[labournet:] Best of Informationsfreiheit: Datenschutz für Arm und Reich

Informationsfreiheitsgesetz. Graftik der Otto Brenner StiftungGegen eine Gebühr erhält man Zugriff auf Daten­sät­ze des Han­dels- und Mel­de­re­gis­ters. Es fehlt eine sinn­vol­le Abwä­gung von pri­va­ten und öffent­li­chen Inter­es­sen. “Pri­va­te Daten schüt­zen, öffent­li­che Daten nüt­zen!” Der ein­präg­sa­me Leit­satz zur Infor­ma­ti­ons­frei­heit, den der Cha­os Com­pu­ter Club Ende der 1980er-Jah­re in der Hacker­ethik externer Link for­mu­lier­te, ist auch heut­zu­ta­ge noch eine sinn­vol­le Grund­la­ge für poli­ti­sche Pro­jek­te. Wie viel Schutz pri­va­te Daten ver­die­nen, ist aller­dings immer wie­der umstrit­ten. Wäh­rend Poli­zei und Geheim­diens­te lie­ber ihre eige­nen öffent­li­che Daten schüt­zen als die Daten von Bürger:innen, gibt es auch Daten­ber­ge, bei denen eine Ver­or­tung zwi­schen pri­vat und öffent­lich nicht offen­kun­dig ist. (…) Obwohl der Zugang zu den Wirt­schafts­re­gis­tern damit for­mell öffent­lich ist, ist er das in der Pra­xis nur bedingt. Denn zum einen kos­tet jeder Zugriff auf die Regis­ter Geld, zum ande­ren ist ein gesam­mel­ter Down­load der Daten nicht mög­lich. Ana­ly­sen der Daten, die bei­spiels­wei­se häu­fig auf­tre­ten­de Adres­sen und damit mög­li­che Brief­kas­ten­fir­men in den Blick neh­men, sind nicht mög­lich. Auch Zir­kel­re­gis­trie­run­gen – ein Unter­neh­men wird als Toch­ter eines ande­ren ein­ge­tra­gen, das wie­der­um als Toch­ter eines wei­te­ren und das als Toch­ter des ers­ten – wer­den mit Blick auf ein­zel­ne Ein­trä­ge nicht deut­lich. Das gro­ße öffent­li­che Inter­es­se des Trans­pa­renz­re­gis­ters, wirk­sam gegen Geld­wä­sche vor­zu­ge­hen, ver­fehlt der deut­sche Staat damit. Grund dafür ist der Daten­schutz, der von Unter­neh­mens­lob­by­is­ten gegen­über der Bun­des­re­gie­rung ins Spiel gebracht wur­de. (…) Mit einer Geset­zes­in­itia­ti­ve will die Bun­des­re­gie­rung jetzt dafür sor­gen externer Link, dass Betrof­fe­ne es leich­ter haben, Aus­kunfts­sper­ren für sich zu bean­tra­gen. Sie müs­sen aller­dings wei­ter­hin eine mög­li­che Bedro­hung bewei­sen und mög­li­cher­wei­se inti­me Details gegen­über dem Amt preis­ge­ben. Wie die Beam­ten dann ent­schei­den (und ob sie mit den Details wie­der­um ver­trau­ens­wür­dig umge­hen), steht in den Ster­nen.” Arti­kel von Arne Sems­rott vom 29.08.2020 bei hei­se-News externer Link

Der Bei­trag Best of Infor­ma­ti­ons­frei­heit: Daten­schutz für Arm und Reich erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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