[labournet:] [Mindestens:] Bevorratungszuschuss zum Hartz IV als Soforthilfe!

Dossier

Kampagne der Linkspartei: »Das muss drin sein.«: Sanktionsfreie Mindestsicherung statt Hartz IV!“… Es geht mir nicht dar­um, einem Alar­mis­mus Vor­schub zu leis­ten. Jedoch sind die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Epi­de­mie sicht­bar und spür­bar. Die Situa­ti­on in Nord­ita­li­en allein dürf­te hin­rei­chend Anschau­ungs­bei­spie­le lie­fern. Das Bun­des­amt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe emp­fiehlt jedem Haus­halt eine Min­dest­be­vor­ra­tung von Lebens­mit­teln für Kata­stro­phen­fäl­le. Die Mit­tel hier­für ste­hen Bezie­hern von SGB-II-Regel­leis­tun­gen nicht im Min­des­ten zur Ver­fü­gung, da der Regel­satz auch im Nor­mal­fall über­haupt nicht bedarfs­de­ckend ist. Ange­sichts der Coro­na-Kri­se for­de­re ich des­halb die Bun­des­re­gie­rung dazu auf, jetzt jedem Hartz-IV-Bezie­her ein­ma­lig 100€ als Bevor­ra­tungs­zu­schuss zu gewäh­ren! Es gilt zu ver­hin­dern, dass im Fal­le regio­na­ler not­stands­be­ding­ter Abrie­ge­lun­gen arme Men­schen schlicht­weg ver­hun­gern müs­sen. Dies wäre in einer rei­chen kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaft nicht hin­nehm­bar!…” For­de­rung von und bei Stef­fen Roski vom 8. März 2020 bei ‘Wis­sen schafft Gesell­schaft’ externer Link – sie­he auch unser Dos­sier Rasche Not­hil­fen auch für Solo-Selbst­stän­di­ge erfor­der­lich und hier wei­te­re Grund­in­for­ma­tio­nen zu Hartz IV:

  • Job­cen­ter-Leis­tun­gen: Eini­ge Coro­na-Son­der­re­geln enden New
    “Men­schen, die Unter­stüt­zung vom Job­cen­ter bekom­men, müs­sen ab kom­men­der Woche wie­der mehr dafür tun. Ende August endet eine Son­der­re­gel, die wegen der Coro­na-Pan­de­mie ein­ge­führt wur­de. Zah­lun­gen wer­den nicht mehr auto­ma­tisch ver­län­gert. Ein Bei­spiel: Der Anspruch auf Arbeits­lo­sen­geld II ende­te im April, als sich wegen des Coro­na­vi­rus auch alle Ver­wal­tun­gen auf Home­of­fice und Fern­be­ra­tung umstel­len muss­ten. In die­sem Fall hat­te das Job­cen­ter auto­ma­tisch die Zah­lung aller Geld­leis­tun­gen ver­län­gert. Die­se Erleich­te­rung gibt es ab Sep­tem­ber aber nun nicht mehr. Damit wei­ter Arbeits­lo­sen­geld II – oder umgangs­sprach­lich “Hartz IV” – über­wie­sen wird, muss der Antrag jetzt schnell beim Amt ein­ge­hen. (…) Zwei wei­te­re Ver­ein­fa­chun­gen um Grund­si­che­rung zu bekom­men, enden am 30. Sep­tem­ber: Sofern das Job­cen­ter Mie­te und Neben­kos­ten der Woh­nung über­neh­men soll, wird wie­der geprüft, ob die­se Kos­ten ver­hält­nis­mä­ßig sind. Außer­dem müs­sen Antrag­stel­le­rin­nen und Antrag­stel­ler genaue Anga­ben über ihr vor­han­de­nes Ver­mö­gen machen. Das betrifft vor allem die soge­nann­ten Neu­kun­den – rund 12.000 Ham­bur­ge­rin­nen und Ham­bur­ger, die wegen der Coro­na-Kri­se zum ers­ten Mal zum Job­cen­ter muss­ten. Dar­un­ter sind meh­re­re Tau­send Selbst­stän­di­ge. In Ham­burg erhal­ten der­zeit ins­ge­samt etwa 190.000 Men­schen Leis­tun­gen aus der Grund­si­che­rung.” Bericht von Peter Feder vom 25. August 2020 beim NDR externer Link (Bericht ist auch als Audio ver­füg­bar)
  • Hartz bleibt Käse: Aus­set­zung der Hartz-IV-Sank­tio­nen fand vie­ler­orts nicht statt 
    “Güns­ti­ge Pro­duk­te aus­ver­kauft, die Tafeln geschlos­sen: Die Maß­nah­men gegen die Coro­na­pan­de­mie tra­fen die Ärms­ten seit Mit­te März beson­ders hart. Des­halb hat­ten die Par­tei Die Lin­ke und die Gewerk­schaf­ten gefor­dert, Hartz-IV-Sät­ze end­lich spür­bar zu erhö­hen. Her­aus­ge­kom­men ist ein Plus von sie­ben auf 439 Euro für Allein­ste­hen­de ab 2021. (…) Der DGB, Bünd­nis 90/​Die Grü­nen, Die Lin­ke, und Sozi­al­ver­bän­de hat­ten ihre For­de­run­gen auch damit begrün­det, dass die Coro­na­maß­nah­men für mehr Not­la­gen gesorgt haben. Der Bun­des­agen­tur für Arbeit (BA) war das wohl klar. Mit einer Wei­sung hat­te sie die Sank­tio­nen zwi­schen April und Juni aus­ge­setzt – zumin­dest offi­zi­ell. Tat­säch­lich lit­ten noch im April Zehn­tau­sen­de Hartz-IV-Bezie­her unter Kür­zun­gen, wie neue Daten der Behör­de zei­gen. Auf jW-Nach­fra­ge reagier­te BA-Spre­cher Chris­ti­an Lud­wig aus­wei­chend: Man habe nicht ver­fügt, alle Sank­tio­nen zurück­zu­neh­men. In ihrer Wei­sung begrün­de­te die Behör­de das »Aus­set­zen der Min­de­run­gen« damit, dass Auf­la­gen­ver­stö­ße wegen geschlos­se­ner Job­cen­ter nicht genü­gend ermit­telt wer­den könn­ten. Es sei »nicht aus­zu­schlie­ßen, dass eine unzu­mut­ba­re Här­te vor­liegt«. Und: »Bis auf wei­te­res erfol­gen daher kei­ne Leis­tungs­min­de­run­gen«, so die BA. Aus den nun vor­lie­gen­den Daten für April geht ande­res her­vor: Von knapp 26.000 »im Berichts­mo­nat neu fest­ge­stell­ten Sank­tio­nen« ist dort die Rede. Der Bestand »zum Stich­tag wirk­sa­mer Sank­tio­nen« lag im April sogar bei über 65.000. Ins­ge­samt waren 47.217 Men­schen damit belas­tet…” Arti­kel von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 13. August 2020 externer Link
  • Wort­bruch: Coro­na-Kin­der­bo­nus doch nicht für jedes Kind 
    “… „Finan­zi­el­ler Zuschuss für jedes Kind“. Mit die­sen Wor­ten hat Anfang Juni das Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um ihr Coro­na-Kon­junk­tur­pa­ket für Fami­li­en ver­kün­det. Das Geld sol­le ins­be­son­de­re Fami­li­en mit klei­nen und mitt­le­ren Ein­kom­men dabei hel­fen, „die Belas­tun­gen der Coro­na-Pan­de­mie etwas abzu­fe­dern und ihnen finan­zi­el­len Hand­lungs­spiel­raum zurück­ge­ben“. Wie das Minis­te­ri­um jetzt in einer Ant­wort auf eine schrift­li­che Anfra­ge der Grü­nen ein­räumt, war mit „jedes Kind“ doch nicht „jedes Kind“ gemeint. „Für den Kin­der­bo­nus gel­ten im Wesent­li­chen die Vor­schrif­ten, die auch für das Kin­der­geld Anwen­dung fin­den“, heißt es in dem Papier, das dem MiGA­ZIN vor­liegt. Die Anknüp­fung des Bonus an das Kin­der­geld sei unter ande­rem des­halb erfolgt, weil dies „eine ver­gleichs­wei­se büro­kra­tie­ar­me“ Lösung sei. In der Pra­xis bedeu­tet das, dass bestimm­te Grup­pen vom Kin­der­bo­nus aus­ge­schlos­sen wer­den. So etwa Eltern mit Auf­ent­halts­ge­stat­tung, Eltern mit Dul­dung, nicht erwerbs­tä­ti­ge Eltern mit huma­ni­tä­ren Auf­ent­halts­er­laub­nis­sen, Eltern mit einer Auf­ent­halts­er­laub­nis zum Stu­die­ren oder zur Aner­ken­nung ihrer aus­län­di­schen Berufs­qua­li­fi­ka­tio­nen sowie nicht erwerbs­tä­ti­ge EU- Bür­ger oder arbeit­su­chen­de Fach­kräf­te aus dem Aus­land. Kin­der und ihre Eltern also, die in aller Regel Geld drin­gend benö­ti­gen…” Mel­dung vom 8. Juli 2020 von und bei MiGA­ZIN externer Link – zum Kin­der­bo­nus sie­he wei­ter unten
  • Bünd­nis “Auf­Recht bestehen”: Bun­des­re­gie­rung lässt die Ärms­ten im Stich. Coro­na-Zuschlag und Erhö­hung der Regel­sät­ze dring­lich erfor­der­lich! 
    Das Erwerbs­lo­sen­bünd­nis „Auf­Recht bestehen“ kri­ti­siert die hart­nä­cki­ge Wei­ge­rung von Sozi­al­mi­nis­ter Heil und der Bun­des­re­gie­rung den mit am här­tes­ten von der Coro­na- Pan­de­mie betrof­fe­nen Empfänger*innen von Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen einen Coro­na- Zuschlag zu bewil­li­gen. Dazu Ulrich Franz von der gewerk­schaft­li­chen Arbeits­lo­sen­grup­pe im DGB-KV Bon­n/Rhein-Sieg: „Die Igno­ranz von Minis­ter Heil gegen­über den For­de­run­gen von Sozi­al­ver­bän­den und des DGB ist ange­sichts der immensen Preis­stei­ge­run­gen, der Zusatz­kos­ten für die Mas­ken und des Weg­falls von Essens­leis­tun­gen für jun­ge Men­schen in Kitas und Schu­len nur als bewuss­tes Im- Stich­las­sen der ärms­ten Men­schen in Deutsch­land zu ver­ste­hen. Dies ist ein sozi­al­po­li­ti­scher Skan­dal ers­ter Grö­ßen­ord­nung.“…” Pres­se­mit­tei­lung des Bünd­nis­ses vom 6.7.2020 als Word-Datei bei der KOS externer Link
  • Mehr­wert­steu­er­sen­kung hilft Hartz-IV-Bezie­hen­den nicht: Pari­tä­ti­scher kri­ti­siert Kon­junk­tur­pa­ket als “armuts­po­li­tisch igno­rant” 
    “Der Pari­tä­ti­sche Wohl­fahrts­ver­band kri­ti­siert das heu­te in einer Son­der­sit­zung des Bun­des­tags mit den Stim­men von Uni­on und SPD beschlos­se­ne Kon­junk­tur­pa­ket (das soge­nann­te zwei­te Coro­na-Steu­er­hil­fe­ge­setz) als armuts­po­li­tisch nahe­zu wir­kungs­los. Posi­tiv sei zu begrü­ßen, dass der geplan­te Kin­der­bo­nus auch Fami­li­en im Hartz-IV-Bezug zu Gute kom­me. Über­haupt kein Ver­ständ­nis zeigt der Ver­band jedoch für den Umstand, dass für arme Men­schen ohne Kin­der kei­ne finan­zi­el­len Hil­fen vor­ge­se­hen sind. Selbst wenn die geplan­te Mehr­wert­steu­er­ab­sen­kung von den Unter­neh­men voll­stän­dig im Preis wei­ter­ge­ge­ben wer­den soll­te, läge der Kauf­kraft­zu­ge­winn in Hartz IV und Alters­grund­si­che­rung für einen Sin­gle nach Berech­nun­gen des Ver­ban­des gera­de ein­mal bei 1,9 Pro­zent, kon­kret 8,20 Euro im Monat. (…) Es sei „völ­lig unak­zep­ta­bel“, dass die Bun­des­re­gie­rung – trotz hef­ti­gen Drän­gens von allen Sei­ten – Hil­fen für Mil­lio­nen in Hartz IV und Alters­grund­si­che­rung so hart­nä­ckig ver­wei­ge­re. „Die coro­nabe­ding­ten Kos­ten­stei­ge­run­gen und weg­ge­bro­che­ne Hilfs­an­ge­bo­te wie bei­spiels­wei­se von Tafeln wer­den mit kei­nem Cent berück­sich­tigt. Es bleibt unbe­greif­lich, war­um bei 130 Mil­li­ar­den Euro so vie­le Arme regie­rungs­amt­lich igno­riert wer­den“, so Schnei­der. „Unse­re ohne­hin sozi­al tief gespal­te­ne Gesell­schaft kann an die­ser Kri­se zer­bre­chen. Kon­junk­tur- und Hilfs­pro­gram­me müs­sen sozi­al, gerecht und wirk­sam sein. Nie­mand darf in die­ser Kri­se abge­hängt wer­den”, so Schnei­der. Der Pari­tä­ti­sche for­dert als Sofort­hil­fe die sofor­ti­ge Erhö­hung der Regel­sät­ze in Hartz IV und Alters­grund­si­che­rung um 100 Euro pro Kopf und Monat bis zur ohne­hin gesetz­lich gefor­der­ten Neu­fest­set­zung der Regel­sät­ze zum 1.1.2021 und eine sofor­ti­ge Ein­mal­zah­lung an alle Grund­si­che­rungs­be­zie­hen­den von 200 Euro (Kos­ten zusam­men: ca. 6 Mrd. Euro), sowie eine sofor­ti­ge ent­spre­chen­de Leis­tungs­an­pas­sung beim BAföG und im Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz.” Pres­se­mel­dung des Pari­tä­ti­schen Gesamt­ver­bands vom 29. Juni 2020 externer Link
  • Kabi­nett beschließt Kin­der­bo­nus /​Eini­ge Kin­der fal­len aber raus
    Das Kabi­nett hat den Beschluss zum Kin­der­bo­nus getrof­fen, im Sept./Okt. sol­len in zwei Raten je 150 € zusätz­lich zum Kin­der­geld gewährt wer­den. Die­ser Kin­der­bo­nus soll im SGB II, Kin­der­zu­schlag und Wohn­geld anrech­nungs­frei blei­ben. Nähe­res auf der Sei­te des BMFSFJ externer Link. Es stel­len sich dabei ver­schie­de­ne Fra­gen: was ist mit der Ein­kom­mens­an­rech­nung im SGB XII, im Asyl­bLG und beim SGB III? Es muss klar­ge­stellt wer­den, dass der Kin­der­bo­nus in allen sozia­len Siche­rungs­sys­te­men anrech­nungs­frei gestellt wird. Eben­so muss klar gestellt wer­den, dass er pfän­dungs­frei zu sein hat. Clau­di­us Voigt von der GGUA hat die berech­tig­te Fra­ge auf­ge­wor­fen, was mit den Kin­dern ist, die kei­nen Anspruch auf Kin­der­geld haben, nach der Ver­ein­ba­rung des Kabi­netts sind die­se vom „Bonus“ aus­ge­schlos­sen. Clau­di­us hat die Fall­grup­pen in sei­ner Mail vom 8. Juni näher aus­ge­führt: https://​t1p​.de/​r​srz externer Link. Somit stün­den Benach­tei­li­gun­gen auf­grund migra­ti­ons­po­li­ti­scher Erwä­gun­gen mit den Zie­len des Kon­junk­tur­pa­kets offen­sicht­lich in Wider­spruch. Hier ist die For­de­rung zu stel­len, dass für die­sen Per­so­nen­kreis der Kin­der­bo­nus durch die jewei­li­gen Leis­tungs­trä­ger im Sept./Okt. zusätz­lich aus­zu­zah­len ist. Außer­dem möch­te ich fest­hal­ten, dass nicht nur Kin­der unter der Coro­na-Pan­de­mie zu lei­den hat, son­dern jede/​r. Daher wäre allei­ne aus Gleich­be­hand­lungs­grün­den mind. jedem armen Men­schen ein sol­cher Coro­na-Zuschlag zu gewäh­ren. Min­des­tens aber allen alten Men­schen, ab 60 Jah­ren da die­se sowie­so höhe­re alters­be­ding­te Bedar­fe haben und in der Coro­na-Pan­de­mie beson­ders. Hier nur eini­ge klu­ge, rich­ti­ge und scharf­zün­gi­ge Anmer­kun­gen von Ste­fan Sell: auf aktu­el­le Sozi­al­po­li­tik: Corona-„Familienbonus“: 300 Euro pro Kind. War­um nicht gleich 600 Euro? Für alle. Wirk­lich für alle? externer Link” Aus dem Thomé News­let­ter 20/​2020 vom 14.06.2020 externer Link
  • War­um die Coro­na-Kri­se Men­schen in der Grund­si­che­rung hart trifft /​Mit Wumms aus der Kri­se? Kon­junk­tur­pro­gramm und Men­schen mit nied­ri­gen Ein­kom­men 
    • Knap­per Wohn­raum, weni­ger IT-Aus­stat­tung, häu­fi­ger allein­ste­hend: War­um die Coro­na-Kri­se Men­schen in der Grund­si­che­rung hart trifft
      “… Gene­rell gehen sozi­al­psy­cho­lo­gi­sche Theo­rien davon aus, dass Men­schen unter­schied­lich gut mit Stress umge­hen kön­nen. Auch eine Kri­se wie die Coro­na-Pan­de­mie wirkt als soge­nann­ter Stres­sor auf Indi­vi­du­en und Haus­hal­te. Die­sen Theo­rien zufol­ge kön­nen die Betrof­fe­nen Kri­sen bewäl­ti­gen, indem sie bestimm­te Res­sour­cen akti­vie­ren. Die­se Res­sour­cen haben einen Ein­fluss dar­auf, wie stark der Stres­sor wirkt und inwie­weit er tat­säch­lich Stress aus­löst. Ob die Coro­na-Kri­se bei­spiels­wei­se zu sozia­ler Iso­la­ti­on oder Kon­flik­ten im Haus­halt führt, hängt maß­geb­lich davon ab, ob den Betrof­fe­nen Res­sour­cen zur Ver­fü­gung ste­hen, die ihnen bei der Bewäl­ti­gung der Kri­se hel­fen. Für die Bewäl­ti­gung der all­täg­li­chen Her­aus­for­de­run­gen wäh­rend der Coro­na-Kri­se sind neben öko­no­mi­schen Res­sour­cen beson­ders die­je­ni­gen Res­sour­cen ent­schei­dend, die sich aus sozia­len Netz­wer­ken, der Wohn­si­tua­ti­on und dem Wohn­um­feld erge­ben. Damit Freun­de, Ver­wand­te und Bekann­te trotz sozia­ler Distan­zie­rung mit­ein­an­der in Kon­takt blei­ben kön­nen, ist zudem die Aus­stat­tung mit Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie wich­tig, zumal sich die Betrof­fe­nen dadurch auch mit kri­sen­re­le­van­ten Infor­ma­tio­nen ver­sor­gen kön­nen. (…) Wer sich in der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de oder in der Grund­si­che­rung im Alter befin­det, ist in all die­sen Berei­chen im Schnitt deut­lich schlech­ter aus­ge­stat­tet. Dabei han­delt es sich nicht sel­ten um Men­schen, die ohne­hin in mehr­fa­cher Hin­sicht benach­tei­ligt sind, etwa weil sie allein­er­zie­hend oder gesund­heit­lich beein­träch­tigt sind. Wie die Betrof­fe­nen mit der Kri­se umge­hen, hängt neben den ver­füg­ba­ren Res­sour­cen auch von ihrer Lebens­si­tua­ti­on ab. Wenn Schu­len, Kitas und Spiel­plät­ze geschlos­sen sind, haben es ins­be­son­de­re Fami­li­en mit Kin­dern, cir­ca ein Drit­tel aller Per­so­nen im Grund­si­che­rungs­be­zug, sehr schwer. Auch Älte­re sind über­pro­por­tio­nal betrof­fen. Zählt man die Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de und die Grund­si­che­rung im Alter zusam­men, so sind etwa ein Fünf­tel der Per­so­nen im Grund­si­che­rungs­be­zug 60 Jah­re oder älter. Für sie ist die Gefahr eines schwe­re­ren Ver­laufs von Covid-19 grö­ßer, die Ein­hal­tung des Abstands­ge­bots mit­hin umso wich­ti­ger. Daher ist gera­de für sie die Gefahr sozia­ler Iso­la­ti­on beson­ders groß. (…) Neben den direk­ten gesund­heit­li­chen und wirt­schaft­li­chen Fol­gen wer­den auch die sozia­len Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie unse­re Gesell­schaft län­ge­re Zeit beschäf­ti­gen. Auch die sozia­len Fol­gen zuneh­men­der Arbeits­lo­sig­keit sind noch nicht abseh­bar. (…) Die Coro­na-Kri­se trifft also die öko­no­misch ohne­hin schwä­che­ren Grup­pen in beson­de­rer Wei­se…” Bei­trag von Sebas­ti­an Bähr, Corin­na Fro­der­mann, Jens Steg­mai­er, Nils Teich­ler und Mark Trapp­mann vom 10. Juni 2020 beim IAB-Forum externer Link
    • Mit Wumms aus der Kri­se? Licht und Schat­ten des umfang­rei­chen Kon­junk­tur­pro­gramms für Men­schen mit nied­ri­gen Ein­kom­men
      “… Was bringt das umfang­rei­che Maß­nah­men­pa­ket Men­schen mit nied­ri­gen Ein­kom­men (nicht)? Bei den vie­len Mil­li­ar­den an Euros, die hier auf­ge­ru­fen wur­den, fällt doch sicher­lich auch was ab für die ein­kom­mens­schwa­chen Haus­hal­te in unse­rem Land. Nun könn­te der eine oder ande­re an die­ser Stel­le durch­aus vor­be­las­tet in die wei­te­re Ana­ly­se gehen und dabei auf die­sen am 12. Mai 2020 ver­öf­fent­lich­ten Bei­trag ver­wei­sen: Am aus­ge­streck­ten Arm … Die Bun­des­re­gie­rung und der Nicht-Zuschlag für Men­schen in der Grund­si­che­rung. Die blei­ben beim Sozi­al­schutz-Paket II wei­ter außen vor. (…) Also zumin­dest an die­ser Stel­le kann man eine Kor­rek­tur dahin­ge­hend vor­neh­men, dass auch die Men­schen, die im SGB II-Bezug sind und ein oder meh­rer Kin­der haben, von den geplan­ten Maß­nah­men pro­fi­tie­ren wer­den. (…) Nun betrifft der „Kin­der­bo­nus“ logi­scher­wei­se nur die­je­ni­gen, die auch ein oder meh­re­re Kin­der haben, die zudem noch im „Kin­der­geld-Alter“, also unter 25 Jah­re, sind. Und was ist mit den Allein­ste­hen­den im Hartz IV-Leis­tungs­be­zug? Was ist mit den alters­ar­men Men­schen in der Grund­si­che­rung nach SGB XII (von denen vie­le Kin­der groß­ge­zo­gen haben, was aber nicht rele­vant ist für den „Kin­der­bo­nus“, denn die Kin­der die­ser Men­schen sind nicht mehr im Kin­der­geld­be­zug)? Für die­se Men­schen ist wei­ter­hin nichts vor­ge­se­hen. Kein befris­te­ter „Coro­na-Zuschlag“ auf die Regel­leis­tung, von einer dau­er­haf­ten Anhe­bung die­ser Leis­tun­gen ganz zu schwei­gen. Dabei besteht hier gera­de seit Aus­bruch der Kri­se ein erheb­li­cher Hand­lungs­be­darf, denn die den Men­schen im SGB II und XII zuge­stan­de­nen Regel­be­dar­fe sind der­art auf Kan­te genäht, dass sie schon unter Nor­mal­be­din­gun­gen bei vie­len, vor allem den län­ger die­se Leis­tun­gen blei­chen­den Men­schen vor­ne und hin­ten nicht aus­rei­chen. Dass die im Zusam­men­spiel mit vie­len ande­ren Fak­to­ren (bei­spiels­wei­se die vor­über­ge­hen­de Schlie­ßung vie­ler Tafeln sowie der aus­ge­präg­te Preis­an­stieg bei Lebens­mit­teln) finan­zi­ell zusätz­lich gebeu­telt waren und sind, steht außer Fra­ge und war ja auch der wich­tigs­te Grund dafür, dass zahl­rei­che Orga­ni­sa­tio­nen einen ent­spre­chend gegen­steu­ern­den „Coro­na-Zuschlag“ gefor­dert haben. Erfolg­los, wie wir gese­hen haben. (…) Das muss alles ein­ge­ord­net wer­den vor dem Hin­ter­grund der Tat­sa­che, dass die kon­kre­te Höhe der Regel­leis­tun­gen seit Jah­ren von vie­len Exper­ten als zu nied­rig ein­ge­stuft wird und auch in der Bevöl­ke­rung gibt es offen­sicht­lich ein Gespür dafür, dass hier eine Dis­kre­panz zwi­schen Ist und Soll vor­han­den ist…” Kom­men­tar von Ste­fan Sell vom 8. Juni 2020 auf sei­ner Home­page externer Link
  • Gericht: Kei­ne kos­ten­lo­sen Mas­ken für Hartz-IV-Bezie­her
    “Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt in Essen hat am Mitt­woch (06.05.2020) ent­schie­den, dass Hartz-IV-Bezie­her kei­nen Anspruch auf kos­ten­lo­se Schutz­mas­ken haben. Ein Klä­ger hat­te wegen der Mas­ken­pflicht zuvor einen Zuschuss in Höhe von 349 Euro vom Job­cen­ter gefor­dert. Alter­na­tiv woll­te er, dass Hartz-IV-Bezie­her Gesichts­schutz­mas­ken kos­ten­los bereit­ge­stellt bekom­men. Das Gericht wies die Kla­ge aller­dings ab – es sieht die Mas­ken als Bestand­teil der Beklei­dung. (…) Eine Mas­ke müs­se nur in bestimm­ten Situa­tio­nen getra­gen wer­den, hieß es in der Begrün­dung des Rich­ters. Außer­dem kön­ne für die Bede­ckung von Mund und Nase bei­spiels­wei­se auch ein Schal benutzt wer­den. Des­halb sol­len die Mas­ken mit dem regu­lä­ren Hartz-IV-Satz bezahlt wer­den.” Mel­dung vom 6. Juni 2020 beim WDR externer Link (betrifft Beschluss LSG Nord­rhein-West­fa­len v. 30.04.2020, Az. L 7 AS 635/​20)
  • Der gro­ße Ein­bruch kommt erst noch – Unab­hän­gi­ge Sozi­al­be­ra­tun­gen sind in der Coro­na­kri­se enorm gefor­dert 
    “Es war uns sofort klar, dass wir wei­ter­ma­chen müs­sen«, erin­nert sich Kai Jen­sen an den Beginn des Coro­na-Lock­downs im März. »Wir haben bis­lang kei­ne E‑Mail-Bera­tung ange­bo­ten, weil wir Men­schen, die unse­re Hil­fe brauch­ten, immer ermu­ti­gen woll­ten, im Gespräch so viel von ihrer Geschich­te zu erzäh­len, wie es ihnen nötig erscheint«, erklärt der Sozi­al­be­ra­ter von der Erwerbs­lo­sen­in­itia­ti­ve Bas­ta in der Sche­rer­stra­ße in Ber­lin-Wed­ding. (…) Zwar trat Ende März die Son­der­re­ge­lung in Kraft, mit der durch die Pan­de­mie in Not gera­te­ne Hartz-IV-Neu­an­trag­stel­ler begüns­tigt wer­den soll­ten. Aber die Ein­stel­lung des Publi­kums­ver­kehrs in den Häu­sern der Arbeits­agen­tur hat­te für die bereits über 350 000 Bezieher*innen von Hartz-IV-Leis­tun­gen in Ber­lin weni­ger erleich­tern­de Fol­gen: Für sie bedeu­tet die Coro­na­kri­se, dass ihnen die Job­cen­ter noch mehr Post und E‑Mails schi­cken, von denen sich der Groß­teil im büro­kra­ti­schen und oft schwer ver­ständ­li­chem Amts­deutsch bewegt. Immer mehr Men­schen geben ihre Tele­fon­num­mer an, um der For­de­rung nach Erreich­bar­keit nach­zu­kom­men, sagt Jen­sens Kol­le­gin Clau­dia Kratsch. Dadurch stei­ge aber auch der Druck auf allen Kanä­len. Vie­le wür­den die Auf­for­de­rung erhal­ten, sich auf frei wer­den­de Stel­len in sys­tem­re­le­van­ten Beru­fen zu bewer­ben. Der Umstand, dass gera­de in der Grup­pe von Hartz-IV-Empfänger*innen auch vie­le Men­schen mit Vor­er­kran­kun­gen zu fin­den sei­en, die mit ein Grund für den Leis­tungs­be­zug sein kön­nen, stel­le da kein Hin­der­nis dar, berich­tet die Bera­te­rin. Anders­her­um sei­en die Job­cen­ter für Nach­fra­gen sel­ten erreich­bar, ver­gleich­bar mit der auch sonst herr­schen­den Situa­ti­on. (…) Etli­che Betrof­fe­ne berich­te­ten, dass ihre Bit­ten um Wei­ter­bil­dung abge­lehnt wür­den. Statt­des­sen wer­de ihnen nahe­ge­legt, sich auf schlecht bezahl­te Jobs zu bewer­ben. Einer Fami­lie wird die Kos­ten­be­tei­li­gung an der Mit­glied­schaft ihres Kin­des im Sport­ver­ein infra­ge gestellt, einer ande­ren die anfal­len­den Kos­ten für die Musik­stun­den ihres Nach­wuch­ses. »Das sind Gel­der aus dem Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket, die rechts­wid­rig ein­be­hal­ten wer­den«, kri­ti­siert Kratsch. Ein schwe­rer Vor­wurf, der aller­dings nicht aus der Luft gegrif­fen ist, wie Doku­men­te bele­gen, die »nd« vor­lie­gen. (…) Einen Erfolg im Kampf gegen men­schen­un­wür­di­ge Aus­le­gun­gen des Sozi­al­ge­set­zes durch Job­cen­ter zeigt das ers­te posi­ti­ve Urteil des Ber­li­ner Sozi­al­ge­richts vor dem Hin­ter­grund der Coro­na-Rege­lung. Das Gericht hat­te das Job­cen­ter Ste­glitz-Zehlen­dorf am 20. Mai ver­pflich­tet, die als unan­ge­mes­sen hoch ein­ge­stuf­ten Miet­kos­ten einer allein­er­zie­hen­den Mut­ter und ihrer bei­den min­der­jäh­ri­gen Kin­der vor­läu­fig wei­ter zu über­neh­men. Das Job­cen­ter hat­te ihr mit­ge­teilt, dass die Mie­te nur noch bis ein­schließ­lich März 2020 über­nom­men wür­de. Inten­si­ve Bemü­hun­gen, eine neue Woh­nung zu fin­den, woll­te es nicht erkannt haben. Nun wur­de es ver­pflich­tet, bis Ende Sep­tem­ber 2020 zu zah­len. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.” Bericht von Clau­dia Krieg bei neu­es Deutsch­land vom 6. Juni 2020 externer Link
  • Män­gel des Kon­junk­tur­pro­gramms: Arme gehen leer aus /​“Rat­schlags Kin­der­ar­mut”: Coro­na und Kin­der­ar­mut: Poli­tik muss mehr tun 
    • Män­gel des Kon­junk­tur­pro­gramms: Arme gehen leer aus
      Das Kon­junk­tur­pro­gramm der Bun­des­re­gie­rung berück­sich­tigt Men­schen mit Kin­dern. Doch Pfle­ge­kräf­te und kin­der­lo­se Leis­tungs­emp­fän­ger gehen leer aus. Zuerst ein Punkt, der mich wirk­lich ärgert: Das Wort „Pfle­ge“ taucht in den Ver­ein­ba­run­gen zum Kon­junk­tur­pa­ket nicht ein ein­zi­ges Mal auf, obwohl hier noch viel zu tun ist, wie die letz­ten Kri­sen­mo­na­te offen­bar wer­den lie­ßen. Bleibt zu hof­fen, dass dahin­ter nicht die Ansicht steht, mit dem ein­ma­li­gen Zuschlag von 1.000 Euro für Pfle­ge­kräf­te und Stan­ding Ova­tions im Deut­schen Bun­des­tag wäre es getan. Denn das bleibt es garan­tiert nicht. Lobens­wert dage­gen: Auf Lieb­lings­pro­jek­te wie die Abwrack­prä­mie wur­de nun doch ver­zich­tet und statt­des­sen E‑Mobilität geför­dert. Das ist schon ­ein­mal ein Schlag ins Gesicht der Auto­lob­by. Inves­tiert wird statt­des­sen in die sozia­le Infra­struk­tur. Vie­le Mit­glie­der unse­res Wohl­fahrts­ver­ban­des sind erleich­tert, auch weil die Bun­des­re­gie­rung vor eini­gen Wochen noch eher zöger­lich war, was sozia­le Ein­rich­tun­gen angeht. Nun gibt es immer­hin ein Kre­dit- und ein kom­mu­na­les Ent­las­tungs­pro­gramm. Der Kahl­schlag in der sozia­len Infra­struk­tur ist vor­läu­fig abge­wen­det. Das freut uns und sicher auch die Men­schen, die unse­re Hil­fe brau­chen. Eben­so freut uns, dass der Kin­der­bo­nus von 300 Euro offen­bar nicht den Gut­ver­die­nen­den zu Gute kommt, son­dern nur Fami­li­en mit klei­nen und mitt­le­ren Ein­kom­men. Aber damit kom­men wir zur größ­ten Kri­tik am Paket: Pro­fi­tie­ren kön­nen nur Fami­li­en mit Kin­dern, wenn sie Hartz IV bezie­hen, denn ihnen wird der Kin­der­bo­nus nicht ange­rech­net. Das ist zwei­fel­los gut, aber bedeu­tet auch, dass alle Kin­der­lo­sen, die Leis­tun­gen bezie­hen – egal ob Hartz IV oder Grund­si­che­rung –, leer aus­ge­hen. Die Mehr­aus­ga­ben, die vie­le Kin­der­lo­se nun auch haben, wer­den mit kei­nem Cent berück­sich­tigt. Es bleibt unbe­greif­lich, war­um bei 130 Mil­li­ar­den Euro so vie­le der Armen unbe­rück­sich­tigt blei­ben. Es blei­ben die Mehr­wert­steu­er­sen­kun­gen, die aber gera­de für die­je­ni­gen ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein sind, die sich sowie­so nichts leis­ten kön­nen…” Gast­kom­men­tar von Ulrich Schnei­der vom 5.6.2020 in der taz online externer Link, sie­he auch:
      • Kon­junk­tur­pa­ket mit Gren­zen
        “… Nach all den vie­len For­de­run­gen durch DIE LINKE. und Bünd­nis 90 /​Die Grü­nen im Bun­des­tag, unzäh­li­gen Sozi­al­ver­bän­den und Erwerbs­lo­sen­in­itia­ti­ven für Men­schen in der Grund­si­che­rung einen Pan­da­mie-Zuschlag in Höhe von 100 Euro monat­lich für Men­schen in Armut ein­zu­füh­ren konn­te sich die Koali­ti­on nicht durch­rin­gen. Und das ist stark zu kri­ti­sie­ren. Für Mil­lio­nen von Men­schen in den Grund­si­che­run­gen, mit Armuts­ren­ten, Student*innen, Per­so­nen ohne Kin­der wur­de nichts getan. Statt­des­sen ent­flammt nun viel­mehr in den sozia­len Netz­wer­ken eine Neid­de­bat­te oder Miss­gunst gegen­über Fami­li­en mit Kin­dern. Die­se Debat­te ist nicht schön, aber berech­tigt. Für einen fried­li­chen Zusam­men­halt, wie es die SPD hin­aus­tönt, ist es nicht för­der­lich. Die Kos­ten­stei­ge­run­gen, gera­de bei Lebens­mit­tel durch Coro­na sind belegt und trotz­dem bleibt es skan­da­lös und unbe­greif­lich, war­um bei 130 Mil­li­ar­den Euro so vie­le Arme kom­plett unbe­rück­sich­tigt blei­ben. Schaut man sich das Papier genau­er an, kommt auch das Wort „Pfle­ge“ nicht ein ein­zi­ges Mal vor. Ein Bereich, den man hof­fent­lich nicht in wei­te­ren Dis­kus­sio­nen und Pake­ten ver­gisst, weil man der Mei­nung ist, dass der ein­ma­li­ge Zuschlag von 1.000 Euro und Stan­ding Ova­tions aus­rei­chend sei­en. Auch Frau­en und deren Kraft­akt die Coro­na-Pan­de­mie, oft­mals mit Dop­pel- oder Mehr­fach-Belas­tun­gen zu stem­men sind kein Wort wert. Hier gilt das sel­bi­ge wie für die Pfle­ge: Von Lob­hu­de­lei­en, dass sie sys­tem­re­la­vant sind, kön­nen sie sich nichts kau­fen…” Kom­men­tar vom 4. Jun 2020 von und bei Inge Han­ne­mann externer Link
      • Sie­he auch das Kon­junk­tur­pa­ket im Wort­laut externer Link
    • Exis­tenz­not immer grö­ßer. Stei­gen­de Prei­se, unzu­rei­chen­de Hil­fe: Sozi­al­ver­bän­de war­nen vor armuts­be­ding­ten »Kol­la­te­ral­schä­den«
      “Nach dem Coro­na­vi­rus brei­tet sich kri­sen­be­dingt die Armut aus. Der Kapi­ta­lis­mus weiß dem wenig ent­ge­gen­zu­set­zen. Auch in Deutsch­land wird es für vie­le eng: Die Prei­se stei­gen, die Erwerbs­lo­sig­keit wächst, Behör­den sind schwer erreich­bar, und die Grund­si­che­rung reicht oft nicht mehr, um damit von Monat zu Monat zu kom­men. Exis­ten­ti­el­le Not­la­gen häu­fen sich. Sozi­al­ver­bän­de schla­gen des­halb erneut Alarm. »Die Hartz-IV-Sät­ze sind grund­sätz­lich zu nied­rig«, mahn­te am Pfingst­sonn­tag der Prä­si­dent des Deut­schen Cari­tas­ver­ban­des, Peter Neher, gegen­über dem Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND). Sein Ver­band habe berech­net, dass Bezie­her von Hartz IV und Sozi­al­hil­fe »etwa 70 bis 80 Euro mehr bekom­men müss­ten«, so Neher. (…) Auch hal­ten vie­le Men­schen die Grund­si­che­rungs­sät­ze für unzu­rei­chend. Einer Umfra­ge des For­schungs­in­sti­tuts For­sa im Auf­trag des Pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­ban­des zufol­ge den­ken 80 Pro­zent, dass von den gegen­wär­ti­gen Hartz-IV-Sät­zen nie­mand wür­dig leben kann. Dem­nach wären etwa 728 Euro ohne Wohn­kos­ten monat­lich nötig, um die Grund­be­dürf­nis­se allein­ste­hen­der Erwach­se­ner zu decken. (…) Indes zei­gen Daten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes, dass die Prei­se im April dras­tisch ange­zo­gen haben. Ins­be­son­de­re Lebens­mit­tel wur­den dem­nach teu­rer. Allein für ihr Essen hät­ten Men­schen 4,6 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­mo­nat aus­ge­ben müs­sen. Obst und Gemü­se habe sich sogar um elf Pro­zent bin­nen Jah­res­frist und um 5,6 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­mo­nat März ver­teu­ert, mel­de­te das Amt Mit­te Mai. Das alles sorgt immer häu­fi­ger für exis­ten­ti­el­le Not­la­gen, wie das bun­des­wei­te Erwerbs­lo­sen­bünd­nis »Auf Recht bestehen« ver­gan­ge­ne Woche warn­te. Dabei sei es für Betrof­fe­ne immer schwie­ri­ger, Hil­fe zu erhal­ten. Neue Anträ­ge auf Grund­si­che­rung wür­den häu­fig auf die lan­ge Bank gescho­ben. Man­cher­orts sei es unmög­lich, Sach­be­ar­bei­ter zu errei­chen oder über die Hot­line hilf­rei­che Aus­künf­te zu erhal­ten, sag­te Bünd­nis­spre­cher Rai­ner Tim­mer­mann. Sein Mit­strei­ter Frank Jäger ergänz­te: »Wenn die Leis­tungs­ab­tei­lung für Kun­den geschlos­sen ist, ver­ge­hen oft Wochen und Mona­te, bis Not­la­gen per Tele­fon, E‑Mail oder Post beho­ben wer­den.« Ihr Ver­spre­chen auf unbü­ro­kra­ti­sche Hil­fe habe die Regie­rung damit nicht ein­ge­löst.” Arti­kel von Sus­an Bonath bei der jun­gen Welt vom 2. Juni 2020 externer Link und dazu:
      • Gemein­sa­me Erklä­rung des “Rat­schlags Kin­der­ar­mut”: Coro­na und Kin­der­ar­mut: Poli­tik muss mehr tun
        “Kin­der aus armen Fami­li­en sind von der Coro­na-Kri­se beson­ders betrof­fen. Ein Ret­tungs­schirm wur­de für sie aber nicht auf­ge­spannt. Ein Bünd­nis aus mehr als 50 Ver­bän­den, dar­un­ter der DGB, for­dert mehr Enga­ge­ment gegen Kin­der­ar­mut. (…) “Seit März 2020 führt die Coro­na-Pan­de­mie zu weit­rei­chen­den Ein­schrän­kun­gen und Ver­än­de­run­gen im Leben der Men­schen. Die­je­ni­gen, die ohne­hin am stärks­ten struk­tu­rel­len Benach­tei­li­gun­gen aus­ge­setzt sind, ste­hen auch in die­ser Kri­se unter kei­nem aus­rei­chen­den ‘Ret­tungs­schirm’: Arme und armuts­be­droh­te Fami­li­en”, heißt es in einer gemein­sa­men Erklä­rung des “Rat­schlags Kin­der­ar­mut”. Die­se Fami­li­en müss­ten den Weg­fall von Leis­tun­gen für Bil­dung und Teil­ha­be, die den Kin­dern und Jugend­li­chen eigent­lich zuste­hen, kom­pen­sie­ren. Sie blie­ben zudem weit­ge­hend auf sich allei­ne gestellt, wenn sozia­le Ein­rich­tun­gen geschlos­sen sind. Damit ver­stär­ke die Kri­se struk­tu­rel­le Benach­tei­li­gun­gen und trifft vor allem die Schwächs­ten. “Wir, die unter­zeich­nen­den Orga­ni­sa­tio­nen, for­dern die Poli­tik in Bund, Län­dern und Kom­mu­nen auf, Armut von Kin­dern und Jugend­li­chen nicht län­ger hin­zu­neh­men. Wir sind uns dar­in einig, dass alles getan wer­den muss, damit alle Kin­der gesell­schaft­li­che Teil­ha­be und ein gutes Auf­wach­sen erfah­ren kön­nen”, so die gemein­sa­me Erklä­rung. “Dazu gehö­ren der Aus­bau der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me, aktu­ell auch durch kri­sen­be­ding­te Auf­schlä­ge und ver­ein­fach­ten Zugang zu Leis­tun­gen, die Sicher­stel­lung sozia­ler Infra­struk­tur und die inten­si­ve Beglei­tung von Kin­dern und Jugend­li­chen zurück in ihren Kita- und Schul­all­tag. Alle Kin­der und Jugend­li­chen haben ein Recht auf ein gutes Auf­wach­sen!” DGB-Mel­dung vom 29. Mai 2020 externer Link mit Link zur Gemein­sa­men Erklä­rung des “Rat­schlags Kin­der­ar­mut”
  • Coro­na: Die igno­rier­ten Armen
    “Die Coro­na­kri­se bedeu­tet für vie­le Bun­des­bür­ger enor­me finan­zi­el­le Här­ten. Um die­se zumin­dest etwas abzu­fe­dern, ver­ab­schie­de­te der Deut­sche Bun­des­tag Mit­te Mai bereits ein zwei­tes Sozi­al­pa­ket. Aller­dings gibt es nach wie vor einen blin­den Fle­cken: Die Ärms­ten der Armen tau­chen ledig­lich am Ran­de auf. (…) Dabei monie­ren Sozi­al­ver­bän­de seit Jah­ren, dass die Berech­nun­gen des Hartz-IV-Sat­zes unzu­läng­lich sind und die „Grund­si­che­rung“ höchs­tens gera­de so zum Über­le­ben reicht, aber bei­lei­be nicht zur Teil­ha­be am sozia­len Leben. Die der­zei­ti­ge Kri­se offen­bart dies durch den Weg­fall der ehren­amt­li­chen Ver­sor­gungs­struk­tu­ren nur ein­mal mehr und beson­ders dras­tisch. Doch offen­sicht­lich wol­len die Regie­rungs­frak­tio­nen gera­de ange­sichts der in die­sem Jahr wie­der anste­hen­den Neu­be­rech­nung des Regel­sat­zes nicht ein­ge­ste­hen, dass eine Erhö­hung ganz grund­sätz­lich und unab­hän­gig von Coro­na nötig wäre. Die anhal­ten­de Abwehr ist bit­ter für die Armen – und eine fata­le Aus­sicht für all jene, die in der Coro­na­kri­se ihren Arbeits- oder Aus­bil­dungs­platz ver­lie­ren und dann auch auf Hartz-IV ange­wie­sen sein könn­ten. Denn damit bli­cken sie nicht nur in eine unge­wis­se Zukunft, son­dern sehen sich einer Insti­tu­ti­on gegen­über, die nicht auf Ver­trau­en, son­dern auf Miss­trau­en setzt: Weil es auch Eltern gibt, die mit der Erzie­hung ihrer Kin­der über­for­dert sind, die gewalt­tä­tig wer­den – übri­gens in allen sozia­len Schich­ten – oder die auf­grund psy­chi­scher Pro­ble­me kei­nen struk­tu­rier­ten Tages­ab­lauf hin­be­kom­men, wird pau­schal allen Hartz-IV-Emp­fän­gern unter­stellt, im Zwei­fel das ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­de Geld für die fal­schen Din­ge aus­zu­ge­ben. Des­halb haben es alle, die auf staat­li­che Unter­stüt­zung ange­wie­sen sind, mit enor­men büro­kra­ti­schen Hür­den und einem fata­len pater­na­lis­ti­schen Dis­zi­pli­nie­rungs­ap­pa­rat zu tun. Anstatt den Fami­li­en end­lich das Kin­der­geld zusätz­lich zum Hartz-IV-Satz aus­zu­zah­len und die­ses nicht wie bis­lang anzu­rech­nen, müs­sen die­se Kos­ten bei­spiels­wei­se für Musik­un­ter­richt oder Sport­ver­ei­ne geson­dert bean­tra­gen. Doch dabei wird es bis auf wei­te­res blei­ben: Selbst in die­ser Kri­sen­si­tua­ti­on konn­te sich die gro­ße Koali­ti­on nicht dazu durch­rin­gen, auch Kin­dern im Hartz-IV-Bezug wenigs­tens den soge­nann­ten Kin­der­zu­schlag in Höhe von 185 Euro zu gewäh­ren, den Fami­li­en mit gerin­gem Ein­kom­men nun ver­ein­facht bean­tra­gen kön­nen. (…) Die sozia­len Ungleich­hei­ten tre­ten somit in der Coro­na­kri­se wie unter einem Brenn­glas zuta­ge – und neh­men noch ein­mal deut­lich zu. Das soll­te ein Weck­ruf für die Sozi­al­po­li­tik in die­sem Land sein: Jene, die schon jetzt in hoch pre­kä­ren Ver­hält­nis­sen leben, brau­chen mehr Unter­stüt­zung – und dür­fen in den anste­hen­den gesell­schaft­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen dar­über, wie die Kos­ten der Kri­se ver­teilt wer­den, auf kei­nen Fall voll­ends unter die Räder kom­men…” Bei­trag von Annett Män­gel aus Blät­ter Aus­ga­be Juni 2020 externer Link
  • Mehr­be­dar­fe im Hartz IV-Sys­tem: Dau­men hoch für Schü­ler­ta­blets, Dau­men run­ter für Mund-Nase-Bede­ckun­gen. Ein Streif­zug durch aktu­el­le Ent­schei­dun­gen der Sozi­al­ge­rich­te 
    “»Der Bedarf für die Anschaf­fung eines inter­net­fä­hi­gen Com­pu­ters zur Teil­nah­me an dem pan­de­mie­be­ding­ten Schul­un­ter­richt im hei­mi­schen Umfeld sei im Regel­be­darf nicht berück­sich­tigt. Es han­de­le sich um einen grund­si­che­rungs­recht­lich rele­van­ten Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be. Denn die Anschaf­fung eines inter­net­fä­hi­gen End­ge­räts sei mit der pan­de­mie­be­ding­ten Schlie­ßung des Prä­senz­schul­be­triebs erfor­der­lich gewor­den.« (LSG NRW vom 22.05.2020 – L 7 AS 719/​20 B ER, L 7 AS 720/​20 B ER externer Link) Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt NRW spricht hin­sicht­lich der Kos­ten für ein Tablet von einem „anzu­er­ken­nen­den unab­weis­ba­ren, lau­fen­den Mehr­be­darf“. (…) Da die Schü­le­rin mitt­ler­wei­le durch eine pri­va­te Spen­de einen inter­net­fä­hi­gen Lap­top erhal­ten habe, brau­che sie kei­nen Eil­rechts­schutz mehr, aber die Rich­ter des LSG haben den Sach­ver­halt genutzt, um grund­sätz­lich zu ent­schei­den. Dafür gibt es nun auch wirk­lich Anlass genug. In den Regel­be­dar­fen für Kin­der und Jugend­li­che sind im lau­fen­den Jahr 2020 für 0–6Jährige 76 Cent, für 6–14Jährige noch 55 Cent, für 14–18Jährige 23 Cent und für voll­jäh­ri­ge im Eltern­haus leben­de Erwach­se­ne 88 Cent für Bil­dung ent­hal­ten. „Spit­zen­rei­ter“ sind die allein­ste­hen­den bzw. allein­er­zie­hen­den Erwach­se­nen, für deren Bil­dung stol­ze 1,12 Euro im Regel­be­darf vor­ge­se­hen sind. Also pro Monat. (…) Die Rich­ter haben nicht nur fest­ge­stellt, dass der Bedarf für die Anschaf­fung eines inter­net­fä­hi­gen Com­pu­ters zur Teil­nah­me an dem pan­de­mie­be­ding­ten Schul­un­ter­richt im hei­mi­schen Umfeld im Regel­be­darf nicht berück­sich­tigt und dass die Anschaf­fung eines inter­net­fä­hi­gen End­ge­räts mit der pan­de­mie­be­ding­ten Schlie­ßung des Prä­senz­schul­be­triebs erfor­der­lich gewor­den sei, son­dern sie haben sich auch in die Welt der Preis­fin­dung bege­ben. Dazu kann man der Pres­se­mit­tei­lung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts NRW ent­neh­men: »Die Höhe des gel­tend gemach­ten Bedarfs sei mit etwa 150 Euro, ori­en­tiert an dem für ein inter­net­fä­hi­ges Mar­ken­ta­blet (10 Zoll, 16 GB RAM) ermit­tel­ten Preis i.H.v. 145 Euro sowie dem Bedarfs­pa­ket „digi­ta­les Klas­sen­zim­mer“ der Bun­des­re­gie­rung (150 Euro je Schü­ler), zu ver­an­schla­gen.« (…) Bevor jetzt mög­li­cher­wei­se eine hei­me­li­ge Stim­mung auf­kommt, soll­te wie­der das Augen­merk auf die 150 Euro gerich­tet wer­den: Leh­rer­ver­tre­ter hat­ten die­se Sum­me zuvor als viel zu nied­rig kri­ti­siert. Es sei blan­ker Hohn anzu­neh­men, dass Eltern und Jugend­li­che, die sich bis­her die Anschaf­fung eines digi­ta­len End­ge­räts nicht hät­ten leis­ten kön­nen, dies mit 150 Euro könn­ten, so Udo Beck­mann, Vor­sit­zen­der des Ver­bands Bil­dung und Erzie­hung (VBE). (…) Grund­sätz­lich gilt, dass Hartz IV-Bezie­her in der Regel auf die pau­scha­lier­ten Regel­leis­tun­gen ver­wie­sen wer­den, wes­halb ja auch eine kor­rek­te Bestim­mung der Höhe des Regel­be­darfs von so gro­ßer Bedeu­tung – wäre. Ein wei­te­res Bei­spiel dafür ist die­se Ent­schei­dung – eben­falls vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt NRW: »Die der­zeit zum Schutz vor Neu­in­fi­zie­run­gen mit dem Coro­na­vi­rus vor­ge­schrie­be­nen Gesichts­be­de­ckun­gen sind aus dem SGB II-Regel­be­darf zu finan­zie­ren, da sie als Bestand­teil der Beklei­dung ange­se­hen wer­den kön­nen. Dies hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt (LSG) in sei­nem Beschluss vom 30.04.2020 ent­schie­den (Az. L 7 AS 625/​20 B ER)«, so die Mit­tei­lung Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len: Mund-Nase-Bede­ckung begrün­det kei­nen Mehr­be­darf vom 6. Mai 2020…” Kom­men­tar von Ste­fan Sell vom 26. Mai 2020 auf sei­ner Home­page externer Link
  • 100-Euro-Hartz IV-Coro­na-Auf­schlag abge­lehnt /​“Armuts­po­li­ti­sche Ent­täu­schung”: Ver­bän­de kri­ti­sie­ren Sozi­al­schutz­pa­ket II mas­siv /​[KOS] Exis­tenz­si­chern­de Sozi­al­leis­tun­gen 
    • Mit allen Stim­men von CDU und AFD, alle bis auf eine von der SPD. FDP hat sich ent­hal­ten bis auf sechs Stim­men. Für den Auf­schlag stimm­ten geschlos­sen die LINKE und die Grü­nen. BEACHTEN: Abge­stimmt wur­de über die ableh­nen­de Beschluss­emp­feh­lung des Aus­schus­ses für Arbeit und Sozia­les externer Link (Buch­sta­be „g“). D.h.: “Ja” heisst Ableh­nung des Antra­ges der Grü­nen. Sie­he dazu Sit­zungs­ver­lauf externer Link und Abstim­mungs­über­sicht . Auch im Bun­des­rat gab es kei­ne Mehr­heit externer Link, in den Aus­schuss ver­scho­ben. Sie­he dazu: Druck­sa­che: “Beschluss­emp­feh­lung des Aus­schus­ses für Arbeit und Sozia­les zu dem Antrag der Frak­ti­on BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN – “Mit einem #Coro­na-Auf­schlag in der Grund­si­che­rung das Exis­tenz­mi­ni­mum sichern” Druck­sa­che 19/​19204 vom 13.05.2020 externer Link
    • BMAS und das poli­ti­sche Ber­lin mau­ern zum Coro­na­zu­schlag. Kom­me­tar im Thomé News­let­ter 17/​2020 vom 13.05.2020 externer Link
    • “Armuts­po­li­ti­sche Ent­täu­schung”: Ver­bän­de kri­ti­sie­ren Sozi­al­schutz­pa­ket II mas­siv
      Um die Armen und Schwa­chen in der Coro­na-Kri­se bes­ser zu unter­stüt­zen, for­dern meh­re­re Wohl­fahrts­ver­bän­de, dass Hartz-IV-Emp­fän­ger wegen der Coro­na-Kri­se 100 Euro im Monat mehr bekom­men sol­len. Das vom Kabi­nett auf den Weg gebrach­te Sozi­al­schutz­pa­ket II lässt in ihren Augen die Ärms­ten der Gesell­schaft im Stich…” Fokus-Über­blick vom 11.05.2020 externer Link
    • [KOS] Exis­tenz­si­chern­de Sozi­al­leis­tun­gen – For­de­run­gen anläss­lich der Coro­na-Kri­se
      Um die durch das neu­ar­ti­ge Coro­na-Virus ver­ur­sach­te Kri­se und die damit ver­bun­de­nen mate­ri­el­len und sozia­len Fol­gen abzu­fe­dern, haben Bund und Län­der eine Rei­he von Hil­fen für ver­schie­de­ne Bevöl­ke­rungs­grup­pen beschlos­sen. Wei­te­re Schrit­te, wie z. B. die von den Gewerk­schaf­ten vor­ge­schla­ge­ne Anhe­bung des Kurz­ar­bei­ter­gel­des auf 80% des vor­he­ri­gen Lohns, sol­len zumin­dest zu einem gro­ßen Teil umge­setzt wer­den. Für Arbeits­lo­se und von Arbeits­lo­sig­keit Bedroh­te gibt es dage­gen in der Coro­na-Kri­se kaum zusätz­li­che Unter­stüt­zung. Wir neh­men das zum Anlass, um ent­spre­chen­de Vor­schlä­ge auf­zu­grei­fen, die im Bereich des DGB und in der Erwerbs­lo­sen­be­we­gung dis­ku­tiert wer­den. Die­se Vor­schlä­ge bezie­hen sich zunächst auf die jet­zi­ge Kri­se. Sie sol­len aber auch auf­zei­gen, wie das bis­her so lücken­haf­te sozia­le Netz lang­fris­tig ver­bes­sert und die Leis­tungs­be­wil­li­gung im Amt wür­dig gestal­tet wer­den kann. Die Vor­schlä­ge bezie­hen sich zunächst auf Hartz-IV bzw. das SGB II. Sie soll­ten aber nach Mög­lich­keit auf alle ande­ren Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen, die der Exis­tenz­si­che­rung die­nen sol­len – d. h. ins­be­son­de­re Kin­der­zu­schlag, Leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz, Sozi­al­hil­fe und Grund­si­che­rung im Alter und bei Erwerbs­min­de­rung nach dem SGB XII – über­tra­gen wer­den. Gera­de im Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz sind deut­li­che Ver­bes­se­run­gen nötig, da die Leis­tun­gen dort noch­mals weit unter den ohne­hin schon zu nied­ri­gen Hartz-IV-Regel­sät­zen lie­gen…” For­de­run­gen vom 13.5.2020 der KOS externer Link (Word-Datei) (Koor­di­nie­rungs­stel­le gewerk­schaft­li­cher Arbeits­lo­sen­grup­pen) anläss­lich der Coro­na-Kri­se: Regel­sät­ze erhö­hen, Alle Kür­zun­gen aus­set­zen, Erreich­bar­keit der Ämter ver­bes­sern, Ein­fa­ches Antrags­ver­fah­ren, Leis­tun­gen zügig aus­zah­len, Leis­tungs­aus­schlüs­se auf­he­ben
  • Pari­tä­ti­scher kri­ti­siert sozia­le Schief­la­ge der staat­li­chen Hilfs­maß­nah­men in Coro­na­kri­se /​Die Bun­des­re­gie­rung und der Nicht-Zuschlag für Men­schen in der Grund­si­che­rung 
    • Am aus­ge­streck­ten Arm … Die Bun­des­re­gie­rung und der Nicht-Zuschlag für Men­schen in der Grund­si­che­rung. Die blei­ben beim Sozi­al­schutz-Paket II wei­ter außen vor
      “… Vor dem Hin­ter­grund der Viel­zahl an Begehr­lich­kei­ten und auch äußerst frag­wür­di­gen bevor­ste­hen­den (?) mil­li­ar­den­schwe­ren Sub­ven­ti­ons­pa­ke­ten (man den­ke hier an die aus den Rei­hen der Auto­mo­bil­in­dus­trie gefor­der­ten steu­er­fi­nan­zier­ten Kauf­prä­mi­en als Absatzan­kur­be­lungs­pro­gramm für VW & Co., das auf einem eige­nen „Auto-Gip­fel“ bei der Kanz­le­rin bereits vor­be­spro­chen und dem eine wohl vor allem polit­psy­cho­lo­gi­schen War­te­frist bis Anfang Juni ver­ord­net wur­de), spricht für die Poli­tik eine Men­ge dafür zum einen wei­te­re und aus­ufern­de Sub­ven­ti­ons­wün­sche mit gro­ßer Vor­sicht und not­wen­di­ger Distanz zu behan­deln bzw. abzu­blo­cken und die Mit­tel zu fokus­sie­ren auf die Berei­che, die wirk­lich in exis­tenz­be­dro­hen­der Not sind und denen durch die staat­li­chen Maß­nah­men bei­de Füße weg­ge­zo­gen wor­den sind (man den­ke hier an wei­te Tei­le der Gas­tro­no­mie oder die vie­len Solo-Selbst­stän­di­gen, die in den per­so­nen­be­zo­ge­nen Dienst­leis­tun­gen unter­wegs sind oder waren). Zugleich soll­te man mei­nen, dass die immer begrenz­ten Mit­tel vor allem auf die aus­ge­rich­tet wer­den, die sich ganz unten befin­den und bei denen die Not am größ­ten ist. Soll­te man mei­nen. (…) Mit dem „Sozi­al­schutz-Paket II“ soll der Ret­tungs- und Schutz­schirm des Sozi­al­schutz-Pake­tes für die Betrof­fe­nen wei­ter und vor allem über einen län­ge­ren Zeit­raum gespannt wer­den. Dazu liegt ein Gesetz­ent­wurf von CDU/​CSU und SPD zu sozia­len Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Coro­na-Pan­de­mie (Sozi­al­schutz-Paket II) vor (Bun­des­tags-Druck­sa­che 19/​18966 vom 05.05.2020) – sowie ins­ge­samt vier Anträ­ge der Grü­nen und Lin­ken, in denen vor allem zum Kurz­ar­bei­ter­geld sowie hin­sicht­lich eines wei­ter­ge­hen­den sozia­len Schut­zes vor allem für ein­kom­mens­schwa­che Haus­hal­te eige­ne Vor­schlä­ge unter­brei­tet wer­den. In die­sem Bei­trag soll es um eine beson­ders auf­fäl­li­ge Leer­stel­le im vor­lie­gen­den Gesetz­ent­wurf der Koali­ti­ons­par­tei­en gehen: für die Men­schen in Armuts­la­gen ist nichts drin im neu­en Sozi­al­schutz-Paket bzw. das, was man hier als Ersatz­lö­sung anbie­tet, wird sich als Luft­bu­chung erwei­sen…” Kom­men­tar vpm 12. Mai 2020 von und bei Ste­fan Sell externer Link
    • Sozi­al­schutz­pa­ket II: Pari­tä­ti­scher kri­ti­siert sozia­le Schief­la­ge der staat­li­chen Hilfs­maß­nah­men in Coro­na­kri­se
      Der Pari­tä­ti­sche Wohl­fahrts­ver­band weist auf eine bedenk­li­che sozia­le Schief­la­ge der bis­he­ri­gen staat­li­chen Hilfs­maß­nah­men zur Bewäl­ti­gung der Coro­na­kri­se hin und kri­ti­siert das geplan­te Sozi­al­schutz­pa­ket II, das heu­te im Bun­des­tags­aus­schuss Arbeit und Sozia­les bera­ten wird, in einer Stel­lung­nah­me als „armuts­po­li­ti­sche Ent­täu­schung“. Aus­ge­rech­net für die Ärms­ten wer­de bis­her so gut wie nicht getan, obwohl die Not dort u.a. ange­sichts stei­gen­der Lebens­mit­tel­prei­se und weg­fal­len­der Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te am größ­ten ist. Der Ver­band bekräf­tigt sei­ne For­de­rung nach finan­zi­el­ler Sofort­hil­fe für alle Men­schen, die exis­tenz­si­chern­de Sozi­al­leis­tun­gen wie Hartz IV, Alters­grund­si­che­rung oder nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz bezie­hen. Kon­kret for­dert der Pari­tä­ti­sche einen monat­li­chen Zuschlag in Höhe von 100 Euro sowie eine Ein­mal­zah­lung für kri­sen­be­ding­te Zusatz­aus­ga­ben von 200 Euro. Der Pari­tä­ti­sche kri­ti­siert, dass auch der aktu­el­le Gesetz­ent­wurf für ein zwei­tes Sozi­al­schutz­pa­ket der Fra­ge der Exis­tenz­si­che­rung gera­de der ein­kom­mens­ärms­ten Grup­pen in der Gesell­schaft zu gerin­ge Auf­merk­sam­keit wid­met und eine wirk­sa­me Lösung schul­dig bleibt…” Pres­se­mel­dung vom 11.05.2020 externer Link und Infos zu der Anhö­rung im Arbeit- und Sozi­al­aus­schuss externer Link samt Stel­lung­nah­me
  • Auf­ruf “100 Euro mehr, sofort: Soli­da­risch für sozia­len Zusam­men­halt und gegen die Kri­se” 
    100 Euro mehr, sofort: Spitzenvertreter*innen bun­des­wei­ter Ver­bän­de und Orga­ni­sa­tio­nen for­dern Sofort­hil­fe für arme Men­schen. In einem gemein­sa­men Auf­ruf for­dern Spitzenvertreter*innen des Deut­schen Gewerk­schafts­bun­des, des Pari­tä­ti­schen Gesamt­ver­bands und wei­te­rer bun­des­wei­ter Orga­ni­sa­tio­nen die Bun­des­re­gie­rung auf, allen Men­schen, die auf exis­tenz­si­chern­de Sozi­al­leis­tun­gen ange­wie­sen sind, einen pau­scha­len Mehr­be­darf von 100 Euro monat­lich unbü­ro­kra­tisch zukom­men zu las­sen. Es sei­en auch heu­te die Ärms­ten, die die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Kri­se exis­ten­ti­ell und mit beson­de­rer Här­te tref­fe. Die gemein­schaft­li­che Bewäl­ti­gung der Coro­na-Pan­de­mie sei „auch eine Her­aus­for­de­rung für den sozia­len Zusam­men­halt in Deutsch­land. Rück­sicht zu neh­men, für­ein­an­der ein­zu­ste­hen und finan­zi­el­le Las­ten soli­da­risch zu tei­len“, sei das „Gebot der Stun­de“. Ange­sichts spür­bar stei­gen­der Kos­ten für Grund­nah­rungs­mit­tel, zusätz­li­chen Aus­ga­ben für not­wen­di­ge Schutz­klei­dung und Hygie­ne­ar­ti­kel bei gleich­zei­tig weg­fal­len­den oder nur ein­ge­schränk­ten Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten, aber auch erhöh­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kos­ten sei­en ein­kom­mens­ar­me Men­schen mas­siv belas­tet und in wach­sen­der Not. Die Betrof­fe­nen ver­füg­ten in der Regel über kei­ner­lei Rück­la­gen und vie­le von ihnen zäh­len zu den soge­nann­ten Risi­ko­grup­pen. „Zusätz­lich zur sozia­len Iso­la­ti­on lei­den die Men­schen unter mate­ri­el­len Ent­beh­run­gen. Sie alle brau­chen und ver­die­nen unse­re Soli­da­ri­tät und Unter­stüt­zung“, so der ein­dring­li­che Appell...” Pres­se­mel­dung vom 2. Mai 2020 von und bei Der Pari­tä­ti­sche externer Link zum Auf­ruf externer Link (dafür, dass Hartz IV schon immer zu nied­rig war…)
  • Die guten Erwerbs­lo­sen. Die Regie­rung hat die Regeln für Hartz IV gelo­ckert. Nun gibt es zwei Klas­sen von Emp­fän­gern: die Schul­di­gen und die Unschul­di­gen. 
    Die Bun­des­re­gie­rung hat unter Feder­füh­rung von Arbeits­mi­nis­ter Huber­tus Heil (SPD) für die­se Men­schen ein «Sozi­al­schutz­pa­ket» geschnürt. Eines der Haupt­zie­le die­ses Pakets: Es soll in Kri­sen­zei­ten einen schnel­len Zugang zur Grund­si­che­rung gewähr­leis­ten. Denn längst nicht alle wer­den Arbeits­lo­sen­geld I bezie­hen kön­nen, ande­re wer­den ihr dürf­ti­ges Kurz­ar­bei­ter­geld auf­sto­cken müs­sen. Heil fand gro­ße Wor­te für das Paket. Es zei­ge: «Auf den Sozi­al­staat kann man sich ver­las­sen.» Kon­kret heißt das: Wer neu Hartz IV bean­tragt, bekommt es mit dem neu­en Beschluss direkt und muss nicht zuerst das eige­ne Ver­mö­gen auf­brau­chen. «Auf Grund der aktu­el­len Situa­ti­on fin­det eine Ver­mö­gens­prü­fung (…) nur statt, wenn erheb­li­ches Ver­mö­gen vor­liegt», heißt es in einem Erklär­vi­deo der Bun­des­agen­tur für Arbeit. Dass kein «erheb­li­ches» Ver­mö­gen von 60 000 Euro vor­liegt, muss ledig­lich erklärt wer­den. In Nicht-Coro­na­zei­ten gilt dage­gen bei­spiels­wei­se schon ein Auto mit einem Rest­wert von mehr als 7500 Euro für eine 40-jäh­ri­ge Per­son ohne Kin­der als Ver­mö­gen, das auf­zu­brau­chen ist. Auch bei Miet- und Wohn­kos­ten gel­ten der­zeit ande­re Regeln: Hier wird bei neu gestell­ten Anträ­gen für Hartz IV auf die Prü­fung ver­zich­tet, ob die Wohn­flä­che «ange­mes­sen» sei. Statt­des­sen wer­den Mie­te und Heiz­kos­ten in vol­ler Sum­me erstat­tet. Dazu kön­nen Anträ­ge erst­mals tele­fo­nisch oder online gestellt wer­den, bei­des ohne zusätz­li­che per­sön­li­che Vor­spra­che. Und mit ein­fa­che­ren Anträ­gen über fünf Sei­ten, die auf der Web­sei­te der Bun­des­agen­tur her­un­ter­ge­la­den wer­den kön­nen. Sonst sind es mit Anla­gen teils mehr als 40 Sei­ten. Das Prin­zip der Bedarfs­ge­mein­schaft für Men­schen, die einen Haus­halt «wirt­schaft­lich gemein­sam betrei­ben», gilt wei­ter­hin. Zwar sind auch Wei­ter­be­wil­li­gun­gen unbü­ro­kra­ti­scher mög­lich. Die neu­en Regeln gel­ten jedoch fast aus­schließ­lich für jene, die in Zei­ten von Coro­na neue Anträ­ge auf Hartz IV stel­len – nicht für Men­schen, die zuvor schon im Bezug waren. «Wir haben eine Zwei­klas­sen­ge­sell­schaft der Erwerbs­lo­sen», kri­ti­siert Harald Thomé, Jurist bei der Erwerbs­lo­sen­in­itia­ti­ve Tache­les. «Auf der einen Sei­te haben wir nun die ›guten Erwerbs­lo­sen‹. Die, die nichts für ihre Situa­ti­on kön­nen, weil Coro­na dar­an schuld ist. Auf der ande­ren Sei­te gibt es die rest­li­chen Bezie­hen­den, die schlech­ter gestellt sind. Dabei sind sie in den aller­meis­ten Fäl­len genau­so unver­schul­det in die Erwerbs­lo­sig­keit oder ins Auf­sto­cken gerutscht wie jetzt die Coro­na-Arbeits­lo­sen.» Er for­dert daher, dass die Über­nah­me der vol­len Miet­kos­ten auch für die bestehen­den Bezie­hen­den, inklu­si­ve denen in der Alters­grund­si­che­rung und Asylbewerber*innen, gel­ten muss. (…) Auch die ehe­ma­li­ge Job­cen­ter­mit­ar­bei­te­rin Inge Han­ne­mann nimmt gro­ßen Frust bei den aktu­el­len Hartz-IV-Empfänger*innen wahr: «Ich bekom­me ohne­hin immer vie­le E‑Mails. Aber der Ton jetzt hat sich noch ein­mal ent­schie­den ver­än­dert, er ist viel bit­te­rer gewor­den.» Vie­le Hartz-IV-Bezie­hen­de oder Men­schen, die Alters­grund­si­che­rung erhal­ten, fühl­ten sich ver­äp­pelt…” Arti­kel von Ali­na Leim­bach vom 11.04.2020 in ND online externer Link
  • Coro­na & Hartz IV – ein klei­ner Rat­ge­ber
    “BASTA! heißt soli­da­risch zum und gegen das Job­cen­ter. Des­halb wol­len wir ver­su­chen euch auf dem Lau­fen­den zu hal­ten, was es gera­de über Hartz IV im Bezug auf die Coro­na-Kri­se zu erfah­ren gibt. Momen­tan ist unse­re Bera­tung nur online erreich­bar. (…) In den nächs­ten Mona­ten wer­den immer mehr Men­schen auch zum ers­ten Mal Hartz IV bean­tra­gen müs­sen. Grund­sätz­lich ist es wich­tig zu wis­sen, dass die meis­ten Neue­run­gen, die jetzt auf den Weg gebracht wor­den sind, fast aus­schließ­lich für Per­so­nen gel­ten, die jetzt Erst­an­trä­ge stel­len müs­sen. Wenn ihr schon Geld vom Job­cen­ter erhal­tet und kei­ne Arbeit habt oder auf­stockt, ändert sich nicht viel. Die fol­gen­den Ant­wor­ten sol­len euch eine Ori­en­tie­rung geben, sie erset­zen natür­lich kei­ne Rechts­be­ra­tung, son­dern spie­geln viel­mehr unse­re per­sön­li­chen Erfah­run­gen wider. Lasst euch im bes­ten Fal­le zusätz­lich immer auch von uns oder Ande­ren bera­ten. Soll­tet ihr Fra­gen, haben, die im Fol­gen­den nicht beant­wor­tet wer­den, schreibt uns ger­ne, auch wenn ihr Feh­ler fin­det oder Infor­ma­tio­nen zu Neue­run­gen habt: wie immer an bastaberlin@​systemli.​org. Wir wol­len euch dazu ani­mie­ren, euch auch jetzt nicht ver­ein­zeln zu las­sen. Füllt gemein­sam die Antrags­for­mu­la­re aus, setzt euch gegen (uner­wünsch­te) Kün­di­gun­gen gemein­sam mit ande­ren zur Wehr, orga­ni­siert gegen­sei­ti­ge Hil­fe in eurer Nach­bar­schaft. Eins noch vor­weg: Wir emp­feh­len allen, die momen­tan knapp bei Kas­se sind, eine Antrag­stel­lung in Erwä­gung zu zie­hen, auch wenn sie for­mal kei­nen Antrag auf Leis­tun­gen hät­ten. Momen­tan kön­nen wahr­schein­lich in vie­len Fäl­len kri­sen­be­ding­te Här­ten nach­ge­wie­sen wer­den, wel­che dann doch wie­der eine Berech­ti­gung dar­stel­len. Das muss in den ein­zel­nen Fäl­len geprüft wer­den. Auch Dar­le­hen und Leis­tun­gen die spä­ter (in Raten) zurück gezahlt wer­den, fin­den wir nicht gut, kön­nen aber in eini­gen kri­ti­schen Situa­tio­nen „über den Berg“ hel­fen. Soli­da­ri­tät statt Iso­la­ti­on…” Ein Rat­ge­ber mit 24 Punk­ten vom 10. April 2020 von und bei BASTA! – Erwerbs­lo­sen­in­itia­ti­ve Ber­lin externer Link
  • FAQ: Sozia­ler Schutz gegen Fol­gen von Coro­na
    Ant­wor­ten auf häu­fi­ge Fra­gen in der quer, Zeit­schrift für Erwerbs­lo­se und alle Ande­ren, Aus­ga­be 25 vom April 2020 externer Link
  • Peti­ti­on gestar­tet: Hartz IV Coro­na-Zuschlag jetzt! 
    Par­tei­en, Bür­ger und Exper­ten schla­gen Alarm. Kein Schu­les­sen, kei­ne Tafeln und oben­drein Hams­ter­käu­fe. Für Bezie­her von Hartz IV oder Grund­si­che­rung ist die der­zei­ti­ge Situa­ti­on kaum trag­bar. Den­noch lehn­te ges­tern ein Sozi­al­ge­richt einen Eil­an­trag ab, der einen befris­te­ten Coro­na-Zuschlag für Bezie­her von ALG II Leis­tun­gen for­der­te. Eine ein­ge­reich­te Peti­ti­on soll nun Druck auf die Poli­tik machen…” Mel­dung vom 4. April 2020 von gegen​-hartz​.de externer Link zur Peti­ti­on:
    • Höchs­te Zeit: Bevor­ra­tungs­zu­schuss für Hartz-IV-Bezie­her in der Coro­na-Kri­se!
      Das Bun­des­amt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe emp­fiehlt jedem Haus­halt eine Min­dest­be­vor­ra­tung von Lebens­mit­teln für Kata­stro­phen­fäl­le. Die Mit­tel hier­für ste­hen Bezie­hern von SGB-II-Regel­leis­tun­gen nicht im Min­des­ten zur Ver­fü­gung, da der Regel­satz auch im Nor­mal­fall über­haupt nicht bedarfs­de­ckend ist. Ange­sichts der Coro­na-Kri­se for­de­re ich des­halb die Bun­des­re­gie­rung dazu auf, jetzt jedem Hartz-IV-Bezie­her 100€ monat­lich bis zum Ende der kri­sen­be­ding­ten Maß­nah­men als Bevor­ra­tungs­zu­schuss zu gewäh­ren! Es gilt zu ver­hin­dern, dass im Fal­le regio­na­ler not­stands­be­ding­ter Abrie­ge­lun­gen arme Men­schen schlicht­weg ver­hun­gern müs­sen. Dies wäre in einer rei­chen kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaft nicht hin­nehm­bar!…” Peti­ti­on an die Bun­des­re­gie­rung von Stef­fen Roski bei chan​ge​.org externer Link
  • Neu­re­ge­lun­gen in der Grund­si­che­rung /​Sozi­al­schutz­pa­ket wegen der Coro­na-Kri­se im Eil­ver­fah­ren umge­setzt 
  • Hartz IV Antrag ab sofort ver­ein­facht [nicht wirk­lich schwie­rig und lei­der nicht dau­er­haft] 
    Die Bun­des­agen­tur für Arbeit rech­net im Zuge der Coro­na-Kri­se mit rund 1,2 Mil­lio­nen neu­en Hartz 4 Anträ­gen. Damit eine schnel­le Bear­bei­tung gewähr­leis­tet ist, sol­len die Anträ­ge stark ver­ein­facht wer­den. Die Regeln zur Bean­tra­gun­gen sol­len aller­dings nur vor­über­ge­hend gelo­ckert wer­den. Vor­aus­sicht­lich sol­len die neu­en Vor­ga­ben für ein ver­ein­fach­tes Antrags­we­sen in den nächs­ten Wochen in Kraft tre​ten​.In den nächs­ten sechs Mona­ten sol­len die Job­cen­ter dar­auf ver­zich­ten, eine Ver­mö­gens­prü­fung vor­zu­neh­men. Bis­lang muss­ten Kon­to­aus­zü­ge und Ver­mö­gen offen gelegt wer­den. Der Anspruch auf Hartz IV muss den­noch gege­ben sein. Es ist damit zu rech­nen, dass die Prü­fung nach der Zeit der Kri­se erfolgt. Weg­fal­len sol­len zunächst auch Ange­mes­sen­heits­prü­fun­gen der Kos­ten der Unter­kunft (Mie­te). Hartz IV Bezie­hen­de sind näm­lich dazu ver­pflich­tet, in einen “ange­mes­se­nen Wohn­raum” zu leben. Antrag­stel­ler sol­len den Schutz der bis­he­ri­gen Woh­nung zunächst erhal­ten. Zwangs­um­zü­ge sind in Zei­ten der “Kon­takt­sper­re” sowie­so nicht umsetz­bar. Für die Antrag­stel­lung soll es dem­nächst auch eine zen­tra­le Tele­fon­num­mer der Bun­des­agen­tur für Arbeit geben. Antrags­be­rech­tigt sind alle, die kei­nen Anspruch auf das Arbeits­lo­sen­geld 1 haben und deren Exis­tenz­grund­la­ge weg­ge­bro­chen ist. Aus­nah­me: Wes­sen Anspruch aus dem Arbeits­lo­sem­geld 1 zu nied­rig ist, um die Exis­tenz zu sichern, kann zusätz­lich Hartz IV bean­tra­gen…” Mel­dung vom 26. März 2020 von und bei gegen​-hartz​.de externer Link – Ihr müsst trotz­dem damit rech­nen, dass das Job­cen­ter spä­ter even­tu­ell doch die Bedürf­tig­keit prüft. Ob sie damit erfolg­reich sind, ist auch eine Fra­ge des poli­ti­schen Drucks… Sie­he dazu:
    • Aktu­el­le Ände­run­gen im Sozi­al­recht externer Link (23.3.2020)
    • Wenn ihr bereits Hartz V bezieht, Bean­tragt Coro­na-Zuschüs­se! (200 Euro) – Bei Ableh­nung dann Wider­spruch und ggf. Kla­ge. Ob’s Erfolg hat wird sich dann zei­gen. Mus­ter-Antrag bei der FAU Mag­de­burg externer Link
    • Ent­wurf eines Geset­zes für den erleich­ter­ten Zugang zu sozia­ler Siche­rung und zum Ein­satz und zur Absi­che­rung sozia­ler Dienst­leis­ter auf­grund des Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2
      Infos und Bewer­tun­gen zu den Ände­run­gen im SGB II in SOZIALRECHT-JUSTAMENT aktu­ell vom 24.3.2020 externer Link (Stand 23.3.2020)
    • BA: “Die siche­re Aus­zah­lung von Geld­leis­tun­gen hat für uns obers­te Prio­ri­tät”
      Die Spre­che­rin der Bun­des­an­stalt für Arbeit (BA), Iris Löh­ner, hat Tele­po­lis schrift­lich die drin­gends­ten Fra­gen zum ALG II, zu Hartz IV und zur Grund­si­che­rung beant­wor­tet…” Inter­view von Mar­cel Mal­a­chow­ski am 26. März 2020 in tele­po­lis externer Link
    • Thread der Erwerbs­lo­seni­ni @BastaBerlin am 25. März 2020 externer Link: “Lasst euch nicht blen­den! Das #HartzIV-#Corona-Paket der Bun­des­re­gie­rung ist eine ein­zi­ge Nebel­ker­ze. Der Staat scheißt in guter deut­scher Tra­di­ti­on wei­ter auf die Armen. Coro­na­kri­se mar­kiert den #Klas­sen­kampf. Hier ein klei­ner Aus­zug…”
    • Sozia­ler Schutz gegen Fol­gen von Coro­na – Ant­wor­ten auf häu­fi­ge Fra­gen
      FAQ von und bei KOS externer Link – För­der­ver­ein gewerk­schaft­li­che Arbeits­lo­sen­ar­beit e.V. (Stand: 25.3.2020)
  • (Sofort)Forderungen der Erwerbs­lo­sen­in­itia­ti­ve Bas­ta!
    “… Maß­nah­men könn­ten für den kon­kre­ten Pro­zess der Antrags­stel­lung oder ‑aktua­li­sie­rung wie folgt aus­se­hen: Um einen Antrag über­haupt stel­len zu kön­nen, soll­ten öffent­li­che und kos­ten­freie Fax­ge­rä­te, Dru­cker und ähn­li­ches bereit­ge­stellt wer­den. Dann haben die Leu­te auch gleich eine Ein­gangs­be­stä­ti­gung der Antrags­ab­ga­be. Ein Erst­an­trag soll­te form­los mög­lich sein. Inner­halb von 14 Tagen soll­te dann eine Bewil­li­gung und Aus­zah­lung erfol­gen. Wich­tig wäre auch die Aner­ken­nung von Ansprü­chen, auch wenn die Vor­aus­set­zun­gen nicht hun­dert­pro­zen­tig geklärt sind, etwa nach Auf­he­bung von Arbeits­ver­trä­gen oder bei Ver­mu­tung von angeb­li­chen Ver­mö­gen bei Lebens­ver­si­che­rern. Die Job­cen­ter müs­sen davon aus­ge­hen, dass Men­schen, deren Bewil­li­gungs­zeit­raum abläuft, der­zeit ins­be­son­de­re wei­ter­hin auf Hartz IV ange­wie­sen sein wer­den und des­halb auch ohne Wei­ter­be­wil­li­gungs­an­trag wei­ter­zah­len. Sinn­voll erscheint uns zudem, dass Rück­zah­lun­gen durch Bezieher*innen wegen ver­meint­lich fehl­ge­hen­der Mit­wir­kung oder Sank­tio­nen ein­ge­stellt wer­den. Es braucht hier einen gene­rel­len Schul­den­schnitt der Hartz IV-Berech­tig­ten. Statt der wie bis­her gede­ckel­ten Miet­zah­lung soll die voll­stän­di­ge Mie­te aus­ge­zahlt wer­den. All das gilt nicht nur für Hartz IV, son­dern auch in der Sozi­al­hil­fe, bei aus­län­der­recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten wie dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz, der Unter­brin­gung von Woh­nungs­lo­sen, beim BAföG, Kin­der­geld, Kin­der­zu­schlag und so wei­ter. [Das waren ja nun die direk­ten Pflas­ter. Was muss sich lang­fris­tig ändern?] Die Behördenmitarbeiter*innen müss­ten erst ein­mal Sadis­mus und Jawohl-Dienst ver- und Tole­ranz und Zuge­wandt­heit erler­nen. Da dies unter kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­wei­sen nicht pas­sie­ren wird, gehört das Hartz IV-Sys­tem abge­schafft. Hartz IV bedeu­tet eine Ein­schrän­kung der Grund­rech­te und hat gro­ßes per­sön­li­ches Leid zur Fol­ge. Nicht zuletzt sind die Behör­den ein Hort von struk­tu­rel­lem Ras­sis­mus. Die Agen­da 2010 hat den Pro­zess der Ent­so­li­da­ri­sie­rung mit armen Leu­ten vor­an­ge­trie­ben, aber auch die Kon­kur­renz nach dem Mot­to „Jede gegen Jede“ gefes­tigt. Im Job­cen­ter ist seit 15 Jah­ren ein Vaku­um an recht­li­chen Bestim­mun­gen ent­stan­den, das die Behör­de mit admi­nis­tra­ti­ven Will­kür­ak­ten füllt. Das läuft bis­her ein­fach wei­ter…” Aus dem Inter­view von Mona Lorenz mit der Erwerbs­lo­sen­in­itia­ti­ve Bas­ta! vom 26. März 2020 im re:volt maga­zi­ne externer Link
  • Bei Hartz IV Antrag der­zeit kei­ne Ver­mö­gens­prü­fung /​[war klar] Job­cen­ter war­nen vor den Fol­gen dau­er­haft gelo­cker­ter Hartz-IV-Regeln 
    • Bei Hartz IV Antrag der­zeit kei­ne Ver­mö­gens­prü­fung
      “… Der­zeit müs­sen vie­le Ein­zel­selbst­stän­di­ge und gekün­dig­te Arbeit­neh­mer auf­grund der Coro­na-Kri­se einen Hartz IV Antrag stel­len. Das Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um will des­halb den Zugang zum Leis­tungs­be­zug stark ver­ein­fa­chen. Bei einem Antrag auf Hartz IV soll tem­po­rär die Prü­fung auf das eige­ne Ver­mö­gen aus­ge­setzt wer­den. Außer­dem sol­len Auf­for­de­run­gen zur Sen­kung der Unter­kunfts­kos­ten der­zeit nicht ver­sen­det wer­den. So sag­te der Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil gegen­über “Bild am Sonn­tag”: “Wir sor­gen jetzt dafür, dass die auf­wen­di­ge Ver­mö­gens­prü­fung für sechs Mona­te ab dem 1. April ent­fällt. Außer­dem kann jeder wei­ter in sei­ner Woh­nung blei­ben. Die Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung wer­den schnell und unbü­ro­kra­tisch gewährt. Das hilft erst ein­mal, um nicht ins boden­lo­se zu stür­zen. Wir las­sen die Men­schen nicht allein, der Staat küm­mert sich!” (…) Der Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter rech­net damit, dass rund 1,2 Mil­lio­nen Men­schen auf­grund der Kri­se einen Hartz IV-Antrag stel­len wer­den. (…) Zusätz­lich soll der Zugang zum Kin­der­zu­schlag deut­lich ver­ein­facht wer­den. Der­zeit wird auch hier nicht das Ein­kom­men der Eltern geprüft. Es wür­de ein Ein­kom­mens­be­scheid des letz­ten Monats aus­rei­chen, hieß es. Eltern kön­nen somit einen Antrag auf maxi­mal 185 Euro zusätz­lich stel­len. Ach­tung: Eine Bedürf­tig­keit muss vor­lie­gen. Es ist damit zu rech­nen, dass die­se nach der Coro­na-Kri­se nach­fol­gend geprüft wird!” Mel­dung bei gegen​-hartz​.de vom 22. März 2020 externer Link und die abseh­ba­re Reak­ti­on:
    • Job­cen­ter war­nen vor den Fol­gen dau­er­haft gelo­cker­ter Hartz-IV-Regeln
      Um Solo-Selbst­stän­di­gen schnel­le, unbü­ro­kra­ti­sche Hil­fe bie­ten zu kön­nen, plant die Bun­des­re­gie­rung einen ver­ein­fach­ten Zugang zur Grund­si­che­rung. Deut­sche Job­cen­ter war­nen: Die­se Locke­run­gen müss­ten befris­tet wer­den. (…) „Auf Ver­mö­gens­prü­fun­gen zu ver­zich­ten und auch zu nicht klä­ren, ob die Woh­nungs­grö­ße des betref­fen­den Haus­halts ange­mes­sen ist – das kann nicht auf Dau­er bestehen blei­ben. Die­se Aus­nah­me­re­geln müs­sen eng befris­tet wer­den“, sagt Mat­thi­as Schul­ze-Böing, ein Spre­cher des Bun­des­netz­werks der Job­cen­ter, der Wirt­schafts­Wo­che externer Link. Schul­ze-Böing lei­tet auch MainAr­beit, das Job­cen­ter der Stadt Offen­bach. Hin­ter­grund sind die geplan­ten Locke­run­gen der Bun­des­re­gie­rung, die zum 1. April in Kraft tre­ten sol­len. Damit soll ins­be­son­de­re Solo-Selbst­stän­di­gen eine schnel­le, unbü­ro­kra­ti­sche Hil­fe gebo­ten wer­den, die der­zeit kei­ne Umsät­ze mehr erzie­len kön­nen. Der Bund rech­net mit bis 1,2 Mil­lio­nen zusätz­li­cher Bedarfs­ge­mein­schaf­ten. „Es wäre unge­recht allen ande­ren gegen­über, bei denen der Sozi­al­staat bis­her ja mit gutem Recht auf Anspruch und Ver­hält­nis­mä­ßig­keit pocht“, sag­te Schul­ze-Böing zur Begrün­dung. „Hier und da habe ich in sozia­len Netz­wer­ken schon gele­sen, es gäbe jetzt ‘easy Hartz IV’. Genau dar­um geht es nicht...” Arti­kel von Max Haer­der vom 23. März 2020 bei .wiwo​.de externer Link
  • KOS: Coro­na und die Fol­gen: Schnel­le und unbü­ro­kra­ti­sche Antrags­be­ar­bei­tung not­wen­dig! 
    Die Koor­di­nie­rungs­stel­le gewerk­schaft­li­cher Arbeits­lo­sen­grup­pen (KOS) for­dert die Arbeits­agen­tu­ren, die Job­cen­ter, die Sozi­al­äm­ter und die Fami­li­en­kas­sen auf, Anträ­ge auf exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen wie Arbeits­lo­sen­geld, Arbeits­lo­sen­geld II (Alg II), Sozi­al­hil­fe und Kin­der­zu­schlag schnell und unbü­ro­kra­tisch zu bewil­li­gen und aus­zu­zah­len. Die vie­len Ein­schrän­kun­gen des öffent­li­chen Lebens erfor­dern es, dass Behör­den, die mit der Bewil­li­gung und Aus­zah­lung von exis­ten­zwich­ti­gen Sozi­al­leis­tun­gen betraut sind, der schnel­len Unter­stüt­zung Betrof­fe­ner kla­ren Vor­rang ein­räu­men. Das muss auch gel­ten, wenn nicht alle Unter­la­gen voll­stän­dig sind oder Ein­zel­hei­ten des Antrags noch Anlass zu Rück­fra­gen geben. Län­ger als 14 Tage soll­te die Bear­bei­tung des Antrags außer­dem nicht dau­ern. Arbeits­lo­se, Nied­rig­ver­die­nen­de und ihre Ange­hö­ri­gen haben außer­dem in der aktu­el­len Situa­ti­on auf­grund der höhe­ren Aus­ga­ben für die Gesund­heit und der Schwie­rig­kei­ten bei der Ver­sor­gung mit lebens­not­wen­di­gen Gütern höhe­re Kos­ten als sonst. Sie müs­sen des­halb sofort einen Mehr­be­darfs­zu­schlag von 20% der Regel­leis­tung zu ihren ohne­hin schon viel zu knap­pen Leis­tun­gen bekom­men. Ange­sichts der aktu­el­len, durch das Coro­na-Virus geschaf­fe­nen Lage zeich­net sich ab, dass es vor allem die Beschäf­tig­ten sind, die für die Kri­se auf­kom­men sol­len. Es ist aber nicht ein­zu­se­hen, dass nur betrof­fe­ne Unter­neh­men weit­ge­hend scha­dens­frei gestellt wer­den sol­len, wäh­rend die Arbeits­lo­sig­keit in eini­gen Bran­chen stark ansteigt, weil die Unter­neh­men durch Ent­las­sun­gen Kos­ten spa­ren wol­len. Eben­so ist auch nicht ein­zu­se­hen, dass Men­schen mit nied­ri­gem Ein­kom­men durch das knapp bemes­se­ne Kurz­ar­bei­ter­geld von heu­te auf mor­gen unter das Niveau ihrer bis­her schon beschei­de­nen Lebens­füh­rung gedrückt wer­den. Wir for­dern des­halb auch das Kurz­ar­bei­ter­geld min­des­tens für Nied­rig­ver­die­nen­de auf 100% des Loh­nes anzu­he­ben…” For­de­run­gen der Koor­di­nie­rungs­stel­le gewerk­schaft­li­cher Arbeits­lo­sen­grup­pen vom 19.3.2020 externer Link
  • Sie­he auch: Tache­les: Vor­schlä­ge zum Umgang mit der Coro­na-Kri­se für ein­kom­mens­schwa­che Haus­hal­te 
  • [ALSO] Die Coro­na-Epi­de­mie und die Exis­tenz­si­che­rung der Bürger*innen /​[Coro­na­vi­rus und sozia­le Fol­gen] But­ter­weg­ge: Hartz-IV-Satz tem­po­rär erhö­hen 
    • [ALSO] Die Coro­na-Epi­de­mie und die Exis­tenz­si­che­rung der Bürger*innen
      Täg­lich scheint sich die Lebens­si­tua­ti­on der Men­schen in Deutsch­land zu ver­än­dern. Schon vor Tagen hat die Bun­des­re­gie­rung ver­spro­chen, alles Mög­li­che zu tun, um die Unter­neh­men vor einer Insol­venz zu ret­ten. Vie­les wird dafür getan bzw. ange­kün­digt und das ist auch gut so. Aber was ist mit den nor­ma­len Bürger*innen? Nicht nur bei Hartz IV, son­dern auch in der Sozi­al­hil­fe, bei aus­län­der­recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten (Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz und ande­res), beim BAföG, Kin­der­geld, Kin­der­zu­schlag usw. wird über exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen ent­schie­den. Hier muss unbe­dingt und unver­züg­lich ein Ver­wal­tungs­han­deln ange­legt wer­den, das die Exis­tenz­si­che­rung aller Men­schen in Deutsch­land gewähr­leist. For­de­run­gen, um die Exis­tenz­si­che­rung aller zu garan­tie­ren…” OFFENER BRIEF der Arbeits­lo­sen­selbst­hil­fe Olden­burg vom 17.3.2020 externer Link
    • [Coro­na­vi­rus und sozia­le Fol­gen] But­ter­weg­ge: Hartz-IV-Satz tem­po­rär erhö­hen
      “… Der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Chris­toph But­ter­weg­ge befürch­tet, dass die Coro­na-Epi­de­mie und ihre Fol­gen Men­schen mit nied­ri­gem Ein­kom­men här­ter trifft als Bes­ser­ver­die­nen­de. »Wirt­schaft­li­che Kri­sen tref­fen zuerst die Ein­kom­mens­schwa­chen. Das gilt für pre­kär Beschäf­tig­te, Leih­ar­bei­ter eben­so wie für Solo­selbst­stän­di­ge, die über zu gerin­ge finan­zi­el­le Rück­la­gen ver­fü­gen, um eine öko­no­mi­sche Durst­stre­cke über­ste­hen zu kön­nen«, sag­te der Armuts­for­scher dem Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst. Auch bei der Betreu­ung von Kin­dern, die wegen Kita-und Schul­schlie­ßun­gen zu Hau­se blei­ben müs­sen, sieht der Köl­ner Wis­sen­schaft­ler Men­schen mit bes­ser bezahl­ten Jobs im Vor­teil. »Je höher die beruf­li­che Posi­ti­on ist, umso leich­ter lässt sich das Betreu­ungs­pro­blem durch Home­of­fice lösen, weil es dann eher um eine Schreib­tisch­tä­tig­keit geht«, sag­te er. Allein­er­zie­hen­de, die zur Betreu­ung ihrer Kin­der ger­ne auf die Groß­el­tern zurück­grei­fen, könn­ten wegen der höhe­ren gesund­heit­li­chen Gefähr­dung älte­rer Men­schen in der Coro­na-Kri­se auf die­se Unter­stüt­zung der­zeit nicht zäh­len. (…) Der Sozi­al­for­scher schlägt eine zeit­lich begrenz­te Erhö­hung des Hartz-IV-Regel­sat­zes und der Sozi­al­hil­fe vor: »Da es jetzt noch wich­ti­ger ist, Obst und Gemü­se zu essen, wäre die befris­te­te Gewäh­rung eines Ernäh­rungs­zu­schlags von cir­ca 100 Euro monat­lich auf den Regel­be­darf sinn­voll.« Die Coro­na-Pan­de­mie bie­tet nach But­ter­weg­ge Auf­fas­sung aber auch Chan­cen. »Bei­spiels­wei­se könn­te sich die Erkennt­nis ver­brei­ten, dass Soli­da­ri­tät der Bevöl­ke­rung mehr nützt als Wett­be­werbs­wahn und Ellen­bo­gen­men­ta­li­tät. Dann hät­te der Virus am Ende auch etwas Gutes bewirkt«, sag­te But­ter­weg­ge…” Arti­kel von Mar­kus Jant­zer vom 16. März 2020 in Neu­es Deutsch­land online externer Link
    • Hartz IV: Hams­ter­käu­fe wegen Coro­na­vi­rus füh­ren zu unhalt­ba­ren Zustän­den – Lee­re Rega­le in den Super­märk­ten tref­fen vor allem Hartz IV Bezie­her
      “Ges­tern for­der­te der Sozi­al­ver­band als eine Art Kon­junk­tur­pro­gramm Coro­na-Zuschlä­ge für Hartz IV Bezie­hen­de. Ins­be­son­de­re des­halb, damit Leis­tungs­be­rech­tig­te sich eben­falls einen Not­vor­rat anle­gen kön­nen, wie das Bun­des­amt für Kata­stro­phen­schutz emp­fielt. Doch das Pro­blem sind vor allem die Hams­ter­käu­fe selbst. (…) Mit wei­te­rer Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus ver­stärkt sich die Angst in der Bevöl­ke­rung. Schon seit zwei Wochen sind regel­rech­te Hams­ter­käu­fe in den Super­märk­ten zu beob­ach­ten. Kon­su­men­ten ste­hen vor leer­ge­feg­ten Rega­len. Vor allem güns­ti­ge und halt­ba­re Waren wie Nudeln, Reis, Kon­ser­ven und auch Toi­let­ten­pa­pier sind regel­recht aus­ver­kauft. Sobald die Märk­te die Rega­le auf­fül­len, sind die­se auch schon wie­der leer­ge­kauft. Das hat zur Fol­ge, dass Hartz IV Bezie­hen­de nicht mehr in der Lage sind, güns­ti­ge Pro­duk­te zu erwer­ben. Nimmt man das Bei­spiel Toi­let­ten­pa­pier, so sind häu­fig nur noch die teu­ren Pro­duk­te mit vier Lagen zu hor­ren­den Prei­sen ver­füg­bar. Unmach­bar für Sozi­al­leis­tungs­be­zie­her. (…) Der Hartz IV Regel­satz ist aber der­art gering berech­net, so dass Hartz IV, Grund­si­che­rung oder Sozi­al­hil­fe Bezie­hen­de gera­de auf die güns­ti­gen und ein­fa­che­ren Grund­nah­rungs­mit­tel ange­wie­sen sind. (…) “Wir for­dern die Bun­des­re­gie­rung auf, jetzt zu han­deln und unbü­ro­kra­tisch Son­der­zah­lun­gen vor­zu­neh­men”, mahnt Sebas­ti­an Bert­ram von “Gegen​-Hartz​.de”. Denn am Ende zah­len die Schächs­ten unse­rer Gesell­schaft die Zeche. “Und das mit ihrem Leben.”…” Bei­trag vom 16. März 2020 von und bei gegen​-hartz​.de externer Link
  • Sozi­al­ver­band for­dert: Mehr Hartz IV in der Coro­na-Kri­se
    “… Zwi­schen Mas­sen­pa­nik und Hams­ter­käu­fen wird eine Bevöl­ke­rungs­grup­pe, wie so oft, völ­lig außer Acht gelas­sen: Hartz IV Emp­fän­ger. Doch der Sozi­al­ver­band Deutsch­land (SoVD) will das nun ändern und for­dert eine Erhö­hung des Regel­sat­zes in der Coro­na-Kri­se (…) Eine Erhö­hung des Hartz IV Regel­sat­zes könn­te außer­dem der Unter­ver­sor­gung von Hartz IV Emp­fän­gern wäh­rend des Coro­na-Aus­bru­ches (Hart​zIV​.org berich­te­te) ent­ge­gen­ge­hen. Wäh­rend sich vie­le Deut­sche mit Hams­ter­käu­fen im Wert von meh­re­ren Hun­dert Euro einen Not­vor­rat zule­gen, haben Leis­tungs­be­zie­her häu­fig Schwie­rig­kei­ten, den Wochen­ein­kauf zu bezah­len. Einen Anspruch auf Mehr­be­darf für den Not­vor­rat besteht für HArtz IV Emp­fän­ger aktu­ell nicht…” Arti­kel von Jana Hacker vom 12. März 2020 bei Hart​zIV​.org externer Link – bei SoVD bis­her nicht zu fin­den

Der Bei­trag [Min­des­tens:] Bevor­ra­tungs­zu­schuss zum Hartz IV als Sofort­hil­fe! erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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