[gG:] Kundgebung Heinrichplatz: Unsere Solidarität gegen ihre Repression

Am 31. August 2020 gab es in Ham­burg und ande­ren Orten 28 Haus­durch­su­chun­gen gegen lin­ke Aktivist*innen. Auch der lin­ke Stadt­teil­la­den »Lütt­je Lüüd« in Ham­burg war betrof­fen. Den 22 Beschul­dig­ten wird vor­ge­wor­fen, Mit­glie­der der lin­ken Grup­pe Roter Auf­bau Ham­burg zu sein und eine kri­mi­nel­le Ver­ei­ni­gung nach Para­graf 129 gebil­det zu haben. Gegen wei­te­re unbe­kann­te Per­so­nen wird noch ermit­telt. Die­se Raz­zi­en stel­len einen der größ­ten Angrif­fe der letz­ten Jah­re auf orga­ni­sier­te lin­ke Struk­tu­ren dar. Die Kri­mi­na­li­sie­rung einer gan­zen Grup­pe, ist eine neue Qua­li­tät der Repres­si­on gegen die bun­des­deut­sche Lin­ke.
Das Ermitt­lungs­ver­fah­ren der Gene­ral­staats­an­walt­schaft Ham­burg läuft bereits seit 2019. Im rich­ter­li­chen Beschluss ist sogar die Rede von der Bil­dung einer ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung, also einem Para­graf-129a-Ver­fah­ren. Vor­ge­wor­fen wer­den den Betrof­fe­nen Straf­ta­ten wie Land­frie­dens­bruch und Sach­be­schä­di­gung, sowie die Auf­for­de­rung zu Straf­ta­ten. Mit dem Vor­wand einer 129a-Ermitt­lung lässt sich nahe­zu jede Über­wa­chungs- und Bespit­ze­lungs­maß­nah­me begrün­den. Der Para­graph ist ein Werk­zeug für die Repres­si­ons­or­ga­ne, um lin­ke Struk­tu­ren aus­zu­spio­nie­ren und Aktivist*innen zu kri­mi­na­li­sie­ren.

Die Raz­zi­en sind ein neu­er Höhe­punkt der bun­des­wei­ten Repres­si­on gegen Lin­ke. In Leip­zig und in Frank­furt fan­den bereits im Juni die­sen Jah­res Haus­durch­su­chun­gen statt. In Frank­furt lau­ten die Vor­wür­fe gegen die Betrof­fe­nen eben­falls die Bil­dung einer ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung nach Para­graph 129a. Im Nach­gang zu den Pro­tes­ten gegen den G20-Gip­fel in Ham­burg hat eine nicht enden­de Repres­si­on gegen Gipfelgegner*innen statt­ge­fun­den, die bis heu­te andau­ert. Es gab Öffent­lich­keits­fahn­dun­gen, Haus­durch­su­chun­gen und mehr­jäh­ri­ge Haft­stra­fen gegen Aktivist*innen. Die Pro­zes­se im Ron­den­barg-Ver­fah­ren gegen bun­des­weit min­des­tens 86 lin­ke Aktivist*innen, die von der Staats­an­walt­schaft Ham­burg ange­klagt wer­den, ste­hen zudem noch bevor.

Es fin­det ein gesell­schaft­li­cher Rechts­ruck statt, rech­te Netz­wer­ke machen sich im Staats­ap­pa­rat breit und Nazi­ter­ror wird ver­harm­lost und ver­tuscht. Gleich­zei­tig nimmt die Repres­si­on gegen Lin­ke zu: die lin­ke Platt­form Indy­m­e­dia Links­un­ten wur­de 2017 ver­bo­ten, ein Ver­bot der Roten Hil­fe wur­de 2018 von Innen­mi­nis­ter Horst See­hofer ins Spiel gebracht, Poli­zei­ge­set­ze wer­den bun­des­weit ver­schärft, kur­di­sche und tür­ki­sche lin­ke Aktivist*innen wer­den mit dem §129b kri­mi­na­li­siert. Der Staat ver­folgt das Ziel lin­ke, revo­lu­tio­nä­re und fort­schritt­li­che Struk­tu­ren zu zer­schla­gen und zu dele­gi­ti­mie­ren. Er dient der Absi­che­rung kapi­ta­lis­ti­scher Herr­schaft und steht einer befrei­ten Gesell­schaft ohne Aus­beu­tung und Unter­drü­ckung im Weg. Wir las­sen uns von der Repres­si­on nicht ein­schüch­tern, son­dern kämp­fen wei­ter für eine Gesell­schaft ohne Kapi­ta­lis­mus, Ras­sis­mus und Patri­ar­chat. Gegen die staat­li­chen Angrif­fe auf lin­ke Struk­tu­ren müs­sen wir spek­tren­über­grei­fend zusam­men­ste­hen. Getrof­fen hat es den Roten Auf­bau, gemeint sind wir alle!

Soli­da­ri­tät mit dem Roten Auf­bau Ham­burg und allen Ange­klag­ten in den G20-Ver­fah­ren! Weg mit den §129, §129a und §129b!

Kund­ge­bung | Sams­tag | 05.09.2020 | 16 Uhr | Hein­rich­platz | Ber­lin

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