[gG:] [K] 100 Menschen bei Solidemo für Roten Aufbau

Ges­tern demons­trier­ten in Köln spon­tan mobi­li­siert 100 Men­schen mit einer kraft­vol­len Demons­tra­ti­on in Soli­da­ri­tät mit dem Roten Auf­bau. Die im Vor­feld nicht ange­mel­de­te Ver­samm­lung lief nach Eil­an­mel­dung über die Kal­ker Haupt­stra­ße durch das Migran­tIn­nen- und Arbei­te­rIn­nen­vier­tel Köln-Kalk. Den fol­gen­den Rede­bei­trag möch­ten wir ger­ne doku­men­tie­ren:

Revo­lu­tio­nä­re Poli­tik ver­tei­di­gen! – Hän­de weg vom Roten Auf­bau!

Lie­be Kal­ke­rin­nen und Kal­ker,

Lie­be Genos­sIn­nen

Wir haben uns hier heu­te Abend ver­sam­melt, um gegen die Ver­haf­tun­gen von Lin­ken und die Ver­bo­te von kom­mu­nis­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen zum Anfang der Woche in Ham­burg zu demons­trie­ren. Es ist uns als Köl­ne­rIn­nen, die sich für eine klas­sen­lo­se und geschlech­ter­ge­rech­te Welt ein­setz­ten, ein Anlie­gen hier und heu­te unse­ren Pro­test und Wider­stand gegen die­sen beson­ders kras­sen Fall von Poli­zei­re­pres­si­on auf die Stra­ße zu brin­gen.

Die­se Woche begann für eini­ge unse­rer Genos­sIn­nen mit der Maschi­nen­pis­to­le im Gesicht. Am Mon­tag den 31. August durch­such­ten über 200 Cops aus den Spe­zi­al- und Staats­schutz­ein­hei­ten der Poli­zei 28 Woh­nun­gen und ande­re Räu­me in Ham­burg und drei wei­te­ren Bun­des­län­dern. Auch hier in Nord­rhein-West­fa­len. Ziel der Raz­zi­en waren 22 Genos­sIn­nen, denen die Gene­ral­staats­an­walt­schaft vor­wirft, Mit­glie­der des Roten Auf­bau zu sein.

Der Rote Auf­bau ist eine Ham­bur­ger kom­mu­nis­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on, wel­che sich seit Jah­ren erfolg­reich und hand­fest gegen Faschis­tIn­nen und für die Inter­es­sen der Arbei­te­rIn­nen ein­ge­setzt hat. Sie haben das Ziel „die frei­heit­lich demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung durch ein sozia­lis­ti­sches Sys­tem“ zu erset­zen. Und weil sie die­ses Ziel auch prak­tisch ange­gan­gen sein soll, wirft ihnen eben die­se Gene­ral­staats­an­walt­schaft nun vor eine so genann­te ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung nach Para­graph 129a gebil­det zu haben. Unter ande­rem sol­len das Auto eines Ham­bur­ger Poli­zis­ten und meh­re­re Bus­se und Bah­nen zer­stört wor­den sein. So viel zu den Vor­wür­fen der Poli­zei.

Vie­le von uns wis­sen aber genau das man sol­che Vor­wür­fe der Poli­zei mit Vor­sicht genie­ßen muss. Sol­che Geschich­ten sind nicht sel­ten glat­te Lügen um spek­ta­ku­lä­re Aktio­nen zu recht­fer­ti­gen oder sich vor den Rech­ten als star­ke Hand die jetzt end­lich mal auf­räumt dar­zu­stel­len. Der ein­zi­ge Ver­ein der sich wirk­lich mal mit dem Vor­wurf, eine kri­mi­nel­le und gewalt­tä­ti­ge Ver­ei­ni­gung zu sein aus­ein­an­der set­zen muss, ist genau die­se Poli­zei selbst. Weder die Ver­bin­dun­gen zwi­schen Mit­glie­dern von Spe­zi­al­ein­hei­ten und Rechts­ex­tre­men, noch die ras­sis­ti­schen und frau­en­feind­li­chen Droh­schrei­ben an lin­ke Anwäl­tIn­nen und Poli­ti­ke­rIn­nen oder die all­täg­li­che ras­sis­ti­sche Poli­zei­ge­walt sind in irgend einer Form auf­ge­ar­bei­tet wor­den oder haben zu Kon­se­quen­zen geführt.

No Jus­ti­ce! No Peace ! No racist Poli­ce!

Bei die­sem Ver­such die ent­schlos­se­ne radi­ka­le Lin­ke in Deutsch­land klein zu krie­gen han­delt es sich um einen der hef­tigs­ten Angrif­fen der jün­ge­ren lin­ken Geschich­te. Er ist aber nicht vom Him­mel gefal­len. Seit Jah­ren wird an unse­ren tür­ki­schen und kur­di­schen Genos­sIn­nen genau das aus­pro­biert. Mit der Vari­an­te 129b wur­den zum Bei­spiel Men­schen für völ­lig lega­le poli­ti­sche Arbeit in den letz­ten Mona­ten zu mehr­jäh­ri­gen Haft­stra­fen ver­ur­teilt.

Sie sol­len die tür­ki­sche kom­mu­nis­ti­sche Par­tei TKP/​ML oder die kur­di­sche Arbei­te­rIn­nen­par­tei PKK in Deutsch­land unter­stützt haben. Die­se Ver­ur­tei­lun­gen wel­che eigent­lich auf Basis einer Gesin­nung gesche­hen und dem Aus­for­schen und Zer­set­zen der revo­lu­tio­nä­ren Lin­ken die­nen, sagen aber mehr über den Staat als über unse­re Genos­sIn­nen auf der Ankla­ge­bank.

Soli­da­ri­tät mit der TKP/​ML! Soli­da­ri­tät mit der Arbei­ter­par­tei Kur­di­stans! Und jetzt auch Soli­da­ri­tät mit dem Roten Auf­bau!

Wir haben in den letz­ten Wochen und Mona­ten alle gese­hen, wie die staat­li­chen Orga­ne mit den aktu­el­len gesell­schaft­li­chen Auf­ga­ben umge­hen. Am Sams­tag ver­an­stal­ten Faschis­tIn­nen unter dem Vor­wand, gegen die Coro­na­po­li­tik der Regie­rung pro­tes­tie­ren zu wol­len, einen Sturm auf den Reichs­tag. Nicht mal 48 Stun­den spä­ter kra­chen in Ham­burg die Haus­tü­ren, bei einer Grup­pe die für ihren hand­fes­ten Anti­fa­schis­mus bekannt ist. Über­all in Deutsch­land wer­den gera­de Anti­fa­schis­tIn­nen und ihre Struk­tu­ren mit Repres­si­on über­zo­gen wäh­rend die Gewalt von Rechts im All­tag und durch Anschlä­ge von Tag zu Tag zunimmt. Die Stra­te­gie ist hier rela­tiv offen­sicht­lich. Weil der Staat abso­lut unfä­hig und nicht wil­lens ist Pro­ble­me, wie sin­ken­de Real­löh­ne, ras­sis­ti­sche Gewalt oder die Kli­ma­ka­ta­stro­phe zu lösen, soll eine Lin­ke die sich genau dage­gen wehrt Mund­tod gemacht wer­den.

Wir sind alle gemein­sam von der Gewalt und den immer schlech­ter wer­den­den Lebens­be­din­gun­gen betrof­fen. Dar­um müs­sen wir uns gemein­sam und ent­schlos­sen ver­tei­di­gen. Der Angriff gilt unse­ren Genos­sin­nen, denen wir in den kom­men­den Tagen alles Glück und viel Kraft wün­schen. Ziel die­ser Klas­sen- und Gesin­nungs­jus­tiz sind wir aber alle. Wir soll­ten uns gemein­sam ver­tei­di­gen und zei­gen das wir so einen fre­chen Angriff der Cops nicht hin­neh­men wer­den. Wir las­sen uns nicht ein­schüch­tern! Und wir las­sen ihre Repres­si­on gemein­sam ins lee­re lau­fen.

Hän­de weg vom Roten Auf­bau!

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