[labournet:] [Erklärung] “Die Autoindustrie vor und nach „Corona“: Konversion statt Rezepte von gestern!”

Dossier

"There are no Jobs on a dead Planet!"Volks­wa­gen und ande­re Auto­her­stel­ler haben ange­kün­digt, die Pro­duk­ti­on jetzt wie­der hoch zu fah­ren. Dazu for­dern wir: Kon­ver­si­on statt Rezep­te von ges­tern! Die Auto­in­dus­trie ist bei der Bun­des­re­gie­rung mit einem „vir­tu­el­len Auto­gip­fel“ und bei der EU-Kom­mis­si­on mit ihren For­de­run­gen nach Sub­ven­tio­nen und Dere­gu­lie­rung von Sicher­heit, von Arbeits‑, Kli­ma- und Umwelt­stan­dards auf offe­ne Ohren gesto­ßen. Die Minis­ter­prä­si­den­ten der Auto­län­der Bay­ern und Nie­der­sach­sen, Mar­kus Söder und Ste­phan Weil, machen sich für Pro­gram­me wie die „Abwrack­prä­mie“ aus 2009 stark. VDA-Vor­stand Wolf spricht in die­sem Zusam­men­hang von 20 Mil­li­ar­den Euro Staats­hil­fe und einem Ver­zicht der Beschäf­tig­ten auf den Som­mer­ur­laub. Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Althus­mann bit­tet um „Nach­sicht“ bei der EU, weil die Kli­ma­zie­le schwer erreich­bar sei­en. Aus all dem ergibt sich die Absicht der Eigen­tü­mer, die „Ver­lus­te“ der ver­gan­ge­nen Mona­te, die sich schon weit vor der Kri­se abzeich­ne­ten, mit staat­li­cher Unter­stüt­zung auf­zu­ho­len. Das wider­spricht ekla­tant den Anfor­de­run­gen an Mobi­li­tät von heu­te, es wider­spricht den Anfor­de­run­gen zur Sen­kung von Schad­stof­fen aus dem moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr. Per­sön­lich­kei­ten aus Mobi­li­täts­in­itia­ti­ven haben des­halb eine Erklä­rung abge­ge­ben, die die­se Absicht scharf kri­ti­siert und den Staat auf­for­dert, kein Geld an die Auto­in­dus­trie zu ver­ge­ben, ohne sich ent­spre­chen­de Eigen­tums­rech­te zu sichern. Die Auto­kon­zer­ne soll­ten jetzt zu Anbie­tern für Mobi­li­täts­be­dürf­nis­se auf Basis sozi­al-öko­lo­gi­scher Nach­hal­tig­keit umge­baut wer­den…” Mit­tei­lung vom 17. April 2020 der Ansprech­per­so­nen der Initia­ti­ve der Attac-Kam­pa­gnen­grup­pe „einfach.umsteigen“, Prof. Dr. Mar­kus Wis­sen und Ste­phan Krull. Sie­he dazu die Erklä­rung “Die Auto­in­dus­trie vor und nach „Coro­na“: Kon­ver­si­on statt Rezep­te von ges­tern!” und Unterzeichner*innen/Hintergründe sowie wei­te­re Aktivitäten/​Meldungen zum The­ma: Auto­in­dus­trie in Not: IG Metall, Grü­ne und SPD for­dern staat­li­chen Betei­li­gungs­fonds New

Die Autoindustrie vor und nach „Corona“: Konversion statt Rezepte von gestern!

I. Wie gutes Leben für alle sein könnte!

Die Coro­na-Kri­se ist mit her­ben Ein­schrän­kun­gen wie Schul­schlie­ßun­gen, Betriebs­schlie­ßun­gen, Kurz­ar­beit, Umsatz- und Lohn­aus­fall und dem­nächst mit Insol­ven­zen und mas­sen­haf­ter Erwerbs­lo­sig­keit ver­bun­den. Für vie­le Men­schen stellt sie eine exis­ten­zi­el­le Bedro­hung dar, bedeu­tet Leid oder gar Tod. Das gilt vor allem dort, wo Gesund­heits­sys­te­me schlecht funk­tio­nie­ren, nicht zuletzt weil sie durch die Aus­teri­täts­po­li­tik der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit stark beein­träch­tigt wur­den.

Aber die Coro­na-Kri­se geht auch mit ande­ren Erfah­run­gen ein­her: Die Pro­duk­ti­on wird auf das gesell­schaft­lich Not­wen­di­ge her­un­ter­ge­fah­ren; Sor­ge­ar­beit und Infra­struk­tur­ver­sor­gung erwei­sen sich für alle sicht­bar als die­je­ni­gen gesell­schaft­li­chen Berei­che, die wirk­lich „sys­tem­re­le­vant“ sind; im Fall der Schul­den­gren­ze wird von der Not­fall­re­ge­lung Gebrauch gemacht, hun­der­te Mil­li­ar­den Euro ste­hen zur Ver­fü­gung, der Aus­teri­täts­po­li­tik wird der Schein des öko­no­misch Not­wen­di­gen genom­men, sie wird als poli­tisch gesetz­te Not­wen­dig­keit im Inter­es­se der Herr­schen­den begreif­bar; Zugän­ge zu Kurz­ar­bei­ter­geld und Hartz IV wer­den erleich­tert; Auto­fa­bri­ken und Zulie­fer­be­trie­be ste­hen still oder bau­en Atem­schutz­mas­ken und Medi­zin­tech­nik – Kon­ver­si­on, der am gesell­schaft­lich und öko­lo­gisch Sinn­vol­len ori­en­tier­te Umbau der Pro­duk­ti­on, ist plötz­lich denk- und mach­bar.

Für vie­le wird Ent­schleu­ni­gung zur bestim­men­den All­tags­er­fah­rung. Die Fach­ar­bei­te­rin in der Auto­fa­brik beginnt zwecks Ent­zer­rung in der Werk­statt um 7 Uhr früh und wird von ihrem Kol­le­gen um 13 Uhr abge­löst: 6‑Stun­den-Arbeits­tag, kur­ze Voll­zeit mit vol­lem Lohn­aus­gleich. Weni­ger Autos auf den Stra­ßen las­sen mehr Raum für die Ein­rich­tung brei­te­rer Fahr­rad- und Fuß­we­ge. Die Abnah­me des Auto­ver­kehrs macht die Städ­te lebens­wer­ter und öff­net den Men­schen den Blick für die Ent­beh­run­gen und Zumu­tun­gen der auto­ge­rech­ten Stadt, die sie bis­lang als selbst­ver­ständ­lich und nor­mal akzep­tiert haben. Die Coro­na-Kri­se, so heißt es in der Ber­li­ner Zei­tung (9./10. April 2020, S. 1), „gewährt einen Blick in die mög­li­che Zukunft des Stadt­ver­kehrs. Ver­kehrs­lärm, Abgas­be­las­tun­gen und Unfall­zah­len haben abge­nom­men, die Lebens­qua­li­tät ist gestie­gen. Die Ver­än­de­run­gen, die in Städ­ten wie Ber­lin sicht­bar gewor­den sind, las­sen sich als Wer­bung für eine men­schen­freund­li­che­re Mobi­li­tät begrei­fen.“

So könn­te gutes Leben aus­se­hen, wenn der Reich­tum umver­teilt wird, wenn wir auf­hö­ren, für Pro­fit zu pro­du­zie­ren und statt­des­sen die Pro­duk­ti­on dau­er­haft auf das sozi­al-öko­lo­gisch Sinn­vol­le und Not­wen­di­ge umstel­len. Wer­bung, die Pro­duk­ti­on von Kriegs­waf­fen, rie­si­gen Kreuz­fahrt­schif­fen und Mil­lio­nen von Autos sowie der teu­re Bau neu­er Auto­bah­nen könn­ten der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren. Die Pri­vi­le­gier­ten wür­den ent­pri­vi­le­giert, das Leben für alle wür­de bes­ser, die Wirt­schaft wäre für die Men­schen da, nicht umge­kehrt.

Dass dies mög­lich ist, lehrt uns die Kri­se. Jetzt kommt es dar­auf an, die Wei­chen dafür zu stel­len, dass die Gesell­schaft aus die­sen Erfah­run­gen lernt und nicht nach kur­zer Zeit wie­der in den sozi­al-öko­lo­gisch ver­hee­ren­den Vor­kri­sen­mo­dus zurück­kehrt – auch, um die dro­hen­den noch grö­ße­ren Ver­wer­fun­gen durch die her­auf­zie­hen­de Kli­ma­ka­ta­stro­phe zu ver­hin­dern.

II. Die Spielverderber

Die Wider­stän­de, die es zu über­win­den gilt, sind stark. Sie wer­den umso stär­ker wer­den, je mehr die Mög­lich­keit einer ande­ren Orga­ni­sa­ti­on der gesell­schaft­li­chen (Re)Produktion zur All­tags­er­fah­rung wird. Die Eigentümer*innen und obers­ten Mana­ger der Auto­in­dus­trie, die Ver­bän­de des Auto­mo­bil-Sek­tors haben sich an die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on und die Bun­des­re­gie­rung mit der For­de­rung nach Dere­gu­lie­run­gen von Sicher­heit, Arbeits‑, Kli­ma- und Umwelt­schutz gewandt, um nach der Pan­de­mie die „Ver­lus­te“ an Pro­duk­ti­on und Umsatz wie­der wett­zu­ma­chen. Aber wenn die Auto­kon­zer­ne nun staat­li­che Hil­fen ver­lan­gen, soll­ten die­se nur gege­ben wer­den, wenn sozi­al-öko­lo­gi­sche Kri­te­ri­en erfüllt und die Hil­fen direkt in Akti­en umge­wan­delt wer­den.

Das wäre der ers­te Schritt zur Ver­ge­sell­schaf­tung der Kon­zer­ne: Steu­er­gel­der nur gegen Antei­le und Mit­spra­che.

Die­se Art der Ver­ge­sell­schaf­tung ist auch des­halb erfor­der­lich und gebo­ten, weil die Kri­se der Auto­in­dus­trie haus­ge­macht ist und lan­ge vor „Coro­na“ sicht­bar war, wie beim x‑ten Auto­gip­fel am 15. Janu­ar die­sen Jah­res im Kanz­ler­amt deut­lich wur­de. Bereits dort wur­de über leich­te­re Zugän­ge zur Kurz­ar­beit ent­schie­den. In einem Posi­ti­ons­pa­pier von VDA, Gesamt­me­tall und IG Metall zum Tref­fen heißt es, es sei von größ­tem gesell­schaft­li­chen Inter­es­se, auch in Zukunft eine wett­be­werbs­fä­hi­ge Indus­trie in Deutsch­land zu haben. VDA-Vor­stands­mit­glied Wolf sag­te: „Wenn staat­li­che Gel­der zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, dann schaf­fen wir den Struk­tur­wan­del.” Er nann­te dabei eine Sum­me von bis zu 20 Mil­li­ar­den Euro. 

Tat­säch­lich ist der Absatz in allen gro­ßen Märk­ten bereits seit 2017 rück­läu­fig – das hat mit feh­len­der (kauf­kräf­ti­ger) Nach­fra­ge und extre­mer Export­ab­hän­gig­keit der deut­schen Indus­trie zu tun. Die Pro­duk­ti­on von Autos in Deutsch­land sank 2018 um fast 10 Pro­zent von 5,6 auf 5,1 Mil­lio­nen, im Jahr 2019 um 8 Pro­zent von 5,1 auf 4,7 Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge. Damit waren die kumu­lier­ten Rück­gän­ge in 2018/​2019 bereits grö­ßer als in den Kri­sen­jah­ren 1993 und 2009. Der Antriebs­wech­sel zu Elek­tro­mo­to­ren ist weder sozi­al noch öko­lo­gisch eine Lösung, er wird von den Kun­din­nen und Kun­den auch wegen der hohen Ver­kaufs­prei­se bei wei­tem nicht in der geplan­ten Grö­ßen­ord­nung akzep­tiert.

Mit den zusätz­li­chen Aus­fäl­len durch Coro­na, mit der Beschleu­ni­gung der Rezes­si­on durch Covid-19 ist jetzt abseh­bar, dass die Umsät­ze in die­sem Jahr ein­bre­chen wer­den – eine bis­her nie dage­we­se­ne Kri­se für die auf ewi­ges Wachs­tum gepol­te Auto- und Zulie­fer­indus­trie. Wäh­rend gro­ße Her­stel­ler wie VW, Daim­ler und BMW, Bosch, ZF und Con­ti mit Mil­li­ar­den Rück­stel­lun­gen ohne exis­ten­zi­el­le Pro­ble­me durch die Kri­se kom­men kön­nen, wer­den klei­ne­re und grö­ße­re Zulie­fer­be­trie­ben in den Ruin getrie­ben und zehn­tau­sen­de Arbeits­plät­ze ver­nich­tet; als ers­tes die der Leiharbeiter*innen. – Wir erle­ben die Schrump­fung der Auto­in­dus­trie auf dis­rup­ti­ve Art und Wei­se.

Nun gibt es bil­li­ge Vor­schlä­ge wie die Mehr­wert­steu­er aus­zu­set­zen, eine „nega­ti­ve Mehr­wert­steu­er“, Prä­mi­en beim Auto­kauf, Abwrack­prä­mi­en und vie­le wei­te­re Ver­güns­ti­gen ein­zu­füh­ren, das Arbeits­zeit­ge­setz zu dere­gu­lie­ren und recht­li­che Beschrän­kun­gen für Her­stel­ler und Nut­zer von Autos auf­zu­he­ben. VDA-Vor­stand Wolf: „Ohne Anreiz­pro­gram­me der Bun­des­re­gie­rung – auch für Fahr­zeu­ge mit Ver­bren­nungs­mo­tor – wird das nicht funk­tio­nie­ren. Wir brau­chen eine Sti­mu­la­ti­on, damit die Men­schen wie­der in die Auto­häu­ser gehen und Fahr­zeu­ge kau­fen.” Und: „Ich bin abso­lut für Kli­ma­schutz, die Fra­ge ist nur, wo liegt die obers­te Prio­ri­tät. Für mich ist das The­ma Num­mer 1, die Wirt­schaft wie­der zum Lau­fen zu brin­gen, davon leben wir alle. Und erst wenn die Unter­neh­men wie­der Geld ver­die­nen, kön­nen sie auch wie­der Pro­duk­te ent­wi­ckeln und pro­du­zie­ren, die dem Kli­ma­schutz hel­fen.“

Die Auto­her­stel­ler wol­len wei­ter­ma­chen wie bis­her und dazu viel Geld von den natio­na­len und supra­na­tio­na­len Insti­tu­tio­nen erhal­ten. Die Coro­na-Kri­se scheint ihnen dabei in die Hän­de zu spie­len. Im Gegen­satz zu Bus oder Bahn ermög­licht das Auto phy­si­sche Distanz, sei­ne Insas­sen müs­sen sich nicht in unge­woll­te und unbe­kann­te Gesell­schaft bege­ben. Die Auto­mo­bi­li­tät macht eine Fort­be­we­gung in der Distanz von oder auch im Wett­be­werb mit ande­ren mög­lich. Sie kor­re­spon­dier­te von Beginn an mit den Prin­zi­pi­en der Kon­kur­renz und indi­vi­du­el­len Nut­zen­ma­xi­mie­rung, wie sie in die kapi­ta­lis­ti­sche Gesell­schaft ein­ge­schrie­ben sind. Auf die­se Wei­se setz­te sich die Auto­mo­bi­li­tät als domi­nan­te Form der Fort­be­we­gung durch, die Auto­pro­duk­ti­on wur­de zur Schlüs­sel­in­dus­trie der kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft. In Zei­ten einer Pan­de­mie-beding­ten phy­si­schen Distan­zie­rung könn­te sich dies erneut aus­zah­len, das Auto könn­te als Ver­kehrs­mit­tel, das vor Anste­ckung schützt, an Beliebt­heit gewin­nen.

Das wäre jedoch fatal. Denn zum einen gibt es ernst­zu­neh­men­de Hin­wei­se, dass das Coro­na-Virus vor allem im Zusam­men­hang mit der Luft­ver­schmut­zung (etwa durch Fein­staub, aus­ge­löst zu einem gro­ßen Teil durch moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr) tief in die Lun­gen der Men­schen ein­dringt und dort schwer­wie­gen­de, zum Teil töd­li­che Reak­tio­nen aus­löst. Zum ande­ren trägt der Auto­ver­kehr bekann­ter­ma­ßen erheb­lich zur Kli­ma­er­wär­mung bei. Deren nega­ti­ve Fol­gen für Men­schen und Umwelt sind weit grö­ßer als die der aktu­el­len Coro­na-Pan­de­mie. Zum drit­ten wird schließ­lich nicht berück­sich­tigt, dass in öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln weit­rei­chen­de Schutz­maß­nah­men (Des­in­fek­ti­on, Abstand hal­ten) prin­zi­pi­ell mög­lich sind.

Bleibt es bei dem vor­herr­schen­den Auto­ver­kehr und kommt es gar, wie von der Auto­lob­by der­zeit gefor­dert, zu des­sen Ver­stär­kung, so wäre das Ergeb­nis eine enor­me Ver­schär­fung der Kon­kur­renz auf den Stra­ßen und, was die Pro­duk­ti­on betrifft, um Märk­te und Markt­an­tei­le, ein inten­si­vier­ter Raub­bau an Roh­stof­fen und Boden­schät­zen sowie eine wei­te­re Ver­gif­tung unse­rer Umwelt, die für vie­le Men­schen, beson­ders in den Her­kunfts­län­dern der Roh­stof­fe im glo­ba­len Süden, exis­tenz­be­dro­hend ist. Die Unter­neh­men wol­len die Kri­se nut­zen, um Arbeits­schutz, Ver­kehrs­si­cher­heit, Kli­ma- und Umwelt­schutz zu dere­gu­lie­ren. Die­se Rezep­te von ges­tern hel­fen nicht aus der Kri­se, son­dern füh­ren in die nächs­te, noch schär­fe­re Kri­se.

III. Was jetzt nötig ist

Ob die Auto­in­dus­trie damit durch­kommt, hängt davon ab, ob wir alle wie­der in den Modus von vor „Coro­na“ zurück­fal­len oder ob wir auf Ände­run­gen ori­en­tie­ren und drän­gen. Es ist an der Zeit, den poli­tisch-indus­tri­el­len Kom­plex des Autos zu über­win­den. Dafür sind Pro­gram­me und Bünd­nis­se erfor­der­lich, die sozia­le Sicher­heit und gutes Leben anders defi­nie­ren, als das bis­her der Fall gewe­sen ist.

Wir raten des­halb, fol­gen­de Maß­nah­men und Pro­jek­te jetzt zu pla­nen und gemein­sam anzu­ge­hen:

1. KFZ-Steu­er­re­form: Bonus für Klein­wa­gen, Malus für Fahr­zeu­ge mit mehr als 120 PS, mehr als 2.000 ccm, expo­nen­ti­ell stei­gend (Luxus­steu­er) für grö­ße­re, schnel­le­re, schwe­re Autos.

2. Fahr­zeu­ge über 2,5 Ton­nen Gesamt­ge­wicht wer­den maut­pflich­tig

3. Alle Steu­er­vor­tei­le für MIV und Sub­ven­tio­nen für die Auto­in­dus­trie strei­chen – Job­ti­ckets statt Dienst­wa­gen.

4. Geschwin­dig­keits­be­gren­zun­gen 30 /​90 /​110 – zum Kli­ma­schutz und zur Ver­hin­de­rung schwe­rer Unfäl­le mit über 380.000 Ver­letz­ten und über 3.000 getö­te­ten Per­so­nen allein im Jahr 2019.

5. Aus­bau von Fuß- und Rad­we­gen.

6- Aus­bau des ÖPNV – Sper­rung von Innen­städ­ten für den MIV, Reak­ti­vie­rung leben­di­ger Orte und Städ­te mit guten fuß­läu­fi­gen Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten (Stadt der kur­zen Wege).

7. Arbeits­zeit­ver­kür­zung – kur­ze Voll­zeit von durch­schnitt­lich 30-Stun­den-/4‑­Ta­ge-Woche für alle.

8. Glei­cher Lohn für gleich­wer­ti­ge Arbeit /​All­ge­mein­ver­bind­lich­keit von Tarif­ver­trä­gen

9. Stra­ßen­neu­bau grund­sätz­lich been­den – Geld frei für den ÖPNV

10. Kein Geld für Ladein­fra­struk­tur aus der öffent­li­chen Hand

11. Auf­bau regio­na­ler Wirt­schafts­kreis­läu­fe – local for local

12. Auf­bau trans­pa­rent arbei­ten­der regio­na­ler Trans­for­ma­ti­ons­rä­te aus Indus­trie, Gewerk­schaft, regio­na­ler Poli­tik, Umwelt- und Ver­kehrs­ver­bän­den

13. Ver­ge­sell­schaf­tung der gro­ßen Auto- und Zulie­fer­kon­zer­ne in Deutsch­land ent­spre­chend der Grund­ge­setz­ar­ti­kel 14 und 15 mit dem Ziel, öffent­li­che Unter­neh­men für Mobi­li­tät als Daseins­vor­sor­ge in urba­nen Zen­tren wie in länd­li­chen Regio­nen zu ent­wi­ckeln.

Frei­heit, Aben­teu­er, Gren­zen­lo­sig­keit: die jahr­zehn­te­lan­gen Ver­spre­chen und glit­zern­den Bil­der der Auto­in­dus­trie haben sich für die meis­ten Men­schen in ihr Gegen­teil ver­kehrt. Ein sozi­al-öko­lo­gi­scher Umbau unse­rer Gesell­schaft, der Umbau der Auto­in­dus­trie, eine wirk­li­che Mobi­li­täts­wen­de hin zu guten und preis­wer­ten Ver­bin­dun­gen per Bus und Bahn, ger­ne mit Algo­rith­men opti­miert, gefähr­det kei­ne Arbeits­plät­ze. Eine sol­che Trans­for­ma­ti­on schafft vie­le neue Arbeits­plät­ze, führt zu lebens­wer­te­ren Städ­ten, zu mehr frei­er Zeit und einem guten Leben für alle. Es ist aber auch die Vor­aus­set­zung zur Siche­rung der Lebens­grund­la­gen der Men­schen auf der Erde. Wie wir wis­sen, ist Geld genug da! Wir haben noch eine Chan­ce.

Unterzeichner*innen:
Dr.-Ing. André Bai­er (Stu­di­en­re­form­pro­jekt Blue Engi­nee­ring, TU Ber­lin), Ana­sta­sia Blin­zow (Rosa-Luxem­burg-Stif­tung), Dr. Mario Cand­ei­as (Rosa-Luxem­burg-Stif­tung), Timo Daum (Gast­wis­sen­schaft­ler For­schungs­grup­pe Digi­ta­le Mobi­li­tät am Wis­sen­schafts­zen­trum Ber­lin), Prof. Dr. Ulrich Duch­row (Uni­ver­si­tät Hei­del­berg), Ulri­ke Eif­ler (Rosa-Luxem­burg-Stif­tung), Bet­ti­na Eller­mann (IG Metall Ver­trau­ens­frau und Betriebs­rä­tin), Andre­as Fuhs (Refe­rent Links­frak­ti­on Ber­lin), Dr. Tobi­as Haas (FU Ber­lin), Tho­mas Hän­del (ehem. MdEP, Rosa-Luxem­burg-Stif­tung), Dr. Alfred Har­tung (Che­mi­ker, ehem. IGM-Ver­trau­ens­mann bei VW in Wolfs­burg), Joa­chim Hei­er (Attac), Mat­thi­as Joch­heim (IPPNW), Lars Hir­se­korn (IG Metall Ver­trau­ens­mann), Bern­hard Knie­rim (Autor, wis­sen­schaft­li­cher Refe­rent), Dr. Hei­ke Knops (Theo­lo­gin und Phi­lo­so­phin, Ev. Kir­che im Rhein­land), Ste­phan Krull (Rosa-Luxem­burg-Stif­tung, ehem. Betriebs­rat VW Wolfs­burg), Klaus-Die­ter Lam­bert, Sabi­ne Lei­dig (MdB Die LINKE), Karl-Heinz Lude­wig (wis­sen­schaft­li­cher Refe­rent), Klaus Mer­tens (wis­sen­schaft­li­cher Refe­rent), Vol­ker Rös­ke (attac), Wolf­gang Schaum­berg (ehem. Betriebs­rat Opel Bochum), Mar­ga­re­ta Stein­rü­cke (Sozio­lo­gin, Attac AG Arbeit­Fair­Tei­len), Dr. Tho­mas Sablow­ski (Rosa-Luxem­burg-Stif­tung), Hei­ke Sud­mann (Abge­ord­ne­te der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft, Die LINKE), Dr. Win­fried Wolf (Autor), Carl Waß­muth (bera­ten­der Inge­nieur, Gemein­gut in Bür­ger­hand), Prof. Dr. Mar­kus Wis­sen (Hoch­schu­le für Wirt­schaft und Recht, Ber­lin), Fan­ny Zei­se (Rosa-Luxem­burg-Stif­tung, Attac Kam­pa­gnen­grup­pe „einfach.umsteigen“)

Und in der aktua­li­sier­ten Fas­sung vom 19.4.2020 

Ansprech­per­so­nen:

Sie­he die Attac Kam­pa­gnen­grup­pe „einfach.umsteigen“ externer Link

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weitere Aktivitäten/​Meldungen zum Thema

  • Auto­in­dus­trie in Not: IG Metall, Grü­ne und SPD for­dern staat­li­chen Betei­li­gungs­fonds New
    Vor dem Gip­fel am Diens­tag im Kanz­ler­amt lebt auch die Dis­kus­si­on um eine Unter­stüt­zung der Auto­in­dus­trie wie­der auf. Im Mit­tel­punkt steht dabei die Sor­ge um die mit­tel­stän­di­schen Zulie­fer­be­trie­be. Der IG Metall-Vor­sit­zen­de Jörg Hof­mann plä­dier­te für einen staat­li­chen “Mit­tel­stands- und Trans­for­ma­ti­ons­fonds”, der sich an Unter­neh­men in Not betei­ligt. “Wenn der Staat einen Teil des Risi­kos über­nimmt, könn­te das klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men die Kraft zu Inves­ti­tio­nen und Inno­va­tio­nen ver­schaf­fen”, sag­te Hof­mann der “Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung” (FAS). (…) Der Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land (BUND) argu­men­tier­te, eine Kauf­prä­mie für Ver­bren­ner zum Abver­kauf der Lager­be­stän­de nüt­ze nur den ohne­hin finan­zi­ell gut daste­hen­den Auto­kon­zer­nen. “Die Zulie­fe­rer gehen leer aus, weil die Autos ja bereits pro­du­ziert sind”, sag­te BUND-Ver­kehrs­ex­per­te Jens Hil­gen­berg. Wer der Zulie­fer­indus­trie hel­fen wol­le, müs­se die­se dar­in unter­stüt­zen, ihre Abhän­gig­keit von der Auto­in­dus­trie im All­ge­mei­nen und vom Ver­bren­nungs­mo­tor im Spe­zi­el­len mit neu­en Pro­duk­ten zu durch­bre­chen…” Mel­dung vom 06.09.2020 im Spie­gel online externer Link, sie­he auch:
  • [Hans-Jür­gen Urban zu Indus­trie­ge­werk­schaft und öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on] Trans­for­ma­ti­on als Bewäh­rungs­pro­be: War­um eine sozi­al-öko­lo­gi­sche Refor­mal­li­anz eine unver­zicht­ba­re, aber schwie­ri­ge Ange­le­gen­heit bleibt
    In den Ver­hand­lun­gen über das Kon­junk­tur­pro­gramm zur Revi­ta­li­sie­rung der Wirt­schaft in der Coro­na-Kri­se kamen diver­se Inter­es­sen­la­gen zum Vor­schein. Dabei eska­lier­te auch die Aus­ein­an­der­set­zung dar­über, an wel­che Kon­di­tio­nen die För­de­rung der Auto­mo­bil­in­dus­trie gebun­den sein soll­te, zwi­schen dem IG Metall-Vor­sit­zen­den und Betriebs­rä­ten gro­ßer Auto­kon­zer­ne auf der einen, den SPD-Vor­sit­zen­den und Umwelt­ver­bän­den auf der ande­ren Sei­te. Ich ver­su­che, die­sem Kon­flikt auf den Grund zu gehen, mit dem Ziel, das wech­sel­sei­ti­ge Ver­ständ­nis von sozi­al-öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­ons­stra­te­gien zu ver­tie­fen und Brü­che zwi­schen Gewerk­schaft und Öko­lo­gie­be­we­gung zu ver­mei­den. Mein Bei­trag erscheint gedruckt im Sep­tem­ber-Heft von Sozia­lis­mus, schon jetzt als PDF-Doku­ment externer Link hier zu lesen.“ Bei­trag vom 15.07.2020 von und bei Hans-Jür­gen Urban externer Link zum Vor­ab­druck und dar­in zu “Indus­trie­ge­werk­schaft und öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on”: “Das Plä­doy­er für eine Beschäf­ti­gung und Ein­kom­men sichern­de Inter­es­sen­po­li­tik in kapi­ta­lis­ti­schen Arbeits­märk­ten soll­te nicht als Rück­fall in ein vor­öko­lo­gi­sches Den­ken im alten Wachs­tums­ka­pi­ta­lis­mus miss­ver­stan­den wer­den. Auch und gera­de die Gewerk­schaf­ten ste­hen vor der unum­kehr­ba­ren Not­wen­dig­keit, sozia­le Inter­es­sen­po­li­tik in das Pro­jekt einer öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­on zu inte­grie­ren. Alle Flucht­ver­su­che vor die­ser Anfor­de­rung müs­sen in einer öko­lo­gie­ver­ges­se­nen und damit letzt­lich exis­tenz­be­droh­li­chen Lob­by­po­li­tik enden. Eine sol­che hat längst Berech­ti­gung und gesell­schaft­li­che Akzep­tanz ver­spielt. Aus guten Grün­den. (…) Der ana­ly­ti­sche Blick auf die span­nungs­rei­che Inter­es­sen­la­ge der Lohn­ab­hän­gi­gen-Exis­tenz im kapi­ta­lis­ti­schen Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess darf aber kei­nes­falls als Begrün­dung eines Abschieds von der öko­lo­gie­po­li­ti­schen Ver­ant­wor­tung gewerk­schaft­li­cher Poli­tik miss­braucht wer­den. Dies käme einem Rück­fall in den auch gewerk­schafts­in­ter­nen Dis­kus­si­ons­stän­den gleich. Das Ende einer arbeits­öko­lo­gisch ambi­tio­nier­ten Poli­tik wäre die siche­re Fol­ge. Das bedeu­tet auch, dass sich die Gewerk­schaf­ten den gegen­wär­ti­gen Lob­by-Ver­su­chen auf euro­päi­scher Ebe­ne ent­ge­gen­stel­len müs­sen, die Gunst der Kri­sen­stun­de zu nut­zen, um öko­lo­gi­sche Grenz­wer­te zurück­zu­dre­hen und den anvi­sier­ten »Green Deal« zu sabo­tie­ren, bevor er ins Leben geru­fen wurde.20 Doch eine nüch­ter­ne inter­es­sen­po­li­ti­sche Ana­ly­se lässt Sys­tem­zwän­ge deut­lich wer­den und macht nach­voll­zieh­bar, war­um eine ein­mal gefun­de­ne Balan­ce zwi­schen Arbeits- und Natur­in­ter­es­sen in gewerk­schaft­li­chen Stra­te­gien nicht ein für alle Mal gesi­chert ist. Sie bleibt fra­gil und muss es blei­ben, solang die über­mä­ßi­ge Ver­wer­tung der Natur zur Vor­aus­set­zung der Ver­wer­tung der leben­di­gen Arbeit und damit der Exis­tenz­si­che­rung der Lohn­ab­hän­gi­gen bleibt. (…) Ange­sichts von »Die­sel-Gate«, exor­bi­tan­ten Mana­ger-Boni, ver­schla­fe­ner E‑Mobilität und mil­li­ar­den­schwe­rer Divi­den­de- Aus­schüt­tun­gen trotz Kri­se ist das öffent­li­che Anse­hen der Auto­mo­bil­in­dus­trie mit dem der Rüs­tungs- und Atom­wirt­schaft in den 1980er Jah­ren ver­gleich­bar, also denk­bar gering. Von einer aner­ken­nungs­po­li­ti­schen »Selbst­verzwer­gung« auf­grund ekla­tan­ter Manage­ment­feh­ler ist die Rede. Gegen­ar­gu­men­te las­sen sich kaum fin­den. Und doch bleibt es Auf­ga­be einer Bran­chen­ge­werk­schaft, zu ver­hin­dern, dass die Beschäf­tig­ten mit dem Ver­lust von Beschäf­ti­gung, Ein­kom­men und sozia­ler Per­spek­ti­ve den Preis für unter­neh­me­ri­sche Fehl­ent­schei­dun­gen zah­len. Die Span­nung, die sich in die­ser Kon­stel­la­ti­on ver­birgt, ent­lud sich am The­ma Abwrack- bzw. Umwelt­prä­mie. Die Gewerk­schaf­ten, ins­be­son­de­re die IG Metall, for­der­ten sie, der Wider­stand, nicht zuletzt der SPD-Spit­ze, ver­hin­der­te sie. (…) Die Aus­ge­stal­tung der »Umwelt­prä­mie« stell­te sei­tens der IG Metall den Ver­such eines Brü­cken­schlags zwi­schen bei­den Poli­ti­ken dar: zwi­schen Kon­junk­tur­po­li­tik durch Nach­fra­ge­sti­mu­lie­rung und Struk­tur­po­li­tik durch eine auf CO2-Redu­zie­rung kon­di­tio­nier­te Kauf­prä­mie. Die Ein­be­zie­hung moder­ner, emis­si­ons­är­me­rer Ver­bren­ner-Moto­ren beruh­te vor allem auf dem Umstand, dass gut 90% der gegen­wär­ti­gen Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten auf die­se Antriebs­tech­no­lo­gie aus­ge­rich­tet und die För­de­rung von Elek­tro-Fahr­zeu­gen auf­grund des (noch) gerin­gen Volu­mens kaum Kon­junk­tur­im­pul­se zu erzeu­gen in der Lage sind. Doch die­ser Brü­cken­schlag konn­te offen­bar, aus wel­chen Grün­den auch immer, nicht ver­mit­telt wer­den. Die öffent­li­che Mei­nung stell­te sich gegen alle For­men einer Kauf­prä­mie. (…) Die brei­te öffent­li­che Ableh­nung der Gewerk­schafts­for­de­rung dürf­te vor allem dar­auf zurück­zu­füh­ren sein, dass sie als Ele­ment einer tra­di­tio­nel­len, ana­chro­nis­ti­schen Wachs­tums­po­li­tik gewer­tet wur­de, die trotz dro­hen­der Kli­ma­ka­ta­stro­phe klas­si­scher Nach­fra­ge­stär­kung den Vor­zug vor der Dekar­bo­ni­sie­rung der Indus­trie gebe. Und das auch noch in einem unkri­ti­schen Lob­by­bünd­nis mit den Auto­mo­bil­kon­zer­nen. (…) Zwar stell­te Hof­mann anschlie­ßend klar, dass die Not­wen­dig­keit, die Wirt­schaft zu dekar­bo­ni­sie­ren, … (auch) für die IG Metall außer Fra­ge« ste­he und dies auch in der tie­fen Rezes­si­on, in der sich die Wirt­schaft befin­de. Es gehe um die Sti­mu­lie­rung der Nach­fra­ge, »ohne die kli­ma­po­li­ti­schen Zie­le zu kon­ter­ka­rie­ren.« Doch die­se Klar­stel­lun­gen konn­ten den Shit­s­torm, der über die IG Metall her­ein­brach, kaum mil­dern. (…) Kon­flik­te die­ser Art kön­nen schnell zum Spreng­satz poli­ti­scher Umwelt-Bünd­nis­se wer­den. Einen Bruch zwi­schen IG Metall und jenen Tei­len der Umwelt­be­we­gung, mit denen im letz­ten Jahr eine deut­li­che Annä­he­rung gelun­gen war, gilt es zu ver­hin­dern. Das wird nur gelin­gen, wenn das wech­sel­sei­ti­ge Ver­ständ­nis für­ein­an­der wächst. Dazu müss­te auf der einen Sei­te die IG Metall-Wer­bung für eine Kauf­prä­mie nicht als öko­lo­gie­ver­ges­se­ner Lob­by­is­mus, son­dern als Ver­such einer beschäf­ti­gungs­po­li­ti­schen Scha­dens­be­gren­zung in einer öko­no­mi­schen Jahr­hun­dert­kri­se erkannt wer­den. Und in Gewerk­schafts­krei­sen wäre die Ableh­nung eben die­ser Kauf­prä­mie als ver­ständ­li­che Furcht vor einem öko­lo­gie­po­li­ti­schen Rück­fall und nicht als Igno­ranz gegen­über Beschäf­tig­ten­in­ter­es­sen und als sozi­al­ver­ges­se­ner Öko-Fun­da­men­ta­lis­mus zu akzep­tie­ren. (…) Zwei­fels­oh­ne müs­sen die Gewerk­schaf­ten zukünf­tig ihre Brü­cken-For­de­run­gen zwi­schen Beschäf­ti­gung und Umwelt schär­fer kon­tu­rie­ren und här­ter auf ihre Taug­lich­keit für eine sozi­al-öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on hin prü­fen. Der unver­zicht­ba­re öko­lo­gi­sche Mehr­wert muss belast­bar nach­ge­wie­sen wer­den; die Instru­men­te zur Beschäf­ti­gungs­si­che­rung müs­sen kon­kre­ti­siert und ver­bind­lich gemacht wer­den; und der Ver­zicht auf ana­chro­nis­ti­sche Mana­ger-Boni, Divi­den­den­aus­schüt­tun­gen und ande­re ver­tei­lungs­po­li­ti­sche Zumu­tun­gen muss offen­siv und ein­deu­tig ein­ge­for­dert wer­den. Der Ein­druck eines klas­sen­ver­ges­se­nen kri­sen-kor­po­ra­tis­ti­schen Lob­by-Bünd­nis­ses zwi­schen Kapi­tal und Arbeit soll­te so von Beginn an ver­mie­den wer­den…”
  • [AKI] Offe­ner Brief an den Vor­stand der IG Metall zur aktu­el­len Situa­ti­on in der Auto­mo­bil­in­dus­trie: “Wir sind nicht die Steig­bü­gel­hal­ter für die Kon­zer­ne und ihre über­hol­ten Kon­zep­te!” 
    “… Ihr habt öffent­lich eine all­ge­mei­ne Abwrack­prä­mie zur Ankur­be­lung der Auto-Indus­trie gefor­dert. Wir sind dage­gen und zwar aus meh­re­ren Grün­den: Eine plan­lo­se För­de­rung des Indi­vi­du­al­ver­kehrs ist Gift für das Kli­ma und eine wirt­schaft­li­che Sack­gas­se; Wer zukunfts­fä­hi­ge Arbeits­plät­ze sichern und auf­bau­en will, muss dies in Ein­klang mit den gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Bedürf­nis­sen tun. Wer zukunfts­si­che­re Arbeits­plät­ze will, darf sich nicht an alt­her­ge­brach­ten Ver­kehrs­kon­zep­ten, Pro­duk­ti­ons­ver­fah­ren, Tech­no­lo­gien und Pro­duk­ten fest­klam­mern. Eine För­de­rung der Auto­kon­zer­ne ist völ­lig unan­ge­bracht, nach­dem die­se sich in den letz­ten Jah­ren durch Abgas­be­trug und Kar­tell­bil­dung her­vor­ge­tan haben. Die Auto-Indus­trie ist gera­de die trei­ben­de Kraft bei den Angrif­fen von Gesamt­me­tall und den regio­na­len Arbei­ter­ge­ber­ver­bän­den auf die sozia­len und tarif­li­chen Errun­gen­schaf­ten (…) In den Betrie­ben erle­ben wir täg­li­che neue Schlie­ßungs- oder Ent­las­sungs­mel­dun­gen. Unse­re For­de­rung als IG Metall, die Trans­for­ma­ti­on öko­lo­gisch und sozi­al zu gestal­ten, tre­ten sie täg­lich mit Füs­sen. In einer sol­chen Situa­ti­on ist es das völ­lig fal­sche Signal für die Kon­zer­ne noch Geschen­ke aus Steu­er­mit­teln zu for­dern! Der Angriff von Gesamt­me­tall muss viel­mehr ein Signal sein, alle Beleg­schaf­ten zu ver­ei­nen in einem gemein­sa­men Wider­stand (…) Wir brau­chen als IG Metall eige­ne Kon­zep­te zum öko­lo­gi­schen Umbau! Wir sind nicht die Steig­bü­gel­hal­ter für die Kon­zer­ne und ihre über­hol­ten Kon­zep­te!Offe­ner Brief vom 2.7.2020 vom und beim Arbeits­kreis­in­ter­na­tio­na­lis­mus der IG Metall Ber­lin externer Link mit wei­te­ren Erst­un­ter­zeich­ne­rIn­nen
  • Auto­in­dus­trie: Gewerk­schaf­ten mut­los 
    “… Und heu­te? Zehn­tau­sen­de Arbeits­plät­ze sind in der Windin­dus­trie bedroht, weil eine büro­kra­ti­sche Aus­schrei­bungs­pflicht ein­ge­führt wur­de und dem­nächst noch ein pau­scha­ler Min­dest­ab­stand von einem Kilo­me­ter von jedem Wohn­haus hin­zu­kom­men soll. An Land wer­den daher kaum noch neue Wind­kraft­an­la­gen errich­tet, aber von der Gewerk­schaft der betrof­fe­nen Arbei­ter ist kaum etwas zu hören. Nur hin und wie­der mel­det externer Link sich der Lan­des­ver­band Küs­te zu Wort, doch in den bun­des­wei­ten Medi­en und beim IGM-Vor­stand in Frank­furt fin­det das kaum Wider­hall. (…) Ganz anders ist da die Laut­stär­ke, wenn es um die strau­cheln­de Auto­mo­bil­in­dus­trie geht. Da legt sich die Gewerk­schaft schon mal mit der SPD an, weil die­se sich nicht für eine Auto­kauf­prä­mie für Ver­bren­ner ein­set­zen mag. Und ange­sichts der dro­hen­den Ent­las­sungs­wel­le legt man nach und for­dert externer Link ein zwei­tes Kon­junk­tur­pa­ket. Das ist natür­lich zunächst nicht ganz unbe­rech­tigt. 100.000 Arbeits­plät­ze sieht die Gewerk­schaft in der Bran­che bedroht, und das ist natür­lich nicht nur für die Betrof­fe­nen ein Pro­blem, son­dern auch für deren Fami­li­en, die Kom­mu­nen, in denen sie Lohn­steu­er zah­len, für Ein­zel­han­del und Gas­tro­no­mie, die sie ver­sor­gen. Doch das gilt natür­lich zum Bei­spiel auch für die Beschäf­tig­ten der Solar­in­dus­trie, in der ohne gewerk­schaft­li­chen Wider­stand im aus­ge­hen­den Jahr­zehnt meh­re­re Zehn­tau­send Jobs ver­lo­ren gin­gen. Im Grun­de ist der Ruf nach einem wei­te­ren Kon­junk­tur­pa­ket aber rück­wärts­ge­wandt. Statt Anschluss an die Kli­ma­schutz­be­we­gung der Jugend zu suchen, plä­diert er für ein “Wei­ter so”. Und zwar in einer Zeit, in der einem gro­ßen Teil der Gesell­schaft und vor allem der jün­ge­ren Genera­tio­nen längst klar ist, dass es ein sol­ches “Wei­ter so” nicht geben darf, dass in der Industrie‑, Energie‑, Res­sour­cen- und Ver­kehrs­po­li­tik schleu­nigst und mas­siv umge­steu­ert wer­den muss. Und ist es wirk­lich so schwer? Haben die deut­schen Auto­kon­zer­ne nicht gera­de meh­re­re Mil­li­ar­den Euro an Divi­den­den an ihre Aktio­nä­re ver­teilt? Wie­so kommt in der IGM-Zen­tra­le kei­ner auf die Idee, den Ver­bleib die­ses Gel­des in den Unter­neh­men zu for­dern. Damit lie­ße sich spie­lend als ers­ter Schritt eine Redu­zie­rung der Arbeits­zeit bei vol­lem Lohn­aus­gleich finan­zie­ren, die die gerin­ge­re Nach­fra­ge kom­pen­sie­ren könn­te. Län­ger­fris­tig wird es aber ver­mut­lich tat­säch­lich nicht ganz ohne staat­li­che Hil­fen abge­hen. Doch die müss­ten dann zumin­dest mit einer Beschäf­ti­gungs­ga­ran­tie – nicht ein­mal die­se Voka­bel hört man von der IGM – und einem Umbau der Unter­neh­men zu Mobi­li­täts­kon­zer­nen ver­bun­den sein. Statt auf Dei­bel komm raus über­ge­wich­ti­ge SUV für den Indi­vi­du­al­ver­kehr der geho­be­ne­ren Gesell­schafts­klas­sen her­zu­stel­len, müss­ten vor allem Bus­se und Bah­nen für einen hoch­wer­ti­gen öffent­li­chen Per­so­nen- und Güter­trans­port das Sor­ti­ment bestim­men…“ Arti­kel von Wolf­gang Pom­rehn vom 18.06.2020 bei Tele­po­lis externer Link
  • Kein Wort zur Arbeits­zeit­ver­kür­zung! IG Metall-Vor­stän­de auf dem Holz­weg 
    “Mas­siv ging Jörg Hof­mann, Vor­sit­zen­der der IG Metall, die SPD-Spit­zen­kräf­te Saskia Esken und Nor­bert Wal­ter-Bor­jans an und damit zumin­dest zum Teil auch die Fal­schen. (…) Wie konn­ten aber Hof­mann und sei­ne Trup­pe über­se­hen, dass genau die­se Auto-Magna­ten sich nicht nur als unfä­hig erwie­sen haben, son­dern auch noch total über­zo­gen: Staats­kne­te ohne Ende ver­lan­gen, zehn­tau­sen­de Arbeits­plät­ze auf die Streich­lis­te set­zen – alles schon vor „Coro­na“ geplant! – Druck gegen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen orga­ni­sie­ren, aber sat­te Divi­den­den an die Kapi­tal­eig­ner aus­zah­len, damit deren Pro­fit stimmt? Dan­kend strei­chen die Auto-Bos­se auch noch das erhöh­te „Corona“-Kurzarbeitergeld ein, las­sen sich in ihre Ent­las­sungs­plä­ne kei­nes­falls rein­re­den und lot­sen neben Divi­den­den auch noch sat­te Boni aufs Pri­vat-Kon­to. Dabei ist offen­sicht­lich, dass his­to­risch die Zeit die­ser Tech­no­lo­gie abläuft. (…) Hof­mann und sein Vor­stand ver­sa­gen genau da, wo die Gewerk­schaft einen his­to­ri­schen Kampf bestehen muss, auch und gera­de in die­ser Pha­se des Nie­der­gangs für den Kapi­ta­lis­mus, des­sen Ende die SARS-CoV‑2 Pan­de­mie stel­len­wei­se bereits erah­nen lässt. Wenn mit und ohne Prä­mie die Leu­te aus den Fabri­ken flie­gen, gehört die Arbeits­zeit für alle auf die Tages­ord­nung! Sie wird aber weder von Hof­mann und sei­nen IG-Metall-Mit­vor­ständ­ler/in­nen noch von Zit­zels­ber­ger auch nur erwähnt! Die For­de­rung nach 30-Stun­den­wo­che für alle, bei vol­lem Ent­gelt- und Per­so­nal­aus­gleich, ist die For­de­rung, die die Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter, die Ange­stell­ten, die Erwerbs­lo­sen und die, deren Jobs bedroht sind, ver­ei­ni­gen und zusam­men­füh­ren muss. Dras­tisch gesagt: Eine IG-Metall-Füh­rung, die das nicht auf die Tages­ord­nung setzt, streut den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen Sand in die Augen. (…) Wie auch die 35-Stun­den­wo­che, die Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall, der heu­ti­ge Urlaub mit zusätz­li­chem Urlaubs­geld und vie­les ande­re nur durch ent­schlos­se­nen Kampf, durch mas­si­ve Streiks errun­gen wer­den konn­ten, so gilt auch hier: Nur ein veri­ta­bler Auf­stand der Kolleg/​innen über­all in der Gesell­schaft kann wei­te­re Arbeits­zeit­ver­kür­zung, Ent­gelt- und Per­so­nal­aus­gleich durch­set­zen. Davon heu­te noch nicht ein­mal eine Andeu­tung zu machen, zeigt, wie sehr die IG Metall-Füh­rung ver­sagt. Das muss jetzt vor­be­rei­tet wer­den! Wir brau­chen star­ke und kämp­fe­ri­sche Gewerk­schaf­ten! Neue, jün­ge­re, kämp­fe­ri­sche, klas­sen­kämp­fe­ri­sche Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen müs­sen wie­der Schwung in den Laden brin­gen und die­ser Co-Manage­ment-Trup­pe die Füh­rung aus der Hand neh­men. Fin­den wir sie, erpro­ben wir sie und stär­ken wir sie im Klas­sen­kampf!” Bei­trag vom 16. Juni 2020 von und bei Arbeit Zukunft online externer Link
  • Büt­tel der Kon­zer­ne – IG Metall und Betriebs­rä­te kri­ti­sie­ren SPD 
    “Der Gesamt­be­triebs­rats­chef von Daim­ler, Micha­el Brecht, pol­ter­te: »Die SPD-Spit­ze hat es nicht ver­stan­den.« Der IG-Metall-Vor­sit­zen­de Jörg Hof­mann sprach von einem »mas­si­ven Ver­trau­ens­ver­lust (…) gegen­über der Sozi­al­de­mo­kra­tie«. Und der Vor­sit­zen­de des MAN-Kon­zern­be­triebs­rats, Saki Sti­mo­nia­ris, frag­te: »Ver­tritt die SPD tat­säch­lich noch die Inter­es­sen der Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer?« (…) Son­dern die Kauf­prä­mie für Autos mit Ver­bren­nungs­mo­tor, die sie so vehe­ment und in trau­ter Einig­keit mit den Kon­zer­nen gefor­dert hat­ten. Und das ist jetzt der Ver­rat der SPD an der Arbei­ter­klas­se? Wohl eher der Ver­such, ange­sichts brei­ter Kli­ma­pro­tes­te ein wenig Unab­hän­gig­keit von den Lob­by­in­ter­es­sen der Kon­zer­ne zu demons­trie­ren. Die IG-Metall- und Betriebs­rats­spit­zen zei­gen damit, wie weit ihr »Kri­sen­kor­po­ra­tis­mus« geht. Neben dem Lohn­ver­zicht via »Soli­dar­ta­rif­ver­trag« sind sie auch dazu bereit, sich öffent­lich zum Büt­tel der Kon­zer­ne zu machen, um die­se von Mas­sen­ent­las­sun­gen abzu­hal­ten. Dabei ist die Dra­ma­tik des von der IG Metall ent­wor­fe­nen Kri­sen­sze­na­ri­os kei­nes­wegs über­trie­ben. In der Tat ste­hen Zehn­tau­sen­de Arbeits­plät­ze auf dem Spiel. Sie mit allen Mit­teln zu ver­tei­di­gen ist die Auf­ga­be der Gewerk­schaft. Das hie­ße aber, betrieb­li­chen Wider­stand gegen Stel­len­ab­bau zu orga­ni­sie­ren, sich für ver­kürz­te Arbeits­zei­ten bei vol­lem Lohn ein­zu­set­zen, für eine zukunfts­träch­ti­ge sowie gesell­schaft­lich sinn­vol­le Pro­duk­ti­on. Und dafür, dass die enor­men Gewin­ne der Ver­gan­gen­heit in die­sem Sin­ne genutzt wer­den. Laut einer auf Bloom­berg-Daten basie­ren­den Ana­ly­se der Süd­deut­schen Zei­tung haben BMW, Daim­ler und Volks­wa­gen im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt ins­ge­samt 277 Mil­li­ar­den Euro ver­dient. Dass die­sel­ben Kon­zer­ne die Kos­ten der Kri­se auf die All­ge­mein­heit abwäl­zen wol­len, ist schlimm genug. Noch schlim­mer ist, dass IG-Metall- und Betriebs­rats­spit­zen sie dabei auch noch unter­stüt­zen.“ Arti­kel von Dani­el Beh­ru­zi in der jun­gen Welt vom 09.06.2020 externer Link
  • Kon­junk­tur­pa­ket: Die IG Metall trau­ert der Kauf­prä­mie nach – und zofft sich mit der SPD 
    Gewerk­schaft und pro­mi­nen­te Genos­sen kri­ti­sie­ren, dass die Sozi­al­de­mo­kra­ten mit der Ableh­nung der Auto­prä­mie Arbeit­neh­mer­inter­es­sen ver­ra­ten hät­ten. IG-Metall-Chef Jörg Hof­mann fand deut­li­che Wor­te: Dass die SPD sich im Koali­ti­ons­aus­schuss gegen eine Kauf­prä­mie für Autos mit Ver­bren­nungs­mo­tor aus­ge­spro­chen und mit Slo­gans wie „Kein Cent für Ben­zi­ner und Die­sel“ Stim­mung gemacht habe, füh­re „zu einem mas­si­ven Ver­trau­ens­ver­lust der Beschäf­tig­ten der Auto­in­dus­trie und angren­zen­der Bran­chen gegen­über der Sozi­al­de­mo­kra­tie“, sag­te der Gewerk­schaf­ter der „Augs­bur­ger All­ge­mei­nen“. „Hier herrscht Ent­täu­schung, dass nicht indus­trie­po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung, son­dern die Demo­sko­pie das Han­deln der SPD-Spit­ze bestimmt hat.“ Die Gewerk­schaft, die ihre Mit­glie­der zu einem gro­ßen Teil aus der Auto- und Zulie­fe­rer­in­dus­trie rekru­tiert, ist sau­er, dass die Gro­ße Koali­ti­on nur Elek­tro- und Hybrid­fahr­zeu­ge mit einer ver­dop­pel­ten staat­li­chen Prä­mie för­dern will. Denn das Gros der Beschäf­ti­gung der Bran­che hängt nach wie vor an der Pro­duk­ti­on von her­kömm­li­chen Ben­zi­nern und Die­seln. Die Arbei­ter­par­tei SPD, so kann man Hof­mann ver­ste­hen, han­de­le also gegen die Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten. (…) Hof­mann hat­te sich weni­ge Wochen vor dem Koali­ti­ons­aus­schuss im Han­dels­blatt-Inter­view für eine Kauf­prä­mie auch für Ver­bren­ner stark gemacht – aber unter drei Bedin­gun­gen: Sie müs­se zu einer deut­li­chen Sen­kung der Emis­si­ons­wer­te bei­tra­gen und Beschäf­ti­gung und Pro­duk­ti­on sichern. Und den Auto­her­stel­lern müs­se ein Eigen­bei­trag abver­langt wer­den: „Der Steu­er­zah­ler darf nicht die ohne­hin gewähr­ten Rabat­te finan­zie­ren“ sag­te Hof­mann. Die Mehr­wert­steu­er­sen­kung sorgt jetzt aber dafür, dass auch gro­ße Autos mit hohem Ben­zin­ver­brauch oder Fahr­zeu­ge mit älte­ren Moto­ren und schlech­te­ren Abgas­wer­ten bil­li­ger wer­den. (…) Ähn­lich äußer­te sich Thors­ten Grö­ger, Bezirks­lei­ter der IG Metall in Nie­der­sach­sen und Sach­sen-Anhalt: „Wir hät­ten uns eine ande­re Ent­schei­dung gewünscht, vor allem im Hin­blick auf die vie­len Beschäf­tig­ten nicht nur bei den Her­stel­lern, son­dern auch bei den Zulie­fer­er­be­trie­ben.“ Ein Kon­zept für Fahr­zeu­ge mit Ver­bren­nungs­mo­tor als Über­gangs­lö­sung, bis die E‑Mobilität in den nöti­gen Stück­zah­len zur Ver­fü­gung steht, hät­te ein wich­ti­ges Signal sein kön­nen. Denn 90 Pro­zent der Beschäf­tig­ten in der Bran­che sei­en aktu­ell noch mit dem Bau von Autos oder Tei­len für Autos mit Ver­bren­nungs­mo­to­ren beschäf­tigt. „Der Über­gang ist kein Hebel, der sich ein­fach so von heu­te auf mor­gen auf ein­mal umle­gen lässt“, sag­te Grö­ger dem Han­dels­blatt. Am Frei­tag­mor­gen hat­te schon Roman Zit­zels­ber­ger, IG-Metall-Bezirks­lei­ter in Baden-Würt­tem­berg, in einer Pres­se­kon­fe­renz auf die schwie­ri­ge Lage der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie im All­ge­mei­nen und der Auto­bran­che im Beson­de­ren hin­ge­wie­sen. Ihm drän­ge sich der Ein­druck auf, dass die Fol­gen der Coro­na­kri­se „über­pro­por­tio­nal auf den Schul­tern der Beschäf­tig­ten abge­la­den wer­den“ sol­len, sag­te Zit­zels­ber­ger…” Arti­kel von Frank Specht vom 05.06.2020 im Han­dels­blatt online externer Link
  • [Ent­schei­dung über Abfck­prä­mie erst am 3.6.] Koali­ti­ons­aus­schuss berät: Mehr Zeit für das Kon­junk­tur­pa­ket 
    Der Koali­ti­ons­aus­schuss zum geplan­ten Kon­junk­tur­pa­ket wird ange­sichts der kom­pli­zier­ten Aus­gangs­la­ge ver­län­gert. Ein Streit­punkt: Auto­kauf-Prä­mi­en. Gegen die weh­ren sich auch Demons­tran­ten im Regie­rungs­vier­tel. (…) Die Spit­zen von CDU, CSU und SPD ver­stän­dig­ten sich dar­auf, ihre am Nach­mit­tag ange­lau­fe­nen Bera­tun­gen um 23.00 Uhr zu been­den und am Mitt­woch nach dem Kabi­nett fort­zu­set­zen. Ange­sichts der Grö­ßen­ord­nung des Pakets von 80 bis 100 Mil­li­ar­den Euro sol­le in aller Ruhe ver­han­delt wer­den. Ein Streit­punkt sind finan­zi­el­le Anrei­ze zum Auto­kauf, die ins­be­son­de­re von der Auto­mo­bil­bran­che und den Bun­des­län­dern mit gro­ßen Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten gefor­dert wer­den. Unmit­tel­bar vor Gesprächs­be­ginn unter­strich die SPD-Spit­ze ihre har­te Hal­tung bei Hil­fen für die Auto­bran­che. “Eine Kauf­prä­mie für Autos der Ver­bren­ner­tech­nik wird es mit uns nicht geben”, sag­te Par­tei­che­fin Saskia Esken. (…) Ande­rer Mei­nung ist ihr Par­tei­freund Ste­phan Weil, der Minis­ter­prä­si­dent des Auto-Lan­des Nie­der­sach­sen: Kauf­prä­mi­en für moder­ne Ver­bren­ner-Autos sei­en auch gut fürs Kli­ma, weil sie älte­re Fahr­zeu­ge erset­zen. Auch die bei­den Uni­ons-Minis­ter­prä­si­den­ten Mar­kus Söder und Armin Laschet wol­len die Kauf­prä­mie nicht nur auf Elek­tro-Autos beschrän­ken. Das aber lehnt der Wirt­schafts­flü­gel der Uni­on ab. (…)Die Bera­tun­gen wer­den von Pro­test beglei­tet. 2000 Akti­vis­ten bil­de­ten eine Men­schen­ket­te durch das Regie­rungs­vier­tel, um gegen För­de­run­gen für Ver­bren­ner zu pro­tes­tie­ren, wie das Netz­werk Cam­pact mit­teil­te…” Mel­dung vom 02.06.2020, 16:12 Uhr bei tages​schau​.de externer Link – sie­he für die Pro­tes­te #Abwrack­prä­mie /​#Kli­ma­ziel­statt­Lob­by­de­al /​#Kon­junk­tur­pa­ket
  • Kli­ma­be­we­gung unter­stützt Coro­na-Kran­ken­haus-Pakt +++ Kund­ge­bung und Pres­se­kon­fe­renz +++ Geld für Pfle­ge statt für Autos
    “Heu­te, Frei­tag den 29.5. ab 13 Uhr ver­han­deln Kran­ken­haus­be­schäf­tig­te von Vivan­tes, Cha­ri­té und Toch­ter­fir­men mit Ber­lins Gesund­heits­se­na­to­rin Dilek Kalay­ci über ihre For­de­run­gen nach einem Coro­na-Kran­ken­haus-Pakt, der von mehr als 4.000 Ber­li­ner Beschäf­tig­ten unter­schrie­ben wur­de. Sei­ne neun For­de­run­gen beinhal­ten u.a. die Wie­der­ein­glie­de­rung der out­ge­sourc­ten Beschäf­tig­ten, eine ver­bind­li­che Per­so­nal­be­mes­sung, die Abschaf­fung der Fall­pau­scha­len und einen bes­se­ren Gesund­heits­schutz für die Mitarbeiter*innen. Die Kli­ma­be­we­gung unter­stütz­te die­se For­de­run­gen heu­te um 12 Uhr mit einer Pres­se­kon­fe­renz und Kund­ge­bung mit etwa 100 Teilnehmer*innen vor der Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit, Pfle­ge und Gleich­stel­lung in der Ora­ni­en­str. 106 in Ber­lin. Bei der Pres­se­kon­fe­renz spra­chen Vertreter*innen von Fri­days for Future, Ende Gelän­de, Stu­dents for Future der Cha­ri­té und der HU, 350​.org, Natur­freun­de Ber­lin, Sand im Getrie­be, die inter­ven­tio­nis­ti­sche Lin­ke (iL) Ber­lin, das Ber­li­ner Bünd­nis für mehr Per­so­nal und eine Kran­ken­pfle­ge­rin bei Vivan­tis, die Mit­glied der Ver­hand­lungs­de­le­ga­ti­on ist. Ron­ja Weil von Ende Gelän­de sagt dazu: „Als Kli­ma­be­we­gung stel­len wir uns hin­ter die For­de­run­gen der Pfle­ge­kräf­te, die tag­täg­lich Stress, Anste­ckungs­ri­si­ko und Über­las­tung auf sich neh­men, um die Gesund­heits­ver­sor­gung auf­recht zu hal­ten. Es ist ein Skan­dal die Pfle­ge­be­schäf­tig­ten mit Klat­schen und loben­den Wor­ten abzu­spei­sen, wäh­rend Auto- und Flug­zeug­kon­zer­ne gleich­zei­tig mit Mil­li­ar­den­bei­trä­gen über­schüt­tet wer­den. Sys­tem­re­le­vant sind nicht die fos­si­len Kon­zer­ne, die unse­re Lebens­grund­la­ge zer­stö­ren, son­dern unse­re Gesund­heits­ver­sor­gung. (…) Es wird Zeit, dass der Druck auf die poli­ti­schen Entscheidungsträger*innen mas­siv erhöht wird“, sagt Anja Voigt Kran­ken­pfle­ge­rin bei Vivan­tis und Mit­glied der Ver­hand­lungs­de­le­ga­ti­on. Con­rad Kun­ze vom bun­des­wei­ten Bünd­nis Sand im Getrie­be sagt dazu: „Die deut­sche Auto-Tita­nic sinkt, las­sen wir sie ver­sin­ken! Das Geld ist bes­ser auf­ge­ho­ben im öko­lo­gisch-sozia­len Umbau des gesam­ten Ver­kehrs­sys­tems und der Ver­kehrs­wen­de in den Städ­ten.“…” Pres­se­mit­tei­lung von Ende Gelän­de 2020 vom 29. Mai 2020 externer Link, sie­he auch die schö­nen Pro­test-Initia­ti­ven:
  • Abwrack­prä­mie: Auto­gip­fel ver­scho­ben – Uni­ons­frak­ti­on will nicht recht, Umwelt­schüt­zer pro­tes­tie­ren trotz­dem, Indus­trie beharrt auf ihren For­de­run­gen
    “… Auch irgend­wie inter­es­sant. Auf der Inter­net­prä­senz des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums fin­det sich dazu bis zum frü­hen Frei­tag­nach­mit­tag kei­ne Mit­tei­lung. Aber es wird wohl stim­men. Reicht schon, wenn der VDA der Pres­se mit­teilt, wie der Ter­min­plan sei­ner Regie­rung aus­sieht. Mül­ler nutz­te die Gele­gen­heit natür­lich, um wei­ter für Kauf­prä­mi­en – man könn­te es auch Abwrack­prä­mi­en nen­nen – zu wer­ben: “Die wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Pan­de­mie wer­den durch die Stär­ke unse­res Sozi­al­staa­tes noch ver­deckt: Für mehr als zehn Mil­lio­nen Men­schen wur­de Kurz­ar­beit bean­tragt. Offen­bar ist die­se Dra­ma­tik der Lage noch gar nicht allen bewusst.” VDA-Prä­si­den­tin Hil­de­gard Mül­ler im Han­dels­blatt. Man kann es ja mal ver­su­chen. Viel­leicht merkt ja kei­ner, dass nur ein Bruch­teil der zehn Mil­lio­nen Kurz­ar­bei­ter in der Auto­mo­bil­bran­che arbei­tet. Oder doch? Mül­ler kann nicht ein­mal die Uni­ons­frak­ti­on über­zeu­gen, wie der Münch­ner Mer­kur mel­det. Die Mehr­heit der Frak­ti­on sei gegen die Prä­mie. Der VDA for­dert der­weil in aller Beschei­den­heit neben der Abwrack­prä­mie auch noch eine Sen­kung der Unter­neh­mens­steu­ern, die sofor­ti­ge Abschaf­fung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags und eine ver­stärk­te steu­er­li­che Begüns­ti­gung sei­ner For­schung für Mogel­soft­ware und ande­res. (…) In Ber­lin wer­den die Pro­tes­te zugleich mit jenen der Kran­ken­haus­be­schäf­tig­ten des lan­des­ei­ge­nen Kran­ken­haus­kon­zerns Vivan­tes und der Cha­ri­té ver­bun­den. Die­se for­dern vom Ber­li­ner Senat einen “Coro­na-Pakt”, der ver­bes­ser­ten Gesund­heits­schutz für die Beschäf­tig­ten, eine Wie­der­ein­glie­de­rung der aus­ge­grün­de­ten Toch­ter­ge­sell­schaf­ten mit schlech­te­ren Tarif­be­din­gun­gen, eine ver­bind­li­che Per­so­nal­be­mes­sung und die Abschaf­fung der Fall­pau­scha­len vor­sieht...” Arti­kel von Wolf­gang Pom­rehn vom 29. Mai 2020 bei tele­po­lis externer Link, sie­he auch:
    • Lob­by­Con­trol: „Auto­gip­fel-Absa­ge muss Wen­de­punkt sein: Schluss mit exklu­si­ven Auto­klün­gel-Run­den!“
      “… Lob­by­Con­trol begrüßt die Absa­ge des Auto­gip­fels und for­dert die Bun­des­re­gie­rung auf, nun ein ande­res Ver­fah­ren zur Bera­tung von Coro­na-Hil­fen zu orga­ni­sie­ren. Chris­ti­na Deck­wirth von Lob­by­Con­trol: „Die Auto­gip­fel-Absa­ge muss ein ech­ter Wen­de­punkt wer­den. Exklu­si­ve Auto­klün­gel-Run­den sind einer Demo­kra­tie nicht wür­dig. Steu­er­mit­tel müs­sen in offe­nen, trans­pa­ren­ten und aus­ge­wo­ge­nen Ver­fah­ren ver­teilt wer­den. Die Bun­des­re­gie­rung soll­te jetzt zügig ein neu­es Ver­fah­ren zu Coro­na-Hil­fen unter brei­ter Betei­li­gung von Zivil­ge­sell­schaft und Wis­sen­schaftt orga­ni­sie­ren. Mit ihren Exklu­siv-Audi­en­zen für die Auto­in­dus­trie in der Coro­na-Kri­se hat die Bun­des­re­gie­rung eine Gren­ze über­schrit­ten. Die Kri­tik und die Pro­tes­te sind in den letz­ten Wochen zu laut gewor­den, um die­se ein­sei­ti­ge und unaus­ge­wo­ge­ne Poli­tik fort­zu­füh­ren. Damit ist die Bun­des­re­gie­rung in die Sack­gas­se gefah­ren. Jetzt muss sie zei­gen, dass sie bei der Ver­tei­lung von Coro­na-Hil­fen alle gesell­schaft­li­chen Anlie­gen mit­ein­an­der abwägt – und nicht nur den For­de­run­gen mäch­ti­ger Lob­by­grup­pen lauscht…“ Stel­lung­nah­me vom 29. Mai 2020 von und bei Lob­by­Con­trol externer Link
  • Abwrack­prä­mie: Pro­tes­te vor dem Auto­gip­fel. Für den kom­men­den Diens­tag lädt Ange­la Mer­kel ins Kanz­ler­amt, um Geschen­ke zu ver­tei­len. Nicht alle sind begeis­tert
    Die dis­ku­tier­ten Kon­junk­tur­hil­fen für die Auto­mo­bil­bran­che erhit­zen wei­ter die Gemü­ter. Der Bund für Umwelt und Natur­schutz ver­langt externer Link “Inves­ti­ti­tio­nen in nach­hal­ti­gen Ver­kehr statt kli­ma­schäd­li­cher Auto­prä­mi­en”, die Natur­freun­de Ber­lin for­dern externer Link “Geld für Pfle­ge statt für Autos” und das Akti­ons­bünd­nis “Sand im Getrie­be” kün­digt für den mor­gi­gen Frei­tag dezen­tra­le Pro­tes­te an. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel wol­le im klei­nen Kreis Hil­fen für die Auto­mo­bil­bran­che aus­han­deln, ohne dass die Wis­sen­schaft oder Umwelt­ver­bän­de gefragt wer­den. (…) Die Ent­schei­dung über die Abwrack­prä­mie geht inzwi­schen in den End­spurt. Am Diens­tag­abend hat­te Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er per Video-Kon­fe­renz mit dem Ver­band der Auto­mo­bil­in­dus­trie, der Indus­trie­ge­werk­schaft Metall sowie sei­nen Amts­kol­le­gin­nen und ‑kol­le­gen aus den Res­sorts Umwelt, Finan­zen, Arbeit und Ver­kehr Vor­schlä­ge der Minis­te­ri­en bespro­chen, die am kom­men­den Diens­tag dem soge­nann­ten Auto­gip­fel vor­ge­legt wer­den. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel will auf die­sem mit Ver­tre­tern der Indus­trie bera­ten, wie der Pkw-Absatz wie­der ange­kur­belt wer­den kann. Ob das nun eine Abwrack­prä­mie selbst für die übels­ten Stin­ker sein wird, von der, wie berich­tet externer Link, der Spie­gel geschrie­ben hat­te, eine För­de­rung allein für Elek­tro­au­tos oder irgend­was dazwi­schen, ist noch immer offen. Im Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um heißt es nur externer Link, man wol­le “die Inno­va­ti­ons­kraft der Auto­in­dus­trie stär­ken”. Dar­un­ter wird dort unter ande­rem Auto­ma­ti­sie­rung der Indus­trie, auto­nom fah­ren­de Pkw und “effi­zi­en­te Antrie­be” ver­stan­den. Letz­te­res ein Pseud­onym sowohl für Was­ser­stoff­au­tos, für syn­the­ti­sche Kraft­stof­fe und für elek­trisch betrie­be­ne Pkw. Deren Ver­kauf wird schon jetzt geför­dert und ist mit­un­ter die reins­te Mogel­pa­ckung. Zuschüs­se gibt es näm­lich auch für soge­nann­te Plug-In-Fahr­zeu­ge, die sowohl einen Ver­bren­nungs- als auch einen Elek­tro­mo­tor haben. Zu befürch­ten ist, dass die­se in Zukunft noch stär­ker sub­ven­tio­niert wer­den. (…) Eine offe­ne Fra­ge ist dabei, was mit staat­li­cher Hil­fe über­haupt zu ret­ten ist. Kon­kre­te Zusa­gen für den Erhalt von Arbeits­plät­zen im Gegen­zug zu den erhoff­ten Geschen­ken vom Fis­kus gibt es nicht, und ein Blick auf die fran­zö­si­sche Auto­bran­che zeigt, wie wenig damit zu rech­nen ist….” Arti­kel von Wolf­gang Pom­rehn vom 28. Mai 2020 bei tele­po­lis externer Link
  • Gigan­ti­sche Über­pro­duk­ti­on: Autos im Wert von 148 Mil­li­ar­den Euro ste­hen auf Hal­de
    Wirt­schafts­kri­se und Coro­na­schock haben dazu geführt, dass sich zehn­tau­sen­de Autos in Auto­häu­sern und Lagern sam­meln. Die Poli­tik hat schon mit einer Kauf­prä­mie reagiert. Der Auto­han­del sitzt auf nicht zuge­las­se­nen Neu­fahr­zeug-Bestän­den im Wert von rund 14,8 Mil­li­ar­den Euro. Das geht aus Hoch­rech­nun­gen des Zen­tral­ver­bands Deut­sches Kraft­fahr­zeug­ge­wer­be (ZDK) externer Link vom 20. Mai her­vor. Dabei muss beach­tet wer­den, dass es sich beim ZDK um den Lob­by­ver­band der Auto­händ­ler han­delt. (…) Als Ursa­che für den Rück­gang führt der Focus externer Link „die Virus-Pan­de­mie bezie­hungs­wei­se die als Reak­ti­on dar­auf ver­häng­ten Maß­nah­men“ an. Die­se hät­ten für den stärks­ten Rück­gang seit Beginn der Auf­zeich­nun­gen gesorgt. In Deutsch­land lag das Minus bei 61,1 Pro­zent. Tat­säch­lich ist die Virus-Pan­de­mie jedoch selbst nur ein Ver­schär­fer der seit lan­gem schwe­len­den kapi­ta­lis­ti­schen Über­pro­duk­ti­ons­kri­se im Auto­sek­tor. So sind schon 2019 in Deutsch­land so wenig Autos gebaut wor­den wie seit 22 Jah­ren nicht mehr externer Link. Damals war von Coro­na jedoch noch kei­ne Rede. Viel­mehr war schon seit län­ge­rem der Punkt erreicht, in dem ein zu umfang­rei­ches Ange­bot – zu vie­le Waren – einer zu gerin­gen Nach­fra­ge – also Arbei­te­rIn­nen mit zu wenig Geld für Autos – gegen­über­stan­den. Dies geschieht im Kapi­ta­lis­mus gesetz­mä­ßig und es kommt zu Wirt­schafts­kri­sen.“ Bei­trag bei Per­spek­ti­ve Online vom 25.05.2020 externer Link
  • [dezen­tra­ler Akti­ons­tag am 29. Mai] Ver­kehrs­wen­de statt #Abfck­prä­mie: Kei­ne Abwrack­prä­mie 2.0 – kei­ne Staats­hil­fen für fos­si­le Indus­trien! 
    “Die Auto­kon­zer­ne ste­cken in der Kri­se. Die welt­wei­ten Über­ka­pa­zi­tä­ten, auf­ge­flo­ge­nen Betrü­ge­rei­en bei Abgas­wer­ten und die zuneh­men­de Kri­tik an einer allein auf das Auto aus­ge­rich­te­ten Ver­kehrs­po­li­tik las­sen ihre Zukunft alles ande­re als rosig erschei­nen. Nun nut­zen die deut­schen Auto­kon­zer­ne die Coro­na-Pan­de­mie, um vom eige­nen Ver­sa­gen abzu­len­ken und öffent­li­che Hilfs­gel­der ein­zu­for­dern. Auto­lob­by und Minis­ter­prä­si­den­ten der ‚Auto­län­der‘ drän­gen die Bun­des­re­gie­rung zu Sub­ven­tio­nen in Anleh­nung an die „Abwrack­prä­mie“ von 2009. Auf dem vir­tu­el­len Auto­gip­fel am 5. Mai wur­de sie noch ver­scho­ben; Anfang Juni soll nun in Ber­lin eine Ent­schei­dung fal­len über Kauf­an­rei­ze, also eine ‚Abwrack­prä­mie 2.0‘. Nicht mit uns! Die eska­lie­ren­de Kli­ma­kri­se macht einen grund­le­gen­den Umbau des Ver­kehrs­sys­tems unaus­weich­lich. Des­we­gen: Nein zur #Abfck­prä­mie – für eine radi­ka­le Ver­kehrs­wen­de und eine Kon­ver­si­on der Auto­in­dus­trie! Statt mit Steu­er­gel­dern kli­ma­schäd­li­che fos­si­le Indus­trien zurück zum ‚busi­ness as usu­al‘ zu füh­ren und die Pro­fit­in­ter­es­sen von Vermögensbesitzer*innen zu bedie­nen, soll­te genau jetzt die Chan­ce für einen Wan­del ergrif­fen wer­den. Staats­hil­fen darf es nur für den sozi­al-öko­lo­gi­schen Um- und Rück­bau die­ser Indus­trien geben, im Fall der Auto­in­dus­trie für eine Umstel­lung der Pro­duk­ti­on auf ‚Ver­kehrs­wen­de­mit­tel‘ wie Stra­ßen­bah­nen, E‑Busse und ‑Lie­fer­wa­gen oder Las­ten­rä­der. Öffent­li­che Gel­der müs­sen für eine radi­ka­le Ver­kehrs­wen­de und gerech­te Mobi­li­tät für Alle genutzt wer­den: Statt immer grö­ße­rer Autos brau­chen wir mas­si­ve Inves­ti­tio­nen in den öffent­li­chen Per­so­nen­ver­kehr sowie die För­de­rung von Fuß- und Rad­ver­kehr! Die #Abfck­prä­mie ist auch in der Poli­tik umstrit­ten, wie ent­schie­den wird ist offen. Daher ist öffent­li­cher Druck jetzt beson­ders wich­tig und kann den Unter­schied machen! Am Frei­tag, den 29.5. wol­len wir mit einem dezen­tra­len Akti­ons­tag gegen Coro­na-Sub­ven­tio­nen für kli­ma­schäd­li­che Indus­trien und spe­zi­ell gegen die Abwrack­prä­mie auf die Stra­ße gehen. Wir tun dies ver­ant­wor­tungs­be­wusst, indem wir Hygie­ne- und Abstands­re­geln ein­hal­ten. Betei­ligt euch am Akti­ons­tag, seid bunt, laut und krea­tiv! Plant zusam­men mit Ande­ren bei euch vor Ort Aktio­nen vor Auto­häu­sern, Kon­zern­sit­zen oder Par­tei­bü­ros von CDU/​CSU und SPD. Macht einen Fahr­rad­kor­so oder eine Kund­ge­bung, ver­schö­nert Eure Stadt oder tragt auf ande­re Art den Pro­test auf die Stra­ße – gemein­sam ver­hin­dern wir die #Abfck­prä­mie!“ Auf­ruf zum Akti­ons­tag bei Sand im Getrie­be externer Link
  • Staat­li­che Kauf­prä­mie für die E‑Klasse 
    In der Bun­des­re­gie­rung bahnt sich eine Eini­gung zu den umstrit­te­nen Kauf­prä­mi­en für Autos an – zulas­ten des Kli­mas. Gro­ße Sprit­schlu­cker gel­ten dann als umwelt­freund­lich. Am 2. Juni soll ein wei­te­rer Auto­gip­fel bei Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) zusam­men mit den zustän­di­gen Bun­des­mi­nis­tern und den Vor­stands­vor­sit­zen­den aus der Auto­in­dus­trie den Durch­bruch brin­gen. Dort könn­te eine För­de­rung beim Kauf von Autos beschlos­sen wer­den, die maxi­mal 140 Gramm Koh­len­di­oxid pro Kilo­me­ter aus­sto­ßen. Das liegt weit über dem EU-Flot­ten­grenz­wert von 95 Gramm und ent­spricht in etwa den durch­schnitt­li­chen CO2-Emis­sio­nen von Autos aus dem Jahr 2012. Die Absatz­hil­fe wür­de das Errei­chen der Kli­ma­zie­le für das Jahr 2030 zusätz­lich gefähr­den. Die Gesamt­för­der­sum­me von 2,5 Mil­li­ar­den Euro wür­de bis Jah­res­en­de nach dem Wind­hund­prin­zip ver­ge­ben: Anträ­ge wer­den so lan­ge bewil­ligt, bis der Topf leer ist. Im Gespräch ist auch ein Zuschuss von bis zu 4000 Euro beim Kauf eines Neu­fahr­zeugs, wobei Regie­rung und Her­stel­ler die Ver­kaufs­stüt­ze je zur Hälf­te zah­len sol­len. Noch leis­ten Umwelt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze und Finanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (bei­de SPD) Wider­stand…” Bei­trag vom 22.05.2020 beim Spie­gel online externer Link
  • Auto­lob­by: Die Abwrack­prä­mie kommt nun doch
    Offen­bar hat sich die Auto­in­dus­trie durch­ge­setzt: Eine neue Kauf­prä­mie soll den Absatz nach der Kri­se ankur­beln. Ein Sieg beharr­li­cher Lob­by­ar­beit, den die Oppo­si­ti­on scharf kri­ti­siert. Die Auto­lob­by hat sich ein­mal mehr durch­ge­setzt. Offen­bar soll es nun doch Kauf­prä­mi­en für Autos geben, um die Bran­che nach der Coro­na-Pan­de­mie wie­der in Schwung zu brin­gen. Das sicker­te am Frei­tag aus Teil­neh­mer­krei­sen durch. (…) Für die Exper­ten des gemein­nüt­zi­gen Ver­eins Lob­by­con­trol ist das mut­maß­li­che Ergeb­nis des Auto­gip­fels kei­ne Über­ra­schung. Sie kri­ti­sie­ren schon lan­ge den „exklu­si­ven Zugang“, den gera­de Ver­tre­ter der Auto­bran­che zur Bun­des­re­gie­rung haben. Lob­by­con­trol-Spre­cher Timo Lan­ge wer­tet das mut­maß­li­che Ergeb­nis der Ver­hand­lun­gen als „ein­sei­tig“ zuguns­ten der Auto­bran­che. Der Grund dafür ist ein­fach: Man kennt sich. Prä­si­den­tin des VDA ist seit Febru­ar die frü­he­re CDU-Poli­ti­ke­rin Hil­de­gard Mül­ler. Sie war von 2005 bis 2007 Staats­mi­nis­te­rin im Bun­des­kanz­ler­amt und galt als enge Ver­trau­te von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel. „Es gibt gera­de in der Auto­bran­che einen hohen Grad per­so­nel­ler Ver­flech­tung mit der Bun­des­re­gie­rung“, sagt Timo Lan­ge. So sei der Lei­ter der Haupt­stadt­re­prä­sen­tanz von VW ein frü­he­rer Büro­lei­ter von Ange­la Mer­kel in der CDU-Zen­tra­le. Der Lei­ter der Abtei­lung Poli­tik und Außen­be­zie­hun­gen der Daim­ler AG wie­der­um ist Eck­art von Kla­eden, der eben­falls mal Staats­mi­nis­ter im Bun­des­kanz­ler­amt von Ange­la Mer­kel war. Die­se Per­so­na­li­en sind bekannt. Und es sind im poli­ti­schen Ber­lin spek­ta­ku­lä­re Ein­zel­fäl­le. Der größ­te Teil der Lob­by­ar­beit geschieht im Ver­bor­ge­nen – durch Inter­es­sen­ver­tre­ter, deren Namen in der Öffent­lich­keit kaum jemand kennt. Geschätzt wird, dass es 5000 bis 6000 sind, die allein in Ber­lin arbei­ten. Genau kann man das nicht sagen, weil es in der Bun­des­re­pu­blik – anders als auf EU-Ebe­ne – kein Lob­by­re­gis­ter gibt…” Arti­kel von Chris­ti­ne Dank­bar vom 22.5.2020 in der Ber­li­ner Zei­tung online externer Link
  • [Betriebs­rä­te für Struk­tur­wan­del] Wir müs­sen mehr ändern als den Antriebs­strang – Beschäf­ti­gung sichern durch Struk­tur­wan­del statt Kon­sum­stroh­feu­er
    “Die aktu­el­le Dis­kus­si­on um eine Auto­prä­mie darf kei­ne Wie­der­ho­lung der Abwrack­prä­mie brin­gen. Das trifft nicht den Kern der Sache. Die Auto­mo­bil­in­dus­trie wird weder allein durch eine Prä­mie für Elek­tro­au­tos noch für Hybri­de, und in kei­nem Fall durch eine Prä­mie für fos­si­le Autos geret­tet. Wir müs­sen deut­lich mehr ändern als die Tech­no­lo­gie am Antriebs­strang! (…) Die Auto­bran­che braucht Ideen, die ihre Viel­falt und die ver­schie­de­nen Stand­bei­ne der Mobi­li­tät wider­spie­geln. Die Auto­bran­che ist viel­fäl­tig. Die Her­stel­ler wie VW, Daim­ler, Audi und BMW sind in einer gänz­lich ande­ren Situa­ti­on als klei­ne Zulie­fer­be­trie­be. Das reicht von der Eigen­ka­pi­tal­de­cke bis hin zur Tarif­bin­dung. Wer die Trans­for­ma­ti­on ein­lei­ten will, darf des­halb nicht nur über ein Instru­ment reden, son­dern muss das Ziel der Trans­for­ma­ti­on der gesam­ten Bran­che im Auge haben. Die Zulie­fe­rer lei­den seit Jah­ren unter dem gro­ßen Kos­ten­druck der Her­stel­ler. Man­che haben sich auf­grund der gro­ßen Domi­nanz der Auto­mo­bil­in­dus­trie aus dem Zulie­fe­rer­ge­schäft zurück­ge­zo­gen. Trotz­dem haben vie­le auch unter schwie­ri­gen Bedin­gun­gen Pro­duk­te für ver­än­der­te Gege­ben­hei­ten ent­wi­ckelt. Gro­ße Zulie­fe­rer wie Scha­eff­ler mit dem elek­tro­me­cha­ni­schen Nocken­wel­len­ver­stel­ler, der sowohl im Ver­bren­ner als auch im Hybrid­au­to ein­setz­bar ist oder ZF Fried­richs­ha­fen mit dem Dreh­mo­ment­wand­ler für Ver­bren­ner und Hybrid­an­trie­be, sowie Pro­duk­ten für bat­te­rie­elek­trisch ange­trie­be­ne Fahr­zeu­ge. Ande­re Zulie­fe­rer haben seit jeher meh­re­re Stand­bei­ne. Bei­spiel­haft hier­für steht der Stand­ort von Ken­na­me­tal im Land­kreis Forch­heim mit 500 Mit­ar­bei­te­rIn­nen, die neben der Auto­in­dus­trie auch Werk­zeu­ge an die Fracking­indus­trie, aber auch an die Kakao­in­dus­trie, Luft- und Raum­fahrt­tech­nik und die Bus­in­dus­trie lie­fert und eben­so Schneid­kör­per für Wälz­la­ger für Wind­kraft­wer­ke pro­du­ziert. (…) Die Kri­se der Auto­in­dus­trie ist kei­ne Coro­na-Kri­se. Der Feh­ler liegt im Sys­tem. Alte Instru­men­te wie die Auto­prä­mie ver­län­gern das Lei­den, die Siche­rung von Stand­or­ten und Beschäf­ti­gung wird jedoch nur mit einem Maß­nah­men­pa­ket gelin­gen, das Inno­va­ti­on und Trans­for­ma­ti­on för­dert! Den­ken wir die Auto­in­dus­trie end­lich mutig als Mobi­li­täts­in­dus­trie. Vie­le Zulie­fe­rer tun dies bereits. Die Indus­trie­spar­te der Scha­eff­ler AG bei­spiels­wei­se lie­fert in den Berei­chen Ener­gie­ge­win­nung, über Fahr­rä­dern und Bahn bis zu Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik zu. Dabei geht es neben der Wei­ter­ent­wick­lung des Auto­mo­bils an sich auch um neue Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen vom Las­ten­fahr­rad bis zum Car­sha­ring und von der Lade­säu­len­pro­duk­ti­on bis hin zur Soft­ware­ent­wick­lung. Die intel­li­gen­te Ver­net­zung von Mobi­li­täts- und Ener­gie­wen­de ist dabei Bedin­gung fürs Gelin­gen! So wird bei­spiels­wei­se nur durch die flä­chen­de­cken­de Bereit­stel­lung von sau­be­rem Strom eine CO2-neu­tra­le Pro­duk­ti­on von Stahl rea­li­siert auf die Auto­her­stel­ler, eben­so wie Wind­kraft­an­la­gen­be­trei­ber ange­wie­sen sind, wenn sie kli­ma­neu­tra­le Her­stell­pro­zes­se nach­wei­sen müs­sen. Unter­stüt­zen wir also die Zulie­fe­rer, indem wird die Ener­gie­wen­de stär­ken und neue Syn­er­gien schaf­fen. Die Zukunfts­fä­hig­keit der Bran­che hängt an ihrer Inno­va­ti­ons­kraft. Das größ­te Kapi­tal sind die Men­schen und ihre Know-How! Die­se Kom­pe­ten­zen rei­chen von den Mon­ta­gen und Fer­ti­gun­gen bis in die Büros. Zusam­men mit den Beschäf­tig­ten muss nun über­legt wer­den, wel­che zukunfts­fä­hi­gen Pro­duk­te mit den vor­han­de­nen Kom­pe­ten­zen, auch jen­seits des Auto­mo­bils ent­wi­ckelt und pro­du­ziert wer­den kön­nen. Das ist eine sehr grund­sätz­li­che Arbeit, weil es schwer fällt nach vie­len Jah­ren Neu­es zu den­ken, aber die Pro­duk­ti­ons­um­stel­lun­gen der letz­ten Wochen (Her­stel­lung von Schutz­mas­ken) sind ein gutes Bei­spiel dafür, dass es geht. Der wei­te­re Kom­pe­tenz­auf­bau durch Qua­li­fi­zie­rung und Qua­li­fi­zie­rungs­zei­ten ist dabei gera­de auch vor dem Hin­ter­grund der Digi­ta­li­sie­rung, die in den letz­ten Wochen einen unge­heu­ren Schub erlebt hat, für alle Beschäf­tig­ten­grup­pen vom Un- und Ange­lern­ten bis hin zum Hoch­schul­ab­sol­ven­ten drin­gend nötig! Die Coro­na-Kri­se darf nicht als Aus­re­de genutzt wer­den, Spar­pa­ke­te und Ent­las­sun­gen zu recht­fer­ti­gen…“ Erklä­rung von Ste­phan Krull u.a. vom 05.05.2020 im Blog “Das Rich­ti­ge im Fal­schen” externer Link – sie­he das Vor­wort zur Erklä­rung: “Zusam­men mit Lisa Badum, kli­ma­po­li­ti­sche Spre­che­rin der grü­nen Bun­des­tags­frak­ti­on, und Ande­ren habe ich eine Stel­lung­nah­me zu der gefor­der­ten „Abwrack­prä­mie 2.0“ ent­wi­ckelt und auf Alter­na­ti­ven dazu hin­ge­wie­sen. Mit dabei sind der Kon­zern­be­triebs­rats­vor­sit­zen­den der Scha­eff­ler AG, Nor­bert Len­hardt, und der Betriebs­rats­vor­sit­zen­de der ZF Fried­richs­ha­fen AG, Schwein­furt und Vor­sit­zen­de des euro­päi­schen Betriebs­rats, Oli­ver Moll sowie der Betriebs­rats­vor­sit­zen­den von Ken­na­me­tall am Stand­ort Eber­mann­stadt, Tho­mas Bau­ern­sch­mitt. Die drei Kol­le­gen reprä­sen­tie­ren allein im frän­ki­schen Raum rund 30.000 Beschäf­tig­te! Die Trans­for­ma­ti­on der Auto­mo­bil­in­dus­trie hat längst begon­nen und die Pan­de­mie kann nicht der Anlass sein, das Rad zurück­zu­dre­hen, son­dern eher im Gegen­teil Beschäf­ti­gung und Stand­or­te durch Inno­va­ti­on und Inves­ti­ti­on in Pro­duk­te für eine nach­hal­ti­ge Zukunft zu sichern!”
  • High­way to Hell – erneu­te Sub­ven­tio­nen für die Auto­in­dus­trie
    Las­se nie eine Kri­se unge­nutzt – in die­ser Hin­sicht kön­nen wir von der Auto­in­dus­trie eini­ges ler­nen. Heu­te, am 5. Mai, fand wie­der ein­mal ein „Auto­gip­fel“ der füh­ren­den Kon­zern­len­ker und Auto­lob­by­is­ten mit der Bun­des­kanz­le­rin statt. Gegen­stand der Bespre­chung: Wei­te­re Sub­ven­tio­nen in Mil­li­ar­den­hö­he für die deut­sche „Schlüs­sel­in­dus­trie“. Wie­der­auf­ge­führt wird ein Schau­spiel, das wir schon in der letz­ten glo­ba­len Finanz- und Wirt­schafts­kri­se erle­ben konn­ten, als die „Abwrack­prä­mie“ ein­ge­führt wur­de. Frei­lich klingt das Wort, das die Gesell­schaft für deut­sche Spra­che zum Wort des Jah­res 2009 gewählt hat, nicht schön – man spricht jetzt lie­ber von „Kauf­prä­mie“ oder „Inno­va­ti­ons­prä­mie” und lenkt so von dem Zusam­men­hang ab, dass mit der staat­li­chen För­de­rung der Auto­käu­fe auch die Ver­schrot­tung gegen­wär­tig noch in Betrieb befind­li­cher, funk­ti­ons­tüch­ti­ger Fahr­zeu­ge ein­her­geht. Denn schon die­ser Zusam­men­hang weckt Zwei­fel an einem der Begrün­dungs­mus­ter für die Sub­ven­tio­nen: Angeb­lich sol­len die­se der Umwelt die­nen. Die neu­en Autos sei­en ja so viel umwelt­ver­träg­li­cher als die alten. Auch das ist nichts Neu­es: Die Abwrack­prä­mie von 2009 hieß regie­rungs­amt­lich „Umwelt­prä­mie“. Wenn eine auf unun­ter­bro­che­ne Kapi­tal­ver­wer­tung getrimm­te Wirt­schaft in die Kri­se gerät, führt das immer zu gra­vie­ren­den Pro­ble­men: Unter­neh­men gera­ten in Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten und gehen bank­rott, Mas­sen von Men­schen wer­den erwerbs­los. So auch dies­mal. Dass wie­der eine der für den Kapi­ta­lis­mus cha­rak­te­ris­ti­schen zykli­schen Kri­sen naht, zeich­ne­te sich bereits im ver­gan­ge­nen Jahr ab. Ver­stärkt wur­de die ein­set­zen­de Kri­se nun durch die Covi­d19-Pan­de­mie und die dadurch erzwun­ge­ne tem­po­rä­re Still­le­gung von Tei­len der Pro­duk­ti­on. Den­noch fra­gen sich vie­le, war­um nun aus­ge­rech­net für die Auto­in­dus­trie wie­der beson­de­re staat­li­che Sub­ven­tio­nen beschlos­sen wer­den müs­sen. (…) Dass trotz der Mil­li­ar­den­ge­win­ne der Auto­her­stel­ler neue Sub­ven­tio­nen für die Auto­in­dus­trie fäl­lig sind, dar­in sind sich wie­der­mal fast alle einig. Kri­tik kommt von libe­ra­len Öko­no­men, die ord­nungs­po­li­ti­sche Prin­zi­pi­en in Gefahr sehen, und von Ver­tre­tern ande­rer Bran­chen wie der Möbel­in­dus­trie oder dem Maschi­nen­bau, für die kei­ne ent­spre­chen­den Son­der­pro­gram­me abseh­bar sind. Abge­se­hen davon ist vor allem die Aus­ge­stal­tung der Sub­ven­tio­nen umstrit­ten. Die Auto­her­stel­ler wol­len Kauf­prä­mi­en für alle Fahr­zeug­klas­sen und Antriebs­ar­ten. Die Grü­nen und eini­ge Umwelt­ver­bän­de wol­len nur Elek­tro­au­tos för­dern. Wür­de die För­de­rung auf Elek­tro­au­tos beschränkt, so wäre der kon­junk­tu­rel­le Effekt der Maß­nah­men sowohl auf der Bran­chen­ebe­ne als auch auf der gesamt­wirt­schaft­li­chen Ebe­ne ver­mut­lich gering, weil die deut­sche Auto­in­dus­trie bis­her kaum Elek­tro­au­tos im Ange­bot hat; die Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten sind hier gering. Zudem han­delt es sich vor­wie­gend um hoch­prei­si­ge Model­le, die Kauf­prä­mie wür­de also vor allem Haus­hal­ten mit hohen Ein­kom­men zugu­te­kom­men. Wer­den umge­kehrt auch Autos mit Ver­bren­nungs­mo­tor bezu­schusst, so ist die Wir­kung struk­tur­kon­ser­va­tiv und öko­lo­gisch beson­ders desas­trös. Die Minis­ter­prä­si­den­ten von Bay­ern (CSU), Baden-Würt­tem­berg (Grü­ne) und Nie­der­sach­sen (SPD) haben am 4. Mai einen gemein­sa­men Vor­schlag vor­ge­legt, der Aspek­te der For­de­run­gen der Auto­her­stel­ler und der Grü­nen kom­bi­niert, indem er eine gering­fü­gig nach Antriebs­art dif­fe­ren­zier­te För­de­rung vor­sieht: Käu­fe von E‑Autos und Hybrid­au­tos soll­ten mit 4000 Euro zusätz­lich zu der schon bestehen­den Kauf­prä­mie geför­dert wer­den, Käu­fe von neu­en Fahr­zeu­gen mit Die­sel- oder Ben­zin­mo­tor mit 3000 Euro, und die Still­le­gung alter Fahr­zeu­ge mit 1000 Euro. In dem heu­ti­gen Gespräch mit der Bun­des­kanz­le­rin wur­de zwar Kon­sens über die Not­wen­dig­keit „kon­junk­tur­be­le­ben­der Maß­nah­men“ erzielt, doch wie die­se aus­ge­stal­tet wer­den sol­len, ist wei­ter­hin offen. Eine Arbeits­grup­pe der betei­lig­ten Akteu­re (Bun­des­re­gie­rung, Auto­her­stel­ler, VDA und IG Metall) soll nun bis Anfang Juni ent­spre­chen­de Vor­schlä­ge erar­bei­ten, wie damit zugleich ein „Moder­ni­sie­rungs­bei­trag in Rich­tung inno­va­ti­ver Fahr­zeug­tech­no­lo­gien“ geleis­tet wer­den kann, wie es in der Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­kanz­ler­am­tes heißt…” Arti­kel von Phil­ipp Köncke und Tho­mas Sablow­ski vom Mai 2020 in der Zeit­schrift LuXem­burg – Gesell­schafts­ana­ly­se und lin­ke Pra­xis externer Link
    • Dar­in auch: “… Bedau­er­lich ist, dass sich auch die IG Metall wie­der vor den Kar­ren der Auto­kon­zer­ne span­nen lässt und offen­bar in der Sub­ven­tio­nie­rung der Auto­in­dus­trie auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler einen Weg sieht, die Inter­es­sen der lohn­ab­hän­gig Beschäf­tig­ten zu ver­tei­di­gen. In den Stel­lung­nah­men der Gewerk­schaf­ter gibt es aller­dings durch­aus Nuan­cen. Die einen, wie etwa Bernd Oster­loh, Vor­sit­zen­der des Gesamt­be­triebs­rats bei Volks­wa­gen, oder Roman Zit­zels­ber­ger, Bezirks­lei­ter der IG Metall in Baden-Würt­tem­berg, lie­gen mehr oder weni­ger auf der Linie der Auto­kon­zer­ne und for­dern Zuschüs­se auch für Ver­bren­nungs­mo­to­ren und für alle Fahr­zeug­klas­sen, ande­re wie IGM-Vor­stands­mit­glied Hans-Jür­gen Urban oder Johann Horn, der IGM-Bezirks­lei­ter in Bay­ern, plä­die­ren für eine stär­ker sozi­al­öko­lo­gi­sche Aus­ge­stal­tung der Sub­ven­tio­nen, was auch immer das kon­kret hei­ßen mag. Eini­ge Betriebs­rä­te aus Zulie­fer­be­trie­ben in Fran­ken haben zurecht dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es bei einer sozi­al­öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­on der Auto­in­dus­trie um mehr geht als nur um die Ver­än­de­rung des Antriebs­strangs. Kaum jemand stellt sich aller­dings grund­sätz­lich gegen Sub­ven­tio­nen für die Auto­in­dus­trie…”
  • Kauf­prä­mie oder Divi­den­de: BMW, Daim­ler und VW müs­sen sich ent­schei­den
    “Wenn die Bun­des­kanz­le­rin am Diens­tag die Auto­in­dus­trie zum Gespräch lädt, dann ist der Tenor gesetzt. Sechs Wochen stand die Bran­che still, kein Auto wur­de ver­kauft. Zehn­tau­sen­de Beschäf­tig­te sind in Kurz­ar­beit, Hun­der­te Zulie­fe­rer kämp­fen um die Exis­tenz. Zwar fah­ren BMW und Daim­ler, Volks­wa­gen und Ford ihre Pro­duk­ti­on wie­der an, doch die Vor­zei­chen sind schlecht. Die Erwar­tun­gen an Auf­trä­ge und Export sind abge­stürzt, mel­de­te das Ifo-Insti­tut am Mon­tag. Noch nie war die Lage so düs­ter. Die Bran­che trom­melt für ein ganz spe­zi­el­les Anlie­gen externer Link. „Wir wären für eine Kauf­prä­mie“, sagt Daim­ler-Chef Ola Käl­le­ni­us. VWBoss Her­bert Diess meint, die Prä­mie sol­le „unab­hän­gig von der Antriebs­art für das gesam­te Pro­dukt­an­ge­bot“ aus­ge­lobt wer­den, damit auch Die­sel- und Ben­zin­mo­to­ren genü­gend Abneh­mer fän­den. (…) Anders als 2009 befin­den sich zumin­dest die drei gro­ßen Kon­zer­ne auch nicht in einer finan­zi­el­len Not­la­ge. Volks­wa­gen ver­fügt über rund 25 Mil­li­ar­den Euro an liqui­den Mit­teln, Daim­ler über 18 Mil­li­ar­den und BMW über min­des­tens zwölf Mil­li­ar­den. Meh­re­re Zehn­tau­send Beschäf­tig­te erhal­ten von der Bun­des­agen­tur für Arbeit Kurz­ar­bei­ter­geld. Selbst wenn kein Auto ver­kauft wür­de, wäre man bis weit in den Herbst noch flüs­sig. Wer auf so viel Geld sitzt, soll­te den Markt eigent­lich selbst anschie­ben kön­nen. Doch die Kon­zer­ne schüt­ten lie­ber aus: BMW will für das abge­lau­fe­ne Geschäfts­jahr 1,64 Mil­li­ar­den Euro an sei­ne Aktio­nä­re zah­len, die Hälf­te der Sum­me geht an die Fami­li­en Quandt und Klat­ten. VW und Daim­ler hal­ten eben­falls an den Aus­schüt­tun­gen fest. Es ist noch nicht zu spät, die Din­ge zu kor­ri­gie­ren. Soll­te sich die Poli­tik durch­rin­gen, eine neue Kauf­prä­mie aus­zu­lo­ben, dann nur gegen die Zusi­che­rung, Divi­den­den min­des­tens zu kap­pen. Denn auch das ist anders in die­ser Kri­se: Die Men­schen sind sen­si­bler gewor­den für Fra­gen von Soli­da­ri­tät und Gerech­tig­keit. Poli­tik und Auto­in­dus­trie soll­ten die­ses Emp­fin­den ernst neh­men.“ Arti­kel von Mar­kus Fas­se vom 05.05.2020 beim Han­dels­blatt online externer Link
  • Kund­ge­bung gegen den „Auto­gip­fel“ am 05. Mai in Ber­lin: Kei­ne Ret­tungs­gel­der für die Auto­in­dus­trie! #Abfuck­prä­mie
    “… Am kom­men­den Diens­tag, den 5. Mai, wer­den sich hoch­ran­gi­ge Vertreter*innen der Auto­in­dus­trie mit Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel zum „Auto­gip­fel“ tref­fen. Dort sol­len staat­li­che Hilfs­pa­ke­te für die Indus­trie bespro­chen wer­den – beson­ders die seit eini­gen Wochen dis­ku­tier­te neue Abwrack­prä­mie steht dabei im Mit­tel­punkt. Mit die­ser soll durch Zuschüs­se auf den Kauf von Neu­wa­gen das Geschäft mög­lichst schnell wie­der ange­kur­belt wer­den. Umwelt­mi­nis­te­ri­um, Wis­sen­schaft und Gesell­schaft sind zu den Gesprä­chen übri­gens nicht ein­ge­la­den. Die Ent­schei­dun­gen des Auto­gip­fels wer­den weit­rei­chen­de Fol­gen für die Ent­wick­lung der Mobi­li­tät und unse­ren Kampf für eine radi­ka­le Ver­kehrs­wen­de haben. Wir sagen: Öffent­li­che Hilfs­gel­der müs­sen an kon­kre­te Ver­pflich­tun­gen zu sozi­al-öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­on der Auto­in­dus­trie gekop­pelt sein! Es darf nicht dar­um gehen, noch MEHR Autos zu ver­kau­fen – egal mit wel­chem Antrieb. Statt­des­sen braucht es einen Rück­bau der Auto­in­dus­trie und eine Umstel­lung der rest­li­chen Pro­duk­ti­on auf kli­ma­freund­li­che und gemein­schaft­lich nutz­ba­re Ver­kehrs­mit­tel wie elek­tri­sche Bus­se, Stra­ßen­bah­nen und Las­ten­rä­der. Der Umbau muss demo­kra­tisch orga­ni­siert, die sozia­le Absi­che­rung aller Beschäf­tig­ten dabei sicher­ge­stellt wer­den. Neben dezen­tra­len Aktio­nen in ver­schie­de­nen Städ­ten wol­len wir an die­sem Tag auch vor Ort in Ber­lin prä­sent sein. Wir wer­den deut­lich zei­gen, dass wir ein Fort­schrei­ben der Klün­ge­lei zwi­schen Poli­tik und Auto­in­dus­trie auf kei­nen Fall hin­neh­men!…” Aus dem Auf­ruf von Sand im Getrie­be, Inter­ven­tio­nis­ti­sche Lin­ke Ber­lin und Pots­dam Auto­frei zur Kund­ge­bung um 9:30 auf dem Platz der Repu­blik (vor dem Reichs­tag), sie­he dazu auch:
    • Auto­gip­fel: Mobi­li­täts­in­itia­ti­ven for­dern Umbau der Auto­in­dus­trie – SUVs zu Stra­ßen­bah­nen!
      Zehn Orga­ni­sa­tio­nen und Mobi­li­täts­in­itia­ti­ven for­dern Umbau der Auto­in­dus­trie statt Abwrack­prä­mi­en und Locke­rung von Umwelt­auf­la­gen. Zum mor­gi­gen „Auto­gip­fel“ mit Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel for­dern zehn Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen und Ver­kehrs­wen­de-Bünd­nis­se eine grund­le­gen­de Wen­de in der Ver­kehrs­po­li­tik. Die Orga­ni­sa­tio­nen leh­nen die Plä­ne für eine neue Pkw-Abwrack­prä­mie und die Locke­rung von Umwelt­auf­la­gen ent­schie­den ab. Statt­des­sen for­dern sie ein umfas­sen­des Pro­gramm für einen kli­ma­ge­rech­ten Umbau des Ver­kehrs­sek­tors: Mög­li­che Coro­na-Hil­fen für die Auto­in­dus­trie sind an strik­te sozi­al-öko­lo­gi­sche Vor­ga­ben zu knüp­fen. Um die Kli­ma­zie­le von Paris zu errei­chen, muss der moto­ri­sier­te Indi­vi­du­al­ver­kehr als gro­ßer CO2-Emmi­tent stark zurück­ge­fah­ren wer­den. Statt­des­sen sind Fuß‑, Rad und öffent­li­cher Ver­kehr mas­siv zu för­dern…” Gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lung bei Robin Wood externer Link von Attac Deutsch­land, ROBIN WOOD, BUND­ju­gend, Sand im Getrie­be, Auto­frei leben, AnStif­ter e. V., Kli­ma- und Umwelt­bünd­nis Stutt­gart, VCD Kreis­ver­band Stutt­gart e. V., Natur­freun­de Stutt­gart, BI Neckar­tor Stutt­gart
  • Sand im Getrie­be zum #Netz­Streik­Fürs­Kli­ma: Ver­kehrs­wen­de statt Abwrack­prä­mie – Auto­in­dus­trie jetzt radi­kal umbau­en!
    “… Zuletzt wur­den in Poli­tik und Auto­mo­bil­bran­che ver­mehrt Stim­men laut, wel­che staat­li­che Hil­fe und eine Kauf­prä­mi­en für Neu­fahr­zeu­ge for­dern. Um eine sol­che Abwrack­prä­mie vor­an­zu­brin­gen, soll nach über­ein­stim­men­den Medi­en­be­rich­ten am 5. Mai ein Auto­gip­fel mit Kanz­le­rin Mer­kel statt­fin­den. „Wäh­rend Auto­kon­zer­ne staat­li­che Hil­fen for­dern, zah­len sie wei­ter­hin Divi­den­den in Mil­li­ar­den­hö­he an die eige­nen Aktio­nä­re aus. Gleich­zei­tig unter­läuft eine sol­che Prä­mie alle Bestre­bun­gen hin zu einer kli­ma­ge­rech­ten Ver­kehrs­wen­de.“, kri­ti­siert Marie Klee, Spre­che­rin des Bünd­nis­ses. Sand im Getrie­be lehnt alle Plä­ne einer neu­en Abwrack­prä­mie für PKW ent­schie­den ab und for­dert statt­des­sen ein umfas­sen­des Pro­gramm für einen sozi­al-öko­lo­gi­schen Umbau des Ver­kehrs­sek­tors und der Auto­mo­bil­in­dus­trie. Das bedeu­te kon­kret eine Umstel­lung der Pro­duk­ti­on auf sau­be­re und gemein­schaft­lich genutz­te Ver­kehrs­mit­tel wie E‑Busse oder Las­ten­rä­der, ver­bun­den mit einer demo­kra­ti­schen Aus­ge­stal­tung des Wan­dels und der sozia­len Absi­che­rung von Beschäf­tig­ten. „Auch wäh­rend Coro­na die Schlag­zei­len bestimmt, stellt die Kli­ma­kri­se wei­ter­hin eine rea­le Bedro­hung der Lebens­grund­la­gen dar. Die Auto­in­dus­trie hat dar­an einen gro­ßen Anteil, wes­halb es kei­ne Rück­kehr zum ‚busi­ness as usu­al‘ geben darf.“ erläu­tert Marie Klee. „Staat­li­che Hilfs­pa­ke­te müs­sen zwin­gend mit der Ver­pflich­tung zu einer sozi­al-öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­on ein­her­ge­hen.“ (…) Gera­de in die­ser schwie­ri­gen Situa­ti­on soll­ten Hil­fe­leis­tun­gen zukunfts­ge­rich­tet ver­ge­ben wer­den: Für einen öko­lo­gisch nach­hal­ti­gen Umbau der Indus­trien, Inves­ti­tio­nen in den Gesund­heits- und Care-Bereich sowie für eine umfas­sen­den Grund­si­che­rung für die vie­len exis­ten­zi­ell durch die Kri­se betrof­fe­nen Men­schen! Ein rei­nes Ret­tungs­pa­ket für den Sta­tus-Quo einer kli­ma­feind­li­chen und ver­al­te­ten Bran­che gehört nicht dazu.“ …“ Pres­se­mit­tei­lung vom 24.04.2020 bei Sand im Getrie­be! externer Link
  • [Peti­ti­on] Kein Steu­er­geld für Sprit­schlu­cker
    “Die Regie­rung pumpt in der Coro­na-Kri­se Ret­tungs­gel­der in Mil­li­ar­den­hö­he in die deut­sche Wirt­schaft – doch das reicht der Auto­in­dus­trie nicht. Sie will die unsin­ni­ge Abwrack­prä­mie neu auf­le­gen: Der Staat soll Auto­käu­fe mit meh­re­ren Tau­send Euro bezu­schus­sen. Schon am Diens­tag ent­schei­det sich beim Auto­gip­fel im Kanz­ler­amt, ob die Auto­lob­by mit ihrer For­de­rung durch­kommt – und damit noch mehr Kli­ma­kil­ler auf Deutsch­lands Stra­ßen lan­den. Wenn wir jetzt schnell sind, kön­nen wir die Gro­Ko von Extra-Geschen­ken für die Auto­in­dus­trie abbrin­gen…“ Peti­ti­on zu „Abwrack­prä­mie 2.0“ bei Cam­pact externer Link

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Sie­he zum Hin­ter­grund im Labour­Net Ger­ma­ny:

Der Bei­trag [Erklä­rung] “Die Auto­in­dus­trie vor und nach „Coro­na“: Kon­ver­si­on statt Rezep­te von ges­tern!” erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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