[labournet:] Amazon überwacht, wo es kann – alles und alle. Aber: Amazon kann nicht überall – schon gar nicht dort, wo der Widerstand zu groß ist

UK-Petition „Amazon: Drop all targets by 15%“„… Kei­ne per­sön­li­chen Gegen­stän­de: Schon beim Betre­ten des Gebäu­des müs­sen Amazon-Lagerarbeiter:innen alle ihre Sachen inklu­si­ve Han­dy abge­ben. Behal­ten dür­fen sie nur eine Was­ser­fla­sche und Geld in einem kla­ren Plas­tik­beu­tel. Über­all Kame­ras: Ama­zon über­wacht Beschäf­tig­te in der Lager­hal­le mit einem Netz­werk an Kame­ras, die jeden Schritt der Leu­te auf­zeich­nen. In der Covid-19-Pan­de­mie nutzt der Kon­zern die Kame­ras dazu, um Abstands­re­geln durch­zu­set­zen. Sie sind aber auch eine Aus­re­de dafür, um jede Form der Abspra­che und Orga­ni­sa­ti­on der Beschäf­tig­ten (etwa in Gewerk­schaf­ten) zu ver­hin­dern, heißt es in dem Bericht. Dys­to­pi­sches Detail am Ran­de: Gro­ße Bild­schir­me in den Lager­hal­len zei­gen Auf­nah­men von Beschäf­tig­ten, die beim Klau­en erwischt wor­den sind. Damit sol­len ande­re von ähn­li­chen Taten abge­schreckt wer­den. Stän­di­ge Leis­tungs­mes­sung: Scan­ner zäh­len, wie vie­le Sekun­den eine Beschäf­tig­te für eine Auf­ga­be braucht, etwa das Befül­len eines Regals. (…) Bloß kei­ne Gewerk­schaf­ten: Ama­zon ana­ly­siert mit eige­ner Soft­ware bestän­dig eine Viel­zahl von Kri­te­ri­en, um her­aus­zu­fin­den wel­che Läden sei­ner Lebens­mit­tel­ket­te Who­le Foods dem „Risi­ko“ gewerk­schaft­li­cher Orga­ni­sie­rung aus­ge­setzt sind. Als beson­ders hohe Risi­ko­fak­to­ren gel­ten die Zahl der Beschäf­ti­gen aus Haus­hal­ten unter­halb der Armuts­gren­ze, ihre eth­ni­sche Diver­si­tät und die Stim­mung im Team. Durch sei­ne Kame­ras kon­trol­liert der Kon­zern andau­ernd, ob sich in den Läden und Lager­hal­len Beschäf­tig­te zu Abspra­chen zusam­men­tun….“ – so fass­te der Bei­trag „So über­wacht Ama­zon sei­ne Beschäf­tig­ten in den USA“ von Alex­an­der Fan­ta am 01. Sep­tem­ber 2020 bei netz​po​li​tik​.org externer Link den über­wach­ten Arbeits­all­tag bei Ama­zon in USA zusam­men (wie er auch ohne die jüngst ange­streb­ten „Diens­te“ von Geheim­dienst-Ana­ly­ti­kern – sie­he unse­ren letz­ten Bericht – prak­ti­ziert wird). Sie­he dazu auch einen Bericht aus Frank­reich – wo die Sach­la­ge durch den Wider­stand dann schon zumin­dest etwas anders aus­sieht – und den Ver­weis auf unse­ren letz­ten Bei­trag zu Ama­zons Über­wa­chungs­stra­te­gien, die sich immer auch gegen gewerk­schaft­li­che Bestre­bun­gen rich­ten:

  • „Face aux syn­di­cats, Ama­zon échoue à fai­re instal­ler des «camé­ras intel­li­gen­tes» sur ses sites fran­çais“ von Guiil­laume Ber­nard eben­falls am 01. Sep­tem­ber 2020 bei Rap­ports de For­ce externer Link berich­tet vom Schei­tern eines wei­te­ren Über­wa­chungs­schrit­tes in den fran­zö­si­schen Nie­der­las­sun­gen des Kon­zerns. Die anvi­sier­ten neu­en Über­wa­chungs­ka­me­ras soll­ten unter dem Vor­wand der Beach­tung der Sicher­heits­ab­stän­de instal­liert wer­den (also ein Unter­neh­men, das für sein Ver­hal­ten wäh­rend er Epi­de­mie nicht nur kri­ti­siert, son­dern auch juris­tisch belangt wur­de ver­sucht plötz­lich, sich als Vor­rei­ter von Sicher­heit zu pro­fi­lie­ren – moch­te man Ama­zon zu Recht nicht glau­ben). In dem Bei­trag wer­den zwei gewähl­te gewerk­schaft­li­che Ver­tre­ter der Beleg­schaft zitiert – jeweils einer von der CGT und SUD Soli­dai­res – mit ihren Berich­ten dar­über, wie die Gewerk­schaf­ten den Wider­stand der Beleg­schaft – erfolg­reich – orga­ni­siert haben…

Der Bei­trag Ama­zon über­wacht, wo es kann – alles und alle. Aber: Ama­zon kann nicht über­all – schon gar nicht dort, wo der Wider­stand zu groß ist erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More