[KgK:] Eine erste Bilanz der latein- und US-amerikanischen Konferenz

Die latein- und US-ame­ri­ka­ni­sche Kon­fe­renz, die von der Lin­ken Ein­heits­front Argen­ti­ni­ens am 30. und 31. Juli sowie am 1. August ein­be­ru­fen wur­de, war der Kom­pro­miss die­ser Dis­kus­sio­nen und ein wich­ti­ges Ereig­nis für die anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche und sozia­lis­ti­sche Lin­ke des Kon­ti­nents. Da die Dis­kus­sio­nen, die in ihrem Rah­men geführt wur­den jedoch von inter­na­tio­na­ler Rele­vanz sind, ver­öf­fent­li­chen wir hier die zuerst auf Spa­nisch erschie­ne­ne Bilanz unse­rer Genoss*innen Cris­ti­an Cas­til­lo und Clau­dia Cin­at­ti.

Die The­men, die am Meis­ten und am Pole­mischs­ten dis­ku­tiert wur­den waren die Ana­ly­se der Welt­si­tua­ti­on (Hypo­the­sen zu der Ent­ste­hung und dem wei­te­ren Ver­lauf ver­schie­de­ner Kri­sen, impe­ria­lis­ti­scher Krie­ge und klas­sen­kämp­fe­ri­scher Phä­no­me­ne wie das, was wir momen­tan in den USA beob­ach­ten dür­fen), wie auf den welt­weit stei­gen­den Rechts­ruck zu reagie­ren ist, die Mit­wir­kung an und in brei­ten Wahl­fron­ten und Par­tei­en und der Wie­der­auf­bau der von Trotz­ki gegrün­de­ten IV. Inter­na­tio­na­le.
Natür­lich haben die Orga­ni­sa­tio­nen teil­ge­nom­men, die zu den inter­na­tio­na­len Grup­pie­run­gen der ver­schie­de­nen Kräf­te der FIT‑U gehö­ren oder mit ihnen ver­bun­den sind: die FT (Trotz­kis­ti­sche Frak­ti­on), inter­na­tio­na­le Strö­mung der PTS; die UIT (Inter­na­tio­na­le Arbei­ter­ein­heit), der die IS (Sozia­lis­ti­sche Lin­ke) ange­hört; die LIS (Inter­na­tio­na­le Sozia­lis­ti­sche Liga), die inter­na­tio­na­le Strö­mung der MST (Sozia­lis­ti­sche Arbei­ter­be­we­gung); und Orga­ni­sa­tio­nen, die mit der PO (Arbei­ter­par­tei) eine gemein­sa­me Erklä­rung ver­öf­fent­licht haben, die sich nach der Auf­lö­sung der CRCI (Koor­di­nie­rung für die Neu­grün­dung der Vier­ten Inter­na­tio­na­len) aller­dings nicht in einem wei­ter defi­nier­ten inter­na­tio­na­len Raum befin­det. Und ande­re Strö­mun­gen, die mit dem Auf­ruf ein­ge­la­den wor­den waren, wie unter ande­rem die LUS (Sozia­lis­ti­sche Ein­heits­li­ga Mexi­kos), die Teil des lin­ken Flü­gels des Ver­ein­ten Sekre­ta­ri­ats der Vier­ten Inter­na­tio­na­le ist und von einer der wich­tigs­ten Figu­ren des mexi­ka­ni­schen Trotz­kis­mus, Manu­el Agui­lar Mora, gelei­tet wird; Pli­nio de Arru­da San­paio Jr., ein Kämp­fer des lin­ken Flü­gels der bra­si­lia­ni­schen PSOL (Sozia­lis­mus- und Frei­heits­par­tei) und Her­aus­ge­ber der Zeit­schrift Con­tra­po­der (Gegen­macht) und die PCR (Revo­lu­tio­när-sozia­lis­ti­sche Par­tei Boli­vi­ens).
Unter den 50 Orga­ni­sa­tio­nen, die an der Kon­fe­renz teil­ge­nom­men haben, gibt es erheb­li­che Unter­schie­de, nicht nur im Grad des tat­säch­li­chen Ein­flus­ses auf die Avant­gar­de der jewei­li­gen Län­der, son­dern auch dar­in, dass eini­ge von ihnen kei­ne Zei­tung haben, in der ihre Akti­vi­tä­ten ver­folgt wer­den kön­nen — man­che haben gera­de ein­mal eine Face­book-Sei­te.

Trotz­dem war die Kon­fe­renz im Gegen­satz zu rein diplo­ma­ti­schen Tref­fen eine Initia­ti­ve der kla­ren und öffent­li­chen Debat­te, die von einem gemein­sa­men Pro­gramm aus­ge­gan­gen ist und die­sen geschwis­ter­li­chen Rah­men auf­recht­erhal­ten hat. Das stellt auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne einen Prä­ze­denz­fall dar.

Die Debat­ten zeig­ten, dass es trotz der Punk­te, in denen wir über­ein­stim­men, die durch die Auf­rufs­do­ku­men­te und die ange­nom­me­nen Reso­lu­tio­nen erreicht wur­den, sehr rele­van­te Dif­fe­ren­zen gibt.

Die von der FIT‑U in Argen­ti­ni­en zum Aus­druck gebrach­te Ver­tei­di­gung der Unab­hän­gig­keit der Arbeiter*innenklasse erstreckt sich nicht auf den gesam­ten Kon­ti­nent. Des­halb kön­nen wir der PO nicht zustim­men, dass die Kon­fe­renz „einen Raum der poli­ti­schen Neu­grup­pie­rung der Lin­ken reprä­sen­tier­te, die den Anspruch erhebt, revo­lu­tio­när zu sein, und die sich auf die poli­ti­sche Unab­hän­gig­keit der Arbeiter*innen stützt“ (Pablo Gia­chel­lo, „Lo que deja la Con­fe­ren­cia vir­tu­al lati­no­ame­ri­ca­na y de los EE.UU.”, Pren­sa Obre­ra 1602, 04-08-2020).

In Wirk­lich­keit wider­spre­chen die bestehen­den Dif­fe­ren­zen in Bezug auf die Unab­hän­gig­keit der Arbeiter*innenklasse, die im sel­ben Arti­kel dar­ge­legt wer­den, die­ser Defi­ni­ti­on. Das bedeu­tet nicht, dass wir nicht sehen, in wel­chen Län­dern wir mit den in ihnen exis­tie­ren­den Strö­mun­gen gemein­sa­me, klas­sen­kämp­fe­ri­sche Aktio­nen för­dern, wann immer es mög­lich ist (begin­nend mit der Durch­füh­rung des in der Kon­fe­renz beschlos­se­nen Akti­ons­plans). Wir wol­len alle Mög­lich­kei­ten aus­lo­ten, Über­ein­stim­mun­gen wie die mit dem Pro­jekt der FIT‑U zu fin­den, die in die glei­che Rich­tung gehen und die Debat­ten durch ein gemein­sa­mes Dis­kus­si­ons­heft fort­set­zen – ein Vor­schlag, den wir gemacht haben und der in der Kon­fe­renz selbst wegen des Wider­stands der MST-LIS nicht ange­nom­men wer­den konn­te.

Als PTS und Sek­tio­nen der ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nen­te der FT führ­ten wir erst am 11. Juli eine sehr wich­ti­ge inter­na­tio­na­le Live-Ver­an­stal­tung gegen Ras­sis­mus und Poli­zei­ge­walt durch und haben nun aktiv die Kon­fe­renz ange­sto­ßen und besucht. Alle unse­re Orga­ni­sa­tio­nen sind Teil des inter­na­tio­na­len Netz­werks La Izquier­da Dia­rio, das es in 14 Län­dern und auf sie­ben Spra­chen gibt und das etwa 13 Mil­lio­nen Besu­che pro Monat ver­zeich­net, was in der glo­ba­len Lin­ken etwas Beson­de­res ist. Die Zei­tun­gen sind Kampf­or­ga­ne unse­rer Genoss*innen, die in den Klas­sen­kampf ein­grei­fen und ein Über­gangs­pro­gramm und eine sozia­lis­ti­sche revo­lu­tio­nä­re Stra­te­gie ver­tei­di­gen.

Die FT-CI, die auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne ein Bünd­nis von Pro­pa­gan­da und Akti­on ist, erwies sich als eine dyna­mi­sche Orga­ni­sa­ti­on mit Kadern und Anführer*innen, die in die klas­sen­kämp­fe­ri­schen Phä­no­me­ne ihrer jewei­li­gen Län­der ein­ge­bun­den sind und deren Posi­tio­nen und Inter­ven­tio­nen in den jewei­li­gen Publi­ka­tio­nen des Inter­na­tio­na­len Netz­werks „La Izquier­da Dia­rio“ zu fin­den sind.

Bei jedem rele­van­ten Ereig­nis des Klas­sen­kamp­fes hat­ten die digi­ta­len Zei­tun­gen ihre Bedeu­tung gezeigt und des­halb sogar unter Ver­fol­gung ver­schie­de­ner Regie­run­gen gelit­ten, wie zum Bei­spiel durch die boli­via­ni­schen Putschist*innen oder die Ankla­ge durch die chi­le­ni­sche Regie­rung wegen „Auf­ruhrs“ gegen Dau­no Tóto­ro (Par­tei revo­lu­tio­nä­rer Arbeiter*innen (PTR), Sek­ti­on der FT), die die­se nach einer gro­ßen natio­na­len und inter­na­tio­na­len Ver­tei­di­gungs­kam­pa­gne fal­len las­sen muss­te. Kürz­lich wur­den Korrespondent*innen von La Izquier­da Dia­rio in Chi­le wäh­rend Repres­sio­nen gegen Mobi­li­sie­run­gen zur Ver­tei­di­gung von Mapu­ches ver­haf­tet.

Auch in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten hat sich Left Voice zwei­fel­los sei­nen Platz in der mili­tan­ten Avant­gar­de erobert, eben­so wie Esquer­da Dia­rio in Bra­si­li­en es wäh­rend der Ereig­nis­se, die zum insti­tu­tio­nel­len Putsch gegen Dil­ma, zum Ver­bot von Lula oder zu den Mobi­li­sie­run­gen gegen Bol­so­na­ro führ­ten, getan hat­te. In Frank­reich wur­de der Ein­fluss von Révo­lu­ti­on Per­ma­men­te unter ande­rem von Medi­en wie New Left Review, Medi­á­part und Arrêt sur images(1) aner­kannt.

Wie wir bereits erwähnt haben, fan­den wäh­rend der Kon­fe­renz ver­schie­de­ne Debat­ten statt, von denen eini­ge bereits im Auf­ruf zu fin­den und ande­re wäh­rend der Kon­fe­renz selbst zuta­ge getre­ten sind. Wir wer­den dar­le­gen, was unse­rer Mei­nung nach die wich­tigs­ten Dis­kus­sio­nen waren, die die­se drei Tage durch­zo­gen.

Krisen, Kriege und Revolutionen — Die aktuelle Weltsituation

Der Cha­rak­ter der aktu­el­len kapi­ta­lis­ti­schen Epo­che war The­ma einer der ers­ten Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Viel­leicht ohne alle Kon­se­quen­zen aus ihrem Vor­schlag zu zie­hen, haben die IS und die UIT behaup­tet, die Kon­fron­ta­tio­nen zwi­schen den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und Chi­na lie­ßen kei­nen Krieg erwar­ten, weil bei­de Mäch­te im Kern ein gemein­sa­mes Inter­es­se hät­ten: die Arbeiter*innen immer mehr aus­zu­beu­ten.

Spä­ter haben sie dar­auf hin­ge­wie­sen, dass nicht aus­zu­schlie­ßen sei, dass es zu mili­tä­ri­schen Aus­schrei­tun­gen zwi­schen die­sen Län­dern kom­men könn­te, jedoch zwi­schen ihnen kei­ne struk­tu­rel­len Wider­sprü­che zu sehen sind, da es sich sowohl bei Chi­na als auch den USA um kapi­ta­lis­ti­sche Län­der han­delt. Als gefähr­lich erach­ten sie die­je­ni­gen, die Chi­na oder Russ­land im Ver­gleich zu den Ver­ei­nig­ten Staa­ten als pro­gres­siv dar­stel­len, da dies zu „Lager“-Positionen(2) füh­ren könn­te.

Wir sind der Mei­nung — das haben wir in unse­rer Abschluss­re­de gesagt — dass die­se „har­mo­ni­sche“ Visi­on der Wider­sprü­che zwi­schen den USA und Chi­na bedeu­ten wür­de, dass der Kapi­ta­lis­mus gera­de eine Art „Super­im­pe­ria­lis­mus“ oder „Ultra­im­pe­ria­lis­mus“ ist. Das sind Visio­nen, die Kaut­sky und Hil­fer­ding nach einem Zyklus der Inter­na­tio­na­li­sie­rung der Pro­duk­tiv­kräf­te vor dem Aus­bruch des Ers­ten Welt­kriegs ent­wi­ckelt hat­ten und die von Lenin hef­tig kri­ti­siert wur­den(3).

Die kapi­ta­lis­ti­sche „Glo­ba­li­sie­rung“ ging mit dem Kal­ten Krieg, der Implo­si­on der Sowjet­uni­on und dem Neo­li­be­ra­lis­mus ein­her. Sie führ­te dazu, dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sich als vor­über­ge­hend unan­ge­foch­te­ne Macht erwei­sen konn­ten und schuf auch die Illu­si­on, die Wider­sprü­che zwi­schen den ver­schie­de­nen impe­ria­lis­ti­schen Staa­ten über­wun­den zu haben.

Vie­le lin­ke und rech­te Theoretiker*innen ver­tra­ten die fal­sche Ansicht vom Ende der Natio­nal­staa­ten (an die­ser Stel­le sei an Tony Negris und Micha­el Hardts „Impe­ri­um“ als bei­spiel­haf­ten Text die­ses Ansat­zes erin­nert) und die Idee einer frucht­ba­ren Zusam­men­ar­beit zwi­schen den USA und Chi­na, die gekom­men war, um für immer zu blei­ben.

Es stimmt, dass in die­ser Zeit eine in der Geschich­te des Kapi­ta­lis­mus bei­spiel­lo­se Inte­gra­ti­on der Wertschöpfungs‑, Han­dels und Welt­fi­nanz­ket­ten in die Pro­duk­ti­on statt­fand.

Doch die Kri­se von 2008 brach den neo­li­be­ra­len Glo­ba­li­sie­rungs­kon­sens. Trump und die zuneh­mend anti­chi­ne­si­sche Poli­tik der gesam­ten herr­schen­den Klas­se in den USA sind direk­te Kin­der die­ser Kri­se.

Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr wies das Pen­ta­gon auf Chi­na und Russ­land als die bei­den Haupt­be­dro­hun­gen für die natio­na­le Sicher­heit der USA hin und ließ dabei die soge­nann­ten „neu­en Bedro­hun­gen“ wie „Dro­gen­han­del“ und „inter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus“ weit hin­ter sich, die in der vor­an­ge­gan­ge­nen Pha­se, ins­be­son­de­re seit dem Angriff auf die Zwil­lings­tür­me am 11. Sep­tem­ber 2001, ganz oben auf der Tages­ord­nung gestan­den und als Recht­fer­ti­gung für die impe­ria­lis­ti­schen Krie­ge in Afgha­ni­stan und im Irak gedient hat­ten.

Bereits die Offen­si­ve von Bush und den „Neo­kon­ser­va­ti­ven“, die auf „Regime­wech­sel“ und „Nati­ons­bil­dung“ im Nahen Osten, am Golf und in den Gebie­ten der ehe­ma­li­gen UdSSR dräng­ten, war Aus­druck einer Abkehr von den „huma­ni­tä­ren Inter­ven­tio­nen“, die die impe­ria­lis­ti­sche Poli­tik der USA in den Clin­ton-Jah­ren kenn­zeich­ne­ten — jedoch ohne Chi­na zu kon­fron­tie­ren.

Oba­mas Drän­gen auf TTIP, um Chi­na suk­zes­si­ve ein­zu­kes­seln und wirt­schaft­lich zu iso­lie­ren, war ein Über­gang zu dem, was unter Trump zu einem qua­li­ta­ti­ven Sprung in Han­del und Markt­kon­trol­le von „Hoch­tech­no­lo­gie“ und „künst­li­cher Intel­li­genz“ zusam­men mit ver­schie­de­nen diplo­ma­ti­schen Kon­flik­ten und grö­ße­ren Mili­tär­ein­sät­zen der USA und ihrer Ver­bün­de­ten im Gebiet um das Chi­ne­si­sche Meer wur­de.

Die Rea­li­tät sieht so aus, dass die USA trotz vor­über­ge­hen­der Erho­lun­gen die Ten­den­zen ihres Nie­der­gangs nicht auf­hal­ten konn­ten und dass Chi­na lang­sam aber ste­tig als zuneh­mend beun­ru­hi­gen­der geo­po­li­ti­scher und wirt­schaft­li­cher Kon­kur­rent erscheint, obwohl die Nati­on, die das „Impe­ri­um der Mit­te“ (das chi­ne­si­sche Kai­ser­reich) geerbt hat, in fast allen Berei­chen weit hin­ter den USA zurück­liegt.

Die US-ame­ri­ka­ni­sche Aggres­si­vi­tät beruht nicht dar­auf, dass Chi­na über eine ähn­li­che Macht wie die eige­ne ver­fügt, son­dern auf dem Ver­such, zuzu­schla­gen, bevor es wei­ter wächst und mehr wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Ein­fluss in der inter­na­tio­na­len Are­na gewinnt.

Es ist die­ser struk­tu­rel­le Wider­spruch, der einen mög­li­chen Hori­zont sich ver­schär­fen­der Han­dels­kon­flik­te, Stellvertreter*innenkriege und sogar direk­ter Krie­ge zwi­schen die­sen Staa­ten auf­wirft.

Bedeu­tet das, dass das dyna­mischs­te Ele­ment der inter­na­tio­na­len Situa­ti­on heu­te Ten­den­zen zu Krieg sind? Unse­rer Mei­nung nach nicht — im Moment. Die­se Kon­fron­ta­ti­on hängt von vie­len Fak­to­ren ab, unter ande­rem davon, wie sich die gegen­wär­ti­ge Wirt­schafts­kri­se ent­wi­ckelt.

Metho­do­lo­gisch glau­ben wir jedoch, dass wir so han­deln müs­sen, wie es Trotz­ki zwi­schen dem Ers­ten und dem Zwei­ten Welt­krieg tat: Er wies auf den stra­te­gi­schen Cha­rak­ter des Ant­ago­nis­mus hin, der sich zwi­schen den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und Euro­pa ent­wi­ckel­te. Die­se Wider­sprü­che wur­den durch die Kri­se der 1930er Jah­re noch ver­stärkt. Trotz­ki behan­delt die­ses The­ma ins­be­son­de­re in vier Arti­keln und Mani­fes­ten aus den Jah­ren 1930, 1934, 1937 und dem letz­ten von 1940.

Wie damals müs­sen wir mit stra­te­gi­scher Klar­heit auch heu­te dar­auf hin­wei­sen, dass der Kapi­ta­lis­mus kata­stro­pha­le oder — weil wir im 21. Jahr­hun­dert leben — sogar noch kata­stro­pha­le­re Krie­ge her­vor­brin­gen wird als sie die Mensch­heit im 20. Jahr­hun­dert erleb­te, wenn eine Rei­he sieg­rei­cher sozia­lis­ti­scher Revo­lu­tio­nen dies nicht ver­hin­dern. Unse­re Zeit ist des­halb nach wie vor eine Zeit der „Kri­sen, Krie­ge und Revo­lu­tio­nen“, nicht nur der „Kri­sen und Revo­lu­tio­nen“.

Die PO wie­der­um ten­diert dazu, eine Visi­on eines prak­tisch unmit­tel­bar bevor­ste­hen­den Krie­ges auf­zu­wer­fen, die nicht die wahr­schein­lichs­te zu sein scheint und die dazu füh­ren kann, Über­ein­stim­mun­gen mit sta­li­nis­ti­schen Sek­to­ren zu recht­fer­ti­gen, die auf­grund ihrer Dif­fe­ren­zen mit den USA „Lager“-Positionen ein­neh­men, die den rus­si­schen und/​oder den chi­ne­si­schen Staat als fort­schritt­lich anse­hen, wie es mit der Par­tei der Ver­ein­ten Kom­mu­nis­ten Russ­lands geschah, einer Orga­ni­sa­ti­on, die sich auf Sta­lin beruft und gute Bezie­hun­gen zu Putin unter­hält und mit der die PO vor dem Bruch mit Alta­mi­ra an gemein­sa­men inter­na­tio­na­len Ver­an­stal­tun­gen teil­ge­nom­men hat­te, wie etwa der Kon­fe­renz von Bue­nos Aires im April 2018. Wir wis­sen nicht, ob die der­zei­ti­ge Füh­rung der PO dies immer noch behaup­tet, aber wir haben bis­her kei­ne öffent­li­che Kri­tik an die­ser Poli­tik gese­hen.

Auf ihrer Web­sei­te kann man die Inter­ven­ti­on einer der Anführer*innen die­ser Par­tei, Darya Miti­na, auf die­ser Kon­fe­renz sehen, und wir wie­der­ho­len, dass wir kei­ne neue Kri­tik dar­an gese­hen haben. Hin­zu kommt das Behar­ren der PO dar­auf, dass der nicht abge­schlos­se­ne Pro­zess der kapi­ta­lis­ti­schen Restau­ra­ti­on in Chi­na und Russ­land in Erwä­gung gezo­gen wer­den müs­se, wodurch sie die Mög­lich­keit ihrer Halb­ko­lo­ni­sie­rung mit ihrem sozia­len Cha­rak­ter ver­mischt. Wir hin­ge­gen fin­den, dass heu­te nie­mand ernst­haft behaup­ten kann, Russ­land sei nicht schon seit vie­len Jah­ren ein voll­wer­ti­ger kapi­ta­lis­ti­scher Staat.

In Chi­na, wo die Tat­sa­che, dass die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei immer an der Macht blieb, zu Ver­wir­rung füh­ren kann, hat­te der Restau­ra­ti­ons­pro­zess natür­lich eine ande­re Dyna­mik, die mit dem Ein­drin­gen des inter­na­tio­na­len Kapi­tals in das Land und mit der wach­sen­den Ver­bin­dung zwi­schen der Büro­kra­tie und der neu­en chi­ne­si­schen Bour­geoi­sie zusam­men­hing, die weit davon ent­fernt ist, gro­ße Kon­flik­te mit der Büro­kra­tie zu haben. Viel­mehr ist sie dar­auf ange­wie­sen, dass die­se sich wei­ter ent­wi­ckelt.

In den Rei­hen der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Chi­nas sind eini­ge der wich­tigs­ten Geschäfts­leu­te des Lan­des — dar­un­ter sogar Mega-Millionär*innen. Wäh­rend Berei­che der Wirt­schaft und des Grund­be­sit­zes nach wie vor über­wie­gend in Staats­be­sitz sind, ist es eher das Stre­ben nach kapi­ta­lis­ti­schem Pro­fit als die Pla­nung, das die wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen bestimmt. Das Gesund­heits­sys­tem zum Bei­spiel ist weit­ge­hend markt­ori­en­tiert, wie der Anfang der Coro­na­vi­rus-Kri­se in Wuhan gezeigt hat.

Dar­über hin­aus weist Chi­na in sei­nen Bezie­hun­gen zu ver­schie­de­nen Län­dern, vor allem afri­ka­ni­schen, impe­ria­lis­ti­sche Züge auf. Dies bedeu­tet jedoch nicht, dass wir Chi­na ein­fach als ein wei­te­res impe­ria­lis­ti­sches Land defi­nie­ren oder behaup­ten, dass im Fal­le eines Krie­ges mit den USA die Posi­ti­on auf bei­den Sei­ten glei­cher­ma­ßen von „Defä­tis­mus“ geprägt wäre, son­dern viel­mehr, dass man sich eine sol­che Kon­fron­ta­ti­on im Kon­kre­ten anschau­en müss­te(4).

„Trump raus?“ — Die Situation in den USA

Eine ande­re Debat­te dreh­te sich in der Podi­ums­dis­kus­si­on zum The­ma „Die Welt­kri­se und die Rebel­li­on im Impe­ri­um“ um den Slo­gan „Trump raus“ der PO, auf den Jime­na Ver­ga­ra von Left Voice mit dem Hin­weis reagier­te, dass er in der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on des öffent­li­chen Wahl­kamp­fes und des Drucks, die Kan­di­da­tur von Joe Biden als „klei­ne­res Übel“ zu unter­stüt­zen, nicht dazu geeig­net sei, die­sen Illu­sio­nen etwas ent­ge­gen­zu­set­zen.

Unse­rer Mei­nung nach weist er das glei­che Pro­blem auf wie der Slo­gan „Macri raus“, der von Alta­mi­ra mit­ten im argen­ti­ni­schen Wahl­pro­zess 2019 auf­ge­wor­fen wur­de und der jeg­li­che Kri­tik an der pero­nis­ti­schen Oppo­si­ti­on, die für sich mit „Macri raus“ gewor­ben hat­te, bei­sei­te ließ. Denn heu­te lässt „Trump raus“ die Kri­tik an der Demo­kra­ti­schen Par­tei außen vor, deren Rol­le in dem Doku­ment, mit dem zur Kon­fe­renz auf­ge­ru­fen wur­de, klar ange­pran­gert wird.

Es stimmt zwar, dass die USA momen­tan aus einem Rebel­li­ons­pro­zess her­vor­ge­hen und sich die Mobi­li­sie­run­gen wei­ter ent­wi­ckeln, aber ist die Posi­ti­on der PO, dass die Mobi­li­sie­rung so stark ist, dass ihre direk­te Fol­ge der Sturz der Regie­rung und der offe­ne Boy­kott des Wahl­pro­zes­ses ist? Wenn das nicht der Fall ist — wir glau­ben, dass jede*r ver­nünf­ti­ge Beobachter*in sagen wür­de, dass dem nicht so ist — stellt die von den Genoss*innen vor­ge­tra­ge­ne Losung die Poli­tik der Ablö­sung des impe­ria­lis­ti­schen Regimes nicht in Kon­fron­ta­ti­on mit der Kan­di­da­tur Bidens und der Rück­kehr der Demokrat*innen an die Regie­rung.

In der Debat­te ver­such­te einer der Redner*innen der PO, unse­re Kri­tik an die­sem Slo­gan mit unse­rer angeb­li­chen Ableh­nung des Vor­schlags zum Sturz der Regie­rung in Frank­reich und eini­gen latein­ame­ri­ka­ni­schen Län­dern zu ver­bin­den, was völ­lig falsch ist, da wir „Macron démis­si­on“ sowohl im Kampf der Gelb­wes­ten als auch in der Aus­ein­an­der­set­zung um die Reform des Ren­ten­sys­tems unter­stützt haben. Das­sel­be haben wir bei der Rebel­li­on gegen More­no in Ecua­dor und gegen Piñe­ra in Chi­le gemacht. Das Zusam­men­fas­sen und Ver­fäl­schen der Posi­tio­nen des ande­ren trägt nicht zur Prä­zi­sie­rung der Dif­fe­ren­zen bei.

Zu guter Letzt sei dar­auf hin­ge­wie­sen, dass wir in die­sem Block die Fra­ge der Unter­stüt­zung von Poli­zei­streiks und ‑gewerk­schaf­ten nicht uner­wähnt las­sen woll­ten. Als FT haben wir in meh­re­ren Inter­ven­tio­nen zur Spra­che gebracht, dass gegen­wär­tig in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten eine Bewe­gung der kämp­fe­rischs­ten Sek­to­ren der Arbeiter*innenklasse für die Aus­wei­sung der Poli­zei­ge­werk­schaf­ten aus der AFL-CIO ((US-)Amerikanischer Arbeits­ver­band und Kon­gress der Indus­trie­or­ga­ni­sa­tio­nen) und den Arbeiter*innenorganisationen besteht, da die Poli­zei­ge­werk­schaf­ten die Ver­tei­di­gung von Poli­zei­ge­walt und kor­rup­ten Beamt*innen orga­ni­sie­ren. Für uns zeigt die­se Bewe­gung deut­lich den Cha­rak­ter der Poli­zei­ge­werk­schaf­ten auf und dass sie für die Arbeiter*innenbewegung kei­nes­wegs fort­schritt­lich sind. Da dies sowohl in Bra­si­li­en als auch in Argen­ti­ni­en ein wich­ti­ger Punkt der Mei­nungs­ver­schie­den­heit mit der UIT und der LIS sowie mit der PSTU (Sozia­lis­ti­sche Par­tei der Ver­ein­ten Arbei­ter) und der LIT (Inter­na­tio­na­le Arbei­ter­li­ga) dar­stell­te, beharr­ten wir dar­auf, aber die­ser Punkt wur­de von kei­ner ande­ren Orga­ni­sa­ti­on erwähnt.

Wie handeln angesichts der Angriffe und Proteste von Rechts?

Eine wei­te­re Debat­te fand über die Poli­tik rech­ter Putschs und Auf­stän­de gegen­über „natio­na­len und popu­lis­ti­schen“ Regie­run­gen statt. In der Eröff­nungs­re­de der abschlie­ßen­den Ple­nar­sit­zung haben wir erklärt, dass „für uns natio­na­le und popu­lis­ti­sche oder Mit­te-Links-Füh­run­gen nicht dadurch über­wun­den wer­den kön­nen, indem Fah­nen mit Rech­ten zusam­men­ge­bracht wer­den. Weder Madu­ros Auto­ri­ta­ris­mus noch die Kri­tik an Evo Mora­les kön­nen es recht­fer­ti­gen, an der Sei­te von Guai­dó und den ver­schie­de­nen Vari­an­ten der vene­zo­la­ni­schen Rech­ten oder mit den boli­via­ni­schen Putschist*innen-Anführer*innen zu mar­schie­ren, wenn „Volks­auf­stän­de“ in Betracht gezo­gen wer­den, die von der Rech­ten und dem Impe­ria­lis­mus ange­heizt wer­den.

Es han­delt sich hier­bei um eine libe­ra­le, demo­kra­ti­sie­ren­de, nicht-mar­xis­ti­sche Posi­ti­on. Das Glei­che gilt für Bra­si­li­en: Die Oppo­si­ti­on gegen die Maß­nah­men von Dil­ma und die Regie­rung der PT (Arbei­ter­par­tei) haben es nicht recht­fer­ti­gen kön­nen, den insti­tu­tio­nel­len Putsch oder das Ver­bot und die Inhaf­tie­rung von Lula auf der Grund­la­ge der Ope­ra­ti­on Lava Jato(5), die vom US-Impe­ria­lis­mus vor­an­ge­trie­ben wird, zu unter­stüt­zen. Wir füh­ren die­se Debat­te ins­be­son­de­re mit den Orga­ni­sa­tio­nen, die der UIT in Vene­zue­la, Boli­vi­en und Bra­si­li­en ange­hö­ren.

In Vene­zue­la haben zwar sowohl José Bodas als auch Miguel Hernán­dez von der PSL (Sozia­lis­mus- und Frei­heits­par­tei) dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ihre Fah­nen nicht im sel­ben Wind wie die der Rech­ten wehen und dass sie gegen die aggres­si­ven Ein­grif­fe des Impe­ria­lis­mus sind, aber Tat­sa­che ist, dass Simón Por­ras am 6. August den von der Rech­ten aus­ge­lös­ten Auf­stand im Jahr 2017 als „Volks­auf­stand“ bezeich­net hat.

Stra­te­gi­scher erklär­te Ángel Ari­as von der vene­zo­la­ni­schen LTS (Liga der Arbeiter*innen für den Sozia­lis­mus, Sek­ti­on der FT), wie sowohl die jet­zi­ge PSL als auch die Marea Socia­lis­ta (Sozia­lis­ti­sche Flut) inzwi­schen dazu über­ge­gan­gen sind, sich nicht von der Rech­ten zu unter­schei­den oder sich als „kri­ti­scher Cha­vis­mus“ zu prä­sen­tie­ren. Die Marea Socia­lis­ta war sogar ein orga­ni­scher Teil der regie­ren­den PSUV (Ver­ei­nig­te Sozia­lis­ti­sche Par­tei Vene­zue­las), wäh­rend die PSL gewerk­schaft­li­che Abkom­men mit Sek­to­ren unter­zeich­net hat, die auf die Mario­net­te des Impe­ria­lis­mus, Juan Guai­dó, reagie­ren.

Gleich­zei­tig rief er zu „einer Neu­grup­pie­rung der Kräf­te der anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen und sozia­lis­ti­schen Lin­ken auf — derer, die sich der Demo­ra­li­sie­rung, den pseu­do­de­mo­kra­ti­schen Rufen der pro-impe­ria­lis­ti­schen Rech­ten wider­set­zen und den­je­ni­gen, die dafür offen sind, den Cha­vis­mus von links zu über­win­den.“

Im Fal­le Boli­vi­ens ver­tei­dig­te der Ver­tre­ter der ARPT (Revo­lu­tio­nä­re Alter­na­ti­ve des Arbei­ten­den Vol­kes), der dor­ti­gen Sek­ti­on der UIT, deren Vor­schlag, die Putsch­re­gie­rung von Añez mit der MAS (Sozia­lis­ti­sche Bewe­gung) von Evo Mora­les gleich­zu­set­zen, was mit ihrer anfäng­li­chen Neu­tra­li­tät gegen­über dem Putsch von Añez und Cama­cho in Ein­klang steht. Die­se Posi­ti­on stellt sie völ­lig außer­halb der Pro­zes­se, die sich im Kampf gegen die erneu­te Ver­schie­bung des Wahl­pro­zes­ses abspie­len, die einen Mecha­nis­mus der Regie­rung dar­stellt, um sich an der Macht zu hal­ten, obwohl die Umfra­gen ihr den Rücken gekehrt haben.

Wir brau­chen eine har­sche Kri­tik an der demo­bi­li­sie­ren­den Rol­le der MAS, die als der Wider­stand am größ­ten war im Par­la­ment dafür stimm­te, den Rück­tritt von Evo Mora­les zu akzep­tie­ren statt ihn abzu­leh­nen — und müs­sen unse­re völ­li­ge Unab­hän­gig­keit von ihr bei­be­hal­ten. Dies darf aber auf kei­nen Fall dazu füh­ren, die ras­sis­ti­sche und pro-impe­ria­lis­ti­sche Putsch­re­gie­rung von Añez, die aus einem anhal­ten­den Staats­coup her­vor­ge­gan­gen ist, mit dem Par­la­ment, das sich nach der vor­an­ge­gan­ge­nen Wahl mit der Unter­stüt­zung der Mehr­heit der Arbeiter*innen und Bäuer*innen zusam­men­setz­te, gleich­zu­set­zen. „Raus mit Añez und dem Par­la­ment. Sie sol­len alle zusam­men gehen“, heißt es auf der Titel­sei­te der 60. ARPT-Zei­tung Fuer­za vom 28. Mai 2020. Eine kom­plett demo­kra­ti­sie­ren­de Poli­tik, die dazu führt, der Putsch­re­gie­rung nicht ent­ge­gen­zu­tre­ten.

Im Fall von Bra­si­li­en haben uns letz­ten Endes die Fak­ten Recht gege­ben, als wir sowohl das Impeach­ment gegen Dil­ma als auch die Ope­ra­ti­on Lava Jato als Teil einer vom Impe­ria­lis­mus koor­di­nier­ten Poli­tik ange­pran­gert haben. Die Behaup­tung, dass es in Bra­si­li­en bei der Abset­zung von Rouss­eff nicht zu einem Staats­streich gekom­men sei, und spä­ter der Vor­schlag der CST (Sozia­lis­ti­sche Arbei­ter­strö­mung, Sek­ti­on der UIT), „Lula und alle Kor­rup­ten“ zusam­men mit Ser­gio Moro und der gesam­ten Rech­ten ein­zu­sper­ren, hat nur die Durch­füh­rung einer Poli­tik begüns­tigt, die am Ende dazu führ­te, dass Bol­so­na­ro Prä­si­dent wur­de.

Die Genoss*innen der MST ihrer­seits befan­den sich zu die­sem Zeit­punkt in einer gemein­sa­men Grup­pie­rung mit der MES (Links-sozia­lis­ti­sche Bewe­gung), die eine ähn­li­che Poli­tik ver­folg­te. Doch war dies nicht der Grund ihrer Spal­tung: die Erklä­rung, die wir von die­sem Bruch gele­sen haben, dreht sich um die Fra­ge, ob brei­te Par­tei­en eine Tak­tik oder eine Stra­te­gie dar­stel­len, aber nicht um die Poli­tik in Bra­si­li­en.

Heu­te geht es im Kampf gegen die Bol­so­na­ro-Regie­rung dar­um, nicht in die Fal­le eines Impeach­ments zu tap­pen, die Gene­ral Mou­rao an die Regie­rung brin­gen wür­de. Es geht dar­um, Bol­so­na­ro-Mou­rao und das gesam­te Putsch­re­gime zu besei­ti­gen und eine freie und sou­ve­rä­ne Ver­fas­sungs­ge­ben­de Ver­samm­lung vor­zu­schla­gen, wie Dia­na Assun­cao (Revo­lu­tio­nä­re Arbei­ter­be­we­gung (MRT), Sek­ti­on der FT) in ihrer Rede dar­leg­te, in der sie sowohl den lin­ken Block der PSOL als auch die PSTU auf­rief, sich hin­ter die­ser Poli­tik neu zu for­mie­ren.

Des­halb stimmt es nicht, dass die IS in ihrer Bilanz behaup­tet, wir wür­den sie haupt­säch­lich dafür kri­ti­sie­ren, dass sie inner­halb der PSOL sind: das ist die zeit- und orts­frem­de Kri­tik der PO, nicht unse­re. Uns geht es bei unse­rer tief­grün­di­gen Infra­ge­stel­lung um die Poli­tik, die sie auf­ge­wor­fen haben und auf­wer­fen.

Eine nicht-korporative Strategie für die Arbeiter*innenbewegung

Im Hin­blick auf die latein­ame­ri­ka­ni­sche Arbeiter*innenbewegung legen wir auf der Grund­la­ge unse­rer eige­nen Erfah­run­gen eini­ge der Punk­te vor, die unse­rer Mei­nung nach in ers­ter Linie zur Debat­te ste­hen. In die­sem Sin­ne wur­den die Inter­ven­tio­nen von Les­ter Cal­derón, Vor­sit­zen­der der Ers­ten Gewerk­schaft der Ori­ca-Fabrik in Anto­fagas­ta (Chi­le) und füh­ren­des Mit­glied des chi­le­ni­schen Metall­ge­werk­schafts­bun­des CONSTRAMENT und der chi­le­ni­schen PTR und von Clau­dio Del­le­car­bo­na­ra, dem Anfüh­rer einer Min­der­heits­frak­ti­on in der U‑Bahn-Gewerk­schaft und momen­tan Abge­ord­ne­ter der PTS in der Pro­vinz Bue­nos Aires, mit Inter­es­se wahr­ge­nom­men.

Cal­derón fass­te die Erfah­run­gen zusam­men, die in Anto­fagas­ta wäh­rend des gesam­ten Pro­zes­ses der chi­le­ni­schen Rebel­li­on gesam­melt wur­den. Dazu gehör­ten die Grün­dung einer Orga­ni­sa­ti­on von Avant­gar­de-Grup­pie­run­gen, das Not­fall- und Schutz­ko­mi­tee, das Bünd­nis mit den Bewohner*innen Anto­fagas­tas und die Durch­set­zung der Ein­heits­front der Arbeiter*innen gegen­über der büro­kra­ti­schen Füh­rung der CUT (Ver­ei­nig­te Zen­tra­le Chi­le­ni­scher Arbeiter*innen, Gewerk­schaft) bei ver­schie­de­nen Gele­gen­hei­ten. Del­le­car­bo­na­ra erläu­ter­te, wie in der PTS, wo sehr wich­ti­ge Anführer*innen aus der Arbeiter*innenbewegung, die von der FIT gewon­ne­nen Sit­ze in Par­la­men­ten und bera­ten­den Aus­schüs­sen besetzt haben und noch immer beset­zen, die Stra­te­gie dar­in besteht, als „Volks­tri­bu­ne“ und nicht als blo­ße Gewerkschafter*innen oder Parlamentarier*innen zu agie­ren.

In der Ple­nar­sit­zung vom Sams­tag wies Jor­ge Medi­na, Mit­ar­bei­ter von Mady­graf, einer Fabrik unter Arbeiter*innenkontrolle und Mit­glied der Lei­tung der PTS, auf den Wider­spruch zwi­schen der Ver­tei­di­gung der Gewerk­schafts­de­mo­kra­tie, der die ver­schie­de­nen Strö­mun­gen mit Wor­ten nach­ge­hen, und dem Feh­len einer akti­ven Poli­tik zur Ände­rung der Gewerk­schafts­sta­tu­ten, die unter ande­rem die Berück­sich­ti­gung von Min­der­heits­frak­tio­nen in Lei­tungs­gre­mi­en garan­tie­ren wür­de, wie es in der SUTNA (Ein­heits­ge­werk­schaft der Reifenarbeiter*innen), die von der PO gelei­tet wird, unse­rer Mei­nung nach gesche­hen soll­te. Doch wur­de die­ses Bei­spiel nicht dort, son­dern in der Gewerk­schaft der Keramikarbeiter*innen von Neu­quén in die Pra­xis umge­setzt, sobald die­se mit dem gro­ßen Kampf von Zanón von der Gewerk­schafts­bü­ro­kra­tie zurück­er­obert wor­den war.

„Breite Fronten“ und „Breite antikapitalistische Parteien“

Eine der viel­leicht wich­tigs­ten Debat­ten, die sich durch die Kon­fe­renz zog, war die Fra­ge, wel­che Tak­ti­ken für die Ent­wick­lung revo­lu­tio­nä­rer Par­tei­en legi­tim sind. Ein ers­ter Unter­schied besteht zu den­je­ni­gen, die der Mei­nung sind, dass die Unab­hän­gig­keit der Arbeiter*innenklasse in brei­ten Fron­ten oder links­li­be­ra­len bzw. ‑popu­lis­ti­schen Par­tei­en auf­recht­erhal­ten wer­den kann, obwohl die­se sie aus­drück­lich ableh­nen, wie die perua­ni­sche Fren­te Amplio (brei­te Front) heu­te, das Pro­yec­to Sur (Süd­pro­jekt) oder die Par­tei von Luis Juez in Argen­ti­ni­en zu sei­ner Zeit. An der ers­ten betei­ligt sich UNÍOS (Schließt euch an), die perua­ni­sche Grup­pe der UIT. Die MST war Teil der letz­te­ren.

Die IS warf uns Sektierer*innentum vor, weil wir auf den Wider­spruch zwi­schen der Unter­stüt­zung der FIT‑U in Argen­ti­ni­en, die für die Unab­hän­gig­keit der Arbeiter*innenklasse und die Per­spek­ti­ve einer Arbeiter*innenregierung ein­tritt, und der Betei­li­gung an einer Mit­te-Links-Front wie der FA in Peru hin­ge­wie­sen hat­ten, die laut ihrem Pro­gramm für eine „gute Regie­rung“ und „gegen Kor­rup­ti­on“ kämpft. IS recht­fer­tig­te ihre Poli­tik mit dem Argu­ment, dass die FA das „Bes­te des perua­ni­schen Pro­gres­si­vis­mus“ zusam­men­bringt. Und sie bekräf­tig­te erneut, dass sie „stolz“ auf ihre Mit­glied­schaft in die­ser poli­ti­schen Koali­ti­on sei, die unter ande­rem im zwei­ten Wahl­gang 2016 zur Wahl von Pedro Pablo Kucin­sky, dem perua­ni­schen Äqui­va­lent zu Macri, als das klei­ne­re Übel gegen Kei­ko Fuji­mo­ri auf­rief.

Wo ist die Unab­hän­gig­keit der Arbeiter*innenklasse? Wie kann die FA, die auch vom gläu­bi­gen Mar­co Ara­na gelei­tet wird und Kri­tik an ihrer Poli­tik und ihrem Ver­hal­ten sank­tio­niert, zum Auf­bau einer revo­lu­tio­nä­ren Par­tei bei­tra­gen? In Argen­ti­ni­en kri­ti­sier­te die Sozia­lis­ti­sche Lin­ke die MST für ihre Betei­li­gung an Mit­te-Links-Fron­ten und argu­men­tier­te, dass die­se eine Gren­ze für eine Poli­tik der Alli­an­zen dar­stel­le. In Peru hin­ge­gen recht­fer­tig­te die UIT die Vor­ge­hens­wei­se, die die MST in Fra­ge stell­te, fol­gen­der­ma­ßen:

Es ist tak­tisch.

Die PO ver­bin­det die Betei­li­gung an die­sen Fron­ten, die dem Kampf um die Unab­hän­gig­keit der Arbeiter*innenklasse ent­ge­gen­ste­hen, mit der Tak­tik der Inter­ven­ti­on in die soge­nann­ten „brei­ten anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Par­tei­en“, nicht immer und unter nicht unter allen Umstän­den, son­dern jede kon­kre­te Situa­ti­on ana­ly­sie­rend (zum Bei­spiel, ob die­se Par­tei­en Exe­ku­tiv­ver­ant­wor­tung über­neh­men oder voll­stän­dig in die Volks­fron­ten inte­griert sind) und kla­re Klas­sen­gren­zen set­zend, ins­be­son­de­re in der PSOL in Bra­si­li­en und in der NPA (Neu­en Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Par­tei) Frank­reichs. Wenn es in die­sen Län­dern kei­ne kon­kre­te Inter­ven­ti­on gibt, scheint es aller­dings aus­rei­chend zu sein, zu erklä­ren, dass „revo­lu­tio­nä­re Par­tei­en auf­ge­baut wer­den müs­sen.“

Aber nie­mand, der in Bra­si­li­en oder Frank­reich aktiv ist und dar­an inter­es­siert ist, die Grup­pie­rung der lin­ken Avant­gar­de zu beein­flus­sen, kommt um den ernst­haf­ten Gedan­ken einer akti­ven Poli­tik gegen­über die­sen Par­tei­en her­um, die im Übri­gen nicht mit­ein­an­der ver­gleich­bar sind.

Von Anfang an an der NPA betei­ligt gewe­sen zu sein, aber dafür zu kämp­fen, dass die­se Orga­ni­sa­ti­on für den Auf­bau einer revo­lu­tio­nä­ren Par­tei der Arbeiter*innenklasse kämpft, basie­rend auf einem akti­ven Ein­grei­fen in die Pro­zes­se des inten­si­ven Klas­sen­kamp­fes, die das Land bewegt haben, zusam­men mit der küh­nen Ent­wick­lung von Révo­lu­ti­on Per­ma­nen­te, ist es, was die Stär­kung unse­rer Genoss*innen der CCR (Kom­mu­nis­tisch-Revo­lu­tio­nä­re Strö­mung, Sek­ti­on der FT) und die des gesam­ten lin­ken Flü­gels der Par­tei ermög­licht hat, bis zu dem Punkt, dass die Füh­rung, die in ihrer Mehr­heit von der ehe­ma­li­gen Revo­lu­tio­nä­ren Kom­mu­nis­ti­schen Liga kommt, die Par­tei spal­ten könn­te. Die Kämp­fe, die statt­ge­fun­den haben, haben es ermög­licht, dass sich die Anführer*innen der Arbeiter*innenavantgarde der CCR ange­schlos­sen haben, wie z.B. Anas­se Kazib, einer der Haupt­be­zugs­punk­te im Kampf gegen die Ren­ten­re­form(6).

Die ande­re Kri­tik, die die PO an uns übt, bezieht sich auf unse­re Poli­tik in Bra­si­li­en gegen­über der PSOL. Die PO ver­wech­selt dabei zwei ver­schie­de­ne Poli­ti­ken. Eine davon ist die zwei­fa­che Bit­te der MRT, in die PSOL auf­ge­nom­men zu wer­den: Nach dem Auf­stand vom Juni 2013 — als die PSOL ein­deu­tig zur Refe­renz für die lin­ke Oppo­si­ti­on zur PT-Regie­rung gewor­den war — und nach dem Staats­streich gegen Dil­ma, um gegen das Putsch­re­gime zu kämp­fen.

Die ande­re Poli­tik sind demo­kra­ti­sche Kan­di­da­tu­ren — um die wir die PSTU auch bei ande­ren Gele­gen­hei­ten gebe­ten haben. Die­se impli­zie­ren, wie der Name schon sagt, kein Bekennt­nis zur Par­tei­po­li­tik. In einem Land, in dem die Wahl­ge­setz­ge­bung zutiefst miss­bil­li­gend ist, sind sie das, was uns erlaubt, zu kan­di­die­ren, dazu auf­zu­ru­fen, für unse­re Kandidat*innen zu stim­men (denn Stim­men wer­den für Kandidat*innen, nicht wie in Argen­ti­ni­en für Lis­ten abge­ge­ben) und uns mit unse­rer eige­nen Poli­tik am Wahl­kampf zu betei­li­gen. Des­halb haben wir Kandidat*innen wie Erun­di­nas in São Pau­lo und ande­re, die, ohne so bekannt zu sein, mit der eher rechts­ge­rich­te­ten Poli­tik der PSOL ver­bun­den waren, nicht unter­stützt. Außer­dem haben wir in den Staa­ten, in denen die PSOL Koali­tio­nen mit bür­ger­li­chen Par­tei­en unter­hält, kei­ne demo­kra­ti­schen Kan­di­da­tu­ren auf­ge­stellt.

Die MRT for­der­te die PSOL auf, in den poli­ti­schen Kampf gegen die offen oppor­tu­nis­ti­schen Flü­gel die­ser Par­tei ein­zu­tre­ten, die heu­te ver­su­chen, sich mit der PT und ande­ren nicht-pro­le­ta­ri­schen Kräf­ten in einer Art „Anti-Bolsonaro“-Front zusam­men­zu­schlie­ßen. Das und kein ande­rer Grund ist der Grund dafür, dass die PSOL-Füh­rung uns den Bei­tritt ver­wei­gert hat, was zeigt, dass sie eine „brei­te Par­tei“ für ver­schie­de­ne Opportunist*innen oder Grup­pen ohne Ein­fluss ist, aber nicht für Revolutionär*innen, die kon­se­quent für ihre Stra­te­gie kämp­fen. Die Füh­rung der PSOL wuss­te, dass sie die öffent­li­chen Infra­ge­stel­lung der MRT, die über Esquer­da Dia­rio Hun­dert­tau­sen­de errei­chen wür­de, ansto­ßen und dar­auf reagie­ren muss­te.

Zum Schluss gab es eine Dis­kus­si­on dar­über, wie der Auf­bau einer revo­lu­tio­nä­ren Par­tei in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten vor­an­ge­trie­ben wer­den kann, wobei die MST und die LIS dar­auf bestan­den, dass dies außer­halb der DSA nicht mög­lich sei. Aber obwohl es stimmt, dass ein Dia­log mit den Genoss*innen und den Sympathisant*innen der DSA von zen­tra­ler Bedeu­tung ist, kon­zen­triert sich ihre Füh­rung auf die Unter­stüt­zung von Kandidat*innen inner­halb der Demo­kra­ti­schen Par­tei — eine Fra­ge, die nicht so leicht­fer­tig igno­riert wer­den kann wie es die MST tut. Wer­den die Genoss*innen der LIS für die DSA-Kandidat*innen wer­ben, die auf den Lis­ten der Demo­kra­ti­schen Par­tei ste­hen? Oben­drein gibt es eine brei­te Avant­gar­de, die sich nach der Ermor­dung von Geor­ge Floyd ent­wi­ckelt hat und die die DSA von links in Fra­ge stellt, weil die­se die Kri­tik am struk­tu­rel­len Ras­sis­mus, der den US-impe­ria­lis­ti­schen Kapi­ta­lis­mus kenn­zeich­net, rela­ti­viert.

Sowohl Jime­na Ver­ga­ra als auch Julia Wal­lace von Left Voice zeig­ten auf, wie sie neben der akti­ven Inter­ven­ti­on in Rebel­li­on gegen Ras­sis­mus und Poli­zei­ge­walt stets die Not­wen­dig­keit des Kamp­fes gegen die Unter­stüt­zung der DSA für die Kandidat*innen inner­halb einer der bei­den gro­ßen Par­tei­en des Estab­lish­ments her­vor­ge­ho­ben haben, indem sie die Genoss*innen dazu auf­rie­fen, den Kampf für eine drit­te Par­tei auf­zu­neh­men, die eine der Arbeiter*innenklasse ist und für den Sozia­lis­mus kämpft. Left Voice hat sich einen Platz in der vor­ders­ten Rei­he des US-ame­ri­ka­ni­schen Kamp­fes erkämpft hat und wird bald ihre ers­te Kon­fe­renz abhal­ten.

Um das revo­lu­tio­nä­re Pro­gramm vor­an­zu­trei­ben, die Avant­gar­de zu orga­ni­sie­ren und einen Weg zur Mas­sen­be­we­gung zu ebnen, ist stra­te­gi­sche Unnach­gie­big­keit unab­ding­bar, eben­so wie die Kühn­heit, tak­tisch fle­xi­bel zu sein. Das riet Trotz­ki den Revolutionär*innen in Frank­reich, Spa­ni­en und ins­be­son­de­re der ame­ri­ka­ni­schen SWP (Sozia­lis­ti­sche Arbeiter*innenpartei). Er dis­ku­tier­te eine Rei­he tak­ti­scher Initia­ti­ven, zu denen unter ande­rem die Fusi­on gehör­ten, die zur Grün­dung der Workers Par­ty führ­te, deren Ent­ris­mus in die Socia­list Par­ty, der in den Debat­ten über das Über­gangs­pro­gramm zur Spra­che kommt, sowie­die Unter­stüt­zung der Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tur der KP.

Die­je­ni­gen, die sich an oppor­tu­nis­ti­sche und zen­tris­ti­sche Füh­run­gen anpas­sen, ver­ges­sen die stra­te­gi­sche Unnach­gie­big­keit und hören auf die­se Wei­se auf, Revolutionär*innen zu sein. Aber die­je­ni­gen, die jeg­li­che Tak­tik ver­wei­gern und in ihrer selbst­er­nann­ten Posi­ti­on ver­har­ren, ent­hal­ten sich des poli­ti­schen Kamp­fes, der not­wen­dig ist, um die lin­kes­ten Sek­to­ren — egal ob sie momen­tan in „zen­tris­ti­schen Par­tei­en“ orga­ni­siert sind oder nicht — für eine revo­lu­tio­nä­re Per­spek­ti­ve zu gewin­nen.

Die Wege für den Wiederaufbau der IV. Internationale

Im Zusam­men­hang mit der Fra­ge der Tak­ti­ken, die ent­wi­ckelt wer­den müs­sen, um auf dem Weg zum Auf­bau revo­lu­tio­nä­rer Par­tei­en vor­an­zu­kom­men, gab es auch eine Dis­kus­si­on über die Wege, wie beim Wie­der­auf­bau der Vier­ten Inter­na­tio­na­le vor­an­ge­kom­men wer­den kann. Wir müs­sen dar­auf hin­wei­sen, dass die PTS vor­ge­schla­gen hat, die­sen Punkt in den Auf­ruf auf­zu­neh­men, was von der PO nicht akzep­tiert wur­de, da die­se Fra­ge nicht Teil des Pro­gramms des FIT‑U war.

In die­sem Punkt, wie Nicolás Del Caño (PTS) in sei­ner Schluss­re­de vor der Abstim­mung über die Reso­lu­tio­nen beton­te, „schla­gen die Genoss*innen der PO vor, die Metho­de anzu­wen­den, die sie in der CRCI aus­ge­übt haben. Aber die­se Orga­ni­sa­ti­on wur­de auf­ge­löst, und wir haben kei­ne Bilanz dar­über gese­hen, was sie zum Schei­tern gebracht hat.

Unse­rer Mei­nung nach kann kei­ne Inter­na­tio­na­le auf vier all­ge­mei­nen Punk­ten auf­ge­baut wer­den.“ Bereits in der Ver­gan­gen­heit hat­te sich die Orga­ni­sa­ti­on Cau­sa Operá­ria do Bra­sil (Arbei­ter­sa­che Bra­si­li­ens), die seit vie­len Jah­ren mit der PO ver­bun­den war, von der CRCI getrennt, ohne dass die poli­ti­schen Grün­de für einen sol­chen Bruch klar waren. Die­se Orga­ni­sa­ti­on ent­wi­ckel­te ihre Posi­ti­on zur PT dann hin zu einer der voll­stän­di­gen Unter­stüt­zung.

Die Wahr­heit ist, dass die CRCI als gemein­sa­me Ten­denz nie real exis­tiert hat und vor dem Bruch Alta­mi­ras mit der der­zei­ti­gen Füh­rung der PO eine lan­ge Kri­se mit sich zog, die kei­ne der Orga­ni­sa­tio­nen, mit denen sie eine lose Grup­pie­rung und sehr begrenz­te pro­gram­ma­ti­sche Über­ein­stim­mun­gen geteilt hat­te, auf ihre Sei­te zie­hen konn­te.

Inzwi­schen hat die PO zusam­men mit ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen, die an der Kon­fe­renz teil­ge­nom­men haben, einen Text über Latein­ame­ri­ka vor­ge­legt. Die meis­ten die­ser Grup­pen sind jung und ver­fü­gen über kei­ne regel­mä­ßig erschei­nen­de Zei­tung. Nur die mexi­ka­ni­sche GAR (Grup­pe der Revo­lu­tio­nä­ren Akti­on) und die Juventud Obre­ra (Arbei­ten­de Jugend) Cos­ta Ricas haben eine Web­sei­te. In den drei Dis­kus­si­ons­run­den kamen die sechs Redner*innen der jeweils auf­ru­fen­den Orga­ni­sa­ti­on oder inter­na­tio­na­len Strö­mung aus der argen­ti­ni­schen PO, und in der Ple­nar­sit­zung am Sams­tag sie­ben von 13, auch wenn wir die Agru­pa­ción de Tra­ba­ja­do­res Boli­via­nos (Grup­pie­rung Boli­via­ni­scher Arbei­ter), die in Argen­ti­ni­en ansäs­sig ist, und die PO und den Polo Obre­ro (Arbei­ter­pol) ein­zeln zäh­len. Vor die­sem Hin­ter­grund muss eine Bilanz hin­sicht­lich der von der PO und der PTS vor­ge­schla­ge­nen Poli­tik für den Wie­der­auf­bau der Vier­ten Inter­na­tio­na­le gezo­gen wer­den.

Wäh­rend die Situa­ti­on der PO jene ist, auf die wir bereits hin­ge­wie­sen haben (also eine ers­te Erklä­rung, die mit den Grün­dungs­grup­pen nach der Auf­lö­sung der CRCI, bei der unklar bleibt, wel­che die poli­ti­schen Dif­fe­ren­zen waren, die sie dazu bewo­gen haben, unter­zeich­net wur­de), ist die FT, obwohl sie immer noch eine klei­ne Orga­ni­sa­ti­on ist, heu­te eine der dyna­mischs­ten Strö­mun­gen der trotz­kis­ti­schen Bewe­gung auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne.

Dies geschah nicht aus dem Nichts, son­dern aus einer per­ma­nen­ten Beschäf­ti­gung mit Theo­rie und Pra­xis, die die Ver­öf­fent­li­chung von mehr als 25 eige­nen Büchern zu zen­tra­len The­men mar­xis­ti­scher Theo­rie, Stra­te­gie und Tak­tik unse­rer Zeit, grund­le­gen­de pro­gram­ma­ti­sche The­sen der ver­schie­de­nen Grup­pen, spe­zi­fi­sche, an die Rea­li­tät des Klas­sen­kamp­fes in jedem Land ange­pass­te Tak­ti­ken sowie den Impuls zum Inter­na­tio­na­len Zei­tungs­netz­werks La Izquier­da Dia­rio umfasst.

Letz­te­res, das weit davon ent­fernt ist, nur aus infor­ma­ti­ven Zei­tun­gen zu bestehen, wie die PO glaub­haft machen will, hat nicht nur, wie wir schon dar­ge­legt haben, in jedem wich­ti­gen Kampf­pro­zess, der in den Län­dern, in denen wir sind, statt­ge­fun­den hat, eine Rol­le gespielt. Son­dern es wer­den die Zei­tun­gen in der bes­ten leni­nis­ti­schen Tra­di­ti­on betrie­ben, indem sie Infor­ma­tio­nen mit poli­ti­schen und theo­re­ti­schen Stel­lung­nah­men ver­bin­den.

Die FT baut sich nicht auf der Grund­la­ge diplo­ma­ti­scher oder sehr all­ge­mei­ner Über­ein­stim­mun­gen auf, son­dern, wie Del Caño unter­strich, mit „der Metho­de der Ver­ei­ni­gung auf der Grund­la­ge eines Teil­pro­gramms und des Zie­hens revo­lu­tio­nä­rer Leh­ren aus den bren­nends­ten Ele­men­ten des Klas­sen­kamp­fes, was unse­rer Mei­nung nach der Weg ist, mit dem Trotz­ki Schrit­te zur Grün­dung der Vier­ten Inter­na­tio­na­le unter­nahm.“

Denn wir sind uns dar­über im Kla­ren: Wir glau­ben nicht, dass der Wie­der­auf­bau der Vier­ten Inter­na­tio­na­le ein evo­lu­tio­nä­rer Wachs­tums­pro­zess der FT ist, son­dern dass er mit Fusio­nen und Brü­chen ver­bun­den sein wird, die von den reel­len, klas­sen­kämp­fe­ri­schen Pro­zes­sen abhän­gen. Des­halb steht alles, was unse­re Strö­mung akku­mu­liert hat, im Dienst der För­de­rung die­ses Ziels, dem Wie­der­auf­bau der Welt­par­tei der sozia­len Revo­lu­ti­on, der Vier­ten Inter­na­tio­na­le.

In Bezug auf die MST und die LIS nutz­te Ale­jan­dro Bodart das Argu­ment ver­schie­de­ner Tra­di­tio­nen, um nach­läs­si­ge pro­gram­ma­ti­sche Kom­pro­mis­se zu recht­fer­ti­gen, die Raum für jede Art von Tak­tik las­sen, wobei sie die Not­wen­dig­keit „tak­ti­scher Fle­xi­bi­li­tät“ so weit aus­deh­nen, dass sie ihnen ermög­licht, poli­ti­schen Bewe­gun­gen bei­zu­tre­ten, die offen­sicht­lich im Mit­te-Links-Bereich ange­sie­delt sind.

Ver­ges­sen wir nicht, dass die MST in Argen­ti­ni­en, als sie zur FIT kam, Teil des Pro­yec­to Sur (SU) von Pino Sola­nas (jetzt Bot­schaf­ter der Regie­rung von Alber­to Fernán­dez in Frank­reich) und der Par­tei von Luis Juez (jetzt Abge­ord­ne­ter für die Rech­ten!) in Cór­do­ba war. Als sie der SU ange­hör­te, die die Stra­te­gie des Auf­baus revo­lu­tio­nä­rer Par­tei­en ver­wirft, fei­er­te sie den Sieg Syri­zas in Grie­chen­land, kurz bevor Syri­za das Volk bru­ta­len Kür­zun­gen unter­warf. Damals waren sie begeis­tert von der Idee einer „neu­en Lin­ken“, die „die Dog­men der Ver­gan­gen­heit hin­ter sich las­sen wür­de.“

Das Schei­tern bei der Suche nach die­sen Abkür­zun­gen ver­an­lass­te die MST, im ver­gan­ge­nen Jahr vor­zu­schla­gen, in die FIT ein­zu­tre­ten — etwas, das wir unter­stüt­zen, weil es erlaubt, die Posi­ti­on der Unab­hän­gig­keit der Arbeiter*innenklasse, die wir seit 2011 inne­ha­ben, zu stär­ken. Aber so wie es bei der PO in Bezug auf die CRCI, haben wir auch kei­ne öffent­li­che Bilanz der MST hin­sicht­lich die­ser Erfah­run­gen gese­hen. Und wie das Sprich­wort sagt: Wer nicht aus sei­nen Feh­lern lernt, ist anfäl­lig dafür, sie zu wie­der­ho­len.

Am Ende bestan­den die Genoss*innen der Sozia­lis­ti­schen Lin­ken und der UIT auf ihren Vor­schlag einer Revo­lu­tio­nä­ren Ein­heits­front (REF) auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne und wie­sen dar­auf hin, dass sie sich damit nicht nur an Orga­ni­sa­tio­nen mit trotz­kis­ti­scher Tra­di­ti­on wen­den, son­dern auch an ande­re Tra­di­tio­nen. Die REF war eine damals von Nahu­el More­no ent­wi­ckel­te Tak­tik, die kurz nach der Grün­dung der LIT im Jahr 1982 zu kom­plett oppor­tu­nis­ti­schen Abkom­men in Kolum­bi­en und Mexi­ko führ­te, die nach und nach plat­zen.

Das Pro­blem ist nicht „ideo­lo­gisch“, es geht nicht dar­um, ob sich eine Orga­ni­sa­ti­on x als trotz­kis­tisch bezeich­net — oder bezeich­nen lässt — oder nicht, son­dern um ihre Poli­tik und ihr Pro­gramm. Die von More­no ange­reg­ten Zusam­men­schlüs­se vom Typ REF sind zu mini­mal, um eine soli­de stra­te­gi­sche und pro­gram­ma­ti­sche Grund­la­ge zu bil­den, um mit dem Wie­der­auf­bau der IV. vor­an­zu­kom­men.

Die verabschiedeten Resolutionen vorantreiben

Die Tat­sa­che, dass die­se und ande­re Dif­fe­ren­zen auf der Kon­fe­renz dis­ku­tiert wer­den konn­ten (zuge­ge­be­ner­ma­ßen in vie­len Fäl­len nur par­ti­ell), ist unse­res Erach­tens ein Teil des­sen, was an ihr gewür­digt wer­den soll­te, da die Dis­kus­sio­nen mit sehr fort­schritt­li­chen pro­gram­ma­ti­schen Tex­ten und der Pro­pa­gie­rung gemein­sa­mer Aktio­nen ein­her­gin­gen, deren Durch­füh­rung jetzt alle Orga­ni­sa­tio­nen sicher­zu­stel­len haben.

Lei­der waren die Genoss*innen der MST und der LIS nicht damit ein­ver­stan­den, dass ein gemein­sa­mes Bul­le­tin, in dem die durch­ge­führ­ten Debat­ten fort­ge­setzt wer­den, als Reso­lu­ti­on aus der Kon­fe­renz her­vor­geht, wie wir es von der PTS und der FT zusam­men mit der PO, der IS und der UIT vor­ge­schla­gen hat­ten. Wir wer­den die­sen Vor­schlag wei­ter­hin in der FIT‑U zur Spra­che brin­gen. Gleich­zei­tig wer­den wir am 22. August eine Ver­an­stal­tung zu Ehren Leo Trotz­kis zum 80. Jah­res­tag sei­ner Ermor­dung (20. August 1940) durch den Sta­li­nis­mus abhal­ten, in der wir erneut dar­über debat­tie­ren wer­den, wie wir in Bezug auf den Wie­der­auf­bau der Vier­ten Inter­na­tio­na­le vor­an­schrei­ten kön­nen – eine stra­te­gi­sche Auf­ga­be, deren Erle­di­gung durch die gegen­wär­ti­ge Kri­se drin­gen­der denn je ist.

Fuß­no­ten

(1) Sie­he „Révo­lu­ti­on Per­ma­nen­te, le média mili­tant qui mon­te“, ein in Arrêt Sur Images (ASI) ver­öf­fent­lich­ter Arti­kel. Eines der Bei­spie­le für die Rol­le von RP in dem Arti­kel ist ihre Rol­le im Klas­sen­kampf und ihre Aner­ken­nung des pro­le­ta­ri­schen Akti­vis­mus: „Vor dem Beginn der sozia­len Bewe­gung sprach die Infor­ma­ti­ons­web­sei­te über die Schwie­rig­kei­ten von Ahmed Ber­rahal, einem bei der RATP ange­stell­ten Maschi­nen­füh­rer und CGT-Mit­glied. Als Mit­glied des Aus­schus­ses für Gesund­heit, Sicher­heit und Arbeits­be­din­gun­gen hat­te er die Bus­se, die den Betriebs­hof Bel­li­ard im 18. Bezirk ver­lie­ßen, über­prüft und fest­ge­stellt, dass 70 Pro­zent der Fahr­zeu­ge den Sicher­heits­nor­men nicht ent­spra­chen. Die Geschäfts­lei­tung der RATP reagier­te auf die­se Über­prü­fung […], indem sie den Arbei­ter vor­lad und ihm mit sei­ner Ent­las­sung droh­te. ‚Ich hat­te über mei­ne Situa­ti­on auf Face­book gespro­chen‘, sagt Ber­rahal gegen­über ASI. ‚Flo­ra Car­pen­tier hat es gese­hen und mich des­we­gen ange­ru­fen. Damals kann­te ich RP noch nicht. Aber nach den Arti­keln, die sie über mei­nen Fall […] ver­öf­fent­licht haben, kamen die gro­ßen Medi­en zu uns oder spra­chen über die Situa­ti­on [Fran­ce 3, L’Humanité, Ouest-Fran­ce, BFMTV]. Selbst der stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­ter von Paris muss­te reagie­ren‘. Ahmed Ber­rahal hat­te zwar ris­kiert, gefeu­ert zu wer­den, wur­de jedoch letzt­end­lich nur für einen Tag sus­pen­diert. ‚Dank des Medi­en­rum­mels, der durch Révo­lu­ti­on Per­ma­nen­te aus­ge­löst wur­de, konn­te die RATP mich nicht wei­ter sank­tio­nie­ren‘, sag­te der Gewerk­schaft­ler, der fest ange­stellt wur­de. ‚Die Journalist*innen von Révo­lu­ti­on Per­ma­nen­te ste­hen seit 4 Uhr mor­gens mit uns am Streik­pos­ten, ohne dafür bezahlt zu wer­den, sie sind fast noch moti­vier­ter als wir‘, fährt Ber­rahal fort. ‚Sie waren es auch, die uns rie­ten, einen Streik­fonds von unse­rem Erspar­ten ein­zu­rich­ten und stell­ten sicher, dass auch die­se Nach­richt ver­brei­tet wür­de. Seit­dem haben wir 50.000 Euro gesam­melt‘. Für Ber­rahal ist RP ein neu­es Instru­ment, das es ihm erlaubt, schnell Infor­ma­tio­nen über den gesam­ten Kampf zu erhal­ten. Frü­her wuss­ten wir nicht wirk­lich, was anders­wo geschah‘. Ein Instru­ment, des­sen Wirk­sam­keit an der Ver­är­ge­rung der RATP-Stand­ort­lei­tung gemes­sen wird: ‚Sie kön­nen es nicht mehr ertra­gen, jeden Mor­gen RP-Leu­te am Streik­pos­ten zu sehen‘ (Eige­ne Über­set­zung, Ori­gi­nal ver­füg­bar unter: Revo­lu­ti­on Per­ma­nen­te, le média mili­tant qui mon­te).

(2) Mit „Lager“-Positionen ist die im Sta­li­nis­mus ver­brei­te­te Vor­stel­lung gemeint, sich gemein­sam mit Russ­land und Chi­na in ein Lager gegen die USA zäh­len zu müs­sen – oder all­ge­mei­ner for­mu­liert, dass es absten­tio­nis­tisch sei, eine unab­hän­gi­ge drit­te Posi­ti­on zu ver­tre­ten, wenn sich zwei bür­ger­li­che Frak­tio­nen bekämp­fen.

(3) Lenin for­mu­liert in sei­nem Werk „Der Impe­ria­lis­mus als höchs­tes Sta­di­um des Kapi­ta­lis­mus“ eine Kri­tik an Karl Kaut­sky, der Impe­ria­lis­mus nur als eine Form des Kapi­ta­lis­mus dar­stell­te, wes­we­gen er die Mög­lich­keit eines „Ultra­im­pe­ria­lis­mus“ auf­stell­te, in dem sich die ver­schie­de­nen Bour­geoi­si­en ver­ei­nen, um die inter­na­tio­na­le Arbeiter*innenklasse aus­zu­beu­ten. Lenin erwi­der­te, dass die­se Ana­ly­se die Wider­sprü­che des Impe­ria­lis­mus, der auf glo­bal kon­kur­rie­ren­den Mono­po­len beruht, nicht beleuch­te, und so die Illu­si­on eines kriegs­frei­en Kapi­ta­lis­mus schürt.

(4) In der FT füh­ren wir momen­tan eine Dis­kus­si­on über den spe­zi­fi­schen Cha­rak­ter der chi­ne­si­schen Gesell­schafts­for­ma­ti­on, aus­ge­hend von der Annah­me, dass der Pro­zess der kapi­ta­lis­ti­schen Restau­ra­ti­on noch nicht abge­schlos­sen ist.

(5) Die Ope­ra­ti­on Lava Jato war die Anti-Kor­rup­ti­ons­of­fen­si­ve der bra­si­lia­ni­schen Jus­tiz, die zur Ver­haf­tung von Lula führ­te

(6) Neben vie­len ande­ren die Rol­le von Anas­se Kazib betref­fen­den kann die­ser Arti­kel aus der Tages­zei­tung Libé­ra­ti­on gele­sen wer­den: „Von den Ver­samm­lun­gen bis zum Fern­se­hen, die neu­en Gesich­ter der Mobi­li­sie­rung“ (Ori­gi­nal ver­füg­bar unter: Des AG à la télé, les nou­veaux visa­ges de la mobi­li­sa­ti­on).

Klas­se Gegen Klas­se