[perspektive:] Welche Rolle spielt der türkische Geheimdienst bei den faschistischen Angriffen in Wien?

In den letzte Wochen häufen sich Angriffe türkischer Faschisten in Wien auf die Aktivitäten und Räumlichkeiten linker Oppositioneller im Exil. Auch der türkische Geheimdienst MIT ist offenbar in die Aktivitäten verwickelt.

Am Diens­tag schlu­gen die Faschis­ten offen­bar zuletzt zu. Im Wie­ner Stadt­teil Favo­ri­ten bemerk­ten Mit­glie­der des „Ver­eins der Arbei­te­rIn­nen aus der Tür­kei in Wien“ (Viya­na Tür­ki­ye­li ISCILER Der­ne­gi, VTID) gegen 17 Uhr einen Brand vor der Tür des lin­ken Zen­trums Ernst-Kirch­we­ger-Haus, in dem sich auch ihr Ver­eins­sitz befin­det. Ver­letzt wur­de glück­li­cher­wei­se nie­mand.

Jedoch ist der Anschlag nur ein wei­te­rer Angriff in einer gan­zen Rei­he von Über­fäl­len auf tür­kisch-kur­di­sche oppo­si­tio­nel­le Demons­tra­tio­nen und Ver­eins­lo­ka­le in Wien. Ende Juni waren meh­re­re Ver­ei­ne von tür­ki­schen Faschis­ten ange­grif­fen wor­den.

Schon am 24. Juni hat­ten über hun­dert tür­ki­sche Faschis­ten eine Kund­ge­bung, die von ver­schie­de­nen tür­ki­schen und kur­di­schen Frau­en­or­ga­ni­sa­tio­nen orga­ni­siert wor­den war, ange­grif­fen. Im Anschluß war es zu 207 Iden­ti­täts­fest­stel­lun­gen gekom­men. Auch ein kur­di­scher Jour­na­list wur­de in die­sen Tagen schwer ver­letzt, so dass er im Kran­ken­haus behan­delt wer­den muss­te.

Mas­si­ve Angrif­fe tür­ki­scher Faschis­tIn­nen auf Anti­fa­schis­tIn­nen in Wien

Dass der tür­ki­sche Geheim­dienst MIT, der tra­di­tio­nell mit den Grau­en Wöl­fen und ande­ren Faschis­ten in der Tür­kei zusam­men­wirkt, an die­sen Vor­fäl­len betei­ligt ist, scheint höchst wahr­schein­lich. So hat­ten nach Infor­ma­tio­nen des öster­rei­chi­schen Innen­mi­nis­ter Karl Neham­mer, Ermitt­lun­gen auf­grund der Angrif­fe in Wien-Favo­ri­ten zur Ent­tar­nung min­des­tens zwei­er Per­so­nen geführt, die in Wien tür­kisch­stäm­mi­ge Öster­rei­cher und tür­ki­sche Staats­bür­ger bespit­zelt hat­ten.

Öster­reich geht jedoch davon aus, dass zwi­schen 2018 und 2020 ins­ge­samt 35 Per­so­nen vom tür­ki­schen Staat ange­wor­ben wur­den, bei­spiels­wei­se, in dem sie im Urlaub fest­ge­nom­men und unter Druck gesetzt wur­den.

Bei einer Kund­ge­bung lin­ker Kräf­te aus der Tür­kei und Kur­di­stan war den öster­rei­chi­schen Sicher­heits­be­hör­den ein Doku­men­ta­ti­ons­team auf­ge­fal­len, dass die Teil­neh­me­rIn­nen der Kund­ge­bung in für Geheim­diens­te cha­rak­te­ris­ti­scher Manier abge­filmt habe.

Der Bei­trag Wel­che Rol­le spielt der tür­ki­sche Geheim­dienst bei den faschis­ti­schen Angrif­fen in Wien? erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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