[labournet:] Egetürk: Patriarchales Familienunternehmen gegen Tarifvertrag und Gewerkschaften

Dossier

Das stinkt nach Unionbusting! Egetürk geht gegen Betriebsrätin vorWir sind eine Fami­lie. Wir regeln unse­re Pro­ble­me ohne Gewerk­schaf­ten.Sol­che oder ähn­li­che Sät­ze hören die Mit­ar­bei­ter beim tür­ki­schen Fleisch­ver­ar­bei­tungs­un­ter­neh­men Ege­türk Wurst- und Fleisch­wa­ren­fa­bri­ka­ti­on GmbH & Co. KG in Köln-Feld­kas­sel immer wie­der, wenn sie Pro­ble­me im Betrieb anspre­chen. (…) Der Name der Fir­ma ent­springt dabei im übri­gen dem natio­na­lis­ti­schen tür­ki­schen Spruch „Ege Türk‘tür!“ (Die Ägä­is ist tür­kisch!) wie das Unter­neh­men auf sei­ner Home­page stolz prä­sen­tiert. Dies prägt bis heu­te die Stim­mung im Unter­neh­men. Man möch­te eine ein­ge­schwo­re­ne Beleg­schaft, wel­che nur für die Inter­es­sen des Unter­neh­mens arbei­tet und die eige­nen hin­ten anstellt. So scheint es für Geschäfts­füh­rer Eden voll­kom­men selbst­ver­ständ­lich zu sein, dass eine Gewerk­schaft nichts in sei­nem Betrieb ver­lo­ren hat. Die Bezah­lung sei­ner Ange­stell­ten nach einem Tarif­ver­trag oder Gesprä­che über die Situa­ti­on am Arbeits­platz kom­men für ihn nicht in Fra­ge. (…) Anstatt auf die For­de­run­gen aus der Beleg­schaft ein­zu­ge­hen und eine Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen sowie eine ein­heit­li­che Bezah­lung nach einem Haus­ta­rif­ver­trag ein­zu­rich­ten, ver­stärkt Ahmet Eden sei­ne gewerk­schafts­feind­li­che Hal­tung und droht Mit­ar­bei­tern mit Arbeits­lo­sig­keit. (…) Die Beleg­schaft soll gespal­ten wer­den. Die Gefähr­dung der Fir­ma wird nicht dem mise­ra­blen Manage­ment, son­dern den demo­kra­tisch gewähl­ten Ver­tre­tern der Beleg­schaft ange­las­tet. (…) Seit Mona­ten ver­sucht die Gewerk­schaft NGG mit der Geschäfts­füh­rung von Ege­türk ins Gespräch zu kom­men und über einen Haus­ta­rif­ver­trag zu ver­han­deln. Doch alle Gesprächs­an­ge­bo­te und vor­ge­schla­ge­nen Ter­mi­ne wur­den durch Ege­türk bis­her unbe­ant­wor­tet ver­strei­chen las­sen. (…) Da der Fir­men­pa­tri­arch Eden sich stur stellt, rief die Gewerk­schaft NGG die Mit­ar­bei­ter für den 27.08. und 08.10.2019 jeweils zu einem Warn­streik auf. Beim ers­ten Warn­streik haben die Mit­ar­bei­ter nur eini­ge Stun­den gestreikt, Anfang Okto­ber leg­ten sie den gan­zen Tag die Arbeit nie­der. An bei­den Tagen konn­te die NGG jedoch jeweils nur weni­ger als die Hälf­te der Arbei­ter zum Streik moti­vie­ren. Dies hängt sowohl mit der Het­ze gegen die Gewerk­schaft und den Betriebs­rat im Betrieb zusam­men, als auch mit einer aus­ge­lob­ten Streik­bre­cher­prä­mie zusam­men. Jedem Arbei­ter der nicht am 08.10. am Warn­streik teil­nahm, ver­sprach die Geschäfts­füh­rung eine 100 € hohe Streik­bre­cher­prä­mie. Lei­der nahm ein Teil der Beleg­schaft die­se Prä­mie dan­kend an. (…) Die NGG wird der Ege­türk Geschäfts­füh­rung nun wei­te­re Gesprächs­an­ge­bo­te unter­brei­ten. Soll­ten die­se wei­ter unbe­ant­wor­tet blei­ben, soll es zu wei­te­ren Streiks kom­men. …“ Bei­trag von Kevin Hoff­mann vom 01.11.2019 bei Arbeits­un­recht externer Link und neu dazu:

  • Sieg der Soli­da­ri­tät. Urteil: Kün­di­gung von Arbei­te­rin in der Fleisch­in­dus­trie unwirk­sam. Gün­ter Wall­raff und Gewerk­schaf­ter demons­trier­ten vor Gerichts­saal in Köln New
    Frei­tags ist im katho­li­schen Rhein­land eigent­lich Fisch­tag. Für Gül­den I. ging es vor dem Köl­ner Arbeits­ge­richt den­noch um die Wurst. Die Ege­türk GmbH & Co. KG hat­te der seit 2018 amtie­ren­den Betriebs­rats­vor­sit­zen­den frist­los gekün­digt. Gleich zwei­mal: Zunächst im März die­ses Jah­res mit der Begrün­dung, sie habe 2018 die Wah­len zum Betriebs­rat zu ihren Guns­ten mani­pu­liert. Die zwei­te frist­lo­se Kün­di­gung folg­te im Mai. Laut der Kapi­tal­sei­te hat­te die 56jährige im Kün­di­gungs­schutz­ver­fah­ren eine fal­sche Aus­sa­ge vor Gericht gemacht. Bei­des bestritt Gül­den I. und klag­te auf Wie­der­ein­stel­lung. »Mein Ziel ist es, zurück in den Betrieb zu kön­nen. Ich habe nichts ver­bro­chen«, sag­te die kämp­fe­ri­sche Frau im Gespräch mit jW. Das Gericht bestä­tig­te ihre Sicht­wei­se und erklär­te bei­de Kün­di­gun­gen für unwirk­sam. Ege­türk-Anwalt Hart­mut Braun­schnei­der kün­dig­te an, die Ein­le­gung von Rechts­mit­teln zu prü­fen. Wie ver­gif­tet das Ver­hält­nis zwi­schen Ege­türk – der Name lei­tet sich laut Unter­neh­mens­home­page vom tür­kisch-natio­na­lis­ti­schen Aus­spruch »Ege Türk’tür! – die Ägä­is ist tür­kisch!« ab – und der kauf­män­ni­schen Ange­stell­ten ist, ver­deut­lich­te das Ein­gangs­state­ment der Vor­sit­zen­den Rich­te­rin Frie­de­ri­ke Söhn­chen: »Ich möch­te, dass wir ver­ein­ba­ren, pro­fes­sio­nell mit­ein­an­der umzu­ge­hen, und wir uns aus­re­den las­sen.« Der Appell fruch­te­te, es wur­de sach­lich ver­han­delt. Autor und Jour­na­list Gün­ter Wall­raff, der das Ver­fah­ren von Beginn an ver­folgt hat­te, berich­te­te am Ran­de einer Soli­da­ri­täts­kund­ge­bung von rund 40 Gewerk­schaf­tern und Sym­pa­thi­san­ten vor dem Arbeits­ge­richt gegen­über jW von einer »aggres­si­ven Atmo­sphä­re« in den vor­an­ge­gan­ge­nen Güte­ter­mi­nen. Sowohl die Gewerk­schaft Nah­rung, Genuss, Gast­stät­ten (NGG) als auch der Ver­ein »Work­watch« und die Orga­ni­sa­ti­on »Akti­on Arbeits­un­recht« bewer­ten die von Ege­türk vor­ge­brach­ten Kün­di­gungs­grün­de als vor­ge­scho­ben...” Arti­kel von Bern­hard Krebs in der jun­gen Welt vom 05.09.2020 externer Link
  • Güte­ter­min wegen der 2. frist­lo­sen Kün­di­gung: Bei­de Kün­di­gun­gen wer­den zusam­men am 4. Sep­tem­ber 2020 ver­han­delt 
    Heu­te fand der Güte­ter­min wegen der 2. frist­lo­sen Kün­di­gung beim Arbeits­ge­richt Köln statt. Spon­tan gab es viel Unter­stüt­zung für unse­re enga­gier­te Betriebs­rats­kol­le­gin. Heu­te ent­schied das Arbeits­ge­richt Köln, dass bei­de Kün­di­gun­gen zusam­men am 4. Sep­tem­ber 2020 ver­han­delt wer­den. Bis dahin wird Ege­türk nicht auf­hö­ren, ihre Rück­kehr in den Betrieb und den Betriebs­rat zu ver­hin­dern. Doch Gül­den ist nicht allein! Die Gewerk­schaft NGG und vie­le wei­te­re Unterstützer*innen ste­hen an ihrer Sei­te. Wir sind soli­da­risch und for­dern die Rück­nah­me der Kün­di­gun­gen! Bit­te ver­brei­tet und ver­linkt die Peti­ti­on und unter­stützt uns auf die­sem Weg.” Mit­tei­lung der Gewerk­schaft NGG, Regi­on Köln, vom 26.6.2020 zur Peti­ti­on externer Link, sie­he auch:
    • [Pro­zeß­be­richt] Gro­ße Soli­da­ri­ät mit Ege­türk-Betriebs­rä­tin 
      “Gro­ße Soli­da­ri­tät mit der BR-Vor­sit­zen­den zeig­ten knapp zwei Dut­zend Gewerkschafter*innen der NGG, der IG Metall, der IG BAU, von DIDF, der Dach­or­ga­ni­sa­ti­on tür­ki­scher und kur­di­scher Arbeiter*innenvereine und Mitarbeiter*innen von Work-Watch beim Güte­ter­min am 26.6. vor dem Arbeits­ge­richt Köln mit der Betriebs­rats­vor­sit­zen­den G. Bei dem Ter­min ging es um eine von zwei frist­lo­sen Kün­di­gun­gen von G. Eine Eini­gung wur­de nicht erzielt. Wie bei meh­re­ren ande­ren Ver­fah­ren gegen G., der „unbe­que­men“ Betriebs­rats­vor­sit­zen­den, und der Fir­ma Ege­türk spitzt sich offen­bar alles auf den Pro­zess am 4.9.2020 zu. Bei dem 15 Minü­ti­gen Ter­min, in dem es über­wie­gend um wei­te­re Ver­fah­rens­for­ma­li­tä­ten ging, lie­ßen eini­ge Aus­sa­gen des Arbeit­ge­ber­an­walts Hart­mut Braun­schnei­der tief bli­cken. Die­ser beschwer­te sich dar­über, dass G. von der NGG „instru­men­ta­li­siert“ und mit ihrem Fall „Poli­tik betrie­ben“ wür­de. Sein Vor­wurf: die NGG ver­bin­de öffent­li­chen For­de­run­gen nach einer Rück­nah­me der Kün­di­gung und unge­hin­der­ter Aus­übung der Betriebs­rats­ar­beit mit Ver­hand­lun­gen über einen Haus­ta­rif­ver­trag. Doch genau dafür stand die Betriebs­rats­vor­sit­zen­de – sie kämpft nicht um ihren Pos­ten als Selbst­zweck, son­dern für Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen für alle Kollegen*innen bei der Fir­ma Ege­türk. Wel­che Absich­ten der Ege­türk-Geschäfts­füh­rer Ahmet Eden mit den Kün­di­gun­gen ver­folgt, dürf­te dem Rechts­an­walt Hart­mut Braun­schnei­der jeden­falls nicht ent­gan­gen sein. „Star­ke Betriebs­rä­te für eine gerech­te Arbeits­welt“ ist das Mot­to des Kata­logs für Semi­na­re des „Insti­tuts zur Fort­bil­dung von Betriebs­rä­ten“ (ifb), wo Braun­schnei­der regel­mä­ßig als Refe­rent auf­tritt. Einen mora­li­schen oder berufs­ethi­schen Kon­flikt mit dem dop­pel­ten Man­dat einer­seits Betriebs­rä­te zu schu­len und stark zu machen und ander­seits einen Arbeit­ge­ber zu ver­tre­ten, der eine Betriebs­rats­vor­sit­zen­de ent­lässt , scheint Rechts­an­walt Braun­schnei­der nicht zu haben. Die NGG infor­mier­te das ifb, dass einer ihrer Refe­ren­ten ein Man­dat für einen Arbeit­ge­ber über­nom­men hat, in dem es um die Ent­fer­nung einer enga­gier­ten Betriebs­rats­vor­sit­zen­den mit allen Mit­teln geht. „Das ifb zeig­te sich über­rascht über unse­ren Inter­ven­ti­ons­ver­such“, so Man­ja Wies­ner, Geschäfts­füh­re­rin der NGG Köln, „und ver­wies unter ande­rem auf sei­ne poli­ti­sche Neu­tra­li­tät und die Klä­rung der Aus­ein­an­der­set­zung vor dem Arbeits­ge­richt“. Das Insti­tut zur Fort­bil­dung von Betriebs­rä­ten nimmt es offen­bar bil­li­gend in Kauf, dass einer ihrer Refe­ren­ten sich an der Sei­te des Arbeit­ge­bers an Uni­on-Bus­ting betei­ligt…“ Bericht vom 30.06.2020 bei work­watch externer Link
  • [Peti­ti­on an Ege­türk] Sucuk mit fadem Bei­geschmack: Frist­lo­se Kün­di­gun­gen einer Betriebs­rats­vor­sit­zen­den! 
    Wir for­dern von Ege­türk: Rück­nah­me der frist­lo­sen Kün­di­gun­gen gegen­über der Betriebs­rats­vor­sit­zen­den; Unge­hin­der­te Aus­übung der Betriebs­rats­ar­beit; Ver­hand­lun­gen über einen Haus­ta­rif­ver­trag…” Peti­ti­on der Gewerk­schaft Nah­rung Genuss Gast­stät­ten Regi­on Köln an die Geschäfts­füh­rung Fa. Ege­türk bei open­Pe­ti­ti­on externer Link
  • Das stinkt nach Uni­onbus­ting! Ege­türk geht gegen Betriebs­rä­tin vor – Unter­schrei­be jetzt die Soli-Erklä­rung für die gekün­dig­te Betriebs­rä­tin von Ege­türk 
    “… Seit 2019 kämp­fen die Beschäf­tig­ten mit ihrer Gewerk­schaft NGG für einen Haus­ta­rif­ver­trag. Weil der Ege­türk-Geschäfts­füh­rer nicht mit der NGG spre­chen will, streik­ten die Beschäf­tig­ten zwei­mal. Das stört Herrn Eden nicht – Ver­hand­lun­gen mit einer Gewerk­schaft über einen Tarif­ver­trag will er wei­ter­hin nicht – bas­ta! Dafür gab es frei­wil­li­ge Lohn­er­hö­hun­gen von mehr als 10 Pro­zent. Die Situa­ti­on im Betrieb spitz­te sich zu, als im Früh­jahr 2020 die enga­gier­te Betriebs­rats­vor­sit­zen­de durch zwei frist­lo­se Kün­di­gun­gen vor die Tür gesetzt wur­de. (…) Die Betriebs­rä­tin ist jetzt eini­gen Gerichts­ver­fah­ren aus­ge­setzt. Zudem wer­den die Beschäf­tig­ten unter Druck gesetzt, sie wer­den an unbe­lieb­te Arbeits­plät­ze ver­setzt, wenn sie sich nicht unter­ord­nen und ihnen wird mit Ver­lust des Arbeits­plat­zes gedroht. Wir for­dern von Ege­türk: 1. Rück­nah­me der frist­lo­sen Kün­di­gun­gen gegen­über der Betriebs­rats­vor­sit­zen­den 2. Unge­hin­der­te Aus­übung der Betriebs­rats­ar­beit 3. Einen Haus­ta­rif­ver­trag für Ege­türkNGG-Mel­dung externer Link (ohne Datum) und die Soli-Erklä­rung auf Deutsch externer Link und auf Tür­kisch externer Link – Soli­da­ri­täts­er­klä­run­gen bit­te an: region.​koeln@​ngg.​net
  • Ege­türk: Angriff auf Betriebs­rats­vor­sit­zen­de. Am 4.9. wird die 2. frist­lo­se Kün­di­gung von G. vor Gericht ver­han­delt – Auf­ruf zur Soli­da­ri­tät 
    Seit 27 Jah­ren arbei­tet G. bei der Köl­ner Fir­ma Ege­türk, nach eige­nen Anga­ben euro­päi­scher Markt­füh­rer für Halal Fleisch­pro­duk­te. Grund für Kri­tik der Geschäfts­füh­rung an ihrer Arbeit gab es nie. Bis sie Ende 2018 zur Betriebs­rats­vor­sit­zen­den gewählt wur­de und sich inten­siv für die Inter­es­sen der 170 Beschäf­tig­ten ein­setz­te. (…) Der Betriebs­rat ent­wi­ckel­te dar­auf­hin eine Betriebs­ver­ein­ba­rung zur Arbeits­zeit. Und rief die Eini­gungs­stel­le an, weil sich die Geschäfts­füh­rung auf den Vor­schlag nicht ein­las­sen moch­te, son­dern eine 48 Stun­den­wo­che durch­set­zen woll­te. Aus Angst, die Eini­gungs­stel­le kön­ne das Unter­neh­men zwin­gen, mit den undurch­schau­ba­ren und kurz­fris­tig fest­ge­leg­ten Arbeits­zei­ten Schluss zu machen, ging die Geschäfts­füh­rung in die Offen­si­ve und orga­ni­sier­te eine Pro­test­ak­ti­on mit 100 Beschäf­tig­ten gegen den eige­nen Betriebs­rat. Ihr Argu­ment um die Arbeit­neh­mer auf­zu­het­zen: der Betriebs­rat ver­wei­ge­re die Erhö­hung der Löh­ne gestaf­felt nach der Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit. Was die Geschäfts­füh­rung ver­heim­lich­te: sie woll­te den Betriebs­rat zwin­gen, gleich­zei­tig mit der Betriebs­ver­ein­ba­rung zu den Lohn­er­hö­hun­gen auch die zur Arbeits­zeit zu unter­zeich­nen. Die­se Erpres­sung lehn­te der Betriebs­rat ab. Auch wenn vie­le Mit­ar­bei­ter gar nicht wuss­ten, für wel­che Tricks sie aus­ge­nutzt und wes­halb sie Ende Novem­ber 2019 vor das Betriebs­rats­bü­ro geholt wur­den – die Spal­tung der Beleg­schaft war erst ein­mal gelun­gen. Und es folg­te der zwei­te Streich: der Geschäfts­füh­rung gelang es, die Mehr­heit des Betriebs­rats auf ihre Sei­te zu zie­hen und das Gre­mi­um im März 2020 zur Zustim­mung zu einer frist­lo­sen Kün­di­gung von G. zu bewe­gen. Unmit­tel­bar nach ihrer Kün­di­gung ließ die Geschäfts­füh­rung ihre Arbeits­zeit­ver­ein­ba­rung mit einer Wochen­ar­beits­zeit bis zu 48 Stun­den vom „geköpf­ten“ Betriebs­rat unter­schrei­ben. (…) Unter dem Druck ihrer Vor­ge­setz­ten unter­schrie­ben über hun­dert Mit­ar­bei­ter die Lis­te mit der For­de­rung, G. aus dem Betriebs­rat zu ent­fer­nen. Vie­le haben sich dafür geschämt. Den­noch hat die Geschäfts­füh­rung Sor­ge, dass sie mit die­sen Erpres­sungs­ma­nö­vern und ihrem Kün­di­gungs­ver­such vor Gericht nicht durch­kommt. Sie hat des­halb vor weni­gen Tagen eine zwei­te frist­lo­se Kün­di­gung von G. nach­ge­scho­ben. Die Begrün­dung dafür ist eben­so so absurd wie die ers­te. (…) Die Soli­da­ri­tät mit G. wächst, kürz­lich hat sich Gün­ter Wall­raff, Autor von „Ganz unten“ für die Kol­le­gin ein­ge­setzt. Gewerkschafter*innen aus ande­ren Betrie­ben dis­ku­tie­ren bereits den Vor­gang und den­ken über eine Inter­ven­ti­on nach. Am 4.9. wird die Kün­di­gung von G. vor Gericht ver­han­delt. Bis dahin ist noch jede Men­ge Zeit, um Ege­türk zu zei­gen: Wir neh­men ihre Atta­cken nicht hin! Wir soli­da­ri­sie­ren uns! Wir for­dern die sofor­ti­ge Rück­nah­me der Kün­di­gung und aller ande­ren Ein­schüch­te­rungs­me­tho­den!Mel­dung vom 10. Juni 2020 bei work-watch externer Link – Arti­kel wird noch um eine e‑Mailadresse für Soli­da­ri­täts­er­klä­run­gen ergänzt
  • Ege­türk: Köl­ner Knob­lauch­wurst-Farbri­kant gegen Betriebs­rat + Tarif­ver­trag – Ehe­ma­li­ger Job-Cen­ter-Mit­ar­bei­ter als Inhouse-Uni­on-Bus­ter bei Ege­türk 
    “Der Köl­ner Fleisch­pro­du­zent Ege­türk zieht der­zeit alle Regis­ter, um sich einen Tarif­ver­trag vom Leib zu hal­ten und sei­nen akti­ven Betriebs­rat zu zer­schla­gen. Dazu gehö­ren schmut­zi­ge Metho­den wie Streik­bre­cher­geld, Unter­schrif­ten­samm­lun­gen gegen den gewähl­ten Betriebs­rat und abstru­se Kün­di­gungs­ver­su­che. Wenn es so wei­ter geht, wird das Mar­ken-Image von Ege­türk schwe­ren Scha­den neh­men. Denn wer will schon Knob­lauch­würst­chen (Sucuk) essen, in denen Schweiß und Trä­nen der Beschäf­tig­ten ste­cken? (…) steht nun die Betriebs­rats­vor­sit­zen­de Gül­den I. im Fokus der Angrif­fe. Ege­türk konn­te sie mit Hil­fe sub­stanz­lo­ser Kün­di­gungs­ver­su­che vor­läu­fig aus dem Unter­neh­men ent­fer­nen. Die Geschäfts­füh­rung will sie ent­we­der kün­di­gen oder so zer­mür­ben, dass sie das Hand­tuch wirft. Der­zeit sitzt Gül­den also gegen ihren Wil­len zuhau­se und hofft mit Hil­fe des Köl­ner Arbeits­ge­richts wie­der an ihren Arbeits­platz zu kom­men. Doch des­sen Müh­len mah­len lang­sam – zu lang­sam. (…) Dabei setzt Ege­türk eines der schmut­zigs­ten Mit­tel ein, um den Zusam­men­halt inner­halb der Beleg­schaft zu unter­gra­ben: Ercan Tür­ko­g­lu sam­mel­te in der Bele­ge­schaft Unter­schrif­ten für eine Amts­ent­he­bung der BR-Vor­sit­zen­den. Zeit­gleich ver­sucht das Manage­ment sie zu kün­di­gen. Bei­de Ver­fah­ren sind der­zeit von dem Köl­ner Arbeits­ge­richt anhän­gig. (…) Die zen­tra­le Figur des Uni­on Bus­ting bei Ege­türk ist der erwähn­te Ercan Tür­ko­g­lu. Laut Rhei­ni­scher Post arbei­te­te er in der Leis­tungs­ab­tei­lung des Job-Cen­ter Köln-Mül­heim. Dort hat der stu­dier­te Jurist, dem eine Anwalts­kar­rie­re ver­wehrt blieb, ver­mut­lich das kalt­her­zi­ge Drang­sa­lie­ren gelernt. (…) Die ange­wand­te Stra­te­gie im Fall Ege­türk ist aller­dings ein biss­chen zu aus­ge­fuchst für den gegel­ten Stre­ber. Höchst wahr­schein­lich ist ein exter­ner, ver­deckt agie­ren­der Uni­on Bus­ting-Bera­ter vom Schla­ge des berüch­tig­ten Hel­mut Nau­joks oder der Kanz­lei Schrei­ner + Part­ner am Werk. Der­zeit brummt das Fleisch­ge­schäft, so auch bei Ege­türk. Weil Restau­rants auf­grund von Coro­na geschlos­sen sind, kau­fen die Leu­te die Rega­le leer. Die Beschäf­tig­ten äch­zen unter Über­stun­den. Der Köl­ner Wurst­fa­bri­kant mag sich bereits wie der Sie­ger des Kon­flikts füh­len, doch er wird es in Zukunft nicht leicht haben, soll­te Ege­türk sei­ne unde­mo­kra­ti­sche Unter­neh­mens­kul­tur bei­be­hal­ten…“ Bei­trag vom 05.05.2020 bei der Akti­on gegen Arbeits­un­recht externer Link

Der Bei­trag Ege­türk: Patri­ar­cha­les Fami­li­en­un­ter­neh­men gegen Tarif­ver­trag und Gewerk­schaf­ten erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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