[labournet:] Auch in der Schweiz: Gerichtsurteil im Kanton Genf gegen Uber Eats–Sozialbetrugsmodell – vom Unternehmen nunmehr (weltweit erstmals) anerkannt

Uberfahrer streiken in Genf Februar 2018Ein Gericht im Kan­ton Genf hat im Juni 2020 in einem Pro­zess, den Kurie­re gemein­sam mit der Gewerk­schaft ange­strengt hat­ten, geur­teilt, Uber Eats müs­se in sei­nem juris­ti­schen Zustän­dig­keits­be­reich sämt­li­che Kurie­re als Beschäf­tig­te des Unter­neh­mens behan­deln, inklu­si­ve der Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge, die zu bezah­len das „Uber-Geschäfts­mo­dell“ in der Regel durch Betrug ersetzt. In der Mel­dung „Enfin un cont­rat de tra­vail pour les employé-e‑s d’Uber Eats!“ am 01. Sep­tem­ber 2020 bei der Gewerk­schaft Unia externer Link wird nun infor­miert, dass Uber Eats im Kan­ton das Urteil ange­nom­men hat und ent­spre­chend zu ver­fah­ren begon­nen habe – was, wie die Gewerk­schaft in der Mel­dung unter­streicht, inso­fern von inter­na­tio­na­ler Bedeu­tung ist, als das Unter­neh­men alle bis­he­ri­gen so gerich­te­ten Urtei­le – von denen es inzwi­schen eine gan­ze Rei­he aus meh­re­ren Län­dern gibt – juris­tisch ange­foch­ten hat oder, wie es sich zumeist ver­hält, gegen­wär­tig noch wei­ter­hin anficht. Sie­he dazu auch eine Mel­dung zum Urteil im Juni 2020:

  • „Gen­fer Gericht bestä­tigt: Uber Eats ist ein Arbeit­ge­ber“ am 11. Juni 2020 bei der Gewerk­schaft Unia externer Link war die ursprüng­li­che Mel­dung über das Urteil des Kan­ton-Gerichts, wor­in es hieß: „… Das Urteil bestä­tigt, dass Uber Eats Per­so­nal­ver­leih betreibt. Dar­aus folgt, dass die Kurier/​innen Ange­stell­te sind und unter ande­rem Anspruch auf Ver­si­che­rung durch den Arbeit­ge­ber (Alters­vor­sor­ge, Unfall­ver­si­che­rung, Kran­ken­tag­geld­ver­si­che­rung) und GAV-Min­dest­löh­ne haben. Per­so­nal­ver­leih ist in der Schweiz bewil­li­gungs­pflich­tig; zustän­dig für die Bewil­li­gung sind die Kan­to­ne. Ohne Bewil­li­gung ist die Tätig­keit von Uber Eats ille­gal. Das Urteil des Gen­fer Ver­wal­tungs­ge­richts stützt sich auf Bun­des­recht und hat des­halb Signal­wir­kung auch für den Rest der Schweiz. Die Kan­to­ne, in denen der Kurier­dienst aktiv ist (BE, BS, FR, GE, NE, SG, VD, ZH), müs­sen end­lich dafür sor­gen, dass Uber Eats sich an die ent­spre­chen­den Vor­ga­ben hält und ansons­ten die Tätig­keit der Fir­ma unter­bin­den. Die Poli­tik ist auch in der Pflicht, von Uber Eats Sicher­hei­ten ein­zu­for­dern, damit die aus­ste­hen­den Löh­ne und Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge gezahlt wer­den – auch rück­wir­kend. Selbst wenn Uber Eats das Urteil ans Bun­des­ge­richt wei­ter­zieht, muss das Unter­neh­men frü­her oder spä­ter vie­le Mil­lio­nen Fran­ken an die Kurier/​innen und Sozi­al­ver­si­che­run­gen bezah­len. Es muss ver­hin­dert wer­den, dass Uber Eats sich dann aus der Schweiz zurück­zieht und mit dem geschul­de­ten Geld aus dem Staub macht…

Der Bei­trag Auch in der Schweiz: Gerichts­ur­teil im Kan­ton Genf gegen Uber Eats–Sozialbetrugsmodell – vom Unter­neh­men nun­mehr (welt­weit erst­mals) aner­kannt erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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