[KgK:] C.L.R. James: Revolution und die Schwarzen

Cyril Lio­nel Robert James, bekannt für sei­ne mar­xis­ti­sche Dar­stel­lung der Hai­tia­ni­sche Revo­lu­ti­on, The Black Jaco­bins [Die Schwar­zen Jako­bi­ner], war auch ein hin­ge­bungs­vol­ler Revo­lu­tio­när. Gebo­ren in Tri­ni­dad, wur­de er in Groß­bri­tan­ni­en im Kampf gegen den Kolo­nia­lis­mus aktiv. Dort schloss er sich den Trotzkist*innen an. Wäh­rend sei­ner Zeit als mili­tan­ter Trotz­kist auf bei­den Sei­ten des Atlan­tiks, präg­te er das mar­xis­ti­schen Den­ken im Bezug auf die Befrei­ung der Schwar­zen in den USA, beson­ders durch sei­ne Dis­kus­sio­nen mit Trotz­ki und den Anführer*innen der Sozia­lis­ti­schen Arbeiter*innen-Partei in Mexi­ko. Spä­ter brach er mit der Trotz­kis­ti­schen Bewe­gung, setz­te sich aber zeit­le­bens mit dem Kampf für die Revo­lu­ti­on aus­ein­an­der.

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Die revo­lu­tio­nä­re Geschich­te der Schwar­zen ist reich, inspi­rie­rend und unbe­kannt. Die Schwar­zen rebel­lier­ten gegen die Skla­ven­jä­ger in Afri­ka; sie rebel­lier­ten gegen den Skla­ven­händ­ler auf der Atlan­tik­pas­sa­ge. Sie rebel­lier­ten auf den Plan­ta­gen.

Der füg­sa­me Schwar­ze ist ein Mythos. Skla­ven auf Skla­ven-Schif­fen spran­gen über Bord, tra­ten in aus­ge­dehn­te Hun­ger­streiks und atta­ckier­ten die Besat­zung. Es gibt Auf­zeich­nun­gen dar­über, wie Skla­ven die Besat­zung über­wäl­tig­ten und das Schiff in den Hafen brach­ten, eine Leis­tung von unge­heu­er revo­lu­tio­nä­rer Kühn­heit. Im 18. Jahr­hun­dert revol­tier­ten die Schwar­zen Skla­ven in Bri­tisch-Gua­ya­na, erober­ten die nie­der­län­di­sche Kolo­nie und besetz­ten sie jah­re­lang. Sie zogen sich ins Lan­des­in­ne­re zurück, zwan­gen die Wei­ßen zur Unter­zeich­nung eines Frie­dens­ver­tra­ges und sind bis heu­te frei geblie­ben. In jeder west­in­di­schen Kolo­nie, ins­be­son­de­re auf Jamai­ka und San Dom­in­go sowie auf Kuba, den größ­ten Inseln, gab es Sied­lun­gen von Maroons, küh­nen Schwar­zen, die in die Wild­nis geflo­hen waren und sich zur Ver­tei­di­gung ihrer Frei­heit orga­ni­sier­ten. In Jamai­ka akzep­tier­te die bri­ti­sche Regie­rung, nach­dem sie ver­geb­lich ver­sucht hat­te, sie zu unter­drü­cken, ihre Exis­tenz durch Frie­dens­ver­trä­ge, die von bei­den Sei­ten über vie­le Jah­re gewis­sen­haft ein­ge­hal­ten und dann durch bri­ti­schen Ver­rat gebro­chen wur­den. In Ame­ri­ka rebel­lier­ten die Schwar­zen in fast 150 ver­schie­de­ne Auf­stän­de gegen die Skla­ve­rei. Der ein­zi­ge Ort, an dem die Schwar­zen nicht rebel­lier­ten, befin­det sich in den Büchern kapi­ta­lis­ti­scher His­to­ri­ker. All die­se revo­lu­tio­nä­re Geschich­te kann nur die­je­ni­gen über­ra­schen, die, egal wel­cher Inter­na­tio­na­len sie ange­hö­ren, ob Zwei­te, Drit­te oder Vier­te, noch nicht die hart­nä­cki­gen Lügen des angel­säch­si­schen Kapi­ta­lis­mus aus ihrem Den­ken ver­trie­ben haben. Es ist nicht ver­wun­der­lich, dass die Schwar­zen revol­tier­ten. Es wäre ver­wun­der­lich gewe­sen, wenn sie es nicht getan hät­ten.

Aber die Vier­te Inter­na­tio­na­le, deren Angelegenheit/​Sache die Revo­lu­ti­on ist, muss nicht bewei­sen, dass die Schwar­zen so revo­lu­tio­när waren oder sind wie jede ande­re Grup­pe von Unter­drück­ten. Das hat sei­nen Platz in der Agi­ta­ti­on. Was wir als Mar­xis­ten sehen müs­sen, ist die unge­heu­re Rol­le, die die Schwar­zen bei der Trans­for­ma­ti­on der west­li­chen Zivi­li­sa­ti­on vom Feu­da­lis­mus zum Kapi­ta­lis­mus gespielt haben. Nur von die­sem Stand­punkt aus wer­den wir in der Lage sein, die noch grö­ße­re Rol­le zu erken­nen (und uns dar­auf vor­zu­be­rei­ten), die sie not­wen­di­ger­wei­se beim Über­gang vom Kapi­ta­lis­mus zum Sozia­lis­mus spie­len müs­sen.

Was sind die ent­schei­den­den Daten in der moder­nen Geschich­te von Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich und Ame­ri­ka? 1789, der Beginn der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on; 1832 die Ver­ab­schie­dung des Reform­ge­set­zes1 in Groß­bri­tan­ni­en; und 1865, die Zer­schla­gung der Skla­ven­macht in Ame­ri­ka durch die Nord­staa­ten. Jedes die­ser Daten mar­kiert eine ent­schei­den­de Pha­se des Über­gangs von der feu­da­len zur kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaft. Die Aus­beu­tung von Mil­lio­nen von Schwar­zen ist ein grund­le­gen­der Fak­tor für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung jeder die­ser drei Natio­nen gewe­sen. Es war daher logisch zu erwar­ten, dass die Fra­ge der Schwar­zen bei der Lösung der Pro­ble­me, mit denen jede Gesell­schaft kon­fron­tiert war, eine nicht weni­ger wich­ti­ge Rol­le spie­len wür­de. Nie­mand in den vor­re­vo­lu­tio­nä­ren Tagen ahn­te jedoch auch nur im Ent­fern­tes­ten das Aus­maß der Bei­trä­ge, die die Schwar­zen leis­ten soll­ten. Heu­te haben Mar­xis­ten weit weni­ger Aus­re­den dafür, den­sel­ben Feh­ler zu bege­hen.

Der Schwarze und die Französische Revolution

Die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on war eine bür­ger­li­che Revo­lu­ti­on, und die Grund­la­ge des bür­ger­li­chen Reich­tums waren der Skla­ven­han­del und die Skla­ven­plan­ta­gen in den Kolo­nien. Las­sen wir uns in die­ser Hin­sicht nicht täu­schen. „Trau­ri­ge Iro­nie der Mensch­heits­ge­schich­te ist“, sagt Jau­res, „das in Bor­deaux und in Nan­tes durch den Skla­ven­han­del geschaf­fe­ne Ver­mö­gen gab der Bour­geoi­sie jenen Stolz, der die Frei­heit brauch­te und zur Eman­zi­pa­ti­on des Men­schen bei­trug“. Und Gas­ton-Mar­tin, der His­to­ri­ker des Skla­ven­han­dels, bringt es auf den Punkt: Obwohl die Bour­geoi­sie mit ande­ren Din­gen als Skla­ven han­del­te, hing alles ande­re vom Erfolg oder Miss­erfolg des Skla­ven­han­dels ab. Als die Bour­geoi­sie also die Rech­te des Men­schen2 all­ge­mein ver­kün­de­te, mit den not­wen­di­gen Vor­be­hal­ten, war einer davon, dass sich die­se Rech­te nicht auf die fran­zö­si­schen Kolo­nien erstre­cken soll­ten. 1789 betrug der fran­zö­si­sche Kolo­ni­al­han­del elf Mil­lio­nen Pfund, zwei Drit­tel des Über­see­han­dels Frank­reichs. Der bri­ti­sche Kolo­ni­al­han­del betrug zur glei­chen Zeit nur fünf Mil­lio­nen Pfund. Wel­chen Preis hat­te die fran­zö­si­sche Abschaf­fung? Es gab eine aboli­tio­nis­ti­sche Ver­ei­ni­gung, der Brissot, Robes­pierre, Mira­beau, Lafay­et­te, Cond­or­cet und vie­le ande­re berühm­te Män­ner noch vor 1789 ange­hör­ten. Aber Libe­ra­le sind libe­ral.

Ange­sichts der Revo­lu­ti­on waren sie kom­pro­miss­be­reit. Sie woll­ten die hal­be Mil­li­on Skla­ven in ihrer Skla­ve­rei belas­sen, aber zumin­dest die Men­schen schwar­zer und wei­ßer Abstam­mung, Män­ner von Besitz (ein­schließ­lich Skla­ven) und Bil­dung, soll­ten die glei­chen Rech­te wie die wei­ßen Kolo­ni­al­her­ren erhal­ten. Die wei­ßen Kolo­ni­al­her­ren, ver­wei­ger­ten Zuge­ständ­nis­se und das waren Men­schen, die nicht zu unter­schät­zen waren; Aris­to­kra­ten durch Geburt oder Hei­rat und bür­ger­lich durch ihre Han­dels­be­zie­hun­gen mit der mari­ti­men Bour­geoi­sie. Sie wider­setz­ten sich allen Ver­än­de­run­gen in den Kolo­nien, die ihre sozia­le und poli­ti­sche Vor­herr­schaft schmä­lern wür­den. Die See­fah­rer­bour­geoi­sie, besorgt über ihre Mil­lio­nen von Inves­ti­tio­nen, unter­stütz­te die Kolo­ni­al­her­ren, und gegen elf Mil­lio­nen Pfund Han­del pro Jahr waren die radi­ka­len Poli­ti­ker hilf­los.

Es war die Revo­lu­ti­on, die sie von hin­ten getre­ten und nach vor­ne getrie­ben hat.
Zunächst ein­mal die Revo­lu­ti­on in Frank­reich. Der rech­te Flü­gel des jako­bi­ni­schen Clubs in der Giron­de stürz­te die pro-roya­lis­ti­schen Feuil­lants und kam im März 1792 an die Macht.

Und zwei­tens die Revo­lu­ti­on in den Kolo­nien. Die Men­schen schwar­zer und wei­ßer Abstam­mung in San Dom­in­go rebel­lier­ten 1790, weni­ge Mona­te spä­ter folg­te der Skla­ven­auf­stand im August 1791. Am 4. April 1792 gewähr­ten die Giron­dis­ten Den Men­schen schwar­zer und wei­ßer Abstam­mung poli­ti­sche und sozia­le Rech­te. Die Groß­bour­geoi­sie stimm­te zu, denn nach­dem die Kolo­ni­al­aris­to­kra­ten ver­geb­lich ver­sucht hat­ten die Mulat­ten für die Unab­hän­gig­keit zu gewin­nen, beschlos­sen sie, die Kolo­nie an Groß­bri­tan­ni­en zu über­ge­ben, anstatt eine Ein­mi­schung in ihr Sys­tem zu tole­rie­ren. All die­se Skla­ven­be­sit­zer, fran­zö­si­scher Adel und fran­zö­si­sche Bour­geoi­sie, kolo­nia­le Aris­to­kra­ten und Men­schen schwar­zer und wei­ßer Abstam­mung, waren sich einig, dass der Skla­ven­auf­stand unter­drückt und die Skla­ven in ihrer Skla­ve­rei ver­blei­ben soll­ten.

Die Skla­ven wei­ger­ten sich jedoch auf Dro­hun­gen zu hören, und ihnen wur­den kei­ne Ver­spre­chun­gen gemacht. Von Anfang bis Ende von Män­nern geführt, die selbst Skla­ven waren und weder lesen noch schrei­ben konn­ten, kämpf­ten sie eine der bedeu­tends­ten revo­lu­tio­nä­ren Schlach­ten der Geschich­te. Vor der Revo­lu­ti­on erschie­nen sie unter­mensch­lich. Vie­le dach­ten ein Skla­ve muss­te erst aus­ge­peitscht wer­den, bevor man ihn von sei­nem Platz weg­be­we­gen konn­te. Die Revo­lu­ti­on mach­te sie zu Hel­den.

Die Insel San Dom­in­go wur­de in zwei Kolo­nien geteilt, eine fran­zö­si­sche und eine spa­ni­sche. Die Kolo­ni­al­re­gie­rung der spa­ni­schen Bour­bo­nen unter­stütz­te die Skla­ven bei ihrem Auf­stand gegen die Fran­zö­si­sche Repu­blik, und vie­le Rebel­len­bünd­nis­se stell­ten sich in den Dienst der Spa­ni­er. Die fran­zö­si­schen Kolo­ni­al­her­ren luden Pitt ein, die Kolo­nie zu über­neh­men, und als 1793 der Krieg zwi­schen Frank­reich und Eng­land erklärt wur­de, über­fie­len die Eng­län­der die Insel.

Die eng­li­sche Expe­di­ti­on, die von allen wei­ßen Kolo­ni­al­her­ren begrüßt wur­de, erober­te Stadt für Stadt im Süden und Wes­ten des fran­zö­si­schen San Dom­in­go. Die Spa­ni­er, die mit dem berühm­ten Tous­saint Lou­ver­tu­re, einem Ex-Skla­ven, an der Spit­ze von vier­tau­send schwar­zen Trup­pen ope­rier­ten, dran­gen von Osten her in die Kolo­nie ein. Bri­ten und Spa­ni­er ver­schlan­gen, so viel sie konn­ten, bevor die Zeit des Tei­lens kam. „In die­sen Ange­le­gen­hei­ten“, schrieb der bri­ti­sche Minis­ter Dundas an den Gou­ver­neur von Jamai­ka, „je mehr wir haben, des­to bes­ser unse­re Ansprü­che“. Am 4. Juni fiel Port-au-Prince, die Haupt­stadt von San Dom­in­go. In der Zwi­schen­zeit hat­te eine ande­re bri­ti­sche Expe­di­ti­on Mar­ti­ni­que, Gua­de­lou­pe und die ande­ren fran­zö­si­schen Inseln ein­ge­nom­men. Wenn kein Wun­der geschah, war der kolo­nia­le Han­del Frank­reichs, des reichs­ten der Welt, in den Hän­den sei­ner Fein­de und soll­te gegen die Revo­lu­ti­on ein­ge­setzt wer­den. Doch hier ergrif­fen die fran­zö­si­schen Mas­sen die Hand.

Der 10. August 1792 war der Beginn des Tri­um­phes der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on. Die Pari­ser Mas­sen und ihre Anhän­ger in ganz Frank­reich, denen die Kolo­ni­al­fra­ge 1789 gleich­gül­tig war, schlu­gen nun in revo­lu­tio­nä­rer Wut auf jeden Miss­brauch des alten Regimes ein, und kei­ne der ehe­ma­li­gen Tyran­nen waren so ver­hasst wie die „Aris­to­kra­ten der Haut“. Revo­lu­tio­nä­re Groß­zü­gig­keit, Res­sen­ti­ments über den Ver­rat der Kolo­nien an den Fein­den der Revo­lu­ti­on, Ohn­macht gegen­über der bri­ti­schen Mari­ne – die­se Grün­de feg­ten den Kon­vent3 von den Füßen. Am 4. Febru­ar 1794 ver­ord­ne­te er ohne Debat­te die Abschaf­fung der Skla­ve­rei der Schwar­zen und gab end­lich sei­ne Zustim­mung zur Revol­te der Schwar­zen.

Irgend­wie sicker­te die Nach­richt bis nach Fran­zö­sisch-West­in­di­en durch. Vic­tor Hugues, eine der gro­ßen Per­sön­lich­kei­ten, die aus der Revo­lu­ti­on her­vor­ge­gan­gen waren, durch­brach die bri­ti­sche Blo­cka­de und brach­te die offi­zi­el­le Mit­tei­lung über die Frei­las­sung der Men­schen schwar­zer und wei­ßer Abstam­mung und Schwar­zen auf den west­in­di­schen Inseln. Dann geschah das Wun­der. Die Schwar­zen und Men­schen wei­ßer und schwar­zer Abstam­mung klei­de­ten sich in die Far­ben der Revo­lu­ti­on, und mit Revo­lu­ti­ons­lie­dern wand­ten sie sich gegen die Bri­ten und Spa­ni­er, ihre Ver­bün­de­ten von ges­tern. Mit kaum mehr als der mora­li­schen Unter­stüt­zung des revo­lu­tio­nä­ren Frank­reichs trie­ben sie die Bri­ten und Spa­ni­er aus ihren Erobe­run­gen und tru­gen den Krieg in feind­li­ches Gebiet. Nach­dem die Bri­ten fünf Jah­re lang ver­sucht hat­ten die fran­zö­si­schen Kolo­nien zurück­zu­er­obern, wur­den sie schließ­lich 1798 ver­trie­ben.

Nur weni­ge wis­sen um das Aus­maß und die Bedeu­tung die­ser Nie­der­la­ge, die die Bri­ten durch Vic­tor Hugues auf den klei­ne­ren Inseln sowie durch Tous­saint Lou­ver­tu­re und Rigaud in San Dom­in­go erlit­ten haben. For­tescue, der Tory-His­to­ri­ker der bri­ti­schen Armee, schätzt den Gesamt­ver­lust für Groß­bri­tan­ni­en auf 100.000 Mann. Doch im gesam­ten Halb­in­sel­krieg ver­lor Wel­ling­ton aus allen Grün­den – Gefal­le­ne in der Schlacht, Krank­heit, Deser­tio­nen – nur 40.000 Mann. Bri­ti­sches Blut und bri­ti­sche Schät­ze wur­den im West­in­di­en­feld­zug in Hül­le und Fül­le ver­gos­sen. Dies war der Grund für die Schwä­che Groß­bri­tan­ni­ens in Euro­pa in den kri­ti­schen Jah­ren 1793–1798. Las­sen Sie For­tescue selbst spre­chen: „Das Geheim­nis von Eng­lands Ohn­macht in den ers­ten sechs Jah­ren des Krie­ges mag in den bei­den fata­len Wor­ten St. Dom­in­go lie­gen.“ Bri­ti­sche His­to­ri­ker geben vor allem dem Fie­ber die Schuld, als wäre San Dom­in­go der ein­zi­ge Ort auf der Welt, an dem der euro­päi­sche Impe­ria­lis­mus Fie­ber bekom­men hät­te.

Unge­ach­tet der Ver­nach­läs­si­gung oder Ver­zer­run­gen spä­te­rer His­to­ri­ker wuss­ten die fran­zö­si­schen Revo­lu­tio­nä­re selbst, was die Schwar­ze Fra­ge für die Revo­lu­ti­on bedeu­te­te. Der Kon­sti­tu­ent (ver­fas­sungs­ge­ben­de Natio­nal­ver­samm­lung), die Legis­la­ti­ve und der Kon­vent wur­den durch die Kolo­ni­al­de­bat­ten immer wie­der in Unord­nung gebracht. Dies hat­te schwer­wie­gen­de Aus­wir­kun­gen sowohl auf den inter­nen Kampf als auch auf die revo­lu­tio­nä­re Ver­tei­di­gung der Repu­blik. Jau­res sag­te: „Ohne die Kom­pro­mis­se von Bar­na­ve und sei­ner gan­zen Par­tei in der Kolo­ni­al­fra­ge wäre die all­ge­mei­ne Hal­tung der Ver­samm­lung nach der Flucht nach Varen­nes zwei­fel­los eine ande­re gewe­sen. Abge­se­hen von den Pari­ser Mas­sen spiel­te kein Teil des fran­zö­si­schen Impe­ri­ums im Ver­hält­nis zu sei­ner Grö­ße eine so gran­dio­se Rol­le in der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on wie die hal­be Mil­li­on Schwar­ze und Men­schen schwar­zer und wei­ßer Abstam­mung auf den abge­le­ge­nen west­in­di­schen Inseln.

Die Schwarze Revolution und die Weltgeschichte

Die schwar­ze Revo­lu­ti­on in San Dom­in­go erstick­te einen der mäch­tigs­ten Wirt­schafts­strö­me des acht­zehn­ten Jahr­hun­derts an sei­ner Quel­le. Mit der Nie­der­la­ge der Bri­ten besieg­ten die schwar­zen Pro­le­ta­ri­er die drit­te Gewalt der Men­schen schwar­zer und wei­ßer Abstam­mung in einem blu­ti­gen Bür­ger­krieg. Unmit­tel­bar danach ver­such­te Bona­par­te, Ver­tre­ter der reak­tio­närs­ten Ele­men­te der neu­en fran­zö­si­schen Bour­geoi­sie, die Skla­ve­rei in San Dom­in­go wie­der­ein­zu­füh­ren. Die Schwar­zen besieg­ten eine Expe­di­ti­on von etwa 50.000 Mann und führ­ten die Revo­lu­ti­on mit Hil­fe Men­schen wei­ßer und schwar­zer Abstam­mung zu ihrem logi­schen Ende. Sie änder­ten den Namen von San Dom­in­go in Hai­ti und erklär­ten die Insel für unab­hän­gig. Die­se Revo­lu­ti­on der Schwar­zen hat­te einen tief­grei­fen­den Ein­fluss auf den Kampf für die Been­di­gung des Skla­ven­han­dels.

Die­ser enge Zusam­men­hang lässt sich am bes­ten nach­voll­zie­hen, wenn wir die Ent­wick­lung der Aboli­ti­on im Bri­ti­schen Empi­re ver­fol­gen. Der ers­te gro­ße Schlag gegen die Tory-Herr­schaft Groß­bri­tan­ni­ens (und übri­gens auch gegen den Feu­da­lis­mus in Frank­reich) wur­de 1776 mit der Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung aus­ge­führt. Als Jef­fer­son schrieb, dass alle Men­schen gleich geschaf­fen sind, ent­warf er damit das Todes­ur­teil der feu­da­len Gesell­schaft, in der die Men­schen per Gesetz in unglei­che Klas­sen ein­ge­teilt waren. Cris­pus Attucks, ein Schwar­zer, war der ers­te Mann, der im dar­auf fol­gen­den Krieg von den Bri­ten getö­tet wur­de. Er war kein iso­lier­tes oder zufäl­li­ges Phä­no­men. Die Schwar­zen dach­ten, dass sie in die­sem Krieg für die Frei­heit ihre eige­ne gewin­nen könn­ten. Es wird geschätzt, dass von den 30.000 Män­nern in der Armee Washing­tons 4.000 Schwar­ze waren. Die ame­ri­ka­ni­sche Bour­geoi­sie woll­te sie nicht. Sie zwan­gen sich selbst hin­ein. Aber auch Schwar­ze aus San Dom­in­go kämpf­ten in die­sem Krieg.

Die fran­zö­si­sche Mon­ar­chie kam der ame­ri­ka­ni­schen Revo­lu­ti­on zu Hil­fe. Und Schwar­ze aus den fran­zö­si­schen Kolo­nien dräng­ten sich in das fran­zö­si­sche Expe­di­ti­ons­korps. Von den 1.900 fran­zö­si­schen Trup­pen, die Savan­nah zurück­er­ober­ten, waren 900 Frei­wil­li­ge aus der fran­zö­si­schen Kolo­nie San Dom­in­go. Zehn Jah­re spä­ter wer­den eini­ge die­ser Män­ner – Rigaud, André, Lam­bert, Beau­vais und ande­re (eini­ge sagen auch Chris­to­phe) – mit ihrer poli­ti­schen und mili­tä­ri­schen Erfah­rung an der Spit­ze der Füh­rer der Revo­lu­ti­on von San Dom­in­go ste­hen. Lan­ge bevor Karl Marx schrieb: „Arbei­ter der Welt, ver­ei­nigt euch“, war die Revo­lu­ti­on inter­na­tio­nal.

Der Ver­lust der skla­ven­hal­ten­den ame­ri­ka­ni­schen Kolo­nien hat der bri­ti­schen Bour­geoi­sie eine emp­find­li­che Wun­de hin­zu­ge­fügt. Adam Smith und Arthur Young, Vor­bo­ten der indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on und der Lohn­skla­ve­rei, pre­dig­ten bereits gegen die Ver­schwen­dung der Skla­ve­rei. Bis 1783 taub, hör­te die bri­ti­sche Bour­geoi­sie nun erneut und blick­te auf die West­in­di­schen Inseln. Ihre eige­nen Kolo­nien waren bank­rott. Sie waren dabei, den Skla­ven­han­del an fran­zö­si­sche und bri­ti­sche Riva­len zu ver­lie­ren. Und die Hälf­te der fran­zö­si­schen Skla­ven, die sie mit­brach­ten, gin­gen nach San Dom­in­go, dem Indi­en des acht­zehn­ten Jahr­hun­derts. War­um soll­ten sie dies wei­ter­hin tun? Inner­halb von drei Jah­ren bil­de­te sich die ers­te Ver­ei­ni­gung zur Abschaf­fung der Skla­ve­rei, und Pitt begann, die Abschaf­fung der Skla­ve­rei zu for­dern – „zwei­fel­los um der Mensch­heit wil­len“, sagt Gas­ton-Mar­tin, „aber auch, selbst­ver­ständ­lich, um den fran­zö­si­schen Han­del zu rui­nie­ren“. Mit dem Krieg von 1793 schlug Pitt, dem die Aus­sicht auf einen Sieg in San Dom­in­go gefiel, die Abschaf­fung der Skla­ve­rei vor. Doch die schwar­ze Revo­lu­ti­on ver­nich­te­te die Bestre­bun­gen sowohl Frank­reichs als auch Groß­bri­tan­ni­ens.

Der Ver­trag von Wien von 1814 gab Frank­reich das Recht, San Dom­in­go zurück­zu­er­obern: Die Hai­tia­ner schwo­ren, dass sie die Insel lie­ber zer­stö­ren wür­den. Ohne Hoff­nung auf die Rück­erobe­rung San Dom­in­gos schaff­ten die Bri­ten 1807 den Skla­ven­han­del ab. Ame­ri­ka folg­te 1808.

Wenn das Inter­es­se an Ost­in­di­en in Groß­bri­tan­ni­en eines der gro­ßen finan­zi­el­len Arse­na­le der neu­en Bour­geoi­sie war (woher die Hetz­re­den von Bur­ke, dem Spre­cher von Whig, gegen Has­tings und Cli­ve kamen), so war das Inter­es­se an West­in­di­en, obwohl nie so mäch­tig wie in Frank­reich, ein Eck­pfei­ler der feu­da­len Olig­ar­chie. Der Ver­lust Ame­ri­kas war der Beginn ihres Nie­der­gangs. Aber für die schwar­ze Revo­lu­ti­on hät­te San Dom­in­go sie enorm gestärkt. Die refor­mis­ti­sche bri­ti­sche Bour­geoi­sie setz­te ihnen zu, dem schwächs­te Glied in der olig­ar­chi­schen Ket­te. Ein gro­ßer Skla­ven­auf­stand in Jamai­ka 1831 trug dazu bei, die­je­ni­gen zu über­zeu­gen, die Zwei­fel hat­ten. Groß­bri­tan­ni­en nahm den Grund­satz „Bes­ser Eman­zi­pa­ti­on von oben als von unten“ dem Zaren drei­ßig Jah­re vor­weg. Eine der ers­ten Hand­lun­gen der sieg­rei­chen Refor­mer war die Abschaf­fung der Skla­ve­rei in den bri­ti­schen Kolo­nien. Aber für die schwar­ze Revo­lu­ti­on in San Dom­in­go wären die Aboli­ti­on und Eman­zi­pa­ti­on um wei­te­re drei­ßig Jah­re ver­scho­ben wor­den.

Die Aboli­ti­on kam in Frank­reich erst mit der Revo­lu­ti­on von 1848. Die von Bona­par­te in Frank­reich ein­ge­führ­te Rüben­zu­cker­pro­duk­ti­on wuchs sprung­haft an und brach­te die auf der Skla­ve­rei in Mar­ti­ni­que und Gua­de­lou­pe basie­ren­den Rohr­zu­cker­inter­es­sen zuneh­mend in die Defen­si­ve. Eine der ers­ten Hand­lun­gen der Revo­lu­ti­ons­re­gie­rung von 1848 war die Abschaf­fung der Skla­ve­rei. Doch wie 1794 war das Dekret ledig­lich die Regis­trie­rung einer voll­ende­ten Tat­sa­che. So bedroh­lich war die Hal­tung der Skla­ven, dass in mehr als einer Kolo­nie die ört­li­che Regie­rung, um die Revo­lu­ti­on der Slaven zu ver­hin­dern, die Abschaf­fung der Skla­ve­rei ver­kün­de­te, ohne die Geneh­mi­gung Frank­reichs abzu­war­ten.

Der Schwarze und der Bürgerkrieg

1848, das Jahr nach der Wirt­schafts­kri­se von 1847, war der Beginn eines neu­en Zyklus von Revo­lu­tio­nen in der gan­zen west­li­chen Welt. Die euro­päi­schen Revo­lu­tio­nen, wie der Char­tis­mus in Eng­land, wur­den nie­der­ge­schla­gen. In Ame­ri­ka wur­de der uner­bitt­li­che Kon­flikt zwi­schen dem Kapi­ta­lis­mus im Nor­den und dem Skla­ven­sys­tem im Süden zum letz­ten Mal durch den Mis­sou­ri-Kom­pro­miss von 1850 aus­ge­tra­gen4. Jedoch mach­ten die poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen nach der Wirt­schafts­kri­se von 1857 wei­te­re Kom­pro­mis­se unmög­lich.

Es war ein Jahr­zehnt des revo­lu­tio­nä­ren Kamp­fes in der gan­zen Welt in den kolo­nia­len und halb­ko­lo­nia­len Län­dern. 1857 war das Jahr des ers­ten indi­schen Unab­hän­gig­keits­krie­ges, der gemein­hin als „indi­sche Meu­te­rei“ bezeich­net wird. 1858 begann der Bür­ger­krieg in Mexi­ko, der drei Jah­re spä­ter mit dem Sieg von Jua­rez ende­te. Es war die Zeit der Tai­ping-Revo­lu­ti­on in Chi­na, dem ers­ten gro­ßen Ver­such, die Macht der Man­dschu-Dynas­tie zu bre­chen. Der Nor­den und der Süden der Ver­ei­nig­ten Staa­ten Ame­ri­kas beweg­ten sich unwil­lig ihrem prä­de­sti­nier­ten Zusam­men­prall zu, aber die revo­lu­tio­nä­ren Schwar­zen tru­gen dazu bei, die­se Ange­le­gen­heit zu beschleu­ni­gen. Zwei Jahr­zehn­te lang, bevor der Bür­ger­krieg begann, ver­lie­ßen sie zu Tau­sen­den den Süden. Die revo­lu­tio­nä­re Orga­ni­sa­ti­on, die unter dem Namen „Under­ground Rail­way“ bekannt ist, redu­zier­te mit Wage­mut, Effi­zi­enz und Schnel­lig­keit das mensch­li­che Eigen­tum der Skla­ven­be­sit­zer. Geflo­he­ne Skla­ven waren das The­ma der Stun­de. Das Skla­ven­flücht­lings­ge­setz von 1850 war ein letz­ter ver­zwei­fel­ter Ver­such der Bun­des­re­gie­rung, die­se ille­ga­le Aboli­ti­on zu stop­pen. Zehn Nord­staa­ten ant­wor­te­ten mit Geset­zen zur per­sön­li­chen Frei­heit, die die schwe­ren Stra­fen des Geset­zes von 1850 auf­ho­ben. Die viel­leicht berühm­tes­te von allen Wei­ßen und Schwar­zen, die die Under­ground Rail­way betrie­ben, ist Har­riet Tubman, eine Schwar­ze, die selbst der Skla­ve­rei ent­kom­men war, die neun­zehn Rei­sen in den Süden unter­nahm und ihren Brü­dern deren Frau­en und drei­hun­dert ande­ren Skla­ven zur Flucht ver­half. Sie unter­nahm die­se Befrei­un­gen in feind­li­chem Gebiet, wäh­rend ein Preis von 40.000 Dol­lar auf ihren Kopf aus­ge­setzt war. Josiah Hen­son, das Ori­gi­nal von Onkel Tom, ver­half fast zwei­hun­dert Skla­ven zur Flucht. Nichts ärger­te die Skla­ven­be­sit­zer so sehr wie die­se zwan­zig­jäh­ri­ge Belas­tung ihres bereits bank­rot­ten Wirt­schafts­sys­tems.

Es erüb­rigt sich, an die­ser Stel­le die Ursa­chen die­ses größ­ten Bür­ger­kriegs der Geschich­te im Detail zu beschrei­ben. Jeder schwar­ze Schul­jun­ge weiß, dass das letz­te, was Lin­coln im Sinn hat­te, die Eman­zi­pa­ti­on der Schwar­zen war. Wich­tig ist, dass Lin­coln sie aus inter­nen und exter­nen Grün­den in den revo­lu­tio­nä­ren Kampf hin­ein­zie­hen muss­te. Er sag­te, ohne Eman­zi­pa­ti­on hät­te der Nor­den viel­leicht nicht gewon­nen, und er hat­te aller Wahr­schein­lich­keit nach Recht. Tau­sen­de von Schwar­zen kämpf­ten für den Nor­den und hoff­ten, auf die­se Wei­se ihre Frei­heit zu gewin­nen. Das Abschaf­fungs­de­kret zer­brach den sozia­len Zusam­men­halt des Südens. Es ging nicht nur dar­um, was der Nor­den gewann, son­dern, wie Lin­coln beton­te, was der Süden ver­lor. Auf der nörd­li­chen Sei­te kämpf­ten 220.000 Schwar­ze mit sol­cher Tap­fer­keit, dass es unmög­lich war, mit wei­ßen Trup­pen das­sel­be zu errei­chen, was man mit ihnen errei­chen konn­te. Sie kämpf­ten nicht nur mit revo­lu­tio­nä­rer Tap­fer­keit, son­dern auch mit küh­ler und vor­bild­li­cher Dis­zi­plin. Die bes­ten von ihnen waren von revo­lu­tio­nä­rem Stolz erfüllt. Sie kämpf­ten für Gleich­heit. Eine Kom­pa­nie sta­pel­te sogar vor dem Zelt ihres kom­man­die­ren­den Offi­ziers die Waf­fen, um gegen Dis­kri­mi­nie­rung zu pro­tes­tie­ren.

Lin­coln wur­de auch durch den Druck der bri­ti­schen Arbei­ter­klas­se zur Abschaf­fung getrie­ben. Pal­mers­ton woll­te auf der Sei­te des Südens inter­ve­nie­ren, wur­de aber im Kabi­nett von Glad­stone bekämpft. Unter der Füh­rung von Marx lehn­te die bri­ti­sche Arbei­ter­klas­se den Krieg so ener­gisch ab, dass es unmög­lich war, irgend­wo in Eng­land ein Pro-Kriegs-Tref­fen abzu­hal­ten. Die bri­ti­schen Tories ver­höhn­ten die Behaup­tung, der Krieg die­ne der Abschaf­fung der Skla­ve­rei: Hat­te Lin­coln das nicht schon so oft gesagt? Die bri­ti­schen Arbei­ter beharr­ten jedoch dar­auf, den Krieg als einen Krieg für die Abschaf­fung zu sehen, und Lin­coln, für den die Nicht­ein­mi­schung der Bri­ten eine Fra­ge von Leben und Tod war, ver­füg­te die Abschaf­fung mit einer Plötz­lich­keit, die sei­nen grund­sätz­li­chen Unwil­len zeigt, einen sol­chen revo­lu­tio­nä­ren Schritt zu unter­neh­men.

Die Abschaf­fung [der Skla­ve­rei] wur­de 1863 erklärt. Zwei Jah­re zuvor erschreck­te die von Marx so freu­dig begrüß­te Bewe­gung der rus­si­schen Bau­ern den Zaren in die Hal­be­man­zi­pa­ti­on der Leib­ei­ge­nen. Der Nor­den errang 1865 sei­nen Sieg. Zwei Jah­re spä­ter gewan­nen die bri­ti­schen Arbei­ter die zwei­te Reform Bill5, die den Arbei­tern in den Städ­ten das Wahl­recht gab. Der revo­lu­tio­nä­re Zyklus wur­de mit der Nie­der­la­ge der Pari­ser Kom­mu­ne 1871 abge­schlos­sen6. Ein Sieg dort und die Geschich­te des Wie­der­auf­baus wäre ganz anders ver­lau­fen.

Der Schwarze und die Weltrevolution

Zwi­schen 1871 und 1905 war die pro­le­ta­ri­sche Revo­lu­ti­on ein­ge­schla­fen. In Afri­ka kämpf­ten die Schwar­zen ver­geb­lich, um ihre Unab­hän­gig­keit gegen die impe­ria­lis­ti­sche Inva­si­on zu erhal­ten. Aber die rus­si­sche Revo­lu­ti­on von 19057 war der Vor­bo­te einer neu­en Ära, die mit der Okto­ber-Revo­lu­ti­on 1917 begann. Wäh­rend eine hal­be Mil­li­on Schwar­ze mit der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on 1789 kämpf­ten, hat die sozia­lis­ti­sche Revo­lu­ti­on in Euro­pa heu­te 120 Mil­lio­nen Schwar­ze als poten­zi­el­le Ver­bün­de­te in Afri­ka. Dort wo Lin­coln ein Bünd­nis mit einer iso­lier­ten Skla­ven Bevöl­ke­rung suchen muss­te, sind heu­te Mil­lio­nen von Schwar­zen in Ame­ri­ka ein tie­fer Bestand­teil der Indus­trie, haben an Streik­pos­ten Sei­te an Sei­te mit wei­ßen Arbei­tern gekämpft, haben dabei gehol­fen, Fabri­ken für Sitz-Streiks zu ver­bar­ri­ka­die­ren, haben in Kämp­fen und Zusam­men­stö­ßen von Gewerk­schaf­ten und poli­ti­schen Par­tei­en ihre Rol­le gespielt. Nur durch die Bril­le der his­to­ri­schen Per­spek­ti­ve kön­nen wir die enor­men revo­lu­tio­nä­ren Mög­lich­kei­ten der Schwar­zen Mas­sen heu­te in vol­lem Umfang erken­nen.

Eine hal­be Mil­li­on Skla­ven erwach­ten aus ihrer Apa­thie, als sie die Wor­te Frei­heit, Gleich­heit, und Brü­der­lich­keit hör­ten, geru­fen von Mil­lio­nen Fran­zo­sen, vie­le tau­send Mei­len ent­fernt. Sie for­der­ten Groß­bri­tan­ni­ens Auf­merk­sam­keit für 6 Jah­re und, um ein wei­te­res Mal For­tescue zu zitie­ren, „zer­stö­ren prak­tisch die bri­ti­sche Armee.“ Was ist heu­te mit den Schwar­zen in Afri­ka? Eine gro­be Zusam­men­fas­sung der Bilanz.

Fran­zö­sisch-West­afri­ka: 1926–1929 flo­hen 10.000 Män­ner in die Wald­sümp­fe, um der fran­zö­si­schen Skla­ve­rei zu ent­kom­men.

Fran­zö­sisch-Äqua­to­ri­al­afri­ka: 1924, Auf­stand. 1924–1925, Auf­stand, 1000 Schwar­ze getö­tet. 1928, Juni bis Novem­ber, Auf­stand im Obe­ren Sangha und Lai8. 1929, ein Auf­stand, der vier Mona­te dau­er­te; die Afri­ka­ner orga­ni­sier­ten eine Armee von 10.000 Sol­da­ten.

Bri­tisch-West­afri­ka: 1929, ein Auf­stand von Frau­en in Nige­ria, 30.000 an der Zahl; 83 Tote, 87 Ver­wun­de­te. 1937, Gene­ral­streik an der Gold­küs­te. Sie waren Bau­ern, die von Hafen­ar­bei­ter und Last­wa­gen­fah­rer unter­stützt wur­den.

Bel­gisch-Kon­go: 1929, Auf­stand in Ruan­da Urun­di; Tau­sen­de wur­den getö­tet. 1930–1931, Auf­stand der Bapen­di, 800 wur­de an einem Ort, Kwan­go, mas­sa­kriert.

Süd­afri­ka: 1929, Streiks und Unru­hen in Dur­ban; das Schwar­ze Vier­tel war voll­stän­dig von Trup­pen umstellt und wur­de von Flug­zeu­gen bom­bar­diert.

Seit 1935 gab es Gene­ral­streiks mit Erschie­ßung von Schwar­zen in Rho­de­si­en, in Mada­gas­kar und in San­si­bar9. In West­in­di­en gab es Gene­ral­streiks und Mas­sen­ak­tio­nen, wie es sie auf die­sen Inseln seit der Befrei­ung von der Skla­ve­rei vor hun­dert Jah­ren nicht mehr gege­ben hat­te, mit zahl­rei­chen Toten und Ver­letz­ten.

Dies ist nur eine zufäl­li­ge Aus­wahl. Die Schwar­zen in Afri­ka wer­den ein­ge­sperrt und stän­dig gegen die Git­ter geschla­gen. Es ist das euro­päi­sche Pro­le­ta­ri­at, das den Schlüs­sel hält. Lasst die Arbei­ter Groß­bri­tan­ni­ens, Frank­reichs und Deutsch­lands sagen: „Erhebt euch, ihr Kin­der des Hun­gers“, so laut, wie die fran­zö­si­schen Revo­lu­tio­nä­re Frei­heit, Gleich­heit und Brü­der­lich­keit sag­ten, wel­che Kraft auf Erden könn­te die­se Schwar­zen zurück­hal­ten? Alle, die etwas über Afri­ka wis­sen, wis­sen das.
Nor­man Leys, seit zwan­zig Jah­ren medi­zi­ni­scher Regie­rungs­be­am­ter in Kenia, Mit­glied der bri­ti­schen Labour-Par­tei und unge­fähr so revo­lu­tio­när wie der ver­stor­be­ne Ram­say Mac­Do­nald, schrieb 1924 eine Stu­die über Kenia. Sie­ben Jah­re spä­ter schrieb er erneut. Dies­mal beti­tel­te er sein Buch „Eine letz­te Chan­ce in Kenia.“ Die Alter­na­ti­ve, sag­te er, sei die Revo­lu­ti­on.

In „Cali­ban in Afri­ka“ schreibt Leo­nard Bar­nes, ein wei­te­rer Milch- und Was­ser-Sozia­list, wie folgt: „Er [der süd­afri­ka­ni­sche Wei­ße] und der Ein­ge­bo­re­ne, den er gefan­gen hält, wer­den töd­lich vom Strom mit hin­un­ter­ge­ris­sen und dre­hen sich wie ver­rückt gemein­sam ent­lang der Strom­schnel­len über dem gro­ßen Kata­rakt, bei­de von einer all­mäch­ti­gen Stun­de unter­jocht.“ Das ist die Revo­lu­ti­on, ein­ge­hüllt in Sil­ber­pa­pier.

Die Revo­lu­ti­on ver­folgt den kon­ser­va­ti­ven Eng­län­der. Er schreibt erneut über die Ban­tu: „Sie kau­ern in ihrer Ecke, näh­ren eine mür­ri­sche Wut und tas­ten ver­zwei­felt nach einem Plan. Es wird nicht vie­le Jah­re dau­ern, bis sie sich ent­schie­den haben. Zeit und Schick­sal, die noch stär­ker als die Fall­git­ter der Afri­ka­ner vor­herr­schen, trei­ben sie von hin­ten an. Etwas muss nach­ge­ben; es wird weder Schick­sal noch Zeit sein. Es muss ein umfas­sen­der sozia­ler und wirt­schaft­li­cher Wie­der­auf­bau statt­fin­den. Aber wie? Durch Ver­nunft oder durch Gewalt? …”

Er stellt als Alter­na­ti­ven dar, was in Wirk­lich­keit Eines ist. Die Ver­än­de­rung wird statt­fin­den, durch Gewalt und durch Ver­nunft kom­bi­niert.

„Wir haben eine falsche Vorstellung der Schwarzen“

Las­sen Sie uns noch ein­mal auf die Revo­lu­ti­on von San Dom­in­go mit ihrer hal­ben Mil­li­on armer Skla­ven zurück­kom­men. 1789, im Jahr der Revo­lu­ti­on, schrieb ein Kolo­nist über sie, dass sie „unge­recht, grau­sam, bar­ba­risch, halb mensch­lich, ver­rä­te­risch, betrü­ge­risch, Die­be, Trin­ker, stolz, faul, unrein, scham­los, eifer­süch­tig auf Zorn und Feig­lin­ge sei­en. “

Drei Jah­re spä­ter stell­te der fran­zö­si­sche Kom­mis­sar Rou­me fest, dass die schwar­zen Revo­lu­tio­nä­re, obwohl sie mit den roya­lis­ti­schen Spa­ni­ern kämpf­ten, die sich in bewaff­ne­ten Sek­tio­nen und Volks­kör­per­schaf­ten orga­ni­sier­ten, alle For­men repu­bli­ka­ni­scher Orga­ni­sa­ti­on strikt ein­hiel­ten. Sie über­nah­men Paro­len und Sam­mel­ru­fe und ernann­ten Sek­ti­ons- und Divi­si­ons­chefs, die die Trup­pen mit Hil­fe die­ser Paro­len ein­be­ru­fen und von einem Ende der Pro­vinz zu den ande­ren wie­der nach Hau­se schi­cken konn­ten. Sie brach­ten aus ihren Tie­fen einen Sol­da­ten und einen Staats­mann des ers­ten Ran­ges, Tous­saint Lou­ver­tu­re, sowie sekun­dä­re Füh­rer, die in Krieg, Diplo­ma­tie und Ver­wal­tung voll und ganz mit den Fran­zo­sen mit­hal­ten konn­ten, her­vor. In zehn Jah­ren orga­ni­sier­ten sie eine Armee, die Bona­par­tes Armee auf Augen­hö­he bekämpf­te. „Aber was für Män­ner sind die­se Schwar­zen! Wie sie kämp­fen und wie sie ster­ben“, schrieb ein fran­zö­si­scher Offi­zier im Rück­blick auf den letz­ten Feld­zug nach vier­zig Jah­ren. Von sei­nem Ster­be­bett aus schrieb Leclerc, Bona­par­tes Schwa­ger und Ober­be­fehls­ha­ber der fran­zö­si­schen Expe­di­ti­on, nach Hau­se: „Wir haben .… eine fal­sche Vor­stel­lung vom Schwar­zen“. Und erneut: „Wir haben in Euro­pa eine fal­sche Vor­stel­lung von dem Land, in dem wir kämp­fen, und von den Män­nern, gegen die wir kämp­fen…“ Wir müs­sen die­se Din­ge heu­te ken­nen und dar­über nach­den­ken.

Die Hai­tia­ner, die wäh­rend ihrer gesam­ten Exis­tenz vom euro­päi­schen und ame­ri­ka­ni­schen Impe­ria­lis­mus bedroht waren, waren nie in der Lage, das bit­te­re Erbe ihrer Ver­gan­gen­heit zu über­win­den. Doch die­se Revo­lu­ti­on, die eine hal­be Mil­li­on Men­schen umfass­te, trug nicht nur zum Schutz der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on bei, son­dern lös­te selbst gro­ße Revo­lu­tio­nen aus. Als die latein­ame­ri­ka­ni­schen Revo­lu­tio­nä­re sahen, dass eine hal­be Mil­li­on Skla­ven kämp­fen und sie­gen konn­ten, erkann­ten sie die Rea­li­tät ihres eige­nen Wun­sches nach Unab­hän­gig­keit. Boli­var, gebro­chen und krank, ging nach Hai­ti. Die Hai­tia­ner pfleg­ten ihn wie­der gesund, gaben ihm Geld und Waf­fen, mit denen er zum Fest­land segel­te. Er wur­de besiegt, kehr­te nach Hai­ti zurück, wur­de wie­der­auf­ge­nom­men und unter­stützt. Und von Hai­ti aus segel­te er in den letz­ten Feld­zug, der mit der Unab­hän­gig­keit der fünf Staa­ten ende­te. Heu­te wer­den 150 Mil­lio­nen Schwar­ze, die unend­lich enger in die Welt­wirt­schaft ein­ge­bun­den sind als ihre Vor­fah­ren vor hun­dert Jah­ren, die Arbeit die­ser hal­ben Mil­li­on Men­schen von San Dom­in­go bei der sozia­len Umge­stal­tung bei wei­tem über­tref­fen. Die stän­di­gen Auf­stän­de in Afri­ka; die Wei­ge­rung der äthio­pi­schen Krie­ger, sich Mus­so­li­ni zu unter­wer­fen, die ame­ri­ka­ni­schen Schwar­zen, die sich frei­wil­lig in Spa­ni­en in der Abra­ham-Lin­coln-Bri­ga­de zum Kampf gemel­det hat­ten, so wie sich Rigaud und Beau­vais frei­wil­lig zum Kampf in Ame­ri­ka gemel­det hat­ten, indem sie ihre Schwer­ter gegen den Feind im Aus­land für den Ein­satz gegen den Feind zu Hau­se här­te­ten – die­se Blit­ze kün­di­gen den Don­ner an. Die Ras­sen­vor­ur­tei­le, die jetzt im Wege ste­hen, wer­den sich vor den gewal­ti­gen Aus­wir­kun­gen der pro­le­ta­ri­schen Revo­lu­ti­on ver­nei­gen.

In Flint fan­den sich wäh­rend des Sitz­streiks vor zwei Jah­ren sie­ben­hun­dert Wei­ße aus dem Süden, die seit ihrer Kind­heit von ras­sis­ti­schen Vor­ur­tei­len geprägt wur­den, mit einem Schwar­zen unter ihnen im Gebäu­de von Gene­ral Motors wie­der. Als die Zeit für die ers­te Mahl­zeit kam, hielt sich der Schwar­ze, der wuss­te, wer und was sei­ne Beglei­ter waren, im Hin­ter­grund. Sofort wur­de vor­ge­schla­gen, dass es unter den Strei­ken­den kei­ne Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung geben soll­te. Sie­ben­hun­dert Hän­de gin­gen gemein­sam nach oben. Im Ange­sicht des Klas­sen­fein­des erkann­ten die Män­ner, dass Ras­sen­vor­ur­tei­le eine unter­ge­ord­ne­te Sache waren, die ihren Kampf nicht stö­ren durf­ten. Der Schwar­ze wur­de ein­ge­la­den, als Ers­ter Platz zu neh­men, und nach dem Sieg wäh­rend des Tri­umph­mar­sches aus der Fabrik wur­de ihm der ers­te Platz zuge­wie­sen. Das ist die Pro­gno­se für die Zukunft. In Afri­ka, in Ame­ri­ka, in West­in­di­en, auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne wer­den die Mil­lio­nen von Schwar­zen den Kopf heben, aus den Knien auf­ste­hen und eini­ge der mas­sivs­ten und bril­lan­tes­ten Kapi­tel in der Geschich­te des revo­lu­tio­nä­ren Sozia­lis­mus schrei­ben.

Fuß­no­ten

1. Bei den Reform­ge­set­zen in Eng­land han­del­te es sich um eine Rei­he von Geset­zen und Dekre­ten, die zwi­schen 1832 und 1928 ver­ab­schie­det wur­den und das Wahl­recht auf Sek­to­ren aus­wei­te­ten, die von den Wah­len aus­ge­schlos­sen wor­den waren. Das Wahl­re­gime blieb jedoch unde­mo­kra­tisch, und erst 1918 wur­den die Eigen­tums­an­for­de­run­gen abge­schafft, und 1928 gewan­nen Frau­en das Wahl­recht.

2. Die Erklä­rung der Men­schen- und Bür­ger­rech­te wur­de am 26. August 1789 von der fran­zö­si­schen ver­fas­sungs­ge­ben­den Natio­nal­ver­samm­lung rati­fi­ziert.

3. Der Kon­vent war das durch die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on geschaf­fe­ne Gre­mi­um zur Füh­rung des Lan­des. Er bil­de­te Orga­ne wie den Aus­schuss für öffent­li­che Sicher­heit und den Aus­schuss für all­ge­mei­ne Sicher­heit. Der Kon­vent wur­de haupt­säch­lich von den Jako­bi­nern, dem lin­ken Flü­gel der Revo­lu­ti­on, gelei­tet und dau­er­te von Sep­tem­ber 1792 bis Okto­ber 1795. Ihm folg­te das Direk­to­ri­um, das von der Groß­bour­geoi­sie und den kon­ser­va­ti­ven Sek­to­ren der Revo­lu­ti­on domi­niert wur­de.

4. Es gibt eine Dis­kre­panz zu dem hier ver­wen­de­ten Begriff. In James‘ Text heißt es: „Mis­sou­ri-Kom­pro­miss von 1850“. Der „Mis­sou­ri-Kom­pro­miss“ bezieht sich auf die 1820 ver­ab­schie­de­te Gesetz­ge­bung, die spä­ter durch den „Kom­pro­miss von 1850“ ersetzt wur­de, auf den sich James hier bezieht. Der „Kom­pro­miss von 1850“ war eine Rei­he von Geset­zen, die der Kon­gress der Ver­ei­nig­ten Staa­ten im Sep­tem­ber 1850 ver­ab­schie­de­te, um die poli­ti­schen Span­nun­gen zwi­schen frei­en und Skla­ven­staa­ten in Bezug auf die im Krieg mit Mexi­ko (1846–1848) erober­ten Gebie­te zu beschwich­ti­gen.

5. Die­ses Gesetz, das 1867 vom bri­ti­schen Par­la­ment ver­ab­schie­det wur­de, gewähr­te den Arbeit­neh­mern das Wahl­recht. Durch sei­ne Ver­ab­schie­dung ver­dop­pel­te sich die Zahl der Wäh­ler von einer auf zwei Mil­lio­nen.

6. In Paris über­nah­men orga­ni­sier­te Arbei­ter die Kon­trol­le über die Stadt und schu­fen die ers­te Arbei­ter­re­gie­rung der Geschich­te. Die Herr­schaft des Pari­ser Pro­le­ta­ri­ats dau­er­te etwa zwei­ein­halb Mona­te, bis es von der Regie­rung Thiers zer­schla­gen wur­de, die mehr als 20.000 Pari­ser Arbei­ter hin­ge­rich­tet hat.

7. 1905, in der ers­ten rus­si­schen Revo­lu­ti­on, bil­de­ten Arbeiter*innen aus Petro­grad Soviets (Räte), die die Macht­or­ga­ne des Pro­le­ta­ri­ats waren. 1905 wur­de die Revo­lu­ti­on von dem Zaren geschla­gen, aber sie wur­de bekannt als die „revo­lu­tio­nä­re Gene­ral­pro­be“. Sie berei­te­te die von Lenins Bol­sche­wis­ti­scher Par­tei ange­führ­te, sieg­rei­che Arbei­ter Revo­lu­ti­on von 1917, vor, wel­che den ers­ten Arbei­ter-Staat der Geschich­te ein­rich­te­te.

8. Das obe­re Sangha-Fluss­be­cken und die Stadt Laï gehör­ten zum fran­zö­sisch-äqua­to­ria­len Afri­ka. Die Kon­flik­te, auf die sich James bezieht, waren Teil der Kon­go-Wara-Rebel­li­on, die bis 1931 andau­er­te.

9. Mada­gas­kar und San­si­bar sind ehe­ma­li­ge bri­ti­sche Kolo­nien, die ihre Namen nach der Unab­hän­gig­keit bei­be­hal­ten haben. Süd­rho­de­si­en war seit 1888 eine bri­ti­sche Kolo­nie, das heu­ti­ge Sim­bab­we. Nord­rho­de­si­en war ein Gebiet, das 1911 von den Bri­ten kolo­ni­siert wur­de, das heu­ti­ge Sam­bia. Am 22. Mai 1935 brach in Nord­rho­de­si­en der ers­te Mas­sen­streik in den Cop­per­belt-Minen aus. Gefor­dert wur­den Lohn­er­hö­hun­gen, Steu­er­sen­kun­gen, bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen und ein Ende der Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung. Der Streik wur­de von der Armee unter­drückt, wobei 28 Tote und vie­le Ver­haf­te­te zu bekla­gen waren.

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