[perspektive:] Kurzarbeitsgeld diskriminiert Frauen

Das Kurzarbeitsgeld wurde bis 2021 verlängert. Dabei hat die Regierung versäumt zu korrigieren, dass die Lohnersatzleistung systematisch die Lohndiskriminierung von Frauen reproduziert.

Das Kurz­ar­beits­geld wird auf Grund­la­ge des Net­to­lohns berech­net. In Deutsch­land ist das soge­nann­te „Ehe­gat­ten­split­ting“ üblich: Das Gesamt­ein­kom­men wird hal­biert, die Ein­kom­mens­steu­er für die­se Hälf­te berech­net und dann ver­dop­pelt. Je nach­dem, wie groß die Lohn­un­ter­schie­de der Part­ne­rIn­nen sind, kön­nen Steu­er­klas­sen unter­schied­lich güns­tig auf­ge­teilt wer­den.

Das Modell des männ­li­chen Allein­ver­die­ners und der weib­li­chen Dazu-Ver­die­ne­rin oder Haus­frau wird staat­lich sub­ven­tio­niert. Die Fol­ge: Frau­en ver­die­nen weni­ger, meist in Teil­zeit.

Erhebliche finanzielle Nachteile

Unter den Per­so­nen, deren Kurz­ar­beits­geld anhand der Steu­er­klas­se V berech­net wird, machen Frau­en 97 Pro­zent aus. Fast umge­kehrt in der Steu­er­klas­se III, dort machen Män­ner 75 Pro­zent der Bezie­hen­den aus.

Dass die­ser Umstand zahl­rei­che Frau­en finan­zi­ell erheb­lich schlech­ter stellt, zeigt der deut­sche Juris­tin­nen­bund (djb) an einem Zah­len­bei­spiel: Bei einem Brut­to­ein­kom­men von 1.700 Euro und 60 Pro­zent Lohn­er­satz beläuft sich der Unter­schied auf 200 Euro. Je höher der Brut­to­lohn, des­to grö­ßer ist folg­lich der Unter­schied: Bei 3.300 Euro Brut­to gibt es einen Unter­schied von 400 Euro je nach dem, wel­che Steu­er­klas­se der Berech­nung zugrun­de liegt.

Berechnung anhand der Steuerklasse IV!

Des­we­gen for­dert der djb kurz­fris­tig die gene­rel­le Berech­nung anhand der Lohn­steu­er­klas­se IV. Lang­fris­tig for­dern sie die Abschaf­fung der Lohn­steu­er­klas­se V, die als dis­kri­mi­nie­ren­de „Haus­frau­en­klas­se“ dient.

Der Bei­trag Kurz­ar­beits­geld dis­kri­mi­niert Frau­en erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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