[KgK:] Karstadt/​Kaufhof: Benkos Gelder gerettet – Existenzen zerstört

Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof ist geret­tet, schreibt die Tages­schau. Gemeint ist damit das Geld des Haupt­in­ves­tors René Ben­ko, nicht die Jobs vie­ler Beschäf­tig­ter. 4.000 wer­den arbeits­los, die Gewerk­schaft ver.di rech­net mit 5.000.

Dabei sind die­se Zah­len zu tief gegrif­fen. Denn dar­in ent­hal­ten sind nur die­je­ni­gen Kolleg*innen, die im Zuge des Sanie­rungs­pla­nes bis Ende des Jah­res gehen sol­len. Zudem fal­len in den Spar­ten Sport, Rei­se, Fein­kost und Logis­tik wei­te­re tau­sen­de Jobs weg. Nicht ein­ge­rech­net sind auch die exter­nen Mitarbeiter*innen aus der Rei­ni­gung und die Beschäf­tig­ten, die schon letz­tes Jahr mit Auf­he­bungs­ver­trä­gen aus dem Unter­neh­men gedrängt wur­den. Ins­ge­samt blickt Kar­stadt auf eine lan­ge Geschich­te der Arbeits­platz­ver­nich­tung, die bereits mit der Insol­venz 2009 los­ging.

Der Düs­sel­dor­fer Betriebs­rat Wolf­gang Gra­bow­ski macht mitt­ler­wei­le sei­ne drit­te Schlie­ßung durch. Frü­her konn­te er den Per­so­nal­be­stand genau ein­se­hen. Heu­te kön­ne man nicht mehr sagen, wie vie­le Jobs tat­säch­lich weg­fal­len: „Bei Kar­stadt ist alles abge­schot­tet. Man kommt nicht mehr in die Kon­zern­da­ten rein wie frü­her, bei Kauf­hof“.

Wer bleibt, wer soll gehen? Die­se Fra­ge hat sich der Kon­zern mona­te­lang offen­ge­hal­ten. Ein Kol­le­ge meint: „Es wird klar mit der Angst der Mit­ar­bei­ter han­tiert, um sie unter Druck zu set­zen.“ Die­se Metho­de der Ver­tu­schung muss ein Ende haben. Die Geschäfts­füh­rung muss all ihre Zah­len und Plä­ne offen­le­gen.

Es kann nicht sein, dass der Haupt­in­ves­tor und Mul­ti­mil­li­ar­där René Ben­ko wei­ter Pro­fi­te macht, wäh­rend er sei­ne Ange­stell­ten in die Arbeits­lo­sig­keit schickt. Er muss für den Erhalt aller Stand­or­te zah­len, sonst gehört er ent­schä­di­gungs­los ent­eig­net. Um das durch­zu­set­zen, muss die Gewerk­schaft ver.di zu bun­des­wei­ten Streiks auf­ru­fen, gemein­sam mit den Beschäf­tig­ten des Öffent­li­chen Diens­tes, die gera­de in Tarif­ver­hand­lun­gen tre­ten sowie den Kolleg*innen der Toch­ter­fir­ma des Ber­li­ner Cha­ri­té-Kran­ken­hau­ses CFM, die gera­de für die Wie­der­ein­glie­de­rung kämp­fen.

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