[EMRAWI:] Instrumentalisierung von Awareness-Konzepten für eine persönliche Agenda

Das Kon­zept der Defi­ni­ti­ons­macht

Von wem geht die Defi­ni­ti­on aus, eine Hand­lung als ras­sis­tisch, ableis­tisch, sexis­tisch oder sonst dis­kri­mi­nie­rend zu bestim­men?

Unter Definitions”macht” ver­ste­hen wir, dass die Defi­ni­ti­on, ob eine sexua­li­sier­te und/​oder ander­wei­tig dis­kri­mi­nie­ren­de Grenz­ver­let­zung vor­ge­fal­len ist, ein­zig und allein bei der betrof­fe­nen Per­son liegt. Jede betrof­fe­ne Per­son von solch dis­kri­mi­nie­ren­der Gewalt kann nur von sich selbst sagen, was mensch wann als Gewalt emp­fin­det und wie mensch die­se indi­vi­du­ell erleb­te Gewalt wahr­nimmt. Gewalt wird auf­grund der per­sön­li­chen Geschich­te, Gegen­wart und Erfah­rung von Betrof­fe­nen unter­schied­lich erlebt, ein­ge­ord­net und ein­ge­schätzt. So kann es zum Bei­spiel sein, dass ein Über­griff erst nach län­ge­rer Zeit von Betrof­fe­nen als sol­cher defi­niert wird – Defi­ni­ti­ons­macht ver­jährt nicht. Das heisst, unab­hän­gig davon, wie z.B. der sexua­li­sier­te Über­griff aus­sah: wenn eine betrof­fe­ne Per­son eine Ver­ge­wal­ti­gung oder einen sexua­li­sier­ten Über­griff so bezeich­net, dann ent­spricht das genau ihrer Wahr­neh­mung und ist somit als die­se Bezeich­nung zu akzep­tie­ren.

Mul­ti­di­men­sio­na­le und inter­sek­tio­na­le Per­spek­ti­ve im Kon­zept Defi­ni­ti­ons­macht

Die Aner­ken­nung der sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mung heisst aber nicht, dass die Bestim­mung von Kon­se­quen­zen oder Sank­tio­nen auch Teil von Defi­ni­ti­ons­macht ist oder sein muss. Hier­bei zu unter­schei­den zwi­schen struk­tu­rell beding­ter Gewalt und Dis­kri­mi­nie­rung und zwi­schen­mensch­li­chen Kon­flik­ten kann hilf­reich sein, um die Par­tei­lich­keit bezo­gen auf Kon­se­quen­zen abzu­wä­gen.

Auch in zwi­schen­mensch­li­chen Kon­flik­ten spie­len his­to­risch und struk­tu­rell beding­te Unter­drü­ckungs­for­men immer mit. Aus einer mul­ti­di­men­sio­na­len Per­spek­ti­ve wird mög­li­cher­wei­se deut­lich, wel­che Sozia­li­sa­ti­ons­be­din­gu­gen und all­fäl­li­gen Unter­drü­ckungs­for­men bei der ande­ren Per­son eine Rol­le spie­len. Natür­lich gibt es abso­lut „unent­schuld­ba­res“ Ver­hal­ten – eine „vor­schnel­le“ Par­tei­lich­keit erach­ten wir jedoch als hin­der­lich, weil es Ziel sein soll­te, den Kon­flikt (und nicht: Gewalt­vor­fall) zu lösen, Ver­ständ­nis fürei­an­der zu schaf­fen, etc. Ob eine Situa­ti­on als Kon­flikt oder als Über­griff ver­stan­den wer­den soll, ist sicher­lich nicht immer ein­fach zu beant­wor­ten. So oder so spielt die Refle­xi­on der Macht­ebe­nen eine zen­tra­le Rol­le bei der Auf­ar­bei­tung der Situa­ti­on.

Wie der Name schon sagt, geht es bei der Defi­ni­ti­ons­macht dar­um, wer wie Ein­fluss aus­üben kann über die Art und Wei­se, wie eine sozia­le Inter­ak­ti­on ver­lau­fen ist. Da wir davon aus­ge­hen, dass alle sozia­len Inter­ak­tio­nen von Herr­schafts­mus­tern, Macht­ge­fäl­len sowie auch unter ande­rem dadurch beding­te Dyna­mi­ken beein­flusst sind, erach­ten wir es erst­mal als rich­tig, dass die_​der Betrof­fe­ne die Defi­ni­ti­ons­macht hat. Es geht dabei nicht zwin­gend dar­um, eine objek­ti­ve Wahr­heit des Gesche­he­nen zu eta­blie­ren, son­dern eben dar­um, Gegen­MACHT auf­zu­bau­en. Dass das natür­lich eine kom­ple­xe Ange­le­gen­heit ist in Anbe­tracht davon, dass wir alle dazu fähig sind zu dis­kri­mi­nie­ren, als auch fast alle von irgend­wel­chen struk­tu­rel­len Benach­tei­li­gun­gen betrof­fen sind, ist klar. Auch des­halb erach­ten wir die Lang­fris­tig­keit von trans­for­ma­ti­ven Pro­zes­sen (wie Trans­for­ma­ti­ve Gerech­tig­keit – was auch immer Gerech­tig­keit heis­sen mag…) als geeig­ne­ter um gemein­schaft­li­che Ver­ant­wor­tungs­über­nah­me her­zu­stel­len, als kurz­fris­ti­ge Sank­tio­nie­rung – eben auch, weil sol­che Pro­zes­se es zulas­sen, ver­schie­de­ne Betrof­fen­hei­ten anzu­ge­hen und zu ver­ste­hen. Dabei soll die sozia­le Posi­tio­nie­rung einer Per­son nie ein über­grif­fi­ges Ver­hal­ten ent­schul­di­gen. Posi­tio­nie­run­gen kön­nen aber für das Ver­ste­hen der Situa­ti­on in einem trans­for­ma­ti­ven Pro­zess enorm wich­tig sein.

Dass das Kon­zept der Defi­ni­ti­ons­macht his­to­risch betrach­tet von Schwar­zen TINF (TransInterNichtBinärFrauen)-Personen in den USA erabei­tet wur­de, macht sicht­bar, war­um es so wich­tig war, eine Gegen­macht auf­zu­bau­en. Nur schon als TINF-Per­son auf juris­ti­schem Weg Aner­ken­nung für erleb­te Über­grif­fe zu errei­chen ist auf­grund der patri­ar­chal gepräg­ten Insti­tu­tio­nen wie Poli­zei und Gerich­ten oft­mals ein müh­se­li­ger Spiess­ru­ten­lauf. Als BIPOC (Black Indi­ge­nous Per­son Of Color) wird dir dann nicht nur nicht geglaubt, son­dern durch das Zurück­grei­fen auf die­se Insti­tu­tio­nen droht den Per­so­nen sel­ber und/​oder ihren Com­mu­nities erneu­te Gefahr von Gewalt, Ernied­ri­gun­gen, etc. Also muss­te damals in den USA ein neu­er Umgang mit Über­grif­fen gefun­den wer­den, jen­seits von Poli­zei und Jus­tiz.

Wir sind über­zeugt, dass die­ses Kon­zept auch in ande­ren Kämp­fen gegen Dis­kri­mi­nie­rung und auf dem Weg in eine herr­schafts­freie Gesell­schaft ein nütz­li­ches Instru­ment sein kann – jedoch ver­lau­fen die Dif­fe­renz- und Herr­schafts­li­ni­en teil­wei­se nicht ganz so klar wie im his­to­ri­schen Bei­spiel.

Per­sön­li­ches Unwohl­sein heisst nicht auto­ma­tisch, dass mensch dis­kri­mi­niert wird

„Eine wei­te­re beun­ru­hi­gen­de Mani­fes­ta­ti­on der Poli­tik von Safer Spaces ist die Beto­nung des per­sön­li­chen Kom­forts, die poli­zei-ähn­li­ches Ver­hal­ten in kon­sens­ori­en­tier­ten Grup­pen oder Räu­men unter­stützt. […] Die Beto­nung des per­sön­li­chen Kom­forts ist unpro­duk­tiv, refor­mis­tisch und kann die Ener­gie und den Schwung von in Bewe­gung befind­li­chen Kör­pern zum Still­stand brin­gen. Die Poli­tik der Unschuld und die Poli­tik der Sicher­heit und Bequem­lich­keit sind inso­fern mit­ein­an­der ver­bun­den, als bei­de Stra­te­gien Pas­si­vi­tät ver­stär­ken. Bequem­lich­keit und Unschuld pro­du­zie­ren sich gegen­sei­tig, wenn Men­schen ihre For­de­rung nach Bequem­lich­keit auf die Unschuld ihres Ortes oder ihrer Sub­jekt­po­si­ti­on grün­den.

Die Ethik unse­rer Posi­tio­nen und Iden­ti­tä­ten (als Men­schen inner­halb der USA, die unter dem glo­ba­len Kapi­ta­lis­mus leben) ist ein schlech­ter Witz, wenn man bedenkt, dass wir auf gestoh­le­nem Land in einer Nati­on leben, die auf Skla­ve­rei und Völ­ker­mord auf­ge­baut ist, und obwohl ich eine quee­re Woman of Colour bin, ist mei­ne Exis­tenz als Mensch, der in den USA lebt, auf Gewalt auf­ge­baut. Als nicht inhaf­tier­te Per­son wird mei­ne „Frei­heit“ nur durch die Gefan­gen­schaft von Men­schen wie mei­nem Bru­der ver­stan­den, der im Alter von 17 Jah­ren zu lebens­lan­ger Haft hin­ter Git­tern ver­ur­teilt wur­de. Wenn wir über Sicher­heit nach­den­ken, ver­säu­men wir es, kri­ti­sche Fra­gen über das co-kon­sti­tu­ti­ve [also sich gegen­sei­tig her­stel­len­de] Ver­hält­nis zwi­schen Sicher­heit und Gewalt zu stel­len“. (Wang, S. 20).

Natür­lich ist der Kon­text in der Schweiz ein ande­rer, aber auch hier grün­det unser Leben auf der Aus­beu­tung der Mehr­heits­welt (auch: glo­ba­ler Süden), auf der Arbeit von Per­so­nen ohne die rich­ti­gen Papie­re und von Gefan­ge­nen, auf der Care-Arbeit von TINF-Per­so­nen, etc. Eine ehr­li­che, ste­ti­ge, kon­struk­ti­ve und ja, unbe­que­me Aus­ein­an­der­set­zung ist also in jedem Fall einem fal­schen Kom­fort vor­zu­zie­hen, der sowie­so nicht für alle erreich­bar ist und grund­sätz­lich auf der Dis­kri­mi­nie­rung ande­rer beruht.

Ist das Pri­va­te immer Poli­tisch?

Für uns hat sich die Fra­ge gestellt, ob es Situa­tio­nen gibt, in denen per­sön­li­che Kon­flik­te poli­tisch auf­ge­la­den wer­den bzw. auch das Kon­zept der Defi­ni­ti­ons­macht instru­men­ta­li­siert wird/​werden könn­te für per­sön­li­che Zwe­cke oder um damit Macht aus­zu­üben. Ein gän­gi­ges Argu­ment hier­bei lau­tet, dass Kri­tik an Per­so­nen mit weni­ger Pri­vi­le­gi­en so unmög­lich gemacht wür­de, weil die Angst, „etwas fal­sches“ zu sagen, zu gross ist. Aber wenn wir uns anschau­en, was hin­ter die­ser Angst steckt, wird oft klar, dass dahin­ter die Wider­stän­de ste­cken, sich kri­tisch mit Macht­ver­hält­nis­sen und Dis­kri­mie­rungs­for­men aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Sicher ist jeder per­sön­li­che Kon­flikt in Macht­ver­hält­nis­se ein­ge­bet­tet, und es ist nicht nur gut mög­lich, son­dern Fakt, dass die­se Poli­tik in unse­re per­sön­li­chen Bezie­hun­gen und Kon­flik­te mit­spielt. Ja, wir kön­nen auch in einem WG-Kon­flikt ras­sis­tisch han­deln, Ja, auch unse­re Sit­zungs­ver­hal­ten, unser Demo-Auf­tre­ten und unse­re sexu­el­len Affä­ren sind davon nicht frei, im Gegen­teil. Den­noch gilt es, sol­che Situa­tio­nen klar zu ana­ly­sie­ren und sowohl struk­tu­rel­le Macht­ver­hält­nis­se wie auch indi­vi­du­el­les Ver­hal­ten mit­zu­den­ken – und für bei­de und auf bei­den Ebe­nen Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men.

Eine Mög­lich­keit der indi­vi­du­el­len und kol­lek­ti­ven Ver­ant­wor­tungs­über­nah­me könn­te sein, zu erken­nen, dass auch unse­re per­sön­li­chen Bezie­hun­gen von ver­schie­de­nen Unter­drü­ckungs­for­men durch­drun­gen sind – das gilt es anzu­er­ken­nen sowie auch die Gefüh­le die es bei davon betrof­fe­nen Per­so­nen aus­löst. In einem wei­te­ren Schritt auch die Gefüh­le der nicht direkt betrof­fe­nen oder gewalt­aus­üben­den Per­so­nen anzu­er­ken­nen und die hin­ter mög­li­chen Wider­stän­den gegen­über einer Aus­ein­an­der­set­zung mit Sexis­mus, Ras­sis­mus, Trans­feind­lich­keit, etc. ste­cken.

Wir den­ken, dass es wich­tig ist, über die dazu­ge­hö­ri­gen Gefüh­le (mög­li­che Schuld­ge­füh­le, Ohn­mach­ten, etc.) zu spre­chen. Dabei ist es wich­tig zu beden­ken, dass z.b. ras­sis­mus­be­trof­fe­ne Men­schen sich die gan­ze Zeit mit Ras­sis­mus aus­ein­an­der­set­zen müs­sen, und es nicht ihre Auf­ga­be ist, die Gefühls­ar­beit für weis­se Men­schen zu über­neh­men. Dar­über könn­te z.B. in einer Cri­ti­cal Whiteness Grup­pe (bzw. Kri­ti­sche Männ­lich­kei­ten*) gespro­chen wer­den.

Dies kann heis­sen, die eige­ne Betrof­fen­heit anzu­er­ken­nen, aber auch zu abs­tra­hie­ren, ob und wie anders agiert oder reagiert wer­den kann. Das heisst für eine ange­schul­dig­te Per­son, (ja,) die eige­nen Pri­vi­le­gi­en und z.B. der defi­ni­tiv vor­han­de­ne Ras­sis­mus anzu­er­ken­nen, aber des­we­gen auch nicht hand­lungs­un­fä­hig zu sein oder gemacht zu wer­den. Wich­tig ist, die­se z.B. ras­sis­ti­schen Kom­po­nen­ten zu erken­nen, die eige­nen Denk­mus­ter zu reflek­tie­ren und gleich­zei­tig den­noch eine per­sön­li­che, soli­da­ri­sche Kri­tik üben zu kön­nen.

Rele­vanz von Ana­ly­sen und zur Schwä­chung von Begriff­lich­kei­ten

In per­sön­li­chen Streits Begrif­fe wie „Grenz­über­schrei­tun­gen“, „Über­grif­fe“, „Miss­brauch“ zu ver­wen­den, Wör­ter wie „Trau­ma“ oder „Trig­ger“ infla­tio­när (= mega oft) zu ver­wen­den, lässt die kenn­zeich­nen­de Qua­li­tät von gewalt­vol­len Situa­tio­nen ver­schwim­men und schwächt Betrof­fe­ne. Das heisst kon­kret, dass das Kon­zept von „Defi­ni­ti­ons­macht’ “, das wir als grund­le­gend für Awa­reness-Struk­tu­ren erach­ten, vor­schnell ver­wen­det und für die per­sön­li­che Agen­da ein­ge­setzt wer­den kann. Dazu Jackie Wang:

„Con­ver­sa­ti­on often ends when peop­le poli­ti­ci­ze their fee­lings of dis­com­fort by using safe space lan­guage.“ (deutsch: Gesprä­che enden oft dort, wo Men­schen ihre unan­ge­neh­men Gefüh­le poli­ti­sie­ren, indem sie die „safer space“-Sprache ver­wen­den) (Wang, S. 16, Quel­le sie­he unten).

Mit der „safer space“-Sprache sind Schlag­wör­ter gemeint, die uns ver­stum­men las­sen, weil wir Angst haben, etwas gegen die­se zu sagen – da wir ja grund­sätz­lich hin­ter die­sen «safer space»-Konzepten ste­hen. Wenn die­se Schlag­wör­ter für per­sön­li­che Zwe­cke ver­wen­det wer­den, um das Gegen­über zum Schwei­gen zu brin­gen, führt dies zu einer Schwä­chung die­ser Kon­zep­te. Dies ist inso­fern kri­tisch oder schwie­rig, als das kei­ne wirk­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mehr mög­lich ist.

Bsp: gegen­tei­li­ge Situa­tio­nen: wenn ein weis­ser cis-Mann sich zum Bei­spiel nicht auf sein weis­ses-cis-sein bezie­hen möch­te (weil er ja nichts dafür kann) und Kri­tik an der kur­di­schen Wider­stands­be­we­gung äus­sert, weil er sei­ne Kri­tik für rich­tig hält. Er lässt aber aus­ser Acht, dass er aus einer euro­zen­tris­ti­schen Per­spek­ti­ve kri­ti­siert. Wie kön­nen wir hier vor­ge­hen?

Bsp: „Der Typ hat mich unter­bro­chen, das ist sexis­tisch“ —> Hier ist eine genaue Ana­ly­se wich­tig: was genau ist sexis­tisch dar­an?

Per­sön­li­che Erleb­nis­se sind wich­tig, um die gesell­schaft­li­chen Unter­drü­ckungs­ver­hält­nis­se – die sehr sub­til sein kön­nen – fass­ba­rer zu machen. Wir soll­ten aber nicht auf die­ser per­sön­li­chen Ebe­ne ver­har­ren, son­dern in die Tie­fe gehen und schau­en, wes­halb es die­se Ver­hält­nis­se gibt. Denn so kön­nen wir sehen, wie Aus­schluss und Dis­kri­mi­nie­rung – und auch Mikro­ag­gres­sio­nen – nicht nur auf der psy­chi­schen Ebe­ne wir­ken, son­dern sich auch in „Mate­ri­el­lem“ ein­schrei­ben: es kommt zu kon­kre­ten Benach­tei­li­gun­gen in der Schu­le, auf der Woh­nungs­su­che und am Arbeits­platz. Und am deut­lichs­ten sehen wir die­se Ein­schrei­bun­gen in Regeln und Geset­zen.

Wich­tig und lösungs­ori­en­tert vor­ge­hen, heisst in Momen­ten von Kon­flik­ten, nicht in Stil­le zu ver­har­ren, son­dern auf die Aus­sa­ge ein­zu­ge­hen: Ja, es stimmt, dass vor allem cis-Män­ner ein domi­nan­tes Ver­hal­ten an den Tag legen, zum Bei­spiel nicht bis zum Schluss zuhö­ren, son­dern ins Wort fal­len /​Das ist struk­tu­rell bedingt (patri­ar­cha­le Ver­hält­nis­se, etc.) /​Sich ent­schul­di­gen, die Per­son aus­re­den las­sen und dann auf das The­ma der Sit­zung zurück­kom­men, also von der per­sön­li­chen Emp­fin­dung zur struk­tu­rel­len Ebe­ne kom­men. /​/​

Klas­se, Bil­dungs­nä­he und Sze­necodes

Wir haben uns gefragt, ob in unse­ren Krei­sen bei der Auf­ar­bei­tung von Über­grif­fen und Kon­flik­ten aus einer mul­ti­di­men­sio­na­len Per­spek­ti­ve die Ach­se von Bil­dungs­ka­pi­ta­li­en (= Bil­dungs­vor­tei­le) und Klas­sen­zu­ge­hö­rig­keit in Bezug auf vor­han­de­ne Dis­kri­mi­nie­rungs­ebe­nen manch­mal ver­ges­sen geht. Sicher ist es wich­tig anzu­er­ken­nen, dass der Gebrauch von dis­kri­mi­nie­rungs­frei­er Spra­che teil­wei­se auch mit der Bil­dung von Per­so­nen zusam­men­hängt und dass ins­be­son­de­re in linken_​anarchistischen Zusam­men­hän­gen vie­ler­lei (Sprach-)codes ver­wen­det wer­den, die neue Aus­schlüs­se schaf­fen. Fol­gen­des Zitat von E*Space, einer femi­nis­ti­schen Grup­pe aus Dres­den, fasst die­se Pro­ble­ma­tik tref­fend zusam­men:

„Leu­te wer­den raus­ge­schmis­sen, weil sie ande­re Wis­sens­stän­de haben, weil sie Begrif­fe benut­zen, die als schlecht oder ver­bo­ten ange­se­hen wer­den oder weil sie Sze­necodes nicht ken­nen. Wenn man auf eine Ver­an­stal­tung geht, weil man die span­nend fin­det, aber sich eigent­lich noch nicht mit den Regeln der lin­ken Sze­ne aus­ein­an­der­ge­setzt hat und man sich da „falsch“ ver­hält, dann kann es auch sein, als Extrem­bei­spiel, dass man da für immer nicht mehr dort auf­tau­chen darf. (…) Wir hal­ten es für wich­tig, dass Men­schen sich erklä­ren kön­nen, dass wir erfah­ren, was pas­siert ist, wenigs­tens grob, damit sie auch eine Ori­en­tie­rung haben, was sie ändern kön­nen.“ (evi­bes, S. 2)

Auto­ri­tä­re Awa­reness

Etwas, was wir als Awa­reness-Grup­pe bei Ver­an­stal­tun­gen in christ­lich-weis­sen, femi­nis­ti­schen Räu­men manch­mal erle­ben, ist eine gewis­se Unmut, wenn wir über Ras­sis­mus, Trans­feind­lich­keit, Inter­sek­tio­na­li­tät und Mul­ti­di­men­sio­na­li­tät spre­chen. Die­se Unmut wird expli­zit oder impli­zit von anwe­sen­den weis­sen cis-Femi­nis­tin­nen geäus­sert. Über­spitzt gesagt, wol­len sie stark machen, dass die Kon­zep­te Awa­reness und Defi­ni­ti­ons­macht „ihnen“ gehö­ren, dass sexua­li­sier­te Gewalt gegen Frau­en „die schlimms­te“ Gewalt­form sei, und dass wir pri­mär sol­che Vor­fäl­le an Par­ties oder in Bezie­hun­gen betrach­ten sol­len.

Die­se cis-Frau­en haben hier­mit eine „Unter­drü­ckungs-Olym­pia­de“ eröff­net: also eine Hier­ar­chi­sie­rung von Gewalt­for­men. Und sie ste­hen an der Spit­ze. In die­ser Abwehr­hal­tung ver­nei­nen oder igno­rie­ren die­se Frau­en eige­ne Gewalt­an­tei­le, z.B. Ras­sis­mus oder Trans­feind­lich­keit. Sie bean­spru­chen das Kon­zept der Defi­ni­ti­ons­macht für sich. Das Gan­ze erscheint wie ein Macht­spiel: Wel­che (christ­lich-weis­se, cis) Frau zuerst „Defi­ni­ti­ons­macht“ geru­fen hat, hat gewon­nen; die­se Per­son thront dann auf ihrem hohen Sockel und stellt sich als unan­tast­bar und unfehl­bar dar. Die Defi­ni­ti­ons­macht wird wie ein Zep­ter geschwun­gen und Leu­te für ihre Fehl­bar­keit bestraft.

Die­se ein­ge­for­der­te Form von Awa­reness ist ein­di­men­sio­nal und denkt einen trans­for­ma­ti­ven Pro­zess nicht mit. Es mag ver­ständ­lich sein, dass die­se Frau­en jah­re­lang für die Aner­ken­nung von sexua­li­sier­ter Gewalt auch in der Sze­ne gekämpft haben, und unse­re Beto­nung von Selbst­re­fle­xi­on und Mul­ti­di­men­sio­na­li­tät wie ein Angriff auf ihre Deu­tungs­ho­heit, und somit als Abspra­che ihrer Gewalt­er­fah­rung erscheint. Nicht im Gerings­ten wol­len wir abspre­chen, dass sexua­li­sier­te Gewalt real und schlimm ist. Wir weh­ren uns aber dage­gen, dass die Kon­zep­te ein­sei­tig bean­sprucht und damit eige­ne Gewalt­an­tei­le ver­steckt oder aus­ge­blen­det wer­den.

In rea­len Gege­ben­hei­ten sind näm­lich, wie oben bespro­chen, oft ver­schie­de­ne Unter­drü­ckungs­for­men vor­han­den. Was tun zum Bei­spiel in einer Situa­ti­on, wo Sexis­mus und Ras­sis­mus gleich­zei­tig vor­han­den sind? Hat da etwa die Per­son gewon­nen, die zuerst Defi­ni­ti­ons­macht aus­ge­ru­fen hat? Wie kön­nen wir also eine mul­ti­di­men­sio­na­le Per­spek­ti­ve ein­neh­men?

Ein wei­te­rer Aspekt von ein­di­men­sio­na­ler, nicht selbst-reflek­tier­ter und wenig macht­kri­ti­scher Awa­reness-Arbeit im all­ge­mei­nen ist, dass sol­che Grup­pen sehr viel Macht von der Sze­ne erhal­ten sowie die­se Macht auch wahr­neh­men bzw. benut­zen. Dies vor­zu­beu­gen, anzu­spre­chen und die­ses Macht­ge­fäl­le abzu­bau­en ist enorm wich­tig.

Schliess­lich kann – selbst­kri­tisch – auch ange­merkt wer­den, dass Per­so­nen mit weis­sen Pri­vi­le­gi­en, also auch weis­se Awa­reness-Per­so­nen, das Gefühl haben, sie hät­ten sowie­so alle Unter­drü­ckungs­for­men ver­stan­den und könn­ten Men­schen unter­stüt­zen, egal von wel­cher Gewalt sie gera­de betrof­fen sind. Als Bei­spiel: christ­lich-weis­se Femi­nis­tin­nen glau­ben, sie hät­ten Ras­sis­mus voll und ganz ver­stan­den, weil sie Unter­drü­ckung in Form von Sexis­mus ken­nen und eine ein­fa­che Ana­lo­gie zie­hen – Unter­drü­ckungs­for­men sind jedoch kom­plex und nicht 1:1 über­trag­bar und ver­gleich­bar! Die­ser genann­te Expert_​innenstatus kommt weis­sen Men­schen in unse­rer ras­sis­ti­schen Gesell­schaft, die von weis­ser Vor­herr­schaft geprägt ist, zugu­te. Gleich­zei­tig wer­den ras­si­fi­zier­te Per­so­nen als vor­ein­ge­nom­men, emo­tio­nal, aggres­siv etc. wahr­ge­nom­men, wenn sie über Ras­sis­mus spre­chen.

Angst vor Awa­reness

Es scheint, als ob mit der Erfah­rung einer auto­ri­tä­ren Awa­renss auch eine all­ge­mei­ne Angst vor Awa­reness ent­steht, im Sin­ne von „Mei­ne Mei­nung wird zen­siert“. Zen­sur ist ein äus­serst pro­ble­ma­ti­scher Begriff, da die­se der zen­sie­ren­den Sei­te eine Macht zuschreibt, die über restrik­ti­ve Struk­tu­ren ver­fügt (meis­tens sind das staat­li­che Stel­len). Zudem wird die­ser Begriff der „Zen­sur“ oder der „Beschnei­dung der Mei­nungs­frei­heit“ seit eini­gen Jah­ren ger­ne von rechts­po­pu­lis­ti­schen Krei­sen ver­wen­det und dadurch wird ver­sucht, die reak­tio­nä­ren und men­schen­un­wür­di­gen Ten­den­zen in die­sen Poli­ti­ken zu ver­schlei­ern. Das­sel­be kön­nen wir auch in unse­ren Krei­sen beob­ach­ten, wenn „Zen­sur!“ oder „poli­ti­cal cor­rect­ness!“ geru­fen wird und somit eine kri­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung ver­un­mög­licht wird (es mag sein, dass ins­be­son­de­re pri­vi­le­gier­te­re Per­so­nen (z.B. christ­lich, weiss, cis) den Begriff Zen­sur ver­wen­den, weil sie es sich im All­tag nicht gewohnt sind, dass sie ihre Bedürf­nis­se zurück­ste­cken sol­len und ihre Äus­se­run­gen kri­ti­siert wer­den kön­nen; d.h. sie stel­len sich nicht die Fra­ge: „Muss ich immer mei­ne Mei­nung sagen, oder kann ich nicht ein­mal inne­hal­ten und über das Gesag­te nach­den­ken?“).

Ähn­lich pro­ble­ma­tisch ist es von „poli­zei-ähn­li­chen“ Struk­tu­ren zu spre­chen. Poli­zei ist eine Form staat­lich kon­trol­lier­ter Gewalt und Kon­trol­le. Es ist ein struk­tu­rel­ler Mecha­nis­mus, der der Macht­er­hal­tung dient. Men­schen, die sich aus frei­en Stü­cken und ohne beson­de­re Macht­mit­tel zusam­men tun, um sich gegen Macht­ver­hält­nis­se zu weh­ren, sind nicht mit Poli­zei zu ver­glei­chen. Der Ver­gleich ist nicht nur falsch, son­dern auch poli­tisch frag­wür­dig, da er staat­li­che Gewalt und Unter­druckung nicht adäquat dar­stellt und klein macht.

Wir kön­nen aber ger­ne über einen gewis­sen sozia­len Druck spre­chen, also was es bedeu­tet, sich in gewis­sen Räu­men nicht mehr alles sagen zu trau­en. Hier kommt es natür­lich dar­auf an, von wel­chen Räu­men wir spre­chen, denn es gibt auch Räu­me, die gar nichts von poli­ti­cal cor­rect­ness hal­ten und das auch aus­le­ben. Also spre­chen wir von öffent­lich zugäng­li­chen Räu­men. Und hier gibt es viel­leicht wirk­lich Momen­te, wo ich nicht all mei­nen Gedan­ken frei­en Lauf las­sen soll­te*, son­dern dafür lie­ber spe­zi­fisch für sol­che Dis­kus­sio­nen erschaf­fe­ne Momen­ten nut­zen soll­te (z.B. in Awa­reness-Work­shops, wo expli­zit dar­auf auf­merk­sam gemacht wird, dass Feh­ler­freund­lich­keit besteht, und Men­schen, die sich dem nicht aus­set­zen wol­len, nicht kom­men sol­len.

Angst los­wer­den und Din­ge ris­kie­ren

„Wenn eine Ana­ly­se von Pri­vi­le­gi­en in ein poli­ti­sches Pro­gramm umge­wan­delt wer­den, das behaup­tet, dass die Schwächs­ten kei­ne Risi­ken ein­ge­hen soll­ten, wird die ein­zi­ge poli­tisch kor­rek­te Poli­tik zu einer Poli­tik des Refor­mis­mus und Rück­zugs, einer Poli­tik, die not­wen­di­ger­wei­se vor dem Sta­tus quo kapi­tu­liert und gleich­zei­tig das Erbe von Black Power-Grup­pen wie den Black Pan­thers und der Black Libe­ra­ti­on Army aus­löscht. Für Fanon ist es gera­de das Ele­ment des Risi­kos, das ein mili­tan­tes Han­deln dring­li­cher macht – die Befrei­ung kann nur unter Ein­satz des Lebens gewon­nen wer­den. Mili­tanz ist nicht nur tak­tisch not­wen­dig – ihr zwei­fa­ches Ziel besteht dar­in, Men­schen zu ver­wan­deln und ihr Wesen „grund­le­gend zu ver­än­dern“, indem sie sie ermu­ti­gen, ihre Pas­si­vi­tät besei­ti­gen und sie von „dem Kern der Ver­zweif­lung“ rei­ni­gen, der sich in ihren Kör­pern her­aus­kris­tal­li­siert hat“. (Wang, S. 19)

Es gehört wohl zum mensch­li­chen Eigen­sinn, dass neue und unge­wohn­te Din­ge mit Skep­sis betrach­tet wer­den oder gar Angst machen. Wir müs­sen unser Kom­fort­zo­ne ver­las­sen und uns auf unbe­kann­tes Gelän­de wagen. So oder ähn­lich ist es auch mit den Awa­reness-Kon­zep­ten. Wenn wir davon aus­ge­hen, dass sich die Auf­nah­me und Anwen­dung von Awa­reness-Kon­zep­ten in ver­schie­de­ne Pha­sen ein­teilt, sind wir womög­lich im Moment in einer „Vor­sichts­pha­se“. Wir tas­ten uns an sie her­an, ler­nen sie ken­nen. Lang­sam gewöh­nen wir uns an sie, ver­ste­hen sie, wen­den sie an. Hier kön­nen auch Feh­ler pas­sie­ren, und die Kon­zep­te kön­nen wil­lent­lich und unwil­lent­licht miss­braucht wer­den. Wir müs­sen also kri­tik­fä­hig und ‑wil­lig blei­ben!

Was wir uns wün­schen, wie wir als Awa­reness-Grup­pe mit Wider­sprü­chen umzu­ge­hen geden­ken und wie wir kri­ti­sier­bar blei­ben wol­len

Wir wün­schen uns lang­fris­ti­ges Den­ken, Aner­ken­nung von per­sön­li­chen Lern­pro­zes­sen, Geduld und Feh­ler­freund­lich­keit. Nur weil jemensch nicht weiss, was Pro­no­men sind, hat mensch dei­ne Gren­zen nicht über­schrit­ten und auch kei­nen High­kick ver­dient. Über­nehmt Ver­ant­wor­tung für die eige­nen Gefüh­le! Und

an alle, die es ver­mes­sen hal­ten, Geduld ein­zu­for­dern: Gebt Acht auf euch, ihr seid natür­lich nicht ver­pflich­tet, die Auf­klä­rungs­ar­beit zu leis­ten. Es gab unter­drück­te Per­so­nen vor uns und es wird sie nach uns geben. Auch wir unter­drü­cken, haben unter­drückt, wer­den unter­drü­cken.

Wir wol­len gemein­sam gewalt­vol­les Ver­hal­ten ver­ler­nen und gewalt­vol­le Struk­tu­ren angrei­fen!

Und: An alle auto­ri­tä­ren Awa­reness-Struk­tu­ren: Löst euch ein­fach auf, ihr seid eh nicht awa­re!

Für unser Wir­ken ist es zen­tral, dass wir als Awa­reness-Grup­pe – und das trifft wohl auf alle Awa­reness-Struk­tu­ren zu – kri­ti­sier­bar blei­ben. Auch wir müs­sen uns reflek­tie­ren und in kon­kre­ten Fäl­len allen­falls nach­fra­gen, um die Instru­men­ta­li­sie­rung von Awa­reness-Kon­zep­ten für per­sön­li­che Agen­das „auf­zu­de­cken“. Das heisst nicht, dass wir eine Erfah­rung abspre­chen, aber allen­falls die Kon­zep­te genau­er erklä­ren kön­nen. Und dar­auf auf­mers­kam machen, dass eine infla­tio­nä­re (= sehr oft) Ver­wen­dung von bestimm­ten Begrif­fe sich län­ger­fris­tig nach­tei­lig auf Betrof­fe­ne sexua­li­sier­ter und dis­kri­mi­nie­ren­der Gewalt aus­wir­ken kann.

Posi­tio­nie­rung und Selbst­ver­ständ­nis

Awa­reness Basel setzt sich momen­tan fast aus­schliess­lich aus cis-Per­so­nen zusam­men, wir pro­fi­tie­ren fast alle von weis­ser christ­li­cher Vor­herr­schaft und den Pri­vi­le­gi­en eines schwei­zer Pas­ses, wir sind fast alle hete­ro­se­xu­ell, wir wer­den fast alle nicht von der Gesell­schaft behin­dert, haben in der Grup­pe über­durch­schnitt­lich viel Zeit an Hoch­schu­len ver­bracht, und über­wie­gend kei­ne dring­li­chen finan­zi­el­len Pro­ble­me. Selbs­kri­tisch zu sein ist uns wich­tig und das heisst auch, unse­re Pri­vi­le­gi­en und Grup­pen­zu­sam­men­set­zung zu reflek­tie­ren.

Es sind vie­le offe­ne Fra­gen und inne­re Wider­stän­de und Kon­flik­te da. auch wir sind davor nicht gefeit. Das alles ist Abbild unse­rer ver­in­ner­lich­ten Macht­ver­hält­nis­se. Wir möch­ten den Text als Dis­kus­si­ons­an­stoss ver­ste­hen, wir kön­nen kei­ne abschlies­sen­den Ant­wor­ten lie­fern und die­se wird es auch nie geben.

Wir als Awa­reness sind kei­ne höhe­re Instanz! Wir ver­su­chen, unter­stüt­zend und kon­text­ab­hän­gig bei Pro­zes­sen zu wir­ken, und nicht bestim­mend, befeh­lerisch, ein­di­men­sio­nal und eigen­mäch­tig.

Res­sour­cen

Saba-Nur Cheema. 2020. „Die Kul­tur des Auf­schreis. Dis­kus­sio­nen über Migro­ag­gres­sio­nen, Trig­ger­war­nun­gen und Safe Spaces haben poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen ersetzt.“ An.schläge 2/​2020, S. 22–23.

e*space, e*vibes. 2014 und 2017. „Defi­ni­ti­ons­macht – eine femi­nis­ti­sche Kri­tik“

- Vor­trag und Dis­kus­si­on in Köln, PDF: https://www.evibes.org/wp-content/uploads/sites/24/2017/07/wir-arbeiten-nicht-mit-definitionsmacht-zum-Zusammenfu%CC%88hren.pdf

- Text von 2014: http://​evi​bes​.blog​sport​.de/​2​0​1​4​/​1​1​/​1​8​/​w​i​r​-​a​r​b​e​i​t​e​n​-​n​i​c​h​t​-​m​i​t​-​d​e​f​i​n​i​t​i​o​n​s​m​a​c​ht/

- Mit­schnitt der Ver­an­stal­tung am 6. Juni 2015 im Auto­no­men Zen­trum Köln – es refe­rier­te die Inter­es­sier­ten­grup­pe ( e*space: http://​evi​bes​.org/​u​e​b​e​r​u​ns/ ) im Rah­men einer mehr­tei­li­gen Dis­kus­si­ons­rei­he. https://www.mixcloud.com/evibes/definitionsmacht-eine-feministische-kritik-vortrag-und-diskussion-in‑k%C3%B6ln/

Mas­si­mo Peri­nel­li. 2015. Trig­ger­war­nung! Cri­ti­cal Whiteness und das Ende der anti­ras­sis­ti­schen Bewe­gung. Pha­se Zwei, Weis­s­ab­gleich, Nr 51. https://​pha​se​-zwei​.org/​h​e​f​t​e​/​a​r​t​i​k​e​l​/​t​r​i​g​g​e​r​w​a​r​n​u​n​g​-​5​66/

Jacky Wang. 2012. „Against Inno­cence. Race, Gen­der, and the Poli­tics of Safe­ty.“ Zuerst erschie­nen in LIES: A Jour­nal of Mate­ria­list Femi­nism, Vol 1 (2012). Ins­be­son­de­re Kapi­tel „Safe Space“, S. 16 – 21. Link zum PDF: https://​archi​ve​.org/​d​e​t​a​i​l​s​/​A​g​a​i​n​s​t​I​n​n​o​c​e​n​c​e​R​a​c​e​G​e​n​d​e​r​A​n​d​T​h​e​P​o​l​i​t​i​c​s​O​f​S​a​f​e​t​y​/​m​o​d​e​/​2up

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