[labournet:] Der Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh

Dossier

Gesucht wegen Mordes an Oury Jalloh am 7.1.2005Oury Jal­loh ver­brann­te am 07. Jan 2005 in Zel­le Nr. 5 am Poli­zei­re­vier in Des­sau. Die gleich nach sei­nem Tod auf­ge­stell­te For­de­rung nach Auf­klä­rung, Gerech­tig­keit und Ent­schä­di­gung wird im Pro­zess gegen zwei der ver­ant­wort­li­chen Poli­zei­be­am­ten igno­riert. Die Ver­ant­wort­li­chen kom­men ohne Kon­se­quen­zen davon. Die Pro­tes­te unter dem Mot­to “Oury Jal­loh – Das war Mord” gehen wei­ter. Am 7. Janu­ar 2010 hob der Bun­des­ge­richts­hof das Urteil auf. Die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin des BGH, Inge­borg Tep­per­wien, äußer­te gegen­über der taz, dass bei der Des­sau­er Poli­zei man­geln­de Auf­klä­rungs­be­reit­schaft in die­sem Fall vor­lie­ge. Der Fall muss­te vor dem Land­ge­richt Mag­de­burg neu ver­han­delt wer­den. Für aktu­el­le und Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sie­he die Web­sei­te der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link. Hier dazu:

  • Trotz Mord­ver­dachts gegen Poli­zis­ten und offen­kun­di­ger poli­ti­scher Ein­fluss­nah­me: Son­der­be­ra­ter des Land­ta­ges Sach­sen-Anhalt sehen kei­ne offe­nen Ermitt­lungs­an­sät­ze zum Oury-Jal­loh-Kom­plex! New
    • Oury-Jal­loh-Kom­plex: Trotz Mord­ver­dachts gegen Poli­zis­ten und offen­kun­di­ger poli­ti­scher Ein­fluss­nah­me offi­zi­ell kei­ne wei­te­ren Ermitt­lungs­an­sät­ze
      Ver­schwun­de­ne Beweis­mit­tel, ein mani­pu­lier­tes Feu­er­zeug, Gut­ach­ter, die von Mord durch Poli­zei­be­am­te aus­ge­hen, ein offen­sicht­lich poli­tisch moti­viert ein­ge­stell­tes Ver­fah­ren und vie­le wei­te­re Unge­reimt­hei­ten: Trotz­dem sehen die juris­ti­schen Son­der­be­ra­ter des Rechts­aus­schus­ses im Land­tag von Sach­sen-Anhalt, Man­fred Nöt­zel und Jer­zy Mon­tag, »kei­ne wei­te­ren Ermitt­lungs­an­sät­ze« zum Feu­er­tod von Oury Jal­loh. Das sag­ten sie am Frei­tag bei der Vor­stel­lung ihres Berichts in Mag­de­burg. (…) Den Son­der­be­ra­tern blieb auch nicht ver­bor­gen, dass Jal­lohs Fest­nah­me und sei­ne Fixie­rung in der Gewahr­sams­zel­le rechts­wid­rig gewe­sen war. Und: »Im Betrei­ben der Ermitt­lungs­ver­fah­ren konn­ten zum Teil gewich­ti­ge Unstim­mig­kei­ten und Wider­sprü­che fest­ge­stellt wer­den«, heißt es in ihrem Bericht. Sie regis­trier­ten »Män­gel in der spu­ren­schüt­zen­den Behand­lung des Feu­er­zeugs«, »erschre­cken­de Miss­stän­de« und »All­tags­ras­sis­mus bis in die Füh­rungs­ebe­ne«. In drei Punk­ten sei auch der Land­tag belo­gen wor­den. So habe Jus­tiz­mi­nis­te­rin Anne-Marie Keding (CDU) 2017 Infor­ma­tio­nen »bewusst unvoll­stän­dig und nicht wahr­heits­ge­mäß« wei­ter­ge­ge­ben. Die Bera­ter fan­den dar­über hin­aus einen Hin­weis auf poli­ti­sche Ein­fluss­nah­me…” Arti­kel von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 29.08.2020 externer Link, sie­he dazu:
    • Son­der­be­ra­ter des Land­ta­ges Sach­sen-Anhalt stel­len juris­ti­sche Urtei­le und Ent­schei­dun­gen nicht in Fra­ge, über­neh­men die Täter­ver­si­on und kri­mi­na­li­se­ren das Opfer“… Wie bereits in dem gesam­ten juris­ti­schen Ver­fah­ren fest­zu­stel­len war, so ist auch die Auf­trags­stel­lung der Son­der­be­ar­ter von Vorn her­ein ein­sei­tig fest­ge­legt: Sie über­neh­men die Täter­ver­sio­nen, ver­nach­läs­si­gen den Korps­geist und bestä­ti­gen rich­ter­li­che und staats­an­walt­li­che Ent­schei­dun­gen. Ent­ge­gen der vor­lie­gen­den Beweis­la­ge wol­len auch sie kei­ne wei­te­ren Ermitt­lungs­an­sät­ze erken­nen kön­nen… Den Ein­schät­zun­gen der Bera­ter kön­nen fol­gen­de Fak­ten ent­ge­gen­ge­bracht wer­den: 1. Oury Jal­loh hat­te kein Zünd­mit­tel, um den Brand zu legen! (…) 2. Oury Jal­loh kann das Feu­er nicht selbst gelegt haben, da die Rekon­struk­ti­on des Brand­bil­des nicht ohne die Ver­wen­dung von Brand­be­schleu­ni­gern erreicht wer­den kann. (…) 3. Aus­blen­dung des Korps­geis­tes inner­halb der Poli­zei. (…) Zudem ver­ur­tei­len wir die erneu­te Kri­mi­na­li­sie­rung von Oury Jal­loh – es ist eine wie­der­hol­te Demü­ti­gung des Opfers und der Ange­hö­ri­gen. Die Art und Wei­se, in wel­cher die Son­der­be­ra­ter über das Opfer spre­chen ist unmensch­lich und dient schein­bar dem Zweck einer nach­träg­li­chen Legi­ti­mie­rung der grau­sa­men Fol­ter durch die Poli­zei­be­am­ten in rechts­kon­ser­va­ti­ver Manier.” Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 28.08.20 externer Link zu dem Bericht der Son­der­be­ra­ter vom 26.08.2020 externer Link, prä­sen­tiert am 28.08.2020 im Rechts­aus­schuss des Land­ta­ges von Sach­sen-Anhalt
    • Zum Mord an Oury Jal­loh: Son­der­be­ra­ter sehen kei­ne offe­nen Ermitt­lungs­an­sät­ze!
      Keine*r kann so blind sein – außer die, die es nicht sehen wol­len oder dür­fen! – Es ist eine eis­kal­te Unver­fro­ren­heit, Arro­ganz und Scham­lo­sig­keit!” Pres­se­be­rich­te vom 28.08.20 bei der Initia­ti­ve externer Link
    • Heu­te wird der Bericht der Sach­ver­stän­di­gen im Fall #Oury­Ja­l­loh vor­ge­stellt. Über 300 Sei­ten plus 500 Sei­ten Anhang, er liegt den Abge­ord­ne­ten kei­ne 24 h vor, des­halb heu­te aus­drück­lich nur ers­te Ein­schät­zun­gen dazu…” Thread von Hen­ri­et­te Qua­de am 28. Aug. 2020 bei Twit­ter externer Link
    • Sie­he auch: Auf­ar­bei­tung des Falls Oury Jal­loh: Den Korps­geist ver­nach­läs­sigt
      Dem Land­tag von Sach­sen-Anhalt haben Bera­ter einen Bericht vor­ge­legt. Der lis­tet Lügen und Rechts­brü­che auf, doch die ent­schei­den­de Fra­ge beant­wor­tet er nicht…” Arti­kel von Chris­ti­an Jakob vom 29.8.2020 in der taz online externer Link
  • Auf­klä­rung im Fall Oury Jal­loh: Die unend­li­che Blo­cka­de 
    “Die Angst der Behör­den, was im Fall Oury Jal­loh noch zur Spra­che kom­men könn­te, legt den Schluss nahe: Es muss schlimm sein. Es ist eine unend­li­che Geschich­te. Wer Buch dar­über füh­ren will, mit wie vie­len Vol­ten Poli­zei und Jus­tiz in Sach­sen-Anhalt Auf­klä­rung im Fall Oury Jal­loh erschwert haben, hat viel zu tun. Seit dem Tag des Bran­des, bei dem vor über 15 Jah­ren der gefes­sel­te Sier­ra Leo­ner im Kel­ler des Des­sau­er Poli­zei­re­viers ver­brann­te, reiht sich Merk­wür­dig­keit an Merk­wür­dig­keit. Jetzt ist eine wei­te­re hin­zu­ge­kom­men: Die bei­den Juris­ten, die im Auf­trag des Par­la­ments von Sach­sen-Anhalt den Fall auf­ar­bei­ten sol­len, wer­den in ihrer Arbeit blo­ckiert – und zwar vom CDU-geführ­ten Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um in Mag­de­burg. Das will par­tout unter­bin­den, dass die bei­den ohne Auf­sicht ver­trau­li­che Gesprä­che mit den betei­lig­ten Staats­an­wäl­tIn­nen füh­ren kön­nen. (…) Man kann nur mut­ma­ßen, was das Mag­de­bur­ger Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um befürch­tet, was bei einer unkon­trol­lier­ten Befra­gung der Anklä­ger zur Spra­che kom­men wür­de. Der nahe­lie­gends­te Schluss ist lei­der: Es muss so schlimm sein, dass man lie­ber das fata­le Bild in Kauf nimmt, das jetzt ent­steht. Denn was soll von der Kehrt­wen­de des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums ande­res zu hal­ten sein als: Es sol­len wei­ter Din­ge unter der Decke gehal­ten wer­den?…” Kom­men­tar von Chris­ti­an Jakob vom 9. Juli 2020 in der taz online externer Link
  • Fall Oury Jal­loh in Sach­sen-Anhalt: Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um ver­wei­gert Ermitt­lern Gesprä­che mit Staats­an­wäl­ten 
    “Seit zwei Jah­ren ergrün­den die Son­der­er­mitt­ler Jer­zy Mon­tag und Man­fred Nöt­zel das Behör­den­ver­sa­gen im Fall Oury Jal­loh. Nun blo­ckiert das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um nach SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen die Auf­klä­rung. Das Minis­te­ri­um für Jus­tiz und Gleich­stel­lung in Sach­sen-Anhalt ver­wei­gert den vom Land­tag ein­ge­setz­ten Son­der­er­mitt­lern im Fall Oury Jal­loh, direk­te Gesprä­che mit Staats­an­wäl­ten und Rich­tern zu füh­ren. Das geht aus einem Brief des Staats­se­kre­tärs des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums, Josef Mol­ken­bur, an den Vor­sit­zen­den des Rechts­aus­schus­ses her­vor. Das Schrei­ben liegt dem SPIEGEL vor. Der Rechts­aus­schuss des Land­tags hat­te im Juni 2018 den Straf­ver­tei­di­ger und ehe­ma­li­gen rechts­po­li­ti­schen Spre­cher der Grü­nen im Bun­des­tag, Jer­zy Mon­tag, und den frü­he­ren Münch­ner Gene­ral­staats­an­walt Man­fred Nöt­zel damit beauf­tragt, die Akten im Fall Jal­loh zu begut­ach­ten und offe­ne Fra­gen zu beant­wor­ten. Dabei soll­ten sie auch Fra­gen an Betei­lig­te stel­len kön­nen, um die Akten­la­ge beur­tei­len zu kön­nen. Neben Poli­zis­ten woll­ten die Son­der­er­mitt­ler mit sie­ben Jus­tiz­be­am­ten spre­chen. Nun heißt es vom Minis­te­ri­um, es bestün­den “durch­grei­fen­de Beden­ken gegen die beab­sich­tig­te unmit­tel­ba­re Befra­gung von Lan­des­be­diens­te­ten durch die bestell­ten Bera­ter”, so das Schrei­ben. Aus­kunfts­pflich­ten sei­en nur gegen­über einem Aus­schuss gel­tend zu machen. (…) Unter Mit­glie­dern des Rechts­aus­schus­ses sorgt der Brief von Mol­ken­bur für Ver­är­ge­rung, weil er erneut den Ein­druck ver­mit­telt, die Jus­tiz habe beim Fall Jal­loh etwas zu ver­ber­gen…” Arti­kel von Timo Leh­mann vom 6. Juli 2020 beim Spie­gel online externer Link
  • [Die fünf­tei­li­ge Fea­ture-Serie] Oury Jal­loh und die Toten des Poli­zei­re­viers Des­sau 
    Ein Asyl­be­wer­ber aus Afri­ka ver­brennt 2005 im Poli­zei­ge­wahr­sam. Der an Hän­den und Füßen Gefes­sel­te habe sich selbst ange­zün­det, behaup­ten die Beam­te. 15 Jah­re lang schei­tert die Jus­tiz trotz mehr­fa­cher Anläu­fe dar­an, den Fall auf­zu­klä­ren – und macht ihn damit zum Poli­ti­kum. Über ein Jahr­zehnt hat die Autorin den Fall ver­folgt, Akten stu­diert, mit Zeu­gen, Poli­zis­ten, Staats­an­wäl­ten, Brand­ex­per­ten, Rechts­me­di­zi­nern und Kri­mi­no­lo­gen gespro­chen und dabei ein beklem­men­des Bild gewon­nen. Die Recher­chen füh­ren in eine Gemenge­la­ge, wie es sie zum Zeit­punkt der Tat nicht nur in Sach­sen-Anhalt gab: Bru­ta­le Poli­zei­tra­di­tio­nen aus Vopo Zei­ten gepaart mit offe­nem All­tags­ras­sis­mus und gewalt­be­rei­tem Rechts­ra­di­ka­lis­mus – ver­harm­lost von Spit­zen der Ver­wal­tung und Poli­tik. Man­ches davon wur­de inzwi­schen zu einem bun­des­wei­ten Pro­blem. Die fünf­tei­li­ge Fea­ture-Serie doku­men­tiert die müh­sa­me Suche nach der Wahr­heit – über den Tod von Oury Jal­loh und zwei wei­te­rer Des­sau­er Bür­ger. Er zeigt auch, war­um Opfer von Poli­zei­ge­walt häu­fig wenig Chan­cen haben, und wie Korps­geist und falsch ver­stan­de­ne Loya­li­tä­ten in Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den zur Gefahr für den Rechts­staat wer­den kön­nen. Die Autorin erzählt, wie aus einem Poli­zei- ein Jus­tiz­skan­dal wur­de, der mitt­ler­wei­le die poli­ti­sche Ebe­ne erreicht hat. Noch gibt es hier­zu­lan­de Hoff­nung auf spä­te Auf­klä­rung. Sonst könn­te sich bald der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te mit der Fra­ge befas­sen, ob es in Deutsch­land eine zivi­li­sa­to­ri­sche Lücke gibt, wenn es um “Opfer min­de­rer Bedeu­tung” geht.” 5teilige Repor­ta­ge von Mar­got Over­ath beim WDR externer Link
  • 15 Jah­re Kampf um Auf­klä­rung und Gerech­tig­keit für Oury Jal­loh!
    “… Die 15 Jah­re lan­ge Ermitt­lungs­ar­beit im Fall Oury Jal­loh ist geprägt von ver­schwun­de­nen oder mani­pu­lier­ten Beweis­mit­teln, von zahl­rei­chen Wider­sprü­chen in den Zeu­gen­aus­sa­gen sowie der Ver­schlep­pung und anhal­ten­den Ver­tu­schung durch die Ermitt­lungs­be­hör­den von Poli­zei und Jus­tiz. (…) Wir kämp­fen wei­ter für die Auf­klä­rung und haben im ver­gan­ge­nen Jahr neue Fak­ten geschaf­fen: Ourys Leich­nam weist einen Nasen­bein­bruch auf, der sich bis ins vor­de­re Schä­del­dach fort­setzt und zudem kann min­des­tens eine gebro­che­ne Rip­pe fest­ge­stellt wer­den. Mit abso­lu­ter Sicher­heit sind ihm die­se Ver­let­zun­gen zu Leb­zei­ten zuge­fügt wor­den! Die Poli­zei­be­am­ten Udo Schei­be und Hans-Ulrich März hat­ten stets behaup­tet, dass Oury sei­nen Kopf eigen­stän­dig gegen die Wand und den Tisch geschla­gen hät­te. Schutz­be­haup­tun­gen! Die­se Ver­let­zungs­mus­ter pas­sen auch zu denen, wel­che die Lei­chen von Mario Bich­te­mann und Hans-Jür­gen Rose auf­wei­sen: Mario Bich­te­mann starb am 30. Okto­ber 2002 in der glei­chen Zel­le 5 an einem Schä­del­bruch. Hans-Jür­gen Rose erlag am 8. Dezem­ber 1997 schwers­ten inner­li­chen Ver­let­zun­gen, nach­dem er eini­ge Stun­den zuvor mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit im Spei­se­saal des Poli­zei­re­viers von meh­re­ren Beam­ten an eine Säu­le geket­tet und schwer miss­han­delt wor­den war. Sein Kör­per zeigt min­des­tens 43 Schlag­stock­ab­drü­cke im Rücken und Gesäß­be­reich. Dar­über hin­aus gibt es zahl­rei­che Häma­to­me am gesam­ten Kör­per, die ihm wahr­schein­lich durch Fuß­trit­te zuge­fügt wor­den sind. Bei­de Todes­fäl­le sind eben­falls bis heu­te nicht auf­ge­klärt wor­den! Lie­be Mit­men­schen in Sach­sen-Anhalt: Die Mör­der sind unter Euch! Wir wis­sen, dass es vie­le wei­te­re Opfer von Miss­hand­lun­gen durch Poli­zei­be­am­te in die­sem Revier gege­ben hat und dass die Men­schen, die aus­pa­cken wol­len, ein­ge­schüch­tert wer­den. Den­noch for­dern wir Euch auf: Brecht das Schwei­gen! Wir haben im Janu­ar 2018 eine Inter­na­tio­na­le Unab­hän­gi­ge Kom­mis­si­on zur Auf­klä­rung der Wahr­heit über den Tod von Oury Jal­loh gegrün­det, an die sich jede/​r mit Hin­wei­sen zu den drei Todes­fäl­len oder eige­nen Erfah­run­gen mit der Poli­zei in Des­sau wen­den kann: Infor­ma­tio­nen: https://​www​.oury​ja​l​loh​com​mis​si​on​.com externer Link, Kon­takt: uik.​ouryjalloh2018@​gmail.​comPres­se­mit­tei­lung vom 07.01.20 von und bei der Initia­ti­ve externer Link
  • Mord ver­jährt nicht – 15. Gedenk­de­mons­tra­ti­on für Oury Jal­loh am 07.01.2020 in Des­sau 
    Mord verjährt nicht – 15. Gedenkdemonstration für Oury Jalloh am 07.01.2020 in Dessau“Am 7. Janu­ar 2020 jährt sich der gewalt­sa­me Tod von Oury Jal­loh zum 15. mal. Die Umstän­de sei­nes Todes wur­den bis heu­te nicht rest­los auf­ge­klärt, und wer­den es wohl auch nie. Schuld dar­an ist nicht nur ein Poli­zei­ap­pe­rat, wel­cher durch völ­lig unan­ge­brach­ten Korps­geist, schlam­pi­ge Ermitt­lun­gen, sowie Lug und Trug der übels­ten Sor­te glänzt, son­dern auch eine Jus­tiz, wel­che trotz erdrü­cken­der Beweis­last kei­ne wei­te­ren Ermitt­lun­gen zulässt und mit ihrer bewuß­ten Blo­cka­de­hal­tung ein recht­staat­li­ches Ver­fah­ren ganz und gar unmög­lich macht. VERTUSCHUNG und VERWEIGERUNG sind die bei­den tra­gen­den Säu­len eines Jus­tiz­skan­dals, mit denen der Mord an einem Men­schen in einem Poli­zei­re­vier in Deutsch­land, damit sehr wahr­schein­lich auch began­gen von deut­schen Polizist*innen, auch zukünf­tig eine halt­lo­se Behaup­tung vor deut­schen Gerich­ten bleibt. Die Beweg­grün­de, wel­che zu der abscheu­li­chen Tat führ­ten, kön­nen nur ver­mu­tet wer­den. Es ist jedoch anzu­neh­men, dass neben insti­tu­tio­nel­lem Ras­sis­mus auch das Hoch­ge­fühl der durch die Uni­form ver­lie­he­nen Macht und die­se gegen­über „Schwä­che­ren“ aus­zu­üben, dabei eine wesent­li­che Rol­le spiel­ten. Eben jene „Macht“ beka­men vor Oury Jal­loh ziem­lich sicher auch Hans-Jür­gen Rose (+1997) und Mario Bich­te­mann (+2002) zu spü­ren. Ein­zig der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh ist es zu ver­dan­ken, dass auch die­se bei­den Opfer von töd­li­cher Poli­zei­ge­walt ( im sel­ben Poli­zei­re­vier ! ) der Öffent­lich­keit bekannt und nicht ver­ges­sen sind. In die­sem Sin­ne: Mord ver­jährt nicht – am 07.01.2020 in Des­sau auf die Stra­ße ! Wir for­dern eine lücken­lo­se Auf­klä­rung und Gerech­tig­keit für die Fami­lie und Freund*innen von Oury Jal­loh. Oury Jal­loh, das war Mord !” Demons­tra­ti­ons­auf­ruf des Bünd­nis Des­sau Nazi­frei vom 18. Dezem­ber 2019 externer Link und nun auch:
    • Bericht vom Geden­ken an Oury Jal­loh in Des­sau: „Wie lan­ge sol­len wir noch war­ten?“ New
      Vor 15 Jah­ren ver­brann­te Oury Jal­loh unter zwei­fel­haf­ten Umstän­den in Poli­zei­ge­wahr­sam. Am Diens­tag erin­ner­ten Akti­vis­tIn­nen an den Sier­ra Leo­ner. Über 500 Men­schen haben am Diens­tag in Des­sau an den Tod des Sier­ra Leo­ners Oury Jal­loh erin­nert. Sie folg­ten einem Auf­ruf der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh. „Die 15 Jah­re lan­ge Ermitt­lungs­ar­beit im Fall Oury Jal­loh ist geprägt von ver­schwun­de­nen oder mani­pu­lier­ten Beweis­mit­teln, von zahl­rei­chen Wider­sprü­chen in den Zeu­gen­aus­sa­gen sowie der Ver­schlep­pung und anhal­ten­den Ver­tu­schung durch die Ermitt­lungs­be­hör­den von Poli­zei und Jus­tiz,“ heißt es in dem Auf­ruf. Mit Bus­sen waren die Demons­tran­tIn­nen am Mor­gen aus Köln und Ber­lin ange­reist, auch aus Ham­burg und Nürn­berg waren Men­schen gekom­men. Sie ver­sam­mel­ten sich am Mit­tag vor dem Bahn­hof in Des­sau. Saliiou Diaol­lo, Jal­loh Bru­der, war am Vor­tag aus Gui­nea nach Deutsch­land gereist. „Ihr habt nach Bewei­sen gefragt und wir haben alle Bewei­se gelie­fert“, sag­te er an die deut­sche Jus­tiz gerich­tet. „Wir kom­men seit 2005 jedes Jahr hier her. Wie vie­le Jah­re sol­len wir noch war­ten, bis Gerech­tig­keit da ist?“ Moc­tar Bah, ein Freund des Toten und Grün­der der Initia­ti­ve Geden­ken an Oury Jal­loh, erin­ner­te an sei­ne letz­te Begeg­nung mit Jal­loh…” Bericht von Chris­ti­an Jakob vom 7.1.2020 bei der taz online externer Link
    • Mobi-Video zur 15. Gedenk­de­mons­tra­ti­on für Oury Jal­loh am 07.01.2020 in Des­sau 
      Mobi-Video der Initia­ti­ve Oury Jal­loh bei you­tube externer Link
  • Fami­lie von Oury Jal­loh legt Beschwer­de beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ein 
    Gegen das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Naum­burg hat die Anwäl­tin des Bru­ders von Oury Jal­loh am 25.11.2019 frist­ge­recht Beschwer­de beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ein­ge­legt. Das OLG von Sach­sen-Anhalt hat­te mit Beschluss vom 22.10.2019 die Ein­stel­lungs­be­grün­dun­gen der Gene­ral­staats­an­walt­schaft Naum­burg für recht­mä­ßig erklärt. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de von Rechts­an­wäl­tin Bea­te Böh­ler rich­tet sich gegen den Bescheid der Staats­an­walt­schaft Hal­le vom 12.10.2017 und gegen den Prüf­ver­merk der Gene­ral­staats­an­walt Naum­burg vom 29.11.2018 die Ermitt­lun­gen ein­zu­stel­len sowie gegen den aktu­el­len Beschluss des OLG Naum­burg kei­ne öffent­li­che Ankla­ge ver­däch­ti­ger Per­so­nen im Fall von Oury Jal­loh anzu­ord­nen. Rechts­an­wäl­tin Böh­ler argu­men­tiert, dass die­se Ent­schei­dun­gen die Grund­rech­te des Bru­ders Mama­dou Saliou Dial­lo ver­let­zen: “Ein Anspruch auf effek­ti­ve Straf­ver­fol­gung besteht zumin­dest dann, wenn Amts­trä­ger bei der Wahr­neh­mung hoheit­li­cher Auf­ga­ben Straf­ta­ten began­gen haben. Ein Ver­zicht auf eine effek­ti­ve Ver­fol­gung sol­cher Taten ist geeig­net das Ver­trau­en der Bevöl­ke­rung in die Inte­gri­tät und Rechts­staat­lich­keit staat­li­chen Han­delns zu erschüt­tern. Anspruch auf effek­ti­ve Straf­ver­fol­gung besteht auch dann, wenn dem Staa­te spe­zi­fi­sche Für­sor­ge- und Obhuts­pflich­ten gegen­über Per­so­nen oblie­gen, die die­sen Amts­trä­gern anver­traut sind.” Die Ein­stel­lungs­be­schei­de stel­len daher in meh­re­ren Punk­ten eine Grund­rechts­ver­let­zung dar. “Im vor­lie­gen­den Fall sind bei­de Kri­te­ri­en erfüllt. Der Getö­te­te befand sich in wehr­lo­ser Lage in poli­zei­li­chem Gewahr­sam und wur­de durch Poli­zei­be­am­te miss­han­delt und getö­tet. Die Ver­pflich­tung zur effek­ti­ven Straf­ver­fol­gung trifft alle Straf­ver­fol­gungs­or­ga­ne.” Zu den poli­zei­li­chen und staats­an­walt­li­chen Ermitt­lun­gen führt Rechts­an­wäl­tin Böh­ler an, dass die­se nicht unvor­ein­ge­nom­men waren, lücken­haft und zöger­lich durch­ge­führt wur­den und “aus­schließ­lich der Bestä­ti­gung der Selbst­ent­zündgs­the­se” dien­ten…” Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 26.11.2019 externer Link
  • Sen­sa­tio­nel­les Gut­ach­ten: Straf­recht­ler for­dert Unter­su­chungs­aus­schuss zu Oury Jal­loh 
    Der Bochu­mer Straf­rechts­pro­fes­sor Tobi­as Sin­geln­stein for­dert im Fall des vor 14 Jah­ren in einer Poli­zei­zel­le ver­brann­ten Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh einen par­la­men­ta­ri­schen Unter­su­chungs­aus­schuss. Die Befun­de des neu­en Gut­ach­tens, das die „Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh“ vor­ge­legt hat, sei­en „eine klei­ne Sen­sa­ti­on“, sag­te Sin­geln­stein dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Der Spie­gel“ laut Vor­ab­be­richt. Schon bis­her habe es in dem Fall vie­le Fra­ge­zei­chen gege­ben, „nun kom­men wei­te­re hin­zu“. (…) Sin­geln­stein sag­te, dass Jal­loh auch Frak­tu­ren des Schä­dels und einer Rip­pe erlit­ten habe, bevor er ver­brann­te, sei „etwas ganz ande­res“ als der blo­ße Nasen­bein­bruch, von dem man bis­her aus­ge­gan­gen sei. Das pas­se nicht ohne Wei­te­res zu der Behaup­tung, er habe selbst sei­nen Kopf auf eine Tisch­plat­te geschla­gen. Die­se Fest­stel­lun­gen lie­ßen nun „noch mehr dar­an zwei­feln, dass er sei­ne Matrat­ze selbst anzün­den konn­te“, sag­te der Wis­sen­schaft­ler. Wei­te­re staats­an­walt­schaft­li­che Ermitt­lun­gen sei­en theo­re­tisch denk­bar, aller­dings sei damit nun nicht mehr zu rech­nen. „Der unge­heu­er­li­che Ver­dacht, dass hier Poli­zis­ten einen Men­schen in Gewahr­sam getö­tet haben“, blei­be im Raum, beton­te Sin­geln­stein. Der Fall soll­te des­halb poli­tisch auf­ge­ar­bei­tet wer­den, mit einem Unter­su­chungs­aus­schuss…” Bei­trag vom 6. Novem­ber 2019 beim Miga­zin externer Link
  • Oury Jal­loh: Bru­der zieht vors Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt
    “Die Fami­lie nimmt nicht hin, dass der unge­lös­te Fall des 2005 in einer Poli­zei­zel­le ver­brann­ten Man­nes zu den Akten gelegt wird. (…) Seit 14 Jah­ren kämpft Saliou Dial­lo dafür, den Tod sei­nes Bru­ders auf­zu­klä­ren – nun zieht er des­halb sogar vor das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt. (…) Rechts­an­wäl­tin Bea­te Böh­ler erklärt, dass der Fall zu den Akten gelegt wur­de, stel­le einen Ver­stoß gegen den Arti­kel 19 Absatz 4 des Grund­ge­set­zes dar. Nach die­sem Arti­kel steht jedem Men­schen effek­ti­ver Rechts­schutz zu – und damit auch die Mög­lich­keit, eine effek­ti­ve Beschwer­de gegen die Ein­stel­lung eines Ver­fah­rens ein­zu­le­gen. “Viel­leicht wird eine Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes etwas dar­an ändern, dass es noch immer kei­ne Ermitt­lun­gen gibt”, sagt Rechts­an­wäl­tin Böh­ler am Don­ners­tag. Sie sitzt hin­ter ihrem Schreib­tisch, vor ihr Saliou Dial­lo und Mouc­tar Bah, ein Freund Oury Jal­lohs. Saliou Dial­lo wirkt erschöpft, als er ein Blatt Papier unter­schreibt. “Das ist alles so kom­pli­ziert”, sagt er…” Bei­trag von Mai­ke Brülls vom 1. Novem­ber 2019 bei Vice​.com externer Link
  • Neu­es foren­sisch-radio­lo­gi­sches Gut­ach­ten im Fall Oury Jal­loh belegt exter­ne Gewalt­ein­wir­kung vor dem Tod 
    ““Nach Begut­ach­tung der Bild­da­tei­en der Com­pu­ter­to­mo­gra­phie vom 31.03.2005 des Leich­nams des Oury Jal­loh sind Kno­chen­brü­che des Nasen­beins, der knö­cher­nen Nasen­schei­de­wand sowie ein Bruch­sys­tem in das vor­de­re Schä­del­dach sowie ein Bruch der 11. Rip­pe rechts­sei­tig nach­weis­bar. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die­se Ver­än­de­run­gen vor dem Todes­ein­tritt ent­stan­den sind.” Sowohl die schwe­re Kopf­ver­let­zung, als auch die klar erkenn­ba­re und durch punk­tu­el­le Gewalt­ein­wir­kung gebro­che­ne 11. rech­te Rip­pe, legen den drin­gen­den Ver­dacht nahe, dass Oury Jal­loh von Poli­zei­be­am­ten vor sei­nem Tod kör­per­lich schwer miss­han­delt wor­den sein muss. (…) Eine Bei­fü­gung die­ser Ver­let­zun­gen durch Drit­te ist damit nahe­lie­gend wahr­schein­lich. Der Zeit­raum in wel­chem Oury Jal­loh die beschrie­be­nen Ver­let­zun­gen durch exter­ne Gewalt­ein­wir­kung zuge­fügt wor­den sind, ist ein­deu­tig ein­grenz­bar und liegt zwi­schen: 9:30 Uhrund 12:05 Uhr. Auch der Kreis mög­li­cher Täter*innen ist ein­deu­tig ein­zu­gren­zen – er beschränkt sich auf die im Poli­zei­re­vier Des­sau anwe­sen­den Per­so­nen mit Zugang zu den Zel­len im Gewahr­samstrakt.” Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 28.10.2019 externer Link und das State­ment der Inter­na­tio­na­len Kom­mis­si­on vom 28.10.19 externer Link (engl.), sie­he auch:
    • Das Video der Inter­na­tio­na­len Pres­se­kon­fe­renz am 28.10.2019 externer Link
    • Neue Erkennt­nis­se im Fall Oury Jal­loh: Brü­che und Ent­zün­dun­gen
      Ein foren­si­sches Gut­ach­ten belegt: Der 2005 in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le ver­brann­te Oury Jal­loh wur­de vor sei­nem Tod miss­han­delt. Der 2005 in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le ver­brann­te Oury Jal­loh wur­de vor sei­nem Tod schwer miss­han­delt. Dabei wur­den ihm unter ande­rem Schä­del­dach, Nasen­bein, Nasen­schei­de­wand und eine Rip­pe gebro­chen. Das ergibt ein neu­es foren­si­sches Gut­ach­ten des Rechts­me­di­zi­ners und Radio­lo­gie-Pro­fes­sors Boris Bodel­le von der Uni­ver­si­täts­kli­nik Frank­furt, das die taz ein­se­hen konn­te. Das Gut­ach­ten hat­te die Initia­ti­ve Geden­ken an Oury Jal­loh (IGOJ) in Auf­trag gege­ben. (…) Laut dem Frank­fur­ter Gut­ach­ten zei­gen Ent­zün­dun­gen, dass Jal­loh zum Zeit­punkt der Ver­let­zun­gen noch gelebt haben muss, die Brü­che ihm also nicht etwa wäh­rend der Lösch­ar­bei­ten oder beim Trans­port in die Lei­chen­hal­le zuge­fügt sein kön­nen. Es sei davon aus­zu­ge­hen, dass die Ver­än­de­run­gen „vor dem Todes­ein­tritt ent­stan­den sind“, heißt es im Gut­ach­ten. Bis­lang war ledig­lich ein Bruch im Bereich des Nasen­beins Jal­lohs ver­brieft gewe­sen – auch dies nur durch ein pri­vat von der IGOJ finan­zier­tes Gut­ach­ten. (…) Die neu­en Unter­su­chungs­er­geb­nis­se sind des­halb von beson­de­rer Bedeu­tung, weil sie eine mög­li­che Ant­wort auf die Fra­ge geben, war­um Jal­loh in sei­ner Zel­le mit Brand­be­schleu­ni­ger ange­zün­det wor­den sein könn­te. Die­sen Tat­her­gang hat­te die anhal­ti­sche Jus­tiz lan­ge Zeit zurück­ge­wie­sen. Statt­des­sen wur­de offi­zi­ell behaup­tet, dass Jal­loh die Matrat­ze am Boden der Gewahr­sams­zel­le, auf den er mit Hän­den und Füßen gefes­selt war, selbst ange­zün­det hat­te…” Arti­kel von Chris­ti­an Jakob vom 28.10.2019 bei der taz online externer Link
  • Oury Jal­loh: Gericht­li­che Ver­fah­ren in Sach­sen-Anhalt abge­schlos­sen /​Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh: Neue Fak­ten im Fall Oury Jal­loh 
    Das gericht­li­che Ver­fah­ren über den dubio­sen Tod des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh, der vor 14 Jah­ren in einer Poli­zei­zel­le ver­brann­te, ist abge­schlos­sen. Jetzt kön­nen Son­der­er­mitt­ler den Fall auf­neh­men. Auf­klärt ist er näm­lich bis heu­te nicht.
    Im Fall des vor 14 Jah­ren in einer Poli­zei­zel­le ver­brann­ten Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh hat das Ober­lan­des­ge­richt Naum­burg eine soge­nann­te Kla­ge­er­zwin­gung abge­lehnt. Der Antrag eines Ver­wand­ten von Jal­loh auf eine öffent­li­che Kla­ge wur­de am Diens­tag als unzu­läs­sig ver­wor­fen, wie das Gericht am Mitt­woch in Naum­burg mit­teil­te. Der Antrag, den die Anwäl­tin der Fami­lie im Janu­ar 2019 gestellt hat­te, rich­te­te sich gegen die Ent­schei­dung des Gene­ral­staats­an­wal­tes in Naum­burg. Die­ser hat­te Ende Novem­ber 2018 die Beschwer­de als unbe­grün­det zurück­ge­wie­sen, die sich gegen die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens durch die Staats­an­walt­schaft in Hal­le im Okto­ber 2017 gerich­tet hat­te. Der Gene­ral­staats­an­walt hat­te sich der Auf­fas­sung der Staats­an­walt­schaft ange­schlos­sen, dass ein auf Tat­sa­chen beru­hen­der Beweis für ein akti­ves Han­deln Drit­ter, wel­ches zum Tod von Jal­loh führ­te, mit straf­pro­zes­su­al zuläs­si­gen Mit­teln nicht erbracht wer­den kön­ne. Das Ober­lan­des­ge­richt begrün­de­te nun, dass der Antrag auf Kla­ge­er­zwin­gung unzu­läs­sig sei, weil er nicht den in der Straf­pro­zess­ord­nung for­mu­lier­ten Anfor­de­run­gen ent­spre­che. Unter ande­rem habe der Antrag­stel­ler die Beweis­mit­tel nicht voll­stän­dig mit­ge­teilt, aus denen sich der von ihm for­mu­lier­te Tat­ver­dacht sei­ner Auf­fas­sung nach erge­be. Zudem sei der Antrag unbe­grün­det, weil „die Gene­ral­staats­an­walt­schaft einen hin­rei­chen­den Tat­ver­dacht zu Recht ver­neint“ habe. Unab­hän­gig davon, dass nach wie vor vie­les für eine Selbst­ent­zün­dung von Jal­loh spre­che, feh­le es für eine Brand­le­gung von ande­rer Sei­te jeden­falls an einem hin­rei­chen­den Tat­ver­dacht gegen einen kon­kre­ten Beschul­dig­ten, erklär­te das Gericht
    …” Bei­trag vom 24. Okto­ber 2019 beim Miga­zin externer Link, sie­he dazu:
    • “… Im Naum­bur­ger OLG-Beschluss heißt es am Ende, Ras­sis­mus von ver­däch­tig­ten Beam­ten stel­le kein wahr­schein­li­ches Tat­mo­tiv dar. Die­se Ein­schät­zung, so Anwäl­tin Hein­ecke, sei Jah­re nach der Selbstent­tar­nung des rechts­ter­ro­ris­ti­schen NSU ein Zei­chen für Rea­li­täts­ver­wei­ge­rung: »Wer zu einer sol­chen Ein­schät­zung kommt, lebt offen­bar auf einem ande­ren Stern.« Hein­ecke hält es ange­sichts der Wider­sprü­che in der OLG-Ent­schei­dung für nötig, aber für äußerst schwie­rig, beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt Beschwer­de dage­gen ein­zu­le­gen. Dafür hät­ten die Anwäl­tin­nen der Neben­kla­ge ledig­lich einen Monat Zeit, zugleich sei­en die for­ma­len Anfor­de­run­gen an eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de sehr hoch. Gefor­dert sei eigent­lich die Staats­an­walt­schaft. Die aber habe über die Jah­re meist eher gegen die Neben­kla­ge gear­bei­tet, statt zur Auf­klä­rung des Fal­les bei­zu­tra­gen…” Aus dem Arti­kel von Jana Frie­ling­haus vom 28.10.2019 beim ND online externer Link: Kein Frie­den ohne Gerech­tig­keit. Nach erneu­ter Kla­ge­ab­wei­sung im Fall Oury Jal­loh: schar­fe Kri­tik von Ange­hö­ri­gen und Unter­stüt­zern
    • Oury Jal­loh: Jus­tiz stellt Feu­er­tod-Ver­fah­ren ein! Bit­te helft uns! 
      “… Bit­te unter­stützt unse­re Arbeit mit einer klei­nen Spen­de, damit wir wei­ter­ma­chen und die unab­hän­gi­ge Unter­su­chungs­kom­mis­si­on ihre Auf­klä­rungs­ar­beit fort­set­zen kann: https://​bet​ter​place​.org/​p​3​2​717 externer Link (…) Solan­ge aber die Wahr­heit nicht offi­zi­ell auf­ge­klärt wor­den ist und die Mör­der mei­nes Freu­des Oury Jal­loh und die von Mario Bich­te­mann und Hans-Jür­gen Rose noch immer unge­straft und frei sind, wer­de ich dafür kämp­fen, dass die Akten nicht geschlos­sen wer­den. Denn wo Recht durch staat­li­che Insti­tu­tio­nen in offen­sicht­li­ches Unrecht ver­kehrt wird, wo Poli­zei­be­am­te Men­schen wei­ter­hin aus ras­sis­ti­schen Moti­ven töten und ver­bren­nen kön­nen und die Jus­tiz und Poli­tik die­se Täter*innen um jeden Preis schüt­zen will und Tat­sa­chen ver­tuscht, da wird zivi­le und unab­hän­gi­ge Auf­klä­rung zur gemein­sa­men Pflicht! Ich kämp­fe wei­ter, bis der Mord an mei­nem Freund Oury Jal­loh, Mario Bich­te­mann und Hans-Jür­gen Rose im Scho­ße der Des­sau­er Poli­zei auf­ge­klärt sind!...” Auf­ruf vom 27.10.2019 bei chan​ge​.org externer Link als Aktua­li­sie­rung zur Peti­ti­on “Mein Freund #Oury­Ja­l­loh – Es war Mord! Wir for­dern lücken­lo­se Auf­klä­rung!”
    • Wo Recht zu Unrecht wird …
      Am 23.10.2019 ver­öf­fent­lich­te der Ers­te Straf­se­nat des Ober­lan­des­ge­rich­tes (OLG) Naum­burg sei­ne Ent­schei­dung bezüg­lich des Antra­ges von Mama­dou Saliou Dial­lo, auf gericht­li­che Ent­schei­dung über die Erhe­bung öffent­li­cher Ankla­ge wegen Mor­des an sei­nem Bru­der Oury Jal­loh. Das Gericht hat die­sen Antrag abge­lehnt und sei­ne Ent­schei­dung damit begrün­det, dass die­ser zum einen nicht den for­mel­len Anfor­de­run­gen ent­sprä­che und zudem unbe­grün­det sei, da bereits die Gene­ral­staats­an­walt­schaft Naum­burg einen hin­rei­chen­den Tat­ver­dacht in ihrem Prüf­ver­merk vom 4.12.2018 “zu Recht ver­neint hat”. Damit stellt sich der Ers­te Straf­se­nat des OLG Naum­burg mit sei­nem Beschluss in allen wesent­li­chen Punk­ten hin­ter die von der Gene­ral­staats­an­walt­schaft Sach­sen-Anhalts vor­ge­brach­ten, unwis­sen­schaft­li­chen und fan­ta­sie­rei­chen Argu­men­ta­ti­ons­ket­ten. Sie ver­schließt sich damit allen bis­lang gewon­nen Fak­ten und Exper­ten­mei­nun­gen bzw. inter­pre­tiert die­se in unhalt­ba­re Über­zeu­gun­gen, die nicht der Rea­li­tät ent­spre­chen, um. Der Beschluss bedeu­tet im Wesent­li­chen das Ende der juris­ti­schen Nicht-Auf­klä­rung der Todes­um­stän­de Oury Jal­lohs sowie zwei wei­te­rer Todes­fäl­le in ein und dem­sel­ben Poli­zei­re­vier durch die zustän­di­ge Jus­tiz in Sach­sen-Anhalt. Solan­ge die Wahr­heit nicht offi­zi­ell auf­ge­klärt wor­den ist und die Mör­der von Oury Jal­loh, Mario Bich­te­mann und Hans-Jür­gen Rose noch immer unge­straft und frei sind, wer­den die Akten jedoch nicht geschlos­sen wer­den kön­nen…” Pres­se­mit­tei­lung zum Beschluss des OLG Naum­burg vom 24.10.19 der Initia­ti­ve Oury Jal­loh externer Link
    • Tod in der Poli­zei­zel­le: Kein neu­es Ver­fah­ren zu Oury Jal­lohs Feu­er­tod
      Knapp 15 Jah­re nach dem Feu­er­tod des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le hat die Jus­tiz in Sach­sen-Anhalt den Fall abge­schlos­sen. Die Fami­lie des bei einem Feu­er in einer Arrest­zel­le ver­stor­be­nen Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh ist mit ihrem Wunsch nach einer wei­te­ren juris­ti­schen Auf­klä­rung des Falls geschei­tert. Das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Naum­burg habe den Antrag eines Ver­wand­ten Jal­lohs auf Kla­ge­er­zwin­gung als unzu­läs­sig ver­wor­fen, hieß es in einer Mit­tei­lung…” Ers­te Mel­dung hier­zu am 23.10.2019 beim Spie­gel online externer Link
    • Oury Jal­loh: Das darf nicht wahr sein
      Der Fall Oury Jal­loh bleibt ein Makel der bun­des­deut­schen Jus­tiz­ge­schich­te. Nach dem ers­ten Pro­zess, der im Dezem­ber 2008 ein Ende fand, erklär­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter Man­fred Stein­hoff am Land­ge­richt Des­sau, dass ein rechts­staat­li­ches Ver­fah­ren wegen »Schlam­pe­rei« der Des­sau­er Poli­zei und »Falsch­aus­sa­gen« ver­hin­dert wor­den sei. Er sprach die ver­däch­tig­ten Beam­ten frei, um »ein­fach nur ein Ende« zu fin­den, »das for­mal sein muss­te«. Die­sem Grund­satz folgt nun offen­bar auch das Ober­lan­des­ge­richt Naum­burg. Das hat ein Kla­ge­er­zwin­gungs­ver­fah­ren von Ange­hö­ri­gen des Ver­stor­be­nen abge­lehnt, weil es immer noch kei­nen Hin­weis dar­auf sieht, dass Jal­loh unter Fremd­ein­wir­kung in der Zel­le umge­kom­men sein könn­te. Dabei gibt es eine Rei­he von Indi­zi­en, die etwas Ande­res ver­mu­ten las­sen…” Kom­men­tar von Ste­fan Otto vom 23.10.2019 beim ND online externer Link
  • Neue Fak­ten im Fall Oury Jal­loh 
    Ein­la­dung zur inter­na­tio­na­len Pres­se­kon­fe­renz der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh mit inter­na­tio­na­len Initia­ti­ven gegen ras­sis­ti­sche Poli­zei­ge­walt am Mon­tag, den 28. Okto­ber 2019: Vertreter*innen der „Inter­na­tio­na­len Unab­hän­gi­gen Kom­mis­si­on zur Auf­klä­rung der Wahr­heit über den Tod von Oury Jal­loh“ wer­den neue und belas­ten­de Ermitt­lungs­er­geb­nis­se im Fall von Oury Jal­loh prä­sen­tie­ren…” Bei­trag vom 23.10.2019 bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link
  • Staats­af­fä­re Feu­er­zeug­wurf. Oury-Jal­loh-Initia­ti­ve im Visier der Des­sau­er Jus­tiz: Ord­nungs­stra­fen gegen Pro­zess­be­ob­ach­ter 
    Die »Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh«, die um Auf­klä­rung des Feu­er­to­des des Asyl­be­wer­bers im Poli­zei­re­vier Des­sau im Jahr 2005 ringt, steht wei­ter im Fokus der Jus­tiz. Wäh­rend die Staats­an­walt­schaft den Fall zu den Akten gelegt hat, belang­te das Amts­ge­richt Des­sau-Roß­lau nun zwei Akti­vis­tin­nen mit Ord­nungs­gel­dern von 150 und 50 Euro. Zah­len sie nicht, dro­hen den Frau­en eini­ge Tage Gefäng­nis. Wie die Initia­ti­ve am Frei­tag mit­teil­te, haben sie Wider­spruch ein­ge­legt. Rich­ter Jochen Rosen­berg wirft Nadi­ne S. und Irme­la M. vor, im Febru­ar eine Ver­hand­lung gegen ihren Mit­strei­ter Micha­el S. durch Zwi­schen­ru­fe gestört haben. In dem Pro­zess ging es um den Wurf lee­rer Feu­er­zeu­ge wäh­rend der Demons­tra­ti­on am elf­ten Todes­tag Jal­lohs am 7. Janu­ar 2016 vor die Tür der Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau (jW berich­te­te). Die Initia­ti­ve hat­te zu die­ser sym­bo­li­schen Akti­on auf­ge­ru­fen. Der Vor­wurf: Micha­el S. soll eine Hand­voll Feu­er­zeu­ge so hoch gewor­fen haben, dass er die dort pos­tier­ten Poli­zis­ten am Kopf hät­te tref­fen kön­nen…” Bericht von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 02.07.2019 externer Link
  • Andro­hung von Ord­nungs­geld gegen Pro­zess­be­ob­ach­te­rin
    Wäh­rend der münd­li­chen Urteils­be­grün­dung, gab es Pro­tes­te im Gerichts­saal. Wei­te­re Infos zum Pro­zess Dazu gibt es jetzt eine Zah­lungs­auf­for­de­rung gegen eine Pro­zess­be­ob­ach­te­rin, die aller­dings den Raum zu dem Zeit­punkt ver­las­sen hat. Sie ver­fass­te zu die­sem Vor­fall fol­gen­des Schrei­ben, was von Ihr u.A. auch an die Jus­tiz­mi­nis­te­rin von Sach­sen-Anhalt geschickt wur­de (…) Am 22.2.19 wur­de im Amts­ge­richt Des­sau-Ross­lau ein nicht nur sehr frag­wür­di­ges, son­dern auch über­aus skan­da­lö­ses Urteil gegen das Mit­glied der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh, Micha­el S., gespro­chen. Die Initia­ti­ve bemüht sich seit vie­len Jah­ren ver­geb­lich um die juris­ti­sche Auf­klä­rung zu dem Mord und Feu­er­tod von Oury Jal­loh im Poli­zei­ge­wahr­sam Des­sau und wird des­halb fort­lau­fend kri­mi­na­li­siert. (…) Da es nun, auch nach einer ent­las­ten­den Aus­sa­ge durch einen Poli­zei­be­am­ten, wel­cher kla­re Anga­ben zu Guns­ten des Ange­klag­ten gemacht hat­te, trotz­dem zu einer sehr skan­da­lö­sen Ver­ur­tei­lung des Ange­klag­ten kam, lös­te dies einen (sicher berech­tig­ten) Pro­test im Gerichts­saal aus, den ich aber zuvor schon mit Magen­krampf ver­las­sen hat­te und auf dem Flur mei­ner Empö­rung Luft gemacht hat­te, nicht jedoch im Gerichts­saal – wäh­rend der Urteils­be­grün­dung! Mich erreich­te nun am 9.6.2019, also fast ein hal­bes Jahr spä­ter, eine Auf­for­de­rung vom 6.6.2019 zur Zah­lung von € 53 Ord­nugs­geld mit der Dro­hung, bei Ver­wei­ge­rung 2 Tagen Arrest ver­bü­ßen zu müs­sen. Ich wer­de von der Jus­tiz beschul­digt, die Urteils­be­grün­dung gestört zu haben, was aber mit Sicher­heit nicht der Wahr­heit ent­spricht, da ich mich zu die­sem Zeit­punkt gar nicht mehr im Gerichts­saal auf­ge­hal­ten hat­te. Ich habe nun beim Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um in Mag­de­burg Dienst­auf­sichts­be­schwer­de gegen den Rich­ter Jochen Rosen­berg sowie Wider­spruch gegen das benann­te Schrei­ben ein­ge­legt…” Pres­se­mit­tei­lung von Irme­la Men­sah-Schramm, vom 11.06.2019 bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link
  • Land­tag von Sach­sen-Anhalt (CDU, SPD und Grü­ne) ver­wei­gert Unter­su­chungs­aus­schuss im Fall Oury Jal­loh 
    Auf Antrag der Par­tei DIE LINKE wur­de heu­te im Land­tag von Sach­sen – Anhalt über die Ein­set­zung eines par­la­men­ta­ri­schen Unter­su­chungs­aus­schus­ses dis­ku­tiert. Der Antrag ent­hält einen kom­ple­xen Fra­gen­ka­ta­log, der sowohl die Arbeit der Ermitt­lungs­be­hör­den im Fall von Oury Jal­loh als auch den poli­ti­schen und juris­ti­schen Umgang struk­tu­rell und detail­liert auf­ar­bei­ten und ana­ly­sie­ren soll. Fer­ner sol­le der Aus­schuss klä­ren, ob und in wel­chem Umfang gemein­sa­me Ursa­chen und Wech­sel­be­zie­hun­gen zwi­schen dem Tod von Oury Jal­loh und den eben­falls unauf­ge­klär­ten Toden von Hans-Jür­gen Rose (1997) und Mario Bich­te­mann (2002) im glei­chen Poli­zei­re­vier bestehen. Bereits wäh­rend der 15 minü­ti­gen Antrags­be­grün­dung durch die LIN­KEN-Abge­ord­ne­te Hen­ri­et­te Qua­de herrsch­te all­ge­mei­nes Des­in­ter­es­se bei allen ande­ren Frak­tio­nen. (…) Die­ses Ver­hal­ten war nicht nur rechts im Ple­nar­saal zu beob­ach­ten, son­dern in glei­cher Art bei den Grü­nen Koalitionär*innen der Fall, die zusam­men mit der CDU und SPD die Regie­rungs­ver­ant­wor­tung im Land­tag (mit)tragen.. Alle Parteivertreter*innen – aus­ge­nom­men der, der AFD – äußer­ten in der Debat­te zwar ihr Bedau­ern über den unauf­ge­klär­ten Tod des Oury Jal­loh, woll­ten aber ihre poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung in der jahr­lan­gen Ver­tu­schung, Ver­schlep­pung und Mani­pu­la­ti­on des Fal­les nicht ein­ge­ste­hen. (…) Am Ende stimm­ten nur 14 Abge­ord­ne­te – alle­samt von der Frak­ti­on DIE LINKE – für die Ein­set­zung eines Unter­su­chungs­aus­schus­ses. 22 Abge­ord­ne­te stimm­ten mit „nein“ und die Par­tei­en der Regie­rungs­ko­ali­ti­on aus CDU, SPD und Grü­nen ent­hiel­ten sich gemäß der vor­he­ri­gen Koali­ti­ons­ab­spra­che ihrer Stim­men…” Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 28.02.2019 externer Link
  • Feu­er­zeug­wurf: »Rache­jus­tiz« in Des­sau. Trotz feh­len­der Bewei­se: Amts­ge­richt ver­ur­teilt Mit­glied der Oury-Jal­loh-Initia­ti­ve wegen ver­such­ter Kör­per­ver­let­zung zu Geld­stra­fe 
    Ein Flüs­tern geht durch die Zuschau­er­rei­hen, als Amts­rich­ter Jochen Rosen­berg am Frei­tag nach­mit­tag das Urteil ver­kün­det: 15 Tages­sät­ze à 20 Euro wegen ver­such­ter Kör­per­ver­let­zung. Er raunt es so lei­se, dass es kaum jemand ver­steht. Doch flüs­tern ist ver­bo­ten. Rosen­berg wird laut, ver­hängt – zum zwei­ten Mal an die­sem Tag – ein Ord­nungs­geld: 50 Euro soll eine Akti­vis­tin zah­len, ersatz­wei­se zwei Tage in Haft. Als sie sich beschwert, erhöht er auf 100 Euro und fährt fort: Der 63jährige Ange­klag­te Micha­el S., Mit­glied der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh, habe einem Straf­be­fehl wider­spro­chen, »weil er hier die gro­ße Büh­ne haben und der Poli­zei den schwar­zen Peter zuschie­ben woll­te«. »Rund­um­schlä­ge« habe S. aus­ge­teilt. Und: »Sein Feind­bild«, so Rosen­berg, »hat er deut­lich gezeigt: Poli­zei und Jus­tiz.« Auf die Beweis­la­ge geht der Rich­ter nicht ein. Der Vor­wurf: S. betei­lig­te sich bei der Demons­tra­ti­on am elf­ten Todes­tag des Flücht­lings Oury Jal­loh, dem 7. Janu­ar 2016, an einer sym­bo­li­schen Akti­on. Jal­loh war 2005 von Des­sau­er Poli­zis­ten in einer Zel­le ange­ket­tet und mut­maß­lich ange­zün­det wor­den. Wie vie­le ande­re warf S. lee­re Feu­er­zeu­ge vor die Tür der Staats­an­walt­schaft, laut Ankla­ge beson­ders aggres­siv und gezielt auf davor­ste­hen­de Beam­te. Letz­te­re hät­ten eine »gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung« nur mit einer »Meid­be­we­gung des Kop­fes« ver­hin­dern kön­nen. Ins­ge­samt sei die Stim­mung »auf­ge­heizt« gewe­sen. Die Vor­wür­fe der Beam­ten erhär­ten sich im vier Mona­te dau­ern­den Pro­zess nicht. Im Gegen­teil…” Arti­kel von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 26.02.2019 externer Link
  • 14. Todes­tag von Oury Jal­loh: Der Mord ist fak­tisch belegt – Jus­tiz ver­wei­gert aber wei­ter­hin Auf­klä­rung! Antrag auf Kla­ge­er­zwin­gung und Gedenk­de­mons­tra­ti­on 
    Demoaufruf zum 14. Todestag von Oury Jalloh am 7. Januar 2019 in Dessau / Sachsen-AnhaltHeu­te vor 14 Jah­ren ver­brann­te Oury Jal­loh in der Zel­le 5 des Des­sau­er Poli­zei­re­viers. Brand- und Todes­ur­sa­che sind wei­ter­hin unge­klärt. Gin­ge es nach der Gene­ral­staats­an­walt­schaft in Naum­burg, dann könn­te der Fall mit dem Prü­fungs­ver­merk vom 17.10.2018 end­gül­tig zu den Akten gelegt wer­den. Doch die­ser Ver­merk selbst ist nur ein wei­te­rer offen­kun­di­ger Beleg dafür, dass die Jus­tiz in Sach­sen-Anhalt die Auf­klä­rung des Mor­des an Oury Jal­loh hart­nä­ckig ver­wei­gern möch­te. Die ver­ant­wort­li­chen Ober­staats­an­wäl­te Wet­zel und Blank schlie­ßen einen Mord kate­go­risch aus und igno­rie­ren kon­se­quent die tat­säch­li­che Fak­ten- und Beweis­la­ge. Gabrie­le Hein­ecke, Anwäl­tin der Fami­lie von Oury Jal­loh, hat am 4. Janu­ar 2019 frist­ge­recht Antrag auf Kla­ge­er­zwin­gung beim Ober­lan­des­ge­richt Naum­burg gestellt. Der Antrag beinhal­tet wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Fak­ten, die deut­lich bewei­sen, dass Oury Jal­loh sich eben nicht selbst ange­zün­det haben kann. (…) Bereits am 30. Dezem­ber 2018 hat­te Bea­te Böh­ler, eben­falls Anwäl­tin der Fami­lie von Oury Jal­loh, Anzei­ge wegen Mor­des gegen zwei kon­kret benann­te Des­sau­er Poli­zei­be­am­te beim Gene­ral­staats­an­walt in Naum­burg gestellt. (…) Die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh ruft alle Men­schen, die eben­falls Gewalt­er­fah­run­gen im Des­sau­er Poli­zei­re­vier gemacht haben oder sach­dien­li­che Hin­wei­se haben, die für die Auf­klä­rungs­ar­beit hilf­reich sein kön­nen, dazu auf, mit der Inter­na­tio­na­len Unab­hän­gi­gen Kom­mis­si­on Kon­takt auf­zu­neh­men und die­se mit­zu­tei­len.” Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 7. Janu­ar 2019 externer Link zum 14. Todes­tag von Oury Jal­loh und die neue Home­page der Unab­hän­gi­gen Kom­mis­si­on externer Link
  • Demo­auf­ruf zum 14. Todes­tag von Oury Jal­loh am 7. Janu­ar 2019 in Des­sau /​Sach­sen-Anhalt 
    Im Namen der Hin­ter­blie­be­nen der Fami­lie Dial­lo, – ins­be­son­de­re im Namen der ohne Auf­klä­rung und Beant­wor­tung ihrer berech­tig­ten Fra­gen zum grau­sa­men Brand­mord an ihrem Sohn Oury Jal­loh ver­stor­be­nen Eltern Maria­ma Djom­bo Dial­lo und Elh­ad­ji Bou­bakar Dial­lo – laden wir alle soli­da­ri­schen Men­schen, Aktivist*innen, Initia­ti­ven und Orga­ni­sa­tio­nen zu unse­rer jähr­li­chen Demons­tra­ti­on in Geden­ken an Oury Jal­loh am 7. Janu­ar 2019 nach Des­sau ein. 13:00 Uhr: Kund­ge­bung und Samm­lung. Treff­punkt: Haupt­bahn­hof Des­sau-Roß­lau | Bahn­hofs­vor­platz. 14:00 Uhr: Beginn der Demons­tra­ti­on…” Auf­ruf von und bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link
  • Gene­ral­staats­an­walt: „Das Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen des Todes von Ouri Jal­low bleibt ein­ge­stellt.“ Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh: “staat­lich unab­hän­gi­ge Ermitt­lun­gen drin­gend not­wen­dig”
    Mit Ver­fü­gung vom heu­ti­gen Tage hat der Gene­ral­staats­an­walt des Lan­des Sach­sen-Anhalt über die Beschwer­de gegen die Ein­stel­lung des Ermitt­lungs­ver­fah­rens wegen des Todes von Ouri Jal­low befun­den. Er hat die Beschwer­de der Hin­ter­blie­be­nen des Ouri Jal­low gegen die Ver­fah­rens­ein­stel­lung der Staats­an­walt­schaft Hal­le vom 12. Okto­ber 2017 als unbe­grün­det zurück­ge­wie­sen. Denn ein Tat­ver­dacht gegen benann­te oder unbe­nann­te Poli­zei­be­am­te des Poli­zei­re­viers Des­sau oder gegen sons­ti­ge Drit­te besteht nicht…” Pres­se­mit­tei­lung des Gene­ral­staats­an­walts vom 29. Novem­ber 2018 bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link, dort dazu die Stel­lung­nah­me der Ini vom 29.11.2018: “Die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens zum Tod von Oury Jal­loh durch die Gene­ral­staats­an­walt­schaft in Naum­burg ist lei­der kei­ne Über­ra­schung, aber ange­sichts der vor­lie­gen­den Beweis­last abso­lut nicht nach­voll­zieh­bar. Seit dem Gut­ach­ten zum mani­pu­lier­ten Feu­er­zeug 2012 vor dem Land­ge­richt Mag­de­burg und spä­tes­tens seit dem unab­hän­gi­gen Brand­gut­ach­ten, das wir 2013 vor­ge­stellt haben steht fest, dass Oury Jal­loh sich nicht selbst ange­zün­det haben kann. Aus juris­ti­scher Sicht ist es auch unter dem Aspekt nicht nach­voll­zieh­bar, dass die Anwäl­tin­nen der Fami­lie ledig­lich unvoll­stän­di­ge Akten­ein­sicht erhal­ten hat­ten und somit auch nur unvoll­stän­di­ge Beschwer­de­be­grün­dung ein­rei­chen konn­ten. Dazu gab es ent­spre­chen­de Anträ­ge, wel­chen die Gene­ral­staats­an­walt­schaft Naum­burg nicht nach­ge­kom­men ist. Die Pres­se­mit­tei­lung* der Gene­ral­staats­an­walt­schaft Naum­burg vom heu­ti­gen Tage bestä­tigt uns dar­in, dass staat­lich unab­hän­gi­ge Ermitt­lun­gen drin­gend not­wen­dig sind und wir des­halb bereits im Janu­ar 2018 die Inter­na­tio­na­le Unab­hän­gi­ge Kom­mis­si­on zur Auf­klä­rung der Wahr­heit über den Tod von Oury Jal­loh gegrün­det haben.”
  • Auf eige­ne Faust. Feu­er­tod von Oury Jal­loh: Inter­na­tio­na­le Unter­su­chungs­kom­mis­si­on stellt ers­te Ergeb­nis­se vor. Initia­ti­ve berich­tet über Repres­sio­nen /​Pres­se­kon­fe­renz der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh am 23. Okto­ber 2018 
    “Die Poli­tik behin­de­re nach wie vor die Mord­er­mitt­lun­gen in die­sem Poli­zei- und Jus­tiz­skan­dal. In Eigen­re­gie hat­ten die Akti­vis­ten im Janu­ar eine inter­na­tio­na­le Unter­su­chungs­kom­mis­si­on ins Leben geru­fen. Am kom­men­den Diens­tag soll die­se im Ber­li­ner Haus der Demo­kra­tie und Men­schen­rech­te über ihre Arbeit und ers­te Ergeb­nis­se infor­mie­ren, wie die Initia­ti­ve mit­teil­te. Der Kom­mis­si­on gehö­ren Exper­ten aus meh­re­ren Län­dern und ver­schie­de­nen Fach­be­rei­chen an, erklär­te Mouc­tar Bah von der Oury-Jal­loh-Initia­ti­ve am Mon­tag im Gespräch mit jun­ge Welt. Sie sei­en der­zeit dabei, die Ermitt­lungs­ak­ten zu ana­ly­sie­ren. Dies sei schwie­rig, da noch Über­set­zer für Ita­lie­nisch, Fran­zö­sisch und Eng­lisch fehl­ten, so Bah. Dar­über hin­aus habe die Kom­mis­si­on Kon­takt zu Lan­des­mi­nis­te­ri­en und Ermitt­lungs­be­hör­den auf­ge­nom­men. Auch ein infor­mel­les Gespräch mit Kai Loh­se, Ver­tre­ter der Gene­ral­bun­des­an­walt­schaft und zustän­dig für Rechts­ex­tre­mis­mus in Nord- und Ost­deutsch­land, habe bereits statt­ge­fun­den. (…) Kom­men­de Woche soll außer­dem die Rechts­an­wäl­tin der in Gui­nea leben­den Opfer­fa­mi­lie, Gabrie­le Hein­ecke, über den Stand der Nach­for­schun­gen spre­chen. (…) Wie Bah erläu­ter­te, wer­de die Initia­ti­ve in Ber­lin fer­ner über Repres­sio­nen gegen ihre Mit­glie­der berich­ten. So steht bei­spiels­wei­se einen Tag nach der Pres­se­kon­fe­renz beim Amts­ge­richt Des­sau ein Pro­zess gegen Micha­el S. an. Er hat­te auf der Gedenk­de­mons­tra­ti­on im Janu­ar 2017 eine Hand­voll lee­re Feu­er­zeu­ge vor die Tür des Jus­tiz­zen­trums Des­sau gewor­fen – ein sym­bo­li­scher Akt, an dem sich vie­le betei­ligt hat­ten. Die Poli­zis­ten Tors­ten D., Ste­phan K., Jens B. und Dani­el S. hat­ten ihn ange­zeigt. Die Staats­an­walt­schaft wirft ihm nun den Ver­such der »gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung« vor.” Arti­kel von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 16. Okto­ber 2018 externer Link
    • Fall Oury Jal­loh: Anwäl­tin­nen wer­fen Ermitt­lungs­be­hör­den Ver­tu­schung vor 
      “Geschwärz­te Akten, eine umstrit­te­ne Selbst­ver­bren­nungs­the­se, zwei wei­te­re Todes­fäl­le: Der Tod des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le 2005 bewegt bis heu­te vie­le Men­schen. Eine pri­va­te Kom­mis­si­on will jetzt wei­te­re Auf­klä­rung. (…) Die inter­na­tio­na­le Kom­mis­si­on zur Auf­klä­rung des Todes des in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le 2005 ver­brann­ten Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh ermit­telt in zwei wei­te­ren unge­klär­ten Todes­fäl­len. Nach Anga­ben der im Janu­ar gegrün­de­ten pri­va­ten Exper­ten­kom­mis­si­on vom Diens­tag ste­hen bei­de Todes­fäl­le in Zusam­men­hang mit dem Des­sau­er Poli­zei­re­vier. Der unab­hän­gi­gen Kom­mis­si­on gehö­ren Rechts­an­wäl­te, Brand­ex­per­ten, Sach­ver­stän­di­ge, Ärz­te und zivil­ge­sell­schaft­li­che Akteu­re an. Sie ermit­telt seit Jah­res­be­ginn im Auf­trag der Fami­lie Jal­lohs und meh­re­rer zivil­ge­sell­schaft­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen. So sei der 1997 zu Tode gekom­me­ne Hans-Jür­gen R. nach einer Alko­hol­fahrt fest­ge­nom­men, in das Revier gebracht und Stun­den spä­ter schwer miss­han­delt in der Nähe des Poli­zei­re­viers auf­ge­fun­den wor­den. Er starb einen Tag spä­ter an den Fol­gen sei­ner Ver­let­zung. Im zwei­ten Fall wur­de der Obdach­lo­se Mario B. 2002 in einer Poli­zei­zel­le mit einem Schä­del­ba­sis­bruch auf­ge­fun­den. (…) „Wir gehen des­halb von einem Oury-Jal­loh-Kom­plex aus, in dem ört­li­che Poli­zei und Jus­tiz zusam­men­spie­len“, sag­te Kom­mis­si­ons­mit­glied Vanes­sa Thomp­sons bei einer Pres­se­kon­fe­renz der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh am Diens­tag in Ber­lin. Alles deu­te auf ein Sys­tem „struk­tu­rel­ler Gewalt und insti­tu­tio­nel­ler Straf­lo­sig­keit“ hin…” Bei­trag vom 24. Okto­ber 2018 von und bei MiGA­ZIN externer Link, sie­he dazu auch:
    • Der Oury-Jal­loh-Kom­plex: Unab­hän­gi­ge Unter­su­chungs­kom­mis­si­on will die Ermitt­lun­gen im Fall des ver­brann­ten Asyl­be­wer­bers über­neh­men 
      “… Das inter­na­tio­na­le Gre­mi­um will die Fra­gen von struk­tu­rel­ler Gewalt und insti­tu­tio­nel­ler Straf­lo­sig­keit nun selbst auf­klä­ren, da von staat­li­cher Sei­te dies kaum mehr zu erwar­ten sei. »Vom ers­ten Tag an bis heu­te hat ein Abschal­ten sämt­li­cher staat­li­cher Kon­troll­me­cha­nis­men statt­ge­fun­den«, berich­te­te Gabrie­le Hein­ecke, die Anwäl­tin der Fami­lie Jal­loh. Bea­te Böh­ler, eben­falls juris­ti­sche Ver­tre­te­rin der Ange­hö­ri­gen, füg­te hin­zu: »Es gibt gegen­sei­ti­ge Abhän­gig­keit der Behör­den, eine Miss­ach­tung der gesetz­li­chen Vor­schrif­ten, wei­te­re Todes­fäl­le und Ansatz­punk­te für mani­pu­lier­te und zer­stör­te Beweis­mit­tel.« Um ihrer Arbeit nach­ge­hen zu kön­nen, for­dert die Unter­su­chungs­kom­mis­si­on eine voll­stän­di­ge Akten­ein­sicht in den Fäl­len Jal­loh, Rose und Bich­te­mann, die Über­füh­rung der Asser­va­te von Oury Jal­loh von Hal­le nach Ber­lin sowie die Frei­ga­be von Beweis­mit­teln. Mit den zustän­di­gen Behör­den ste­he man in Kon­takt. (…) Die Spre­che­rin ver­wies auf Amad Ahmad, einen kürz­lich in der JVA Kle­ve ver­brann­ten Syrer. »Genau wie bei Jal­loh gab es auch hier die vor­schnel­le Annah­me, dass es sich um einen Sui­zid gehan­delt habe.« Man müs­se dafür kämp­fen, dass die Ermitt­lun­gen unter »demo­kra­ti­scher Kon­trol­le« und »in ernst­haf­ter Wei­se« fort­ge­setzt wer­den. Thomp­son warn­te: »Auch der Fall Ahmad zeigt, dass die ver­meint­li­chen Garan­ten der Demo­kra­tie die­se bedro­hen kön­nen.«” Bei­trag von Sebas­ti­an Bähr bei neu­es Deutsch­land vom 23. Okto­ber 2018 externer Link
    • zur Pres­se­kon­fe­renz am 23. Okto­ber 2018 wer­den Vertreter*innen der Unab­hän­gi­gen Unter­su­chungs­kom­mis­si­on zur juris­ti­schen Begrün­dung der Zurück­wei­sung der Zustän­dig­keit des Gene­ral­bun­des­an­wal­tes bezüg­lich der Anzei­ge der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 7. Dezem­ber 2017 wegen Mor­des an Oury Jal­loh und wei­te­rer unauf­ge­klär­ter Todes­fäl­le im Des­sau­er Poli­zei­re­vier Stel­lung neh­men. Sie­he die Ankün­di­gung vom 16.10.2018 von und bei der Initia­ti­ve externer Link
  • Die Akte Rose: Vor Oury Jal­loh star­ben bereits zwei wei­te­re Män­ner im Poli­zei­re­vier Des­sau. Über das ers­te Opfer war bis­lang wenig bekannt. Eine Spu­ren­su­che 
    “Hans Jür­gen Rose stirbt 1997 an schwers­ten inne­ren Ver­let­zun­gen, Mario Bich­te­mann fünf Jah­re spä­ter an einem Schä­del­bruch, und 2005 ver­brennt der gefes­sel­te Oury Jal­loh bis zur Unkennt­lich­keit in sei­ner Zel­le: Die Serie nie auf­ge­klär­ter Todes­fäl­le im Poli­zei­re­vier Des­sau ist einer der größ­ten Jus­tiz­skan­da­le und Zeug­nis mör­de­ri­schen Korps­geis­tes. Im Fall Jal­loh ver­warf Ober­staats­an­walt Fol­ker Bitt­mann erst kurz vor sei­ner Pen­sio­nie­rung und nach einem Brand­ver­such die Selbst­mord­the­se. Mehr noch: Die Ver­bren­nung Jal­lohs sei wohl nur die Spit­ze des Eis­bergs, ver­merk­te er im April 2017. Poli­zis­ten hät­ten damit mut­maß­lich nicht nur Spu­ren im Fall Jal­loh ver­wischt, son­dern ein Wie­der­auf­rol­len der frü­he­ren Todes­fäl­le ver­hin­dern wol­len. Eine exklu­si­ve Recher­che von jW zum Fall Hans Jür­gen Rose doku­men­tiert deren Umstän­de…” Arti­kel von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 12. Sep­tem­ber 2018 externer Link
  • Tod in der Zel­le – Im Fall Oury Jal­loh spie­len Jus­tiz und Poli­tik wei­ter auf Zeit. 
    “Der Flücht­ling aus Sier­ra-Leo­ne ist nicht das ers­te Opfer im Des­sau­er Poli­zei­re­vier – es gibt erschre­cken­de Par­al­le­len zu zwei ande­ren Toten. (…) Die vom Rechts­aus­schuss bestell­ten Akten zu den drei unge­klär­ten Todes­fäl­len in Des­sau lie­gen seit Febru­ar die­ses Jah­res in der Schub­la­de. Die Son­der­er­mitt­ler Jer­zy Mon­tag, Rechts­an­walt, und Man­fred Nöt­zel, ehe­ma­li­ger bay­ri­scher Gene­ral­staats­an­walt, dür­fen sie erst stu­die­ren, wenn alle juris­ti­schen Vor­gän­ge zum Fall Jal­loh abge­schlos­sen sind. So hat es Sach­sen-Anhalts Regie­rungs­ko­ali­ti­on aus CDU, SPD und Grü­nen im Juni nach hef­ti­gem Hin und Her beschlos­sen. (…) Wie es dort vor­an­geht? Kon­rads Spre­cher, Klaus Tewes, hat dar­auf kei­ne Ant­wort. Man müs­se abwä­gen, ob es sinn­voll sei, wei­ter zu ermit­teln. »Wahr­schein­lich wer­den der oder die Täter nie aus­fin­dig gemacht wer­den kön­nen, wenn es sie gibt«, erklärt er auf jW-Nach­fra­ge. Das Ergeb­nis wer­de wohl in ein paar Wochen oder Mona­ten vor­lie­gen, beteu­ert er. Mona­te? »In abseh­ba­rer Zeit«, beschwich­tigt Tewes. Als Pres­se­spre­cher wol­le er die zwei zur Prü­fung der Akten abge­stell­ten Dezer­nen­ten »nicht unter Druck set­zen«. »Das ist die übli­che Ver­schlep­pungs­tak­tik, die wir seit drei­zehn­ein­halb Jah­ren ken­nen«, winkt Tho­mas Ndin­dah ab. »Man tut so, als ob, macht in Wahr­heit nichts und lässt die Zeit das ihri­ge tun«. (…) So tun, als ob, und end­lo­ses Ver­schlep­pen war in den bei­den vor­an­ge­gan­ge­nen unge­klär­ten Todes­fäl­len in Des­sau nicht nötig. Für die Opfer Hans-Jür­gen Rose und Mario Bich­te­mann mach­ten sich anders als im Fall Jal­loh weder Ange­hö­ri­ge noch Freun­de stark. Auch die Medi­en schwie­gen. Das änder­te sich nach dem 7. Janu­ar 2005, dem Tag, an dem Oury Jal­loh ange­ket­tet an Hän­den und Füßen auf einer mit feu­er­fes­tem Mate­ri­al umhüll­ten Matrat­ze in der geflies­ten Schlicht­zel­le bin­nen 20 Minu­ten bis zur Unkennt­lich­keit ver­brann­te. Die »Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh« brach­te die längst ver­ges­se­nen Geschich­ten der bei­den ande­ren Poli­zei­op­fer ans Licht…” Bei­trag von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 10. August 2018 externer Link
  • Neu­er Klä­rungs­an­lauf im Fall Oury Jal­loh: Die unend­li­che Ermitt­lung 
    13 Jah­re nach Oury Jal­lohs Tod will Sach­sen-Anhalts Land­tag klä­ren las­sen, was wirk­lich in der Poli­zei­zel­le geschah. Es könn­te zu spät sein. (…) Wie ist das mög­lich? Das ist eine von ins­ge­samt acht Fra­gen, denen jetzt zwei exter­ne Juris­ten nach­ge­hen sol­len. Am kom­men­den Frei­tag will die Regie­rungs­ko­ali­ti­on aus CDU, SPD und Grü­nen im Land­tag von Sach­sen-Anhalt sie damit beauf­tra­gen. Einer von ihnen soll der ehe­ma­li­ge Münch­ner Gene­ral­staats­an­walt Man­fred Nöt­zel sein, ein kon­ser­va­ti­ver Jurist. Der zwei­te Jurist ist der in Mün­chen leben­de Jer­zy Mon­tag. Er war elf Jah­re lang rechts­po­li­ti­scher Spre­cher der Grü­nen im Bun­des­tag. Nöt­zel und Mon­tag sol­len die Funk­ti­on von Son­der­er­mitt­lern ein­neh­men, aber nicht die­se Bezeich­nung erhal­ten, dar­auf legt die CDU Wert. Offen­bar fürch­tet man, dies könn­te als Zei­chen des Miss­trau­ens gegen­über der Jus­tiz gewer­tet wer­den. Des­halb ist von „Bera­tern“ die Rede. Nöt­zel und Mon­tag sol­len den Rechts­aus­schuss des Land­tags dabei unter­stüt­zen, die Jal­loh-Akten zu begut­ach­ten. (…) Damit ist fol­gen­des Sze­na­rio wahr­schein­lich: Vor dem nächs­ten Jahr wird wohl nicht mit einem Bericht von Nöt­zel und Mon­tag zu rech­nen sein. Bis dahin wird von dem Fall öffent­lich kaum mehr etwas zu hören sein. Das staats­an­walt­li­che Ermitt­lungs­ver­fah­ren könn­te so ohne gro­ße Auf­re­gung ein­ge­stellt wer­den. Soll­te dies dann zu einem spä­te­ren Zeit­punkt kri­tisch von Nöt­zel und Mon­tag gewür­digt wer­den, wäre die Aus­sicht auf eine Wie­der­auf­nah­me und eine Ankla­ge der Täter gering. (…) „Ein par­la­men­ta­ri­scher Unter­su­chungs­aus­schuss hät­te Naum­burg unter Druck gesetzt“, argu­men­tiert Nadi­ne Sae­ed von der Initia­ti­ve Geden­ken an Oury Jal­loh. „Der wäre viel brei­ter, und vor allem öffent­lich, ange­legt gewe­sen als die Arbeit der bei­den exter­nen Ermitt­ler.“ Mit der Ein­set­zung der bei­den Bera­ter habe der Land­tag „den Unter­su­chungs­aus­schuss abge­wehrt“...” Arti­kel von Chris­ti­an Jakob vom 7.6.2018 bei der taz online externer Link
  • Repres­si­on gegen Mit­glie­der der Initia­ti­ve Oury Jal­loh geht wei­ter – Gerichts­ver­fah­ren am 6. und 20.9.18 in Des­sau 
    Das Amts­ge­richt Des­sau hat nun zwei neue Gerichts­ter­mi­ne in Des­sau bekannt­ge­ge­ben, bei denen über „gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung“ eini­ger Poli­zis­ten ver­han­delt wer­den wird. Kon­kret wird einem Mit­glied der Initia­ti­ve vor­ge­wor­fen, am 7.1.16 – wäh­rend der Oury Jal­loh Gedenk­de­mons­tra­ti­on – Poli­zis­ten mit lee­ren Feu­er­zeu­gen bewor­fen zu haben. Obwohl die Poli­zei­be­am­ten selbst anga­ben, nicht ver­letzt wor­den zu sein – wie auch, die Feu­er­zeu­ge waren leer und wur­den ledig­lich vor die Füße gewor­fen – wird der Pro­zess eröff­net. Die Haupt­ver­hand­lung soll­te ursprüng­lich im Juli letz­ten Jah­res begin­nen, wur­de aber wegen angeb­li­cher Erkran­kung des Rich­ters im Juli 2017. Die bei­den Ver­hand­lungs­ta­ge hat das Amts­ge­richt Des­sau nun auf den 06.09.18 und 20.09.18 fest­ge­setzt jeweils um 10:15 Uhr. Das Feu­er­zeug ist zen­tra­ler Dreh- und Angel­punkt des Fal­les Oury Jal­loh: Das Feu­er­zeug wur­de nicht bei der Tat­ort­un­ter­su­chung vom 7. Janu­ar 2005 gefunden…weil es gar nicht in der Todes­zel­le Nr. 5 gewe­sen sein kann!...” Aus der Aktua­li­sie­rung vom 24. Mai 2018 externer Link zur Peti­ti­on “Mein Freund #Oury­Ja­l­loh – Es war Mord! Wir for­dern lücken­lo­se Auf­klä­rung!” bei chan​ge​.org. Sie­he die Vor­la­dung bei der Initia­ti­ve externer Link und das Mobi-Video bei you­tube externer Link zum Gerichts­ver­fah­ren am 6. und 20.9.18 in Des­sau, jeweils 10:15 Uhr
  • Amnes­ty Inter­na­tio­nal kri­ti­siert Poli­zei: Trans­pa­ren­te zu Oury Jal­loh ent­fernt
    “Unter ande­rem tru­gen die Trans­pa­ren­te Auf­schrif­ten wie „Oury Jal­loh, ermor­dert von deut­schen Poli­zis­ten“. Dies stellt aus Sicht der The­men­ko­or­di­na­ti­ons­grup­pe Poli­zei und Men­schen­rech­te einen inak­zep­ta­blen Angriff auf die Mei­nungs­frei­heit dar. (…) Bei einer ver­gleich­ba­ren Akti­on im letz­ten Jahr, bei dem die Poli­zei ein ähn­li­ches Trans­pa­rent von der soge­nann­ten Roten Flo­ra in Ham­burg abhäng­te, begrün­de­te die Poli­zei die­ses Vor­ge­hen damit, dass das Trans­pa­rent die Straf­tat­be­stän­de der Belei­di­gung bzw. Ver­leum­dung erfül­le. Mitt­ler­wei­le geht die Poli­zei laut Pres­se­be­richt vom Ver­dacht der üblen Nach­re­de aus. Dies stellt ins­ge­samt einen Angriff auf die men­schen- wie grund­recht­lich ver­bürg­te Mei­nungs­frei­heit dar. Auch wenn die Mei­nungs­frei­heit nicht schran­ken­los gewährt wird, son­dern ihre Gren­zen in all­ge­mei­nen Geset­zen fin­det, die auch dem Ehr­schutz die­nen, darf sich der Staat nicht gleich­zei­tig mit Mit­teln des Straf­rechts gegen jede Kri­tik immu­ni­sie­ren. Es ist in der gege­be­nen Situa­ti­on offen­kun­dig, dass sich die Trans­pa­ren­te in der Sache auf die skan­da­lö­sen Vor­gän­ge im Zusam­men­hang mit den Ermitt­lun­gen um den Tod von Oury Jal­loh bezie­hen, und damit eine kri­tisch-poli­ti­sche Aus­sa­ge dar­stel­len. (…) Steht die poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung ganz im Vor­der­grund, muss auch die Poli­zei die Mei­nungs­frei­heit respek­tie­ren. (…) Wir for­dern die Poli­zei Ham­burg daher auf, die sicher­ge­stell­ten Trans­pa­ren­te wie­der her­aus­zu­ge­ben, und in Zukunft die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rech­te der Bürger*innen in Ham­burg zu respek­tie­ren.” – aus der Stel­lung­nah­me „Poli­zei muss Mei­nungs­frei­heit respek­tie­ren: Die Poli­zei Ham­burg hat in den ver­gan­ge­nen Tagen meh­re­re Trans­pa­ren­te abhän­gen las­sen, auf denen der Tod von Oury Jal­loh the­ma­ti­siert wur­de“ von und bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal vom 13. Mai 2018 externer Link (Wir erlau­ben uns in die­sem Zusam­men­hang die Fra­ge: War­um fällt eigent­lich die Unter­stel­lung von Poli­zei und Staats­an­walt­schaft, dass alle Teil­neh­mer der “Well­co­me to Hell”-Demo in Ham­burg am 7. Juli 2017 gewalt­tä­tig wären, auch wenn sie gar kei­ne Gewalt aus­üb­ten, nicht unter den Straf­tat­be­stand “Ver­leum­dung” oder “üble Nach­re­de”?)
  • Kei­ne Frem­den­feind­lich­keit? Gene­ral­bun­des­an­walt weist Anzei­ge im Fall Oury Jal­loh zurück 
    “… Oury-Jal­loh-Geden­kin­itia­ti­ve wirft der Bun­des­an­walt­schaft ein bedenk­lich inter­es­sens­ge­lei­te­tes Ver­ständ­nis von Auf­klä­rung vor. Die Oury-Jal­loh-Geden­kin­itia­ti­ve ist mit einer Straf­an­zei­ge wegen Mor­des an dem Asyl­be­wer­ber bei der Gene­ral­bun­des­an­walt­schaft erneut geschei­tert. Der Gene­ral­bun­des­an­walt beim Bun­des­ge­richts­hof in Karls­ru­he lehn­te die Zustän­dig­keit in dem Fall am 4. April erneut ab und ver­wies an die Gene­ral­staats­an­walt­schaft Naum­burg, wie die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh am Mon­tag in Ber­lin mit­teil­te. Die Grup­pe hat­te dort Straf­an­zei­ge wegen Mor­des an Jal­loh gegen einen dama­li­gen Poli­zei­be­am­ten gestellt. Von der Ableh­nung erfuhr sie nach eige­nen Anga­ben erst vor weni­gen Tagen. (…) Die Geden­kin­itia­ti­ve kri­ti­sier­te die Reak­ti­on des Gene­ral­bun­des­an­walts. Bun­des­an­walt Loh­se argu­men­tiert in sei­nem Schrei­ben an die Initia­ti­ve (liegt dem MiGA­ZIN vor), dass im Fall Oury Jal­loh eine frem­den­feind­li­che Straf­tat nicht erkenn­bar sei. Es han­de­le sich um einen Ein­zel­fall, der nicht geeig­net sei, „das Ver­trau­en der Bevöl­ke­rung in die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Staa­tes, ernst­haft“ zu beein­träch­ti­gen…” Bei­trag vom 24. April 2018 von und bei MiGA­ZIN externer Link
  • Plan von Rechts­aus­schuss: Unab­hän­gi­ge Juris­ten sol­len Tod von Oury Jal­loh auf­klä­ren 
    13 Jah­re nach dem Feu­er­tod von Oury Jal­loh sol­len nun zwei Exper­ten Licht ins Dun­kel der Ermitt­lun­gen brin­gen. Der Rechts­aus­schuss des Land­ta­ges will so einen unab­hän­gi­gen Blick von außen ermög­li­chen. Noch im Mai wol­len die Abge­ord­ne­ten eine Ent­schei­dung dazu tref­fen. Der Tod des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh soll durch zwei unab­hän­gi­ge juris­ti­sche Bera­ter auf­ge­klärt wer­den. Das bestä­tig­ten der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Sieg­fried Borg­wardt und der Grü­nen-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Sebas­ti­an Strie­gel am Frei­tag MDR SACHSEN-ANHALT. Borg­wardt sag­te, die Ver­trä­ge müss­ten noch unter­zeich­net wer­den. Bei den Bera­tern han­delt es sich dem­nach um den frü­he­ren Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten und Rechts­an­walt Jer­zy Mon­tag von den Grü­nen sowie um den frü­he­ren Bun­des­ver­fas­sungs­rich­ter Her­bert Land­au. Laut Borg­wardt haben sich bei­de bereits durch ande­re Fäl­le als Bera­ter einen Namen gemacht. So hat­te Mon­tag als Son­der­er­mitt­ler im Bun­des­tag den Kom­plex der rechts­ex­tre­men Ter­ror­zel­le NSU unter­sucht; Land­au hat­te im Auf­trag der säch­si­schen Lan­des­re­gie­rung ab 2016 den Sui­zid des ter­ror­ver­däch­ti­gen Jaber Alba­kr in der JVA Leip­zig auf­ge­ar­bei­tet…” Bei­trag des MDR Sach­sen-Anhalt vom 13. April 2018 externer Link
  • Tod in Des­sau­er Poli­zei­zel­le Oury Jal­loh: Gut­ach­ter schließt Selbst­tö­tung aus 
    Ein unab­hän­gi­ger Gut­ach­ter kri­ti­siert die Ermitt­lun­gen im Fall des unge­klär­ten Todes des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh in einer Poli­zei­zel­le in Des­sau. Der Toxi­ko­lo­ge Gerold Kau­ert schließt aus, dass sich Jal­loh selbst ange­zün­det haben könn­te. Im Fall des unge­klär­ten Feu­er­tods des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le hat ein unab­hän­gi­ger Sach­ver­stän­di­ger die Arbeit der Ermitt­lungs­be­hör­den kri­ti­siert. Der Toxi­ko­lo­ge Gerold Kau­ert hat Mes­sun­gen von Stress­hor­mo­nen im Kör­per Jal­lohs beur­teilt. In einem Inter­view mit dem MDR bekräf­tig­te der Gut­ach­ter, er schlie­ße eine Selbst­tö­tung aus. Haupt­grund: Im Kör­per Jal­lohs habe man kei­ne erhöh­ten Stress­hor­mo­ne nach­wei­sen kön­nen (…) Noch ein wei­te­res Detail spricht aus der Sicht des Toxi­ko­lo­gen dafür, dass Oury Jal­loh das Feu­er in der Zel­le nicht selbst ent­zün­det hat: “Dass er bei Brand­le­gung noch nicht tot war, bewei­sen die bei der Obduk­ti­on gefun­de­nen sehr gerin­gen Ruß­spu­ren im Kör­per von Oury Jal­loh.“…” Bei­trag vom 27. März 2018 beim MDR externer Link
  • Oury Jal­loh: Wur­de er doch ermor­det? 
    Der Feu­er­tod von Oury Jal­loh in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le ist immer noch nicht auf­ge­klärt. Über­ra­schen­de Spu­ren ver­schär­fen nun den poli­ti­schen Skan­dal. (…) Behör­den­lei­ter Fol­ker Bitt­mann schreibt nach dem Würz­bur­ger Tref­fen jenen Ver­merk, der Ende 2017 bekannt wird. Dar­in heißt es: “Es ist erstaun­lich, wel­che neu­en (Zwischen-)Ergebnisse die Ermitt­lun­gen, das Zusam­men­füh­ren der Erkennt­nis­se von Brand­sach­ver­stän­di­gen, eines Che­mi­kers und zwei­er Medi­zi­ner, in den letz­ten Mona­ten noch zei­tig­ten.” Das auf­ge­tauch­te Feu­er­zeug kön­ne “nur theo­re­tisch” zum Aus­lö­sen des Bran­des benutzt wor­den sein. Aus einer Viel­zahl von Grün­den for­mu­liert Bitt­mann schließ­lich den “Anfangs­ver­dacht eines Mor­des (…) bzw. ver­such­ten Mor­des” – und zwar sei­tens der Poli­zei­be­am­ten. Er nennt auch Namen, sie sind im vor­lie­gen­den Doku­ment geschwärzt. Die Fra­ge nach dem Motiv sei zwar offen, aber auch dafür hat Bitt­mann eine Theo­rie, die aus dem Fall Jal­loh einen noch weit­aus grö­ße­ren Skan­dal machen könn­te: In Jal­lohs Zel­le starb näm­lich, zwei Jah­re zuvor, schon ein­mal ein Mensch – der Obdach­lo­se Mario Bich­te­mann erlag einem nicht recht­zei­tig erkann­ten Schä­del­bruch, des­sen Ursa­che nie ermit­telt wur­de. Der Dienst­grup­pen­lei­ter, der im Fall Jal­loh ange­klagt war, war auch in die­sem Fall zustän­dig. Ein wei­te­rer Mann, den die Des­sau­er Poli­zei 1997 auf­ge­grif­fen hat­te, weil er betrun­ken Auto fuhr, wur­de kurz nach sei­ner Ent­las­sung leb­los auf der Stra­ße gefun­den; er starb an schwers­ten inne­ren Ver­let­zun­gen. Bitt­mann glaubt daher: “Bei einer Zel­len­kon­trol­le am 7.1.2005 könn­ten Poli­zei­be­am­te auf die Ohn­macht Oury Jal­lohs auf­merk­sam und sich dar­auf­hin bewusst gewor­den sein, dass schwe­re Ver­let­zun­gen oder gar das Verster­ben eines wei­te­ren Häft­lings neu­er­li­che Unter­su­chun­gen aus­lö­sen wür­den.” Über den Grund für Jal­lohs mög­li­che Bewusst­lo­sig­keit – Dro­gen, Gewalt­ein­wir­kung – kön­ne man nur spe­ku­lie­ren. Fakt ist aber, dass ein Gerichts­me­di­zi­ner bei Jal­lohs Lei­che einen Nasen­bein­bruch fest­stell­te. Hält Bitt­mann es also für mög­lich, dass Des­sau­er Beam­te für drei Tote ver­ant­wort­lich und sogar fähig sein könn­ten, das letz­te Opfer zur Ver­tu­schung anzu­zün­den? Bitt­mann will das Ver­fah­ren an den Gene­ral­bun­des­an­walt über­ge­ben. Der lehnt ab. Statt­des­sen ent­zieht der Gene­ral­staats­an­walt in Naum­burg Bitt­mann nun die Zustän­dig­keit für den Fall Jal­loh – und über­trägt sie an die Staats­an­walt­schaft Hal­le. (…) Bei der Staats­an­walt­schaft Hal­le jeden­falls liest man die jüngs­ten Gut­ach­ten nun ganz anders: Es fän­den sich “kei­ne aus­rei­chen­den tat­säch­li­chen Anhalts­punk­te für eine Betei­li­gung Drit­ter an der Brand­le­gung”, teilt sie im Okto­ber 2017 mit, eine wei­te­re Auf­klä­rung sei “nicht zu erwar­ten”. Das Ver­fah­ren wird ein­ge­stellt. Eine Beschwer­de dage­gen prüft wie­der­um der Gene­ral­staats­an­walt in Naum­burg. Das kann Mona­te dau­ern…” Arti­kel von Anne Häh­nig und Mar­tin Macho­w­ecz vom 28. Febru­ar 2018 bei der Zeit online externer Link
  • Ermitt­lun­gen zum Tod von Oury Jal­loh: Und weg sind die Akten 
    Im Des­sau­er Poli­zei­ge­wahr­sam star­ben drei Men­schen. In einem Fall sind alle Akten ver­schwun­den – even­tu­ell im Zusam­men­hang zum Fall Jal­loh. Die Jus­tiz in Sach­sen-Anhalt hat die Ermitt­lungs­ak­ten zu einem Todes­fall im Des­sau­er Poli­zei­ge­wahr­sam gelöscht. Wie die Mit­tel­deut­sche Zei­tung berich­tet, sind wich­ti­ge Papie­re ver­nich­tet wor­den. Dies habe das Innen­mi­nis­te­ri­um bestä­tigt. Damit zeich­net sich ab, dass die Auf­klä­rung eines mög­li­chen Zusam­men­hangs zwi­schen den ins­ge­samt drei Todes­fäl­len bei der Des­sau­er Poli­zei extrem schwie­rig bis unmög­lich ist. (…) Die Staats­an­walt­schaft Des­sau hat­te einen Zusam­men­hang zwi­schen den drei Fäl­len ver­mu­tet. Im April 2017 hat­te der mit dem Todes­fall des 2005 in Des­sau ver­brann­ten Sier­ra Leo­ners Oury Jal­loh befass­te Staats­an­walt Fol­ker Bitt­mann eine ent­spre­chen­de Annah­me schrift­lich nie­der­ge­legt. Das Motiv könn­te dem­nach gewe­sen sein, dass dem Asyl­be­wer­ber Jal­loh zuvor zuge­füg­te Ver­let­zun­gen ver­tuscht wer­den soll­ten…” Arti­kel von Chris­ti­an Jakob vom 12.2.2018 bei der taz online externer Link. Sie­he dazu auch:
    • Fall Oury Jal­loh: War­um ein Ver­fah­ren gegen Poli­zis­ten bereits 13 Jah­re dau­ert
      “… Nun soll das Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren, das im Zuge der Unter­su­chung von Jal­lohs Tod eröff­net wur­de, in die­sem Jahr abge­schlos­sen wer­den. Bei dem beschul­dig­ten Beam­ten han­delt es sich um einen Mit­ar­bei­ter, der direkt in das Gesche­hen um Jal­loh ver­wi­ckelt ist. (…) Gleich­zei­tig bestä­tig­te das Innen­mi­nis­te­ri­um, dass wich­ti­ge Papie­re ver­nich­tet wor­den sind. Damit zeich­net sich ab, dass die Auf­klä­rung eines mög­li­chen Zusam­men­hangs zwi­schen den ins­ge­samt drei Todes­fäl­len bei der Des­sau­er Poli­zei extrem schwie­rig bis unmög­lich ist…” Arti­kel von Ralf Böh­me vom 10.02.18 bei der Mit­tel­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Grün­dung der Inter­na­tio­na­len Unab­hän­gi­gen Unter­su­chungs­kom­mis­si­on im Fall Oury Jal­loh 
    Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de (27./28.1.2018) hat sich die Inter­na­tio­na­le Unab­hän­gi­ge Kom­mis­si­on zur Auf­klä­rung der Wahr­heit über den Tod von Oury Jal­loh gegrün­det und ihre Arbeit auf­ge­nom­men…” Pres­se­mit­tei­lung vom 29. Janu­ar 2018 externer Link zur Grün­dung der Inter­na­tio­na­len Unab­hän­gi­gen Komis­si­on zur Auf­klä­rung der Wahr­heit über den Tod von Oury Jal­loh sowie die Grün­dungs­er­klä­rung im Wort­laut bei der Initia­ti­ve Oury Jal­loh
  • Oury Jal­loh: “Und wenn es doch Mord war?”
    “… Man­che Auto­fah­rer wer­den am Wochen­en­de über die neu­en Ver­kehrs­schil­der gestaunt haben. Dort wo sonst für das Bau­haus oder das Unesco-Welt­kul­tur­er­be Des­sau-Wör­lit­zer Gar­ten­reich gewor­ben wird, prang­te die Auf­schrift Oury Jal­loh-Stadt Des­sau. Das dürf­te wohl Mar­ke­ting­ex­per­ten der Stadt und rech­te Poli­ti­ker aller Par­tei­en mehr ärgern als die Groß­de­mons­tra­ti­on am ver­gan­ge­nen Sonn­tag .Knapp 4.000 Men­schen aus der gan­zen Repu­blik hat­ten sich am 7. Janu­ar in Des­sau ver­sam­melt. Dort ver­brann­te vor 13 Jah­ren Oury Jal­loh an Armen und Bei­nen in einer Poli­zei­zel­le. Die zen­tra­le Paro­le lau­te­te “Oury Jal­loh, das war Mord.” Seit 13 Jah­ren waren Freun­de und Unter­stüt­zer von Oury Jal­loh all­jähr­lich nach Des­sau gekom­men, um an den Toten zu geden­ken und die Auf­klä­rung der Todes­um­stän­de zu for­dern. Sie sind von Anfang an davon aus­ge­gan­gen, dass Oury Jal­loh gewalt­sam in der Des­sau­er Poli­zei­wa­che zu Tode kam. Doch sie wur­den kri­mi­na­li­sert, wenn die die Paro­le “Oury Jal­loh, das war Mord” skan­dier­ten und auf Schil­dern und Trans­pa­ren­ten zeig­ten. (…) Der­weil for­mie­ren sich auch im Fall von Oury Jal­loh die Rechts­au­ßen­grup­pen wie die AfD, die die Poli­zei und die Stadt Des­sau am Pran­ger sehen und die Schlie­ßung der Akten for­dern. Selbst am Todes­tag von Oury Jal­loh waren sie mit knapp 150 Per­so­nen mit einer Kund­ge­bung ver­tre­ten. Am Fort­gang des Falls wird sich zei­gen, ob es in Deutsch­land noch mög­lich ist, erfolg­rei­chen Wider­stand gegen die Des­sau­er Ver­hält­nis­se zu orga­ni­sie­ren. Wenn es mög­lich ist, dass ein Ver­fah­ren ein­ge­stellt wird, obwohl ein Staats­an­walt von einen Mord aus­geht, dann muss man wohl nur dem Begriff Rechts­staat eine neue Bedeu­tung geben.” Bei­trag von Peter Nowak vom 9. Janu­ar 2018 bei Tele­po­lis externer Link
  • Oury Jal­loh: Jus­tiz­mit­ar­bei­ter woll­te Poli­zis­ten offen­bar wegen Mor­des anzei­gen 
    “… Mit einer höhe­ren Betei­li­gung als in den Vor­jah­ren wird auch des­halb gerech­net, weil es zuletzt Medi­en­be­rich­te über eine frag­wür­di­ge Auf­klä­rungs­ar­beit der Ermitt­lungs­be­hör­den gab. Am Frei­tag etwa wur­de bekannt, dass ein Jus­tiz­mit­ar­bei­ter zwei­mal ver­sucht haben soll, Straf­an­zei­ge gegen einen Poli­zis­ten zu stel­len. (…) Nach Berich­ten der »Mit­tel­deut­schen Zei­tung« und der »tages­zei­tung« soll ein Mit­ar­bei­ter des Des­sau­er Land­ge­rich­tes 2013 und 2014 zwei­mal ver­sucht haben, gegen einen Poli­zis­ten, der in der Todes­nacht mit Jal­loh befasst war, Straf­an­zei­ge zu erstat­ten. Nach Druck durch Vor­ge­setz­te habe er sei­ne Aus­sa­gen jedoch zurück­ge­zo­gen, hieß es. Er hat­te dar­auf hin­ge­wie­sen, das einer der Poli­zis­ten frü­her jah­re­lang bei einer Des­sau­er Betriebs­feu­er­wehr gear­bei­tet haben soll und damit das Fach­wis­sen zum Ein­satz von Brand­be­schleu­ni­gern gehabt hät­te. Dies trug er dem­nach im Novem­ber 2013 im Poli­zei­re­vier Des­sau-Roß­lau vor, wur­de aber weg­ge­schickt, weil er betrun­ken war. Im April 2014 wie­der­hol­te der Jus­tiz­mit­ar­bei­ter dem­nach sei­nen Vor­wurf in einer SMS an das Poli­zei­re­vier, erneut unter Alko­hol­ein­fluss. Gegen ihn wur­de ein Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren wegen übler Nach­re­de ein­ge­lei­tet, er zog sei­ne Aus­sa­gen zurück…” Mel­dung vom 05.01.2018 beim ND online externer Link, sie­he dazu auch einen Arti­kel aus der taz vom 4.1.2018 externer Link
  • Auf nach Des­sau am 7. Janu­ar 2018 zur Gedenk­de­mons­tra­ti­on an Oury Jal­loh! 
    Auf nach Dessau am 7. Januar 2018 zur Gedenkdemonstration an Oury Jalloh!Sie­he alle wesent­li­chen Infor­ma­tio­nen für die Gedenk­de­mons­tra­ti­on am 7.1.2018 in Des­sau, so z.B. Kon­tak­te, Zei­ten und Treff­punk­te für die gemein­sa­me Anrei­se aus den Regio­nen auf einer Son­der­sei­te der Initia­ti­ve externer Link und:
    • Gedenk- und Pro­test­de­mons­tra­ti­on zum 13. Todes­tag von Oury Jal­loh
      Erst­mals geden­ken über 5000 Men­schen dem am 7. Janu­ar 2005 im Des­sau­er Poli­zei­ge­wahr­sam von Poli­zis­ten ver­brann­ten Oury Jal­loh. Ein Dank­wort von Tho­mas Ndin­dah von der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh…” Fotos beim Umbruch Bild­ar­chiv externer Link
    • Auf­ruf zur Demo am 07.01.2018 in Des­sau 
      “… Die Auf­ga­be der Selbst­an­zün­dungs­dok­trin durch die Staats­an­walt­schaft Des­sau ist nun jedoch nicht wirk­lich eine „dra­ma­ti­sche Wen­de“. Ganz im Gegen­teil: Die zugrun­de lie­gen­den Befun­de und Bewei­se sind lan­ge öffent­lich bekannt, wur­den wäh­rend der Ermitt­lun­gen und Gerichts­ver­fah­ren aber igno­riert oder zurecht­ge­bo­gen. Wir haben von Beginn an immer wie­der auf die unzäh­li­gen ekla­tan­ten Män­gel und Wider­sprü­che in der Ermitt­lungs­ar­beit hin­ge­wie­sen, die ein­sei­ti­ge Aus­rich­tung der Unter­su­chun­gen öffent­lich ange­pran­gert, eige­ne Recher­chen ange­stellt und unab­hän­gi­ge Gut­ach­te­rIn­nen beauf­tragt. Das wer­den wir auch wei­ter­hin tun. Der Mord an Oury Jal­loh ist eben­so wenig ein Ein­zel­fall, wie die Ver­tu­schungs­stra­te­gie „Pan­ne“ oder „Ver­sa­gen“ ist. (…) Jetzt gilt erst recht: Wir wer­den nicht locker las­sen! Wir wer­den nicht locker las­sen, die­ses ras­sis­ti­sche Sys­tem zu ent­lar­ven! Wir wer­den nicht locker las­sen und die Ver­ant­wort­li­chen benen­nen! Wir wer­den nicht locker las­sen, die­sen Ras­sis­mus zu been­den! (…) Der ras­sis­ti­sche „Rechts­staat“ kann nie­mals Ansprech­part­ner bei der Unter­su­chung sei­ner eige­nen Ver­bre­chen sein! Wir arbei­ten der­zeit inten­siv am Auf­bau einer unab­hän­gi­gen inter­na­tio­na­len Unter­su­chungs­kom­mis­si­on, die nicht nur die­sen Mord an sich, son­dern auch die Bei­hil­fe der betei­lig­ten Ermitt­lungs­be­hör­den und Minis­te­ri­en, die die Ver­dun­ke­lung eines Mor­des und die fort­ge­setz­te Behin­de­rung der Tat­auf­klä­rung ver­ant­wor­ten, in den Focus neh­men wird. OURY JALLOH – DAS WAR MORD! TOUCH ONE – TOUCH ALL!Auf­ruf vom 2.1.2018 von und bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link, dort Infos zur Demo
    • Oury Jal­loh Mobi-Jing­le zu Demo in Des­sau. Mobi­li­sie­rungs­jing­le mit O‑Tönen der Demo­re­den der letz­ten Jah­re und Musik von Maton­do vom 09.12.2017 von Radio: colo­ra­dio, Dres­den, beim Audio­por­tal Frei­er Radi­os externer LinkAudio Datei
    • Übri­gens: Neo­na­zis mobi­li­sie­ren am 07.01. zu Gegen­kund­ge­bung anläss­lich der Oury­Ja­l­loh Gedenk­de­mo in Des­sau. Gleich­zei­tig for­dert AfD im Land­tag Sach­sen-Anhalt die Ein­stel­lung der Ermitt­lun­gen in der Cau­sa Jal­loh!
  • Rät­sel um Feu­er­tod in der Poli­zei­zel­le: Wer ist der Schat­ten­mann im Fall Oury Jal­loh?
    “Bis­her unver­öf­fent­lich­te Unter­la­gen legen nahe: Vie­le Fra­gen zum Tod von Oury Jal­loh sind bis­lang noch gar nicht gestellt wor­den. Es geht um eine ver­schwun­de­ne Hand­fes­sel, ein ver­schmor­tes Feu­er­zeug und einen geheim­nis­vol­len Schat­ten­mann im Trep­pen­haus. (…) Eini­ge der Unter­la­gen, die eher eine Wie­der­auf­nah­me des Ver­fah­rens begrün­den, lie­gen der MZ jetzt vor. Dabei han­delt es sich um Ermitt­lungs- und Gerichts­ak­ten, Schrift­wech­sel von Staats­an­walt­schaf­ten und Ver­neh­mungs­pro­to­kol­le. Eini­ge datie­ren aus den ers­ten Tagen nach dem töd­li­chen Brand, ande­re fas­sen spä­te­re gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen zusam­men. Jüngs­te Ein­schät­zun­gen von Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den fin­den sich gleich­falls in dem Sta­pel. (…) Die zen­tra­le Fra­ge, die sich bereits nach der ers­ten Durch­sicht auf­drängt: Ist wirk­lich in alle Rich­tun­gen ermit­telt wor­den? Dar­an muss zum jet­zi­gen Zeit­punkt wohl ernst­haft gezwei­felt wer­den…” Bei­trag von Ralf Böh­me vom 27. Dezem­ber 2017 bei der Mit­tel­deut­schen Zei­tung externer Link
  • Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh stellt Straf­an­zei­ge wegen Mor­des 
    Auf­grund der ein­deu­ti­gen Beweis­la­ge, dass das Feu­er von Drit­ter Hand gelegt wor­den sein muss (kein Feu­er­zeug /​gut­ach­ter­li­che Stel­lung­nah­men) sowie mit Blick auf zahl­rei­che wei­te­re Indi­zi­en und kon­kre­te Hin­wei­se auf den bzw. die Täter bzw. Mittäter*innen, sehen es die Zeichner*innen als unab­ding­bar an, die­se kon­kre­te Straf­an­zei­ge gegen den dama­li­gen Poli­zei­be­am­ten S. als Haupt- bzw. Mit­tä­ter zu stel­len. Hier­mit erstat­ten wir Anzei­ge wegen Mor­des an Oury Jal­loh am 7.1.2005 im Poli­zei­re­vier Des­sau.” Mel­dung vom 7.12.2017 mit den Doku­men­ten externer Link
  • Ober­staats­an­walt hält Ver­tu­schung im Fall Oury Jal­loh für mög­lich 
    Im Fall des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh, der in einer Poli­zei­zel­le durch ein Feu­er umge­kom­men ist, ver­wirft der Des­sau­er Lei­ten­de Ober­staats­an­walt Fol­ker Bitt­mann die The­se eines Unfall­tods. Ihm war der Fall im ver­gan­ge­nen Jahr ent­zo­gen wor­den – schon damals äußer­te er bereits Zwei­fel an der Unfall­the­se. In einem Ver­merk vom April, der der Mit­tel­deut­schen Zei­tung vor­liegt, geht Bitt­mann sogar von einer Ver­tu­schungs­tat durch Poli­zis­ten aus. In dem Ver­merk beschreibt Bitt­mann kon­kret ein Sze­na­rio, wonach Beam­te den Häft­ling ange­zün­det haben könn­ten. Das Motiv könn­te dem­nach gewe­sen sein, dass dem Asyl­be­wer­ber zuvor zuge­füg­te Ver­let­zun­gen ver­tuscht wer­den soll­ten. Auch hät­ten Ermitt­lun­gen zu frü­he­ren Todes­fäl­len im Umfeld der Des­sau­er Poli­zei ver­hin­dert wer­den kön­nen…” Bei­trag vom 7. Dezem­ber 2017 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Wider­stand gegen das Offen­sicht­li­che 
    Nach zwölf Jah­ren wird der “Täter” Oury Jal­loh als Opfer von Poli­zei­ge­walt aner­kannt. Zwölf Jah­re! Offen­sicht­lich hat der demo­kra­ti­sche Rechts­staat ein gro­ßes Pro­blem. In Deutsch­land wur­de ein Asyl­be­wer­ber in einer Zel­le von der Poli­zei gefes­selt und ange­zün­det. Kann man die­sen Satz wirk­lich ohne wei­te­re Ein­schrän­kung so ste­hen las­sen? Wenn die­se Aus­sa­ge stimmt, war­um wird bei Frank Plas­berg dar­über nicht dis­ku­tiert, nicht bei Anne Will, war­um rich­tet Stef­fen Sei­bert kei­ne Stel­lung­nah­me der Kanz­le­rin aus? (…) Ein funk­tio­nie­ren­der Rechts­staat hät­te auf einen gefes­sel­ten, ver­letz­ten und ver­brann­ten Aus­län­der anders reagiert. Auch im Osten des Lan­des. Es ist alles wie gehabt. Wie beim NSU. Die Prä­mis­se, dass ein ver­meint­lich oder tat­säch­lich aus­län­di­sches Opfer zunächst immer ein Täter ist, ist ein in Deutsch­land all­täg­li­cher Ermitt­lungs­an­satz. (…) Des­halb dau­ern die­se Art Ermitt­lun­gen oft Jah­re und Jahr­zehn­te an. Weil man Umwe­ge gehen muss. Weil man das Offen­sicht­li­che gegen den Wider­stand der­je­ni­gen bewei­sen muss, deren eigent­li­che Auf­ga­be es wäre, Ver­bre­chen zu ahn­den und nicht zu bege­hen. (…) Mitt­ler­wei­le zählt das Bun­des­kri­mi­nal­amt unge­fähr 1.000 regis­trier­te Ein­zel­fäl­le von Gewalt gegen Geflo­he­ne und Immi­gran­ten pro Jahr. Aber es gibt kei­ne 1.000 ver­ur­teil­ten Täter pro Jahr. Es mani­fes­tiert sich eine Kul­tur der all­ge­mei­nen Zustim­mung. Das betrifft Pri­vat­per­so­nen genau­so wie staat­li­ches Per­so­nal. Es ist nicht das Werk eines Ein­zel­nen…” Kolum­ne von Mely Kiyak vom 6. Dezem­ber 2017 bei der Zeit online externer Link
  • Der Tod von Oury Jal­loh: Gene­ral­bun­des­an­walt­schaft Teil des Jus­tiz­skan­dals?
    Der Feu­er­tod von Oury Jal­loh 2005 in einer Poli­zei­zel­le in Des­sau wirft immer neue Fra­gen auf. Im April lehn­te die Gene­ral­bun­des­an­walt­schaft einen Antrag auf Über­nah­me der Ermitt­lun­gen durch die Des­sau­er Staats­an­walt­schaft ab. Die frag­wür­di­ge Begrün­dung dafür lie­fert nun die Ant­wort des Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums auf eine Schrift­li­che Fra­ge von Mar­ti­na Ren­ner. Der Gene­ral­bun­des­an­walt sah bei dem bis heu­te unge­klär­ten Tod kei­nen Anfangs­ver­dacht für eine „Ver­let­zung des grund­sätz­li­chen gewähr­leis­te­ten Min­der­hei­ten­schut­zes gegen jeg­li­che Art von Gewalt- und Will­kür­herr­schaft“. Und das obwohl meh­re­re Rechts­me­di­zi­ner, Gut­ach­ter und die Staats­an­walt­schaft Des­sau ein Fremd­ver­schul­den, Tötung oder Mord nicht mehr aus­schlie­ßen. „Vor die­sem Hin­ter­grund ist die Zurück­wei­sung des Falls für mich voll­kom­men unver­ständ­lich. Denn im Umkehr­schluss hie­ße das, die Gene­ral­bun­des­an­walt­schaft kön­ne nach Akten­la­ge aus­schlie­ßen, dass der aus Sier­ra Leo­ne geflüch­te­te Asyl­be­wer­ber Oury Jal­loh auf­grund sei­ner Her­kunft von einem Poli­zis­ten ange­zün­det wur­de“, kom­men­tiert Mar­ti­na Ren­ner die Ant­wort. Und wei­ter: „Zumal die urplötz­li­che Über­tra­gung der Ermitt­lun­gen durch die Gene­ral­staats­an­walt­schaft an die Staats­an­walt­schaft Hal­le und die letzt­li­che Ein­stel­lung des Ver­fah­rens im Okto­ber wei­te­re Fra­gen auf­wirft. Das steht den neu­en Erkennt­nis­sen wie auch älte­ren Gut­ach­ten, die ein Tötungs­de­likt für mög­lich hal­ten, dia­me­tral ent­ge­gen.“ Auf Drän­gen der LINKEN im Mag­de­bur­ger Land­tag bekommt der Rechts­aus­schuss des Par­la­ments nun Ein­sicht in die Ermitt­lungs­ak­ten. Außer­dem for­dert die LINKE Land­tags­frak­ti­on eine unab­hän­gi­ge inter­na­tio­na­le Unter­su­chungs­kom­mis­si­on unter Lei­tung der Ver­ein­ten Natio­nen, um die­sen Jus­tiz­skan­dal auf­zu­klä­ren…” Pres­se­mit­tei­lung von Mar­ti­na Ren­ner vom 4. Dezem­ber 2017 externer Link. Sie­he dazu auch die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Schrift­li­che Fra­ge von Mar­ti­na Ren­ner vom 17. Novem­ber 2017 externer Link
  • Der Fall Oury Jal­loh: Jus­tiz­skan­dal ohne Ende
    “Es ist einer der größ­ten Jus­tiz­skan­da­le der deut­schen Nach­kriegs­ge­schich­te: 12 Jah­re lang haben die Jus­tiz­be­hör­den in Sach­sen-Anhalt der Öffent­lich­keit erzählt, der Asyl­be­wer­ber Oury Jal­loh habe sich Anfang 2005 in sei­ner Arrest­zel­le ver­mut­lich selbst ange­zün­det, das Ver­fah­ren dazu wur­de in die­sem Okto­ber ein­ge­stellt. Wenig spä­ter wur­den uns die ver­trau­li­chen Ermitt­lungs­ak­ten zu dem Fall zuge­spielt. Und sie zei­gen: Die offi­zi­el­le Ver­si­on der Staats­an­walt­schaft ist mehr als frag­wür­dig. Das wich­tigs­te viel­leicht ist die­ses Schrei­ben: Ein lei­ten­der Ober­staats­an­walt schreibt dar­in von einer wahr­schein­li­chen Tötung durch ande­re, und sogar von Mord­ver­dacht. (…) Würzburg am 01. Febru­ar 2017. Im rechts­me­di­zi­ni­schen Insti­tut der Universität tref­fen sich Staatsanwälte aus Des­sau mit Brand­ex­per­ten, Toxi­ko­lo­gen, Rechts­me­di­zi­nern und Che­mi­kern. Es ist ein ent­schei­den­des Tref­fen im Fall Oury Jal­loh. Von die­ser Sit­zung wis­sen bis heu­te nur die Teil­neh­mer und die Ermittlungsbehörden. Die Exper­ten dis­ku­tie­ren ihre Brand­gut­ach­ten und Befun­de. Die­ses Tref­fen verändert die gesam­te Sicht auf einen der größten Jus­tiz­skan­da­le der deut­schen Nach­kriegs­ge­schich­te. Prof. Gerold Kau­ert, Foren­si­scher Toxi­ko­lo­ge: „Das Würz­bur­ger Sach­ver­stän­di­gen Gre­mi­um kam zu dem Ergeb­nis, dass die Theo­rie der Selbst­an­zün­dung nach den neue­ren Ergeb­nis­sen, auch der Expe­ri­men­te nicht zu hal­ten war.“ (…) Prof. Tho­mas Fel­tes, Kri­mi­no­lo­ge: „Offen gesagt: poli­ti­sche Ein­fluss­nah­me. Es gibt für mich kei­nen ande­ren Grund, war­um die Staats­an­walt­schaft in Hal­le die­ses Ver­fah­ren ein­stellt. Sie hat offen­sicht­lich ent­we­der die for­mel­le Wei­sung bekom­men oder den infor­mel­len Hin­weis, bei­des ist in der Sache letzt­end­lich das Glei­che, dass man poli­tisch nicht wünscht, dass die­ses Ver­fah­ren wei­ter vor­an­ge­trie­ben wird.“…” Bei­trag von Nai­ma El Moussaoui und Andre­as Maus vom 30. Novem­ber 2017 bei Moni­tor externer Link (Video­län­ge: ca. 9 Min., in der ARD- Media­thek abruf­bar bis zum 30.November 2018)
  • [Hal­le am 2.12.17] Oury Jal­loh – Auf­klä­rung jetzt! Gegen Poli­zei­ge­walt und insti­tu­tio­nel­len Ras­sis­mus! 
    Demo in Halle am 2.12.17: Oury Jalloh – Aufklärung jetzt! Gegen Polizeigewalt und institutionellen Rassismus!“… Es ist aus­zu­schlie­ßen, dass die­ser Fall so ver­lau­fen und geen­det wäre, wenn der in die Zel­le Ver­brach­te weiß und kein Asyl­be­wer­ber gewe­sen wäre, wie auch der Fall Bich­te­mann anders ver­lau­fen wäre, wenn die­ser nicht obdach­los gewe­sen wäre. Der Fall Oury Jal­loh ist nicht zu ver­ste­hen ohne den Blick auf insti­tu­tio­nel­len Ras­sis­mus, des­sen deut­lichs­ter Aus­druck das „racial pro­filing“ ist und der ursäch­lich auch für weit­rei­chen­de Fehl­ent­schei­dun­gen und Ermitt­lungs­ver­sa­gen im Zuge der NSU-Mor­de war, als immer wie­der gegen das Umfeld der Opfer ermit­telt wur­de. Er ist nicht zu ver­ste­hen ohne den Blick auf All­tags­ras­sis­mus unter Polizist*innen, den immer neue „Ein­zel­fäl­le“, die zufäl­lig an die Öffent­lich­keit gelan­gen, bele­gen. Er ist nicht zu ver­ste­hen ohne Berück­sich­ti­gung der Kul­tur der Straf­frei­heit und des Täter­schut­zes in den Rei­hen der Poli­zei, wo immer wie­der gedeckt und gelo­gen wird, und wo auf Anzei­gen wegen Poli­zei­ge­walt rou­ti­niert mit Gegen­an­zei­gen reagiert wird. Sta­tis­ti­ken der letz­ten Jah­re zei­gen: in weni­ger als zwei Pro­zent der Fäl­le wird gegen Polizist*innen Ankla­ge erho­ben, nach­dem sie von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern nach Poli­zei­ge­walt bzw. wegen Kör­per­ver­let­zung ange­zeigt wur­den. Seit Jah­ren for­dern Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und die UN unab­hän­gi­ge Behör­den zur Straf­ver­fol­gung von Polizist*innen, ohne hier­ar­chi­sche oder insti­tu­tio­nel­le Ver­bin­dung zwi­schen Beschul­dig­ten und Ermittler*innen – doch nichts ist pas­siert…” Aus dem Auf­ruf (lei­der nur) bei Frat­ze­buch externer Link zur Demons­tra­ti­on am Sams­tag, 2. Dezem­ber 13:30 – 16:30, Am Stein­tor, 06112 Hal­le (Saa­le), Deutsch­land
  • Fall Oury Jal­loh: Land­tag von Sach­sen-Anhalt for­dert Akten­ein­sicht 
    Mehr als zwölf Jah­re nach dem Tod des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh in einer Gefäng­nis­zel­le in Des­sau for­dert der Land­tag von Sach­sen-Anhalt Ein­sicht in die Ermitt­lungs­ak­ten. Ein ent­spre­chen­der Antrag wur­de jetzt beschlos­sen…” Mel­dung vom 24. Novem­ber 2017 beim Deutsch­land­funk externer Link
  • [Auf­klä­rung des Todes von Oury Jal­loh] »Das Vor­ge­hen ist skan­da­lös und intrans­pa­rent«
    Die Anwäl­tin Gabrie­le Hein­ecke pran­gert im Inter­view von Katha­ri­na Schwir­kus bei neu­es Deutsch­land vom 23. Novem­ber 2017 externer Link die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens zur Auf­klä­rung des Todes von Oury Jal­loh in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le u.a. mit der Begrün­dung an: “… Es ist ver­wun­der­lich, dass die Ermitt­lun­gen in dem Moment von der Staats­an­walt­schaft Des­sau abge­zo­gen wer­den, in dem die­se Staats­an­walt­schaft nach 12 Jah­ren erst­mals die Erkennt­nis hat, dass Oury Jal­loh am 7. Janu­ar 2005 von Drit­ten getö­tet wor­den sein könn­te. Soweit von dem Gene­ral­staats­an­walt argu­men­tiert wor­den sein soll, in Hal­le gebe es mög­li­cher­wei­se mehr Res­sour­cen und/​oder Kom­pe­ten­zen, ist das nicht nach­voll­zieh­bar. (…) Die Aus­sa­gen der Sach­ver­stän­di­gen wer­den von der Staats­an­walt­schaft Hal­le in uner­träg­li­cher Wei­se ein­sei­tig mit­ge­teilt und aus­ge­legt. Auf eine Aus­ein­an­der­set­zung mit den bis ins Detail vor­ge­tra­ge­nen Grün­den der Anwäl­te der Fami­lie, in denen nach­ge­wie­sen wird, das das vor­ge­leg­te Feu­er­zeug nie in der der Zel­le war, wird völ­lig ver­zich­tet. Dabei muss dies ein Kern­punkt der Auf­klä­rung sein, wenn man der Wahr­heit näher kom­men will. (…) Ich möch­te ver­ste­hen, war­um Des­sau das Ver­fah­ren wirk­lich weg­ge­nom­men wor­den ist. Die angeb­li­che Für­sor­ge für die über­las­te­te Staats­an­walt­schaft Des­sau oder die angeb­lich höhe­re Kom­pe­tenz in Hal­le über­zeugt mich nicht. Ich möch­te wis­sen, inwie­weit die Ent­schei­dung mit dem Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um abge­stimmt war, mög­li­cher­wei­se auch mit dem Innen­mi­nis­te­ri­um, mit dem Staats­schutz und wel­che Rol­le die Gene­ral­staats­an­walt­schaft in der Geschich­te hat. Das gan­ze Vor­ge­hen ist skan­da­lös und intrans­pa­rent.”
  • Wer wuss­te wann was? 
    Rund um den Fall Oury Jal­loh hat so ziem­lich jeder geschwie­gen. Ein Skan­dal, der Behör­den und ihre Kon­troll­in­stan­zen betrifft. Die Lis­te der Din­ge, die am Fall Oury Jal­loh haar­sträu­bend sind, ist lang. Am beun­ru­hi­gends­ten aber ist die Fra­ge, wie vie­le Men­schen in staat­li­chen Insti­tu­tio­nen offen­sicht­lich dar­an betei­ligt waren, die Mord­er­mitt­lun­gen zu ver­hin­dern…” Kom­men­tar von Chris­ti­an Jakob vom 18. 11. 2017 bei der taz online externer Link
  • Staats­an­walt­schaft hält Wie­der­auf­nah­me im Jal­loh-Ver­fah­ren für mög­lich 
    Neue Erkennt­nis­se zu Oury Jal­lohs Tod in Poli­zei­ge­wahr­sam könn­ten sich auf das Gerichts­ver­fah­ren aus­wir­ken. Die Poli­zei fürch­tet der­weil Anschlä­ge auf Justizgebäude.Das Ver­fah­ren um den Tod des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh kön­ne nach Ansicht der Gene­ral­staats­an­walt­schaft im Fal­le neu­er Erkennt­nis­se jeder­zeit wie­der auf­ge­nom­men wer­den. “So eine Ein­stel­lung bedeu­tet nicht den Tod des Ver­fah­rens”, sag­te ein Spre­cher der Behör­de in Naum­burg (Sach­sen-Anhalt). (…) Vor dem Jus­tiz­zen­trum in Hal­le ver­sam­mel­ten sich am Frei­tag Demons­tran­ten unter dem Slo­gan “Oury Jal­loh – das war Mord”, um unab­hän­gi­ge Ermitt­lun­gen zu for­dern.Mel­dung vom 17. Novem­ber 2017 bei der Zeit online externer Link
  • Oury Jal­loh kein Ein­zel­fall im Poli­zei­re­vier Des­sau! 3 unge­klär­te Todes­fäl­le und nach­weis­lich mani­pu­lier­te Beweis­mit­tel
    Die Lei­ten­de Ober­staats­an­wäl­tin Hei­ke Gey­er aus Hal­le ver­kün­det in ihrer Pres­se­mit­tei­lung vom 12. Okto­ber 2017 sie habe nach „sorg­fäl­ti­ger Prü­fung der vor­lie­gen­den Erkennt­nis­se […] die Ermitt­lun­gen zum Tod des Oury Jal­loh ein­ge­stellt“, weil sich angeb­lich „kei­ne aus­rei­chen­den tat­säch­li­chen Anhalts­punk­te für eine Betei­li­gung Drit­ter an der Brand­le­gung“ erge­ben hät­ten. Wei­te­re Auf­klä­rung sei nicht zu erwar­ten, da „eine Viel­zahl an Mög­lich­kei­ten denk­bar“ sei­en „und mit­hin eine Brand­le­gung durch ihn selbst nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann.“ Die­ser Aus­sa­ge ste­hen nicht nur meh­re­re Gut­ach­ten im Fall selbst ent­ge­gen, son­dern es gibt dar­über hin­aus auch mehr als ledig­lich „Anhalts­punk­te“ dafür, dass im Poli­zei­re­vier Des­sau über vie­le Jah­re hin­weg Men­schen will­kür­lich fest­ge­hal­ten, gede­mü­tigt und miss­han­delt wor­den sind – und es gab gleich drei unge­klär­te Todes­fäl­le: Hans-Jür­gen Rose (ver­stor­ben am 08.12.1997), Mario Bich­te­mann (ver­stor­ben am 30.10.2002) und Oury Jal­loh (ver­stor­ben am 07.01.2005). (…) Die Ent­schei­dung der Staats­an­walt­schaft Hal­le die Ermitt­lun­gen zum Feu­er­tod von Oury Jal­loh ein­zu­stel­len bestä­tigt den oben erwähn­ten „Gold­stan­dard“ nach lan­gen 12½ Jah­ren in der erstaun­lich kur­zen Zeit von nur 3 Mona­ten und bestä­tigt damit – ent­ge­gen der Fak­ten­la­ge in den Akten – eine Hypo­the­se, die bereits vor Beginn der Tat­or­termitt­lun­gen am 7. Janu­ar 2005 doku­men­tiert wor­den war: „Ich bege­be mich jetzt in den Kel­ler, in dem sich ein schwarz­afri­ka­ni­scher Bür­ger in einer Arrest­zel­le ange­zün­det hat.“ (https://​initia​tiveoury​ja​l​loh​.wor​d​press​.com/​b​r​a​n​d​g​u​t​a​c​h​t​e​n​/​v​i​d​e​o​-​b​r​a​n​d​g​u​t​a​c​h​e​n​-​f​i​r​e​-​i​n​v​e​s​t​i​g​a​t​i​on/ externer Link) Was bleibt ist ein „hin­rei­chen­der Ver­dacht“, dass genau das mit der Über­ga­be der Ermitt­lun­gen an die Staats­an­walt­schaft Hal­le bezweckt wor­den war – die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens durch eine vor­geb­lich „unbe­las­te­te“ Ermitt­lungs­be­hör­de … und natür­lich das damit ver­bun­de­ne Signal an die Ver­ant­wort­li­chen in Uni­form, dass ihre Straf­ta­ten wei­ter­hin „undenk­bar“ sei­en. (…) Eine fata­le, staats­rä­so­na­le Kon­ti­nui­tät, der nur durch die Schaf­fung poli­tisch und poli­zei­lich unab­hän­gi­ger Unter­su­chungs­kom­pe­ten­zen Ein­halt gebo­ten wer­den kann.” Pres­se­mit­tei­lung vom 16. Okto­ber 2017 von und bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link
  • War es Mord? Dra­ma­ti­sche Wen­de im Fall des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh 
    Der 2005 in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le ver­brann­te Asyl­be­wer­ber Oury Jal­loh wur­de mit hoher Wahr­schein­lich­keit getö­tet. Das geht aus Ermitt­lungs­ak­ten zu dem Fall her­vor, die dem ARD-Maga­zin MONITOR vor­lie­gen. Die Staats­an­walt­schaft Hal­le will die Ermitt­lun­gen den­noch ein­stel­len.
    Meh­re­re Sach­ver­stän­di­ge aus den Berei­chen Brand­schutz, Medi­zin und Che­mie kom­men laut der Unter­la­gen mehr­heit­lich zum dem Schluss, dass ein Tod durch Fremd­ein­wir­kung wahr­schein­li­cher sei als die lan­ge von den Ermitt­lungs­be­hör­den ver­folg­te The­se einer Selbst­an­zün­dung durch den Mann aus Sier­ra Leo­ne. Das sind die Ergeb­nis­se der jüngs­ten Gut­ach­ten und Brand­ver­su­che, die sich detail­liert mit der Fra­ge nach dem Aus­bruch des Feu­ers in der Arrest­zel­le beschäf­ti­gen. Sogar der lang­jäh­ri­ge Ermitt­ler der Staats­an­walt­schaft Des­sau, der lei­ten­de Ober­staats­an­walt Fol­ker Bitt­mann, bis­lang ein Ver­fech­ter der Selbst­tö­tungs-Theo­rie, geht in einem Schrei­ben vom April die­ses Jah­res daher von einem begrün­de­ten Mord­ver­dacht aus. Er hält es dem­nach für wahr­schein­lich, dass Oury Jal­loh bereits vor Aus­bruch des Feu­ers min­des­tens hand­lungs­un­fä­hig oder sogar schon tot war und mit Brand­be­schleu­ni­ger besprüht und ange­zün­det wor­den sei. Ober­staats­an­walt Bitt­mann benennt in dem Brief sogar kon­kre­te Ver­däch­ti­ge aus den Rei­hen der Des­sau­er Poli­zei­be­am­ten
    …” MONI­TOR-Pres­se­mel­dung vom 16.11.2017 externer Link
    • Wich­tig dazu: “… Die Anwäl­tin der Fami­lie hat gegen die Ein­stel­lung Beschwer­de ein­ge­legt und wird im Licht der neu­en Erkennt­nis­se Straf­an­zei­ge erstat­ten. “Ange­sichts der neu­en Erkennt­nis­se ist die dro­hen­de Ein­stel­lung des Ver­fah­rens ein Skan­dal”, so die Anwäl­tin der Fami­lie Jal­loh, Gabrie­le Hein­ecke, gegen­über Moni­tor. Sie nann­te das Ver­hal­ten der Staats­an­walt­schaft “voll­stän­dig unver­ständ­lich”…” Aus dem Bei­trag von Nai­ma El Moussaoui und Ste­phan Stuch­lik, WDR, vom 16.11.2017 bei tages​schau​.de externer Link: Gut­ach­ten von Sach­ver­stän­di­gen: Oury Jal­loh – war es doch Mord?
    • [Peti­ti­on] Es war Mord! Ermitt­lungs­ver­fah­ren nicht ein­stel­len
      “… Wir for­dern die Staats­an­walt­schaft Hal­le und den deut­schen Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas dazu auf, nun end­lich für Gerech­tig­keit zu sor­gen!...” Peti­ti­on bei chan­ge externer Link
    • Dass der Fall immer noch nicht unter den Tisch gekehrt wer­den kann, ist der unglaub­li­chen Hart­nä­ckig­keit des Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh e.V. zu ver­dan­ken, wes­halb wir an den Spen­den­auf­ruf (aus 2014) erin­nern! Kon­to: Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh e.V., Bank für Sozi­al­wirt­schaft, BIC: BFSWDE33BER, IBAN: DE49100205000001233600
    • Sie­he auch das MONI­TOR-Dos­sier externer Link: Oury Jal­loh – Tod in der Poli­zei­zel­le
    • [Feu­er­tod von Oury Jal­loh] Mord­ver­dacht igno­riert. Kurz vor der Ein­stel­lung des Ver­fah­rens benann­ten Des­sau­er Staats­an­wäl­te tat­ver­däch­ti­ge Poli­zis­ten
      “Ein Jahr lang geheim­ge­hal­te­ne Ver­such­s­er­geb­nis­se, der Abzug der Ermitt­lun­gen nach Hal­le und dann die plötz­li­che Ein­stel­lung des Ver­fah­rens: Das jüngs­te Pro­ze­de­re im Fall des 2005 im Des­sau­er Poli­zei­re­vier ver­brann­ten Flücht­lings Oury Jal­loh sät nicht zu Unrecht Zwei­fel. So hat­te die Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau ihre Selbst­mord­theo­rie offen­bar ad acta gelegt, wie jetzt bekannt wird. Mit acht Gut­ach­tern war sie bereits zum Schluss gekom­men, dass Jal­loh das Feu­er in der Zel­le nicht selbst gelegt haben kann. Bereits im April schal­te­te sie des­halb den Gene­ral­bun­des­an­walt ein. Doch der lehn­te, wie spä­ter die Staats­an­walt­schaft Hal­le auch, wei­te­re Ermitt­lun­gen ab. Das ergab eine Befra­gung von Sach­sen-Anhalts Gene­ral­staats­an­walt Jür­gen Kon­rad und der lei­ten­den Ober­staats­an­wäl­tin in Hal­le, Hei­ke Gey­er, am Frei­tag im Rechts­aus­schuss des Mag­de­bur­ger Land­ta­ges. Mehr noch: Die Staats­an­wäl­te for­mu­lier­ten in ihrem Gesuch sogar einen Anfangs­ver­dacht gegen bestimm­te, nament­lich benann­te, Poli­zis­ten. Das räum­te Kon­rad auf Nach­ha­ken der Lin­ke-Abge­ord­ne­ten Hen­ri­et­te Qua­de ein. Sie leg­ten also zwölf Jah­re nach der Tat erst­mals kon­kre­te Ermitt­lungs­an­sät­ze dar. Der Gene­ral­staats­an­walt wie­gel­te jedoch ab: Die Des­sau­er Behör­de habe die Namen der Ver­däch­ti­gen nur genannt, weil der Gene­ral­bun­des­an­walt kein Ver­fah­ren gegen unbe­kannt an sich zie­hen kön­ne. Rechts­an­wäl­tin Bea­te Böh­ler, die den Vater des Opfers ver­tritt, hält das für »juris­ti­schen Blöd­sinn«. »Wenn ein Staats­an­walt Leu­te als tat­ver­däch­tig benennt, die er nicht dafür hält, wäre das eine Falsch­be­schul­di­gung«, erläu­ter­te sie im Gespräch mit jun­ge Welt…” Bei­trag von Sus­an Bonath bei der jun­gen Welt vom 13. Novem­ber 2017 externer Link
  • Ein­stel­lung des Ermitt­lungs­ver­fah­rens durch die Staats­an­walt­schaft Hal­le – Pres­se­mit­tei­lung der Anwäl­tin­nen der Fami­lie von Oury Jal­loh 
    Die Fami­lie des am 7. Janu­ar 2005 in der Poli­zei­zel­le Nr. 5 ver­brann­ten Oury Jal­loh hat mit Unver­ständ­nis und Betrof­fen­heit die Nach­richt von der Ein­stel­lung des Ermitt­lungs­ver­fah­rens durch die Staats­an­walt­schaft Hal­le zur Kennt­nis genom­men. (…) Mehr als irri­tiert ist die Fami­lie Dial­lo dar­über, dass die Staats­an­walt­schaft sich bis zum heu­ti­gen Tage nicht mit der am 25. Sep­tem­ber 2015 vor­ge­leg­ten Beweis­füh­rung aus­ein­an­der­ge­setzt hat, dass der angeb­lich aus dem Brand­schutt der Zel­le stam­men­de Feu­er­zeug­rest nie in der Zel­le gewe­sen sein kann. (…)Rechts­an­wäl­tin Hein­ecke erklärt für die Fami­lie: „Gegen die Ein­stel­lung wird Beschwer­de geführt und der Staats­an­walt­schaft erneut auf­ge­ge­ben wer­den, wel­che wei­te­ren Ermitt­lungs­schrit­te zwin­gend zu unter­neh­men sind.“…” Pres­se­mit­tei­lung vom 13. Okto­ber 2017 auf der Soli­da­ri­täts­sei­te externer Link, sie­he auch:
    • „Kapi­tu­la­ti­on des Rechts­staa­tes“ oder kal­ku­lier­te Far­ce? Die Ein­stel­lung der Ermitt­lun­gen im Fall Oury Jal­loh – Hypo­the­sen vs. Fak­ten
      Erklä­rung der Initia­ti­ve Oury Jal­loh vom 14. Okto­ber 2017 externer Link
    • Fall Oury Jal­loh: Ermitt­ler machen sich angreif­bar
      Vor zwölf Jah­ren ver­brann­te der Asyl­be­wer­ber Oury Jal­loh in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le. Bis heu­te ist der genaue Tat­her­gang unge­klärt. Die Staats­an­walt­schaft Hal­le erwar­tet kei­ne wei­te­re Auf­klä­rung; sie hat am Don­ners­tag die Ermitt­lun­gen ein­ge­stellt. MDR-Repor­ter André Damm schil­dert sei­ne per­sön­li­che Sicht auf das Ende der Ermitt­lun­gen….” Bei­trag von André Damm vom 13.10.2017 beim MDR Sach­sen-Anhalt externer Link
  • Eine inter­na­tio­na­le Unter­su­chungs­kom­mis­si­on wird gegrün­det
    Die Ermor­dung Oury Jal­lohs ist ein ras­sis­ti­sches Ver­bre­chen, dass bis in die höchs­ten Krei­se der deut­schen Poli­zei, Jus­tiz und Poli­tik nach­hal­tig gede­ckelt wird. Eine Viel­zahl von Exper­ten und Gut­ach­tern aus dem Aus­land haben auf­grund der ihnen vor­lie­gen­den Fak­ten­la­ge bereits bestä­tigt, dass hier offen­sicht­lich ein Mord ver­tuscht wer­den soll. Der deut­sche Rechts­staat hat nun­mehr über 12 Jah­re lang auf allen Ebe­nen bewie­sen, dass er nicht gewillt ist, die Todes­um­stän­de von Oury Jal­loh lücken­los auf­zu­klä­ren – und das nicht nur in die­sem, son­dern in vie­len Fäl­len mit Betei­li­gung staat­li­cher Insti­tu­tio­nen von den Toden Chris­ty Schwundeck‘s, Marea­me Sarr‘, Laye Conde‘s Halim Dener‘s bis hin zum NSU-Kom­plex. Die Initia­ti­ve in G eden­ken an Oury Jal­loh sieht es daher in ihrer Ver­ant­wor­tung eine selbst­or­ga­ni­sier­te inter­na­tio­na­le Unter­su­chungs­kom­mis­si­on auf­zu­bau­en. Die­se soll in den nächs­ten Wochen gebil­det und zeit­nah der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wer­den“ – so die abschlie­ßen­de Kon­se­quenz der Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve Oury Jal­loh vom 21. August 2017 externer Link auf ihrer Web­sei­te
  • Der Fall von Oury Jal­loh ist wie­der offen 
    “Im Fall des in einer Zel­le ver­brann­ten Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh steht mög­li­cher­wei­se eine spek­ta­ku­lä­re Wen­dung bevor. Bis­lang war die Jus­tiz davon aus­ge­gan­gen, dass der Mann aus Sier­ra Leo­ne das Feu­er selbst gelegt hat­te. Gut­ach­ter­li­che Bewer­tun­gen zu einem Brand­ver­such haben jetzt aber zu erheb­li­chem Zwei­fel geführt. (…) ein im Auf­trag der Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau durch­ge­führ­ter Brand­ver­such, bei dem vor einem Jahr im säch­si­schen Dip­pol­dis­wal­de in Anwe­sen­heit von Jour­na­lis­ten der Her­gang des Feu­ers nach­ge­stellt wur­de, führ­te zu einem neu­en Ergeb­nis. Nach Anga­ben aus Jus­tiz­krei­sen lie­gen ins­ge­samt sechs Bewer­tun­gen zu dem Brand­ver­such vor. Aus ihnen erge­ben sich erheb­li­che Zwei­fel, ob Jal­loh tat­säch­lich an den Fol­gen des Feu­ers in der Zel­le gestor­ben sein kann. Wür­de sich dies bestä­ti­gen, müss­te ein Drit­ter die Matrat­ze, auf der der 36-Jäh­ri­ge an Hän­den und Füßen fixiert wor­den war, in Brand gesetzt haben. Bis­lang war die Jus­tiz stets davon aus­ge­gan­gen, dass Jal­loh die Matrat­ze mit einem Feu­er­zeug selbst ange­zün­det hat­te. (…) Mehr als ein Jahr­zehnt nach dem Tod von Oury Jal­loh ist der Fall wie­der offen. Das wirft nicht nur ein schlech­tes Licht auf die bis­he­ri­ge Ermitt­lungs­tä­tig­keit in die­sem Fall, son­dern wird auch Poli­ti­ker in der sach­sen-anhal­ti­schen Lan­des­haupt­stadt Mag­de­burg und dar­über hin­aus beschäf­ti­gen. Soll­te sich her­aus­stel­len, dass Poli­zis­ten in den Fall ver­wi­ckelt sein könn­ten oder ver­sucht haben soll­ten, mit der Insze­nie­rung eines ver­meint­li­chen Sui­zids von eige­nem Ver­schul­den abzu­len­ken, wäre das ein bei­spiel­lo­ser Skan­dal. Der Tod des Asyl­be­wer­bers aus Sier­ra Leo­ne ist dabei nicht der ein­zi­ge mys­te­riö­se Fall im Poli­zei­re­vier Des­sau. Bereits 1997 hat­ten Pas­san­ten einen Mann in der Nähe des Reviers tot ent­deckt, der zuvor wegen Trun­ken­heit am Steu­er in eine Zel­le ver­bracht wor­den war. Fünf Jah­re dar­auf starb ein Obdach­lo­ser in genau jener Zel­le an einem Schä­del­ba­sis­bruch, in der spä­ter Oury Jal­loh ver­brann­te.” Bei­trag von Dirk Ban­se und Uwe Mül­ler vom 16. August 2017 bei der Welt online externer Link
  • Oury Jal­loh – Das war Mord! Ver­schlep­pung, Ver­tu­schung und Straf­ver­ei­te­lung im Amt
    Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau hält Brand­gut­ach­ten von Schmie­de­berg zurück und ver­wei­gert Akten­ein­sicht und öffent­li­che Aus­kunft. Fami­lie von Oury Jal­loh for­dert Asser­va­te für wei­te­re Unter­su­chun­gen. Im Rah­men der lau­fen­den Ermitt­lun­gen wegen Mor­des gegen Unbe­kannt im Fall Oury Jal­loh hat­te die Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau am 18. August 2016 einen eige­nen Brand­ver­such durch­füh­ren las­sen. Der zustän­di­ge Staats­an­walt Olaf Braun hat­te die Sach­ver­stän­di­gen Dr. Kurt Zol­lin­ger und Olaf Prein beauf­tragt, mit die­sem Ver­such noch ein­mal „…ganz bei Null zu begin­nen“. Doch bereits vor Ort blie­ben zahl­rei­che Fra­gen der Jour­na­lis­ten zum Ver­suchs­auf­bau und zur Sinn­haf­tig­keit der­ar­ti­ger Unter­su­chun­gen unbe­ant­wor­tet. (…) Die Des­sau­er Ver­hält­nis­se mit ihrer ver­häng­nis­vol­len Mischung aus Staats­rä­son, Täter­schutz und Schuld­zu­wei­sung an das Opfer erin­nern fatal an das Rechts­staats­ver­sa­gen im NSU-Kom­plex und sind ein­mal mehr eine Ver­höh­nung der hin­ter­blie­be­nen Fami­lie und vor­sätz­li­che Irre­füh­rung der inter­es­sier­ten Öffent­lich­keit.” Pres­se­mi­tei­lung vom 12. Juni 2017 von und bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh e.V. externer Link
  • Des­sau-Roß­lau: Demons­trant erhält Straf­be­fehl wegen »Plas­ti­k­at­ta­cke«. Gese­hen hat’s nur die Poli­zei
    Bei den Ermitt­lun­gen zum Feu­er­tod des Flücht­lings Oury Jal­loh 2005 im Poli­zei­ge­wahr­sam legt die Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau wenig Eifer an den Tag. Akti­vis­ten, die von einem Mord aus­ge­hen und seit zwölf Jah­ren um Auf­klä­rung rin­gen, ver­folgt sie um so akri­bi­scher. Aktu­ell soll Micha­el S. von der »Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh« 750 Euro berap­pen oder 25 Tage ins Gefäng­nis. Auf Betrei­ben der Staats­an­walt­schaft hat ihm das Amts­ge­richt der Dop­pel­stadt einen Straf­be­fehl zukom­men las­sen, der jW vor­liegt. Es legt ihm »ver­such­te Kör­per­ver­let­zung« zur Last…Arti­kel “Theo­re­ti­sche Ver­let­zungs­ge­fahr” von Sus­an Bonath vom 19.01.2017 bei der jun­gen Welt externer Link. Kon­kret heißt es:
    • … Der 61jährige soll wäh­rend der Gedenk­de­mons­tra­ti­on zum elf­ten Todes­tag Jal­lohs am 7. Janu­ar 2016 mit lee­ren Feu­er­zeu­gen in die Rich­tung von fünf Poli­zei­be­am­ten vor dem Des­sau­er Jus­tiz­zen­trum gewor­fen haben. Zu Scha­den kam zwar nie­mand. Theo­re­tisch aber, so Amts­rich­ter Jochen Rosen­berg im Straf­be­fehl, hät­te S. die uni­for­mier­ten Anzei­gen­er­stat­ter tref­fen kön­nen…
  • Nach der »Feu­er­show«: Hun­der­te for­dern Auf­klä­rung des Todes von Oury Jal­loh, kri­ti­sie­ren Staats­an­walt­schaft. AfD-Lan­des­chef pro­vo­ziert Demons­tran­ten
    Tho­mas Ndindha von der Initia­ti­ve »In Geden­ken an Oury Jal­loh« sprach von einer der größ­ten und kraft­volls­ten anti­ras­sis­ti­schen Demons­tra­ti­on in Des­sau. Es sei nicht akzep­ta­bel, dass hun­dert­fa­che Poli­zei­ge­walt gegen Unter­pri­vi­le­gier­te vom Staat gedeckt wer­de. Im Fall Jal­loh sei es nötig und mög­lich, die Todes­um­stän­de auf­zu­klä­ren. »Man müss­te end­lich inten­siv nach Tätern suchen«, for­der­te er. Schließ­lich sei längst bekannt, »dass das prä­sen­tier­te Feu­er­zeug mani­pu­liert und nie in der Todes­zel­le war«. Dass dies die Staats­an­walt­schaft wei­ter­hin igno­riert, habe sie mit ihrem medi­en­wirk­sam vor­ge­führ­ten Brand­ver­such im August erneut bewie­sen. Vor drei Mona­ten soll­ten Ergeb­nis­se hier­für ver­öf­fent­licht wer­den. Bis heu­te ist nichts pas­siert. Gegen­über jW mau­ert die Staats­an­walt­schaft. Am 6. Janu­ar beklag­te auch die Freie Pres­se das amt­li­che Schwei­gen…Bei­trag von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 9. Janu­ar 2017 externer Link
  • Mehr als 1100 Men­schen erin­nern an Tod von Oury Jal­loh
    Mehr als 1100 Men­schen haben am Sams­tag in Des­sau-Roß­lau an den Tod des Afri­ka­ners Oury Jal­loh vor zwölf Jah­ren in einer Poli­zei­zel­le erin­nert. Eine Demons­tra­ti­on der Initia­ti­ve in Geden­ken an Jal­loh führ­te am Nach­mit­tag durch die Innen­stadt. Ziel war die Poli­zei­sta­ti­on, wo der Asyl­be­wer­ber 2005 bei einem Brand ums Leben gekom­men war. Gegen­über den Vor­jah­ren stieg die Zahl der Teil­neh­mer an den regel­mä­ßi­gen Pro­tes­ten am Todes­tag des Afri­ka­ners stark an, erläu­ter­te Poli­zei­spre­cher Ralf Moritz…Mel­dung vom 8. Janu­ar 2017 beim ND online externer Link
  • [Des­sau, 7.1.] Oury Jal­loh – Das war Mord – GeDen­ken 2017
    Oury Jalloh - das war Mord! Demonstration am 7. Januar 2017 in Dessau“Der Mensch ist erst tot, wenn nie­mand mehr an ihn denkt” – geden­ken wir Oury Jal­loh, der im Poli­zei­re­vier Des­sau ermor­det und ver­brannt wur­de… und den vie­len ande­ren Opfern töd­li­cher ras­sis­ti­scher Staats­pra­xis…Info und Auf­ruf der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh bei Indy­m­e­dia links­un­ten vom 29. Dezem­ber 2016 externer Link zu GeDen­ken – Mani­fes­ta­ti­on – Demons­tra­ti­on am 7. Janu­ar 2017 in Des­sau-Ross­lau: 14 Uhr ab Haupt­bahn­hof. Aus dem Text: “… Wir laden alle, denen an der Ver­hin­de­rung wei­te­rer ras­sis­ti­scher Mor­de durch Staats­be­am­te mit und ohne Uni­form, mit und ohne Robe aber auf jeden Fall mit men­schen­le­ben-ver­ach­ten­der Schein­hei­lig­keit ein, unser Geden­ken am 7. Janu­ar direkt in Des­sau-Roß­lau zu unter­stüt­zen und eine macht­vol­le Demons­tra­ti­on gegen staat­li­chen Ras­sis­mus in allen Behör­den und Minis­te­ri­en die­ses Lan­des zu set­zen – nicht nur in Sach­sen-Anhalt – nicht nur in Deutsch­land – nicht nur inner­halb Euro­pas. Am Ster­ben der hier „fremd“-definierten Men­schen auf der gan­zen Welt hat Deutsch­land einen bedeu­ten­den und akti­ven Anteil: von brand­schat­zen­den Stra­ßen-Nazis bis zu den poli­ti­schen Brandstifter*innen in kos­tü­mier­ten Anzü­gen – vom Neid-Pre­ka­ri­at bis zu den „Händler*innen“ des Todes in Nadel­strei­fen – von den „besorg­ten“ Angstgeifer*innen bis zu den „unbe­tei­lig­ten“ Zuschauer*innen… KOMMT AM 7. JANUAR 2017 NACH DESSAU-ROSSLAU OURY JALLOH IST KEIN EINZELFALL – KEINER WIRD VERGESSEN WERDEN! RESPEKT OUR EXISTENCE – OR – EXPECT OUR RESISTANCE! …” Sie­he dazu:
  • Kei­ne win­di­ge Sache? Feu­er­tod von Oury Jal­loh: Staats­an­walt sucht nach frag­wür­di­gem Brand­ver­such sein Heil in Aus­flüch­ten
    »Das neue Brand­gut­ach­ten im Fall Oury Jal­loh wird nicht vor dem 7. Janu­ar vor­ge­stellt«, zitier­te die Mit­tel­deut­sche Zei­tung (MZ) den Des­sau­er Staats­an­walt Olaf Braun am 20. Dezem­ber. Der Schwei­zer Sach­ver­stän­di­ge Kurt Zol­lin­ger sei nach dem am 18. August im säch­si­schen Dippoldiswalde/​Schmiedeberg medi­al insze­nier­ten und viel­fach kri­ti­sier­ten Brand­ver­such (jW berich­te­te) erkrankt, habe er begrün­det. Dar­um habe sich die Aus­wer­tung – ange­kün­digt waren sechs bis acht Wochen – der­art ver­zö­gert. Zwar lägen bereits Mess­wer­te vor. Doch: »Der­zeit sind die Exper­ten dabei, dar­aus Rück­schlüs­se zu zie­hen«, so Braun…Arti­kel von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 23.12.2016 externer Link. Aus dem­Text:
    • … Brauns Aus­sa­gen gegen­über der in Hal­le erschei­nen­den Tages­zei­tung wer­fen indes eine Fra­ge auf: Gibt es neue Fak­ten, die am 7. Janu­ar, dem zwölf­ten Todes­tag des in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le bis zur Unkennt­lich­keit ver­brann­ten Flücht­lings, noch nicht bekannt sein sol­len? An dem Tag wird nicht nur die Stadt­pro­mi­nenz in Des­sau des »tra­gi­schen Unfalls« geden­ken. Auch die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh ruft wie­der zu einer Demons­tra­ti­on auf. Für sie steht fest: Das war Mord. Dafür sprä­chen alle Indi­zi­en und die toxi­ko­lo­gi­schen Befun­de…
  • „Ob das Feu­er­zeug dabei war oder nicht, das spielt hier kei­ne Rol­le!“ – Brand­ver­such der Staats­an­walt­schaft Des­sau: fal­sche Fra­gen, kei­ne Ant­wor­ten
    … „Ergeb­nis­of­fen“ nann­te die Staats­an­walt den Brand­ver­such, den sie am 18. August 2016, über elf Jah­re nach dem unge­klär­ten Feu­er­tod von Oury Jal­loh in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le, im Bei­sein zahl­rei­cher Pressevertreter*innen durch­füh­ren ließ. Dabei ging es der Staats­an­walt­schaft jedoch nicht etwa um die zen­tra­le Fra­ge nach der bis­lang unge­klär­ten Brand­ur­sa­che. Man wol­le „bewusst“ bei „Null“ begin­nen, leg­te aber in dem hier vor­ge­führ­ten Ver­suchs­auf­bau und der Durch­füh­rung erneut die eige­ne – zwi­schen­zeit­lich auch gut­ach­ter­lich wider­leg­te – Hypo­the­se zugrun­de, Oury Jal­loh habe trotz inten­si­ver Durch­su­chung ein Feu­er­zeug in die Zel­le geschmug­gelt und trotz Fixie­rung an Hän­den und Füßen eine intak­te, schwer ent­flamm­ba­re Matrat­ze in Brand gesteckt…Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 20. August 2016 externer Link. Wei­ter heißt es: “… Bereits im Vor­feld die­ses Ver­su­ches wur­de die Fra­ge nach der Sinn­haf­tig­keit die­ser öffent­li­chen „Brand­show“ auf­ge­wor­fen, da zwei Ana­ly­sen eines ver­schmor­ten Feu­er­zeug­res­tes, der erst drei Tage spä­ter auf­ge­taucht war, ein­dring­lich bestä­tigt haben, dass die­ses „Beweis­stück“ nicht aus den Brand­res­ten der Zel­le 5 stam­men kann. Das Feu­er­zeug weist kei­ne DNA oder Spu­ren der Matrat­ze und der Klei­dung Oury Jal­lohs auf – dafür ist es aber mit zahl­rei­chen ande­ren Fasern und sogar Tier­haa­ren ver­schmol­zen. Unver­brann­te Antei­le der Fremd­spu­ren sind dabei ver­brann­ten Ein­schmel­zun­gen auf­ge­la­gert. Bis heu­te wei­gert sich die Staats­an­walt­schaft zu die­sen Ana­ly­sen Stel­lung zu bezie­hen – geschwei­ge denn, die­se grund­sätz­lich in ihrem Ermitt­lungs­an­satz zu berück­sich­ti­gen…
  • [18.08.2016] Auf­ruf zu deutsch­land­wei­ten Mahn­wa­chen für Oury Jal­loh
    Auf­ruf zu deutsch­land­wei­ten Mahn­wa­chen anläss­lich der neu­en „Transparenz“-Offensive der Des­sau­er Staats­an­walt­schaft am 18.08.2016 ab 11:00 Uhr am säch­si­schen Insti­tut für Brand- und Lösch­for­schung in Schmie­de­berg, wo die Staats­an­walt­schaft das Brand­ge­sche­hen nach­stel­len las­sen will…” Auf­ruf der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 15.08.2016 bei indy­m­e­dia links­un­ten externer Link, Info-Mate­ria­li­en zum Aus­dru­cken für Info-Tische und zum Ver­tei­len in der Doku­men­ten­samm­lung am Ende
  • In Geden­ken an Oury Jal­loh: Fal­sche Fra­gen – kei­ne Ant­wor­ten! Des­sau­er Staats­an­walt­schaft mani­pu­liert Öffent­lich­keit und Sach­ver­stän­di­ge
    “Die Des­sau­er Staats­an­walt­schaft führt die Öffent­lich­keit mit fal­schen Infor­ma­tio­nen an der Nase her­um. So behaup­tet der Lei­ten­de Ober­staats­an­walt Fol­ker Bitt­mann im Inter­view mit dem Fern­seh­ma­ga­zin MONITOR vom 15. Okto­ber 2015, dass es kei­ner­lei Anfangs­ver­dacht für die Betei­li­gung Drit­ter gebe. Bitt­mann ver­schweigt dabei bewusst, dass der mitt­ler­wei­le im Ruhe­stand befind­li­che Ober­staats­an­walt Chris­ti­an Preiss­ner bereits am 30. Okto­ber 2013 ein geson­der­tes Todes­er­mitt­lungs­ver­fah­ren wegen Mor­des gegen Unbe­kannt im Fall von Oury Jal­loh ein­ge­lei­tet hat­te. Anlass dazu bestand, weil beim Gene­ral­bun­des­an­walt ein kon­kre­ter Hin­weis auf einen mög­li­chen Tat­ver­däch­ti­gen ein­ge­gan­gen war und die­ser an die Staats­an­walt­schaft Des­sau wei­ter­ge­lei­tet wur­de. Preiss­ner bean­trag­te dar­auf­hin eine Haus­durch­su­chung beim Hin­weis­ge­ber – der mög­li­che Tat­ver­däch­ti­gen wur­de hin­ge­gen nicht ein­mal ver­nom­men. Auch die Ergeb­nis­se der Brand­ver­su­che des iri­schen Sach­ver­stän­di­gen Mak­sim Smirnou zwan­gen die Des­sau­er Staats­an­walt­schaft zu wei­te­ren Ermitt­lungs­schrit­ten…” Bericht der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 14. August 2016 bei links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org externer Link mit einer aus­führ­li­chen Zusam­men­fas­sung des aktu­el­len Stands der fal­schen Fra­gen und feh­len­den Ant­wor­ten. Sie­he dazu auch das infor­ma­ti­ve Video “Fal­sche Fra­gen – kei­ne Ant­wor­ten” vom 13. August 2016 bei You­tube externer Link
  • Feu­er­zeug­rest war nicht in der Zel­le Nr. 5!
    Staats­an­walt­schaft Des­sau ermit­telt mit den neu­en Brand­ver­su­chen „ergeb­nis­of­fen“ an der zen­tra­len Fra­ge nach den Täter*innen vor­bei Oury Jal­loh kann das Feu­er gar nicht selbst ent­zün­det haben! (…) Die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh pro­tes­tiert im Namen der Fami­lie Oury Jal­lohs gegen das respekt­lo­se, bevor­mun­den­de und aus­gren­zen­de Ver­hal­ten der Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau gegen­über der Fami­lie Oury Jal­lohs und deren Anwäl­tin­nen im lau­fen­den Todes­er­mitt­lungs­ver­fah­ren z.N. Oury Jal­lohs…” Pres­se­mit­tei­lung vom 5. August 2016 externer Link
  • Neue Unter­su­chung im Fall Oury Jal­loh
    “… Mehr als elf Jah­re nach dem Tod des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le wird der Fall noch ein­mal unter­sucht. Die Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau hat nach eige­nen Anga­ben vom Diens­tag einen neu­en Brand­ver­such in Auf­trag gege­ben. Der schwei­ze­ri­sche Sach­ver­stän­di­ge Kurt Zol­lin­ger vom Foren­si­schen Insti­tut Zürich wer­de den Ver­such am 18. August im Insti­tut für Brand- und Lösch­for­schung in Dip­pol­dis­wal­de aus­füh­ren, hieß es. Bei der Unter­su­chung soll der Zel­len­brand vom 7. Janu­ar 2005 nach­ge­stellt wer­den. Jal­loh starb an die­sem Tag in einer Gewahr­sams­zel­le. (…) Der Fall Jal­loh ist seit Jah­ren Gegen­stand von Straf­pro­zes­sen. (…) Zuletzt hat­ten drei neue Gut­ach­ten, die die Initia­ti­ve in Auf­trag gege­ben hat­ten, eher die Hypo­the­se der Betei­li­gung von Poli­zis­ten für den Tod des Flücht­lings gestützt. Dem­nach soll es wahr­schein­li­cher sein, dass Jal­loh das Feu­er in sei­ner Gefäng­nis­zel­le nicht selbst gelegt habe, erklär­ten Exper­ten aus Kana­da und Eng­land. Das Insti­tut für Rechts­me­di­zin Würz­burg spe­ku­lier­te 2015 laut der »Jun­gen Welt«, dass eine mehr­fa­che Zün­dung unter Ein­satz von Brand­be­schleu­ni­gern »am ehes­ten der Auf­find­si­tua­ti­on« nahe kom­me…” Bericht bei neu­es Deutsch­land vom 2. August 2016 externer Link
  • Todes­fall Oury Jal­loh: Staats­an­walt­schaft Des­sau mau­ert – Nach­fra­gen erwünscht
    Ent­ge­gen der gut­ach­ter­li­chen Fak­ten­la­ge igno­riert die Des­sau­er Staats­an­walt­schaft, dass der angeb­lich in einer Brand­schutt­tü­te gefun­de­ne Feu­er­zeug­rest nicht in der Zel­le 5 gewe­sen sein kann. (…) Anstatt die Täter*innen zu ermit­teln, beauf­trag­te die Des­sau­er Staats­an­walt­schaft den foren­si­schen Che­mi­ker Dr. Kurt Zol­lin­ger in Zürich mit der Erstel­lung eines Vor­gut­ach­tens, in wel­chem er unter Berück­sich­ti­gung aller bis­lang erstell­ten Exper­ti­sen Vor­schlä­ge für den wei­te­ren Ermitt­lungs­ver­lauf erar­bei­ten soll­te. Zol­lin­ger erstell­te zum 17. Dezem­ber 2015 ein eher frag­li­ches Vor­gut­ach­ten, in dem er die Kern­fra­ge nach der Her­kunft des Feu­er­zeug­res­tes gedank­lich voll­stän­dig aus­klam­mert. Unge­ach­tet der Erkennt­nis, dass die­ses Feu­er­zeug zu kei­nem Zeit­punkt mit dem Brand­schutt aus der Zel­le 5 in Berüh­rung gewe­sen sein kann, schlägt Zol­lin­ger u.a. kos­ten­in­ten­si­ve Brand­ver­su­che vor, deren Kos­ten sich auf ins­ge­samt ca. 200.000 Euro sum­mie­ren wer­den. Die­ses Geld könn­te sich die Staats­an­walt­schaft spa­ren, wenn sie denn end­lich aner­ken­nen würde,dass Oury Jal­loh gar kein Feu­er­zeug hat­te…Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 23. Febru­ar 2016 externer Link. Abschlie­ßend heißt es dort: “… Da die Staats­an­walt­schaft trotz mehr­ma­li­ger anwalt­li­cher Nach­fra­ge bis­her noch nicht nach­voll­zieh­bar argu­men­tiert hat, bit­ten wir alle Pressevertreter*innen und inter­es­sier­te Pri­vat­per­so­nen, beim Lei­ten­den Ober­staats­an­walt Fol­ker Bitt­mann bzw. beim seit Okto­ber 2015 für das Todes­er­mitt­lungs­ver­fah­ren zustän­di­gen Staats­an­walt Olaf Braun direkt nach­zu­fra­gen und eige­ne Nach­for­schun­gen anzu­stel­len. Wir bit­ten Sie, uns über die Reak­tio­nen und Ant­wor­ten der Staats­an­walt­schaft zu infor­mie­ren. Ansprech­per­so­nen der Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau: Zustän­di­ger Staats­an­walt Olaf Braun/​Lei­ten­der Ober­staats­an­walt Fol­ker Bittmann/​Pres­se­stel­le: Tel.: 0340 – 202 2101 /​Fax: 0340 – 202 2100 /​Mail: sta-​de@​justiz.​sachsen-​anhalt.​de /​Post­an­schrift: Staats­an­walt­schaft Des­sau – Roß­lau, Rust­str. 5, 06844 Des­sau
  • Gedenkdemo für Oury Jalloh: 7. Januar 2016, DessauOury Jal­loh Demons­tra­ti­on 2016 + Spen­den­auf­ruf Brand­gut­ach­ter
    Zur Foto­do­ku­men­ta­ti­on der Gedenk-Demo anläss­lich des 11. Todes­ta­ges von Oury Jal­loh am 7. Janu­ar 2016 in Des­sau-Roß­lau ver­öf­fent­lich­te das Umbruch-Bild­ar­chiv einen Bericht von Tho­mas Ndin­dah von der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link. Dort heißt es: “Nach der letzt­jäh­rig bis­her größ­ten Demons­tra­ti­on zum 10. Todes­jahr, an der ca. 1000 Men­schen in Des­sau erschie­nen waren, hat die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh ihre Auf­klä­rungs­ar­beit auch im Jah­res­ver­lauf 2015 kon­se­quent fort­ge­setzt und Ende Okto­ber neue inter­na­tio­na­le Gut­ach­ten zur mani­pu­lier­ten Akten­la­ge von Staats­an­walt­schaft und Gerich­ten vor­ge­stellt. (…) Im Gegen­satz zum voll­mun­dig-ver­lo­gen ange­kün­dig­ten “Auf­klä­rungs­be­darf(!)” des Lei­ten­den Ober­staats­an­wal­tes Fol­ker Bitt­mann nach dem 2013 vor­ge­stell­ten Brand­gut­ach­ten kann die Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau bis zum heu­ti­gen Tag kei­ner­lei neue oder ziel­füh­ren­de Erkennt­nis­se im “lau­fen­den” Todes­er­mitt­lungs­ver­fah­ren vor­wei­sen – womit sie ihre vom ers­ten Tag an prak­ti­zier­te, halt­lo­se Stra­te­gie der “Schuld­zu­wei­sung” an das Todes­op­fer unter anhal­ten­der Ver­tu­schung und akti­ver Mani­pu­la­ti­on der Fak­ten des Fal­les unver­än­dert bei­be­hält. (…) Zuletzt möch­te ich an die­ser Stel­le noch­mals ein­dring­lich dar­auf hin­wei­sen, dass für unse­re letz­ten Gut­ach­ten Gesamt­kos­ten (mit Flü­gen aus GB [3 Per­so­nen] und Kana­da [1 Per­son] und Hotels) von weit über 30’000€ auf­ge­bracht wer­den müs­sen. Unse­re hier­zu am 9. August 2015 gestar­te­te Spen­den­kam­pa­gne auf bet​ter​place​.org weist bis heu­te jedoch lei­der NUR knapp 1’200€ an ins­ge­samt ein­ge­gan­ge­nen Spen­den auf. DESHALB hier noch­mal der DRINGENDE AUFRUF zu spen­den, den Spen­den­auf­ruf per­sön­lich wei­ter zu ver­tei­len und Soli-Events und ‑Kon­zer­te zu orga­ni­sie­ren, damit wir die Gut­ach­ter nicht end­los lan­ge auf ihr Hono­rar war­ten las­sen müs­sen. WIR BRAUCHEN EURE SOLIDARITÄT – auch finan­zi­ell!!! Zusätz­lich könnt ihr auch Soli-T-Shirts über den Link auf unse­rer Home­page bestel­len und tra­gen…” Sie­he dazu den Spen­den­auf­ruf bei bet­ter­place externer Link sowie die Bestell­mög­lich­keit für Soli-T-Shirts bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link
  • Das Feu­er­zeug – das Sym­bol der Lüge! AUFRUF zur GEDENKDEMONSTRATION zum 11. Todes­tag von OURY JALLOH
    Bei der Lei­bes­vi­si­ta­ti­on von Oury Jal­loh im Des­sau­er Poli­zei­ge­wahr­sam am Mor­gen des 07.01.2005 wur­de kein Feu­er­zeug ent­deckt. Bei der Tat­ort­un­ter­su­chung wur­de eben­falls kein Feu­er­zeug ent­deckt. Den­noch haben die Ermitt­lungs­be­hör­den gleich zu Beginn ihrer Unter­su­chun­gen fest­ge­schrie­ben, dass Oury Jal­loh das Feu­er in der Zel­le selbst ent­facht hat. (…) Wei­te­re Gut­ach­ten wur­den zwi­schen­zeit­lich durch die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh am 27. Okto­ber 2015 in Ber­lin prä­sen­tiert. Inter­na­tio­na­le Gut­ach­ter zeig­ten sich ent­setzt, wie gän­gi­ge Stan­dards bei der Siche­rung der Beweis­mit­tel von den sach­sen-anhal­ti­schen Behör­den ein­fach über­gan­gen wur­den. Nach Durch­sicht der Akten­la­ge und Bewer­tung der vor­lie­gen­den Gut­ach­ten kam Ian Peck, Brand­sach­ver­stän­di­ger aus Eng­land, zu dem Erge­bis: „Unter Bezug­nah­me auf die mir zur Ver­fü­gung gestell­ten Infor­ma­tio­nen ist es mei­ner Mei­nung nach wahr­schein­li­cher, dass eine drit­te Per­son das Feu­er ent­zün­det hat – ent­we­der durch Zer­stö­rung und unmit­tel­ba­re Ent­zün­dung der Matrat­ze anver­schie­de­nen Stel­len oder unter Ver­wen­dung von Brand­be­schleu­ni­ger“. Neue Erkennt­nis­se kün­dig­te dar­auf­hin die Des­sau­er Staats­an­walt­schaft für Novem­ber 2015 an. Doch, wen über­rascht es, die­se lie­gen noch nicht vor. 11 Jah­re nach dem Tod an Oury Jal­loh ist die Brand- und Todes­ur­sa­che durch die zustän­di­gen Behör­den nicht auf­ge­klärt wor­den! (…) Wir rufen Euch auf, mit uns am 07.01.2016 für Auf­klä­rung des Mor­des an Oury Jal­loh und gegen die Lügen der Ermitt­lungs­be­hör­den zu demons­trie­ren! Der Kampf geht wei­ter! Oury Jal­loh – das war Mord!Auf­ruf zur Gedenk­de­mons­tra­ti­on am 07.01.2016 ab 14 Uhr vom Des­sau­er Haupt­bahn­hof externer Link. Sie­he dazu:
    • Oury Jal­loh – Das war Mord! Demo auch in Köln
      … Seit Jah­ren orga­ni­siert die Initia­ti­ve Oury Jal­loh eine Gedenk­de­mo an sei­nem Todes­tag in Des­sau. Des­sau ist weit weg, wir wol­len an die­sem Tag daher unse­re Wut über den Mord und die dar­auf­fol­gen­de Ver­tu­schung durch die Jus­tiz auch in Köln auf die Stra­ße tra­gen und uns soli­da­risch mit den Freund_​innen und der Fami­lie von Oury Jal­loh zei­gen. Wir bit­ten von Ras­sis­mus betrof­fe­ne Men­schen vor­an zu gehen. Da wir eine Demo wol­len, in der sich ins­be­son­de­re von Ras­sis­mus betrof­fe­ne Men­schen sicher und wohl füh­len kön­nen, for­dern wir dazu auf, auf jeg­li­che Pyro­tech­nik zu ver­zich­ten. Die Demo ist eine Gedenk­ver­an­stal­tung für Oury Jal­loh, daher for­dern wir dazu auf, Par­tei- und Natio­nal­fah­nen zu hau­se zu las­sen…” Auf­ruf zur Demo in Geden­ken an Oury Jal­loh in Köln am 7.1.2016 18:00 Uhr Bahn­hof Süd, Aus­gang Luxem­bur­ger Stra­ße (doku­men­tiert bei Indy­m­e­dia links­un­ten vom 20. Dezem­ber 2015 externer Link). Die­ser Auf­ruf auch mehr­spra­chig als Fly­er externer Link
  • Der Staat im Fall Jal­loh
    Feu­er­tod in der Zel­le: Ermitt­lungs­ver­fah­ren offen­bar im Stand-by-Modus, Akti­vis­ten befürch­ten end­gül­ti­ge Ein­stel­lung. Arti­kel von Sus­an Bonath in der jugen Welt vom 16.12.2015 externer Link. Aus dem Text: “… Die Ermitt­lungs­ak­ten ent­hal­ten sogar Hin­wei­se auf mög­li­che Täter: Ein Jus­tiz­an­ge­stell­ter bezich­tig­te einen inzwi­schen pen­sio­nier­ten Poli­zis­ten – frü­her Che­mie­ar­bei­ter und Feu­er­wehr­mann – der Brand­le­gung. Ers­te­rer wur­de ver­nom­men, der Beschul­dig­te offen­bar nicht. Nach jW-Infor­ma­tio­nen wur­de zudem ein Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren gegen den Zeu­gen geführt. Eine zwei­te Anzei­ge aus dem Jahr 2013 belas­te­te einen wei­te­ren Poli­zis­ten. Die­ser sei wegen Kon­tak­ten ins Neo­na­zi­mi­lieu bereits vor dem Brand ver­setzt wor­den. Einer Freun­din habe er detail­liert gestan­den, das Feu­er auf »Bit­te« eines Kol­le­gen ent­facht zu haben. Die Frau habe es ihrem Mann zuge­tra­gen, der sich an Drit­te wand­te. Der Gene­ral­bun­des­an­walt wies die Anzei­ge zurück nach Des­sau. Erneut ver­nahm man dort nur die Über­brin­ger der Nach­richt, durch­such­te die Woh­nung eines Zeu­gen, beschlag­nahm­te Daten­trä­ger – erfolg­los. Wie­der blie­ben der Beschul­dig­te und die mut­maß­li­che Mit­wis­se­rin unbe­hel­ligt. Bitt­mann teil­te hin­ge­gen am 8. Dezem­ber gegen­über jW mit: Man sei die­ser Anzei­ge »inten­siv nach­ge­gan­gen«. »Sie hat sich nicht als Spur zum rea­len Fall erwie­sen.« Wei­te­re Fra­gen wehr­te der Behör­den­chef ab. Es gebe der­zeit »nichts Berich­tens­wer­tes«. Nicht berich­ten will Bitt­mann über etwai­ge Absich­ten zur Ein­stel­lung…
  • Inter­na­tio­na­le Gut­ach­ter und Exper­ten für Oury Jal­loh: Pres­se­kon­fe­renz am 27.10. in Ber­lin
    Der Mord an Oury Jal­loh ist noch immer nicht auf­ge­klärt – die Initia­ti­ve “Break the Silence” hat wei­te­re Exper­ten mit der Aus­wer­tung der vor­lie­gen­den Unter­su­chungs­er­geb­nis­se beauf­tragt. Die­se Aus­wer­tung soll am mor­gi­gen Diens­tag, 27. Okto­ber 2015, bei einer Pres­se­kon­fe­renz im Ber­li­ner Haus der Demo­kra­tie und Men­schen­rech­te vor­ge­stellt wer­den. Dazu die Ein­la­dung auf der Web­sei­te der Initia­ti­ve externer Link. Sie­he auch:
    • Foren­si­sche Spu­ren­su­che. Arti­kel von Susan­ne Bonath in der jun­gen welt vom 26. Okto­ber 2015 externer Link, mit Kas­ten zu einer beson­de­ren Form von gewerk­schaft­li­cher Soli­da­ri­tät: Als ein­zi­ger Poli­zist wur­de der dama­li­ge Dienst­grup­pen­füh­rer nach län­ge­rem gericht­li­chen Hin und Her zu einer Geld­stra­fe ver­ur­teilt. jW lässt uns dazu wis­sen: “… So über­nimmt die Gewerk­schaft der Poli­zei (GdP) in Sach­sen-Anhalt nicht nur des­sen Geld­stra­fe von 10.800 Euro wegen fahr­läs­si­ger Tötung. Auch die kom­plet­ten Anwalts- und Gerichts­kos­ten, knapp 600.000 Euro, wie der Lan­des­vor­sit­zen­de der GdP, Uwe Peter­mann, gegen­über jW sag­te. Die Rech­nung der Staats­an­walt­schaft betra­ge 430.000 Euro…
  • Jal­loh-Akti­vis­ten im Visier
    Sach­sen-Anhalt: Prä­ven­tiv ange­leg­te Daten­samm­lung der Poli­zei fliegt vor Gericht auf. Innen­mi­nis­ter bestrei­tet alles. Arti­kel von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 11. Juli 2015 externer Link. Aus dem Text: “… Im Juni beteu­er­te ein Poli­zist vor Gericht im Zeu­gen­stand, meh­re­re Per­so­nen aus dem Umfeld der Initia­ti­ve zu erken­nen, weil man ihm und ande­ren Ein­satz­kräf­ten seit 2008 vor jeder Kund­ge­bung Fotos und Daten von ihnen vor­ge­legt habe. Ver­tei­di­ger Tho­mas Moritz stell­te des­halb ver­geb­lich einen Beweis­an­trag. Die gesam­mel­ten Daten bezeich­ne­te er dar­in als »Dos­siers« (sie­he auch jW vom 8. Juli). Einer der Erfass­ten war der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Sebas­ti­an Strie­gel (Grü­ne). Er stell­te am Don­ners­tag Sach­sen­An­halts Innen­mi­nis­ter Hol­ger Stahl­knecht zur Rede. Es stim­me alles nicht, hielt der CDU-Poli­ti­ker dage­gen. (….) In dem Beweis­an­trag war die Rede von »heim­lich auf­ge­nom­me­nen Fotos« und »notier­ten Wahr­neh­mun­gen aus der Pri­vat­sphä­re« bis­lang nicht straf­fäl­li­ger Betrof­fe­ner. Laut Aus­sa­ge des Zeu­gen sei das Anle­gen der Akten »von ganz oben« ange­ord­net wor­den. »Als der Beam­te begann, Namen zu nen­nen, unter­brach ihn der Rich­ter«, erin­ner­te sich eine Mit­strei­te­rin der Initia­ti­ve am Frei­tag im Gespräch mit jW.” Sie­he dazu auch den Pres­se­spie­gel bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link
  • Erneu­ter Ver­such der Kri­mi­na­li­sie­rung: Ab dem 27. Novem­ber 2014 steht die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh in Des­sau vor Gericht
    Die Umstän­de des Todes von Oury Jal­loh sind bis heu­te nicht auf­ge­klärt. Die­je­ni­gen, die Auf­klä­rung beharr­lich ein­for­dern, ste­hen nun erneut vor Gericht. Die Ankla­gen gegen zwei Akti­vis­ten bezie­hen sich auf die Gedenk­ver­an­stal­tun­gen vom 7. Janu­ar 2012 und 2013 in Des­sau. Der Poli­zei­ein­satz aus dem Jahr 2012 war zu trau­ri­ger Berühmt­heit gekom­men, die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh erin­nert in ihrer Pres­se­er­klä­rung vom 16. Novem­ber 2014 externer Link pdf-Datei an die Vor­fäl­le: “Als die Demo gegen 18:00 Uhr am Des­sau­er Haupt­bahn­hof ende­te, wur­den meh­re­re Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mer in der Bahn­hofs­hal­le ein­ge­kes­selt. Die Poli­zei ver­an­stal­te­te im und vor dem Bahn­hofs­ge­bäu­de eine regel­rech­te Men­schen­jagd, bei der es meh­re­re ver­letz­te Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mer gab. Am schwers­ten traf es die Anmel­der von der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh. Sie wur­den von den Poli­zei­be­am­ten bewußt­los geschla­gen.” Dazu neu:
    • Initia­ti­ve vor Gericht: Pro­zess in Des­sau been­det! Eröff­nung eines wei­te­ren Ver­fah­rens, am 18.09.2015, 09:30 Uhr, Amts­ge­richt Mag­de­burg
      18.09.2015, Amtsgericht Magdeburg: Ein weiteres Repressionsverfahren gegen die Initiative in Gedenken an Oury JallohNach 18 Ver­hand­lungs­ta­gen hat Rich­ter Rosen­berg am 19. Juni 2015 sein Urteil gespro­chen. Hier­nach ver­ur­teil­te er die bei­den Ange­klag­ten zu Geld­stra­fen von jeweils 6.000 € und 225 € wegen Belei­di­gung von Poli­zei­be­am­ten und gro­ber Stö­rung der Gedenk­ver­an­stal­tung der Stadt Des­sau am Poli­zei­re­vier in der Wolf­gang­stras­se 25, an wel­cher gewich­ti­ge Per­sön­lich­kei­ten aus Poli­zei und Jus­titz dem toten Oury Jal­loh “geden­ken”. “Ermor­den – Ver­tu­schen – Geden­ken” lau­tet auch hier die Devi­se von Poli­zei und Jus­titz! Auf­ge­klärt hat die Staats­an­walt­schaft nichts! Die Pro­zess­füh­rung war schi­ka­nös und von stän­di­gen Pro­vo­ka­tio­nen sei­tens des Rich­ters und der Staats­an­walt­schaft gegen die Ange­klag­ten und ihre Ver­tei­di­ger geprägt. Das ist nicht über­ra­schend. Der Mord an Oury Jal­loh soll wei­ter unter den Tep­pich gekehrt wer­den. Da hat sich jetzt schon ganz schön viel Dreck ange­sam­melt. Die Fak­ten spre­chen für sich! Oury Jal­loh – Das war Mord! Ein wei­te­rer Pro­zess wird ab dem 18. Sept. 2015 in Mag­de­burg eröff­net!Mit­tei­lung bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh (Datum nicht aktua­li­siert) externer Link. Sie­he auch das Plä­doy­er der Ver­tei­di­gung vom 19. Juni 2015 zum Down­load externer Link
  • Oury Jal­loh – Das war Mord! Kei­ne Ein­stel­lung des Ver­fah­rens!
    Oury Jal­loh wur­de am 07.01.2005 in einer Poli­zei­zel­le in Des­sau ohne Rich­ter­be­schluss fest­ge­hal­ten, an Hän­den und Füßen auf eine Matrat­ze gefes­selt und leben­dig ver­brannt. 10 Jah­re sind seit die­sem grau­sa­men Mord ver­gan­gen, doch der Fall ist bis heu­te unge­klärt geblie­ben. Nach zwei Ver­fah­ren beharrt die Staats­an­walt­schaft noch immer dar­auf, dass Oury Jal­loh sich selbst ange­zün­det haben soll, doch alle Indi­zi­en spre­chen dage­gen! (…) Trotz Revi­si­on wur­de das Ver­fah­ren am Bun­des­ge­richts­hof in Karls­ru­he im Sep­tem­ber 2014 nicht wie­der auf­ge­rollt. Des­halb for­dern wir von der Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau einen neu­en, fai­ren Pro­zess und die Aner­ken­nung der Tat als Fol­ter und als Mord! (…) Helft uns mit eurer Unter­schrift zu zei­gen, dass wir die­se Tat nicht ver­ges­sen. Wir wer­den solan­ge kei­ne Ruhe geben, bis der Mord an Oury Jal­loh end­lich auf­ge­klärt wird! Lasst uns zei­gen, dass Straf­lo­sig­keit und Ver­tu­schung in den Rei­hen der Poli­zei nicht unge­se­hen an der Öffent­lich­keit vor­bei­ge­hen! Lasst uns gemein­sam Gerech­tig­keit ein­for­dern, auf dass sich solch schreck­li­che Taten nicht mehr wie­der­ho­len!Peti­ti­on der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh e.V. an Staats­an­walt Fol­ker Bitt­mann, Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Josef Maas und Innen­mi­nis­ter Hol­ger Stahl­knecht mit­zeich­nen auf chan​ge​.org externer Link
  • Rück­blick: Oury Jal­loh Demons­tra­ti­on 2015
    Zum 10. Todes­tag von Oury Jal­loh ver­sam­mel­ten sich rund 1000 Men­schen aus allen Bun­des­län­dern zur Gedenk- und Trau­er­kund­ge­bung in Des­sau (Video). Eine leb­haf­te und laut­star­ke Demons­tra­ti­on führ­te vom Haupt­bahn­hof zum Poli­zei­re­vier in der Wolf­gang­stra­ße, in dem Oury Jal­loh am 7. Janu­ar 2005 einen qual­vol­len Tod starb. Bis heu­te hält die “rechts­staat­li­che” Ver­tu­schung des Ver­bre­chens an, die juris­ti­sche Straf­lo­sig­keit für die Täter und die igno­ran­te Ver­wei­ge­rung von Auf­klä­rung, Ver­ant­wor­tung und Gerech­tig­keit gegen­über der Fami­lie Oury Jal­lohs. Zuletzt hat­te am 4. Sep­tem­ber 2014 auch die höchst­rich­ter­li­che Instanz des BGH das Urteil des Mag­de­bur­ger Land­ge­richts und damit des­sen offen­sicht­li­che Rechts­beu­gun­gen bestä­tigt. Red­ner der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh stell­ten die­ses kol­lek­ti­ve Ver­sa­gen des deut­schen Rechts­staa­tes her­aus und ver­wie­sen auf die offen­sicht­li­chen Bewei­se, die gegen die zwang­haf­te Hypo­the­se ste­hen, dass Oury Jal­loh sich selbst ange­zün­det haben soll…Bericht und Fotos beim Umbruch Bild­ar­chiv externer Link
  • 10. Jah­res­tag: Oury Jal­loh – das war Mord
    10. Jahrestag: Oury Jalloh - das war MordAm 7. Janu­ar 2005 ver­brann­te Oury Jal­loh an Hän­den und Füßen gefes­selt in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le. Auch 10 Jah­re nach dem tra­gi­schen Tod sind die Umstän­de wei­ter unge­klärt und unge­sühnt. The VOICE Forum Ger­ma­ny und die Initia­ti­ve zum Geden­ken an Oury Jal­loh laden ein zur Afri­can Com­mu­ni­ty Con­fe­rence am 6. Janu­ar und zur Gedenk­de­mo anläss­lich des 10. Todes­tags von Oury Jal­loh am 7. Janu­ar 2015, bei­des in Des­sau. Auf­ruf und Infos bei VOICE Forum Ger­ma­ny externer Link sowie bei der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh externer Link
  • Es ist längst bewie­sen: Oury Jal­loh – das war Mord!
    Pres­se­mit­tei­lung der Kara­wa­ne für die Rech­te der Flücht­lin­ge und Migran­ten und von The VOICE vom 2. Janu­ar 2015 externer Link. Aus dem Text: “Oury Jal­loh – das war Mord.
    Die Staats­or­ga­ne ver­such­ten schon von Anfang an erfolg­los die­sen Satz zu ver­bie­ten. Die unge­woll­te Wahr­heit soll­te mit Knüp­peln, Trit­ten und Pfef­fer­spray ein­ge­dämmt wer­den. Men­schen soll­ten ein­ge­schüch­tert und davon abge­hal­ten wer­den, eine Wahr­heit zu ver­brei­ten, die den Kern die­ses Staa­tes in sei­ner ras­sis­ti­schen Tra­di­ti­on offen­bart und in Fra­ge stellt. Aus die­sem Grund wur­de die Gedenk­de­mons­tra­ti­on 2012 in Des­sau von Poli­zis­ten ange­grif­fen und gleich meh­re­re Akti­vis­ten der Initia­ti­ve bru­tal und will­kür­lich ver­letzt. Und wie­der wer­den die Täter geschützt und die Opfer vor Gericht gezerrt: Erst im Dezem­ber 2014 hat ein wei­te­rer Pro­zess gegen zwei Mit­glie­der der Initia­ti­ve vor dem Des­sau­er Amts­ge­richt begon­nen – und schon wie­der wird der Poli­zei­staat als Droh­ku­lis­se auf­ge­baut, um sich durch geziel­te Pro­vo­ka­tio­nen immer wie­der neue Kon­struk­te für immer wie­der neue Straf­ver­fah­ren zurecht­zu­zim­mern. Einer­seits soll die Öffent­lich­keit hier­durch vom eigent­li­chen Kern der gan­zen Geschich­te abge­lenkt wer­den – dass ein Mensch in einer deut­schen Poli­zei­zel­le ver­brann­te und die­ses bis­her von sämt­li­chen Insti­tu­tio­nen ver­tuscht wor­den ist – ande­rer­seits sol­len damit auch Zeit und Res­sour­cen der Akti­vis­ten und Initia­ti­ven mit fol­ge­wid­ri­gen Straf­ver­fah­ren gebun­den wer­den.
    Erneu­te poli­zei­li­che Über­grif­fe auf die kom­men­de Gedenk­de­mons­tra­ti­on am 7. Janu­ar 2015 könn­ten daher der Logik fol­gend ein bereits geplan­tes Sze­na­rio im Rah­men der Poli­zei­stra­te­gie sein. „Hal­tet die Ver­leum­der“ schrei­en die Mör­der und ihre Kom­pli­zen – len­ken so die Bli­cke von ihren eige­nen Taten ab und wol­len aus den Opfern ihrer Poli­zei­ge­walt, den Fami­li­en und Freun­den Täter machen. Seit nun­mehr 10 Jah­ren wird auf allen Ebe­nen des Rechts­staa­tes alles dar­an gesetzt, die­sen Mord zu leug­nen und statt­des­sen einer ras­sis­tisch moti­vier­ten Selbst­ver­bren­nungs­lü­ge zu hul­di­gen.
  • Oury Jal­loh – die wider­sprüch­li­chen Wahr­hei­ten eines Todes­falls
    Sie­ben­ter Janu­ar 2005. Des­sau, Sach­sen-Anhalt. In einer Poli­zei­zel­le ver­brennt ein an Hän­den und Füßen gefes­sel­ter Mensch bei leben­di­gem Lei­be. Selbst ver­schul­det, sagen die einen. Ermor­det, sagen die ande­ren. Was gesche­hen ist, wird nur gedeu­tet. Kla­re Bewei­se lie­gen nicht vor. Da auch der zwei­te Pro­zess vor dem Land­ge­richt Mag­de­burg kei­ne end­gül­ti­ge Auf­klä­rung über das Ent­ste­hen des Bran­des bringt, knüpft die Autorin an ihre Recher­che für ihr ers­tes Fea­ture zum Fall Jal­loh “Ver­brannt in Poli­zei­zel­le Num­mer fünf” an und hin­ter­fragt die Ermitt­lungs­er­geb­nis­se erneut…” Audio und Manu­skript des Fea­tures von Mar­got Over­ath beim MDR externer Link , die Autorin die­ser Doku­men­ta­ti­on fin­det nach fünf Jah­ren inten­si­ver Recher­che Hin­wei­se auf den Mord an den Asyl­be­wer­ber Oury Jal­loh 2005 in Des­sau.
  • Poli­zei­ge­walt: Frem­der Mann mit Bril­le. Wur­de Oury Jal­loh von Poli­zis­ten ange­zün­det? Staats­an­walt­schaft schweigt zu neu­en Hin­wei­sen
    Fast zehn Jah­re nach dem Feu­er­tod von Oury Jal­loh im Poli­zei­re­vier Des­sau am 7. Janu­ar 2005 hat die Jour­na­lis­tin Mar­got Over­ath in einem MDR-Radio­fea­ture neue Indi­zi­en gelie­fert, die nahe­le­gen, dass der Asyl­be­wer­ber ermor­det wur­de. Ein Infor­mant berich­te­te der Jour­na­lis­tin von geplan­ter »ras­sis­ti­scher und sexu­el­ler Demü­ti­gung«, die »aus dem Ruder gelau­fen« sei. Die Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau, die seit dem Früh­jahr wie­der ermit­telt, will zu dem Fall nichts sagen. Meh­re­re Anfra­gen die­ser Zei­tung lie­fen seit Anfang Okto­ber ins Lee­re. Der lei­ten­de Ober­staats­an­walt ließ zuletzt am 14. Okto­ber per E‑Mail aus­rich­ten, »dass eine Befas­sung mit Ihren Fra­gen erst nach Rück­kehr des der­zeit dienst­ab­we­sen­den Dezer­nen­ten« mög­lich sei…” Arti­kel von Sus­an Bonath in jun­ge Welt vom 25.10.2014 externer Link
  • Oury Jal­loh: Der drit­te Mann
    Im Fall des Todes von Oury Jal­loh ver­dich­ten sich Hin­wei­se auf einen Mord. Die Des­sau­er Staats­an­wäl­te schwei­gen bis­her…” Arti­kel von Sus­an Bonath in jun­ge Welt vom 15.10.2014 externer Link. Aus dem Text: “… Die Jour­na­lis­tin Mar­got Over­ath will nun in einem Fea­ture neue »Hin­wei­se auf einen drit­ten Mann« prä­sen­tie­ren. Mit­hil­fe von Gerichts­me­di­zi­nern, Toxi­ko­lo­gen und Kri­mi­nal­be­am­ten ist sie den Unge­reimt­hei­ten nach­ge­gan­gen. MDR und RBB sen­den den Bericht am 22. Okto­ber um 22 Uhr.”
  • Oury Jal­loh: Mys­te­riö­se Spu­ren
    Feu­er­tod von Oury Jal­loh: Aus einem Unter­su­chungs­be­richt erge­ben sich neue Zwei­fel an der Selbst­mord­the­se
    Im Fall um den 2005 in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le (Sach­sen-Anhalt) ver­brann­ten Oury Jal­loh hat das Lan­des­kri­mi­nal­amt Baden-Würt­tem­berg neue Unge­reimt­hei­ten zuta­ge geför­dert. Das geht aus einem Unter­su­chungs­be­richt der Behör­de vom 31. Juli her­vor, der jW zuge­spielt wur­de. Danach ist es unwahr­schein­lich, dass das vor­geb­li­che Selbst­mord­feu­er­zeug in der Zel­le gewe­sen sein kann…” Arti­kel von Sus­an Bonath in jun­ge Welt vom 12.10. 2014 externer Link
  • Bun­des­ge­richts­hof bestä­tigt Ver­ur­tei­lung eines Poli­zei­be­am­ten wegen fahr­läs­si­ger Tötung (“Fall Ouri Jal­low”)
    Der 4. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs, der als Revi­si­ons­ge­richt zum zwei­ten Mal mit die­ser Straf­sa­che befasst war, hat die Revi­sio­nen des Ange­klag­ten, der Neben­klä­ger und der Staats­an­walt­schaft gegen ein Urteil des Land­ge­richts Mag­de­burg ver­wor­fen, mit dem ein 54jähriger Poli­zei­haupt­kom­mis­sar wegen fahr­läs­si­ger Tötung zu einer Geld­stra­fe von 120 Tages­sät­zen ver­ur­teilt wor­den war…” Mit­tei­lung der Pres­se­stel­le des Bun­des­ge­richts­hofs vom 4. Sep­tem­ber 2014 externer Link Sie­he dazu:
    • Gewal­ten­tei­lung auf­ge­ho­ben…
      „Der 4. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs Karls­ru­he hat heu­te, am 04.09.2014, das Urteil des Land­ge­richts Mag­de­burg (schriftl. Urteil vom Mai 2013) gegen den dama­li­gen Dienst­grup­pen­lei­ter Andre­as Schu­bert für rechts­kräf­tig erklärt. Damit wird auch ein Hypo­the­sen­kon­strukt über die mut­maß­li­che Nut­zung eines so nicht vor­han­de­nen Feu­er­zeugs zur Selbst­an­zün­dung als rechts­freie Über­zeu­gung höchst­rich­ter­lich geadelt. Trotz Aner­ken­nung poli­zei­li­cher Will­kür durch feh­len­de Auf­klä­rung, Igno­ranz gegen­über dem not­wen­di­gen Rich­ter­vor­be­halt und andau­ern­der gewalt­tä­ti­ger Zwangs­maß­nah­men fügt der Karls­ru­her Straf­se­nat der ohne­hin schon über­lan­gen Ket­te von Hypo­the­sen sei­ne höchst eige­ne hin­zu. Der Senat unter­stellt, dass ein beauf­trag­ter Rich­ter den fort­ge­führ­ten poli­zei­li­chen Rechts­bruch für zuläs­sig erklärt hät­te. Damit ertei­len die höchs­ten Rich­ter der BRD einen Frei­fahrts­schein für töd­li­che poli­zei­li­che Will­kür und ermäch­ti­gen ver­fas­sungs­wid­ri­ge Exe­ku­ti­ve durch judi­ka­ti­ve Gewalt. OURY JALLOH – DAS WAR MORD!Mel­dung der INITIATIVE IN GEDENKEN AN OURY JALLOH e.V. externer Link
    • In die nächs­te Instanz
      Neben­kla­ge will nach Stras­bourg gehen. Trotz »Rie­sen­schlam­pe­rei«: Bun­des­ge­richts­hof bestä­tigt Mag­de­bur­ger Gerichts­ur­teil zum Feu­er­tod von Oury Jal­loh. Arti­kel von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 05.09.2014 externer Link Aus dem Text: „(…) Das Urteil könn­te ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Unbe­kannt wegen des Ver­dachts auf Mord beein­flus­sen, wel­ches die Staats­an­walt­schaft Des­sau-Roß­lau im Früh­jahr ein­ge­lei­tet hat. Hin­ter­grund ist ein von der Initia­ti­ve »In Geden­ken an Oury Jal­loh« erwirk­tes Brand­gut­ach­ten, das den Ein­satz von Brand­be­schleu­ni­gern nahe­legt. Zudem hat die Initia­ti­ve Anzei­ge wegen Mord­ver­dachts erstat­tet. »Wir wer­den unse­re Schlüs­se aus der Urteils­be­grün­dung zie­hen«, sag­te Ober­staats­an­walt Chris­ti­an Preiss­ner auf jW-Nach­fra­ge. Laut Neben­kla­ge­an­walt Napp dür­fe die BGH-Ent­schei­dung jedoch kei­ne Aus­wir­kun­gen auf Mord­er­mitt­lun­gen haben. »Das sind zwei ver­schie­de­ne Din­ge«, erklär­te er. Wie Komi Edzro von der Initia­ti­ve zu jW sag­te, pla­nen die Akti­vis­ten nun, vor den Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te in Stras­bourg zu zie­hen oder das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt anzu­ru­fen. »Dar­über den­ken wir nach«, bestä­tig­te Anwalt Napp.
  • 4.9.14 um 12:00 Uhr BGH-Urteil in Karls­ru­he – Oury Jal­loh-DAS WAR MORD
    Mel­dung und Anrei­se­an­kün­di­gung vom 31.8.2014 externer Link bei The VOICE Refu­gee Forum Ger­ma­ny – Flücht­lin­ge und Asyl in Deutsch­land. Aus dem Text: “… die initia­ti­ve in geden­ken an oury jal­loh und the voice refu­gee forum ger­ma­ny (jena) orga­ni­sie­ren erneut eine gemein­sa­me anrei­se zum bgh-ter­min in karls­ru­he (kon­takt s. u.). freie plät­ze in unab­hän­gig orga­ni­sier­ten anrei­sen nach karls­ru­he kön­nen ger­ne zur wei­te­ren ver­mitt­lung mit­ge­teilt wer­den. es ist uns eine freu­de mit­tei­len zu kön­nen, dass nach der zuletzt statt­ge­fun­de­nen visum­ver­wei­ge­rung für den bru­der ourys und neben­klä­ger im ver­fah­ren, mama­dou saliou dial­lo, durch die deut­sche bot­schaft cona­kry zum ers­ten bgh-ter­min, nun wenigs­tens sei­ne teil­nah­me an die­sem zwei­ten ver­kün­di­gungs­ter­min mög­lich sein wird.” Sie­he dazu das Video: “Das ist eine gro­ße Linie. Die arbei­ten alle zusam­men!”. Innen­an­sich­ten von Mouc­tar Bah vor der Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­ho­fes in Karls­ru­he. Video-State­ment mit Mouc­tar Bah bei you­tube externer Link
  • Liter­wei­se Brand­be­schleu­ni­ger in der Poli­zei­zel­le? – Wei­ter­hin kein Auf­klä­rungs­wil­le im Fall Oury Jal­loh
    „(…) Noch wäh­rend der NSU-Pro­zess offen­legt, wie sehr die Sicht­wei­se der Ermitt­ler in den Mord­fäl­len von selek­ti­ver Wahr­neh­mung und Ras­sis­mus geprägt waren, sind Ermitt­lungs­be­hör­den und Jus­tiz im Des­sau­er Fall nicht bereit, ihren Blick zu schär­fen. Demons­tra­tio­nen gegen die­se Zumu­tun­gen wer­den eben­so wei­ter­ge­hen wie wei­te­re Auf­klä­rungs­be­mü­hun­gen. Zu Beginn des kom­men­den Jah­res wird sich der Todes­tag Oury Jal­lohs zum 10. Mal jäh­ren…Arti­kel von Bernd Meso­vic auf Pro Asyl vom 29.08.2014 externer Link
  • Spen­den­auf­ruf: Dass sich die deut­sche Jus­tiz noch heu­te mit dem dem grau­sa­men Feu­er­tod von Oury Jal­loh befasst, ist ein­zig der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh zu ver­dan­ken! Denn ohne ihren beharr­li­chen Kampf für Wahr­heit, Auf­klä­rung und Gerech­tig­keit wäre es noch nicht ein­mal zum ers­ten Pro­zess gekom­men. Um so skan­da­lö­ser ist es, dass nun­mehr die Kos­ten für die Oury Jal­loh-Initia­ti­ve künst­lich in die Höhe getrie­ben wur­den. Denn indem die deut­sche Bot­schaft das Visum für Oury Jal­lohs Bru­der erst in letz­ter Minu­te geneh­migt hat (und auch das nur auf mas­si­ven öffent­li­chen Druck hin), ist das Ticket für den ers­ten Flug ver­fal­len. Jetzt muss­te ein zwei­tes Ticket gekauft wer­den, damit Mama­dou Saliou Dial­lo als Ver­tre­ter der Fami­lie wenigs­tens an der Urteils­ver­kün­dung teil­neh­men kann (wobei es noch­mal eine ganz ande­re Sache ist, dass die­se Rei­se über­haupt pri­vat gezahlt wer­den muss). Hin­zu kom­men die Bus­rech­nun­gen für die zwei­ma­li­ge Anrei­se der Akti­vis­tIn­nen der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh nach Karls­ru­he. Alles zusam­men hat allein dies Kos­ten von über 3.000 Euro ver­ur­sacht.
    Vor die­sem Hin­ter­grund bit­tet die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh drin­gend um kurz­fris­ti­ge Spen­den: Ob 10, 50, 100 oder 500 Euro – jeder Bei­trag ist will­kom­men!!! Kon­to: Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh e.V.
    Bank für Sozi­al­wirt­schaft
    BIC: BFSWDE33BER
    IBAN: DE49100205000001233600
  • »Gro­be Rechts­ver­stö­ße«
    „Feu­er­tod von Oury Jal­loh: Bun­des­ge­richts­hof prüft Mag­de­bur­ger Urteil gegen Poli­zei­be­am­ten. Staats­an­walt­schaft ermit­telt wegen Ver­dachts auf Mord.Wird der unge­klär­te Feu­er­tod Oury Jal­lohs im Poli­zei­re­vier Des­sau nach fast zehn Jah­ren ein drit­tes Mal juris­tisch auf­ge­rollt? Dar­über ver­han­delt am mor­gi­gen Don­ners­tag der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) in Karls­ru­he. Im Revi­si­ons­ver­fah­ren prüft er ein Urteil vom Dezem­ber 2012…“ Arti­kel von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 27.08.2014 externer Link
  • Der Ter­min der Revi­si­ons­ver­hand­lung steht
    Die Revi­si­ons­ver­hand­lung im Fall Oury Jal­loh fin­det am 28. August 2014, 9 Uhr, in Karl­ru­he statt. Der Bun­des­ge­richts­hof muss ent­schei­den, ob ein drit­ter Pro­zess statt­fin­den soll.
  • Chro­nik zum Tod von Oury Jal­loh: Neun Jah­re Auf­ar­bei­tung
    2005 starb Jal­loh im Des­sau­er Poli­zei­re­vier. Zwei Poli­zis­ten wer­den Jah­re spä­ter zunächst frei­ge­spro­chen. Bis heu­te zieht sich die recht­li­che Klä­rung hin…” Chro­nik von Chris­ti­an Jakob in der taz online vom 04.04.2014 externer Link
  • Neun Jah­re ohne Auf­klä­rung. Des­sau erin­nert an den Feu­er­tod von Oury Jal­loh in einer Poli­zei­zel­le
    In Des­sau ist an den Tod des Flücht­lings Oury Jal­loh erin­nert wor­den, der am 7. Janu­ar 2005 in einer Poli­zei­zel­le ver­brann­te. Nazis ver­such­ten erst­mals, eine Mahn­wa­che zu stö­ren. Der Trupp kam aus einer Neben­stra­ße und näher­te sich ziel­stre­big der Poli­zei­wa­che in der Des­sau­er Wolf­gang­stra­ße: Nazis aus Des­sau und dem Bur­gen­land haben am Diens­tag ver­sucht, die Mahn­wa­che zu stö­ren, mit der jeweils am 7. Janu­ar an den vor neun Jah­ren in einer Zel­le in dem Dienst­ge­bäu­de ver­brann­ten Flücht­ling Oury Jal­loh erin­nert wird. Auf Wei­sung der Poli­zei zogen sie sich zurück – nur um spä­ter einen erneu­ten Annä­he­rungs­ver­such zu unter­neh­men…“ Arti­kel von Hen­drik Lasch, Des­sau, im ND vom 08.01.2014 externer Link
  • Erklä­rung der Initia­ti­ve Oury Jal­loh nach der Pres­se­kon­fe­renz am 4.1.2014. Video bei you­tube externer Link
  • Fall Oury Jal­loh: Dubio­ses Feu­er­zeug
    An dem Feu­er­zeug, mit dem sich Oury Jal­loh 2005 im Poli­zei­re­vier Des­sau selbst ange­zün­det haben soll, sei­en kei­ne wei­te­ren Ermitt­lun­gen mög­lich. Das teil­te der Des­sau­er Ober­staats­an­walt Fol­ker Bitt­mann auf jW-Nach­fra­ge am Mon­tag abend mit. Bei einer Ana­ly­se des Feu­er­zeug­res­tes im Som­mer 2012 war fest­ge­stellt wor­den, daß ein­ge­schmol­ze­ne Poly­es­ter­fa­sern nicht aus der Arrest­zel­le stam­men. Die Neben­kla­ge hat­te dar­auf­hin beim Mag­de­bur­ger Land­ge­richt ver­geb­lich bean­tragt, deren tat­säch­li­che Her­kunft zu prü­fen, da dies auf eine Mani­pu­la­ti­on hin­deu­te…” Bericht in jun­ge Welt vom 20.11.2013 externer Link
  • Neu­es Gut­ach­ten und die Fol­gen
    • Straf­an­zei­ge der Initi­ta­ti­ve mit Doku­men­ta­ti­on des Brand­ver­suchs
      Am 11. Novem­ber 2013 hat die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh e.V. sowie meh­re­re Ein­zel­per­so­nen Straf­an­zei­ge wegen Tot­schlag oder Mord gegen unbe­kann­te Poli­zei­be­am­te im Todes­fall Oury Jal­loh bei Gene­ral­bun­des­an­walt Harald Ran­ge in Karls­ru­he gestellt…” Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 13. Novem­ber 2013 externer Link , dort auch die Doku­men­ta­ti­on die­ser Anzei­ge (alle Doku­men­te im PDF-For­mat)
    • Video: Brand­guta­chen /​Fire Inves­ti­ga­ti­on
      Doku­men­ta­ti­ons-Video, gezeigt bei der Pres­se­kon­fe­renz am 12.11.2013 externer Link
    • Nach Gut­ach­ten: Kei­ne Selbst­ver­bren­nung im Fall Oury Jal­loh?
      Ein neu­es Gut­ach­ten zum Fall des ver­brann­ten Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh in Des­sau ver­weist auf die Betei­li­gung unbe­kann­ter Täter. Die “Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh” hat­te gemein­sam mit dem iri­schen Brand­gut­ach­ter Mak­sim Smirnou die Sze­ne­rie in meh­re­ren Ver­su­chen nach­ge­stellt. Wie die Ver­tre­ter der Initia­ti­ve am Diens­tag in Ber­lin mit­teil­ten, zeig­ten die Ergeb­nis­se, dass der an Hän­den und Füßen gefes­sel­te Gefan­ge­ne im Janu­ar 2005 das Feu­er in sei­ner Poli­zei­zel­le nicht selbst gelegt hat. Er sei statt­des­sen mit Ben­zin über­gos­sen und ange­zün­det wor­den…” Mel­dung vom 12.11.2013 und Vide­os der Sen­dun­gen beim MDR externer Link
    • Akti­vis­tin im Fall Jal­loh über Gut­ach­ten: „Wie ent­steht ein sol­ches Brand­bild?“
      Bis­he­ri­ge Gut­ach­ten zum Feu­er­tod Oury Jal­lohs sei­en zu beschränkt gewe­sen, sagt die Akti­vis­tin Nadi­ne Sae­ed. Ihre Initia­ti­ve gab ein neu­es in Auf­trag. Inter­view von Chris­ti­an Jakob in der taz vom 12.11.2013 externer Link
    • Wer leg­te das Feu­er?
      Tod des Flücht­lings Oury Jal­loh im Poli­zei­ge­wahr­sam: Von Initia­ti­ve beauf­trag­ter Brand­ex­per­te will ers­te Ergeb­nis­se sei­ner Unter­su­chun­gen prä­sen­tie­ren…” Arti­kel von Sus­an Bonath in jun­ge Welt vom 23.10.2013 externer Link. Aus dem Text: “… »Mit der Exper­ti­se könn­te viel­leicht bewie­sen wer­den, daß das vor­ge­fun­de­ne Brand­bild kei­nes­falls durch Selbst­an­zün­den ent­ste­hen konn­te«, sag­te der Spre­cher der Initia­ti­ve, Mouc­tar Bah, vor­ab im Gespräch mit jW. Der Exper­te habe Ver­su­che in einer ori­gi­nal­ge­treu nach­ge­bau­ten Zel­le durch­ge­führt. Ein totes Schwein habe den Kör­per ersetzt, erläu­ter­te er. Die Gerich­te hat­ten 2008 und 2012 zuvor­derst prü­fen las­sen, ob der Gefes­sel­te den Bewe­gungs­spiel­raum hat­te, die Matrat­zen­hül­le auf­zu­schmel­zen und den Füll­stoff anzu­zün­den. Mög­li­che Brand­ver­läu­fe wur­den nur am Com­pu­ter nach­voll­zo­gen…”
    • Die Initia­ti­ve Oury Jal­loh lädt ein zur Pres­se­kon­fe­renz am 12.11.2013 externer Link : Neu­es Gut­ach­ten zeigt, dass die Behaup­tung, Oury Jal­loh habe sich selbst ange­zün­det, nicht wei­ter halt­bar ist
  • Mord­dro­hung im Fall Oury Jal­loh: „Mother­fu­cker, ich brin­ge dich um“
    Mouc­tar Bah kämpft seit Jah­ren für die Auf­klä­rung des mys­te­riö­sen Feu­er­tods Oury Jal­lohs. Jetzt dro­hen Unbe­kann­te, ihn zu töten. Zwei Mal rief der Unbe­kann­te an, sei­ne Bot­schaft war die­sel­be: „Ich brin­ge dich um und brin­ge auch dei­ne Kin­der um.“ Die­se Dro­hung bekam am Sams­tag der aus Gui­nea stam­men­de Des­sau­er Akti­vist Mouc­tar Bah. Bah ist Grün­der der „Initia­ti­ve Oury Jal­loh“…” Arti­kel von Chris­ti­an Jakob in der taz online vom 19. 09. 2013 externer Link. Aus dem Text: “… Nach­dem die Initia­ti­ve den Vor­fall auf ihrer Inter­net­sei­te öffent­lich mach­te, nahm die Poli­zei von Amts wegen Ermitt­lun­gen auf. Bah sel­ber hat­te zunächst aus Man­gel an Ver­trau­en zu den Behör­den kei­ne Anzei­ge erstat­tet. „Wir haben dies aber am Diens­tag in Ber­lin nach­ge­holt“, sagt der Spre­cher der Initia­ti­ve Oury Jal­loh, Komi Edzro…” Sie­he dazu auch: Inter­view von Komi E. mit Mouc­tar Bah wegen Mord­dro­hung am 14. Sep­tem­ber 2013. Inter­view vom 16. Sep­tem­ber 2013 von und bei Initia­ti­ve Oury Jal­loh externer Link
  • Zwei Urtei­le, ein Fra­ge­zei­chen. Die Urteils­be­grün­dung im zwei­ten Pro­zess zum Tod von Oury Jal­loh liegt vor. Geklärt ist der Fall immer noch nicht.
    Fast ein hal­bes Jahr nach dem Ende des Pro­zes­ses zum Tod des Sier­ra Leo­ners Oury Jal­loh hat das Land­ge­richt Mag­de­burg sei­ne Urteils­be­grün­dung vor­ge­legt. Öffent­lich gemacht wur­de sie aller­dings nicht, der 260 Sei­ten lan­ge Schuld­spruch wur­de den Streit­par­tei­en zuge­stellt. Sie haben nun einen Monat Zeit, ihre schon im Dezem­ber ein­ge­leg­ten Revi­sio­nen zu begrün­den. Dann geht die Sache an den Bun­des­ge­richts­hof (BGH) – zum zwei­ten Mal…” Arti­kel von Chris­ti­an Jakob in der Jung­le World vom 23. Mai 2013 externer Link
  • Neue Run­de im Fall Jal­loh. Mag­de­burg: Schrift­li­ches Urteil zum Feu­er­tod des Flücht­lings im Des­sau­er Poli­zei­ge­wahr­sam liegt vor. Betei­lig­te gehen in Revi­si­on
    Die gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung um den Tod von Oury Jal­loh geht in die drit­te Run­de. Knapp fünf Mona­te nach Ende des zwei­ten Straf­pro­zes­ses zum Feu­er­tod des Flücht­lings in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le im Janu­ar 2005 liegt jetzt das schrift­li­che Urteil vor. Der 260 Sei­ten umfas­sen­de Schuld­spruch gegen­über dem ange­klag­ten Poli­zis­ten sei am Mitt­woch ein­ge­gan­gen, bestä­tig­te Neben­kla­ge­an­wäl­tin Gabrie­le Hein­ecke, die die Fami­lie des Toten ver­tritt, am Don­ners­tag gegen­über jW. Dem­nach muß der frü­he­re Dienst­grup­pen­lei­ter Andre­as Schu­bert eine Geld­stra­fe von 10800 Euro wegen fahr­läs­si­ger Tötung zah­len…” Arti­kel von Sus­an Bonath in jun­ge Welt vom 10.05.2013 externer Link
  • Drit­ter Anlauf
    Mit Ver­tu­schun­gen und Schwei­gen ver­su­chen Des­sau­er Behör­den, die The­se von Oury Jal­lohs Selbst­mord auf­recht zu erhal­ten. Die Ver­tei­di­gung strebt mit einem wei­te­ren Brand­gut­ach­ten eine erneu­te Revi­si­on an…” Arti­kel von Sus­an Bonath in jun­ge Welt vom 18.01.2013 externer Link
  • Video und Fotos der Oury Jal­loh Demons­tra­ti­on in Des­sau am 7.01.2013
    Video externer Link und Fotos externer Link sowie mehr Fotos externer Link
  • Auf­ruf zur Demo anläss­lich des 8. Todes­tags von Oury Jal­loh am Mon­tag, den 07. Janu­ar 2013, 13 Uhr ab Des­sau Hbf
    Nach dem skan­da­lö­sen Frei­spruch in Des­sau 2008 erfolg­te vor dem Land­ge­richt Mag­de­burg am 13. Dezem­ber 2012 zwar eine Ver­ur­tei­lung des Ange­klag­ten Schu­bert. Wir bewer­ten das Urteil jedoch als Far­ce. Schu­bert wur­de als Bau­ern­op­fer ver­ur­teilt, um den Anschein eines Rechts­staats zu bewah­ren und um die Poli­zei als Erfül­lungs­ge­hil­fin der Jus­tiz Sach­sen-Anhalts aus der Schuss­li­nie zu neh­men. Die Ver­ur­tei­lung war das gerin­ge­re Übel, das Sach­sen-Anhalt in Kauf genom­men hat, um den Fall Oury Jal­loh end­lich vom­Tisch zu haben. Doch wir hören nie­mals auf wei­ter für Wahr­heit, Gerech­tig­keit und Wie­der­gut­ma­chung zu kämp­fen. Wir wer­den solan­ge nicht lei­se sein, bis die­je­ni­gen, die für den qual­vol­len Tod von Oury Jal­loh ver­ant­wort­lich sind, ihre gerech­te Stra­fe bekom­men haben. Dafür rufen wir am 8. Todes­tag von Oury Jal­loh am 7. Janu­ar 2013 zur gro­ßen Demons­tra­ti­on in Des­sau auf. Kommt zahl­reich, pran­gert mit uns die ekla­tan­ten Misstän­de an und for­dert mit uns die Mord­kla­ge gegen die für Ourys Tod Ver­ant­wort­li­chen!...“ Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve Oury Jal­loh vom 02.01.2013 externer Link. Sie­he dazu ebd. auch Infos zu Bus­sen zur Demons­tra­ti­on in Des­sau am 07.01.2013, 8. Todes­tag Oury Jal­lohs externer Link. Und sie­he zum Hin­ter­grund:
  • Urteils­ver­kün­dung am 13. Dezem­ber 2012 und Bewer­tung
    • Der poli­zei­ge­mach­te Tod Oury Jal­lohs bleibt unauf­ge­klärt – Ers­tes Resü­mee der Pro­zess­be­ob­ach­tung nach der Urteils­ver­kün­dung
      Der Tod des Asylbewerbers Oury JallohZum Urteil der 1. Gro­ßen Straf­kam­mer des Mag­de­bur­ger Land­ge­richts im Straf­pro­zess um den Ver­bren­nungs­tod Oury Jal­lohs: Das heu­te münd­lich ergan­ge­ne Urteil betrifft ledig­lich das letz­te Glied einer poli­zei­be­wirk­ten Ereig­nis­ket­te rund um den Ver­bren­nungs­tod Oury Jal­lohs: Näm­lich die Fra­ge, ob der dama­li­ge Dienst­grup­pen­lei­ter Oury Jal­loh hät­te ret­ten kön­nen, hät­te er gleich auf den ers­ten Feu­er­alarm reagiert. Da der Todes­zeit­punkt Oury Jal­lohs auch in die­sem Ver­fah­ren nicht genau bestimmt wer­den konn­te, lässt sich folg­lich die Span­ne der mög­li­chen Ret­tungs­zeit nicht rekon­stru­ie­ren. Inso­fern wur­de der ange­klag­te Dienst-grup­pen­lei­ter wegen fahr­läs­si­ger Tötung zu einer Geld­stra­fe ver­ur­teilt. Die von Anfang an ein­sei­tig ermit­teln­de Staats­an­walt­schaft und die 1. gro­ße Straf­kam­mer des Land­ge­richts Mag­de­burg haben fol­gen­reich ver­sagt…“ Stel­lung­nah­me der Pro­zess­be­ob­ach­tung von Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen externer Link zum Urteil im Oury-Jal­loh-Ver­fah­ren vom 13. Dezem­ber 2012 beim Komi­tee für Grund­rech­te
    • Urteils­ver­kün­dung im Fall Oury Jal­loh
      Ergeb­nis des Pro­zes­ses im Fall Oury Jal­loh ist recht­staat­li­ches Desas­ter
      Die Ver­si­on des Gesche­hens, die das Gericht zugrun­de leg­te, ist absurd
      Fra­ge nach Dritt­ver­schul­den am Feu­er­tod von Oury Jal­loh sys­te­ma­tisch aus­ge­blen­det
      …“ Pres­se­er­klä­rung von Pro Asyl vom 13.12.2012 externer Link
    • Alte Zwei­fel, neue Irri­ta­tio­nen. Das Urteil ist ein Signal, dass nicht alle gleich sind
      Kom­men­tar von Chris­ti­an Jakob in der taz online vom 13.12.2012 externer Link. Aus dem Text: „… Für eben­so neben­säch­lich hält es das Gericht offen­bar, dass die Des­sau­er Poli­zei seit Jah­ren Men­schen in Gewahr­sam sperr­te, ohne dies je wie vor­ge­schrie­ben einen Rich­ter prü­fen zu las­sen. Dem ange­klag­ten Poli­zis­ten wur­de die­ser im Pro­zess bekannt gewor­de­ne Umstand sogar mil­dernd aus­ge­legt: Weil er – lei­ten­der Beam­ter in einem Poli­zei­re­vier – angeb­lich nicht wis­sen konn­te, dass man Leu­te nicht län­ger in eine Zel­le ste­cken darf, ohne einen Rich­ter zu fra­gen, woll­te das Gericht ihn nicht für den schwer­wie­gen­de­ren Tat­be­stand der Frei­heits­be­rau­bung mit Todes­fol­ge ver­ur­tei­len. Dass sein Straf­maß höher aus­fiel als von der Staats­an­walt­schaft gefor­dert, ist einer­lei: Solan­ge Jal­lohs Tod nicht voll­stän­dig auf­ge­klärt ist, macht es letzt­lich kei­nen Unter­schied, ob er 9, 90 oder 190 Tages­sät­ze für Jal­lohs Tod bezahlt. Das Gericht mag sich davon ver­spre­chen, dass ihm nicht vor­ge­wor­fen wird, den Tod eines Afri­ka­ners nicht süh­nen zu wol­len. Den Vor­wurf, ihn nicht auf­klä­ren zu wol­len, wird es so aber nicht los…“
    • Die Oury Jal­loh Initia­ti­ve ruft auf zu den Demons­tra­tio­nen in Des­sau am 7.1. und am 12.1. unter dem Mot­to “Break the silence” – mehr dem­nächstDer Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh
    • Oury Jal­loh – Von Poli­zis­ten ermor­det, vom Staat ver­tuscht! Die Auf­klä­rung der Todes­ur­sa­che von Oury Jal­loh durch Staats­an­walt­schaft und Gericht erneut gezielt ver­hin­dert! Urteils­ver­kün­dung am 13. Dezem­ber 2012 um 14.30 Uhr am Mag­de­bur­ger Land­ge­richt
      PM der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh e.V. vom 12.12.2012 externer Link
    • 125 Tage – und vie­le Fra­gen offen. Urteil um Feu­er­tod von Oury Jal­loh in Des­sau­er Poli­zei­zel­le fällt mor­gen
      Im Janu­ar 2005 ver­brann­te Oury Jal­loh in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le. Mor­gen geht am Land­ge­richt Mag­de­burg der zwei­te Pro­zess gegen einen ver­ant­wort­li­chen Poli­zis­ten zu Ende. Es gibt mehr offe­ne Fra­gen als bei sei­nem Beginn…“ Arti­kel von Hen­drik Lasch in Neu­es Deutsch­land vom 12.12.2012 externer Link
    • Der Tod des Asylbewerbers Oury JallohPro­tes­te am Don­ners­tag, den 13. Dezem­ber 2012
      1) ab 09:00 Uhr: Mahn­wa­che und Kund­ge­bung vor dem Land­ge­richt
      2) um 14:30 Uhr: Urteils­ver­kün­dung im Land­ge­richt
      3) um 16:00 Uhr: Pres­se­kon­fe­renz der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh am Land­ge­richt
      4) Ab 19:00 Uhr: Demons­tra­ti­on am Her­mann­platz in Ber­lin Neu­kölln
  • Brand­ur­sa­che unge­klärt
    Oury-Jal­loh-Pro­zeß in Mag­de­burg: Gericht schließt Beweis­auf­nah­me. Staats­an­walt­schaft for­dert Geld­stra­fe für Poli­zis­ten wegen Tötung durch Unter­las­sen ohne Vor­satz. Arti­kel von Susann Bonath in jun­ge Welt vom 06.12.2012 externer Link
  • 700 x 50 Euro für unab­hän­gi­gen Brand­gut­ach­ter
    Spen­den­auf­ruf der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 6. Dezem­ber 2012 externer Link. Aus dem Text: „… Die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh hat daher einen bekann­ten Brand­gut­ach­ter gebe­ten, in einem unab­hän­gi­gen Gut­ach­ten zu klä­ren, wie das Feu­er ent­stan­den ist und wel­chen Ver­lauf es genom­men hat. Denn für die Ver­wand­ten von Oury Jal­loh genau­so wie für die Oury Jal­loh-Initia­ti­ve, für die Black Com­mu­ni­ty (nicht nur) in Deutsch­land und für alle, die in einer Gesell­schaft ohne Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung leben möch­ten, ist es von aller­höchs­ter Bedeu­tung, die Wahr­heit über den Tod von Oury Jal­loh ans Licht zu brin­gen und Klar­heit über struk­tu­rel­len Ras­sis­mus ins­be­son­de­re in deut­schen Poli­zei­sta­tio­nen zu erlan­gen. Ein­zi­ges Pro­blem: Ein sol­ches Brand­gut­ach­ten ist sehr teu­er – ins­ge­samt 40.000 Euro. Nicht nur, weil es erfor­der­lich ist, die Zel­le nach­zu­bau­en, auch Matrat­zen und ande­re Mate­ria­li­en müs­sen ange­schafft wer­den. Hin­zu kom­men Reise‑, Über­set­zungs- und sons­ti­ge Sach­kos­ten…“
  • Liga for­dert die Auf­nah­me neu­er Ermitt­lun­gen auch wegen des seit lan­gem geheg­ten Ver­dachts auf Mord an Oury Jal­loh.
    Inter­na­tio­na­le Liga für Men­schen­rech­te kri­ti­siert bis­he­ri­ges Ver­fah­ren und for­dert neue Ermitt­lun­gen. Pres­se­mit­tei­lung vom 16.11.2012 externer Link
  • Auf­klä­rung geschei­tert. Eine rechts­staat­li­che Kon­trol­le der Poli­zei fin­det nicht statt
    Nach 22 Mona­ten und kurz vor Ende des Straf­pro­zes­ses ist auch der zwei­te Ver­such geschei­tert, die Umstän­de gericht­lich auf­zu­klä­ren, die zum Ver­bren­nungs­tod Oury Jal­lohs im Gewahr­sam der Poli­zei am 7. Janu­ar 2005 geführt hat­ten. Gericht und Staats­an­walt­schaft hal­ten kon­tra­fak­tisch an der Hypo­the­se fest, dass nur das Opfer selbst das Feu­er in der Gewahr­sams­zel­le Nr. 5 des Des­sau­er Poli­zei­re­viers ent­facht haben kön­ne und wei­gern sich beharr­lich, ande­re Mög­lich­kei­ten zum Aus­bruch des Bran­des in Betracht zu zie­hen…“
    Gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lung der Inter­na­tio­na­len Liga für Men­schen­rech­te und
    des Komi­tees für Grund­rech­te und Demo­kra­tie vom 12. Novem­ber 2012
    externer Link
  • Auf­klä­rung der Todes­um­stän­de Oury Jal­lohs?
    Der zwei­te Pro­zess im Fall Oury Jal­loh in Mag­de­burg geht sei­nem Ende ent­ge­gen, an den Abwehr­stra­te­gien von Poli­zei und Jus­tiz-Orga­nen hat sich wenig geän­dert. Die Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh bela­gert der­weil die Staats­an­walt­schaft in Des­sau und ruft zur Demons­tra­ti­on am 17.11. auf…“ Info der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 15.11.2012 bei indy­m­e­dia externer Link. Dar­in: Stel­lung­nah­me an den Staats­an­walt, Stel­lung­nah­me an das Innen­mi­nis­te­ri­um Sach­sen-Anhalt sowie Stel­lung­nah­me an das Land­ge­richt Mag­de­burg
  • Der Tod des Asylbewerbers Oury JallohOury Jal­loh Pro­zess kurz vor Ende!
    Am 7. Novem­ber ku”ndigte die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin Clau­dia Meth­ling ein bal­di­ges Ende des Revi­si­ons­ver­fah­rens vor dem Mag­de­bur­ger Land­ge­richt an. Sie wies die Pro­zess­be­tei­lig­ten dar­auf hin, dass am nächs­ten Ver­hand­lungs­tag (Diens­tag, 13. Novem­ber 2012) zum letz­ten Mal Beweis­an­trä­ge gestellt wer­den ko”nnen, bevor die Kam­mer das Ver­fah­ren nach knapp 2 Jah­ren im Dezem­ber 2012 zum Abschluss brin­gen wird. Nach wie vor behar­ren Gericht, Staats­an­walt und Ver­tei­di­gung auf der fragwu”rdigen The­se, Oury Jal­loh habe sich selbst angezu”ndet…Mel­dung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 09.11.2012 bei indy­m­e­dia externer Link
  • Für Oury Jal­loh
    Demons­tra­ti­on vor dem Land­ge­richt in Mag­de­burg am Diens­tag 13. Novem­ber 2012 vor dem Pro­zess­ter­min um 9:30 Uhr im Saal A23. Sie­he den Auf­ruf bei The Voice externer Link
  • Die Feu­er­zeu­ger­zäh­lung der Des­sau­er Poli­zei ist nicht län­ger auf­recht zu erhal­ten – Wel­chen Bestand hat die zwei­fel­haf­te Jus­tiz­the­se noch, Oury Jal­loh habe das Feu­er selbst gelegt?
    Die Initia­ti­ve In Geden­ken an Oury Jal­loh, das Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie und die Inter­na­tio­na­le Liga für Men­schen­rech­te beob­ach­ten den Ver­lauf des Pro­zes­ses zur Auf­klä­rung der Umstän­de, unter denen Oury Jal­loh am 7. Janu­ar 2005 in der Zel­le Nr. 5 des Poli­zei­re­viers Des­sau bei leben­di­gem Leib ver­brann­te, seit sei­nem Beginn Ende März 2007 vor dem Des­sau­er Land­ge­richt…“ Arti­kel vom 30.07.2012 beim Grund­rech­te­ko­mi­tee externer Link von Mouc­tar Bah (Initia­ti­ve In Geden­ken an Oury Jal­loh und Pro­zess­be­ob­ach­ter), Fan­ny Michae­la Rei­sin (Inter­na­tio­na­le Liga für Men­schen­rech­te und Pro­zess­be­ob­ach­te­rin) und Dirk Vogels­kamp (Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie und Pro­zess­be­ob­ach­ter)
  • Oury Jal­loh: Ras­sis­mus mit Todes­fol­ge. Kon­fe­renz zum Feu­er­tod des Asyl­be­wer­bers
    „Seit sie­ben Jah­ren kämp­fen Flücht­lings­or­ga­ni­sa­tio­nen dar­um, den Tod von Oury Jal­loh auf­zu­klä­ren. Am Sams­tag haben sie auf einer Ber­li­ner Kon­fe­renz eine kri­ti­sche Bilanz der bis­he­ri­gen Ermitt­lun­gen gezo­gen…“ Arti­kel von und bei Peter Nowak vom 29. Juli 2012 externer Link
  • Spen­den­auf­ruf für einen unab­hän­gi­gen Brand­sach­ver­stän­di­gen
    „Seit sie­ben Jah­ren wird von der Jus­tiz in Sach­sen-Anhalt der schreck­li­che Tod von Oury Jal­loh in der Gewahr­sams­zel­le Nr. 5 des Poli­zei­re­viers Des­sau ver­han­delt. Am 7. Janu­ar 2005 ver­brann­te er in den Räu­men der Poli­zei am hel­lich­ten Tag. Die­ser ent­setz­li­che Vor­gang ist bis heu­te nicht auf­ge­klärt. Die Staats­an­walt­schaft hat zwar Ankla­ge gegen Poli­zei­be­am­te erho­ben, hat aber von Anfang an behaup­tet, Oury Jal­loh hät­te selbst das Feu­er gelegt, das ihn getö­tet hat. Wir haben das nie geglaubt! (…) Die Initia­ti­ve hat jetzt Kon­takt zu einem sehr bekann­ten Brand­sach­ver­stän­di­gen in den USA auf­ge­nom­men, um von ihm den Sach­ver­halt begut­ach­ten zu las­sen und doch noch die Ursa­che des Bran­des in der Des­sau­er Poli­zei­zel­le her­aus­zu­fin­den. Dafür müs­sen Schrift­stü­cke zusam­men­ge­stellt und über­setzt wer­den und es wird einen per­sön­li­chen Kon­takt zwi­schen dem ame­ri­ka­ni­schen Sach­ver­stän­di­gen und einem Beauf­trag­ten von uns in den USA geben müs­sen, damit alles durch­ge­spro­chen wer­den kann und alle Fra­gen des Sach­ver­stän­di­gen beant­wor­tet wer­den kön­nen. (…) Wenn auch Sie an der Wahr­heit inter­es­siert sind, ob in einer deut­schen Poli­zei­sta­ti­on ein ras­sis­tisch moti­vier­ter Mord mög­lich ist, dann kön­nen sie jetzt mit ihrem Namen und einer Spen­de für die Unter­su­chung eines unab­hän­gi­gen inter­na­tio­na­len Brand­gut­ach­ters ein­ste­hen. Wir wol­len es nicht zulas­sen, dass die­se Tat ver­tuscht wird und ein Gericht mit sei­ner Stra­te­gie der Ver­harm­lo­sung durch­kommt…Alle wei­te­ren Infos auf der Sei­te von BREAK THE SILENCE vom 13.07.2012 externer Link
  • Gewalt­rou­ti­nen im Des­sau­er Poli­zei­re­vier. Anmer­kun­gen zu ver­meint­li­chen Pro­zess­ne­ben­säch­lich­kei­ten
    Mag­de­burg im Juni 2012: Das Revi­si­ons­ver­fah­ren vor dem Mag­de­bur­ger Land­ge­richt zur Auf­klä­rung der Umstän­de, die zu Oury Jal­lohs Tod im Poli­zei­ge­wahr­sam geführt haben, zieht sich wei­ter in die Län­ge. Ver­han­delt wird nun schon seit dem 12. Janu­ar 2011.
    Neue Beweis­an­trä­ge, neue Gut­ach­ten und Zeu­gen­ver­neh­mun­gen brin­gen ein Knäu­el von Namen, Poli­zei­dienst­stel­len, innen­mi­nis­te­ri­el­len Abtei­lun­gen, Hand­lun­gen und Gesche­hens­ab­läu­fen her­vor, die für den außen­ste­hen­den, das Revi­si­ons­ver­fah­ren nur spo­ra­disch ver­fol­gen­den Betrach­ter sehr ver­wir­rend und irri­tie­rend erschei­nen mögen. Das Ver­fah­ren scheint Neben­säch­lich­kei­ten zu ver­fol­gen, statt sich auf die straf­recht­lich allein rele­van­te „Schuld­fra­ge“ des Ange­klag­ten zu kon­zen­trie­ren. Doch die­se Annah­me täuscht
    …“ Pres­se­mit­tei­lung von Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie und Inter­na­tio­na­le Liga für Men­schen­rech­te vom 29.06.2012 externer Link
  • Lei­che lag vor der Tür
    Neue Unge­reimt­hei­ten im Jal­loh-Pro­zeß. Toter nicht sofort weg­ge­bracht. Brand­gut­ach­ter muß Tests ­wie­der­ho­len. Feu­er­zeug wird auf Kleidungs‑, Matrat­zen- und DNA-Spu­ren unter­sucht. Arti­kel von Sus­an Bonath in jun­ge Welt vom 14.06.2012 externer Link
  • See­li­scher Bei­stand
    Pro­zeß um Tod von Oury Jal­loh: Ver­dacht auf Abspra­chen unter Zeu­gen. Des­saus Expo­li­zei­prä­si­den­tin traf sich vor Aus­sa­ge mit Pfar­rer, der Stamm­gast im Gerichts­saal ist. Arti­kel von Sus­an Bonath in jun­ge Welt vom 1.06.2012 externer Link
  • Neu­es Gut­ach­ten zu Jal­lohs Tod. Mag­de­bur­ger Gericht will Expe­ri­ment in Poli­zei­zel­le
    Konn­te der Oury Jal­loh über­haupt selbst die Matrat­ze in der Zel­le des Des­sau­er Poli­zei­ge­wahr­sams anzün­den? Er war an Hän­den und Füßen gefes­selt. Ein neu­es Gut­ach­ten soll nun den Feu­er­tod des Flücht­lings im Jahr 2005 neu bewer­ten…“ Arti­kel von Hen­drik Lasch in Neu­es Deutsch­land vom 21.04.2012 externer Link
  • Auf­ruf zur 2. gro­ßen Email-/Fax­kam­pa­gne
    Lie­be Aktivist_​innen, nach­dem wir Euch am 13. Febru­ar zu einer erfolg­rei­chen Fax­kam­pa­gne für ein unab­hän­gi­ges Brand­gut­ach­ten auf­ge­ru­fen haben, wol­len wir die­sen Auf­ruf hier­mit erneu­ern. (…) Am 20. April soll nun der Brand­ex­per­te nach sei­ner Akten­ein­sicht noch­mals befragt wer­den. Das Gericht will dann ent­schei­den, ob die­ses Brand­gut­ach­ten in Auf­trag gege­ben wird. Da ein neu­es Brand­gut­ach­ten bis zu einem Jahr dau­ern könn­te und ein Straf­ver­fah­ren nicht einen Monat ohne Ver­hand­lungs­ter­min sein darf, könn­te der Pro­zess nun plat­zen… Ihr könnt uns unter­stüt­zen, indem ihr die Fax-/Brief­vor­la­ge [„…Ich ver­lan­ge ein wei­te­res Brand­gut­ach­ten. Dass der Pro­zess durch die Zeit, die ein wei­te­res Brand­gut­ach­ten brau­chen wür­de bis zu einem Jahr, plat­zen könn­te, schreckt mich nicht…“] ent­we­der per E‑Mail an das Land­ge­richt Mag­de­burg sen­det oder und per Post oder Fax der Rich­te­rin Clau­dia Meth­ling zukom­men lasst...“ Auf­ruf der Initia­ti­ve Oury Jal­loh vom 13. April 2012 externer Link
  • Hoff­nung im Jal­loh-Pro­zeß
    Uner­war­te­te Wen­de: Brand­sach­ver­stän­di­ger sieht durch neu­es Gut­ach­ten Auf­klä­rungs­chan­cen im Fall des in einer Poli­zei­zel­le ver­brann­ten Flücht­lings. Rich­te­rin lenkt ein..“ Arti­kel von Sus­an Bonath in jun­ge Welt vom 29.03.2012 externer Link. Aus dem Text: „… Über den Antrag der Staats­an­walt­schaft vom 13. März, die Ankla­ge um den Tat­be­stand »Frei­heits­be­rau­bung« zu erwei­tern, will das Gericht indes erst bei der nächs­ten Ver­hand­lung am 18. April ent­schei­den….“
  • Ankla­ge in der Offen­si­ve
    Oury-Jal­loh-Pro­zeß: Staats­an­walt­schaft for­dert Erwei­te­rung der Ankla­ge auf Frei­heits­be­rau­bung. Bereits die Inge­wahrsam­nah­me des Asyl­be­wer­bers sei rechts­wid­rig gewe­sen. Arti­kel von Sus­an Bonath in jun­ge Welt vom 14.03.2012 externer Link
  • Der Pro­zeß wird erst am 27. März fort­ge­setzt, immer ab 9:30 Uhr vor dem Land­ge­richt Mag­de­burg, Saal A23.
  • Zwei­ter Anlauf, zwei­ter Fehl­schlag
    Trotz der frag­wür­di­gen Pro­zess­füh­rung im Fall Oury Jal­loh ist ein Befan­gen­heits­an­trag gegen die Rich­ter abge­lehnt wor­den. Das dürf­te die Auf­re­gung um die Ver­hand­lung und die Zustän­de in Des­sau nicht min­dern…“ Arti­kel von Chris­ti­an Jakob in der Jung­le World vom 15. März 2012 externer Link
  • Bleibt der Tod von Oury Yal­loh unge­klärt?
    Der Pro­zess um die Umstän­de des Todes des in einer Des­sau­er Poli­zei­zel­le unter unge­klär­ten Umstän­den ver­brann­ten Flücht­lings geht wei­ter. Arti­kel von Peter Nowak in tele­po­lis vom 11.03.2012 externer Link. Aus dem Text: „…Die Staats­an­walt­schaft hat die von der Rich­te­rin in die Dis­kus­si­on gebrach­te Ein­stel­lung des Ver­fah­rens abge­lehnt. Dazu bei­getra­gen haben dürf­te die Empö­rung, die von Men­schen­rechts­in­itia­ti­ven und Flücht­lings­grup­pen laut wur­de, als der Ein­stel­lungs­an­trag bekannt wur­de. Schließ­lich haben die­se über Jah­re dafür gekämpft, dass es über­haupt zum Ver­such der juris­ti­schen Auf­ar­bei­tung der Todes­um­stän­de gekom­men ist. Dabei muss­te nach Anga­ben der Men­schen­recht­ler um jedes Detail gerun­gen wer­den. So soll­te anfangs die Mut­ter von Oury Yal­loh nicht als Neben­klä­ge­rin zuge­las­sen wer­den, weil die Geburts­ur­kun­den in Sier­ra Leo­ne nicht den büro­kra­ti­schen Kri­te­ri­en in Deutsch­land ent­spra­chen. (…) Wie im Fort­gang des Ver­fah­rens aller­dings die offe­nen Fra­gen noch geklärt wer­den kön­nen, wenn die Rich­te­rin eigent­lich mit ihren Ein­stel­lungs­be­geh­ren schon ein­ge­stand, dass die Gren­zen der rechts­staat­li­chen Ermitt­lun­gen erreicht sei­en, bleibt offen…”
  • Simu­la­ti­on gericht­li­cher Auf­klä­rung
    Die ers­te gro­ße Straf­kam­mer des Mag­de­bur­ger Land­ge­richts täuscht die Auf­klä­rung des Ver­bre­chens im Des­sau­er Gewahr­sams­kel­ler der Poli­zei ledig­lich vor. Sie hat längst vor dem poli­zei­li­chen Lügen­ge­spinst und den spe­ku­la­ti­ven „gut­ach­ter­li­chen“ Mut­ma­ßun­gen kapi­tu­liert. Das Ver­fah­ren vor dem Mag­de­bur­ger Land­ge­richt ist geschei­tert. Die Kam­mer hat­te die Todes­um­stän­de des Asyl­su­chen­den Oury Jal­loh erneut auf­zu­klä­ren. Sie blei­ben im Halb­dunk­len…“ Pres­se­mit­tei­lung von Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie vom 8. März 2012 externer Link. Aus dem Text: „… Schon jetzt lässt sich fest­hal­ten, die gericht­li­che Kon­trol­le poli­zei­li­chen Gewalt­han­delns hat fol­gen­reich ver­sagt. Die­ses Straf­ver­fah­ren hat Auf­klä­rung ledig­lich simu­liert. Es hat die men­schen­recht­lich fun­dier­te Rechts­si­cher­heit zusätz­lich ver­letzt – zumal für Migran­tin­nen und Migran­ten. Die Insti­tu­ti­on Des­sau­er Poli­zei und ihr Über­maß an aus­ge­üb­ter Zwangs­ge­walt wur­den gericht­lich nicht hin­ter­fragt. So hat das Gericht nicht zu einem men­schen- und grund­rechts­ge­mä­ßen Umgang der Poli­zei ins­be­son­de­re mit Men­schen ande­rer Her­kunft bei­getra­gen. Die struk­tu­rel­len Bedin­gun­gen der Poli­zei­ar­beit blei­ben bestehen. In ihnen nis­ten ein Über­maß an Gewalt und Dis­kri­mi­nie­rung….“
  • Vor­erst kein Ende im Oury Jal­loh Pro­zess
    Gabrie­le Hein­ecke, Anwäl­tin der Fami­lie Oury Jal­loh, stell­te heu­te einen Befan­gen­heits­an­trag gegen die vor­sit­zen­de Rich­te­rin Meth­ling, die bei­sit­zen­den Richter_​innen Cas­pa­ri und Mei­er sowie zwei der Schöf­fen. Nach einer sechs­stün­di­gen Unter­bre­chung des Pro­zes­ses hän­dig­te die Kam­mer eine eige­ne Stel­lung­nah­me zum Befan­gen­geits­an­trag aus. Die Neben­kla­ge­ver­tre­tung, die Ver­tei­di­gung sowie die Staats­an­walt­schaft kön­nen bis zum 12. März Stel­lung bezie­hen. Der Pro­zess wird am 13. und 16. März fort­ge­setzt. Der Pro­zess­ter­min am 7. März fällt aus…“ Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Jal­loh e.V. vom 06.03.2012 externer Link. Für aktu­el­le Mel­dun­gen sie­he die Home­page Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Jal­loh e.V. externer Link
  • Pro­zess um Oury Jal­lohs Feu­er­tod: Gericht will Pro­zess ein­stel­len
    Ein Poli­zist muss­te sich für den Feu­er­tod Oury Jal­lohs in Poli­zei­ge­wahr­sam vor zwei Gerich­ten ver­ant­wor­ten. Jetzt könn­te es ein schnel­les Ende geben – ohne Urteil. Der nun­mehr zwei­te Pro­zess um den Feu­er­tod des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh in einer Poli­zei­zel­le in Des­sau geht mög­li­cher­wei­se ohne Urteils­spruch zu Ende. Nach mehr als ein­jäh­ri­ger Ver­hand­lungs­dau­er gab die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Land­ge­richt Mag­de­burg eine ent­spre­chen­de Anre­gung der Kam­mer bekannt. Danach könn­te das Ver­fah­ren gegen den ange­klag­ten Poli­zei­be­am­ten gegen eine Geld­auf­la­ge vor­läu­fig ein­ge­stellt wer­den – als Kon­se­quenz aus dem Stand der Beweis­auf­nah­me und der Ver­fah­rens­dau­er…“ Arti­kel in der taz online vom 06.03.2012 externer Link. Sie­he dazu:
  • Pro­zess­f­ar­ce statt rechts­staat­li­chem Ver­fah­ren. Rich­ter­li­che Ohr­fei­ge ins Gesicht der Fami­lie Jal­loh
    Clau­dia Meth­ling – die vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Land­ge­richt Mag­de­burg im Revi­si­ons­ver­fah­ren zum grau­sa­men Feu­er­tod Oury Jal­lohs am 7.1.2005 gegen den mit­ver­ant­wort­li­chen, aber allei­nig ange­klag­ten Dienst­grup­pen­lei­ter der Des­sau­er Poli­zei Andre­as Schu­bert hat am 5.3.2012 kurz­fris­tig vor­ge­schla­gen, den Pro­zess im Hin­blick auf den „Stand der Beweis­auf­nah­me“ und der Dau­er des Ver­fah­rens (seit Janu­ar 2011) gegen Erhe­bung einer Geld­stra­fe vor­läu­fig ein­zu­stel­len. Zustim­mungs­pflich­tig ist die­ser „Deal“ ledig­lich sei­tens der Staats­an­walt­schaft, die auch in Mag­de­burg – wie schon in Des­sau 2007/​2008 – kei­ne Anhalts­punk­te für eine adäqua­te­re Ankla­ge­form fin­den will und der Ver­tei­di­gung des Ange­klag­ten, der ein abseh­ba­res Ende die­ser „Ver­hand­lung“ natur­ge­mäß am Her­zen lie­gen soll­te. Die Neben­kla­ge, die die nun­mehr seit 7 lan­gen Jah­ren „rechts­staat­lich“ gede­mü­tig­te Fami­lie Jal­loh ver­tritt, hat das Recht auf Anhö­rung ohne Anspruch auf bin­den­de Wer­tung – die Krü­mel vom Tisch einer „juris­ti­schen Exe­ku­ti­ve“, wel­che eine wür­de­lo­se Far­ce per urteils­frei­er, mone­tä­rer Beglei­chung und zu been­den ver­sucht…“ Pres­se­mit­tei­lung von The VOICE Jena vom 6.3.2012 externer Link
  • Wer schützt vor die­ser Poli­zei und ihrer Gewalt? Ein Kom­men­tar zu den Des­sau­er Ereig­nis­sen vom 7. Janu­ar 2012
    Am ver­gan­ge­nen Sams­tag spru­del­te in Des­sau kräf­tig der nie ver­sie­gen­de und staat­lich sich selbst legi­ti­mie­ren­de Gewalt­quell. Gewalt­kri­ti­sche Äuße­run­gen von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern galt es aus der Öffent­lich­keit zu ver­ban­nen…“ Kom­men­tar von Wolf-Die­ter Narr und Dirk Vogels­kamp vom 13.01.2012 externer Link beim Grund­rech­te­ko­mi­tee. Wolf-Die­ter Narr und Dirk Vogels­kamp beob­ach­ten für das Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie das Gerichts­ver­fah­ren um den Ver­bren­nungs­tod Oury Jal­lohs vor dem Land­ge­richt in Mag­de­burg
  • Pro­test­kund­ge­bung in Mann­heim – Jus­ti­ce for Oury Jal­loh! Am Dienstag,17.01.12, 17 Uhr
    Gegen ras­sis­ti­sche Poli­zei­ge­walt und insti­tu­tio­na­li­sier­ten Ras­sis­mus. Kund­ge­bung am Dienstag,17.01.12, 17 Uhr in Mann­heim, Para­de­platz…“ Auf­ruf vom Bünd­nis gegen Abschie­bun­gen (BgA) Mann­heim externer Link bei The VOICE Refu­gee Forum
  • Gerech­tig­keit für Oury Jal­loh! Kund­ge­bung und Demons­tra­ti­on am 18.01.2012 in Jena – Thue­rin­gen. Auf­ruf zur Soli­da­ri­tät Auf­klä­rung exe­ku­ti­ver Will­kür in Poli­zei und Jus­tiz
    Wir Sagen Oury Jal­loh: Das War Mord! Kund­ge­bung und Demons­tra­ti­on in Jena am Mitt­woch 18. Janu­ar 2012 um 16:00 Uhr, Treff­punkt: Holz­markt…“ Pres­se­mit­tei­lung vom 15.01.2012 externer Link von und bei The VOICE Refu­gee Forum
  • Für Mei­nungs­frei­heit. Gegen Ras­sis­mus.
    Der Tod des Asylbewerbers Oury JallohAnläss­lich des 7. Todes­ta­ges von Oury Jal­loh fand am 7. Janu­ar eine Demons­tra­ti­on in Des­sau statt, die mas­siv von der Poli­zei ange­grif­fen wur­de. Unter jeg­li­cher Miss­ach­tung des Ver­samm­lungs­rechts und der Zustän­dig­keit der Ver­samm­lungs­be­hör­de hat die Poli­zei dabei mit geziel­ten Trit­ten und Schlä­gen meh­re­re Per­so­nen erheb­lich ver­letzt. Der Anlass für die­se Über­grif­fe waren nicht etwa Ver­stös­se, son­dern ein­zig die mit­ge­führ­te und geru­fe­ne Paro­le “Oury Jal­loh – Das war Mord”. Der Arbeits­kreis Chris­ty Schwun­deck aus Frank­furt am Main, der sich mit der omi­nö­sen Erschies­sung einer Deutsch-Nige­ria­ne­rin in einem Job­cen­ter beschäf­tigt, erklärt sich soli­da­risch mit den Demons­tran­ten und wünscht den Ver­letz­ten gute Gene­sung…Pres­se­mit­tei­lung vom 09.01.2012 externer Link
  • Kund­ge­bung Frank­furt – Ver­ur­tei­lung der Poli­zei­ge­walt gegen die Gedenk­de­mo am 7. Todes­tag von Oury Jal­loh
    Zeit: Don­ners­tag, 12.1.12, 17:00, Ort: Kon­sta­bler­wa­che, Frank­furt. Sie­he den Auf­ruf von The VOICE Refu­gee Forum externer Link
  • Bru­ta­le Poli­zei­ge­walt bei Demo gegen ras­sis­ti­sche Poli­zei­ge­walt. Mouc­tar Bah bewusst­los ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert
    Massive Polizeibrutalität auf Oury-Jalloh-Demo in DessauDie fried­li­che Demons­tra­ti­on, die an den sieb­ten Todes­tag, des in Poli­zei­ge­wahr­sam in Des­sau zu Tode ver­brann­ten Afri­ka­ner Oury Jal­loh, erin­nern soll­te, arte­te in einer unpro­vo­zier­ten Gewalt­or­gie der Poli­zei aus. Dabei wur­den zahl­rei­che Demons­tran­ten ver­letzt. Mouc­tar Bah, Initia­tor der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh, wur­de mehr­mals von der Poli­zei geschla­gen. Zum Ende der Kund­ge­bung wur­de er von meh­re­ren Poli­zis­ten ange­grif­fen, wor­auf­hin er bewusst­los ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert wer­den muss­te…“ Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh vom 8. Janu­ar 2012 externer Link. Sie­he dazu:
    • Mas­si­ve Poli­zei­bru­ta­li­tät auf Oury-Jal­loh-Demo in Des­sau
      Des­sau Brea­king News: Nicht enden wol­len­de Poli­zei­bru­ta­li­tät auf der 7. Pro­test­de­mo in Geden­ken an Oury Jal­loh. The VOICE Refu­gee Forum ver­ur­teilt aufs Schärfs­te die mas­si­ve Poli­zei­bru­ta­li­tät in der Demons­tra­ti­on im Geden­ken an Oury Jal­loh in Des­sau am 7. Janu­ar 2012. Zusam­men­fas­sung der Augen­zeu­gen­be­rich­te…“ Pres­se­mit­tei­lung von The VOICE Refu­gee Forum vom 07.01.2012 externer Link, dort auch wei­te­re Berich­te, Pres­se­mit­tei­lun­gen und Pres­se­stim­men
    • Offe­ner Brief zur Poli­zei­ge­walt in Des­sau
      „im Namen der Inter­na­tio­na­len Liga für Men­schen­rech­te und des Komi­tees für Grund­rech­te und Demo­kra­tie pro­tes­tie­ren wir scharf gegen die ent­fes­sel­te poli­zei­li­che Gewalt in Des­sau am 7. Janu­ar 2012. Im Anhang befin­den sich der Offe­ne Brief, ein Bericht von Fan­ny-Michae­la Rei­sin zur Demons­tra­ti­on am 7. 1. 2012 in Des­sau, eine Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve in Geden­ken an Oury Jal­loh und zwei Fotos…“ Mel­dung des Grund­rech­te­ko­mi­tees vom 08.01.2012 externer Link, dar­in die Pres­se­mit­tei­lung und Bericht von der Demons­tra­ti­on
    • Die Flücht­lings­or­ga­ni­sa­ti­on The Voice bit­tet alle, die Foto- oder Film­ma­te­ri­al von der Demons­tra­ti­on am Sams­tag in Des­sau haben, es an thevoiceforum@​gmx.​de zu sen­den und zur Doku­men­ta­ti­on zur Ver­fü­gung zu stel­len
  • Demo zum Gedenken an Oury JallohVon Poli­zis­ten getö­tet, vom Staat ver­tuscht! Wer steckt hin­ter dem Mord von Oury Jal­loh?
    Eine Stel­lung­nah­me der Initia­ti­ve Oury Jal­loh e.V. externer Link zum 7. Todes­tag von Oury Jal­loh und zum lau­fen­den Revi­si­ons­ver­fah­ren vom 03.01.2012. Am Sams­tag 07.01.2012 fin­det in Des­sau um 13 Uhr eine Demo zum Geden­ken an Oury Jal­loh statt und am Mon­tag den 09.01.2012 um 09:30 Uhr vor dem Land­ge­richt Mag­de­burg Pro­zess­be­ob­ach­tung: Saal A23.

Der Bei­trag Der Tod des Asyl­be­wer­bers Oury Jal­loh erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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