[EMRAWI:] *Fünf Jahre #MarchOfHope – United against racism!* *Für ein Leben, das eine Perspektive und eine Zukunft bietet!*

Vie­le von ihnen sind selbst im Spät­som­mer und Herbst 2015 über die „Bal­kan­rou­te“ in Öster­reich ange­kom­men. Sie waren damals Teil der tau­sen­den

von Men­schen, die sich auf ihrer Flucht kurz­zei­tig die Frei­heit erkämpft haben, die Gren­zen der EU-Staa­ten zu über­schrei­ten um dort in Euro­pa anzu­kom­men, wo sie sich eine Per­spek­ti­ve erhoff­ten.

Fünf Jah­re spä­ter ste­cken vie­le immer noch in den Müh­len des öster­rei­chi­schen Asyl­sys­tems fest: Ihre Asyl­an­trä­ge wur­den abge­lehnt oder sie war­ten bis heu­te ohne Ergeb­nis auf einen Bescheid. Ihre Berich­te über Krieg, Ver­fol­gung und bru­ta­le staat­li­che Repres­si­on in den Her­kunfts­län­dern wer­den igno­riert oder als unglaub­wür­dig abge­stem­pelt. Unter regu­lä­ren Bedin­gun­gen zu arbei­ten oder eine Aus­bil­dung zu machen wird ihnen durch dis­kri­mi­nie­ren­de Geset­ze und Son­der­ver­ord­nun­gen ver­wehrt. Durch den erschwer­ten Zugang zu Woh­nun­gen müs­sen vie­le bis heu­te in Lagern und Sam­mel­quar­tie­ren leben. Auch Fami­li­en­nach­zug um ihre Liebs­ten aus den Kriegs­ge­bie­ten nach­zu­ho­len bleibt ihnen ver­wehrt. Ohne regu­lä­ren Auf­ent­halts­ti­tel kön­nen sie sich auch nicht frei bewe­gen. Eini­gen sitzt zudem der Druck einer dro­hen­den Schub­haft und Abschie­bung oder die Ein­wei­sung in ein „Rück­kehr­zen­trum“ im Nacken.

Anläss­lich von fünf Jah­ren #Mar­chOfHope laden wir euch ein, um uns gemein­sam mit dem Kampf der geflüch­te­ten Men­schen für ihre Rech­te und ihre

Zukunft zu soli­da­ri­sie­ren!

Pro­tes­tie­ren wir gemein­sam für glei­ches Recht auf Arbeit, Bil­dung und Aus­bil­dung für alle!

Für das Recht auf Woh­nun­gen für alle statt Lager!

Für die Aner­ken­nung des Rechts auf Asyl, für Blei­be­recht für alle

Für das Recht auf ein Leben, das eine Per­spek­ti­ve und eine Zukunft bie­tet!

Für das Recht auf ein Leben ohne Angst vor Gefäng­nis und Abschie­bung!

Für das Recht auf rasche Fami­li­en­nach­zug für alle!

Kommt zur Demons­tra­ti­on am 5. Sep­tem­ber, ladet eure Freund*innen, Fami­li­en

und Kolleg*innen ein, ver­brei­tet die Info über eure Netz­wer­ke!

Auf­takt zur Demo: 5. Sep­tem­ber, 15:00 Uhr, Haus Erd­berg, Erd­berg­stra­ße

186–190.


Von dort zie­hen wir gemein­sam zum BFA (Bun­des­amt für Frem­den­we­sen und

Asyl), zum AMS und zum Wie­ner Haupt­bahn­hof – einer der Orte des Ankom­mens

beim #Mar­chOfHope im Spät­som­mer und Herbst 2015.

*Fünf Jah­re #Mar­chOfHope – was war da und wor­um geht es heu­te?*

Mit Anfang Sep­tem­ber 2020 ist die Ket­te von Ereig­nis­sen fünf Jah­re her, die sich vie­len von uns unter dem Schlag­wort #Mar­chOfHope ins Gedächt­nis ein­ge­prägt hat. #Mar­chOfHope, das waren die Momen­te, wo sich vie­le tau­sen­de auf der Flucht kurz­zei­tig die Frei­heit erkämpft haben, die Gren­zen der EU-Staa­ten zu über­schrei­ten um dort in Euro­pa anzu­kom­men, wo sie sich eine Per­spek­ti­ve erhoff­ten.

Mar­chOfHope, das war zum Bei­spiel der Moment am 5.September 2015, an dem tau­sen­de Men­schen, die zuvor tage­lang am Bahn­hof Buda­pest Keleti fest­ge­hal­ten wur­den, sich ent­schie­den, nicht mehr auf eine Erlaub­nis zu war­ten, son­dern gemein­sam Rich­tung öster­rei­chi­sche Gren­ze los­zu­mar­schie­ren.

#Mar­chOfHope führ­te auch dazu, dass die Bahn­ge­sell­schaf­ten schließ­lich Son­der­zü­ge von Buda­pest nach Wien und von Wien nach Mün­chen für die vie­len

Rei­se­wil­li­gen bereit­stel­len muss­ten, die an den Bahn­hö­fen von applau­die­ren­den Unterstützer*innen emp­fan­gen und ver­sorgt wur­den.

Die­se Wochen im Sep­tem­ber und Okto­ber 2015 waren Momen­te der Bewe­gungs­frei­heit, die sich die Men­schen auf der Flucht selbst geschaf­fen haben und damit die Spiel­re­geln des ras­sis­ti­schen euro­päi­schen Grenz­re­gimes ein Stück weit außer Kraft gesetzt haben. Ein paar Wochen lang war es mög­lich, inner­halb weni­ger Tage von Grie­chen­land über Maze­do­ni­en, Ser­bi­en, Ungarn, oder über Kroa­ti­en und Slo­we­ni­en, bis nach Öster­reich, Deutsch­land und viel­leicht wei­ter nach Frank­reich, Däne­mark oder Schwe­den zu rei­sen.

Dies ohne sich unter lebens­ge­fähr­li­chen Bedin­gun­gen in den Lade­raum eines

LKWs zu zwän­gen und über­all von Grenzschützer*innen gejagt und bru­tal

zurück­ge­drängt zu wer­den. Die­se Wochen waren auch Momen­te der Soli­da­ri­tät,

wo tau­sen­de Men­schen über­all in Euro­pas aktiv gewor­den sind, Ver­sor­gung,

Unter­brin­gung, Über­set­zung, Infor­ma­tio­nen und vie­les mehr für ankom­men­de

Men­schen orga­ni­siert haben. Auch für die­se Soli­da­ri­tät steht #Mar­chOfHope,

die auch dazu geführt hat, dass man­che ins Auto gesetzt haben, um Men­schen

abzu­ho­len und sicher wei­ter­zu­brin­gen.

Fünf Jah­re #Mar­chOfHope bedeu­tet aber auch: Die 71 Men­schen aus dem Irak,

Syri­en, Afgha­ni­stan und dem Iran nicht ver­ges­sen, deren tote Kör­per am 26.August 2015 in Parn­dorf gefun­den wur­den, nach­dem sie in einem von Ungarn

nach Öster­reich fah­ren­den Kühl­las­ter grau­sam erstickt sind – eben­so wie die

vie­len tau­sen­den von Men­schen, die davor und danach, bis heu­te durch das

euro­päi­sche Grenz­re­gime gestor­ben sind.

Fünf Jah­re nach dem #Mar­chOfHope hat das euro­päi­schen Grenz­re­gime sei­ne

Mau­ern längst höher gezo­gen und neu orga­ni­siert; hat die EU mit dem tür­ki­schen Staat und vie­len ande­ren Staa­ten in Asi­en und Afri­ka neue Deals gegen migrie­ren­de und flüch­ten­de abge­schlos­sen; hal­ten die EU-Staa­ten Men­schen im gewollt pro­du­zier­ten Elend der Lager inner­halb und außer­halb der euro­päi­schen Gren­zen fest oder las­sen sie in der Wüs­te, im Schnee und im Meer ster­ben. Daher sind fünf Jah­re #Mar­chOfHope eine Her­aus­for­de­rung, aber auch ein Auf­ruf, dafür ein­zu­tre­ten, dass die Bewe­gungs­frei­heit, die sich die betei­lig­ten Men­schen damals für ein paar Wochen erkämpft haben, zur dau­er­haf­ten Rea­li­tät wer­den – gegen das Euro­pa der Lager, der Abschie­bun­gen, der Push-Backs, der „häss­li­chen Bil­der“ und der töd­li­chen Gren­zen.

Und fünf Jah­re #Mar­chOfHope bedeu­ten nicht zuletzt Soli­da­ri­tät mit all denen, die damals gekom­men sind, die immer noch da sind und deren Kampf um ein Leben, das eine Per­spek­ti­ve und eine Zukunft bie­tet, noch nicht zu Ende ist!

Read More