[perspektive:] Mauritius: Proteste nach Ölkatastrophe

Nach einer Ölkatastrophe demonstrieren tausende Menschen in Mauritius gegen die Regierung. Ein japanischer Frachter war im vergangenen Monat vor der Insel havariert. 1.000 Tonnen Öl sind ins Meer gelaufen. Die BewohnerInnen mussten die Ölschwemme selbst notdürftig eindämmen.

Die Wut auf Mau­ri­ti­us ist groß. Nach einer Ölka­ta­stro­phe im ver­gan­ge­nen Monat haben am Wochen­en­de tau­sen­de Men­schen in der Haupt­stadt Port Lou­is demons­triert. Sie war­fen der Regie­rung Ver­sa­gen im Umgang mit dem Unglück vor und for­der­ten eine gründ­li­che Unter­su­chung.

Zu der Ölka­ta­stro­phe war es vor einem Monat gekom­men, als ein japa­ni­sches Fracht­schiff vor der Küs­te des Insel­staats hava­rier­te. Danach sind etwa 1.000 Ton­nen Öl ins Meer aus­ge­tre­ten und haben die Küs­te ver­seucht.

Bewoh­ne­rIn­nen der Insel, dar­un­ter Fischer, Bau­ern und Bäue­rin­nen oder Stu­den­tIn­nen, haben mit ein­fa­chen Mit­teln wie Boo­ten und Zucker­rohr­blät­tern Bar­rie­ren im Was­ser gebaut, um die Aus­brei­tung des Öls ein­zu­däm­men. Schon damals war­fen vie­le von ihnen die Fra­ge auf, war­um die Regie­rung das Öl nicht direkt abpum­pen ließ, als der Frach­ter auf Grund gelau­fen war.

Inzwi­schen ist der vor­de­re Teil des Schiffs im Meer ver­senkt wor­den. Fest­ge­nom­men wur­den der indi­sche Schiffs­ka­pi­tän und sein Steu­er­mann.

Die Regie­rung selbst spricht vom schlimms­ten öko­lo­gi­schen Desas­ter, das die Insel je erlebt habe. Inzwi­schen sei­en min­des­tens 39 tote Del­phi­ne an die Küs­te gespült wor­den. Für die Bewoh­ne­rIn­nen von Mau­ri­ti­us bedeu­tet der Vor­fall nicht nur eine Umwelt‑, son­dern auch eine wirt­schaft­li­che Kata­stro­phe. Neben dem Anbau von Zucker­rohr leben vie­le von ihnen von der Arbeit im Tou­ris­mus­sek­tor.

Der Bei­trag Mau­ri­ti­us: Pro­tes­te nach Ölka­ta­stro­phe erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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