[gG:] Nachhaltige PR-Strategie

Das Dilem­ma

Ein Groß­teil der Nutzer*innen befin­det sich in den genann­ten unfrei­en Sozia­len Netz­wer­ken. Ist eine Insti­tu­ti­on dort nicht ver­tre­ten, läuft sie Gefahr, für einen lei­der nicht gerin­gen Teil der digi­ta­len Gesell­schaft qua­si nicht zu exis­tie­ren, da ein stei­gen­der Teil der Bevö­ke­rung den digi­ta­len Raum vor­wie­gend durch die­se Netz­wer­ke wahr­nimmt. Es gibt jedoch eine rela­tiv ein­fa­che Lösung für die­ses Pro­blem, die nach­fol­gend vor­ge­stellt wird:
Lösung

Die Lösung besteht dar­in, unfreie, zen­tra­li­sier­te Sozia­le Netz­wer­ke nur noch in der Form zu nut­zen, von Usern, die sich nur noch dort auf­hal­ten, gefun­den zu wer­den, nicht aber, wei­te­re User dort hin zu lei­ten. Kurz gesagt: Unfreie, zen­tra­li­sier­te Netz­wer­ke pas­siv nut­zen.

Statt­des­sen wer­den in akti­ver Wei­se sozia­le Netz­wer­ke genutzt, die auf Frei­er Soft­ware basie­ren und kei­ne „Wal­led Gar­dens“ mit ent­spre­chen­den Lock-In-Effek­ten erzeu­gen, da sie nicht zen­tra­li­siert, son­dern föde­ra­le Struk­tu­ren bil­den, das sog. „Fedi­ver­se“.

Die­se Idee ist nicht neu, son­dern ursprüng­lich von Digi­tal­Cou­ra­ge ent­wi­ckelt, jedoch mit ande­rem Fazit: „Face­book – eine Grund­satz­ent­schei­dung“ (Autor*innen: David Berg­mann, Sarah Boll­mann, Chris­ti­an Pietsch, 10.06.2015).

Gra­phisch beschrei­ben lässt sich die von #gnuHU favo­ri­sier­te Lösung einer pas­si­ven Nut­zung unfrei­er Sozia­le Netz­wer­ke zuguns­ten einer akti­ven Nut­zung frei­er Sozia­ler Netz­wer­ke wie folgt:

< sie­he Bild zum Arti­kel >

Die in der Gra­phik erwähn­ten frei­en Sozia­len Netz­wer­ke sind nur eini­ge weni­ge der vor­han­de­nen Alter­na­ti­ven, die nach­fol­gend aus­zugs­wei­se den bekann­te­ren unfrei­en Pen­dants gegen­über­ge­stellt wer­den:

Facebook → Friendica, Diaspora
Twitter → Mastodon
Instagram → Pixelfed
YouTube → PeerTube

Zunächst unge­wohnt bei allen Alter­na­ti­ven ist es, zu ver­ste­hen, dass es nicht die eine Friendica‑, die eine Mastodon- oder die eine PeerTu­be-Web­sei­te gibt wie bei unfrei­en Sozia­len Netz­wer­ken (Bsp.: Face­book hat nur eine Web­sei­te, über die sich der Dienst nut­zen lässt). Statt­des­sen gibt es vie­le Anbie­ter, die die Soft­ware Frien­di­ca, Mastodon oder PeerTu­be ein­set­zen und damit einen Dienst bereit­stel­len, der Teil eines grö­ße­ren Netz­wer­kes ist. Zwi­schen die­sen Anbie­tern kann, muss und darf man wäh­len.
Die­ses Prin­zip ist kei­nes­falls neu, son­dern allen bekannt, die schon­mal eine E‑Mail geschrie­ben haben: Es gibt nicht den einen E‑Mail-Anbie­ter, son­dern vie­le, zwi­schen denen man nach eige­nen Prä­fe­ren­zen wäh­len kann und alle E‑Mail-Pro­vi­der bil­den ein Netz­werk, in dem von Anbie­ter A nach Anbie­ter B Nach­rich­ten geschrie­ben wer­den kön­nen – wären Face­book und Twit­ter so auf­ge­baut, wäre es mög­lich, mit einem Face­book-Account Inhal­te auf Twit­ter zu kom­men­tie­ren (und anders­her­um), ist es aber nicht. Bei den frei­en, föde­ra­len Alter­na­ti­ven ist dies Teil des Kon­zepts, es gibt also kei­nen „wal­led gar­den“.

Zusam­men­ge­fasst besteht die Lösung in fol­gen­der Schritt­fol­ge:
Umset­zungs­mög­lich­keit einer nach­hal­ti­gen PR-Stra­te­gie

Für jedes bisher genutzte unfreie Soziale Netzwerk ein Profil in einer freien, föderalen Sozialen Netzwerk-Alternative zu erstellen.
Eine Übersicht dieser Alternativen findet sich bspw. auf the-federation.info. Achtung: Das Laden dieser Seite und deren Unterseiten kann etwas dauern, da diese stets aktuelle Informationen und Statistiken zu den Providern generiert. Die Seite zeigt zunächst eine Übersicht der verschiedenen Alternativen im Abschnitt Projects (bspw. die Twitter-Alternative Mastodon) und generiert nach Klick auf den jeweiligen Namen eine Liste an verfügbaren Providern (Bsp.: "All Mastodon nodes").
Auf der eigenen Webseite nicht mehr auf die Profile in unfreien Sozialen Netzwerke verlinken, sondern auf die Profile in den freien Sozialen Netzwerken.
Die Beiträge in den unfreien Sozialen Netzwerken möglichst so gestalten, dass sie aus den unfreien Strukturen herausleiten (entweder auf die eigene klass. Webseite oder auf das Profil des jeweiligen Pendants der freien, föderalen Netzwerk-Alternative).

Bei Unklar­hei­ten und Rück­fra­gen ist Ihnen die Initia­ti­ve #gnuHU ger­ne via Kon­takt behilf­lich.
Bei­spiel

Die stud. Initia­ti­ve #gnuHU nutzt das hier beschrie­be­ne Kon­zept einer digi­tal-nach­hal­ti­gen PR-Stra­te­gie seit ihrer Grün­dung. Kon­kret:

Statt eines Facebook-Profils nutzen wir ein Diaspora-Profil auf dem Server despora.de: gnuhu_linux@despora.de - die Ankündigung zu dieser Anleitung findet sich bspw. hier.
Statt eines Twitter-Profils nutzen wir ein Mastodon-Profil auf dem Server social.tchncs.de: social.tchncs.de/@gnuHU_linux - die Ankündigung zu dieser Anleitung findet sich bspw. hier.
Ob wir unfreie Soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter nutzen, wird außerhalb der unfreien Netzwerke niemals thematisiert, denn wir nutzen diese höchstens, um User, die sich hauptsächlich dort aufhalten, von dort abzuholen und herauszuleiten in den noch freien Teil des Internets. Entsprechend verlinken wir auf unserer Kontaktseite oder in den von uns genutzten freien, föderalen Sozialen Netzwerken niemals auf unfreie Soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter.

Was ist dar­an „nach­hal­tig“?

Quel­le /​voll­stän­di­ger Text:

https://​www​.pro​jek​te​.hu​-ber​lin​.de/​d​e​/​g​n​u​H​U​/​a​n​l​e​i​t​u​n​g​e​n​/​n​a​c​h​h​a​l​t​i​g​e​-​p​r​-​s​t​r​a​t​e​g​i​e​/​n​a​c​h​h​a​l​t​i​g​e​-​p​r​-​s​t​r​a​t​e​g​ie/

Quel­le für das Bild:

Anto­nia Sla­dek und stud. Initia­ti­ve #gnuHU, mit Logos von Open­Mo­ji, CC BY-SA 4.0, ent­nom­men aus fedi­ver­se-pr-stra­te­gy-gra­phics.

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