[labournet:] Chronische Krankheit, Arbeitsleid

Transparent: "You dont hate Mondays, you hate Capitalism"Immer öfter erkran­ken Beschäf­tig­te heu­te auf­grund von Arbeits­zeit­ver­dich­tung, zuneh­men­dem Druck und pre­kä­ren Arbeits­ver­hält­nis­sen. Der Kapi­ta­lis­mus för­dert die­se Ver­hält­nis­se, um noch mehr aus uns Arbeiter*innen raus­quet­schen zu kön­nen. Wir ver­öf­fent­li­chen hier einen anony­men Bericht einer*eines Arbeiterin*Arbeiters zu ihrer*seiner Situa­ti­on. (…) Marx spricht von einer “Ver­dich­tung” der Arbeits­zeit. Vor 100 Jah­ren ging es vor allem dar­um, her­aus zu fin­den, wie sehr man die Ein­zel­schrit­te am Fließ­band her­un­ter dum­men kann, bevor die Arbeiter*innen den Ver­stand ver­lie­ren und arbeits­un­fä­hig wer­den. Heu­te wird auch ver­sucht, wie for­dernd man Arbeit machen kann, wie vie­le Auf­ga­ben und wie viel Denk­ar­beit man in acht Stun­den rein­st­op­fen kann, bevor die Arbeiter*innen einem rei­hen­wei­se weg­bre­chen. Dem ent­ge­gen­ge­setzt wird die “indi­vi­du­el­le Selbst­ver­ant­wor­tung”. Ein ziem­lich zahn­lo­ser Dra­che, wenn ihr mich fragt. Für uns bedeu­tet es, dass unser Arbeits­tag, zumin­dest wenn man die Pau­sen, die wir brau­chen, um unse­re Gehir­ne, und auch den Rest unse­rer Kör­per, wie­der zum Arbei­ten zu bekom­men, ger­ne mal zehn oder mehr Stun­den hat. (…)Wie soll ich mei­ne Arbeit und die Zeit, die ich brau­che, um mich um mich zu küm­mern in die­se viel zu kur­zen Tage stop­fen? Wie bekom­me ich mei­nen poli­ti­schen Akti­vis­mus noch unter? Wie lan­ge hal­te ich durch, ohne mal in Ruhe einen Roman zu lesen, aus dem Fens­ter zu schau­en oder mal ein paar Stun­den län­ger zu schla­fen, als das medi­zi­nisch not­wen­dig Mini­mum? Um mich auf die alte Streik­pa­ro­le zu bezie­hen: Brot habe ich, aber für die Rosen gehe ich zu sehr auf dem Zahn­fleisch. Man könn­te mir einen Strauß vor­bei brin­gen und ich wür­de über ihm ein­schla­fen und am nächs­ten Tag trau­rig sein, dass sie ohne Was­ser ver­welkt sind. (…) Ich will eine Welt, in der wir nur so viel arbei­ten müs­sen, wie wir stem­men kön­nen, ohne aus­ein­an­der zu fal­len. In der nicht ein Teil der Mensch­heit unter Arbeits­lo­sig­keit lei­det – vor allem den damit ver­bun­de­nen gesell­schaft­li­chen Kon­se­quen­zen – und der Rest sich buch­stäb­lich kaputt arbei­tet. In der alles oder zumin­dest ein Groß­teil des­sen, was ich tue der Gesell­schaft zugu­te kommt und ich mich nicht für mehr Nul­len auf den Kon­ten von Men­schen, die das Geld schon gar nicht mehr aus­ge­ben kön­nen, auf­ar­bei­te…” Bei­trag vom 26. August 2020 bei Klas­se Gegen Klas­se externer Link

Der Bei­trag Chro­ni­sche Krank­heit, Arbeits­leid erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More