[labournet:] Das Abkommen Mercosur – Europäische Union: Der Freihandelsvertrag bei dem die EU Industriegüter liefert und der Mercosur Rohstoffe und Derivate

Dossier

Das Abkommen Mercosur – Europäische Union“Ganz im Stil­len wird über ein Abkom­men ver­han­delt, das gro­ße Aus­wir­kun­gen auf die Län­der des regio­na­len Wirt­schafts­bünd­nis­ses Gemein­sa­mer Markt des Südens (Mer­co­sur) haben wird. (…) Über den Inhalt der Ver­hand­lun­gen wird größ­tes Still­schwei­gen gewahrt, das in kei­nem Ver­hält­nis zu den Aus­wir­kun­gen steht, die die Unter­zeich­nung des Abkom­mens für die Bür­ger haben kön­nen. Was man mit Sicher­heit weiß, ist, dass es sich nicht um ein rei­nes Frei­han­dels­ab­kom­men han­delt, son­dern dass Aspek­te ein­be­zo­gen wer­den, die weit dar­über hin­aus gehen. Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on ließ ver­lau­ten, dass neben der Auf­nah­me der Ver­hand­lun­gen über Zoll- und zoll­ähn­li­che Maß­nah­men auch neue Rege­lun­gen in Bezug auf Dienst­leis­tun­gen, öffent­li­che Auf­trags­ver­ga­ben, Aus­lands­in­ves­ti­tio­nen und geis­ti­ges Eigen­tum im Spiel sei­en. Zusam­men­ge­fasst han­delt es sich also um ein umfas­sen­des Paket neu­er Bestim­mun­gen, die neue Regeln auf­er­le­gen wür­den, die die Auto­no­mie der loka­len Wirt­schafts­po­li­tik beein­träch­ti­gen wür­den. (…) Folg­lich haben wir es mit einem Abkom­men zu tun, das sowohl vom euro­päi­schen Gesichts­punkt wie auch von dem der süd­ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­mer­ver­bän­de aus ein Nord-Süd-Han­dels­sche­ma ver­fes­ti­gen wür­de, bei dem die EU Indus­trie­gü­ter lie­fert und Mer­co­sur Roh­stof­fe und Deri­va­te. Zudem sind Beschrän­kun­gen für eine Poli­tik der indus­tri­el­len Ent­wick­lung zu beob­ach­ten wie die Ver­pflich­tung, euro­päi­sche Unter­neh­men in die Aus­schrei­bun­gen der öffent­li­chen Hand ein­zu­be­zie­hen. Auf die­se Wei­se wird eine auto­no­me Wirt­schafts­po­li­tik im Mer­co­sur durch die neu­en Rech­te beein­träch­tigt, über die die euro­päi­schen mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­ne ver­fü­gen wür­den. Im Ergeb­nis des­sen wird die Mög­lich­keit der peri­phe­ren Län­der ein­ge­schränkt, aus der gel­ten­den inter­na­tio­na­len Arbeits­tei­lung aus­zu­bre­chen…” Bei­trag von Pablo Wah­ren vom 4. Sep­tem­ber 2017 bei amerika21 externer Link in der Über­set­zung von Ger­hard Mert­schenk – sie­he wei­te­re Kom­men­ta­re und Pro­tes­te:

  • Mer­co­sur: Abschluss durch die Hin­ter­tür? New
    Was wird aus dem Frei­han­dels­ab­kom­men mit den Mer­co­sur-Staa­ten? Kanz­le­rin Mer­kel scheint davon abzu­rü­cken, doch Wirt­schafts­mi­nis­ter Alt­mai­er gibt nicht so schnell auf. Er setzt auf einen Trick – und könn­te damit auch Frank­reich aus­boo­ten. Die Bun­des­re­gie­rung hält sich eine Hin­ter­tür für die Ret­tung des umstrit­te­nen EU-Han­dels­ab­kom­mens mit den Mer­co­sur-Staa­ten offen. Der Deal kön­ne in meh­re­re Tei­le auf­ge­split­tet wer­den, heißt es in der Ant­wort des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge der Grü­nen. Dies wür­de die Rati­fi­zie­rung erleich­tern. Bis­her steckt der Mer­co­sur-Deal, der aus einem Frei­han­dels­ver­trag und einem Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men besteht, im EU-Minis­ter­rat fest. Meh­re­re EU-Staa­ten, – dar­un­ter Frank­reich, Öster­reich und Irland – haben erklärt, dass sie ihn nicht mit­tra­gen wer­den. Die Bun­des­re­gie­rung hat den Deal dage­gen zum Schwer­punkt ihrer sechs­mo­na­ti­gen EU-Rats­prä­si­dent­schaft erklärt. Für einen Abschluss braucht es jedoch Ein­stim­mig­keit. Des­halb wird in der EU-Kom­mis­si­on und beim deut­schen EU-Vor­sitz über mög­li­che Alter­na­ti­ven nach­ge­dacht – etwa eine Auf­spal­tung in zwei Tei­le, die dann jeweils mit qua­li­fi­zier­ter Mehr­heit ver­ab­schie­det wer­den könn­ten. Genau die­se Hin­ter­tür will sich offen­bar auch Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er offen­hal­ten…” Bei­trag von Eric Bon­se vom 28. August 2020 auf sei­nem Blog Lost in EU externer Link
  • [Peti­ti­on] Mer­co­sur stop­pen, Ama­zo­nas ret­ten! 
    “Der Ama­zo­nas-Regen­wald kol­la­biert: Zehn­tau­sen­de Feu­er bla­sen jedes Jahr Kli­ma­ga­se in die Atmo­sphä­re und zer­stö­ren den Regen­wald. Das geplan­te EU-Mer­co­sur-Han­dels­ab­kom­men wäre ein dra­ma­ti­scher Brand­be­schleu­ni­ger – der zuneh­men­de Fleisch­ex­port wür­de die Rodung wei­ter anhei­zen. Noch kann die Bun­des­re­gie­rung das Abkom­men stop­pen. Das geplan­te Mer­co­sur-Abkom­men zwi­schen der EU und dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Staa­ten­bund wäre eine Kata­stro­phe fürs Kli­ma. Es wür­de den bra­si­lia­ni­schen Export von Fleisch, Soja und ande­ren Agrar­pro­duk­ten mas­siv stei­gern und so die Brand­ro­dung im ein­zig­ar­ti­gen Ama­zo­nas­ge­biet wei­ter befeu­ern. Solan­ge es kei­ne ver­bind­li­chen Regeln zum Schutz von Regen­wäl­dern und Umwelt ent­hält und die Pari­ser Kli­ma­zie­le unter­gräbt, darf Deutsch­land dem Ver­trag im EU-Minis­ter­rat nicht zustim­men. Ich for­de­re Sie daher auf: Stim­men Sie gegen den EU-Mer­co­sur-Ver­trag!…” Peti­ti­on bei cam­pact vom August 2020 mit der Bit­te um Unter­stüt­zung externer Link
  • 60 Orga­ni­sa­tio­nen for­dern: EU-Mer­co­sur-Abkom­men stop­pen! 
    “Die Bun­des­re­gie­rung hat ange­kün­digt, Han­dels­po­li­tik als einen Schwer­punkt der bevor­ste­hen­den deut­schen EU-Rats­prä­si­dent­schaft zu set­zen. Unter ande­rem will sie das geplan­te Han­dels­ab­kom­men der EU mit den Mer­co­sur-Staa­ten Argen­ti­ni­en, Bra­si­li­en, Para­gu­ay und Uru­gu­ay vor­an­trei­ben. Dage­gen pro­tes­tiert das Netz­werk Gerech­ter Welt­han­del heu­te gemein­sam mit 59 wei­te­ren zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen aus den Berei­chen Umwelt­schutz, Land­wirt­schaft, Men­schen­rech­te, Ent­wick­lungs­po­li­tik und Huma­ni­tä­re Hil­fe. Mit einer Foto-Akti­on vor dem Bun­des­kanz­ler­amt sowie einem gemein­sa­men Auf­ruf for­dern wir die Bun­des­re­gie­rung auf, das Abkom­men zu stop­pen (…) Das EU-Mer­co­sur-Abkom­men steht für – die Ver­hin­de­rung von exis­tenz­si­chern­den land­wirt­schaft­li­chen Erzeu­ger­prei­sen in den Mer­co­sur- und EU-Staa­ten durch eine export­ori­en­tier­te Agrar­po­li­tik, sowie die Unter­mi­nie­rung von Tier­wohl und loka­ler Lebens­mit­tel­er­zeu­gung. (…) – die Ver­schär­fung der Kli­ma­kri­se. Das Abkom­men treibt die Abhol­zung des Ama­zo­nas­re­gen­wal­des, des Cer­ra­dos und der Tro­cken­wäl­der des Cha­co wei­ter vor­an, die eine essen­ti­el­le Bedeu­tung für die Sta­bi­li­sie­rung des Welt­kli­mas und für die bio­lo­gi­sche Viel­falt haben. Zudem dient es der Absatz­för­de­rung für beson­ders kli­ma­schäd­li­che Autos. – die Zunah­me von Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, wie die Ver­trei­bung von Klein­bau­ern und ‑bäue­rin­nen sowie Indi­ge­nen von ihrem Land. Ins­be­son­de­re unter dem bra­si­lia­ni­schen Prä­si­den­ten Jair Bol­so­na­ro sind Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen gegen Min­der­hei­ten und Oppo­si­tio­nel­le sowie die Beschnei­dung von Arbeitnehmer*innenrechten an der Tages­ord­nung. Durch den Abschluss eines Han­dels­ab­kom­mens belohnt die EU die­se Poli­tik und wider­spricht ihren eige­nen demo­kra­ti­schen Wer­ten. Die Coro­na-Kri­se hat gezeigt, dass die immer wei­ter fort­schrei­ten­de unge­steu­er­te Glo­ba­li­sie­rung nicht zu einer gerech­ten und öko­lo­gi­schen Welt­wirt­schaft führt. Die EU soll­te zukünf­tig ihre han­dels­po­li­ti­schen Ambi­tio­nen dar­auf kon­zen­trie­ren, öko­lo­gisch, sozi­al, men­schen­recht­lich und ent­wick­lungs­po­li­tisch kohä­ren­te, mul­ti­la­te­ra­le Han­dels­be­zie­hun­gen mit­zu­ge­stal­ten. (…) Wir for­dern des­halb Bun­des­re­gie­rung und EU-Kom­mis­si­on auf: Kein „Wei­ter So“! Stop­pen Sie die Arbeit an dem aktu­el­len Han­dels­ab­kom­men der EU mit dem Mer­co­sur.” For­de­rung des Netz­werks Gerech­ter Welt­han­del vom 29. Juni 2020 externer Link und der Auf­ruf in Deutsch mit 60 Unter­zeich­ner sowie in Eng­lisch mit 265 Unter­zeich­ner bei Bet­ti­na Mül­ler am 30. Juni 2020 externer Link
  • Das Mer­co­sur-EU-Abkom­men: Frei­han­del zu Las­ten von Umwelt, Kli­ma und Bau­ern
    Das Input­pa­pier „Das Mer­co­sur-EU-Abkom­men: Frei­han­del zu Las­ten von Umwelt, Kli­ma und Bau­ern“ wur­de von For­schern der Uni­ver­si­tät Kas­sel unter Lei­tung von Prof. Chris­toph Scher­rer erstellt. Es unter­sucht aus han­dels­po­li­ti­scher Sicht die agrar­spe­zi­fi­schen Ele­men­te des Abkom­mens sowie den Ein­fluss auf Umwelt, Ver­brau­cher­stan­dards und land­wirt­schaft­li­che Erzeu­ger. Im Vor­wort nimmt Mar­tin Häus­ling eine Ein­ord­nung und poli­ti­sche Bewer­tung der Ergeb­nis­se und des EU-Mer­co­sur-Abkom­mens aus Sicht der Frak­ti­on Greens/​EFA vor…” Die Stu­die von Ismail Doga Karate­pe, Chris­toph Scher­rer und Hen­ri­que Tiz­zot vom Janu­ar 2020 externer Link ist nun auf deutsch und online zugäng­lich beim Inter­na­tio­nal Cen­ter for Deve­lo­p­ment and Decent Work (ICDD) an der Uni­ver­si­tät Kas­sel
  • Plan für deut­sche EU-Prä­si­dent­schaft: Ber­lin will Mer­co­sur durch­drü­cken 
    “… Die EU soll das umstrit­te­ne Frei­han­dels­ab­kom­men mit den Mer­co­sur-Staa­ten trotz eines Vetos aus Öster­reich wei­ter ver­fol­gen und abschlie­ßen. Außer­dem soll die EU-Kom­mis­si­on eine weit­rei­chen­de Han­dels­li­be­ra­li­sie­rung mit den USA aus­han­deln. Dies geht aus einem Ent­wurf für den deut­schen EU-Vor­sitz her­vor, der der taz vor­liegt. Die deut­sche Rats­prä­si­dent­schaft beginnt am 1. Juli und dau­ert ein hal­bes Jahr. Die Außen- und Han­dels­po­li­tik gehört dabei zu den Schwer­punk­ten der Bun­des­re­gie­rung, wie aus dem Ent­wurf her­vor­geht. „Inno­va­tiv, gerecht und nach­hal­tig – mehr Euro­pa in der Welt“ lau­tet die Devi­se, die noch vor Beginn der Coro­na­kri­se aus­ge­ge­ben wur­de. Die USA wer­den in dem Ent­wurf wei­ter als „engs­ter außen- und sicher­heits­po­li­ti­scher Part­ner außer­halb der EU“ bezeich­net. Die Bun­des­re­gie­rung spricht sich für die „Wie­der­auf­nah­me eines brei­ten Hoch­ran­gi­gen poli­ti­schen Dia­logs (…) und die Wei­ter­ent­wick­lung und Umset­zung einer posi­ti­ven trans­at­lan­ti­schen Han­dels­agen­da“ aus. Dies geht weit über die aktu­el­len Plä­ne hin­aus. Die EU-Kom­mis­si­on ver­han­delt mit Washing­ton der­zeit vor allem über gemein­sa­me Indus­trie­stan­dards, um US-Straf­zöl­le auf deut­sche Auto­ex­por­te zu ver­hin­dern. Ber­lin scheint jedoch eine Art „TTIP light“ anzu­stre­ben – also eine umfas­sen­de Libe­ra­li­sie­rung zuguns­ten der Export­in­dus­trie. (…) „Obwohl sich meh­re­re Mit­glied­staa­ten gegen das Mer­co­sur-Abkom­men aus­ge­spro­chen haben und die Kri­tik im Euro­pa­par­la­ment immens ist, will die Bun­des­re­gie­rung noch die­ses Jahr eine Abstim­mung zu dem umstrit­te­nen Abkom­men her­bei­füh­ren“, sag­te die deut­sche EU-Abge­ord­ne­te Anna Cavazzi­ni der taz. Ohne „mas­si­ven Druck auf die Kri­ti­ker“ oder eine Nach­ver­hand­lung wer­de dies nicht gehen, so die Grü­nen-Poli­ti­ke­rin…” Arti­kel von Eric Bon­se vom 2. April 2020 in der taz online externer Link
  • Gut­ach­ten: Frei­han­del gefähr­det den Kli­ma­schutz 
    Wis­sen­schaft­ler sehen in dem geplan­ten Frei­han­dels­ver­trag Mer­co­sur zwi­schen der EU und Süd­ame­ri­ka ein Risi­ko für den Kli­ma­schutz. Das Nach­hal­tig­keits­ka­pi­tel sei recht­lich nicht durch­setz­bar. Die Kri­tik am vor­ge­se­he­nen Frei­han­dels­ab­kom­men zwi­schen der EU und den süd­ame­ri­ka­ni­schen Mer­co­sur-Staa­ten wächst. Bri­ti­sche Wis­sen­schaft­ler hat­ten den geplan­ten Ver­trag, der die größ­te Frei­han­dels­zo­ne der Welt schaf­fen wür­de, bereits mas­siv kri­ti­siert. Nun legen argen­ti­ni­sche For­scher nach. Das Abkom­men wider­spre­che den Kli­ma­schutz­zie­len der EU, schrei­ben die Wis­sen­schaft­ler des Natio­na­len Wis­sen­schafts- und Tech­nik­rats Argen­ti­ni­ens, die von den Grü­nen im Euro­pa­par­la­ment beauf­tragt wur­den. Das Abkom­men wür­de den Treib­haus­gas­aus­stoß, der beim Han­del zwi­schen der EU und den Mer­co­sur-Staa­ten Argen­ti­ni­en, Bra­si­li­en, Para­gu­ay und Uru­gu­ay ent­steht, um bis zu 30 Pro­zent stei­gern, schrei­ben die For­scher unter Beru­fung auf frü­he­re Unter­su­chun­gen. Wach­sen wür­de zudem der Import von Soja­boh­nen und Fleisch in die EU, für deren Her­stel­lung im Ama­zo­nas immer wie­der gro­ße Regen­wald­flä­chen abge­holzt wer­den. Zwar ent­hal­te das Abkom­men ein Nach­hal­tig­keits­ka­pi­tel, doch des­sen Vor­schrif­ten sei­en recht­lich nicht durch­setz­bar…” Arti­kel von Mar­kus Becker vom 10.01.2020 beim Spie­gel online externer Link
  • Kli­ma­kil­ler Welt­han­del: War­um der Mer­co­sur-Stopp nur der Anfang sein darf 
    Über 100.000 Ton­nen Käse impor­tiert Öster­reich pro Jahr – und ver­kauft zugleich die­sel­be Men­ge Käse ins Aus­land. Auch wegen sol­cher Ver­rückt­hei­ten ver­ur­sacht der Welt­han­del ins­ge­samt ein Vier­tel der glo­ba­len Treib­haus­ga­se. Wir brau­chen eine völ­lig neue Han­dels­po­li­tik, schreibt Attac-Cam­pai­g­ne­rin Iris Frey. Letz­te Woche gab es Grund zu jubeln: Das EU-Mer­co­sur-Abkom­men ist vor­erst gestoppt. Der Natio­nal­rat hat die aktu­el­le und kom­men­de Regie­rung ver­pflich­tet, im EU-Rat ein Veto gegen den Han­dels­ver­trag mit Bra­si­li­en, Argen­ti­ni­en, Uru­gu­ay und Para­gu­ay ein­zu­le­gen. Mög­lich gemacht hat das der gro­ße Druck aus NGOs, Gewerk­schaf­ten, Kir­chen und Zivil­ge­sell­schaft auf die Par­tei­en. Gera­de der Zusam­men­hang zwi­schen den Ama­zo­nas-Brän­den unter Bra­si­li­ens Prä­si­dent Jair Bol­so­na­ro und der Kli­ma­kri­se hat neben dem Wider­stand der Indi­ge­nen vie­le Men­schen über­zeugt, das EU-Mer­co­sur-Abkom­men abzu­leh­nen. Doch die EU-Kom­mis­si­on arbei­tet an ähn­li­chen Ver­trä­gen mit 90 ande­ren Län­dern. Selbst wenn dort kein Regen­wald brennt, sind auch die­se Deals eine gro­ße Gefahr für das Kli­ma. Das neo­li­be­ra­le Welt­han­dels-Sys­tem ins­ge­samt ist einer der größ­ten Kli­ma­kil­ler über­haupt. Um unse­re Lebens­grund­la­gen zu ret­ten, müs­sen wir die Han­dels­po­li­tik radi­kal ver­än­dern. (…) Ein beson­ders hin­ter­häl­ti­ges Instru­ment in vie­len die­ser Abkom­men heißt Inves­tor-Sta­te Dis­pu­te Sett­le­ment (ISDS), also „Inves­tor-Staat Streit­schlich­tung“. Dabei han­delt es sich um Son­der­kla­ge­rech­te, die nur Kon­zer­nen zur Ver­fü­gung ste­hen. Sie kön­nen damit Staa­ten an regu­lä­ren Gerich­ten vor­bei auf Scha­dens­er­satz ver­kla­gen, wenn sie sich durch gesetz­li­che Maß­nah­men unge­recht behan­delt oder indi­rekt ent­eig­net sehen. In bereits über 900 Fäl­len haben Kon­zer­ne die­se Par­al­lel­jus­tiz genützt, um Staa­ten zu ver­kla­gen, weil die­se bei­spiels­wei­se Umwelt­stan­dards erhöht oder Arbeitnehmer*innenrechte ver­bes­sert haben. (…) Auch den Nie­der­lan­den wur­de gera­de eine Kla­ge ange­droht. Der deut­sche Ener­gie­kon­zern Uni­per will so den Plan der Regie­rung bekämp­fen, bis 2030 aus Koh­le­strom aus­zu­stei­gen. Uni­per müss­te ein dre­cki­ges Koh­le­kraft­werk schlie­ßen und sieht sich dadurch ent­eig­net. Der Kon­zern droht, die Nie­der­lan­de auf 850 Mil­lio­nen Euro Scha­dens­er­satz zu ver­kla­gen. Die Han­dels- und Inves­ti­ti­ons­ab­kom­men blo­ckie­ren also den drin­gend nöti­gen Aus­stieg aus fos­si­ler Ener­gie. Das Geld, das für den Aus­bau kli­ma­freund­li­cher Ener­gie­pro­duk­ti­on und Wirt­schafts­wei­sen nötig wäre, soll statt­des­sen die Taschen von Konzern-Aktionär*innen fül­len…” Bei­trag von Iris Frey vom 23. Sep­tem­ber 2019 bei Mosa​ik​.at externer Link – nicht nur für Öster­reich gül­tig
  • Brüs­sel hält an Mer­co­sur-Deal fest – trotz der Veto-Dro­hung aus Wien 
    “… Das geplan­te Frei­han­dels­ab­kom­men wer­de wie geplant vor­an­ge­trie­ben, sag­te eine Spre­che­rin der EU-Kom­mis­si­on. Der­zeit läuft eine recht­li­che Über­prü­fung; sie soll trotz der Veto-Dro­hung aus Wien wei­ter­lau­fen. Offen­bar hofft man in Brüs­sel, dass Öster­reich sei­ne Mei­nung nach der Wahl am 29. Sep­tem­ber noch ein­mal ändern könn­te. Auch auf die Vor­be­hal­te aus Frank­reich, Irland und Finn­land gibt die Kom­mis­si­on nicht viel. Dabei hat­te Behör­den­chef Juncker doch eine “poli­ti­sche” Kom­mis­si­on ver­spro­chen. Poli­tisch bläst ihm und sei­nem Frei­han­dels­de­al jedoch der Wind ins Gesicht. Also macht er büro­kra­tisch wei­ter – wie gewohnt. (…) All das zeigt, wie es um die Demo­kra­tie in der EU bestellt ist: Wenn es um Frei­han­del und um Markt­öff­nung geht, wiegt sie nicht viel. Am Ende des Tages gehen Wirt­schafts­in­ter­es­sen immer noch vor. Viel­leicht gibt das ja auch den Öster­rei­chern zu den­ken, wenn sie bald zur Wahl gehen. Mer­co­sur dürf­te ein “dank­ba­res” The­ma im Wahl­kampf wer­den…” Bei­trag vom 19. Sep­tem­ber 2019 von und bei Lost in Euro­pe externer Link
  • Öster­reich wird das EU-Mer­co­sur-Abkom­men wohl kip­pen
    “Öster­reich wird das geplan­te und ohne­hin umstrit­te­ne Frei­han­dels­ab­kom­men der Euro­päi­schen Uni­on mit dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Staa­ten­bund Mer­co­sur wohl kip­pen. Der EU-Unter­aus­schuss im Natio­nal­rat votier­te am Mitt­woch gegen das Abkom­men, wie die öster­rei­chi­sche Nach­rich­ten­agen­tur APA berich­te­te. Damit wird die Regie­rung zu einem Nein zum EU-Mer­co­sur-Abkom­men auf EU-Ebe­ne ver­pflich­tet und dem Pakt ein Rie­gel vor­ge­scho­ben, denn Ent­schei­dun­gen im EU-Rat müs­sen ein­stim­mig erfol­gen…” Mel­dung vom 19. Sep­tem­ber 2019 von und bei der NZZ online externer Link, sie­he dazu:
    • [Attac] Stopp für EU-Mer­co­sur ist Chan­ce für neue Han­dels­po­li­tik
      “…Für das glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­sche Netz­werk Attac ist der Beschluss die ein­zi­ge logi­sche Kon­se­quenz aus der brei­ten Kri­tik von NGOs, Kir­che, Gewerk­schaf­ten und Par­tei­en am Kli­ma­kil­ler­ab­kom­men EU-Mer­co­sur. “Das EU-Mer­co­sur Abkom­men ist ein Fron­tal­an­griff auf Kli­ma­schutz, Bio­di­ver­si­tät und Men­schen­rech­te und muss daher ohne Wenn und Aber gestoppt wer­den”, erklärt Alex­an­dra Strick­ner von Attac Öster­reich. Der vor­läu­fi­ge Stopp muss aus Sicht von Attac der ers­te Schritt sein, die kon­zern­ge­trie­be­ne EU-Han­dels­po­li­tik grund­sätz­lich zu hin­ter­fra­gen und neu aus­zu­rich­ten. Denn gegen­wär­tig ver­han­delt die EU Kom­mis­si­on im Auf­trag der Regie­run­gen mit rund 90 Län­dern ähn­lich pro­ble­ma­ti­sche Abkom­men. „Egal ob Mer­co­sur, CETA oder TTIP 2.0 – all die­se Abkom­men igno­rie­ren die Kli­ma­kri­se, ver­hin­dern gute Arbeits­be­din­gun­gen, schwä­chen die bäu­er­li­che Land­wirt­schaft sowie klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men und stär­ken trans­na­tio­nal agie­ren­de Kon­zer­ne. Wir wol­len und wir brau­chen mehr denn je eine zukunfts­fä­hi­ge Han­dels- und Inves­ti­ti­ons­po­li­tik – und zwar für alle Men­schen, nicht für eini­ge weni­ge. Dafür müs­sen sich auch das aktu­el­le und das zukünf­ti­ge Par­la­ment und die zukünf­ti­ge Regie­rung ein­set­zen“, for­dert Strick­ner.” Stel­lung­nah­me von Attac Öster­reich vom 18. Sep­tem­ber 2019 externer Link
  • Bäue­rin­nen und Bau­ern blo­ckie­ren größ­ten Fut­ter­mit­tel­ha­fen – EU-Mer­co­sur-Frei­han­dels­ab­kom­men stop­pen. Gemein­sam mit der Gesell­schaft Ver­ant­wor­tung über­neh­men
    “Bäue­rin­nen und Bau­ern der Arbeits­ge­mein­schaft bäu­er­li­che Land­wirt­schaft (AbL) und des Bun­des­ver­ban­des Deut­scher Milch­vieh­hal­ter (BDM) blo­ckie­ren heu­te mit ihren Tre­ckern Deutsch­lands größ­ten Import­ha­fen für Fut­ter­mit­tel und Getrei­de in Bra­ke an der Unter­we­ser. Sie wer­den unter­stützt vom BUND-Nie­der­sach­sen und der Arbeits­lo­sen­hil­fe Olden­burg (ALSO). Sie wol­len zwei Tage vor dem Welt­kli­ma­st­reik­tag deut­li­che Zei­chen set­zen: Bäue­rin­nen und Bau­ern brau­chen welt­weit wirk­sa­men Kli­ma­schutz und die Bun­des­re­gie­rung muss das geplan­te unver­ant­wort­li­che EU-Frei­han­dels­ab­kom­men mit den Mer­co­sur-Län­dern Bra­si­li­en, Argen­ti­ni­en, Para­gu­ay und Uru­gu­ay stop­pen. „Wir Bäue­rin­nen und Bau­ern neh­men unse­re Arbeit für eine gesun­de Lebens­mit­tel­er­zeu­gung sehr ernst und haben gro­ßen Respekt vor Mensch, Natur und Umwelt. Des­halb unter­stüt­zen wir Fri­days for Future und rufen zum Welt­kli­ma­st­reik­tag auf“, sagt Eli­sa­beth Fre­sen, Mut­ter­kuh­hal­te­rin und Bun­des­vor­sit­zen­de der Arbeits­ge­mein­schaft bäu­er­li­che Land­wirt­schaft (AbL). „Die Ver­ant­wor­tung für die welt­wei­te Kli­ma­zer­stö­rung fängt bei uns an. Wir wol­len kli­ma­scho­nen­den Acker­bau betrei­ben und unse­re Nutz­tie­re art­ge­recht hal­ten und kli­ma­ge­recht füt­tern. Das ver­ur­sacht höhe­re Kos­ten. Auch des­halb leh­nen wir das Mer­co­sur-Abkom­men ab, denn die geplan­ten Rind­flei­schim­por­te sind an kei­ne wirk­sa­men Stan­dards geknüpft und wer­den so die Markt­prei­se in Euro­pa nach unten drü­cken.“ „Wir müs­sen weg von der agrar­po­li­ti­schen Export­stra­te­gie und wol­len dafür eine Qua­li­täts­stra­te­gie mit kos­ten­de­cken­den Erzeu­ger­prei­sen“, sagt Peter Hab­bena, Milch­bau­er und Lan­des­team­lei­ter des Bun­des­ver­bands Deut­scher Milch­vieh­hal­ter (BDM) Nie­der­sach­sen…” Pres­se­mel­dung der Arbeits­ge­mein­schaft bäu­er­li­che Land­wirt­schaft e.V. (Abl) vom 18. Sep­tem­ber 2019 externer Link
  • [Peti­ti­on] Mer­co­sur stop­pen, Ama­zo­nas ret­ten! Eil-Appell gegen das Mer­co­sur-Abkom­men! 
    “Der Ama­zo­nas fackelt ab: Zehn­tau­sen­de Feu­er bla­sen Kli­ma­ga­se in die Atmo­sphä­re und zer­stö­ren den Regen­wald. Das geplan­te EU-Mer­co­sur-Han­dels­ab­kom­men wäre ein dra­ma­ti­scher Brand­be­schleu­ni­ger – der zuneh­men­de Fleisch­ex­port wür­de die Rodung wei­ter anhei­zen. Noch kann die Bun­des­re­gie­rung das Abkom­men stop­pen. (…) Das geplan­te Mer­co­sur-Abkom­men zwi­schen der EU und dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Staa­ten­bund wäre eine Kata­stro­phe fürs Kli­ma. Es wür­de den bra­si­lia­ni­schen Export von Fleisch, Soja und ande­ren Agrar­pro­duk­ten mas­siv stei­gern und so die Brand­ro­dung im ein­zig­ar­ti­gen Ama­zo­nas­ge­biet wei­ter befeu­ern. Solan­ge es kei­ne ver­bind­li­chen Regeln zum Schutz von Regen­wäl­dern und Umwelt ent­hält und die Pari­ser Kli­ma­zie­le unter­gräbt, darf Deutsch­land dem Ver­trag im EU-Minis­ter­rat nicht zustim­men. Ich for­de­re Sie daher auf: Stim­men Sie gegen den EU-Mer­co­sur-Ver­trag!” Eil-Appell bei cam­pact! vom 23. August 2019 externer Link mit der Bit­te um Unter­zeich­nung
  • Von Kühen, Karos­sen und Kolo­nia­lis­mus. 
    Die Fort­schrit­te beim Han­dels­ab­kom­men zwi­schen der EU und dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Wirt­schafts­raum Mer­co­sur rühr­ten eini­ge Ver­hand­lungs­füh­rer unlängst zu Trä­nen. Für ande­re könn­te das Abkom­men jedoch zum Ver­häng­nis wer­den. (…) Das Abkom­men sei ein wei­te­res Zei­chen dafür, dass die EU ein Vor­bild für frei­en und nach­hal­ti­gen Han­del sei. Die­se Trom­mel­wir­bel len­ken jedoch davon ab, dass die Ver­hand­lun­gen noch nicht kom­plett been­det sind. Tat­säch­lich liegt bis­lang kein fer­ti­ger Ver­trags­text vor. Und die Rati­fi­zie­rung liegt in wei­ter Fer­ne, zumal eini­ge Län­der wie Frank­reich, Irland und Polen bereits Beden­ken ange­kün­digt haben. Doch poli­tisch war es für bei­de Ver­trags­par­tei­en wich­tig, gera­de jetzt einen ers­ten Ver­hand­lungs­er­folg zu ver­kün­den. Denn zum einen fin­den im Okto­ber Wah­len in Argen­ti­ni­en statt. Ein Sieg des neo­li­be­ra­len Frei­han­dels­a­po­lo­ge­ten Mau­ricio Macri ist nicht sicher. Der bra­si­lia­ni­sche Prä­si­dent Jair Bol­so­na­ro kämpft nach sie­ben Mona­ten Amts­zeit mit erd­rutsch­ar­ti­gen Popu­la­ri­täts­ver­lus­ten, unter ande­rem auf Grund immer neu­er Kor­rup­ti­ons­vor­wür­fe. Er brauch­te drin­gend eine Erfolgs­nach­richt. Zum ande­ren fin­det der­zeit eine Neu­auf­stel­lung der euro­päi­schen Kom­mis­si­on statt. Auch der immer wie­der auf­wal­len­de Han­dels­kon­flikt zwi­schen den USA und Chi­na sowie mög­li­che US-Zöl­le gegen euro­päi­sche Waren dürf­ten die Ver­hand­lun­gen ange­spornt haben. (…) Geht es nach den Ver­hand­lungs­par­tei­en wer­den zukünf­tig auch euro­päi­sche Autos ver­mehrt mit „Bio­etha­nol“ aus süd­ame­ri­ka­ni­schem Zucker­rohr betankt. 200.000 Ton­nen sol­len mit gerin­ge­ren Zöl­len in die EU ein­ge­führt wer­den dür­fen. Zum Ver­gleich, Bra­si­li­en, das der­zeit der wich­tigs­te Mer­co­sur-Expor­teur von Etha­nol ist, führ­te 2017 nur knapp 15.000 Ton­nen in die EU aus. Zucker­rohr bedeckt bereits jetzt 9 Mil­lio­nen Hekt­ar des bra­si­lia­ni­schen Acker­lan­des. Das ent­spricht mehr als Drei­vier­teln der gesam­ten Acker­flä­che Deutsch­lands. Mit dem Abkom­men wer­den also Anrei­ze geschaf­fen, die land­wirt­schaft­li­chen Mono­kul­tu­ren in den süd­ame­ri­ka­ni­schen Län­dern aus­zu­bau­en. Gro­ße, indus­tri­ell bewirt­schaf­te­te Flä­chen ver­drän­gen Klein­bau­ern und Klein­bäue­rin­nen, die Nah­rungs­mit­tel für den loka­len Markt pro­du­zie­ren. Boden­ero­si­on und ‑kon­ta­mi­na­ti­on, Ver­lust von Bio­di­ver­si­tät und die Ver­seu­chung des Trink­was­sers sind nur eini­ge der Kon­se­quen­zen die­ses Pro­duk­ti­ons­mo­dells. Auch die Ein­fuhr von Fleisch soll noch ein­mal gestei­gert wer­den. (…) Auf der ande­ren Sei­te des Atlan­tiks sind vor allem die Bau­ern und Bäue­rin­nen besorgt. Selbst Joa­chim Ruk­wied, Prä­si­dent des Deut­schen Bau­ern­ver­ban­des, der sich bis­lang posi­tiv gegen­über Han­dels­ab­kom­men aus­ge­spro­chen hat­te, erklär­te: „Es ist nicht zu akzep­tie­ren, dass die EU-Kom­mis­si­on die­se völ­lig unaus­ge­wo­ge­ne Ver­ein­ba­rung unter­zeich­net. Die­ses Han­dels­ab­kom­men ist Dop­pel­mo­ral pur. Die Land­wirt­schaft darf nicht zuguns­ten der Auto­mo­bil­in­dus­trie geop­fert wer­den.“ Berit Thom­sen, Han­dels­re­fe­ren­tin der deut­schen Arbeits­ge­mein­schaft bäu­er­li­che Land­wirt­schaft (AbL) wies zudem auf die schlech­te Öko- und Kli­ma­bi­lanz des Abkom­mens hin. „Wir impor­tie­ren aus die­sen Län­dern künf­tig nicht nur Rind­fleisch, son­dern die mit der indus­tri­el­len Pro­duk­ti­on ver­bun­de­nen Kli­ma­schä­den und men­schen­un­wür­di­gen Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen.“ Tat­säch­lich füh­ren die Aus­brei­tung der Rin­der­her­den, aber auch der Anbau­flä­chen von Mono­kul­tu­ren in den süd­ame­ri­ka­ni­schen Län­dern zu einer Ver­trei­bung von Klein­bau­ern und Klein­bäue­rin­nen und indi­ge­ner Bevöl­ke­rung von ihrem Land. (…) Die hier auf­ge­führ­ten Aspek­te sind nur eini­ge der zu erwar­ten­den sozia­len und öko­lo­gi­schen Fol­gen die­ses unaus­ge­wo­ge­nen Abkom­mens, das Umwelt, Kli­ma und Men­schen­rech­te wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen unter­ord­net. Die durch das Abkom­men vor­an­ge­trie­be­ne Libe­ra­li­sie­rungs­stra­te­gie erschwert die För­de­rung öko­lo­gi­scher Land­wirt­schaft und die effek­ti­ve Bekämp­fung der Kli­ma­kri­se auf bei­den Sei­ten des Atlan­tiks…” Arti­kel von Bet­ti­na Mül­ler in den Latein­ame­ri­ka-Nach­rich­ten vom Juli/​August 2019 externer Link
  • Der neue Kolo­nia­lis­mus: Das »Freihandels«abkommen der EU mit dem Mer­co­sur ist noch zu ver­hin­dern…
    Es ist kein Zufall, dass gera­de jetzt ein angeb­lich his­to­ri­sches »Freihandels«-Abkommen zwi­schen der Euro­päi­schen Uni­on und dem Mer­co­sur ange­kün­digt wird: Euro­pas Regie­run­gen, ange­führt von Ange­la Mer­kel, haben die poli­ti­sche Schwä­che Argen­ti­ni­ens und Bra­si­li­ens gna­den­los aus­ge­nutzt, um die Reko­lo­nia­li­sie­rung Süd­ame­ri­kas wei­ter vor­an­zu­trei­ben. Soll­te der erst in Umris­sen bekann­te Deal tat­säch­lich den Rati­fi­zie­rungs­ma­ra­thon in den euro­päi­schen Par­la­men­ten bewäl­ti­gen, wäre das vor allem ein Tri­umph der trans­na­tio­na­len Kon­zer­ne und ihrer Pro­fit­lo­gik; Men­schen­rech­te und Umwelt­schutz blie­ben rhe­to­ri­sches Bei­werk. In der inter­na­tio­na­len Arbeits­tei­lung spielt Latein­ame­ri­ka seit 1492 über­wie­gend die Rol­le des Roh­stoff­lie­fe­ran­ten. Genau dar­auf sol­len Argen­ti­ni­en, Bra­si­li­en, Para­gu­ay und Uru­gu­ay nach den Eman­zi­pa­ti­ons­ver­su­chen des 20. und frü­hen 21. Jahr­hun­derts wie­der und mög­lichst für immer fest­ge­na­gelt wer­den. Von der schritt­wei­sen Sen­kung der Zoll­schran­ken pro­fi­tie­ren in Süd­ame­ri­ka bes­ten­falls das Agro­busi­ness und der Import­sek­tor; Kleinbäuer*innen, Indi­ge­ne und Arbeiter*innen bezah­len die Rech­nung mit der wei­te­ren Zer­stö­rung ihrer Lebens­grund­la­gen und der Aus­höh­lung ihrer Rech­te. Fir­men aus Euro­pa sol­len jähr­lich Abga­ben in Höhe von vier Mil­li­ar­den Euro ein­spa­ren und dadurch wett­be­werbs­fä­hi­ger wer­den, jubelt die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on. Selbst dass der Auto­sek­tor in Argen­ti­ni­en und Bra­si­li­en lang­sa­mer libe­ra­li­siert wird als ande­re, ist den Inter­es­sen der euro­päi­schen Kon­zer­ne geschul­det, die zuerst ihre Inves­ti­tio­nen der letz­ten Jah­re wie­der ein­spie­len wol­len. Die geplan­te Libe­ra­li­sie­rung des Han­dels inner­halb der Mul­tis för­dert Lohn­drü­cke­rei und Stel­len­ab­bau. So wer­den künf­tig etwa bil­li­ger pro­du­zier­te Auto­tei­le um die hal­be Welt trans­por­tiert statt vor Ort her­ge­stellt…” Kom­men­tar von Ger­hard Dil­ger vom 3. Juli 2019 bei neu­es Deutsch­land online externer Link
  • Frank­reich: Vehe­men­ter Wider­stand gegen EU-Mer­co­sur-Frei­han­del 
    Die gro­ßen Kon­zer­ne schwei­gen dis­kret, Bau­ern und Umwelt­schüt­zer empö­ren sich. Im Zen­trum der Kri­tik steht die bra­si­lia­ni­sche Regie­rung unter Bol­so­na­ro. Zwar hat sich der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Macron prin­zi­pi­ell für das Abkom­men der EU mit dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Wirt­schafts­block Mer­co­sur aus­ge­spro­chen – und des­sen Geg­ner in die Ecke der “Neo-Pro­tek­tio­nis­ten” gestellt -, aber der Wider­stand gegen die Han­dels­ver­ein­ba­rung (Kern­punk­te hier) in Frank­reich nimmt an Stär­ke zu. (…) Heu­te blät­tert Le Mon­de eine gan­ze Rei­he von Kri­tik­punk­ten auf, die aus der Agrar­wirt­schaft, von Tier­schutz- und Umwelt­schutz­ver­bän­den mit Vehe­menz geäu­ßert wer­den. Dem­ge­gen­über wür­den sich die Gewin­ner des Abkom­mens “dis­kret zurück­hal­ten”, so die Zei­tung. Die größ­te und lau­tes­te Empö­rung gibt es erwar­tungs­ge­mäß bei den Ver­tre­tern der Fleisch­pro­du­zen­ten, die durch das Frei­han­dels­ab­kom­men eine Bevor­tei­lung der “ultra­kom­pe­ti­ti­ven” Kon­kur­renz der Züch­ter aus den Mer­co­sur­län­dern (Argen­ti­ni­en, Bra­si­li­en, Para­gu­ay und Uru­gu­ay) sehen. (…) Gene­rell wird von meh­re­ren Sei­ten kri­ti­siert, dass die “inten­si­ve Land­wirt­schaft” in den Mer­co­sur-Län­dern ganz ande­ren Stan­dards bei der Ver­wen­dung von Pes­ti­zi­den unter­lie­ge. Erwähnt wird dazu, dass die Regie­rung Bol­so­na­ro in Bra­si­li­en seit Janu­ar die­ses Jah­res 239 Pes­ti­zid-Pro­duk­te für den Markt frei­ge­ge­ben habe, Nutz­nie­ßer ist unter ande­rem Bay­er. (…) Mit dem bra­si­lia­ni­schen Prä­si­den­ten Bol­so­na­ro hat auch die Kri­tik in Frank­reich am EU-Frei­han­dels­ab­kom­men mit Mer­co­sur ein Ziel gefun­den, das grö­ße­re öffent­li­che Auf­merk­sam­keit fin­det. Vor­ge­bracht wird, dass das Abkom­men die Abhol­zung des Regen­wal­des för­dert oder begüns­tigt, dass die EU einer­seits Men­schen­rech­te hoch­hält und ande­rer­seits mit Bol­so­na­ro einen Poli­ti­ker unter­stützt, der für Men­schen­rech­te nicht viel übrig hat. Kri­ti­siert wird im Nach­bar­land wie auch hier­zu­lan­de, dass Kon­zer­ne – ins­be­son­de­re aus der kri­seln­den Auto­mo­bil­bran­che und der Phar­ma­in­dus­trie – die Pro­fi­teu­re sind (“Tau­sche Agrar­pro­duk­te gegen Autos”). (…) Ange­sicht der Kri­tik am Auf­bau der “größ­ten Frei­han­dels­zo­ne der Welt” (Tages­schau) wird der Rati­fi­zie­rungs­pro­zess, der sämt­li­che EU-Län­der­par­la­men­te durch­läuft, wie anzu­neh­men ist, kein leich­tes Spiel. Offen­sicht­lich hat die EU aus der Kri­tik an TTIP nicht wirk­lich viel gelernt. Auch beim neu­en Frei­han­dels­ab­kom­men wird ihr man­geln­de Trans­pa­renz vor­ge­wor­fen. Bis­lang sind nur die oben erähn­ten Kern­punk­te bekannt...” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 04. Juli 2019 bei Tele­po­lis externer Link
  • Frei­han­del mit Fol­gen 
    Mit Applaus begrüßt die deut­sche Export­in­dus­trie die Eini­gung auf ein Frei­han­dels­ab­kom­men zwi­schen der EU und dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Staa­ten­bund Mer­co­sur. Das Abkom­men, das Ende ver­gan­ge­ner Woche nach 20 Jah­re wäh­ren­den Ver­hand­lun­gen fer­tig­ge­stellt wur­de, senkt die Zöl­le dra­ma­tisch, mit denen die vier Mit­glied­staa­ten des Mer­co­sur, dar­un­ter Bra­si­li­en, bis­lang ihre Indus­trie schütz­ten. Es öff­net die Län­der damit für Expor­teu­re aus der EU. Die EU-Kom­mis­si­on spricht von Zoll­ein­spa­run­gen in Höhe von vier Mil­li­ar­den Euro. Ein guter Teil davon wird den größ­ten Mer­co­sur-Lie­fe­ran­ten der EU, deut­schen Unter­neh­men, zugu­te kom­men. Umge­kehrt öff­net das Abkom­men die Agrar­märk­te der EU für die süd­ame­ri­ka­ni­sche Agrar­in­dus­trie – zum Scha­den ins­be­son­de­re fran­zö­si­scher und iri­scher Bau­ern. Tat­säch­lich hat Ber­lin das Abkom­men gegen Wider­stand aus Paris durch­ge­setzt. Pro­test wird auch in Süd­ame­ri­ka laut: Dort war­nen Gewerk­schaf­ten vor einem “Todes­ur­teil” für die ein­hei­mi­sche Indus­trie und der Reduk­ti­on des Mer­co­sur auf einen kolo­nia­len Sta­tus als Roh­stoff­lie­fe­rant der EU und Absatz­markt für euro­päi­sche Kon­zer­ne…” Eige­ner Bericht vom 02.07.2019 bei ger­man-for­eign-poli­cy externer Link
  • Die nächs­te gro­ße Frei­han­dels­zo­ne: EU und Mer­co­sur schlie­ßen Abkom­men /​Kri­tik von Bau­ern- und Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen
    “Auf den Tag 20 Jah­re nach Beginn der Ver­hand­lun­gen gelang am Sams­tag der Durch­bruch: Die EU und die vier Mer­co­sur-Län­der Bra­si­li­en, Argen­ti­ni­en, Para­gu­ay und Uru­gu­ay haben sich auf ein Frei­han­dels­ab­kom­men geei­nigt. Nach den Ver­trä­gen mit Japan und Kana­da ist es das drit­te gro­ße Abkom­men in der Zeit von Jean-Clau­de Juncker als Chef der EU-Kom­mis­si­on. Die vier süd­ame­ri­ka­ni­schen Län­der mit zusam­men 264 Mil­lio­nen Ein­woh­nern sind der fünft­größ­te Wirt­schafts­block der Welt. Juncker bezeich­ne­te den Ver­hand­lungs­er­folg als »his­to­ri­schen Moment«, denn: »Inmit­ten inter­na­tio­na­ler Han­dels­span­nun­gen sen­den wir ein star­kes Signal, dass wir für regel­ba­sier­ten Han­del ste­hen.« Auch der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron zeig­te sich zufrie­den: »Das ist ein gutes Abkom­men, da unse­re For­de­run­gen von den Ver­hand­lern berück­sich­tigt wur­den.« Durch das Abkom­men fal­len beid­seits des Atlan­tiks schritt­wei­se über 90 Pro­zent der Zöl­le weg…” Bei­trag von Chris­ti­an Mihatsch bei neu­es Deutsch­land vom 1. Juli 2019 externer Link (im Abo)
  • Das EU-Asso­zia­ti­ons­ab­kom­men mit dem Mer­co­sur: Fron­tal­an­griff auf bäu­er­li­che Land­wirt­schaft, Men­schen­rech­te, Umwelt- und Kli­ma­schutz
    “Fast zwan­zig Jah­re schon ver­han­delt die Euro­päi­sche Uni­on mit dem Mer­co­sur über die Besei­ti­gung von Han­dels­schran­ken im Rah­men eines umfas­sen­den Asso­zia­ti­ons­ab­kom­mens. Auf Sei-ten des Mer­co­sur neh­men Argen­ti­ni­en, Bra­si­li­en, Para­gu­ay und Uru­gu­ay an den Gesprä­chen teil, die in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der ins Sto-cken gerie­ten. Nun aber ver­brei­ten die Ver­hand­lungs­par­tei­en Opti­mis­mus. Noch in die­sem Jahr kön­ne es zu einer Eini­gung kom­men, heißt es. Für Land­wirt­schaf t, Men­schen­rech­te, Umwelt‑, Kli­ma- und Ver­brau­cher­schutz wäre das Abkom­men jedoch ein Rück­schlag – und zwar auf bei­den Sei­ten des Atlan­tiks. Die bis­her bekannt gewor­de­nen Ver­trags­ent­wür­fe über­tref fen die Befürch­tun­gen der Zivil­ge­sell­schaf t. Offen­bar glau­ben die EU-Ver­hand­le­rIn­nen noch immer, die brei­te Kri­tik an den öko­lo­gi­schen und sozia­len Defi­zi­ten ihrer Han­dels­po­li­tik ein­fach igno­rie­ren zu kön­nen. Doch die Leid­tra­gen­den die­ser Poli­tik sind immer weni­ger bereit, ihre sozia­len Rech­te, die bäu­er­li­che Land­wirt­schaft und eine gesun­de Ernäh­rung für den Frei­han­del zu opfern. (…) Für das inter­na­tio­na­le Agro­busi­ness und die Lebens­mit­tel­in­dus­trie stellt das Mer­co­sur- Abkom­men einen der wich­tigs­ten Han­dels­ver­trä­ge der EU dar. Denn der Löwen­an­teil der euro­päi­schen Agrar- und Lebens­mit­tel­im­por­te ent­fällt auf die­sen süd­ame­ri­ka­ni­schen Ver­bund. (…) Die zahl­rei­chen sozia­len und öko­lo­gi­schen Risi­ken ver­deut­li­chen, dass ein Abschluss des EU-Mer­co­sur-Abkom­mens der­zeit nicht ver­ant­wort­bar ist. Der letz­te Ent­wurf des Ver­hand­lungs­tex­tes über­trifft vie­le Befürch­tun­gen. Er legt der Durch­set­zung von Stan­dards zum Schutz der Umwelt, der Gesund­heit und der Men­schen­rech­te noch grö­ße­re Hin­der­nis­se in den Weg, als im Vor­feld ange­nom­men wur­de…” Stel­lung­nah­me der PowerS­hift – Ver­ein für eine öko­lo­gisch-soli­da­ri­sche Ener­gie- & Welt­wirt­schaft e.V. vom Juni 2019 externer Link
  • Mög­li­che Fol­ge des Mer­cu­sor-Abkom­mens: „Pes­ti­zi­de kom­men zurück nach Euro­pa“
    “Wel­che Fol­gen hat das Frei­han­dels­ab­kom­men Mer­cu­sor für die EU?” Die Geo­gra­fin Bom­bar­di warnt in einem Inter­view von San­dra Weiss vom 30. Juni 2019 bei Tages­spie­gel online externer Link“vor einem Ver­gif­tungs-Kreis­lauf. (…) Bra­si­li­en kon­su­miert etwa eine Mil­li­on Ton­nen jähr­lich. Über 500 Pes­ti­zi­de sind hier geneh­migt, davon 150, die in der EU ver­bo­ten sind. Gly­pho­sat ist das mit Abstand am meis­ten ver­kauf­te Pes­ti­zid. (…) Die Flä­chen drin­gen von der Zen­tral­s­a­van­ne immer wei­ter in den Ama­zo­nas vor – für Soja zum Bei­spiel haben sie sich von 18 Mil­lio­nen Hekt­ar im Jahr 2002 auf 33 Mil­lio­nen Hekt­ar 2015 fast ver­dop­pelt. (…) Ich habe doku­men­tiert, dass im Süden, wo die gro­ßen land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen sind, zwi­schen 12 und 16 Kilo Pes­ti­zi­de pro Hekt­ar ver­sprüht wer­den. In Euro­pa sind es ein, in Bel­gi­en bis zu zwei Kilo. (…) Das sind rie­si­ge Mono­kul­tu­ren. Allei­ne die Flä­che, auf der Soja ange­baut wird, ist vier mal so groß wie Por­tu­gal. Außer­dem sind die Behör­den sehr groß­zü­gig, was Grenz­wer­te betrifft. (…) Bei Soja sind in der EU Rück­stän­de von Gly­pho­sat von 0,05 Mil­li­gramm pro Kilo erlaubt. In Bra­si­li­en 10 pro Kilo, also 200 mal mehr. Im Trink­was­ser erlaubt Bra­si­li­en 5000 mal mehr Gly­pho­sat als Euro­pa. (…) Es gibt einen Ver­gif­tungs-Kreis­lauf. Der Groß­teil der Pes­ti­zi­de kommt aus den USA und der EU. Che­mie­kon­zer­ne wie Mon­s­an­to, Bay­er oder Syn­gen­ta expor­tie­ren in Dritt­län­der auch Pes­ti­zi­de, die in Euro­pa ver­bo­ten sind. Ein Teil kommt über Expor­te in Form von Nah­rungs­mit­teln wie­der zurück nach Euro­pa.”
  • Über 340 Orga­ni­sa­tio­nen for­dern die EU auf, die Han­dels­ver­hand­lun­gen mit Bra­si­li­en unver­züg­lich ein­zu­stel­len
    “In einem heu­te ver­öf­fent­lich­ten offe­nen Brief for­dern über 340 zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen die Euro­päi­sche Uni­on auf, die Ver­hand­lun­gen über ein Frei­han­dels­ab­kom­men mit dem Mer­co­sur-Block (Bra­si­li­en, Argen­ti­ni­en, Para­gu­ay und Uru­gu­ay) wegen der sich ver­schlech­tern­den Men­schen­rechts- und Umwelt­be­din­gun­gen in Bra­si­li­en unver­züg­lich ein­zu­stel­len Das Schrei­ben rich­tet sich an die Prä­si­den­ten der EU-Insti­tu­tio­nen im Vor­feld der Minis­ter­ta­gung nächs­te Woche in Brüs­sel, auf der die Außenminister*innen der EU und des Mer­co­sur die Ver­hand­lun­gen abschlie­ßen wol­len. “Die Unter­zeich­nung eines Han­dels­ab­kom­mens mit der der­zei­ti­gen bra­si­lia­ni­schen Regie­rung ver­stößt gegen alle Men­schen­rechts- und Umwelt­richt­li­ni­en der Euro­päi­sche Uni­on. Es ist an der Zeit, dass die euro­päi­schen Entscheidungsträger*innen zei­gen, dass sie sich an ihre Grund­sät­ze hal­ten und kei­ne Han­dels­ab­kom­men abschlie­ßen, die das Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men und die Men­schen­rech­te unter­gra­ben”, sagt She­fa­li Shar­ma, Direk­to­rin des Insti­tu­te for Agri­cul­tu­re and Tra­de Poli­cy Euro­pe. Seit Jair Bol­so­na­ro am 1. Janu­ar 2019 Bra­si­li­ens Prä­si­dent wur­de, hat sei­ne Regie­rung den Umwelt­schutz sträf­lich ver­nach­läs­sigt, Über­fäl­le durch bewaff­ne­te Grup­pen auf das Land indi­ge­ner Völ­ker tole­riert und einen dra­ma­ti­schen Anstieg der Ent­wal­dungs­ra­ten im Ama­zo­nas­ge­biet zuge­las­sen, wodurch bereits erreich­ter Fort­schritt zunich­te­ge­macht wird. “Wir beob­ach­ten eine sich ver­schlech­tern­de Men­schen­rechts- und Umwelt­si­tua­ti­on in Bra­si­li­en. Dies schließt Angrif­fe (sogar Mord) auf Gemeindeführer*innen, Bäuer*innen und Aktivist*innen ein, die ihr Ter­ri­to­ri­um und die Natur ver­tei­di­gen. Die euro­päi­sche Zivil­ge­sell­schaft for­dert die EU auf, die Ver­hand­lun­gen zu nut­zen, um Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und Ent­wal­dung in Bra­si­li­en zu stop­pen und die bra­si­lia­ni­sche Zivil­ge­sell­schaft und Umweltschützer*innen zu unter­stüt­zen”, sag­te Adri­an Bebb, Han­dels­ex­per­te bei Friends of the Earth Euro­pe…” Bericht von Nico Beckert vom 19. Juni 2019 bei PowerS­hift externer Link

Der Bei­trag Das Abkom­men Mer­co­sur – Euro­päi­sche Uni­on: Der Frei­han­dels­ver­trag bei dem die EU Indus­trie­gü­ter lie­fert und der Mer­co­sur Roh­stof­fe und Deri­va­te erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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