men, das sich unter ande­rem auf die Über­las­sung von medi­zi­ni­schen Fach­kräf­ten spe­zia­li­siert hat. Dort ver­dient er genau­so viel wie vor­her. 2200 net­to bei einer 80-Pro­zent-Stel­le. Aber ums Geld ging es ihm ohne­hin nicht. »Mein größ­ter Plus­punkt: Ich kann mir die Dienst­zei­ten aus­su­chen«, sagt er. Heu­te arbei­tet er über­wie­gend im Früh­dienst, von Mon­tag bis Frei­tag, bekommt kurz­fris­tig freie Tage, muss sei­nen Urlaub nicht mehr ein Jahr im Vor­aus pla­nen. »Ich habe noch nie in mei­nem Leben so regel­mä­ßig gear­bei­tet.« (…) In Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­diens­ten ist die Zahl der Leih­ar­bei­ter im ver­gan­ge­nen Jahr um 50 Pro­zent gestie­gen, wie aus aktu­el­len Daten der Bun­des­agen­tur für Arbeit vom Juli her­vor­geht. Waren im Dezem­ber 2016 noch 14 390 Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ger auf Zeit­ar­beits­ba­sis beschäf­tigt, sind es ein Jahr spä­ter bun­des­weit 21 751. Nimmt man Ret­tungs­diens­te und Geburts­hil­fe hin­zu, wer­den aus 16 665 Leih­ar­bei­tern 25 344. In der Alten­pfle­ge hat sich hin­ge­gen wenig ver­än­dert. Hier ist die Anzahl fast gleich geblie­ben, im ver­gan­ge­nen Dezem­ber waren es 12 853. Trotz der stei­len Wachs­tums­kur­ve ist der Anteil von Leih­ar­beit in der Bran­che aller­dings – gemes­sen an ins­ge­samt mehr als einer Mil­li­on Pfle­ge­kräf­te – immer noch rela­tiv gering. (…) Gewerk­schaf­ten ste­hen vor einem Dilem­ma. Leih­ar­beit kann für den Ein­zel­nen Ent­las­tung brin­gen, zugleich ver­schärft sie jedoch struk­tu­rel­le Pro­ble­me. »Indi­vi­du­ell ist der Wech­sel in die Leih­ar­beit oft nach­voll­zieh­bar. Für die Ver­sor­gung der Pati­en­tin­nen und Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und für die Zusam­men­ar­beit im Team ist es aber ver­hee­rend«, sagt Syl­via Büh­ler, im ver.di-Bundesvorstand zustän­dig für den Bereich Gesund­heit. Auch für die kol­lek­ti­ve Inter­es­sen­ver­tre­tung ist sie ein Hin­der­nis. Durch Leih­ar­beit wird die ohne­hin bereits auf­ge­spal­te­ne Kran­ken­haus­be­leg­schaft wei­ter zer­split­tert, was gewerk­schaft­li­che Orga­ni­sie­rung und Mit­be­stim­mung erschwert…“ Arti­kel von Ines Wall­rodt vom 04.09.2018 in neu­es Deutsch­land online externer Link
  • Leih­ar­beit in der Alten­pfle­ge: „Ich geh da nicht mehr hin!“ 
    Leih­ar­beits­fir­men wer­den für Alten­pfle­ge­kräf­te immer attrak­ti­ve­re Arbeit­ge­ber. Unter ande­rem bie­tet sich ihnen dort die Mög­lich­keit, Ein­sät­ze zu ver­wei­gern.
    „Zeit­ar­beit in der Pfle­ge ist immer schei­ße.“ Die­sen Satz sagt aus­ge­rech­net der Betrei­ber einer Bre­mer Leih­ar­beits­fir­ma für Alten­pfle­ge­kräf­te. Nicht nur des­we­gen möch­te Joa­chim Gru­n­ert* nicht, dass sein rich­ti­ger Name in der Zei­tung steht. Er ver­leiht sei­ne Ange­stell­ten unter ande­rem an die bei­den Bre­mer Pfle­ge­ein­rich­tun­gen des Betrei­bers Allo­heim – aller­dings nur noch in den Nacht­dienst. „Für die Tag­schich­ten mag ich dort nie­man­den mehr hin­schi­cken“, sagt er. Als „abso­lut chao­tisch“ beschreibt Gru­n­ert die Zustän­de in den Hei­men von Deutsch­lands zweit­größ­ter Pfle­ge-Ket­te: „Es gibt dort viel zu wenig und teil­wei­se völ­lig unge­eig­ne­tes Per­so­nal, die Ver­sor­gung der Bewoh­ner ist eine Kata­stro­phe, es fehlt an Mate­ri­al – teil­wei­se gibt’s dort nicht ein­mal Win­deln.“ Im Nacht­dienst kön­ne das ein­ge­setz­te Per­so­nal immer­hin noch selbst ent­schei­den, wie es arbei­ten wol­le, „da ist die Struk­tur ein biss­chen anders“. (…) „Zeit­ar­beits­fir­men schie­ßen wie Pil­ze aus dem Boden“, sagt Gru­n­ert. Und in den bei­den Bre­mer Allo­hei­men betra­ge der Anteil der Leih­ar­bei­ter 50 Pro­zent: „Da kann man sich schon vor­stel­len, wie schlecht die Men­schen dort ver­sorgt wer­den.“ Dabei sind die ein­ge­setz­ten Leih­ar­bei­te­rIn­nen kei­nes­wegs inkom­pe­tent. „Aber wie soll ich denn gut und ange­mes­sen zum Bei­spiel mit einem demenz­kran­ken Men­schen umge­hen, wenn ich ihn gar nicht ken­ne und wenn mir nichts über ihn erzählt wird?“, sagt Gru­n­ert. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on gera­de mit demenz­kran­ken Men­schen funk­tio­nie­re oft nur durch bestimm­te The­men oder ein­zel­ne Schlüs­sel­wör­ter: „Die kennt ein Zeit­ar­bei­ter aber nicht.“ Wäh­rend der Ein­satz von Fremd­kräf­ten für die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen schlecht ist, sind die Arbeits­be­din­gun­gen für die Leih­ar­bei­te­rIn­nen indes bes­ser als die Fest­an­stel­lung in einer Ein­rich­tung – und der Grund, war­um sich immer mehr Pfle­ge­kräf­te bei Zeit­ar­beits­fir­men beschäf­ti­gen las­sen: „Sie wer­den bes­ser bezahlt, sie haben die Wahl, Über­stun­den abzu­fei­ern oder aus­ge­zahlt zu bekom­men, sie haben fle­xi­ble­re Mög­lich­kei­ten, Urlaub zu neh­men“, sagt Gru­n­ert. Leih­ar­bei­te­rIn­nen unter­lä­gen kei­nem sozia­len Druck inner­halb eines fes­ten Teams und: „Sie dür­fen Ein­sät­ze ver­wei­gern.“
    …” Arti­kel von Simo­ne Schna­se vom 3.4.2018 bei der taz Bre­men externer Link
  • Neue Zah­len zu im Pfle­ge­be­reich täti­gen Leih­ar­bei­tern 
    “… Nach einer Mit­te März vom Deut­schen Insti­tut für ange­wand­te Pfle­ge­for­schung vor­ge­leg­ten Stu­die gibt es der­zeit 17 000 offe­ne Stel­len in deut­schen Pfle­ge­hei­men. Grün­de sei­en haupt­säch­lich der bun­des­wei­te Fach­kräf­te­man­gel sowie die abneh­men­de Qua­li­tät der Bewer­ber für die­sen Beruf. Einem Medi­en­be­richt zufol­ge nahm über­dies die Zahl der im Pfle­ge­be­reich täti­gen Leih­ar­bei­ter in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu. Spahn hat­te zu sei­nem Amts­an­tritt auch ange­kün­digt, den Pfle­ge­be­ruf attrak­ti­ver zu machen, etwa über eine bes­se­re Bezah­lung. (…) Wie die „Pas­sau­er Neue Pres­se“ (Sams­tag) unter Beru­fung auf eine Ant­wort der Bun­des­agen­tur für Arbeit auf eine Anfra­ge der Lin­ken-Bun­des­tags­frak­ti­on berich­te­te, waren ver­gan­ge­nes Jahr bun­des­weit 10.181 Beschäf­tig­te in der Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ge, bei Ret­tungs­diens­ten und der Geburts­hil­fe als Leih­ar­beits­kräf­te beschäf­tigt. Im Jahr 2014 waren es dem­nach 7374 gewe­sen. Im Bereich der Alten­pfle­ge habe es 2017 mehr als 7500 Leih­ar­beits­kräf­te gege­ben; drei Jah­re zuvor sei­en es 5850 gewe­sen. Dem Bericht zufol­ge ver­die­nen Leih­ar­beits­kräf­te deut­lich weni­ger als regu­lär Beschäf­tig­te. Bei Voll­zeit habe deren Brut­to­lohn in den Berei­chen Pfle­ge, Ret­tungs­dienst und Geburts­hil­fe Ende 2016 bei 3203 Euro monat­lich gele­gen – bei Leih­ar­beits­kräf­ten bei 2579 Euro. Der Brut­to­mo­nats­ver­dienst für Voll­zeit­be­schäf­tig­te in der Alten­pfle­ge lag dem­nach Ende 2016 bei 2436 Euro – bei Leih­ar­beits­kräf­ten im Durch­schnitt bei 2131 Euro…” dpa-Mel­dung vom 31.03.18 in der Ber­li­ner Zei­tung online externer Link: “Pfle­ge­not­stand: Spahn will aus­län­di­sche Pfle­ge­kräf­te nach Deutsch­land holen”
  • Immer mehr Pfle­ger flüch­ten in Leih­ar­beit 
    Immer mehr Kran­ken­pfle­ger ent­schei­den sich für einen Wech­sel in die Leih­ar­beit. Die Zeit­ar­beits­fir­men wer­ben mit weni­ger Arbeits­stress bei glei­chem Lohn. Das las­sen sich vie­le nicht zwei­mal sagen. (…) Immer mehr Pfle­ge­kräf­te flüch­ten in die fle­xi­ble Leih­ar­beit. Laut Sta­tis­tik der Bun­des­agen­tur für Arbeit stieg die Zahl der Leih­ar­bei­ter in der Bran­che von 2013 bis 2017 um knapp 27 Pro­zent. Arbei­te­ten im Juni 2013 bun­des­weit rund 22.600 Kran­ken­pfle­ger, Alten­pfle­ger, Hel­fer und Spe­zia­lis­ten als Zeit­ar­beit­neh­mer, waren es 2017 bereits rund 28.800. (…) Im Bereich der Alten­pfle­ge fällt in Mit­tel­deutsch­land der Drang in die Leih­ar­beit noch deut­li­cher aus. Laut Sta­tis­tik der Lan­des­agen­tur für Arbeit Sach­sen gab es in den Jah­ren 2013 bis 2017 bei jenen Pfle­ge­kräf­ten, die sich über Zeit­ar­beits­fir­men ver­mit­teln las­sen, einen Zuwachs von über 100 Pro­zent. (…) Vie­le Zeit­ar­beits­fir­men wer­ben in ihren Anzei­gen mit höhe­ren Löh­nen. Wie hoch sie tat­säch­lich aus­fal­len, will von den Zeit­ar­beits­fir­men kei­ner sagen. Neben guter Bezah­lung ver­spre­chen die Fir­men ihren Leih­ar­bei­tern, sie nicht mehr jener hohen Arbeits­be­las­tung aus­zu­set­zen, die sie zur Genü­ge ken­nen. (…) Fal­len Kol­le­gen durch Krank­heit, Schwan­ger­schaft oder Urlaub aus, müs­sen ihre Kol­le­gen Über­stun­den leis­ten. Oder aber die Arbeit­ge­ber fra­gen nach einer Pfle­ge­kraft bei einer Zeit­ar­beits­fir­ma an. In vie­len Kran­ken­häu­sern sei die Not inzwi­schen so groß und die Stamm­be­leg­schaft so knapp aus­ge­stat­tet, meint die Spre­che­rin des Deut­schen Berufs­ver­ban­des für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK), Johan­na Knüp­pel, “dass sie bei kurz­fris­ti­gen Per­so­nal­aus­fäl­len gar nicht mehr anders kön­nen, als auf Leih­ar­beit zurück­zu­grei­fen, auch wenn sie viel Geld kos­tet.” Das sei in der Gesamt­rech­nung den­noch bil­li­ger, als Bet­ten oder Plät­ze unbe­legt las­sen zu müs­sen, so Knüp­pel…” Text der Sen­dung von Annett Mül­ler und Anja Neu­bert am 25. März 2018 im MDR FERNSEHEN externer Link
  • Kli­nik­ver­bund Gesund­heit Nord: Leih­ar­beit treibt die Kos­ten in die Höhe
    “… „Wir beob­ach­ten seit Län­ge­rem, dass es einen gespal­te­ten Leih­ar­beits­markt gibt“, sagt Regi­ne Gera­edts, Refe­ren­tin für Arbeits­markt­po­li­tik bei der Arbeit­neh­mer­kam­mer in Bre­men. Eigent­lich sei die Leih­ar­beit ein Kos­ten­spar­mo­dell für Unter­neh­men. (…) Im Gesund­heits­be­reich bei Pfle­ge­fach­kräf­ten oder Ärz­ten wan­delt sich die Situa­ti­on hin­ge­gen. Die Vor­tei­le für Unter­neh­men wer­den zu Nach­tei­len. „Für uns ist die Leih­ar­beit kein Spar­mo­dell“, sagt Karen Matis­zick, Spre­che­rin bei der Geno. „Der Arbeits­markt ist leer gefegt und umkämpft.“ Somit gebe es ein gro­ßes Inter­es­se an den Fach­kräf­ten. Vor allem Ärz­te könn­ten in die­ser Situa­ti­on rela­tiv viel Geld ver­lan­gen. Doch auch Kran­ken­pfle­ger wech­seln immer häu­fi­ger von einer Fest­an­stel­lung in die Leih­ar­beit. Einer der Grün­de: Die Arbeits­be­din­gun­gen in den Kli­ni­ken sol­len mitt­ler­wei­le so schlecht sein, dass vie­le Pfle­ge­kräf­te die Leih­ar­beit als Lösung sehen. (…) Wegen des extrem schwie­ri­gen Arbeits­mark­tes sei der Kli­nik­ver­bund Geno immer wie­der dar­auf ange­wie­sen, offe­ne Stel­len vor­über­ge­hend mit Leih­ar­beit­neh­mern zu beset­zen, erklärt Spre­che­rin Matis­zick. Das betref­fe die Pfle­ge­kräf­te genau­so wie die Ärz­te. (…) Um vakan­te Stel­len im Gesund­heits­be­reich zeit­nah zu beset­zen, set­zen Kran­ken­häu­ser und Kli­ni­ken bun­des­weit zum einen auf Leih­ar­bei­ter und zum ande­ren immer wie­der auf Arbeits­kräf­te aus dem Aus­land. Auch in Bre­men gibt es Unter­neh­men, die sich auf die­ses Gebiet spe­zia­li­siert haben…” Bei­trag von Pas­cal Fal­ter­mann vom 4. März 2018 beim Weser-Kurier online externer Link

Der Bei­trag Über­las­tung treibt Kran­ken­pfle­ge­kräf­te in die Leih­ar­beit erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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