[gG:] Erneuter Anquatschversuch durch den VS am 26.08.20 in Leipzig

Die Scher­gen des VS haben es mal wie­der ver­sucht…

Am Mitt­woch den 26.08.2020 um cir­ca 16:15 Uhr stan­den zwei Per­so­nen vom Ver­fas­sungs­schutz vor der Woh­nungs­tür der Betrof­fe­nen in der
Süd­vor­stadt.

Sie frag­ten nach einem Gespräch über das „Black Tri­ang­le“ und waren noch dreist genug, ein Gespräch zu „Poli­zei­ge­walt“ und „Repres­si­on“ anzu­bie­ten. Hin­ter­grund des Anquatsch-ver­suchs war ver­meint­lich, dass die Betrof­fe­ne bei der Demons­tra­ti­on zur Räu­mung des Black Tri­ang­le am 15.01.2019 im Bul­len­kes­sel war und wie alle ande­ren ihre Per­so­na­li­en abge­ben muss­te.

Die Betrof­fe­ne wur­de an der Haus­tür über­rascht und direkt mit ihrem Nach­na­men ange­spro­chen. Die Schlapp­hü­te gaben an, bereits mor­gens da gewe­sen zu sein aber nie­man­den ange­trof­fen zu haben. Erst auf Nach­fra­ge zeig­ten sie ihre Aus­wei­se, wobei der Typ sei­nen Namen mit dem Fin­ger ver­deck­te. Die bei­den woll­ten offen­bar im Gespräch den Ein­druck ver­mit­teln, dass sie nicht orts­kun­dig sei­en und sich des­halb zu einem Tref­fen in der Innen­stadt ver­ab­re­den woll­ten.
Die Betrof­fe­ne lehn­te das Gespräch sowie einen Han­dy­num­mern­tausch ab, tausch­te in der Auf­re­gung jedoch eine E‑mail-Adres­se mit der Frau aus, was die Betrof­fe­ne rück­bli­ckend auch als ver­meid­bar beschrie­ben hat­te.

Am nächs­ten Tag kam es zu einer kur­zen E‑mail-Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Frau, bei der die „Staats­schüt­ze­rin“ ver­such­te, einen Ter­min für das Gespräch aus­zu­ma­chen. Die
Betrof­fe­ne hat das Ange­bot abge­lehnt.

Die Betrof­fe­ne hat ein Gedächt­nis­pro­to­koll mit einer aus­führ­li­chen Per­so­nen­be­schrei­bung ange­legt und sich direkt an uns gewandt, um die­ses
zu ver­öf­fent­li­chen.
Das hal­ten wir für einen guten und wich­ti­gen Umgang.
Der Ver­fas­sungs­schutz wird immer wie­der ver­su­chen, Aktivist*innen als Informant*innen zu gewin­nen.

In die­sem Fall sind poten­ti­ell alle ande­ren Men­schen, die bei der Demo zur Black-Tri­ang­le-Räu­mung im Kes­sel waren und ihre Per­so­na­li­en abge­ben muss­ten, betrof­fen. Sie könn­ten also auch ange­quatscht wer­den.
Es ist wei­ter­hin wich­tig, für den Schutz unse­rer Struk­tu­ren uns gegen­sei­tig zu infor­mie­ren und zu war­nen, wenn Eini­ge beson­ders ins Visier der
Repres­si­ons­be­hör­den gera­ten.
Wir kön­nen dank der Infor­ma­tio­nen der Betrof­fe­nen dar­auf auf­merk­sam machen und noch­mals dar­auf hin­wei­sen, dass sol­che Gesprächs­an­ge­bo­te sofort
aus­ge­schla­gen wer­den soll­ten.

Wir ver­öf­fent­li­chen hier die Per­so­nen­be­schrei­bung der bei­den VS-Schlapp­hü­te, damit die­se schnell erkannt und hof­fent­lich kei­ne Chan­ce auf
wei­te­re Gesprä­che haben:

  • 2 Per­so­nen, eine Frau, ein Mann, machen net­ten und unschein­ba­ren Ein­druck

Frau „Mer­ke Sel­ge“
– etwa 55 Jah­re oder älter
– cir­ca 1,85m oder grö­ßer
– blon­de, kinn­lan­ge, wel­li­ge Haa­re
– dun­kel­blaue oder brau­ne Augen
– etwas knub­be­li­ge Nase
– weder schlank noch kräf­tig
– benutzt eine Lese­bril­le
– Klei­dung: schwar­ze blu­se mit wei­ßen Blu­men, dunk­le Hose

Mann
– etwa 45 Jah­re alt
– cir­ca 1,85m oder grö­ßer
– blon­des etwas schüt­te­res Haar
– eis­blaue Augen
– Klei­dung: blau­es Hemd, schwar­ze Regen­ja­cke, pin­ken Regen­schirm, Jeans
– Ver­hal­ten: eher ruhig und hat­te einen ein­dring­li­chen Blick

Falls Ihr von einem Anquatsch­ver­such betrof­fen sein soll­tet, dann redet bit­te unbe­dingt mit euren Freund*innen/Zusammenhängen dar­über und kommt
zu uns in die Sprech­stun­de.

Es wäre gefähr­lich, wenn Anquatsch­ver­su­che
aus Angst, Schuld­ge­füh­len oder sons­ti­gen Grün­den ver­schwie­gen wer­den.
Ein Aus­tausch über den Umgang mit Anquatsch­ver­su­chen hilft auch euch
dabei, über die anfäng­li­che Ohn­macht hin­weg­zu­kom­men.

Eini­ge Hin­wei­se, wie ihr euch in so einer Situa­ti­on ver­hal­ten könnt,
fin­det ihr
hier.

EA Leip­zig & RH Leip­zig
August 2020

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