[perspektive:] EU: Jeder achte Todesfall in Zusammenhang mit Umweltverschmutzung

Laut einem Bericht der Europäischen Umweltagentur sterben in der EU, mehr als 630.000 Menschen jährlich vorzeitig an den Folgen von Umweltverschmutzung.

Für den am heu­ti­gen Diens­tag in Kopen­ha­gen ver­öf­fent­lich­ten Bericht hat die Euro­päi­schen Umwelt­agen­tur (EEA) Daten zum Ein­fluss der Umwelt auf die Gesund­heit und das Wohl­be­fin­den der Euro­päe­rIn­nen ana­ly­siert.

Die Unter­su­chun­gen stüt­zen sich auf Daten der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) zu den Todes- und Krank­heits­ur­sa­chen von 2012. Dem­nach las­sen sich rund 13 Pro­zent der jähr­li­chen vor­zei­ti­gen Todes­fäl­le in der EU – das ent­spricht 630.000 der Ver­stor­be­nen – auf Umwelt­fak­to­ren zurück­füh­ren und wären daher ver­meid­bar. Zu den häu­figs­ten Todes­ur­sa­chen zäh­len dabei Krebs, Herz­er­kran­kun­gen und Schlag­an­fäl­le.

Luftverschmutzung, Lärmbelastung und Klimawandel als Todesursache

Laut dem Bericht ster­ben mehr als 400.000 Men­schen jähr­lich vor­zei­tig an den Fol­gen von Luft­ver­schmut­zung. Damit ist dies mit Abstand die töd­lichs­te Umwelt­ver­schmut­zung in Euro­pa. An zwei­ter Stel­le ste­he die Lärm­be­las­tung, die zu 12 000 vor­zei­ti­gen Todes­fäl­len füh­re, heißt es in dem Bericht.

Auch Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels, wie Hit­ze­wel­len und Über­schwem­mun­gen, hät­ten zuneh­mend ihren Anteil an den Todes­zah­len. Wei­te­re genann­te Fak­to­ren sind krank­ma­chen­de che­mi­sche Ver­bin­dun­gen, auf zu star­ken Anti­bio­ti­ka-Ein­satz zurück­ge­hen­de Resis­ten­zen bei Krank­heits­er­re­gern und ver­schmutz­tes Trink­was­ser.

Starke Unterschiede je nach Region und Einkommen

Die Anzahl der Toten ver­teilt sich zudem in Euro­pa sehr unaus­ge­gli­chen. So sei­en die Ost­eu­ro­päi­schen Län­der sehr viel stär­ker betrof­fen als die West- und Nord­eu­ro­päi­schen. Den höchs­ten Anteil an Todes­fäl­len in Zusam­men­hang mit Umwelt­be­las­tun­gen habe Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na mit 27 Pro­zent, den nied­rigs­ten hät­ten Island und Nor­we­gen mit jeweils 9 Pro­zent. Auch in Deutsch­land ist die Situa­ti­on dem­nach ver­gleichs­wei­se gut.

Laut der Umwelt­agen­tur sind beson­ders die Men­schen gefähr­det, die in Armut leben. Armut gehe häu­fig mit dem Leben in einer belas­te­ten Umwelt und schlech­ter Gesund­heit ein­her und füh­re daher auch zum frü­he­ren Tod.

1990 lag die Zahl der auf die Umwelt­ver­schmut­zung zurück­ge­hen­den vor­zei­ti­gen Todes­fäl­le noch bei einer Mil­li­on. Ob die Zahl der jähr­li­chen Toten tat­säch­lich zurück gegan­gen oder heu­te ein­fach nach ande­ren Kri­te­ri­en bemes­sen wer­den ist unklar.

Der Bei­trag EU: Jeder ach­te Todes­fall in Zusam­men­hang mit Umwelt­ver­schmut­zung erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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