[EMRAWI:] Automatisierung, Robotik und Arbeit in der 4ten und 5ten industriellen Revolution

Seit Beginn der ers­ten indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on in den 1700er Jah­ren haben die auf­ein­an­der fol­gen­den indus­tri­el­len Revo­lu­tio­nen die Arbeit, die Arbei­ter selbst – und schu­fen sogar das Kon­zept der „Arbei­ter­klas­se“ -, ihre Lebens­wei­se, ihre Inte­gra­ti­on in die städ­ti­schen Höl­len, die Fabrik­ge­fäng­nis­se, die Müh­len und die Berg­werks­schäch­te tief grei­fend beein­flusst; ihre Kin­der haben die Demü­ti­gung, ja sogar den Tod der moder­nen Skla­ve­rei jener Zeit nicht ver­zie­hen. Die Indus­tria­li­sie­rung, das Ergeb­nis der Mecha­ni­sie­rung der Indus­trie, nähr­te die moder­ne Skla­ve­rei und die Domes­ti­zie­rung der Men­schen in jedem Win­kel der expan­die­ren­den Impe­ri­en und Kolo­nien und im Rest des leben­den Pla­ne­ten. Wir ste­hen nun am Beginn einer vier­ten (4IR) und sogar fünf­ten (5IR) indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on, die unse­re Gefan­gen­schaft in der tech­no­lo­gi­schen Gesell­schaft genau­so radi­kal beein­flus­sen wird wie in den frü­he­ren.

Der Begriff der Arbeit selbst, sogar die Arbeit selbst wird sich ändern, bis sie wie­der unkennt­lich wird. Bereits in der „Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie“ und den Aus­gangs­sper­ren, die Mil­li­ar­den von Men­schen auf der gan­zen Welt ver­hängt wur­den, tau­chen die Zei­chen der kom­men­den indus­tri­el­len Revo­lu­tio­nen auf, und Mil­lio­nen ver­lie­ren Berich­ten zufol­ge in vie­len Län­dern ihren Arbeits­platz. So wird bei­spiels­wei­se erwar­tet, dass ein Fünf­tel aller Arbei­ter im Ver­ei­nig­ten König­reich, d.h. mehr als 7 Mil­lio­nen, auf­grund von Ent­bin­dung und Aus­gangs­sper­re arbeits­los sein wer­den, was sich wei­ter­hin auf eine sich abschot­ten­de Wirt­schaft aus­wirkt.

Seit wir begon­nen haben, die­se Ana­ly­se zu schrei­ben, war es schwie­rig, kon­kre­te Zah­len zur Arbeits­lo­sig­keit zu erhal­ten, da 70 % der Unter­neh­men ihre Lohn­skla­ven auf so genann­ten „Urlaub“ set­zen, d.h. sie blei­ben der Arbeit fern, wer­den aber immer noch bezahlt. Unter­des­sen behaup­ten vie­le die­ser Kapi­ta­lis­ten, sich in einer wach­sen­den Liqui­di­täts­kri­se zu befin­den: 59% von ihnen gaben an, höchs­tens drei Mona­te lang über Reser­ve­fonds zu ver­fü­gen. Etwa 140.000 Unter­neh­men bean­trag­ten das „Coro­na­vi­rus Arbeits­platz­bei­be­hal­tungs­pro­gramm“ der Regie­rung, das 80 % des Gehalts eines Arbeit­neh­mers bis zu einer Ober­gren­ze von 2.500 Pfund pro Monat dafür zahlt, zu Hau­se zu blei­ben. Wer weiß, wie lan­ge das dau­ern wird, denn die Urlaubs­re­ge­lung ver­schiebt das Unver­meid­li­che, das bereits geschieht. Auf der ande­ren Sei­te des Atlan­tiks, in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, haben in nur einer Woche 4,4 Mil­lio­nen Men­schen Arbeits­lo­sen­geld bean­tragt, ins­ge­samt über 30 Mil­lio­nen seit Beginn der Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie. Soge­nann­te Wirt­schafts­ex­per­ten sagen eine „Finanz­kri­se“ vor­aus, ver­gleich­bar mit der Wall-Street-Kri­se von 19291.

Selbst in Chi­na, das die letz­te Rezes­si­on über­lebt hat, stieg die offi­zi­el­le Arbeits­lo­sen­quo­te im Dezem­ber, als das Virus angeb­lich aus­ge­bro­chen sein soll­te, um 3 Mil­lio­nen (0,7%, von 5,2 auf 5,9%). Tat­säch­lich begann all dies, noch bevor der Covid-19 auf den Schau­platz der Kri­se brach, als die kapi­ta­lis­ti­schen Her­ren noch mit den Nach­wir­kun­gen der letz­ten „Finanz­kri­se“ und dem anhal­ten­den finan­zi­el­len Zusam­men­bruch zu kämp­fen hat­ten. Dies ist vor allem auf einen Aspekt der 3. indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on zurück­zu­füh­ren, das Inter­net, das die Nut­zung für phy­si­sche Geschäf­te ersetzt, z.B. die Online-Lie­fe­rung, wo wir unse­re Bezie­hung zu Arbeit, Auto­ma­ti­sie­rung und Robo­tik in der Gegen­wart began­nen.

Die Erset­zung mensch­li­cher Arbeits­kräf­te durch Robo­ter oder einen auto­ma­ti­sier­ten Pro­zess hat ein sol­ches Tem­po erreicht, dass inzwi­schen 50% der Mana­ger in 45 Län­dern der Welt die Ein­füh­rung der Auto­ma­ti­sie­rung in ihren Unter­neh­men beschleu­ni­gen, da die Arbei­ter auf­grund des Aus­bruchs des Coro­na­vi­rus gezwun­gen sind, zu Hau­se zu blei­ben. Der Kapi­ta­lis­mus berei­tet sich auf eine Welt nach der Kri­se vor. Kurz­fris­tig sind nach Schät­zun­gen des Staa­tes etwa 1,5 Mil­lio­nen Arbei­ter in Groß­bri­tan­ni­en einem hohen Risi­ko aus­ge­setzt, ihren Arbeits­platz durch die Auto­ma­ti­sie­rung zu ver­lie­ren. Man geht davon aus, dass es bis 2035 mög­lich wäre, 86% der Arbeits­plät­ze im Restau­rant, drei Vier­tel der Arbeits­plät­ze im Ein­zel­han­del und 59% der Arbeits­plät­ze im Frei­zeit­be­reich zu auto­ma­ti­sie­ren. Welch ein Zufall, dass die­se zu den Bran­chen gehö­ren, die am stärks­ten von einer „Epi­de­mie“ betrof­fen sind, die jetzt enor­me Effi­zi­enz­stei­ge­run­gen erfor­dert, wenn eini­ge Unter­neh­men nicht wei­ter­ma­chen wol­len. „Die Lohn­as­sis­ten­ten in den Super­märk­ten haben bereits die Haupt­last des Tech­no­lo­gie-Phä­no­mens getra­gen“, sag­te das Natio­na­le Sta­tis­tik­amt im ver­gan­ge­nen Jahr, „25,3% der Arbeits­plät­ze sind zwi­schen 2011 und 2017 ver­schwun­den“.

Einer der Arbeits­be­rei­che, der in letz­ter Zeit einen dra­ma­ti­schen Anstieg der Auto­ma­ti­sie­rung und Robo­tik erlebt hat, ist das gesam­te Logistik‑, Ver­triebs- und Lie­fer­im­pe­ri­um sowie die Super­märk­te. Dies ist nicht über­ra­schend, wenn man die rasche Ein­füh­rung von Selbst­be­die­nungs­kas­sen in Super­märk­ten sieht, die mit Video­über­wa­chung aus­ge­stat­tet sind, um den Dieb­stahl von „lebens­wich­ti­gen Gütern“ zu ver­hin­dern. McDo­nalds ver­fügt bereits über digi­ta­le Auf­trags­ki­os­ke, um die Not­wen­dig­keit zu besei­ti­gen, mit depri­mier­ten Mit­ar­bei­tern hin­ter dem Schreib­tisch zu spre­chen. Oder Ama­zon, die in den Ver­kauf von Lebens­mit­teln expan­diert, die einen Super­markt in Seat­tle mit nächt­li­chen Mit­ar­bei­tern hat, die sich statt­des­sen auf Sen­so­ren ver­las­sen, um zu ver­fol­gen, was die Käu­fer aus den Rega­len neh­men (sogar um zu ver­hin­dern, dass sie Pro­duk­te steh­len), und die „Grab-and-Go“-Technologie ver­wen­den, um Kun­den Rech­nun­gen aus­zu­stel­len und die letz­ten Schlan­gen zu beseitigen2. Dies mit dem Nach­weis, dass vie­le Ein­zel­händ­ler, die wäh­rend der Covid-19-Pan­de­mie vor kur­zem geöff­net blie­ben, sich gewei­gert haben, phy­si­sches Bar­geld zu erhal­ten, weil die Gesell­schaft Angst vor ver­un­rei­nig­ten Mün­zen und Bank­no­ten hat. Die „bar­geld­lo­se Gesell­schaft“ hat durch die Anhe­bung der Grenz­wer­te für kon­takt­lo­se Zah­lun­gen und die ängst­li­che­ren Kon­su­men­ten, die ihre Sucht­ge­wohn­hei­ten auf den Online-Ver­kauf über­tra­gen, einen Auf­schwung erfah­ren, was den Ver­lust von Arbeits­plät­zen auf der Stra­ße noch ver­stärkt hat.

Ama­zon und ande­re gro­ße Online-Ein­zel­händ­ler sind eini­ge der weni­gen kapi­ta­lis­ti­schen Unter­neh­men, die tat­säch­lich pro­fi­tie­ren, abge­se­hen von gro­ßen Super­märk­ten wie den Impe­ri­en von Lidl, Tes­co und Wal-Mart oder Phar­ma­zeu­ti­ka wie Gla­x­oS­mit­h­Kli­ne und Astra­Ze­ne­ca oder Bio­tech-Gigan­ten wie Gilead Sci­ence und Moder­na. Es wird geschätzt, dass Ama­zons Gewin­ne auf 10.000 Dol­lar pro Sekun­de, Tag und Nacht, gestie­gen sind. Das ist nicht über­ra­schend, wenn das „Ama­zo­nas-Impe­ri­um“ noch vor der Schlie­ßung expan­diert und die Kon­kur­renz und den Lebens­mit­tel­ein­zel­han­del auf­kauft, der bereits zu den größ­ten Lohn­skla­ven­händ­lern gehört, die man sich vor­stel­len kann. Dies sind nur eini­ge der ganz offen­sicht­li­chen Bei­spie­le in der Kon­sum­ge­sell­schaft an der Ober­flä­che.

Im Grun­de ver­än­dert sich das Logis­tik­sys­tem dra­ma­tisch, gan­ze Lager­häu­ser wer­den in Robo­ter und Auto­ma­ti­sie­rung ver­wan­delt. Oca­do, der Online-Lebens­mit­tel­gi­gant, führ­te ein voll­stän­dig robo­ter­ge­stütz­tes Ful­fill­ment-Cen­ter in Ando­ver, Groß­bri­tan­ni­en, ein, bevor es auf­grund eines tech­ni­schen Ver­sa­gens abbrann­te. Durch die Kom­bi­na­ti­on von Robo­tik, künst­li­cher Intel­li­genz und 4G-Netz­werk­kom­mu­ni­ka­ti­on erfüllt das Lager­haus die Anfor­de­run­gen der 4. indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on, die behaup­te­te, Lebens­mit­tel viel schnel­ler zu sam­meln als Menschen3. Das „Ama­zo­nas-Impe­ri­um“ ist mit einer wach­sen­den Zahl von Ver­triebs­zen­tren lan­ge vor allen ande­ren im High-Tech-Logis­tik­spiel gewe­sen. Kiva-Robo­ter trans­por­tie­ren Pro­dukt­re­ga­le zu mensch­li­chen Arbei­tern, die dann die zu ver­sen­den­den Arti­kel auf­neh­men, zusam­men mit den Robo­ter­ar­men und För­de­rern, die die Pro­duk­te durch das Lager bewegen4. Sogar ande­re Fir­men wie Ali­b­a­ba, die gigan­ti­sche Ver­si­on von Ama­zon in Chi­na, haben ihre eige­nen Ver­sio­nen mit dem Namen Quick­tron. Um dabei zu hel­fen, for­schen vie­le Unter­neh­men auch an voll­au­to­ma­ti­schen Gabel­stap­lern und set­zen die­se ein, wie z.B. Toyo­ta, das bereits sei­nen neu­en AGV-Auto­pi­lo­ten5 ent­wi­ckelt hat, der den Men­schen voll­stän­dig eli­mi­niert, um der Maschi­ne beim Trans­port schwe­rer Güter in der Fabrik zu hel­fen; sie braucht nicht ein­mal einen Men­schen, um die Bat­te­rie zu wech­seln. Und um die­se Pro­duk­te zu lie­fern? Kurz vor dem Erschei­nen des Covid-19 in Mil­ton Keynes, Eng­land, dem leuch­ten­den Bei­spiel einer „neu­en Stadt“, begann Star­s­hip Technologies6, das von einem Sky­pe-Mit­be­grün­der ins Leben geru­fen wur­de, nach der Erobe­rung von Tei­len der USA zum ers­ten Mal in Groß­bri­tan­ni­en mit auto­no­men Robo­tern, die Lebens­mit­tel in das Zen­trum eines Stadt­ge­biets lie­fern.

Smart­pho­ne-Benut­zer kön­nen jetzt über die Star­s­hip-Lie­fer­an­wen­dung eine Lie­fe­rung bei Lebens­mit­tel- und Geträn­ke­an­bie­tern anfor­dern. Ihre Wer­bung wirbt für den „grü­nen kapi­ta­lis­ti­schen“ Nut­zen der Ver­rin­ge­rung von Staus auf den Stra­ßen der Stadt, der dem mora­lisch bewuss­ten Ver­brau­cher zufällt. Es kann Sie auch auf­zeich­nen und die Poli­zei rufen, wenn Sie ange­grif­fen wer­den, und Ihnen sogar mit­tei­len, wer dies tut. Über­all auf der Welt hören wir auch, dass Droh­nen durch Covid-19 in den Augen der Men­schen mehr Legi­ti­mi­tät erhal­ten. Anstatt die Fein­de des Kapi­ta­lis­mus in der Wüs­te zu bom­bar­die­ren, wie sie es bis vor kur­zem getan haben, lie­fern die Droh­nen jetzt Medi­ka­men­te in ent­le­ge­ne Gebie­te und an iso­lier­te älte­re Men­schen, denn es gibt nichts Bes­se­res, als sie für Pro­pa­gan­da­zwe­cke zu nut­zen.

Die­se Fir­ma expe­ri­men­tiert nicht nur mit Droh­nen und Robo­tern, um Pro­duk­te zu lie­fern, was bereits im all­ge­mei­nen Bewusst­sein ist, son­dern auch voll­au­to­ma­ti­sche Fahr­zeu­ge sind auf dem Vormarsch7. Droh­nen und Robo­ter kön­nen nur so viel beför­dern, des­halb tes­ten sie jetzt Lie­fer- und Schwer­last­fahr­zeu­ge, die in der Lage sind, das zu tun, was neue­re auto­ma­ti­sier­te Fahr­zeu­ge leis­ten kön­nen. Bei­spie­le sind der Vol­vo Vera, ein völ­lig auto­no­mer Lie­fer­wa­gen, der nicht ein­mal einen Ersatz­fah­rer benö­tigt, und Domi­no­te, der sich mit dem Robo­ter­un­ter­neh­men Nuro zusam­men­schließt, um sei­ne R2-Piz­zen ohne Fah­rer zu bekom­men, oder wie wäre es mit einem auto­nom betrie­be­nen Laden? Klei­ne­re Ein­käu­fe eini­ger Arti­kel im Super­markt; Robom­art kom­bi­niert E‑Commerce, auto­no­me Fahr­zeu­g­lie­fe­rung und sogar kos­ten­lo­se Abhol­tech­no­lo­gie und macht damit das, was frü­her der Milch­mann tat. Es besteht kein Bedarf an Abhol­per­so­nal, Fach­händ­lern, Aus­lie­fe­rungs­fah­rern und dem gesam­ten Kon­zept der Geschäf­te selbst8. Inter­es­sant ist, dass wäh­rend der Covid-19-Pan­de­mie die­sel­ben Arbei­ter, die stän­dig als „Schlüs­sel-“ oder „unent­behr­li­che“ Arbei­ter ange­prie­sen wer­den, auch die­je­ni­gen sind, denen der Ver­lust ihrer Arbeits­plät­ze durch die Auto­ma­ti­sie­rung droht.

Die Zahl der Arbei­ter, die auf­grund die­ser tech­no­lo­gi­schen Erneue­run­gen arbeits­los wer­den, ist jen­seits des­sen, was man denkt, der Logis­tik­sek­tor ist nur eine Moment­auf­nah­me, wie eine Bran­che betrof­fen sein wird. Es wird geschätzt, dass allein in den USA 47% der Arbeits­plät­ze auf­grund der Auto­ma­ti­sie­rung ver­lo­ren gehen wer­den, wäh­rend in der EU 54% in die Arbeits­lo­sig­keits­fal­le tap­pen wer­den. Der „Ludditen-Trugschluss“9 und die „tech­no­lo­gi­sche Arbeitslosigkeit“10 sind kei­ne Ver­schwö­rung mehr, da nicht nur der Pro­duk­ti­ons- oder Ver­triebs­sek­tor von der Auto­ma­ti­sie­rung bedroht ist, son­dern auch der Dienst­leis­tungs­sek­tor, wie etwa das Gesund­heits­we­sen, das bereits sei­nen „gerech­ten Anteil“ erhal­ten hat, der sich seit „der Pan­de­mie“ beschleu­nigt hat, wobei Chi­na mit Robo­tern, die Medi­ka­men­te ver­tei­len, indem sie Men­schen auf das Virus scannen11, an der Spit­ze steht.

Sogar der 3D-Druck, ein wei­te­rer Fak­tor der begin­nen­den Vier­ten Indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on, ist bereits fort­ge­schrit­ten, sogar ein mensch­li­ches Herz kann gedruckt werden12. Das macht die Ghost In The Shell13 Sci­ence-Fic­tion nicht nur noch rea­li­täts­nä­her, son­dern wirkt sich auch auf die Arbeit selbst aus. In jüngs­ter Zeit wur­den die Mas­sen­me­di­en mit Berich­ten über Unter­neh­men und Ein­zel­per­so­nen über­schwemmt, die 3D-Dru­cker zur Her­stel­lung von PIDs ver­wen­den, um den Gesund­heits­diens­ten ent­ge­gen­zu­wir­ken, die durch die Spar­maß­nah­men der Regie­rung unter Druck gera­ten sind14. Dies bedeu­tet erheb­li­che Ände­run­gen in der gesam­ten Umset­zung und Begrün­dung des 3D-Drucks, nicht nur in Bezug auf bestimm­te Ele­men­te. Selbst kom­pli­zier­te Gegen­stän­de kön­nen welt­weit von jedem gedruckt wer­den, der das Geld hat, in Tech­no­lo­gie zu inves­tie­ren, aber es bedeu­tet, dass die Art und Wei­se, wie Gegen­stän­de her­ge­stellt wer­den, nicht auf einen Schlüs­sel­stand­ort beschränkt ist. Bald wer­den Objek­te eher gedruckt als her­ge­stellt wer­den, es wird noch weni­ger Bedarf an der Mit­wir­kung der Arbei­ter geben, wenn sogar ein Arti­kel für die Pri­vi­le­gier­ten zu Hau­se gedruckt wer­den könn­te. Es eröff­net auch die Mög­lich­keit, Tech­no­lo­gien zu kom­bi­nie­ren, wie die jüngs­ten Expe­ri­men­te mit Robo­tern durch MX3D, um eine Brü­cke, die Aus­wir­kun­gen auf die Beschäf­ti­gung in der Bau­in­dus­trie hat, in 3D zu drucken15.

Die spe­ku­la­ti­ve­ren For­men der Nano­tech­no­lo­gie (wie z.B. mole­ku­la­re Assem­bler oder Nano­fa­bri­ken, die es der­zeit noch nicht gibt) erhö­hen in Zukunft die Mög­lich­keit von Gerä­ten, die auto­ma­tisch jedes spe­zi­fi­zier­te Pro­dukt mit den rich­ti­gen Anwei­sun­gen und den erfor­der­li­chen Roh­stof­fen und Ener­gie her­stel­len kön­nen. Die Zukunft wird eine Ver­la­ge­rung des Schwer­punkts von der Art und Wei­se erle­ben, wie Fabri­ken und ihre phy­si­ka­li­schen Pro­zes­se sich ändern, um zu pro­du­zie­ren, wie Auto­ma­ti­sie­rungs­pro­zes­se umpro­gram­miert wer­den, wie ein Soft­ware­pro­gramm ein­fach umpro­gram­miert wird, um mit der­sel­ben Maschi­ne etwas ande­res zu pro­du­zie­ren. Sogar die Fähig­keit, neue Maschi­nen zu pro­du­zie­ren, hat sich mit dem 3D-Druck bereits her­aus­kris­tal­li­siert, der all­mäh­lich auch für die Her­stel­lung von Droh­nen allein ver­wen­det wird. Es ist ganz klar, dass Robo­tik, künst­li­che Intel­li­genz und 3D-Druck zusam­men mit ande­ren nicht erwähn­ten Tei­len der 4. Indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on die Arbeits­lo­sig­keit erhö­hen wer­den, dar­un­ter Nano­tech­no­lo­gie, Quan­ten­com­pu­ter, Bio­tech­no­lo­gie, das indus­tri­el­le Inter­net der Din­ge, dezen­tra­li­sier­ter Kon­sens und draht­lo­se Tech­no­lo­gien der fünf­ten Genera­ti­on (5G). Es geht auch dar­um, wie Staat und Kapi­ta­lis­mus auf die­se oder die nächs­te „Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie“ reagie­ren wer­den, die sich in der bereits bestehen­den „tech­no­lo­gi­schen Arbeits­lo­sig­keit“ mani­fes­tiert.

Es gibt bereits vie­le Theo­rien von Regie­run­gen und ihren neo­li­be­ra­len kapi­ta­lis­ti­schen Exper­ten dar­über, wie mit der dar­aus resul­tie­ren­den Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit umzu­ge­hen ist, die zu einem end­lo­sen Vor­marsch neu­er Tech­no­lo­gien füh­ren könn­te. Eine Abhil­fe, die von den Behör­den dis­ku­tiert und ange­wandt wird, ist ein „Uni­ver­sel­les Grund­ein­kom­men“, das von der Gesell­schaft ver­lan­gen wür­de, die Maß­nah­me über Steu­ern zu finan­zie­ren, wobei nur Arbeits­lo­se als Begüns­tig­te in Fra­ge kämen, aber frü­her oder spä­ter wird die Maß­nah­me auf alle aus­ge­wei­tet wer­den, unab­hän­gig von ihrem Beschäf­ti­gungs­sta­tus.

Für die­je­ni­gen, die sagen, dass die Men­schen Geld umsonst bekom­men wür­den, wären die Begüns­tig­ten gezwun­gen, eine frei­wil­li­ge Arbeit zu leis­ten, um der Gesell­schaft etwas zurück­zu­ge­ben, ähn­lich wie von den Arbeits­lo­sen im Ver­ei­nig­ten König­reich erwar­tet wird, dass sie „unbe­zahl­te Arbeit“ leisten16. Dies wür­de eine schein­bar ganz­heit­li­che Kul­tur des „Wir sind alle zusam­men“ schaf­fen, wo haben wir das schon ein­mal gehört?

Die voll­stän­di­ge Über­ar­bei­tung wür­de die Vor­stel­lung, dass Ein­kom­men auf Arbeit basiert, tren­nen und eine „uto­pi­sche Gesell­schaft“ schaf­fen, die frei von ande­ren Akti­vi­tä­ten wäre. Dies ist die so genann­te „Post-Knapp­heit“, eine Wirt­schaft, die auf Pro­duk­ten beruht, die im Über­fluss ohne oder mit mini­ma­ler mensch­li­cher Arbeits­kraft her­ge­stellt wer­den; statt einer von den Regie­run­gen dik­tier­ten Arbeits­po­li­tik wer­den sie die Frei­zeit auf allen Ebe­nen ver­wal­ten, statt einer ech­ten Ren­te wird es sub­ven­tio­nier­te Frei­zeit geben. Sie brau­chen nie­man­den um sich zu haben, „sozia­le Distan­zie­rung“ ist längst Rea­li­tät, Ent­frem­dung ist mit dem immer hel­ler wer­den­den Smart­pho­ne-Bild­schirm und der zuneh­mend pri­vi­le­gier­ten Arbeit von zu Hau­se aus eine Tat­sa­che. Stadt­pla­nung und Bil­dung, Gesund­heits­diens­te für die Ein­hei­mi­schen, alles wird über­prüft, die Idee des „sinn­vol­len Lebens“ wird modi­fi­ziert, wahr­schein­lich dik­tiert. Die natür­li­che Welt wird bewirt­schaf­tet, die nächs­ten indus­tri­el­len Revo­lu­tio­nen ver­spre­chen eine sau­be­re­re, grü­ne­re Welt, genannt „grü­ner Kapi­ta­lis­mus“, am Hori­zont. In der „Gefäng­nis­in­sel“ Groß­bri­tan­ni­ens und in ande­ren Län­dern sieht man bereits den Beginn all die­ser Ver­än­de­run­gen mit „intel­li­gen­ten Städ­ten“, aber auch die Maschi­nen wer­den mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren, und es wer­den kei­ne phy­si­schen Ser­vice­mit­ar­bei­ter mehr benö­tigt, wenn Sie statt­des­sen ein­fach einen KI-Algo­rith­mus anfordern17.

Daher die Anfän­ge der 5. Indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on, offen­bar eine ethisch bewuss­te­re Bezie­hung zur Tech­no­lo­gie? Eher wür­de das Pro­blem anders­wo ange­gan­gen, alles könn­te grün wer­den, sogar der Faschis­mus, aber die Zer­stö­rung der Erde wird wei­ter­ge­hen, wer wird davon pro­fi­tie­ren? Wenn die indus­tri­el­len Revo­lu­tio­nen und tech­no­lo­gi­schen Bewei­se etwas zei­gen, dann, dass die meis­ten von den ver­meint­li­chen Vor­tei­len „aus­ge­schlos­sen“ wer­den. Es ist nicht alles, was in die­sen Uto­pien und Träu­men an HGWells erin­nert, denn wir als Anar­chis­ten ver­ste­hen, dass die Auto­ri­tät nie von ihrer Macht ablas­sen kann, ins­be­son­de­re mit ihrem pri­vi­le­gier­ten Wis­sen über neue Tech­no­lo­gien. Alfre­do Bon­na­no sag­te in sei­ner Ana­ly­se „Vom Kra­wall zum Auf­stand“ bereits 1988 vor­aus, dass wir am Anfang eines neu­en Gefäng­nis­alp­traums ste­hen, der in einer post­in­dus­tri­el­len Gesell­schaft ent­ste­hen wird. Die Pro­duk­ti­on wür­de durch Robo­tik ersetzt und eben­falls dezen­tra­li­siert in pro­duk­ti­ve „Inseln“, in denen das Reich des Glücks regie­ren wür­de, umge­ben von phy­si­schen Gren­zen oben­drein. Die­se „Inseln des Pri­vi­legs“ gibt es bereits, und das Ver­ei­nig­te König­reich ist ein Bei­spiel dafür.

Bonnano’s Kon­zept der „Teil­ha­ben­den“ und „Aus­ge­schlos­se­nen“ wird hier mit den genau­en Details her­ge­stellt, es gibt bereits eine Kluft zwi­schen denen, die wis­sen, wie man Maschi­nen mani­pu­liert oder Exper­ten in der Spra­che der Tech­nik sind. „Aus­ge­schlos­sen“, die­je­ni­gen, die die­ses Pri­vi­leg nicht haben, von Anfang an gemie­den, aus­ge­fil­tert, die es abge­lehnt haben oder ein­fach nicht in das uto­pi­sche Bild pas­sen. Die „Aus­ge­schlos­se­nen“ waren im August 2011 auf der Straße18, wohl wis­send, dass ihnen ihre Zukunft ver­wehrt, ja sogar abge­lehnt wur­de. Nun gesel­len sich zu ihnen die­je­ni­gen, die gezwun­gen waren, die Pra­xis der fal­schen Ver­spre­chun­gen einer nie enden­den Beschäf­ti­gung auf­zu­ge­ben, und die alle mit ihrer Situa­ti­on unzu­frie­den sind.

Wie vie­le von uns kön­nen es sich leis­ten, einen 3D-Dru­cker zu benut­zen? Wer hat gesagt, dass die Jobs von heu­te mor­gen ersetzt wer­den und dass vie­le nicht in der Lage sein wer­den, sich an die Spra­che anzu­pas­sen, die sie ohne­hin schon schwer ver­ste­hen oder gar wol­len? Wer­den sie miss­trau­isch, wenn sie sich nicht anpas­sen? Ein Bei­spiel dafür ist, wie die künst­li­che Intel­li­genz bereits jetzt eine mas­si­ve Kluft zwi­schen den­je­ni­gen auf­reißt, die wei­ter­hin in neu­en digi­ta­len Dienst­leis­tungs­jobs beschäf­tigt sein wer­den, die immer noch mensch­li­che Ein­ga­ben erfor­dern, wie z.B. die Aus­füh­rung von Algo­rith­men für Auf­ga­ben, die sie nicht aus­füh­ren kön­nen oder die Ver­wen­dung von Algo­rith­men zur Aus­füh­rung ande­rer Auf­ga­ben, und den­je­ni­gen, die die­se neu­en Jobs nicht aus­füh­ren kön­nen, die­je­ni­gen, die nie­mals Spra­che oder Ableh­nung ver­ste­hen. In der Rea­li­tät wird vor­her­ge­sagt, dass die KI die Auf­ga­be noch nicht voll­stän­dig eli­mi­nie­ren wird, es geht viel­mehr dar­um, dass die­je­ni­gen, die damit umge­hen kön­nen, es beherr­schen und sogar in der Lage sein wer­den, ande­re stär­ker zu mani­pu­lie­ren, als dies bis­her mög­lich war. Die Tech­no­kra­ten, Wis­sen­schaft­ler und Psych­ia­ter in wei­ßen Labor­kit­teln der neu­en Post-Knapp­heit-Ord­nung wer­den nur so vie­le Infor­ma­tio­nen geben, dass der Rest das Gefühl hat, teil­zu­neh­men, aber merkt, dass sich alle so leicht täu­schen las­sen.

Indem die „Aus­ge­schlos­se­nen“ und die „Teil­ha­ben­den“ eine Linie zwi­schen sich gezo­gen haben, haben sie deut­lich gemacht, was ihre Plä­ne sind; dies wird zu Aus­brü­chen von Rebel­li­on füh­ren, da der Pro­zess der Aus­gren­zung immer schnel­ler vor­an­schrei­tet. Ange­sichts stei­gen­der Arbeits­lo­sen­zah­len auf­grund von Covid-19 und der dar­aus resul­tie­ren­den deut­li­chen Wirt­schafts­kri­se und kei­ner Garan­tie, dass die Regie­run­gen der Welt für die­je­ni­gen sor­gen wer­den, die ihren Arbeits­platz ver­lo­ren haben, öff­net sich bereits der Weg für die­se Ver­än­de­run­gen, aber auch der Weg zur Wie­der­be­le­bung. Es wird erwar­tet, dass min­des­tens 11 Mil­lio­nen Men­schen auf der Gefäng­nis­in­sel Groß­bri­tan­ni­ens in „finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten“ gera­ten wer­den, von denen vie­le bereits in einer kürz­lich durch­ge­führ­ten Umfra­ge des Citi­zens‘ Coun­cil sag­ten, dass sie ihre Mie­te, ihre Ver­sor­gungs­rech­nun­gen, ihre Steu­ern und sogar ihre Lebens­mit­tel nicht bezah­len kön­nen. Was ist mit Mil­lio­nen von Men­schen auf der gan­zen Welt, die sich in einem so genann­ten „unsi­che­ren Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis“ oder in der „Gig Economy19“ befin­den? Laut der Inter­na­tio­na­len Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on wird geschätzt, dass es seit der „Finanz­kri­se“ im Jahr 2008 zu einer mas­si­ven Ver­la­ge­rung hin zu Zeit­ar­beit oder Arbeits­lo­sig­keit gekom­men ist; ca. 75% haben eine sol­che Arbeit aus­ge­übt, und im letz­ten Jahr arbei­te­ten etwa 4,7 Mil­lio­nen Men­schen im Ver­ei­nig­ten König­reich in gigonomy20 Jobs. Was pas­siert, wenn sie ihre Rech­nun­gen oder ihr Essen nicht bezah­len kön­nen oder wenn Zwangs­räu­mun­gen und Gerichts­diens­te wie­der begin­nen, wie in Groß­bri­tan­ni­en im Juni21?

Wir sehen bereits die wach­sen­de Wut, die wir in der jüngs­ten „Finanz­kri­se“ aus­bre­chen sahen, mit Unru­hen in Brüs­sel, Wuhan und Paläs­ti­na, Plün­de­run­gen in Super­märk­ten in Süd­ita­li­en und Süd­afri­ka, sogar Angrif­fe auf die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur in Euro­pa, ver­bun­den mit 5G, die dafür ver­ant­wort­lich sein wird, dass die­se neue unter­drü­cke­ri­sche Tech­no­lo­gie mit sich selbst in Ver­bin­dung bleibt. All dies ist das Ergeb­nis kla­rer repres­si­ver Maß­nah­men in Ver­bin­dung mit der bereits statt­fin­den­den Auto­ma­ti­sie­rung der Arbeit, die dazu führt, dass die „Aus­ge­schlos­se­nen“ ihr Leben selbst in die Hand neh­men. Die Illu­si­on eines Auf­stan­des einer Mas­sen­be­we­gung gegen die Unter­drü­ckungs­macht, die die Bas­til­le oder den Win­ter­pa­last stürmt, endet in einer refor­mis­ti­schen Sack­gas­se oder, schlim­mer noch, in einem auto­ri­tä­ren Alp­traum, wobei sogar auf syn­the­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen aus der Zeit der Spa­ni­schen Revo­lu­ti­on oder auf die pro­fes­sio­nel­le akti­vis­ti­sche Men­ta­li­tät gesetzt wird. Die kom­men­den Rebel­lio­nen wer­den ohne Vor­war­nung aus­bre­chen und spon­tan orga­ni­siert wer­den, so dass vie­le derer, die sich an die anti­ken Relik­te klam­mern, nicht in der Lage sein wer­den, sie zu ver­ste­hen, oder in ihrer Kom­fort­zo­ne fest­ste­cken wer­den, um nahe dran zu sein, die Auf­stän­de vom August 2011 haben dies sehr deut­lich gezeigt.

Die auf­stän­di­sche Metho­de ist heu­te wich­ti­ger denn je, da die Wege ande­rer ‚Dis­si­den­ten‘ ver­schlos­sen und des­in­fi­ziert sind. Infor­mel­le Orga­ni­sa­tio­nen, die in der Lage sind, jetzt und selbst in die­sen Momen­ten des Auf­stands teil­zu­neh­men, wer­den die Illu­si­on die­ses „sozia­len Frie­dens“ angrei­fen und zer­schla­gen. Nichts ist ein Ersatz für eini­ge weni­ge Gefähr­ten, sogar Freun­de, die den stän­di­gen Kampf, die direk­te Akti­on und die Zer­stö­rung der tech­no­lo­gi­schen Gefäng­nis­ge­sell­schaft zum Ziel haben.

„Die „Schau­plät­ze“ und Aus­drucks­for­men die­ser kol­lek­ti­ven Aus­brü­che sind man­nig­fal­tig. Auch die Gele­gen­hei­ten. Den­noch kön­nen sie in jedem Fall auf eine Into­le­ranz der Gesell­schaft des Todes zurück­ge­führt wer­den, wie sie von der Part­ner­schaft Staat + Kapi­tal insze­niert wird.

Es ist sinn­los, wenn wir die­se Erschei­nun­gen wegen unse­rer tra­di­tio­nel­len Vor­stel­lun­gen von revo­lu­tio­nä­rer Hand­lung inner­halb einer Mas­sen­be­we­gung fürch­ten. Es geht hier­bei nicht um die Fra­ge ob wir Angst haben oder nicht, son­dern ob wir zum Han­deln kom­men, bevor es zu spät ist.“ A.M. Bon­na­no, Vom Kra­wall zum Auf­stand

„Die Unzi­vi­li­sier­ten

„Wenn Kra­wal­le pas­sie­ren, soll­ten wir nicht als „aus­sen­ste­hen­de Schau­lus­ti­ge“ eines inter­es­san­ten Ereig­nis­ses blöd her­um­ste­hen, denn schon auf­grund der Tat­sa­che das wir Anar­chis­ten sind, erfül­len uns Kra­wal­le mit Befrie­di­gung. Wir müs­sen als Rea­li­sie­ren­de eines Pro­jek­tes von Anfang an dabei sein, ein Pro­jekt das detail­liert sein muss – von der ers­ten Minu­te an.

Wie kann so ein Pro­jekt aus­se­hen? Ein Pro­jekt, dass Hand in Hand mit den „Aus­ge­schlos­se­nen“ arbei­tet. Nicht wie bis­her, auf der ideo­lo­gi­schen Ebe­ne, nicht auf der Ebe­ne der Ver­nunft, die ein­zig und allein auf den alten Kon­zep­ten des Klas­sen­kampfs basiert, son­ders auf der Basis von etwas unmit­tel­ba­rem, imstan­de den Bezug zu rea­len Situa­tio­nen her­zu­stel­len – zu ver­schie­de­nen rea­len Situa­tio­nen. Es muss auch Situa­tio­nen in Eurer Gegend geben, in denen es zu Span­nun­gen kommt. Kon­tak­te auf ideo­lo­gi­scher Ebe­ne sind in sol­chen Situa­tio­nen fatal. Kon­tak­te müs­sen auf einer ande­ren Ebe­ne her­ge­stellt wer­den, sicher­lich auch orga­ni­siert, aber nicht anhand der alt­her­ge­brach­ten Vor­ga­ben. Dies kann durch eine gros­se Orga­ni­sa­ti­on, die durch tra­di­tio­nel­le und auf­klä­re­risch-roman­ti­sche Art und Wei­se ein­for­dert Bezugs- und Ver­bin­dungs­punkt aller Art von Situa­tio­nen zu sein nicht geleis­tet wer­den. Nur eine leben­di­ge fle­xi­ble und zur Anpas­sung fähi­ge Orga­ni­sa­ti­on kann dies leis­ten. Eine infor­mel­le Orga­ni­sa­ti­on anar­chis­ti­scher Genos­sIn­nen – eine spe­zi­fi­sche Orga­ni­sa­ti­on, die sich, aus­ge­stat­tet mit anar­chis­ti­schem Klas­sen­be­wusst­sein, der Gren­zen der alten Model­le bewusst ist und statt des­sen ande­re, fle­xi­ble­re Model­le befür­wor­tet. Sie muss den Bezug zur Rea­li­tät her­stel­len, eine kla­re Ana­ly­se ent­wi­ckeln und die­se ver­mit­teln kön­nen, indem sie auch die Instru­men­te der Zukunft – nicht nur die der Ver­gan­gen­heit – nutzt.“ A.M. Bon­na­no, Vom Kra­wall zum Auf­stand

1Es sei dar­auf hin­ge­wie­sen, dass auf jede indus­tri­el­le Revo­lu­ti­on eine Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit folg­te bzw. wäh­rend jeder indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on auf­trat, wobei vie­le Arbei­ter durch Maschi­nen und ande­re For­men der Tech­no­lo­gie ver­drängt wur­den, so dass ande­re Tech­no­lo­gien inner­halb einer sehr kur­zen Zeit­span­ne, die mit der „Finanz­kri­se“ zusam­men­fällt, ver­al­tet sind.

2https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​z​d​b​u​m​R​6​B​hd8

3https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​4​D​K​r​c​p​a​8​Z_E

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8https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​W​x​E​_​K​t​R​f​RKo

9„Ludditen-Trugschluss“, dass neue Tech­no­lo­gien nicht zu einer höhe­ren Gesamt­ar­beits­lo­sig­keit in der Wirt­schaft füh­ren. Statt­des­sen ver­nich­tet die neue Tech­no­lo­gie kei­ne Arbeits­plät­ze, sie ver­än­dert nur die Zusam­men­set­zung der Arbeits­plät­ze in der Wirt­schaft. Die Lud­di­ten waren eine gehei­me Orga­ni­sa­ti­on eng­li­scher Tex­til­ar­bei­ter im 19. Jahr­hun­dert, eine radi­ka­le Frak­ti­on, die die Tex­til­ma­schi­nen als eine Form des Pro­tests zer­stör­te.

10Der Aus­druck „tech­no­lo­gi­sche Arbeits­lo­sig­keit“ wur­de in den 1930er Jah­ren von John May­nard Keynes, einem libe­ra­len Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler, popu­lär gemacht, der sag­te, es han­de­le sich „nur um eine vor­über­ge­hen­de Pha­se der Fehl­an­pas­sung“.

11www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​U​t​1​B​C​R​1​fzv

12https://​the​ny​po​st​.files​.wor​d​press​.com/​2​0​1​9​/​0​4​/​3​d​-​p​r​i​n​t​i​n​g​-​h​u​m​a​n​-​h​e​a​r​t​-​i​s​r​a​e​l​-​t​e​l​-​a​v​i​v​-​u​n​i​v​e​r​s​i​t​y​.​jpg

13A.d.Ü., evtl. wird hier der japa­ni­sche Man­ga­film von 1995 gemeint.

14https://​www​.bbc​.co​.uk/​n​e​w​s​/​h​e​a​l​t​h​-​5​2​2​0​1​696

15https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​Q​Q​Z​j​a​o​s​D​ToU

16Anfang 2011 führ­te die Tory-Regie­rung des Ver­ei­nig­ten König­reichs ein „Prak­ti­kums­pro­gramm“ ein, das zwar frei­wil­lig ist, des­sen Nichtin­an­spruch­nah­me jedoch eine Sank­tio­nie­rung von Leis­tun­gen bedeu­ten wür­de, so dass es sich fak­tisch um ein Zwangs­pro­gramm für unbe­zahl­te Arbeit han­delt!

17Eine intel­li­gen­te Stadt ist ein Stadt­ge­biet, das ver­schie­de­ne Arten von Sen­so­ren des elek­tro­ni­schen Inter­nets der Din­ge (Inter­net of Things, IoT) ver­wen­det, um Daten zu sam­meln und dann die aus die­sen Daten gewon­ne­nen Erkennt­nis­se zu nut­zen, um Ver­mö­gens­wer­te, Res­sour­cen und Dienst­leis­tun­gen effi­zi­ent zu ver­wal­ten. Dazu gehö­ren von Bür­gern, Gerä­ten und Anla­gen gesam­mel­te Daten, die ver­ar­bei­tet und ana­ly­siert wer­den, um Ver­kehrs- und Trans­port­sys­te­me, Kraft­wer­ke, Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen, Was­ser­ver­sor­gungs­net­ze, Abfall­ent­sor­gung, Ver­bre­chens­er­ken­nung, Infor­ma­ti­ons­sys­te­me, Schu­len, Biblio­the­ken, Kran­ken­häu­ser und ande­re kom­mu­na­le Diens­te zu über­wa­chen und zu ver­wal­ten.

18A.d.Ü., bezieht sich auf die Unru­hen in Tot­ten­ham, die fast einen Monat lang in Lon­don und ande­ren Tei­len Groß­bri­tan­ni­ens wüte­ten, wobei in der bri­ti­schen Haupt­stadt der Aus­nah­me­zu­stand aus­ge­ru­fen wur­de

19A.d.Ü., Gig Eco­no­my, ist die Spar­te der Wirt­schaft die für Selbst­stän­di­ge, Frei­be­ruf­ler und gering­fü­gi­ge Beschäf­tig­te gedacht. Bekann­te Unter­neh­men in Deutsch­land wären Uber, Deli­ver­oo und Foo­do­ra. Sprich die schon noch pre­kä­ren Jobs von denen vie­le gleich meh­re­re aus­üben müs­sen um zu Über­le­ben.

20A.d.Ü., sie­he Fuß­no­te Nr.19

21Viele Haus­be­set­ze­rin­nen und Haus­be­set­zer sind nach den neu­en Geset­zen gegen Haus­frie­dens­bruch in Groß­bri­tan­ni­en wei­ter­hin ver­trie­ben wor­den. In den USA zeich­nen sich Mas­sen­ver­trei­bun­gen ab, da der US-Staat die Arbeits­lo­sen und die Gig-Eco­no­my sich selbst über­las­sen hat. Im Ver­ei­nig­ten König­reich wur­de ein Uber-Fah­rer aus sei­nem Haus in Lon­don raus­ge­wor­fen, weil er auf­grund sei­ner Arbeit Gefahr lief, sich mit Covid-19 zu infi­zie­ren, und zum Ster­ben auf der Stra­ße zurück­ge­las­sen, weil er sich bereits mit dem Virus infi­ziert hat­te. Geschich­ten wie sei­ne meh­ren sich.

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