[labournet:] “Cum-Ex-Files”: Angriff auf Europas Steuerzahler

Dossier

CORRECTIV: CumExFilesEs geht um min­des­tens 55 Mil­li­ar­den Euro: Der orga­ni­sier­te Griff in die Steu­er­kas­se durch “steu­er­ge­trie­be­ne Akti­en­ge­schäf­te” ist viel grö­ßer als ange­nom­men. Das bele­gen Recher­chen euro­päi­scher Medi­en, an denen auch die ARD betei­ligt ist. (…) Und die Bun­des­re­gie­rung unter­ließ es über Jah­re, ihre euro­päi­schen Part­ner zu war­nen, obwohl sie längst von dem Raub­zug wuss­te. (…) Im Inter­view bezeich­net der Insi­der die “steu­er­ge­trie­be­nen Geschäf­te” als “orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät in Nadel­strei­fen”. “Alle wuss­ten, wor­um es geht: dass man hier Ren­di­te aus dem Steu­er­sä­ckel holt.” Offen­bar um dem Gefäng­nis zu ent­ge­hen, ent­schloss er sich aus­zu­pa­cken. Ihm dro­hen vie­le Jah­re Haft. Das Geld wird er zurück­zah­len müs­sen. Die Ermitt­ler hal­ten ihn für glaub­wür­dig. Im Inter­view berich­tet er, wie der Angriff auf Euro­pas Steu­er­zah­ler ablief. (…) Cum-Ex wird von der Bun­des­re­gie­rung als ille­gal ein­ge­stuft und ist Gegen­stand zahl­rei­cher staats­an­walt­schaft­li­cher Ermitt­lungs­ver­fah­ren. Cum-Cum ist nicht per se ille­gal, die Bun­des­re­gie­rung geht aber von einem Gestal­tungs­miss­brauch aus, wenn die Geschäf­te rein steu­er­lich moti­viert sind. Dies ist nach Ansicht von Spen­gel bei so gut wie allen am Markt ange­bo­te­nen Model­len der Fall. (…) Fast alle gro­ßen Ban­ken waren an den Akti­en­ge­schäf­ten auf Kos­ten des Steu­er­zah­lers betei­ligt. “Da kön­nen Sie sich eine aus­su­chen. Ich ken­ne kaum eine, die nicht dabei war”, so der Insi­der. Ver­deck­te Recher­chen zei­gen außer­dem, dass die Geschäf­te zulas­ten der euro­päi­schen Steu­er­zah­ler bis heu­te wei­ter­ge­hen…” Bei­trag von Manu­el Dau­ben­ber­ger, Kars­ten Pol­ke-Majew­ski, Felix Rohr­beck, Chris­ti­an Salew­ski und Oli­ver Schröm vom 18. Okto­ber 2018 bei tages​schau​.de externer Link (Kurz­fas­sung des Berichts von Pan­ora­ma vom 18. Okto­ber 2018), sie­he dazu auch den aus­führ­li­chen Bericht von CORRECTIV “The Cumex Files” vom Okto­ber 2018 externer Link und wei­ter dazu:

  • Pro­test gegen CumEx: Com­merz­bank-Filia­le in Kran­ken­haus ver­wan­delt – Attac und Ver­di for­dern, Cum-Ex-Mil­li­ar­den zurück­zu­ho­len und ins Gesund­heits­sys­tem zu ste­cken New
    Aktivist*innen von Attac und Ver­di haben am heu­ti­gen Diens­tag die Com­merz­bank-Filia­le im Frank­fur­ter Com­merz­bank­turm sym­bo­lisch in ein Kran­ken­haus umge­wan­delt. Mit die­ser Akti­on machen sie auf den Cum-Ex-Skan­dal und die Ver­wick­lung der Com­merz­bank auf­merk­sam. Das geraub­te Steu­er­geld fehlt gera­de in Coro­na-Zei­ten für ein leis­tungs­fä­hi­ges und gut aus­ge­stat­te­tes Gesund­heits­we­sen, kri­ti­sie­ren die Aktivist*innen. Sie for­dern von der Bun­des­re­gie­rung, die geraub­ten Cum-Mil­li­ar­den kon­se­quent zurück­zu­ho­len und in das Gesund­heits­sys­tem zu ste­cken. „Die Com­merz­bank steht für das, was in unse­rer Gesell­schaft schief­läuft. 2008 mit Steu­er­geld geret­tet, betei­lig­te sie sich kurz dar­auf am größ­ten Steu­er­raub der deut­schen Geschich­te. Dadurch gin­gen allein Deutsch­land min­des­tens 31,8 Mil­li­ar­den Euro ver­lo­ren – Geld, das unse­re Kran­ken­häu­ser gut gebrau­chen könn­ten“, sagt Anne Schul­ze-Allen von der Attac-Arbeits­grup­pe Finanz­märk­te und Steu­ern. „Die Bun­des­re­gie­rung tut zu wenig, um die Cum-Ex-Mil­li­ar­den zurück­zu­ho­len und Steu­er­raub zu ver­hin­dern, obwohl das Geld drin­gend nötig wäre für den Aus­bau des öffent­li­chen Gesund­heits­sys­tems. Statt­des­sen för­dert sie die Pri­va­ti­sie­rung. Kran­ken­häu­ser und Pfle­ge­hei­me sind jedoch nicht dafür da, Pro­fi­te für Finanz­in­ves­to­ren und Aktio­nä­re zu gene­rie­ren.“ Uwe Richt­mann, Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­der des Uni­kli­ni­kums Frank­furt und aktiv im Fach­be­reich Gesund­heit und Sozia­les von Ver­di Frank­furt am Main und Regi­on ergänzt: „Kom­merz macht krank, das gilt auch in den Kli­ni­ken. Seit der Ein­füh­rung der Fall­pau­scha­len ist jede Krank­heit mit einem Preis­schild ver­se­hen. Dadurch haben sich vie­le Kran­ken­häu­ser in Pro­fit­cen­ter ver­wan­delt, mit denen sich hohe Ren­di­ten erwirt­schaf­ten las­sen. Leid­tra­gen­de davon sind sowohl die Patient*innen als auch Ärtzt*innen, Pfle­ge­kräf­te und alle ande­ren Beschäf­tig­te in den Kran­ken­häu­sern. Die­ser Pro­fit­druck und die Unter­fi­nan­zie­rung füh­ren nicht nur zu mehr Stress und uner­träg­li­chen Arbeits­be­din­gun­gen. Sie sor­gen auch dafür, dass immer mehr wohn­ort­na­he Kli­ni­ken mit Grund- und Regel­ver­sor­gung oder Geburts- und Kin­der­sta­tio­nen aus Geld­man­gel schlie­ßen müs­sen. Dar­um for­dern wir: Steu­ern ein­trei­ben, Kran­ken­häu­ser ret­ten!“” Pres­se­mit­tei­lung vom 8. Sep­tem­ber 2020 von Attac Deutsch­land und Ver­di-Fach­be­reich Gesund­heit und Sozia­les, Frank­furt am Main und Regi­on, sie­he auch die attac-Akti­ons­sei­te Com­merz­krank externer Link
  • Neu­es Gesetz hilft Betrü­gern: Cum-Ex-Geld ist in vie­len Fäl­len weg 
    “Ein neu­es Gesetz führt Medi­en­be­rich­ten zufol­ge dazu, dass Cum-Ex-Steu­er­räu­ber das Geld wohl behal­ten kön­nen – eine Sum­me in Höhe von ins­ge­samt meh­re­ren Mil­li­ar­den Euro. Denn vie­le Fäl­le sind steu­er­recht­lich ver­jährt. Mit “Cum-Ex”-Deals prell­ten Inves­to­ren und Ban­ken den Staat über Jah­re hin­weg um Mil­li­ar­den. Recher­chen von “WDR” und “Süd­deut­scher Zei­tung” zufol­ge könn­ten aber Steu­er­gel­der, die von Ban­ken und ande­ren Betei­lig­ten mit­hil­fe von Cum-Ex-Betrugs­ma­schen erbeu­tet wur­den, selbst nach einer gericht­li­chen Ver­ur­tei­lung nicht zurück­ge­for­dert wer­den – sofern die Vor­fäl­le steu­er­lich bereits ver­jährt sind. Hin­ter­grund ist eine Geset­zes­re­form aus dem Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um, die kürz­lich ver­ab­schie­det wur­de. Ledig­lich für noch nicht ver­jähr­te Fäl­le sol­le damit eine Frist­ver­län­ge­rung mög­lich sein, hieß es. Die mög­li­che Ver­jäh­rung war zuvor noch nicht klar gere­gelt und hoch­um­strit­ten. Am Land­ge­richt Bonn war im März der bun­des­weit ers­te Cum-Ex-Straf­pro­zess zu Ende gegan­gen. Zwei bri­ti­sche Akti­en­händ­ler wur­den zu Bewäh­rungs­stra­fen ver­ur­teilt, in die­sem Fall wur­den die Cum-Ex-Mil­lio­nen auch ein­ge­zo­gen. Etli­che wei­te­re Ankla­gen und Pro­zes­se wer­den dem Pilot­pro­zess fol­gen. NRW-Jus­tiz­mi­nis­ter Peter Biesen­bach hat der­weil die Geset­zes­än­de­rung scharf kri­ti­siert, durch die im Cum-Ex-Skan­dal ver­un­treu­te Mil­li­ar­den­gel­der nicht mehr zurück­ge­holt wer­den könn­ten. “Ich hal­te es für uner­träg­lich, wenn wir sagen, wir ver­ur­tei­len zwar mög­li­cher­wei­se Per­so­nen zu Haft­stra­fen, aber das Geld ist weg, an das kom­men wir nicht mehr ran. Hier muss eine Rege­lung gefun­den wer­den, das kön­nen wir nie­man­dem sonst erklä­ren”, sag­te der CDU-Poli­ti­ker dem “West­deut­schen Rund­funk”. Biesen­bach for­der­te eine Dis­kus­si­on dar­über, wie auch Alt­fäl­le noch erfasst wer­den könn­ten. “Hier geht es um Beträ­ge, bei denen auch die Ermitt­ler davon aus­ge­hen, dass sie in die Mil­li­ar­den hin­ein­ge­hen”, so der Minis­ter…” Mel­dung vom 16. Juli 2020 bei n‑tv externer Link
  • Cum Ex – Staats­an­walt­schaft bekam Hin­wei­se zu spät [Wur­den die Steu­er­die­be bewusst geschützt?] 
    “Cum Ex – das steht für den wahr­schein­lich größ­ten Steu­er­dieb­stahl in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik. Das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern in Bonn hat­te schon län­ger eine Lis­te mit meh­re­ren hun­dert poten­ti­ell ver­däch­ti­gen Trans­ak­tio­nen dar­auf vor­lie­gen, die­se aller­dings erst jetzt an die Staats­an­walt­schaft wei­ter­ge­lei­tet.” Audio des Bei­trags von Arne Hell in der Sen­dung Pro­fit vom 29. Juni 2020 beim WDR 5 externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: 3:33 Min., ver­füg­bar bis zum 29. Juni 2021). Sie­he auch:
    • Cum-Ex: Eine ver­schol­le­ne Lis­te und vie­le Fra­ge­zei­chen
      Zehn Jah­re lang lag dem Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern eine Lis­te mit Hun­der­ten mög­li­chen Cum-Ex-Steu­er­be­trü­ge­rei­en vor. Doch die Finanz­be­hör­de hat nach Recher­chen von WDR und SZ erst kürz­lich die Unter­la­gen an die Staats­an­walt­schaft über­sandt. Fäl­le könn­ten ver­jährt sein…” Bei­trag von Mas­si­mo Bognan­ni, WDR, vom 29.06.2020 bei tages​schau​.de externer Link
  • Ers­ter Cum-Ex-Straf­pro­zess auf der Ziel­ge­ra­den. Das Urteil vor dem Land­ge­richt Bonn wird in den kom­men­den Wochen fal­len 
    Vor dem Land­ge­richt in Bonn wird seit Sep­tem­ber der ers­te Cum-Ex-Straf­pro­zess ver­han­delt. Ange­klagt sind dort die ehe­ma­li­gen Akti­en­händ­ler Mar­tin S. und Nicho­las D., den alle nur Nick rufen. Bei­de waren zunächst bei der Hypo­ver­eins­bank (HVB) und spä­ter bei einer Finanz­be­ra­tung namens Ball­an­ce tätig und sol­len mit Cum-Ex-Geschäf­ten zwi­schen 2006 und 2011 einen Scha­den von mehr als 400 Mil­lio­nen Euro ange­rich­tet haben. So lis­tet es die Staats­an­walt­schaft in ihrer Ankla­ge auf, die Ober­staats­an­wäl­tin Anne Bror­hil­ker im Sep­tem­ber erst­mals vor eini­gen Dut­zend Pro­zess­be­ob­ach­tern, Ban­kern und Anwäl­ten in Bonn vor­trug…” Arti­kel von Nils Wischmey­er vom 27. Febru­ar 2020 in der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link, sie­he auch:
  • Geschickt ver­steck­te Geset­zes­än­de­rung: Bun­des­re­gie­rung erschwert die Auf­ar­bei­tung des Cum-Ex-Skan­dals 
    Man will ver­trau­lich bera­ten und Pro­to­kol­le kei­nes­falls ver­öf­fent­li­chen: Dank einer Geset­zes­än­de­rung kön­nen Abspra­chen zwi­schen Finanz­be­hör­den künf­tig noch bes­ser ver­schlei­ert wer­den. Fast wäre es kom­plett unbe­merkt geblie­ben. Im Rah­men eines Geset­zes, das sich über­wie­gend mit der steu­er­li­chen För­de­rung der Elek­tro­mo­bi­li­tät externer Link befasst, beför­dert die Bun­des­re­gie­rung Hin­ter­zim­mer­po­li­tik. Statt end­lich Trans­pa­renz über den Ein­fluss von Lob­by­is­ten auf Geset­ze zu schaf­fen, ver­an­kert sie die Intrans­pa­renz. (…) Wie konn­te es sein, dass sich Bund und Län­der dar­auf ver­stän­dig­ten, einen Vor­schlag des Ban­ken­ver­bands eins zu eins ins Gesetz zu über­neh­men – wor­auf­hin die kri­mi­nel­len Cum-Ex-Geschäf­te erst rich­tig in Schwung kamen? Um das her­aus­zu­fin­den, muss man die Ent­schei­dungs­fin­dung zwi­schen Bund und Län­dern nach­voll­zie­hen kön­nen. Aber genau das soll nun gesetz­lich ver­hin­dert wer­den…” Gast­kom­men­tar von Ger­hard Schick vom 07.12.2019 beim Spie­gel online externer Link
  • End­lich Ankla­ge wegen eines Cum-Ex-Steu­er­be­trugs-Skan­dals 
    Kom­men­tier­te Pres­se­schau von Vol­ker Bahl vom 22.11.2019
  • Zeu­ge im Cum-Ex-Pro­zess: Wie Ban­ker und Inves­to­ren die Staats­kas­se plün­der­ten 
    Der Staat hat kein Geld für Kin­der­gär­ten? Na und! Im ers­ten Cum-Ex-Pro­zess beschreibt ein Zeu­ge die Skru­pel­lo­sig­keit der Täter. Und war­um der Gesetz­ge­ber die krum­men Geschäf­te wei­ter anfach­te. Der Staat habe im Kampf gegen hoch umstrit­te­ne Cum-Ex-Steu­er­de­als kras­se Feh­ler gemacht, so die Aus­sa­ge eines zen­tral betei­lig­ten Akteurs. Ein 2007 beschlos­se­nes Gesetz habe die Geschäf­te nicht tro­cken­ge­legt, son­dern erst rich­tig ange­facht, sag­te der 48-jäh­ri­ge Anwalt am Diens­tag vor dem Bon­ner Land­ge­richt, wo er als Zeu­ge im ers­ten Cum-Ex-Straf­pro­zess auf­trat (Az: 62 KLs 1/​19). “Es war gedacht zur Ein­däm­mung von Cum-Ex, aber es war ein Brand­be­schleu­ni­ger.” Die Akteu­re hät­ten ihre Geschäf­te teil­wei­se ins Aus­land ver­la­gert und danach stär­ker wei­ter­ge­macht als zuvor. Erst 2010 hät­ten die­se Geschäf­te ihren Höhe­punkt erreicht. (…) Nach Aus­kunft des Zeu­gen nahm die Ban­ken- und Bera­ter­lob­by inklu­si­ve sei­ner Kanz­lei erheb­lich Ein­fluss auf das Steu­er­ge­setz von 2007. Es sei ihnen gelun­gen, den Geset­zes­text so ver­fas­sen zu las­sen, dass er die Teil­ver­la­ge­rung der Deals ins Aus­land ermög­licht habe – und dass danach der Fis­kus trotz Geset­zes­än­de­rung wei­ter­hin mehr­fach Steu­ern erstat­te­te. Nach inten­si­ver Lob­by­ar­beit sei das Gesetz genau so über­nom­men wor­den wie von den Cum-Ex-Akteu­ren gewünscht – “eins zu eins, ohne dass ein Kom­ma geän­dert wur­de”, sag­te der Zeu­ge. Damit sei wohl der Bock zum Gärt­ner gemacht wor­den, sag­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter Roland Zick­ler. Nach Dar­stel­lung des Zeu­gen hiel­ten die invol­vier­ten Ban­ken und Kanz­lei­en das Geschäfts­mo­dell bis 2009 für juris­tisch was­ser­dicht. Cum-Ex sei “ein eta­blier­tes Phä­no­men, ein indus­tri­el­les Phä­no­men” gewe­sen. (…) Die “Gier” sei sehr groß gewe­sen, sowohl auf­sei­ten der Ban­ken und Bera­ter als auch auf­sei­ten der Anle­ger. Wuss­ten Inves­to­ren über­haupt, was sie taten? Man­che Pri­vat­an­le­ger wohl nicht, vie­le sehr rei­che Inves­to­ren hin­ge­gen schon, so der Zeu­ge. Wenn er nun lese, dass die­se sich mit­un­ter auf Unwis­sen­heit berie­fen, dann sei das hane­bü­chen, und er bekom­me “Bauch­krämp­fe”. Prak­tisch risi­ko­freie Fonds hät­ten eine Ren­di­te von 15 Pro­zent in drei, vier Mona­ten gebracht – “im Gro­ßen und Gan­zen” habe jeder gewusst, wor­um es gehe…” Bei­trag vom 29.10.2019 beim Spie­gel online externer Link, sie­he dazu auch:
    • Cum-Ex-Pro­zess: Der Kron­zeu­ge packt aus
      Die­ser Mann weiß fast alles über den größ­ten Steu­er­raub der deut­schen Geschich­te. Denn er gehör­te zum inne­ren Zir­kel der Täter. Nun sagt er im Bon­ner Cum-Ex-Pro­zess aus. (…) Das Bon­ner Ver­fah­ren ist ein Mus­ter­pro­zess. Noch nie ist jemand straf­recht­lich dafür belangt wor­den, dass er sich an Cum-Ex-Deals betei­ligt hat. Soll­ten die bei­den Akti­en­händ­ler ver­ur­teilt wer­den, wäre eine Grund­la­ge dafür geschaf­fen, vie­le wei­te­re Beschul­dig­te vor Gericht zu brin­gen. Staats­an­walt­schaf­ten in Frank­furt und Mün­chen ermit­teln eben­so wie die Staats­an­walt­schaft Köln, die die bei­den Akti­en­händ­ler vor Gericht gebracht hat. Die Aus­sa­ge des Zeu­gen dürf­te von zen­tra­ler Bedeu­tung für das Ver­fah­ren sein. Rund 14 Mona­te lang hat er der Staats­an­wäl­tin Bror­hil­ker Rede und Ant­wort gestan­den, hat Details aus dem inners­ten Zir­kel der Steu­er­räu­ber berich­tet. Und er ist bis­lang der Ein­zi­ge aus die­sem Kreis, der aus­ge­sagt hat, dass die Betei­lig­ten stets ein “Stör­ge­fühl” gehabt hät­ten, weil von vorn­her­ein klar gewe­sen sei, dass sie ins “Steu­er­säckl” grif­fen. Das ist des­halb wich­tig, weil sich bis­lang alle mut­maß­li­chen Täter dar­auf zurück­ge­zo­gen haben, sie hät­ten nicht gewusst, dass es falsch sei, was sie taten. (…) Der Zeu­ge geht mit sei­nem geplan­ten Auf­tritt vor Gericht ein erheb­li­ches Risi­ko ein. Denn auch er ist Beschul­dig­ter und könn­te sich mit sei­nen Aus­sa­gen selbst mas­siv belas­ten. Er sag­te in jenem Gespräch, er habe mit Cum-Ex unge­fähr 50 Mil­lio­nen Euro ver­dient. Soll­te ein Gericht in einem spä­te­ren Pro­zess gegen ihn fest­stel­len, dass die­ses Geld aus Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen stammt, müss­te er wohl ins Gefäng­nis, auch wenn er das Geld zurück­zahlt. Es sei denn, er käme in den Genuss einer Kron­zeu­gen­re­ge­lung…” Arti­kel von Kars­ten Pol­ke-Majew­ski, Chris­ti­an Salew­ski und Oli­ver Schröm vom 29. Okto­ber 2019 bei der Zeit online externer Link
  • Wird die Bestra­fung von Cum-Ex-Betrug zu einer Klas­sen­fra­ge? 
    Dass es sich bei Cum-Ex-Geschäf­ten um eine schwe­re Straf­tat han­delt, ist eigent­lich nicht zu über­se­hen. Die Kom­ple­xi­tät des gan­zen Ablaufs sowie das Feh­len von auf die­sen Fall spe­zi­ell zuge­schnit­te­nen Geset­zen, scheint jedoch häu­fig einen kla­ren Blick auf den straf­recht­lich ein­deu­ti­gen Tat­be­stand zu behin­dern. Doch bei der Fra­ge nach der straf­recht­li­chen Rele­vanz des orga­ni­sier­ten Steu­er­raubs in Mil­li­ar­den­hö­he durch Cum-Ex-Geschäf­te die Fra­ge mög­li­cher Lega­li­tät über­haupt auf­zu­wer­fen, ist bereits juris­tisch ein – wenn auch unge­woll­tes – Zuge­ständ­nis an die rei­chen Betrü­ger. Sobald näm­lich fest­steht, dass man “durch Vor­spie­ge­lung fal­scher oder durch Ent­stel­lung oder Unter­drü­ckung wah­rer Tat­sa­chen einen Irr­tum erregt oder unter­hält”, um “sich oder einem Drit­ten” aus Steu­er­gel­der “einen recht­wid­ri­gen Ver­mö­gens­vor­teil zu ver­schaf­fen”, ist eigent­lich der Tat­be­stand von § 263 StGB (Betrug) ein­deu­tig erfüllt. Auch ist kein ent­las­ten­der Ver­bots­irr­tum (§ 17 StGB) mög­lich, sobald man ohne Gegen­leis­tung eine Leis­tung (Steu­er­rück­zah­lung) erlangt und dies dem Täter bewusst war. Das von der Recht­spre­chung für eine Straf­bar­keit gefor­der­te Bewusst­sein über einen Ver­stoß gegen die recht­li­che Ord­nung, kann bei die­sem bewusst kom­pli­ziert gestal­te­ten Kon­strukt zur per­sön­li­chen Berei­chung aus Steu­er­gel­dern, nicht ernst­haft bestrit­ten wer­den. Die Undurch­sich­tig­keit war ja gera­de das Mit­tel für einen erfolg­rei­chen Betrug. (…) Und es gibt sogar zum Erschlei­chen von Leis­tun­gen eine spe­zi­el­len Para­gra­fen – näm­lich § 265a StGB. Das Inter­es­san­te dar­an ist nun, dass sich § 265a StGB u.a. auf Schwarz­fah­ren oder Ver­an­stal­tungs­be­such ohne Ent­rich­tung eines Ein­tritts­gel­des bezieht, also schwer­punkt­mä­ßig uns “klei­nen Leu­te” betrifft. Inter­es­sant ist aller­dings auch, dass es zu die­ser Erschlei­chung von Leis­tung eine sogar höchst-rich­ter­li­che Recht­spre­chung gibt, bei der aller­dings – von der rich­ter­li­chen Begrün­dung her – nicht ein­zu­se­hen wäre, war­um sie auf die “gro­ßen” Leis­tungs­be­trü­ger nicht eben­so ange­wen­det wer­den soll­te. (…) Den Betrug­s­tat­be­stand des § 263 StGB erfüllt somit jeder, der sich durch Cum-Ex-Betrug berei­cher­te. Dazu bedarf es kei­nes Spe­zi­al­ge­set­zes und sind die höchst­rich­ter­li­chen Rechts­grund­sät­ze zu § 265a StGB inden­tisch. Eher wäre zu fra­gen, ob § 265a StGB nicht ersatz­los zu strei­chen ist, da er in der Regel nur den ärme­ren Teil der Bevöl­ke­rung trifft, woge­gen der Gesetz­ge­ber für den rei­chen Betrü­ger angeb­lich nichts Pas­sen­des an Gesetz parat hat. Da freut sich der Anwalt des rei­chen Cum-Ex-Betrü­gers natür­lich…” Kom­men­tar von Armin Kamm­rad vom 5. Sep­tem­ber 2019 – wir dan­ken!
  • Cum-Ex: Im Irr­gar­ten des Gel­des. Die ers­ten Ange­klag­ten im Cum-Ex-Skan­dal ste­hen vor Gericht
    ” Im Pro­zess geht es nicht nur um die Auf­klä­rung des größ­ten Steu­er­raubs aller Zei­ten. Es geht auch um die Fra­ge, ob der Rechts­staat der Kom­ple­xi­tät von Finanz­märk­ten gewach­sen ist. (…) Kom­men­de Woche beginnt am Land­ge­richt Bonn ein Pro­zess, der das auf ein­drucks­vol­le Art bele­gen wird. Es geht um Cum-Ex, den größ­ten und kom­pli­zier­tes­ten Steu­er­raub aller Zei­ten. Zum ers­ten Mal wer­den sich zwei Ange­klag­te wegen sol­cher Fäl­le vor Gericht ver­ant­wor­ten müs­sen, Mar­tin S. und Nick­o­las D., zwei ehe­ma­li­ge Akti­en­händ­ler der Hypo­Ver­eins­bank. Ihre Geschäf­te sol­len den Staat um 447 Mil­lio­nen Euro erleich­tert haben. Schon das ist eine gewal­ti­ge Sum­me. Aber es geht um mehr. (…) Vie­le gro­ße Ban­ken haben mit­ge­macht. Hun­der­te von Beschul­dig­ten könn­ten vor Gericht kom­men. In Bonn wird der Mus­ter­pro­zess geführt um die Fra­ge, wer die­se Schlacht gewinnt: der Staat oder die Steu­er­räu­ber? (…) Die Kom­ple­xi­tät war die schärfs­te Waf­fe der Steu­er­räu­ber gegen den Staat. Nun ver­su­chen sie, sich hin­ter ihr zu ver­schan­zen. Als Jour­na­list, der über Cum-Ex berich­tet, erhält man Schrei­ben von ihren Anwäl­ten, die einen, kurz gesagt, für zu doof erklä­ren, die Deals zu begrei­fen. Aber auch aus­ge­buff­te Inves­to­ren wie der Dro­ge­rie­kö­nig Erwin Mül­ler oder der Finanz­un­ter­neh­mer Cars­ten Maschmey­er behaup­ten, sie hät­ten selbst gar nicht kapiert, in was sie da inves­tier­ten, sei­en also (auch mora­lisch) unschul­dig. Vie­le Ban­ken geben zwar zu, in der ein oder ande­ren Form an den Deals betei­ligt gewe­sen zu sein, sehen bei sich selbst aber kei­nen Rechts­ver­stoß. Es ist wie bei einem hoch­gra­dig arbeits­tei­lig orga­ni­sier­ten Über­fall: Einer finan­ziert ihn, einer hält die Tür zum Tre­sor auf, einer fährt den Flucht­wa­gen. Aber hin­ter­her will kaum einer gewusst haben, wor­an er da mit­wirk­te. Die Argu­men­ta­ti­on vie­ler Steu­er­räu­ber: Die Märk­te hät­ten das Gan­ze orga­ni­siert, nicht sie selbst. (…) So oder so wird es Jah­re dau­ern, bis Cum-Ex juris­tisch auf­ge­ar­bei­tet ist…” Eine Ana­ly­se von Felix Rohr­beck und Chris­ti­an Salew­ski vom 28. August 2019 bei der Zeit online externer Link
  • Eck­art Seith: Deut­scher Anwalt beim Cum-Ex-Pro­zess in den meis­ten Punk­ten frei­ge­spro­chen 
    Für die Schwei­zer Jus­tiz ist er kein Spi­on, aber ein Ver­bre­cher: Am Diens­tag­mor­gen ver­ur­teil­te das Zür­cher Bezirks­ge­richt den deut­schen Anwalt Eck­art Seith zu einer Geld­stra­fe in sechs­stel­li­gen Höhe, weil er einen Ex-Mit­ar­bei­ter der Schwei­zer Bank Sara­sin zur Wei­ter­ga­be von gehei­men Bank­da­ten ange­stif­tet haben soll. Vom Ankla­ge­punkt der Wirt­schafts­spio­na­ge wur­de Seith dage­gen frei­ge­spro­chen. Der mit­an­ge­klag­te Ex-Mit­ar­bei­ter der Bank Sara­sin hat sich dage­gen nach Ansicht des Gerichts auch der Wirt­schafts­spio­na­ge schul­dig gemacht, indem er inter­ne Unter­la­gen an einen deut­schen Jour­na­lis­ten wei­ter­gab. Der Ex-Ban­ker wur­de zu einer Haft­stra­fe von 13 Mona­ten sowie einer Geld­stra­fe ver­ur­teilt. Gegen einen wei­te­ren Deut­schen, der als Mit­tels­mann fun­giert haben soll, wur­de eine Geld­stra­fe ver­hängt. Sämt­li­che Stra­fen wur­den zur Bewäh­rung aus­ge­setzt. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Seith leg­te umge­hend Beru­fung gegen die Ent­schei­dung des Gerichts ein. Er sprach nach der Urteils­ver­kün­dung von einem „schmut­zi­gen Urteil nach einem schmut­zi­gen Ver­fah­ren“…” Arti­kel von Micha­el Brä­cher vom 11.04.2019 beim Han­dels­blatt online externer Link, sie­he dazu:
    • “… Unmit­tel­bar nach der Urteils­ver­kün­dung gab er mit zor­ni­ger Stim­me zu Pro­to­koll: „Das ist ein schmut­zi­ges Urteil in einem schmut­zi­gen Ver­fah­ren.“ Die Staats­an­walt­schaft habe fünf Jah­re in eine fal­sche Rich­tung ermit­telt. „Sie hat die Finanz­markt­kri­mi­na­li­tät geschützt und woll­te sie unter Arten­schutz stel­len.“ Unschul­di­ge Men­schen sei­en in Haft genom­men wor­den. Und dafür habe das Gericht kei­ne Ent­schä­di­gung zah­len wol­len. „Die Staats­kas­se soll­te nicht belas­tet wer­den. An den Ange­klag­ten soll­te ein Makel hän­gen­blei­ben, das war das Ziel.“…” Aus dem Arti­kel von Johan­nes Rit­ter vom 11.04.2019 bei der FAZ online externer Link: Urteil im Cum-Ex-Skan­dal: „Ein schmut­zi­ges Urteil in einem schmut­zi­gen Ver­fah­ren“ – sie­he wei­ter unten: Spi­on oder Held? /​Appell: Soli­da­ri­tät mit Eck­art Seith
  • Cum-Ex-Geschäf­te: Im größ­ten Steu­er­skan­dal der Bun­des­ge­schich­te feh­len Fahn­der, Ver­jäh­rung droht 
    Die Auf­ar­bei­tung des Cum-Ex-Skan­dals gerät ins Sto­cken, die Ermitt­ler kämp­fen gegen die Zeit, weil Insi­dern zufol­ge vie­le Fäl­le ver­jäh­ren könn­ten. Das Land NRW setzt offen­bar zu weni­ge Ermitt­ler ein, um dem Umfang und der Kom­ple­xi­tät des größ­ten Steu­er­skan­dals der Bun­des­ge­schich­te gerecht zu wer­den. Insi­der bemän­geln auch, es feh­le den Steu­er­fahn­dern am nöti­gen Exper­ten­wis­sen…” Arti­kel von von Jan Will­mroth vom 24. März 2019 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Ermitt­lun­gen gegen Cor­rec­tiv wegen „Cum-Ex“-Recherchen: „Man muss ver­dammt gute Anwäl­te bezah­len“ 
    David Schra­ven von Cor­rec­tiv im Gespräch mit Isa­bel­le Klein am 25. März 2019 beim Deutsch­land­funk externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: ca. 5 Min., hör­bar bis zum 19. Janu­ar 2038): “…Die lau­fen­den Ermitt­lun­gen gegen Cor­rec­tiv stell­ten eine „gro­ße finan­zi­el­le Belas­tung“ dar, so Schra­ven. „Man muss ver­dammt gute Anwäl­te bezah­len, dass man nicht an die Wand gena­gelt wird.“ Bei Cor­rec­tiv hof­fe man zwar dar­auf, dass das gesam­te Ver­fah­ren ein­ge­stellt wird, „weil die Staats­an­walt­schaft ein­sieht, dass sie da Unfug gemacht hat“. Aller­dings wis­se man nicht, was am Ende her­aus­kom­men wer­de. Schra­ven bezeich­ne­te im Gespräch mit @mediasres die Ermitt­lun­gen als „empö­rend“. Grund­sätz­lich dürf­ten Medi­en natür­lich „nicht ein­fach irgend­wel­che Geheim­nis­se ver­ra­ten“, Unter­neh­men hät­ten ein berech­ti­ges Inter­es­se dar­an, dass Inter­na geheim blei­ben. Doch wenn Geheim­hal­tung dazu genutzt wer­de, „kri­mi­nel­le Hand­lun­gen zu bege­hen oder, wie in dem Fall, Mil­li­ar­den von uns allen zu steh­len“, habe die­ses Geheim­hal­tungs­in­ter­es­se zurück­zu­tre­ten, fin­det Schra­ven. (…) Die Staats­an­walt­schaft Köln soll den Recher­chen zufol­ge zwar gut 50 Cum-Ex-Ver­fah­ren ein­ge­lei­tet haben, dem stün­den nach Behör­den­krei­sen in NRW jedoch nur bis zu 20 Fahn­der gegen­über. Nach Anga­ben des Bun­des deut­scher Kri­mi­nal­be­am­ter ist das jedoch nicht genug: Man bräuch­te 30 bis 40 zusätz­li­che Spe­zia­lis­ten, um die „Cum-Ex“-Fälle ver­nünf­tig auf­ar­bei­ten zu kön­nen. Es dro­he sogar die Ver­jäh­rung von bis­her nicht ermit­tel­ten Fäl­len. Die betrof­fe­nen Minis­te­ri­en in Düs­sel­dorf wei­sen die Kri­tik der Ermitt­ler von sich.”
  • Spi­on oder Held? /​Appell: Soli­da­ri­tät mit Eck­art Seith 
    Ein deut­scher Anwalt half, einen gro­ßen Steu­er­raub auf­zu­de­cken. In der Schweiz wird er nun wegen Spio­na­ge ange­klagt. Renom­mier­te Straf­recht­ler hal­ten ihn für unschul­dig. Darf man gehei­me Doku­men­te an Staats­an­wäl­te und Steu­er­fahn­der wei­ter­ge­ben, wenn sie dazu bei­tra­gen, den größ­ten Steu­er­raub der deut­schen Geschich­te auf­zu­de­cken? An einem aktu­el­len Fall ist gut abzu­le­sen, dass über die­se Fra­ge in Deutsch­land und der Schweiz gro­ße Unei­nig­keit herrscht. In Deutsch­land lau­tet die Ant­wort auf die Fra­ge in der Regel ja. Ermitt­ler haben sogar schon CDs von Infor­man­ten gekauft, auf denen sich ver­trau­li­che Bank­in­for­ma­tio­nen von mut­maß­li­chen Steu­er­hin­ter­zie­hern befan­den. Und so wird auch der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt Eck­art Seith hier­zu­lan­de von Staats­an­wäl­ten und Steu­er­fahn­dern hoch geschätzt, weil er ihnen bri­san­te Akten über­gab, die er über mut­maß­lich ille­ga­le Cum-Ex-Geschäf­te gesam­melt hat­te. (…) In der Schweiz sehen die Straf­ver­fol­ger das ganz anders. Sie wol­len Seith und zwei Mit­an­ge­klag­ten in der kom­men­den Woche vor dem Bezirks­ge­richt Zürich den Pro­zess machen. Die Staats­an­walt­schaft Zürich hat Seith wegen Geheim­nis­ver­rats und Wirt­schafts­spio­na­ge ange­klagt. Ihm dro­hen drei Jah­re und sechs Mona­te Gefäng­nis…” Arti­kel von Kars­ten Pol­ke-Majew­ski vom 19. März 2019 bei der Zeit online externer Link – sie­he dazu den Appell:
    • Appell: Soli­da­ri­tät mit Eck­art Seith
      Eck­art Seith hat ent­schei­dend zur Auf­klä­rung des Mil­li­ar­den­raubs CumEx bei­getra­gen und steht dafür in der Schweiz vor Gericht. Er deck­te im Rah­men sei­ner anwalt­li­chen Tätig­keit Struk­tur, Funk­ti­ons­wei­se und Hin­ter­män­ner hin­ter dem betrü­ge­ri­schen Geschäfts­mo­del auf und lei­te­te die­se an die zustän­di­gen deut­schen Behör­den wei­ter. Anstatt gegen das Agie­ren der betei­lig­ten Bank Sara­sin vor­zu­ge­hen, erhebt die Staats­an­walt­schaft Zürich Ankla­ge gegen Seith. Ihm dro­hen bis zu 3,5 Jah­re Haft. Seith hat wesent­lich dazu bei­getra­gen, die kri­mi­nel­len CumEx-Akteu­re zur Ver­ant­wor­tung zu zie­hen und damit Ver­trau­en in den Rechts­staat wie­der­her­zu­stel­len. Jetzt soll­ten wir ihn nicht hän­gen­las­sen, wenn die­se Akteu­re mit Hil­fe der Schwei­zer Jus­tiz zurück­schla­gen. Des­halb: Das Bun­des­ver­dienst­kreuz für Eck­art Seith als kla­res Zei­chen, dass die ehr­li­chen Men­schen hin­ter ihm ste­hen! Unter­zeich­nen Sie unse­ren Appell! (…) Nicht der Ein­satz gegen Finanz­markt­kri­mi­na­li­tät ist ein Ver­bre­chen, son­dern die Finanz­kri­mi­na­li­tät selbst. Doch in Zürich steht in weni­gen Tagen, am 26. März, jemand vor Gericht, weil er ganz wesent­lich zur Auf­klä­rung von Finanz­kri­mi­na­li­tät bei­getra­gen hat: Eck­art Seith hat Bele­ge zu den kri­mi­nel­len CumEx-Geschäf­ten, die er im Rah­men sei­ner anwalt­li­chen Tätig­keit erhielt, an die zustän­di­gen Behör­den in der Schweiz und in Deutsch­land wei­ter­ge­lei­tet und so die Ermitt­lun­gen gegen die CumEx-Täter in Gang gesetzt. Seith dro­hen nun bis zu 3,5 Jah­re Haft – wegen angeb­li­cher Wirt­schafts­spio­na­ge. Ange­zeigt hat ihn die Bank Sara­sin, die an den CumEx-Geschäf­ten betei­ligt war. Wir mei­nen: Eck­art Seith darf in die­ser Aus­ein­an­der­set­zung gegen die CumEx-Bank Sara­sin nicht allei­ne ste­hen. Im Gegen­teil: Er ver­dient als Aner­ken­nung für sei­nen wich­ti­gen Bei­trag im Kampf gegen die Finanz­kri­mi­na­li­tät das Bun­des­ver­dienst­kreuz. Unter­zeich­nen Sie unse­ren Appell und set­zen Sie ein Zei­chen der Soli­da­ri­tät mit Eck­art Seith!Appell an Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er bei der Bür­ger­be­we­gung Finanz­wen­de externer Link
  • Cum-Ex: Bun­des­re­gie­rung über­wacht Akti­en­han­del nicht auf ver­däch­ti­ge Geschäf­te 
    “Die Bun­des­re­gie­rung sagt, dem Staat ent­ste­he aus steu­er­ge­trie­be­nen Akti­en­ge­schäf­ten kein Scha­den mehr. Doch die Finanz­auf­sicht prüft den Han­del gar nicht sys­te­ma­tisch. Drei Mona­te, nach­dem der größ­te Steu­er­raub in Euro­pa öffent­lich gewor­den ist, gesteht die Bun­des­re­gie­rung nun zum ers­ten Mal ein, dass sie euro­päi­sche Part­ner­län­der erst Jah­re spä­ter über Cum-Ex-Geschäf­te in Deutsch­land infor­miert hat. Obwohl das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um schon seit 2002 von die­ser Pra­xis wuss­te und bereits 2009 ers­te Ver­su­che unter­nahm, dage­gen vor­zu­ge­hen, berich­te­te man erst 2015 den Part­nern von dem Betrug. Das geht aus der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der Frak­tio­nen der Grü­nen und der Lin­ken im Bun­des­tag her­vor, die ZEIT ONLINE und dem ARD-Maga­zin Pan­ora­ma vor­liegt. (…) 2012 wur­den klas­si­sche Cum-Ex-Geschäf­te in Deutsch­land ver­bo­ten. 2016 wur­den dann Regeln ein­ge­führt, mit denen auch Cum-Cum-Geschäf­te unter­bun­den wer­den sol­len. Exper­ten wie der Mann­hei­mer Steu­er­pro­fes­sor Chris­toph Spen­gel gehen jedoch davon aus, dass Cum-Cum-Gestal­tun­gen wei­ter mög­lich sind. Die Bun­des­re­gie­rung wider­spricht die­ser Annah­me. Sie sieht in den neu­en Regeln ein “wir­kungs­vol­les Instru­ment zur Ver­hin­de­rung von Cum-Cum-Gestal­tun­gen”, schreibt sie. Aller­dings über­prüft das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um nicht, ob die­se Geschäf­te tat­säch­lich ver­hin­dert wer­den. In ihrer Ant­wort schreibt die Bun­des­re­gie­rung: “Zum Auf­griff von Cum-Cum-Fall­ge­stal­tun­gen durch die Steu­er­be­hör­den des Bun­des und der Län­der lie­gen der­zeit kei­ne Erkennt­nis­se vor.” Sie hat ihre euro­päi­schen Part­ner bis 2018 auch nicht über Cum-Cum-Geschäf­te infor­miert…” Bei­trag von Kars­ten Pol­ke-Majew­ski und Chris­ti­an Salew­ski vom 17. Janu­ar 2019 bei der Zeit online externer Link
  • Cum-Ex: Die Umver­tei­lung von unten nach oben muss enden 
    “Es ist der größ­te Steu­er­skan­dal Deutsch­lands. Doch die gro­ße Koali­ti­on ist unfä­hig oder nicht wil­lens, die betrü­ge­ri­schen Geschäf­te mit Cum-Ex, Cum-Cum oder Cum-Fake effek­tiv zu unter­bin­den. Das kos­tet die Steu­er­zah­le­rIn­nen Mil­li­ar­den und nutzt nur einer klei­nen Eli­te. Dabei wäre es leicht, deren dubio­se Machen­schaf­ten zu stop­pen. (…) Zur Bekämp­fung brau­chen wir deut­li­che Ver­bes­se­run­gen sowohl bei den Steu­er­be­hör­den als auch der Finanz­auf­sicht. (…) Bezeich­nend ist, dass die Steu­er­be­hör­den und Staats­an­wäl­te alle ent­schei­den­den Hin­wei­se zur Auf­de­ckung von Cum-Ex und jetzt auch Cum-Fake – wie auch bei allen ande­ren gro­ßen Steu­er­skan­da­len wie Pana­ma Papers und Lux­leaks – von Infor­man­ten kamen. Dies zeigt, wie wich­tig die­se muti­gen Men­schen im Kampf gegen die Kri­mi­na­li­tät sind. Um sie zu unter­stüt­zen und zu ermu­ti­gen, den zustän­di­gen Behör­den oder der Öffent­lich­keit Infor­ma­tio­nen über kri­mi­nel­le Akti­vi­tä­ten zur Ver­fü­gung zu stel­len, benö­ti­gen wir viel bes­se­re Vor­schrif­ten zum Schutz von Hin­weis­ge­bern. Im aktu­el­len EU-Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren für ein Whist­leb­lower-Gesetz setzt die Bun­des­re­gie­rung sich gro­tes­ker Wei­se dafür ein, dass Wirt­schafts­prü­fer, Steu­er­be­ra­ter und Beam­te von dem nöti­gen Schutz aus­ge­nom­men wer­den. Die Koali­ti­on stellt sich also schon wie­der gegen sinn­vol­le Mecha­nis­men, Kri­mi­nel­len in der Zukunft das Hand­werk legen zu kön­nen. Die finan­zi­el­len und gesell­schaft­li­chen Kos­ten durch Steu­er­tricks am Finanz­markt sind zu hoch, um die Augen geschlos­sen zu hal­ten. Unse­re Gesell­schaft soll­te sich den Luxus nicht leis­ten, die­se Umver­tei­lung von unten nach oben schul­ter­zu­ckend hin­zu­neh­men.” Kom­men­tar von Ger­hard Schick vom 5. Dezem­ber 2018 bei der DGB-Gegen­blen­de externer Link. Anm.: Was uns wun­dert: Das nur als “gewöhn­li­che” Umver­tei­lung von unten nach oben zu sehen, ver­harm­lost eigent­lich die Lega­li­sie­rung kri­mi­nel­len Ver­hal­tens, was auch dann als straf­bar ver­stan­den wer­den müss­te, wenn man ang. von nichts wuss­te. Sol­che Sicht­wei­se lässt sich sogar aus der Recht­spre­chung zu § 265a StGB “Erschlei­chen von Leis­tun­gen” vom Schwarz­fah­ren auf Steu­er­dieb­stahl durch­aus über­tra­gen.
  • [Kul­tur] Ren­di­te vom Staat: Das Ham­bur­ger Licht­hof Thea­ter klärt unter­halt­sam auf, wie Cum-Ex-Steu­er­de­als funk­tio­nie­ren 
    “Thea­ter darf das, eine Aus­sa­ge neh­men, auf­grei­fen, wei­ter­füh­ren. Auf dass das Gesche­hen in ande­rem Licht erscheint – und dadurch ver­ständ­lich wird. Mit­te Okto­ber mach­ten neue Ent­hül­lun­gen zu den soge­nann­ten Cum-Ex- und Cum-Cum-Steu­er­de­als Schlag­zei­len. Cum was? Wer an eine bestimm­te eng­li­sche Bedeu­tung des Wor­tes denkt, liegt falsch. Aber obs­zön kann man es den­noch nen­nen. Min­des­tens 55 Mil­li­ar­den Euro sol­len zwi­schen 2001 und 2016 aus euro­päi­schen Staats­haus­hal­ten an Super­rei­che geflos­sen sein. Zusam­men mit Berater_​innen, Steuerberater_​innen und Investmentbanker_​innen lie­ßen sie sich mit dubio­sen Akti­en­de­als rund um den Divi­den­den­stich­tag die Kapi­tal­ertrags­steu­er gleich mehr­fach zurück­er­stat­ten. Die Beu­te wur­de geteilt. Der deut­sche Staat wuss­te davon, unter­nahm aber lan­ge nichts. (…) Was in dem doku­men­ta­ri­schen Stück gezeigt wird (und durch älte­re Recher­chen eben­falls belegt ist), ist teils unfass­bar. Als Finanz­mi­nis­ter Peer Stein­brück 2007 eine Geset­zes­än­de­rung erließ, wur­de die­se in gro­ßen Tei­len wort­wört­lich vom Ban­ken­ver­band über­nom­men. Die­ser hat­te fünf Jah­re zuvor auf das Pro­blem der dop­pel­ten Aus­zah­lung der Steu­er hin­ge­wie­sen, die sich dar­aus erge­be, dass eine Aktie zwei Eigen­tü­mer haben kön­ne: einen wirt­schaft­li­chen und einen juris­ti­schen. Einen Lösungs­vor­schlag lie­fer­te der Ban­ken­ver­band gleich mit. Die­ser wur­de sei­ner­zeit den Finanz­mi­nis­te­ri­en der Län­der zur Prü­fung vor­ge­legt: In NRW nahm eine Beam­tin Stel­lung: »Mit den kom­pli­zier­ten Rege­lun­gen soll offen­bar ledig­lich die bis­he­ri­ge Ban­ken­pra­xis, die m. E. ohne zivil­recht­li­che Rechts­grund­la­ge ist, lega­li­siert wer­den.« (…) Sel­ten war Thea­ter so dicht an der (Tages-)politik – und damit gesell­schaft­lich so rele­vant. Und wer hät­te das gedacht: Aus die­ser tro­cke­nen Mate­rie kann man tol­les Thea­ter machen.” Arti­kel von Gui­do Speck­mann aus ak – ana­ly­se & kri­tik – zei­tung für lin­ke Debat­te und Pra­xis Nr. 643 vom 13. Novem­ber 2018 externer Link
  • Häu­fi­ge Fra­gen zu den CumEx-Files
    “Wel­che Kon­se­quen­zen haben die CumEx-Files? Wie las­sen sich Steu­er­raub­zü­ge ver­hin­dern? Auf die­se Fra­gen und mehr ant­wor­ten wir hier. (…) Cum-Cum-Geschäf­te fan­den in Deutsch­land, Frank­reich oder Ita­li­en bereits seit den 90er-Jah­ren statt. Cum-Ex-Geschäf­te gab es seit 2001 in Deutsch­land, seit 2006 in der Schweiz und seit 2012 in Däne­mark. Auch die Behör­den der Län­der reagier­ten unter­schied­lich. Wäh­rend die Schweiz Cum-Ex-Geschäf­te 2008 unter­band, gelang Deutsch­land das erst 2012 weit­ge­hend – wobei die CumEx-Files belegt haben, dass auch heu­te noch „steu­er­ge­trie­be­ne“ Geschäf­te betrie­ben wer­den. In Däne­mark rei­chen die unter­such­ten Fäl­le bis 2017. Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäf­te sind auch unter dem eng­li­schen Ober­be­griff Divi­dends­trip­ping bekannt. (…) Juris­ten, die an den Steu­er­ge­schäf­ten als Gut­ach­ter betei­ligt waren, argu­men­tie­ren, dass alles, was nicht expli­zit ver­bo­ten ist, erlaubt ist. Ande­rer­seits wider­spricht so eine for­mal­ju­ris­ti­sche Aus­le­gung dem Geist des Geset­zes. Dem­nach ist es unrecht­mä­ßig, sich etwas erstat­ten zu las­sen, was man nicht bezahlt hat. Die Bun­des­re­gie­rung spricht von steu­er­li­chem Gestal­tungs­miss­brauch. Der Initia­tor des Cum-Ex-Unter­su­chungs­aus­schus­ses, Ger­hard Schick, beschreibt eine kon­stru­ier­te Schein­lega­li­tät über Steu­er­gut­ach­ten, die wie­der­um von der Finanz­in­dus­trie bezahlt wur­den. Die Lücke, die Cum-Ex ermög­lich­te, wur­de 2012 tech­nisch geschlos­sen, die­je­ni­ge für Cum-Cum 2016. Die Argu­men­ta­ti­on eini­ger Akteu­re ist zumin­dest zwei­fel­haft…” Erläu­te­run­gen von Ruth Fend vom 23. Okto­ber 2018 bei CORRECTIV externer Link (mit Video)
  • So besteh­len uns Super­rei­che: eine Anlei­tung in 6 Schrit­ten 
    “Aktio­nä­re haben sich jah­re­lang Steu­ern zurück erstat­ten las­sen, die sie nie bezahlt haben. Wir erklä­ren, wie der Trick mit „Cum-Ex“ und „Cum-Cum“ funk­tio­niert. (…) Rund um die­sen Stich­tag, wird die Aktie schnell zwi­schen Ban­ken, Inves­to­ren und Fonds hin und her gescho­ben. Das Ziel: Ver­wir­rung schaf­fen. Durch den schnel­len Han­del mit den Akti­en kann das Finanz­amt nur schwer ver­fol­gen, wer sie eigent­lich wirk­lich besaß. Das Ergeb­nis: Das Finanz­amt stellt gleich meh­re­re Steu­er­be­schei­de aus und die Inves­to­ren las­sen sich die Steu­ern gleich mehr­fach zurück erstat­ten, obwohl sie teils kein ein­zi­ges Mal ein Anrecht dar­auf hat­ten. (…) An die­sen Deals sol­len auch eine Rei­he pro­mi­nen­ter Inves­to­ren betei­ligt gewe­sen sein. Ganz vor­ne mit dabei: Cars­ten Maschmey­er. Laut Unter­la­gen, die dem Stern vor­lie­gen, soll er ein­ma­lig fünf Mil­lio­nen Euro inves­tiert haben. Wei­te­re 40 Mil­lio­nen Euro sei­en von sei­nem „Fami­li­en­kon­to“ abge­gan­gen. Hier steck­te wohl auch Geld sei­ner Ver­lob­ten, der Schau­spie­le­rin Vero­ni­ca Fer­res und von sei­nem Kum­pel, dem Fuß­ball­trai­ner Mir­ko Slom­ka mit drin. Aber auch Scha­ke-Boss Cle­mens Tön­nies und der Ham­bur­ger Pro­mi­nen­ten-Anwalt Mat­thi­as Prinz sol­len in die Ex-Cum-Geschäf­te ver­wi­ckelt sein. Bis jetzt wur­de aber kei­ner der mut­maß­li­chen Betrü­ger ver­ur­teilt…” Bei­trag von Sva­na Kühn vom 19. Okto­ber 2018 in Oran­ge by Han­dels­blatt externer Link

Siehe zum Thema zuvor im LabourNet:

  • Gro­ße Koali­ti­on opfert Demo­kra­tie dem Finanz­ka­pi­tal – Cum-Ex-Skan­dal und der Bun­des­tag
    “… Der Fisch stinkt vom Kopf her, wenn “unser” Staat bei der Steu­er­kri­mi­na­li­tät ein­fach weg­tau­chen darf – und so bleibt die­se Groß­ko­ali­tio­nä­re Regie­rung erstaun­lich “dement” bei die­sem Mel­ken des Staa­tes durch die Rei­chen bei den Steu­ern…” Kom­men­tier­te Pres­se­schau von Vol­ker Bahl vom 25.6.2017

Der Bei­trag “Cum-Ex-Files”: Angriff auf Euro­pas Steu­er­zah­ler erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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