[labournet:] Die “Systemschmarotzer” – nun der Flüchtlingsarbeit

Dossier

Flüchtlingsindustrie - Grafik von TS fürs LabourNet GermanyDas Wohl­tä­tig­keits- und Sozi­al­ar­beits­ge­schäft ist in Deutsch­land gut auf­ge­teilt zwi­schen den gro­ßen, Par­tei­en und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten zuge­hö­ri­gen Orga­ni­sa­tio­nen. So ist die Dia­ko­nie feder­füh­rend bei der Woh­nungs­lo­sen­hil­fe, Cari­tas und auch Rotes Kreuz wei­sen Erfah­run­gen in der Flücht­lings­ar­beit vor, die AWO und die “Pari­tät” beackert das The­ma “Armut” usw.. Kein Berufs­zweig ist in den letz­ten 15 Jah­ren so stark gewach­sen wie das gesam­te Feld der “Sozia­len Arbeit”. Kein Wun­der, “Sozi­al­ar­beit und Poli­zei statt Sozi­al­staat” heißt das Mot­to. Unter dem Titel “Kat­zen­jam­mer der Sys­tem­schma­rot­zer habe ich die­se Geschäf­te­ma­che­rei schon vor Jah­ren beschrie­ben. Mit der gro­ßen Zahl der neu­en Geflüch­te­ten in die­sem Jahr erge­ben sich für genann­te zusätz­li­che Geschäfts­fel­der, und es wer­den Orga­ni­sa­tio­nen wie der Arbei­ter-Sama­ri­ter-Bund zu Anbie­tern, die der Sozia­len Arbeit fern ste­hen und deren Auf­ga­ben nach eige­nem Bekun­den bis­her eher “auf der Stras­se” lagen. Eini­ge die­ser Orga­ni­sa­tio­nen arbei­ten in hohem Maße mit eige­nen “Ehren­amt­li­chen”. In der Flücht­lings­be­treu­ung kom­men sie damit aber nicht aus, für bezahl­te Stel­len will die öffent­li­che Hand ungern Geld locker machen. Letzt­lich sind die staat­li­chen Stel­len hier die “Sys­tem­schma­rot­zer”: Sie wäl­zen ihre Pflicht­auf­ga­ben ab auf frei­wil­lig Hel­fen­de, die teils jetzt schon seit Mona­ten über die Erschöp­fungs­gren­ze hin­aus ackern. Das tun sie vol­ler mensch­li­chem Enga­ge­ment, auf eine Wei­se, die sie aus der Zivil­ge­sell­schaft gewohnt sind, und in Berei­chen, die sie für ein men­schen­wür­di­ges Leben für not­wen­dig hal­ten. Die grund­sätz­li­che men­schen­wür­di­ge Exis­tenz­si­che­rung hat gefäl­ligst von all­ge­mein staat­li­cher Sei­te gut orga­ni­siert zu erfol­gen. Die­ses freie und selbst­be­stimm­te Han­deln der Men­schen war schon den Diens­ten beim “train-of hope” in Dort­mund ein Dorn im Auge (“Ihr seid so schlecht kon­trol­lier­bar”). Berich­te von Pro­ble­men zwi­schen auto­ri­tä­res Han­deln gewohn­ten Orga­ni­sa­tio­nen und frei­wil­lig Hel­fen­den sind aus der gan­zen Repu­blik zu ver­neh­men.Kom­men­tar von Nor­bert Herr­mann vom 26. Novem­ber 2015. Sie­he dazu die Lek­tü­re-Emp­feh­lun­gen und wei­te­re Infor­ma­tio­nen:

  • Geför­der­te Abzo­cke: Rech­nungs­prü­fer kri­ti­sie­ren Wucher­mie­ten für die Unter­brin­gung Geflüch­te­ter New
    “Zu vie­le Per­so­nen in engen Woh­nun­gen zu hor­ren­den Mie­ten: Mit der Woh­nungs­not kön­nen Ver­mie­ter in der Bun­des­re­pu­blik auf Kos­ten Geflüch­te­ter viel Geld ver­die­nen. Das monier­te der Bun­des­rech­nungs­hof (BRH) in einer Stel­lung­nah­me im Rah­men einer Anhö­rung im Haus­halts­aus­schus­ses des Bun­des­ta­ges am Mon­tag, die jW vor­liegt. Danach »lagen bei den Kos­ten der Unter­kunft (KdU) für Geflüch­te­te die Gebüh­ren (die kom­mu­na­le Trä­ger zu zah­len hat­ten, Anm. jW) häu­fig weit über den orts­üb­li­chen Mie­ten für Wohn­räu­me ver­gleich­ba­rer Grö­ße – oft mehr als 100 Pro­zent«, heißt es dar­in. Die­ses Geschäfts­mo­dell von Woh­nungs­ei­gen­tü­mern ist nicht neu. So sprach der Flücht­lings­rat Nie­der­sach­sen im April 2019 von »Abzo­cke«. Dort waren für ein Bett in einer Gemein­schafts­un­ter­kunft pro Tag und Kopf zwi­schen 13 und knapp 27 Euro fäl­lig. Bereits 2015 ließ die Stadt Mag­de­burg teu­re Wohn­con­tai­ner für Geflüch­te­te errich­ten. Die Eigen­tü­me­rin Lorenz­quar­tier GmbH erhielt 480 Euro für ein mit zwei Per­so­nen beleg­tes 18-Qua­drat­me­ter-Zim­mer (sie­he jW vom 27.4.2015). Damals ver­tei­dig­te die Stadt Mag­de­burg ihr Vor­ge­hen damit, dass sie Offer­ten mit weit höhe­ren Prei­sen erhal­ten habe und irgend etwas anbie­ten müs­se. Das Pro­blem endet nicht bei den sat­ten Gewin­nen für Ver­mie­ter auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler. Erzie­len Geflüch­te­te Ein­kom­men, müs­sen sie sich an den Wucher­mie­ten selbst betei­li­gen. Zudem taucht die Miet­sum­me auch in den Leis­tungs­be­schei­den für Asyl­su­chen­de auf, was von Rechts­po­pu­lis­ten und Neo­na­zis immer wie­der für Pro­pa­gan­da miss­braucht wur­de. Denn Hartz-IV-Bezie­her bekom­men oft nur einen Bruch­teil die­ser Sum­me für ihre Mie­te zuge­bil­ligt. (…) Hier hal­ten die Kom­mu­nen die Ober­gren­zen mög­lichst nied­rig, um Aus­ga­ben zu spa­ren…” Arti­kel von Sus­an Bonath in der jun­gen Welt vom 8. Sep­tem­ber 2020 externer Link
  • 622 Euro für 12m² Flücht­lings­heim – wie Kom­mu­nen Asyl­be­wer­ber mit Wucher-Mie­ten abzo­cken 
    “Flücht­lin­ge mit eige­nem Ein­kom­men wer­den von den Kom­mu­nen an ihren Wohn­kos­ten betei­ligt. (…) Die Ver­wal­tung nennt sie „Fehl­be­le­ger“. Und bit­tet sie per Gebüh­ren­sat­zung zur Kas­se: aner­kann­te Flücht­lin­ge, die auf dem Woh­nungs­markt kei­ne Blei­be fin­den und des­halb wei­ter in den Gemein­schafts­un­ter­künf­ten leben. Meh­re­re Hun­dert Euro für einen Schlaf­platz im Vier-Bett-Zim­mer sind kei­ne Sel­ten­heit. Zah­len, wie vie­le Per­so­nen bun­des­weit davon betrof­fen sind, gibt es nicht. „Die­ses Span­nungs­feld ist nicht neu“, sag­te Bernd Meso­vic, Lei­ter der Abtei­lung Rechts­po­li­tik bei Pro Asyl, dem „Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst“. Vie­le Kom­mu­nen „knöp­fen den Flücht­lin­gen echt viel Geld ab“. Grund­la­ge sei­en die Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­set­ze der Län­der, gegen die es recht­lich kaum eine Hand­ha­be gebe. Meso­vic hält es aber für frag­lich, ob sämt­li­che Betriebs­kos­ten der Flücht­lings­hei­me auf zah­lungs­fä­hi­ge Bewoh­ner umge­legt wer­den soll­ten. Flücht­lings­rä­te for­dern sozi­al­ver­träg­li­che Staf­fe­lun­gen und Abschlä­ge für Fami­li­en mit Kin­dern. (…) Laut Flücht­lings­rat Nie­der­sach­sen ver­langt die Stadt Neu­stadt am Rüben­ber­ge für ein Zim­mer von zwölf Qua­drat­me­tern pro Monat 622 Euro. In Garb­sen bei Han­no­ver ste­hen bis zu 855 Euro in der Gebüh­ren­sat­zung, im nahen Hem­mi­gen gar 930 Euro. Frank­furt am Main ver­langt 710 Euro maxi­mal, ermä­ßigt die Gebüh­ren aber für Schü­ler, Aus­zu­bil­den­de oder Stu­den­ten. (…) „Das Pro­blem besteht in allen Bun­des­län­dern so lan­ge, wie Geflüch­te­te in Unter­künf­ten statt in Woh­nun­gen unter­ge­bracht sind“, sag­te die Ber­li­ner Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin Ulri­ke Hamann dem „Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst“. Das lie­ge am Sys­tem selbst, „denn die Geflüch­te­ten haben kei­ne Miet­rech­te, son­dern sind den undurch­sich­ti­gen Kos­ten, die der Betrei­ber ver­an­schlagt, aus­ge­lie­fert, ohne eige­ne Rech­te gel­tend machen zu kön­nen“…” Bei­trag von Dirk Baas vom 19. August 2019 beim MiGA­ZIN externer Link
  • Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen: Ver­un­treu­ung und Urkun­den­fäl­schung in Sicher­heits­fir­ma einer Flücht­lings­un­ter­kunft 
    “Der Hand­gra­na­ten­an­schlag auf die Sicher­heits­kräf­te einer Flücht­lings­un­ter­kunft Ende Janu­ar 2016 in Vil­lin­gen zieht wei­ter­hin juris­ti­sche Krei­se. Beim Amts­ge­richt in Vil­lin­gen wur­den nun der Geschäfts­füh­rer und zwei Mit­ar­bei­ter einer Sicher­heits­fir­ma wegen Vor­ent­hal­tens und Ver­un­treu­ung von Arbeits­ent­gelt sowie Urkun­den­fäl­schung ver­ur­teilt. Auf­ge­deckt wur­den die Delik­te vor allem des­halb, weil im Zuge des Anschlags wei­te­re Ermitt­lun­gen zu den ein­ge­setz­ten Sicher­heits­fir­men ein­ge­lei­tet wur­den. (…) Im Mit­tel­punkt steht dabei der 42-jäh­ri­ge Geschäfts­füh­rer aus Donau­eschin­gen. Er war der­je­ni­ge, von dem offen­bar die kri­mi­nel­le Ener­gie aus­ging. Dank der Fäl­schung meh­re­rer Doku­men­te grün­de­te er zunächst das Unter­neh­men, bei dem die bei­den wei­te­ren Ange­klag­ten (sie woh­nen im Kreis­ge­biet sowie in Stutt­gart) als Per­so­nal­ma­na­ger und Lohn­buch­hal­ter mit im Boot waren. Was dann zwi­schen Dezem­ber 2015 und Febru­ar 2016 folg­te, gehört schließ­lich in die Kate­go­rie Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät: Sozi­al­ver­si­che­rungs­be­trä­ge wur­den vor­en­hal­ten, beim Haupt­un­ter­neh­men rech­ne­te man Arbeits­stun­den ab, die gar nicht geleis­tet wur­den, und dar­über hin­aus zwack­te man über frei erfun­de­ne Mit­ar­bei­ter wei­te­re Löh­ne ab. Zudem wur­den fal­sche Sach­kun­de­nach­wei­se, die für die Sicher­heits­mit­ar­bei­ter obli­ga­to­risch sind, genutzt, um wei­te­re Secu­ri­ty­kräf­te ein­set­zen zu kön­nen. (…) Wäh­rend der Geschäfts­füh­rer zu einer Frei­heits­stra­fe von einem Jahr und sechs Mona­ten auf Bewäh­rung ver­ur­teilt wur­de (zudem wur­den 33 000 Euro des Scha­dens ein­ge­zo­gen), kamen die Mit­strei­ten mit jeweils mit einer sechs­mo­na­ti­gen Frei­heits­stra­fe – eben­falls auf Bewäh­rung – davon. Alle drei müs­sen dar­über hin­aus wäh­rend der Bewäh­rungs­zeit monat­li­che Scha­dens­er­satz­zah­lun­gen leis­ten.” Mel­dung von Marc Eich vom 15. Febru­ar 2019 beim Schwarz­wäl­der Boten online externer Link
  • Flücht­lings­un­ter­künf­te in Königs­ho­fen und in Lau­da: Teu­rer Wach-Ein­satz steht in der Kri­tik 
    “…Bür­ger­meis­ter Tho­mas Maer­tens gerät in der Dis­kus­si­on um einen zwei­ein­halb­mo­na­ti­gen und rund 230 000 Euro teu­ren Ein­satz eines Secu­ri­ty-Diens­tes in den bei­den Flücht­lings­un­ter­künf­ten in Königs­ho­fen und in Lau­da unter Druck. Sowohl die Poli­zei (…) als auch ein Groß­teil des Gemein­de­rats stuft den Ein­satz „als völ­lig über­trie­ben“ ein. Eini­ge Stadt­rä­te wer­fen dem Bür­ger­meis­ter dar­über hin­aus vor, unge­ach­tet der Ein­schät­zung der Gefah­ren­la­ge durch die Poli­zei, in der bis­he­ri­gen Debat­te stets ein ver­zerr­tes Bild der tat­säch­li­chen Situa­ti­on gezeich­net und dadurch Ängs­te in der Bevöl­ke­rung geschürt zu haben. Im Gemein­de­rat hät­te sei­ne Dar­stel­lung dazu geführt, dass sich schließ­lich eine knap­pe Mehr­heit für die Frei­ga­be der Finanz­mit­tel gefun­den hät­te…” Bei­trag von Tho­mas Schrei­ner vom 9. Febru­ar 2019 bei den Frän­ki­schen Nach­rich­ten online externer Link
  • 300 Euro für Koje: Kla­gen über Flücht­lings­un­ter­kunft in Schwelm
    “… Mous­sa Kei­ta kommt aus Gui­nea. Ihn nervt das Leben im Flücht­lings­heim. “Man kann nicht rein oder raus, ohne dass man sich beim Sicher­heits­dienst mel­den muss.” Er kom­me sich vor wie in einem Gefäng­nis. Über die Zustän­de in der Flücht­lings­un­ter­kunft in Schwelm hat sich Kei­ta gemein­sam mit den ins­ge­samt 20 Bewoh­nern in einem offe­nen Brief bei der Bür­ger­meis­te­rin Gabrie­le Groll­mann beschwert. (…) Außer­dem kon­trol­liert der Sicher­heits­dienst die Zim­mer – auch nachts. Für Moham­mad Rezai ist das beson­ders hart. Er hat einen Job in einer Fabrik und muss früh auf­ste­hen. Aber schla­fen kann er so nur schlecht. (…) Fast 300 Euro zahlt Rezai für sei­ne Koje, für Strom, Was­ser und für den Sicher­heits­dienst. Die Stadt legt die Kos­ten um. “Ein übli­ches Ver­fah­ren“, sagt Bir­git Nau­joks vom Flücht­lings­rat NRW. “Auch die beeng­te Unter­brin­gung ist nor­mal in NRW.” Mit Hil­fe des Wup­per­ta­ler Flücht­lings­netz­werks “Kara­wa­ne” haben die Bewoh­nen des­we­gen Mit­te Janu­ar den offe­nen Brief an die Stadt ver­fasst, in dem sie die Miss­stän­de anpran­gern. (…)Die Stadt ärger­te sich über den Brief. (…) Viel ändern kön­ne die Stadt ohne­hin nicht. Viel­leicht wer­de es ein biss­chen mehr Platz geben, viel­leicht auch ein biss­chen mehr Ruhe. Aber, sagt die Stadt, es sei­en eben Flücht­lings­un­ter­künf­te.” Bericht von Mal­te Lin­de vom 22. Janu­ar 2019 beim WDR Wup­per­tal externer Link (Video­län­ge: 2:47 Min., ver­füg­bar bis zum 22. Janu­ar 2020
  • Ein Bil­lig­hei­mer wird seit Jah­ren für die Betreu­ung von Flücht­lin­gen enga­giert – die Skan­da­le gefähr­den aber nicht das Geschäfts­mo­dell 
    “Das Esse­ner Unter­neh­men Euro­pean Home­ca­re (EHC) ist Deutsch­lands füh­ren­der Betrei­ber von Flücht­lings­hei­men. Wie­der ein­mal steht die Fir­ma am Pran­ger, weil Unre­gel­mä­ßig­kei­ten bei der Abrech­nung, schlam­pi­ge Bele­gungs­lis­ten, man­gel­haf­te Hygie­ne beim Essen und unkor­rek­te Impf-Doku­men­ta­tio­nen bekannt wur­den. Dazu feh­len­des Per­so­nal als Dau­er­zu­stand, mit der Fol­ge, dass Soll-Schich­ten zum Teil um Dut­zen­de Mit­ar­bei­ter unter­schrit­ten und die zwin­gend vor­ge­schrie­be­nen weib­li­chen Sozi­al­be­treu­er nicht ein­ge­setzt waren. Wie­der ein­mal ist auch die Rede von Miss­hand­lun­gen der Flücht­lin­ge durch die Sicher­heits­kräf­te. (…) Annä­hernd jede zwei­te der 48 Straf­an­zei­gen gegen das Wach­per­so­nal in Flücht­lings­hei­men in NRW betrifft die Ein­rich­tung für Asyl­be­wer­ber in Dort­mund-Hach­e­ney. Hier­bei han­delt es sich um Anzei­gen wegen Kör­per­ver­let­zung, zum Teil auch schwe­rer Kör­per­ver­let­zung und Nöti­gung gegen Ange­hö­ri­ge der Sicher­heits­fir­ma, die vom Betrei­ber der Ein­rich­tung Euro­pean Home­ca­re ein­ge­setzt ist. Es ist von einer hohen Dun­kel­zif­fer der Straf­ta­ten gegen die Flücht­lin­ge in die­ser Erst­auf­nah­me-Ein­rich­tung aus­zu­ge­hen, da es sich hier um eine sehr gro­ße Durch­gangs­ein­rich­tung han­delt, in der eine hohe Fluk­tua­ti­on statt­fin­det und nur ein kurz­fris­ti­ger Auf­ent­halt der Men­schen vor­ge­se­hen ist. Aber nicht im Dun­keln dürf­ten die Abläu­fe hin­ter den Mau­ern lie­gen, da doch Fach­kräf­te der Wohl­fahrts­ver­bän­de und der Stadt Dort­mund dort regel­mä­ßig vor Ort sind und die Asyl­ver­fah­rens­be­ra­tung anbie­ten. Bereits Anfang 2013 gab es die ers­ten Anzei­gen und ein­ge­lei­te­te Ver­fah­ren gegen die Sicher­heits­kräf­te…” Bei­trag vom 25. Okto­ber 2018 vom und beim Gewerk­schafts­fo­rum Dort­mund externer Link
  • Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof: “Mie­ten” in Asyl­un­ter­künf­ten sind ungül­tig 
    “Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat die Wohn­ge­büh­ren, die von Flücht­lin­gen in Asyl­un­ter­künf­ten ver­langt wer­den, für ungül­tig erklärt. Bis­her müs­sen Flücht­lin­ge, sobald sie arbei­ten und die Unter­kunft eigent­lich ver­las­sen dür­fen, aber kei­ne Woh­nung fin­den, eine Art Mie­te bezah­len. Blei­ben Flücht­lin­ge, nach­dem sie eine Arbeits­er­laub­nis erhal­ten haben, in einer Gemein­schafts­un­ter­kunft woh­nen, gel­ten sie als soge­nann­te Fehl­be­le­ger und müs­sen in den Mehr­bett­zim­mern eine Art Mie­te bezah­len. 278 Euro pro Kopf und Monat sind das in Bay­ern. Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat nun aller­dings nicht geklärt, ob die Gebühr zu hoch ist, son­dern die Rich­ter haben ledig­lich bemän­gelt, dass für die Mie­ten in den Unter­künf­ten kei­ne ord­nungs­ge­mä­ße Kal­ku­la­ti­on vor­liegt. (…) Das Gericht hat in sei­nem Urteil ins­be­son­de­re klar­ge­stellt, dass bei der Berech­nung der Miet­ge­bühr Per­so­nal­kos­ten nicht mit­ein­be­zo­gen wer­den dür­fen – wie sie etwa bei der Betreu­ung der Bewoh­ner, der Bewa­chung der Unter­künf­te oder für die Ver­wal­tung anfal­len. Auch für Über­ka­pa­zi­tä­ten dür­fen die Flücht­lin­ge nicht zur Kas­se gebe­ten wer­den…” Mit­tei­lung von Chris­ti­na Lutz vom 17. Mai 2018 bei BR24 online externer Link
    • Baye­ri­scher Flücht­lings­rat externer Link zum Urteil externer Link : „Der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat begrüßt das Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs gegen die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung, die ohne rea­le Berech­nungs­grund­la­ge Phan­ta­sie­ge­büh­ren erhebt, Erwerbs­ein­kom­men von Flücht­lin­gen abschöpft und die Sozi­al­leis­tungs­kas­sen schröpft. Das Gericht schiebt der staat­li­chen Abzo­cke von Asyl­su­chen­den in Bay­ern einen Rie­gel vor. Der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat for­dert die Staats­re­gie­rung auf, die zu Unrecht kas­sier­ten Unter­kunfts­ge­büh­ren zurück­zu­er­stat­ten und end­lich huma­ne Min­dest­stan­dards für die Unter­brin­gung zu erlas­sen und umzu­set­zen“.
  • Es gibt (auch in der CDU) Kräf­te, die für mehr Flücht­lings­auf­nah­men sind. 40 Hotel­be­sit­ze­rIn­nen in Köln zum Bei­spiel 
    Im Streit um die Unter­brin­gung Geflüch­te­ter in einem Köl­ner Hotel einer CDU-Poli­ti­ke­rin haben deren Anwäl­te Vor­wür­fe zurück­ge­wie­sen und vor einer Hetz­kam­pa­gne gewarnt. „Die Initia­ti­ve für den Ver­trags­ab­schluss ging dabei im Wesent­li­chen von der Stadt aus“, teil­ten die Anwäl­te in einem Schrei­ben am Mon­tag­abend mit. Ihre Man­dan­tin sei seit 2015 von den Ver­ant­wort­li­chen der Stadt Köln wie­der­holt dar­um gebe­ten wor­den, ihr Hotel zur Ver­fü­gung zu stel­len. Dem sei sie zwei Jah­re lang nicht nach­ge­kom­men, habe das Hotel mit erheb­li­chem finan­zi­el­len Auf­wand reno­vie­ren las­sen. „Als dann Anfang des Jah­res 2017 die Stadt Köln erneut mit der Anfra­ge der Unter­brin­gung von Flüch­ten­den an unse­re Man­dan­tin her­an­trat und ihr sei­tens der Stadt zur Absi­che­rung ihrer Inves­ti­tio­nen ein Ver­trag mit einer fes­ten Lauf­zeit von sie­ben Jah­ren ange­bo­ten wur­de, hat sie im Juni 2017 einen ent­spre­chen­den Ver­trag mit der Stadt geschlos­sen.“ Die Hotel­be­trei­be­rin sei eine von 25 Bei­geord­ne­ten im Vor­stand des CDU-Kreis­ver­ban­des. Sie habe sich im Zuge des an sie her­an­ge­tra­ge­nen Ange­bots zur Flücht­lings-Unter­brin­gung weder ihre poli­ti­schen Kon­tak­te zunut­ze gemacht noch sei­en die Umstän­de, die zu dem Ver­trags­ab­schluss führ­ten, auch nur ansatz­wei­se recht­lich zu bean­stan­den. „Da sich unse­re Man­dan­tin nichts vor­zu­wer­fen hat, wird sie auch von ihren poli­ti­schen Ehren­äm­tern nicht zurück­tre­ten“, beton­ten die Anwäl­te. Sie sei nur eine von über 40 Hotel­be­trei­bern, mit denen die Stadt Köln ver­gleich­ba­re Ver­trä­ge geschlos­sen habe“ – aus der dpa-Mel­dung „Mil­lio­nen­ver­trag mit Lokal­po­li­ti­ke­rin“ hier am 17. April 2018 bei der taz externer Link, wor­in deut­lich wird, dass der „Skan­dal“ die Regel ist… Sie­he dazu zwei wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge:
    • „Streit um Hotel­ver­trag in Köln“ am 18. April 2018 in neu­es deutsch­land externer Link fügt dem hin­zu: „Die Köl­ner CDU will die Betrei­be­rin des Hotels jedoch nicht län­ger in ihrer Spit­ze dul­den. Man erwar­te, dass sie von ihrem Vor­stands­amt zurück­tre­te, hieß es in einer Mit­tei­lung des Par­tei­vor­stan­des, die auf der Inter­net­sei­te der Köl­ner CDU ver­öf­fent­licht wur­de. Es wer­de wei­te­re Auf­klä­rung in der Sache durch das Rech­nungs­prü­fungs­amt erwar­tet. Dabei müs­se das gesam­te Ver­fah­ren der Flücht­lings­un­ter­brin­gung und die Hand­ha­bung der Ver­trags­mo­da­li­tä­ten über­prüft wer­den“.
    • „Flücht­lings­ho­tel: Köl­ner CDU ver­langt Rück­tritt von Horitz­ky“ zuletzt am 17. April 2018 bei WDR 1 externer Link zur Sit­zung des CDU Vor­stan­des in Köln zum The­ma: „Am Mon­tag­abend (16.04.2018) war der Fall Horitz­ky The­ma bei der CDU-Vor­stands­sit­zung. Der Köl­ner CDU-Par­tei­chef Bernd Petel­kau teil­te anschlie­ßend mit, dass der Par­tei­vor­stand den Rück­tritt Horitz­kys von ihrem Amt for­de­re. Man habe gemein­sam beschlos­sen, “Frau Horitz­ky zu bit­ten, Kon­se­quen­zen zu zie­hen”. Andrea Horitz­ky wei­ge­re sich jedoch, vom Vor­stands­pos­ten zurück­zu­tre­ten. Die Geschäf­te sei­en in ihren Augen regu­lär gelau­fen, daher gebe es für sie kei­nen Grund für einen Rück­tritt, so Petel­kau. Vor mehr als einer Woche war bekannt gewor­den, dass Andrea Horitz­ky Zim­mer in ihrem Hotel in Köln-Dell­brück an Flücht­lin­ge ver­mie­tet und damit knapp 30.000 Euro pro Monat von der Stadt kas­siert. Und das, obwohl die Köl­ner CDU sich wegen der hohen Kos­ten seit lan­gem gegen die Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen in Hotels aus­spricht. (…) Beson­ders pikant: Der Ver­trag läuft über sie­ben Jah­re und soll unkünd­bar sein. Horitz­ky wür­de also rund 2,7 Mil­lio­nen Euro ver­die­nen kön­nen“.
  • Euro­pean Home­ca­re: Deutsch­lands größ­ter Flücht­lings­heim­be­trei­ber macht glän­zen­de Geschäf­te 
    “… Deutsch­lands größ­ter Flücht­lings­heim­be­trei­ber trotzt dem Rück­gang der Asyl­be­wer­ber­zah­len: Der Esse­ner Mit­tel­ständ­ler Euro­pean Home­ca­re hat im Jahr 2016 sei­nen Umsatz um 56 Pro­zent auf 277 Mil­lio­nen Euro gestei­gert. Der Gewinn stieg im Ver­gleich zum Vor­jahr um knapp 27 Pro­zent auf 32 Mil­lio­nen Euro. Das geht aus der Bilanz her­vor, die Euro­pean Home­ca­re (EHC) im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger ver­öf­fent­licht hat. (…) Wie pro­fi­ta­bel der Betrieb von Flücht­lings­hei­men ist, zeigt sich an der Eigen­ka­pi­tal­ren­di­te, die das Unter­neh­men erwirt­schaf­tet hat: Sie liegt je nach Berech­nungs­me­tho­de zwi­schen 67 Pro­zent und über 100 Pro­zent. Damit hat Euro­pean Home­ca­re für jeden Euro ein­ge­setz­tes Kapi­tal einen Euro Gewinn erwirt­schaf­tet. Die Zustän­de in den Hei­men von Euro­pean Home­ca­re hat­ten in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der für Schlag­zei­len gesorgt: 2014 wur­de bekannt, dass Mit­ar­bei­ter einer exter­nen Sicher­heits­fir­ma in einer EHC-Unter­kunft in Bur­bach einen Flücht­ling schwer miss­han­del­ten. Damals ermit­tel­te die Staats­an­walt­schaft auch gegen Fir­men­chef Kor­te per­sön­lich. Schlä­ge­rei­en und schlech­te Hygie­ne­zu­stän­de wur­den in ande­ren EHC-Hei­men öffent­lich. Zudem wur­den Details aus beson­ders teu­ren Ver­trä­gen von Euro­pean Home­ca­re mit ein­zel­nen, von der Flücht­lings­kri­se stark betrof­fe­nen Kom­mu­nen bekannt: Wie das Han­dels­blatt berich­te­te, zahl­te die Stadt Essen für tau­sen­de, in Zel­ten unter­ge­brach­te Flücht­lin­ge eine monat­li­che Pau­scha­le von über 1700 Euro pro Kopf. Dem rasan­ten Wachs­tum des Unter­neh­mens taten die Schlag­zei­len jedoch kei­nen Abbruch…” Bei­trag von Jakob Blu­me vom 3. April 2018 beim Han­dels­blatt online externer Link
  • Flücht­lin­ge in Hes­sen: Teu­res Bett im Asyl­heim 
    Flücht­lin­ge, die Geld ver­die­nen, sol­len im Main-Tau­nus-Kreis fast 400 Euro im Monat für einen Schlaf­platz zah­len. Dage­gen regt sich Pro­test. Zwei gro­ße Metall­stock­bet­ten ste­hen auf dem Platz vor dem Hof­hei­mer Land­rats­amt. „398 Euro pro Bett im Monat“ steht auf Trans­pa­ren­ten, die jun­ge Män­ner in den Hän­den hal­ten. Zusam­men mit ehren­amt­li­chen Hel­fern sind die afgha­ni­schen Flücht­lin­ge am Mon­tag in die Main-Tau­nus-Kreis­stadt gekom­men, um gegen die neue Gebüh­ren­sat­zung für Gemein­schafts­un­ter­künf­te zu pro­tes­tie­ren, die das Kreis­par­la­ment an die­sem Nach­mit­tag beschlie­ßen soll. 398 Euro wer­den dann pro Schlaf­platz in einem Mehr­bett­zim­mer fäl­lig, dop­pelt so viel wie bis­her. (…) Vor allem steht die Fra­ge im Raum, wer die laut neu­er Gebüh­ren­sat­zung dop­pelt so hohen Wohn­kos­ten für Flücht­lin­ge über­nimmt, die bereits Arbeit gefun­den haben und selbst für ihre Unter­brin­gung bezah­len sol­len. „198 Euro im Monat sind o.k. Aber fast 400 Euro, das ist zu viel“, sagt Akbar U. Der 21-jäh­ri­ge Afgha­ne ver­dient 1100 Euro net­to bei einer Krifte­ler Kar­ton­fa­brik. So wie ihm geht es fast allen Flücht­lin­gen, die zur Demons­tra­ti­on nach Hof­heim gekom­men sind…” Arti­kel von Andrea Rost vom 07.3.2018 in der FR online externer Link
  • So viel zah­len Flücht­lin­ge in Born­heim für Wohn­raum im Con­tai­ner
    “… 20,60 Euro pro Qua­drat­me­ter – für eine schi­cke Pent­house­woh­nung im Zen­trum von Düs­sel­dorf wäre die­ser Miet­preis wohl nicht unrea­lis­tisch. Gera­de­zu unglaub­lich ist der Betrag, wenn er von einem Flücht­ling für sei­ne Con­tai­ner­blei­be oder für eine von der Stadt ange­mie­te­te Woh­nung ver­langt wird. Für die­je­ni­gen, die noch kei­ne Arbeits­stel­le gefun­den haben, ist dies nicht rele­vant – denn für sie über­nimmt das Job­cen­ter die Kos­ten für die Unter­kunft. Umso hef­ti­ger trifft es indes Flücht­lin­ge, die eigent­lich in der glück­li­chen Situa­ti­on sind, einen Job gefun­den zu haben und end­lich ihr eige­nes Geld ver­die­nen. „Doch was nützt das, wenn bei­spiels­wei­se eine fünf­köp­fi­ge Fami­lie etwa 1500 Euro ver­die­nen müss­te, um sich ihre Unter­kunft in einem Con­tai­ner leis­ten zu kön­nen“, fragt die stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Born­hei­mer Flücht­lings­hil­fe, Isa­bel­le Lütz…” Bei­trag von Son­ja Weber vom 1. Febru­ar 2018 beim Bon­ner Gene­ral-Anzei­ger externer Link
  • Frist von 24 Stun­den: Heim­be­trei­ber Gier­so setzt über hun­dert Geflüch­te­te vor die Tür 
    “… Die Gier­so setz­te alle Bewoh­ner aus ihren Unter­künf­ten vor die Tür, die über das Lan­des­amt für Flücht­lin­ge (LAF) dort unter­ge­bracht wor­den waren. Betrof­fen waren 120 Men­schen, die in der Renn­bahn­stra­ße, der Soor­stra­ße in Char­lot­ten­burg und der Staa­ke­ner Stra­ße in Span­dau wohn­ten. Hin­ter­grund ist ein kom­pli­zier­ter Rechts­streit zwi­schen der Fir­ma Gier­so und dem Lan­des­amt. Es geht um viel Geld, mehr als eine Mil­li­on Euro, auf die die Fir­ma Ansprü­che anmel­det, wäh­rend die Behör­de die For­de­run­gen für unan­ge­mes­sen hält. Es gab schon in frü­he­ren Jah­ren Schwie­rig­kei­ten. Das Land warf der Gier­so vor, über­höh­te Rech­nun­gen zu stel­len und nicht erbrach­te Leis­tun­gen in Rech­nung zu stel­len. Im Okto­ber wur­den des­halb Akten von der Staats­an­walt­schaft beschlag­nahmt. (…) „Aus­ge­tra­gen wird es auf dem Rücken der Bewoh­ner“, sagt Sven-Erik Kratz, ein Unter­neh­mer, der sich als frei­wil­li­ger Hel­fer um eine Fami­lie aus dem Irak in der Renn­bahn­stra­ße küm­mert…” Arti­kel von Julia Haak vom 29. Dezem­ber 2017 bei der Ber­li­ner Zei­tung online externer Link
  • Par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge in NRW: Rotes Kreuz zahlt Beschäf­tig­ten in Asyl­un­ter­künf­ten zu wenig 
    Als Betrei­ber zahl­rei­cher Flücht­lings­un­ter­künf­te des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len zahlt das Deut­sche Rote Kreuz an sei­ne Beschäf­tig­ten offen­bar bis­her kei­ne ange­mes­se­nen Tarif­ge­häl­ter. NRW-Flücht­lings­mi­nis­ter Joa­chim Stamp (FDP) erklär­te am Mitt­woch auf eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge der SPD, dass bei den DRK-Betreu­ungs­diens­ten auf­grund “der nicht­ein­kal­ku­lier­ten finan­zi­el­len Belas­tun­gen” kei­ne sofor­ti­ge und voll­stän­di­ge Umstel­lung auf den soge­nann­ten “Reform­ta­rif” erfol­ge. (…) Der­zeit kön­ne das Land in die­sem Kon­flikt nur als Mitt­ler zwi­schen dem DRK und der Gewerk­schaft ver­di auf­tre­ten. Die Gewerk­schaft zeig­te sich über die Ent­loh­nungs­prak­ti­ken des DRK in Lan­des­ein­rich­tun­gen empört.” Mel­dung vom 22. Novem­ber 2017 bei RP online externer Link
  • [Stu­die] EU för­dert: Geschäf­te mit der Not von Flücht­lin­gen
    Die­se Stu­die schil­dert zum Teil scho­ckie­ren­de Bei­spie­le des Geschäfts mit Flücht­lin­gen in Euro­pa und der Fol­gen des Pro­fit­drucks. Bei­spie­le aus Groß­bri­tan­ni­en, wo die Pri­va­ti­sie­rung des Asyl­sys­tems stark aus­ge­prägt ist und an die Gefäng­nis­in­dus­trie der Ver­ei­nig­ten Staa­ten erin­nert; aus Ita­li­en, wel­ches ein Public-Pri­va­te-Part­ners­hip (PPP) Modell anwen­det und wo die Ver­stri­ckung der Mafia in das Geschäft mit den Flücht­lin­gen auf­ge­deckt wur­de; oder aus Frank­reich, wo eine Bau­fir­ma undo­ku­men­tier­te Migran­ten zum Bau einer Abschie­be­ein­rich­tung anheu­er­te, in der die­sel­ben Migran­ten spä­ter bis zu ihrer Abschie­bung inter­niert wur­den, beleuch­ten die aktu­el­len Fehlentwicklungen.Darüber hin­aus illus­triert der Bericht auch die poli­ti­schen Kon­se­quen­zen, die die Pri­va­ti­sie­rung der Flücht­lings­ver­sor­gung nach sich zieht. Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen (NROs) wer­den teil­wei­se koop­tiert, die ver­ant­wort­li­chen staat­li­chen Behör­den steh­len sich aus ihrer Ver­ant­wor­tung für ihre eige­ne Poli­tik, und NROs ver­nach­läs­si­gen im Wett­be­werb um Auf­trä­ge ihre eige­nen Ansprü­che“ – aus dem Bei­trag „Ein flo­rie­ren­des Geschäft“ im Novem­ber 2017 bei der Rosa Luxem­burg Stif­tung externer Link: Die Vor­stel­lung der Stu­dieDie Inter­nie­rung von Migrant*innen in der EU“ von Lydie Arbo­gast (Her­aus­ge­ge­ben vom Brüs­se­ler Büro der Stif­tung) auf die im Vor­stel­lungs­bei­trag auch ver­linkt ist.
  • Wie Land­rä­te in NRW mit Abschie­bun­gen Geld ver­die­nen könn­ten: Sie for­dern, den Flug­ha­fen Pader­born-Lipp­stadt zum zen­tra­len Ort für Abschie­bun­gen zu machen 
    “… Wenn die einen nicht mehr rei­sen wol­len, muss man die ande­ren eben dazu zwin­gen. Der Flug­ha­fen Pader­born-Lipp­stadt war ein beson­ders belieb­ter Abflugs­ort für Tür­kei-Tou­ris­ten, aber nach den vie­len Anschlä­gen und den Fest­nah­men seit dem Putsch­ver­such flie­gen die lie­ber nach Mal­lor­ca. Der Flug­ha­fen hat die nied­rigs­ten Pas­sa­gier­zah­len seit 20 Jah­ren. Nun haben sich die Land­rä­te der Regi­on eine Lösung für das Pro­blem aus­ge­dacht: Sie wol­len die Pas­sa­gie­re in noch viel schlim­me­re Kri­sen­re­gio­nen flie­gen – und das not­falls in Hand­schel­len. Marok­ka­ner, Afgha­nen und Tune­si­er sol­len künf­tig von dem Pro­vinz­flug­ha­fen in ihre Hei­mat­län­der abge­scho­ben wer­den. Das zumin­dest ist der Plan von sie­ben Land­rä­ten in Ost­west­fa­len-Lip­pe (OWL) und dem Ober­bür­ger­meis­ter von Bie­le­feld. “Da wit­tert man eine Chan­ce für die Regi­on, ein Geschäft mit Geflüch­te­ten”, kri­ti­siert die Vor­sit­zen­de der gemein­sa­men Frak­ti­on von Lin­ken und Pira­ten im Stadt­rat Pader­born, Sabi­ne Mar­ti­ny, in einem State­ment. “Es wird damit gewor­ben, Abschie­bung schnel­ler und leich­ter mög­lich zu machen.” Und genau das ist auch das Ziel. Die Land­rä­te und der Ober­bür­ger­meis­ter wol­len, dass an dem Flug­ha­fen mehr Zwangs­ab­schie­bun­gen statt­fin­den, und haben des­halb der Lan­des­re­gie­rung einen Brief geschrie­ben, der VICE vor­liegt…” Bei­trag von Fre­de­rik See­ler und Nora Kol­hoff vom 17. August 2017 bei VICE externer Link
  • Für ein Dach über dem Kopf
    Die Ver­flech­tung von Kom­merz und huma­ni­tä­rer Hil­fe wird immer enger. An Geflüch­te­ten ver­die­nen die Logis­tik- und Möbel­in­dus­trien glän­zend. (…) „Das ist ein rie­si­ges Geschäfts­feld. Man­che nen­nen es Hil­fe-Indus­trie. Da geht es jähr­lich um min­des­tens 25 Mil­li­ar­den Euro. Natür­lich ver­die­nen die Unter­neh­men dar­an, und sie kön­nen ihre Effi­zi­enz unter Beweis stel­len“, erklärt Ben Par­ker, der bis 2013 das Uno­cha (United Nati­ons Office for the Coor­di­na­ti­on of Human Affairs) in Syri­en und Ost­afri­ka gelei­tet hat. (…) „Um die Effi­zi­enz zu erhö­hen, orga­ni­sie­ren wir jetzt Part­ner­schaf­ten mit der Pri­vat­wirt­schaft“, erklärt UNHCR-Spre­che­rin Melis­sa Fle­ming in Genf. „Damit pro­fes­sio­na­li­sie­ren wir in gewis­ser Wei­se unse­re Arbeit. Der huma­ni­tä­re Sek­tor ist ein­fach enorm gewach­sen. Huma­ni­tä­res ­Enga­ge­ment ist heu­te ein rich­ti­ger Beruf.“ Und zwar einer, in dem die Res­sour­cen noto­risch knapp sind. Aus Spar­grün­den hat die Behör­de 2012 das „Inno­va­ti­ons­la­bor“ geschaf­fen, um neue Part­ner­schaf­ten ein­zu­fä­deln: mit Ikea für die Unter­künf­te, mit UPS für die Logis­tik und dem­nächst mit Goog­le für den Schul­un­ter­richt…” Arti­kel von Nico­las Authe­man aus Le Mon­de diplo­ma­tique in der taz online vom 6.6.2017 externer Link
  • [Ber­lin] Neue Betrei­ber für Flücht­lings­hei­me: Der bil­ligs­te Anbie­ter kommt zum Zug
    “In vier Hei­men für Flücht­lin­ge wech­selt nach kur­zer Zeit schon wie­der der Betrei­ber. Ein­zi­ges Kri­te­ri­um für den Zuschlag: der Preis. So lang­sam haben sie sich ken­nen­ge­lernt, die 389 Flücht­lin­ge im Heim in der Heer­stra­ße und ihre Hel­fer. Sozi­al­ar­bei­ter, Betreu­er, Sicher­heits­per­so­nal. Viel Zeit gab es nicht, das frü­he­re Ver­wal­tungs­ge­bäu­de wur­de erst Ende 2016 belegt. Aber jetzt müs­sen sie umden­ken, die­se Flücht­lin­ge. Ab April kom­men neue Erzie­her, neue Sozi­al­ar­bei­ter, neue Hel­fer. Und wenn die Flücht­lin­ge Pech haben, ver­schwin­den auch die­se Hel­fer in ein paar Mona­ten wie­der. Dann steht der nächs­te Per­so­nal­tausch an. „So eine Situa­ti­on wünscht man den Bewoh­nern nicht, das bedeu­tet ja einen Ver­lust an Bezugs­per­so­nen“, sagt Man­fred Nowak, der Vor­stands­vor­sit­zen­de der AWO Mit­te, die seit Jahr­zehn­ten Hei­me betreibt. Ein Betrei­ber­wech­sel steht noch in drei wei­te­ren Hei­men an, auch dort nach nur drei Mona­ten. (…) Ein­zi­ges Kri­te­ri­um für den Zuschlag: der Preis. Der bil­ligs­te Anbie­ter kam zum Zug. Für sechs bezie­hungs­wei­se neun Mona­te, so lan­ge dau­ert der Ver­trag. Dann folgt die kom­pli­zier­te­re, EU-wei­te Aus­schrei­bung für die glei­chen Hei­me…” Bei­trag von Frank Bach­ner vom 18. März 2017 beim Tages­spie­gel online externer Link
  • Das Geschäft der Schwarz­mak­ler: Wie Flücht­lin­ge am Woh­nungs­markt betro­gen wer­den
    Flücht­lin­ge haben schlech­te Chan­cen auf eine Miet­woh­nung, selbst wenn das Amt die Mie­te zahlt. Man­cher­orts hat sich daher ein Schwarz­markt ent­wi­ckelt: Zusam­men mit kor­rup­ten Mit­ar­bei­tern von Woh­nungs­ge­sell­schaf­ten haben sich eini­ge Migran­ten dar­auf spe­zia­li­siert, Lands­leu­ten gegen Schmier­geld güns­ti­ge Woh­nun­gen zuzu­schan­zen. (…) Die Gro­ße Koali­ti­on hat sich bis­her mit die­sem The­ma nicht befasst. Bis­her geht das Geschäft mit Woh­nun­gen wei­ter. Wer recher­chiert, fin­det star­ke Hin­wei­se über­all, in Hal­le, in Kiel und eben auch Ber­lin. In der Haupt­stadt stei­gen die Prei­se unauf­halt­sam. Sprach der Schwarz­mak­ler im Som­mer noch von rund 3.000 Euro, sind es im Novem­ber 5.000 Euro, die im Schnitt ver­langt wer­den. 80 Woh­nun­gen habe er in den ver­gan­ge­nen vier Wochen ver­mit­telt, erzählt der Mann. Macht einen Umsatz von 400.000 Euro, ille­gal und an der Steu­er vor­bei.” Bei­trag von Chris­ti­an Wer­ner und Tarek Khel­lo vom 16. Dezem­ber 2016 beim Deutsch­land­funk externer Link
  • Fir­men blei­ben auf Kos­ten für Flücht­lings­hei­me sit­zen
    Wäh­rend der Flücht­lings­kri­se wur­den mas­sen­wei­se Con­tai­ner und Zel­te auf­ge­stellt. Die Anbie­ter gin­gen häu­fig in Vor­leis­tung. Jetzt wei­gern sich die Behör­den, Rech­nun­gen in Mil­lio­nen­hö­he zu bezah­len. Deutsch­lands Land­krei­se und Kom­mu­nen haben wegen der Flücht­lings­kri­se mas­sen­wei­se Con­tai­ner, Hal­len und zum Teil sogar Zel­te von pri­va­ten Unter­neh­men auf­bau­en las­sen und gemie­tet. Jetzt füh­len sich eini­ge der Unter­neh­mer eige­nen Anga­ben zufol­ge schlecht behan­delt: Rech­nun­gen wür­den zum Teil nicht bezahlt, Con­tai­ner vor Ablauf der Miet­frist zurück­ge­ge­ben. “Wir haben über drei Mil­lio­nen Euro Außen­stän­de bei Kom­mu­nen”, sagt Jür­gen Wowra aus der Geschäfts­füh­rung des Trag­luft­hal­len-Bau­ers Para­net der “Welt am Sonn­tag”. Para­net hat nach Aus­bruch der Flücht­lings­kri­se eige­nen Anga­ben zufol­ge 33 Not­un­ter­künf­te für 12.000 Flücht­lin­ge auf­ge­baut. Zehn wür­den schon wie­der auf­ge­löst. Wowra bezeich­net die Flücht­lings­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung als unstet…” Arti­kel vom 21.8.2016 bei der Welt online externer Link
  • Immer mehr fal­sche Wach­män­ner in Flücht­lings­hei­men
    “Sicher­heits­fir­men war­nen, dass wegen der rie­si­gen Nach­fra­ge zuneh­mend Wach­män­ner mit gefälsch­tem Aus­bil­dungs­nach­weis in Flücht­lings­hei­men arbei­ten. Die unech­ten Doku­men­te gibt es schon für 9,99 Euro…” Arti­kel von Phil­ipp Vet­ter vom 8. Juni 2016 bei die Welt online externer Link
  • Kari­ta­ti­ves Lohn­dum­ping. Deut­sches Rotes Kreuz bezahlt sozia­le Arbeit in Flücht­lings­hei­men nach Hotel- und Gast­stät­ten­ta­rif. Kur­ze Ver­trags­lauf­zei­ten wir­ken ein­schüch­ternd
    “… Das DRK West­fa­len-Lip­pe hat eine Toch­ter­ge­sell­schaft eigens für den Betrieb von Flücht­lings­ein­rich­tun­gen gegrün­det. Und betreibt aus Gewerk­schafts­sicht Lohn­dum­ping. Die Ver­gü­tung für Mit­ar­bei­ter erfolgt nach dem Ent­gelt­ta­rif­ver­trag des Gast­stät­ten- und Hotel­ge­wer­bes (Deho­ga). Das bestä­tigt auch Roland B.* Er arbei­tet in der Ver­wal­tung eines vom DRK betrie­be­nen Flücht­lings­heim in Ost­west­fa­len. Knapp 60 qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter aus Sozi­al­be­ru­fen, aber alle bezahlt nach der Ver­ein­ba­rung fürs Gast­ge­wer­be. Bun­des­weit betreibt das DRK rund 480 Flücht­lings­hei­me mit ins­ge­samt 5.000 fest­an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­tern. Die Ein­grup­pie­rung eines Sozi­al­ar­bei­ters soll dort in die Tarif­grup­pe 8 für 2.628 Euro brut­to nach dem Tarif für Gast­stät­ten und Hotels erfol­gen. Bei dem für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) wür­de ein Sozi­al­päd­ago­ge in Stu­fe 12 ein­grup­piert, mit der gefor­der­ten Berufs­er­fah­rung käme man auf 3.046,82 Euro brut­to. Die Dif­fe­renz beträgt stol­ze 418,82 Euro. Hin­zu kommt, dass die Lauf­zeit der Arbeits­ver­trä­ge kurz ist. Wie lang ein Flücht­lings­heim exis­tiert, ist in der Regel unge­wiss. Es gibt Arbeits­ver­trä­ge mit einer Lauf­zeit von drei Mona­ten. Die Gewerk­schaft ver.di ver­sucht vor Ort zu mobi­li­sie­ren, aber die Reso­nanz bleibt beschei­den. Den Beschäf­tig­ten sitzt die Angst im Nacken, die befris­te­te Stel­le zu ver­lie­ren…” Arti­kel von Achim Brei­ten­bach in jun­ge Welt vom 27.05.2016 externer Link
  • Flücht­lin­ge als Geschäfts­mo­dell: Vie­le Heim­be­trei­ber kas­sie­ren absurd hohe Prei­se für die Unter­brin­gung von Geflüch­te­ten
    “Ahnungs­lo­se Städ­te und Land­krei­se sind idea­le Geschäfts­part­ner für die Betrei­ber von Flücht­lings­un­ter­künf­ten. Man­che Kom­mu­nen zah­len drei­mal so viel für die Unter­brin­gung wie ande­re – und vie­le Städ­te wis­sen gar nicht, wie hoch ihre Kos­ten sind. Was läuft falsch?…” Exklu­siv-Bericht von Julia Fried­richs und Bet­ti­na Mal­ter vom 12. Mai 2016 bei CORRECT!V externer Link
  • Wer nichts mehr hat, bringt auch Pro­fit. Wie fin­di­ge Geschäfts­leu­te mit der Not der Geflüch­te­ten Pro­fit machen
    Die Zahl der Men­schen, die in der Euro­päi­schen Uni­on Schutz vor Krieg, Ver­trei­bung, Fol­ter und Tod suchen, steigt. Damit steigt nicht nur die Zahl der benö­tig­ten Unter­künf­te und Schlaf­plät­ze. Es kom­men auch eine Men­ge poten­zi­el­le neue Kun­din­nen und Kun­den ins Land. Und damit fin­den sich die­je­ni­gen ein, die aus der Not von Geflüch­te­ten Pro­fit schla­gen wol­len. Fäl­le gibt es bun­des­weit, eine Gesamt­schau wür­de den Rah­men die­ses Tex­tes deut­lich spren­gen. Der zwangs­läu­fig unvoll­stän­di­ge Über­blick beginnt in Ber­lin…Bei­trag von Peter Sonn­tag beim Anti­fa­schis­ti­schen Info­blatt AIB 109, online vom 17. März 2016 externer Link. Aus dem Text: “… Für Schlag­zei­len sorg­te schon im Som­mer ein Ver­mie­ter, der eine Vier-Zim­mer-Woh­nung für schlap­pe 10.500 Euro im Monat ver­mie­te­te. Sie­ben Men­schen waren dort unter­ge­bracht. Aber auch ein ande­res Modell weckt den Ideen­reich­tum von Geschäftemacher*innen: In Ber­lin wer­den Geflüch­te­te auch mit Gut­schei­nen für Hos­tels ver­sorgt. Mit die­sen gehen sie zu ihrer Unter­kunft, die Rech­nung geht an den Bezirk oder das Land Ber­lin. Rund 1.500 Men­schen waren im Sep­tem­ber nach Anga­ben des „Tages­spie­gel“ in Ber­li­ner Hos­tels unter­ge­bracht. Wäh­rend es auf der einen Sei­te Hostelbetreiber*innen gibt, die Geflüch­te­te nicht mehr oder nur noch wider­wil­lig auf­neh­men, sehen ande­re in den 50-Euro-Gut­schei­nen das lukra­ti­ve­re Geschäft: für Obdach­lo­se bekom­men die Betreiber*innen weni­ger Geld. Die Schwächs­ten wer­den so in Kon­kur­renz zuein­an­der gesetzt. Eine Host­el­be­trei­be­rin zeig­te sich dage­gen äußerst auf­nah­me­freu­dig und bot der Stadt im Sep­tem­ber laut dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Stern“ an, ihre Bet­ten­zahl von 450 auf 870 zu erhö­hen, um noch mehr Geflüch­te­te unter­brin­gen zu kön­nen — für 25 Euro pro Nacht. So viel Men­schen­freund­lich­keit zahlt sich aus — aus Steu­er­gel­dern…
  • Kor­rup­ti­ons­vor­wurf am Lageso: Ver­däch­ti­ge blei­ben in U‑Haft
    “Im mut­maß­li­chen Kor­rup­ti­ons­fall am Lan­des­amt für Gesund­heit und Sozia­les (Lageso) hat ein Rich­ter am Frei­tag Haft­be­feh­le gegen zwei Beschul­dig­te erlas­sen. Das teil­te der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft, Mar­tin Steltner, am spä­ten Nach­mit­tag mit. In Unter­su­chungs­haft genom­men wur­de ein Refe­rats­lei­ter des für Flücht­lin­ge zustän­di­gen Lageso. Er soll einem Sicher­heits­dienst Auf­trä­ge zuge­schanzt und dafür jeweils 5000 bis 10.000 Euro Schmier­geld kas­siert haben. Der 48-Jäh­ri­ge wur­de eben­so am Don­ners­tag fest­ge­nom­men wie der gleich­alt­ri­ge Chef der Sicher­heits­fir­ma. Auch die­ser sitzt nun in U‑Haft. Bei­den wer­den 18 Fäl­le der gewerbs­mä­ßi­gen Bestech­lich­keit und Bestechung vor­ge­wor­fen…” Arti­kel von Andre­as Abel in der Ber­li­ner Mor­gen­post vom 26. Febru­ar 2016 externer Link – wir wuss­ten ja, daß die Flücht­lings­in­dus­trie loh­nens­wert ist, aber so sehr…
  • Mil­li­ar­den­in­dus­trie Flücht­lings­hil­fe
    “Ohne frei­wil­li­ge Hel­fer wäre der Andrang von Flücht­lin­gen in Deutsch­land der­zeit nicht zu bewäl­ti­gen. Das ist die eine Sei­te der Medail­le. Die ande­re: Mit Flücht­lings­hil­fe wird viel Geld ver­dient und von der Flücht­lings­not pro­fi­tie­ren deut­sche Unter­neh­men und Arbeit­neh­mer. Ein Mil­li­ar­den­markt, dem “Exakt – Die Sto­ry” auf den Grund geht. Vie­le Mil­li­ar­den Euro benö­ti­gen Kom­mu­nen, Land und Bund in den nächs­ten Jah­ren, um Flücht­lin­gen zu hel­fen und eine gro­ße Zahl von Aus­län­dern zu inte­grie­ren. Unter­neh­men und Ein­zel­per­so­nen pro­fi­tie­ren seit Mona­ten davon. Die Nach­fra­ge ist groß, das Ange­bot klein. Gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Ver­fah­ren wer­den ange­sichts der Dimen­si­on des Pro­blems nicht ein­ge­hal­ten. Kon­trol­len gibt es so gut wie kei­ne.” Text und Video der Sen­dung Exakt – Die Sto­ry am 24.02.2016 im MDR externer Link
  • Inter­view: Das gro­ße Geschäft mit der Flücht­lings­kri­se
    Die Pri­va­ti­sie­rung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten fin­det auch in Deutsch­land mehr und mehr statt (…) Bekann­te Sicher­heits­fir­men wie Euro­pean Home­ca­re oder ORS stan­den bereits wegen Miss­hand­lung von Flücht­lin­gen in der Kri­tik (…) Das Per­so­nal in pri­va­ten Ein­rich­tun­gen ist oft schlech­ter aus­ge­bil­det und erhält bei Pro­ble­men und Stress kaum Unter­stüt­zung (…) Ver­trä­ge mit pri­va­ten Sicher­heits­fir­men sind für Kom­mu­nen län­ger­fris­tig teu­rer…” Inter­view Ant­o­ny Loe­wen­stein von Jörg Wima­la­sena in Ber­li­ner Zei­tung vom 23. Febru­ar 2016 externer Link
  • Claus­nitz: Bru­der des Ex-Heim­lei­ters lie­fert Con­tai­ner für Flücht­lin­ge
    “Claus­nitz wur­de zum Sym­bol für Frem­den­hass. Wie man gegen Flücht­lin­ge sein und trotz­dem mit ihnen Geld ver­die­nen kann, zei­gen drei Brü­der in der säch­si­schen Gemein­de. (…) Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag brüll­te in der säch­si­schen Gemein­de ein Mob die Neu­an­kömm­lin­ge nie­der und blo­ckier­te mit Autos die Zufahrt zu einer Unter­kunft am Orts­rand. In dem Bus saßen mehr­heit­lich ver­ängs­tig­te Frau­en und Kin­der. Doch Flücht­lin­ge kön­nen auch ein gutes Geschäft sein. Und wenn man mit ihnen Geld ver­die­nen kann, dann spielt manch­mal auch die poli­ti­sche Ein­stel­lung kei­ne all­zu gro­ße Rol­le mehr. Zum Bei­spiel in der Fami­lie Het­ze…” Bei­trag von Chris­toph Titz bei SPIEGEL Online am 23. Febru­ar 2016 externer Link
  • Flücht­lings­un­ter­künf­te „Flücht­lin­ge sind nur Pro­fit­mas­se“
    “Schlech­tes Essen, gefähr­li­ches Per­so­nal und zu klei­ne Unter­künf­te sind die Fol­ge, wenn Staa­ten die Ver­sor­gung von Geflüch­te­ten aus­la­gern. Mah­nen­de Wor­te von Ant­o­ny Loe­wen­stein im FR-Inter­view” Inter­view von Jörg Wima­la­sena in der Frank­fur­ter Rund­schau vom 23. Febru­ar 2016 externer Link. Dort weist Ant­o­ny Loe­wen­stein u.a. dar­auf­hin: “Es geht vor allem um die Pri­va­ti­sie­rung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten. Mei­ne Hei­mat Aus­tra­li­en ist das ein­zi­ge west­li­che Land, das alle Unter­künf­te für Migran­ten an pri­va­te Anbie­ter aus­ge­la­gert hat. In die­sen Lagern, die sich zum Teil auf Pazi­fik­in­seln befin­den, gab es unzäh­li­ge Fäl­le von kör­per­li­chem und sexu­el­len Miss­brauchs durch Sicher­heits­leu­te. Weil die Betrei­ber Pro­fit machen wol­len, heu­ern sie schlecht aus­ge­bil­de­tes und unqua­li­fi­zier­tes Per­so­nal an. Auch die Gesund­heits­ver­sor­gung ist unzu­rei­chend, weil die Fir­men eben wenig Geld dafür aus­ge­ben wol­len. (…) auch Deutsch­land und eini­ge Nach­bar­län­der haben die Flücht­lings­be­treu­ung zum Teil an pri­va­te Fir­men aus­ge­la­gert. Euro­pean Home­ca­re und ORS sind wich­ti­ge Play­er. (…) Aber Regie­run­gen, die die Flücht­lings­un­ter­brin­gung an pri­va­te Fir­men aus­la­gern, ist das egal. Gera­de Trais­kir­chen ist ein per­fek­tes Bei­spiel für das Ver­sa­gen einer pri­vat geführ­ten Ein­rich­tung: Der Betrei­ber ORS hat bewusst ent­schie­den, so wenig Geld wie mög­lich für Essen und Wohn­raum aus­zu­ge­ben. Das Resul­tat war, dass Flücht­lin­ge unter frei­em Him­mel schla­fen muss­ten und schlech­tes, teils ver­gam­mel­tes Essen beka­men. Der Über­be­le­gung wur­den kei­ne Gren­zen gesetzt. (…) Ich bin der Mei­nung, dass bestimm­te gesell­schaft­li­che Auf­ga­ben – dazu zäh­le ich die Ver­sor­gung von Flücht­lin­gen – nicht pri­va­ti­siert wer­den soll­ten. Die­se sehr ver­wund­ba­re Per­so­nen­grup­pe soll­te kein Objekt von Pro­fit­in­ter­es­sen sein. (…) Pri­va­te Anbie­ter sind län­ger­fris­tig teu­rer. Wenn stän­dig neue Flücht­lin­ge in gro­ßen Zah­len kom­men, ver­su­chen Anbie­ter ihre Ver­trä­ge neu zu ver­han­deln, um bes­se­re Kon­di­tio­nen her­aus­zu­ho­len…”
  • Die Flücht­lings­in­dus­trie
    Inzwi­schen pro­fi­tie­ren vie­le Unter­neh­men von der Flücht­lings­kri­se: Eine regel­rech­te Flücht­lings­in­dus­trie ist ent­stan­den. Wer schlägt aus der Not womit Pro­fit? Was haben die Hel­fer von ihrer Hil­fe? Und noch ent­schei­den­der: Was haben am Ende die Flücht­lin­ge wirk­lich davon? Wie kann es gelin­gen, dau­er­haft wirt­schaft­li­che Ver­wer­fun­gen zu ver­hin­dern? Gegen­wär­tig wer­den die Flücht­lin­ge volks­wirt­schaft­lich vor allem als gro­ßer Kos­ten­fak­tor gese­hen: Vie­le Mil­li­ar­den Euro benö­ti­gen Deutsch­land und Frank­reich in den nächs­ten Jah­ren, um dem Pro­blem gerecht zu wer­den. Schon jetzt kris­tal­li­siert sich her­aus, dass eini­ge Unter­neh­men und Ein­zel­per­so­nen von der Flücht­lings­wel­le pro­fi­tie­ren wer­den. Eine regel­rech­te Flücht­lings­in­dus­trie ent­steht…” Infor­ma­tio­nen und Video zur Arte-Sen­dung externer Link am 02. Febru­ar um 21:50 Uhr (26 Min.) – Wie­der­ho­lung am Frei­tag, 12.02. um 10:15 Uhr
  • Flücht­lings­be­treu­ung: Gesell­schaft­li­che Auf­ga­be oder Mil­lio­nen­ge­schäft zwei­fel­haf­ter Unter­neh­men?
    Ist die Flücht­lings­un­ter­brin­gung tat­säch­lich, wie in poli­ti­schen Sonn­tags­re­den ver­kün­det, eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be oder Kon­junk­tur­pro­gramm für zwei­fel­haf­te pri­va­te Dienst­leis­ter?...” Arti­kel von Moham­med Khall­ouk (ZMD-Beauf­trag­ter für wis­sen­schaft­li­che Exper­ti­se) vom 29. Janu­ar 2016 bei MiGA­ZIN externer Link
    Aus dem Text: “… Da die staat­li­chen Anbie­ter und die in der Flücht­lings­hil­fe enga­gier­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen wie DRK, AWO, Dia­ko­nie oder Cari­tas nicht bereit oder in der Lage sind, die Betreu­ungs­kos­ten unter einen bestimm­ten Schwel­len­wert hin­aus zu sen­ken, da sie in die­sem Fall als not­wen­dig erach­te­te Leis­tun­gen nicht erbrin­gen könn­ten, beauf­tra­gen immer mehr Kom­mu­nen pri­va­te Dienst­leis­tungs­an­bie­ter, die ihrer­seits ein Groß­teil der ange­bo­te­nen Leis­tun­gen von Sub­un­ter­neh­men über­neh­men las­sen. Auf die­se Wei­se sind die Unter­neh­men in der Lage, die viel­fäl­tigs­ten Leis­tun­gen für die Flücht­lin­ge, von der Essen­aus­ga­be über die Sicher­heits­diens­te bis hin zu Über­set­zungs­auf­ga­ben, zu einem Pau­schal­preis anzu­bie­ten und gegen­über den tra­di­tio­nel­len, auch in der Flücht­lings­be­treu­ung akti­ven Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen in einem stra­te­gi­schen Vor­teil. Das deutsch­land­weit größ­te, in Flücht­lings­un­ter­künf­ten akti­ve Unter­neh­men, die Euro­pean Home­ca­re GmbH (EHC), die außer­dem im Tran­sit­be­reich von Flug­hä­fen und in der Abschie­be­haft psy­cho­so­zia­le Betreu­ung anbie­tet und selbst Flücht­lings­hei­me betreibt, habe auf die­se Wei­se, wie Ste­fan Krei­te­wolf am 08.09.2015 in der Die Zeit dar­leg­te, ihren Umsatz von 2008 bis 2013 ver­vier­fa­chen und ihren Gewinn sogar nur inner­halb eines Jah­res (2012/​2013) auf 1,44 Mil­lio­nen Euro ver­dop­peln kön­nen. Je mehr Bür­ger und öffent­li­che Hand über kaum zu bewäl­ti­gen­de Belas­tun­gen durch den soge­nann­ten „Flücht­lings­strom“ kla­gen, des­to mehr freu­en sich jene pri­va­ten Betreu­ungs­un­ter­neh­men über Auf­trags­stei­ge­run­gen…”
  • Mög­lichst schnell, mög­lichst bil­lig: Die Pro­fi­teu­re der Flücht­lings­kri­se
    In der Asyl­kri­se win­ken Sicher­heits­diens­ten und Cate­ring­fir­men gute Geschäf­te. Öffent­li­che Auf­trä­ge wer­den oft frei­hän­dig, also ohne Aus­schrei­bung ver­ge­ben, für manch einen Anbie­ter ist das die Lizenz zum Abkas­sie­ren. Wenn es um Dienst­leis­tun­gen in Flücht­lings­un­ter­künf­ten geht, gilt bei den meis­ten Behör­den: Haupt­sa­che bil­lig. Das zeigt ein Blick in die Aus­schrei­be­da­ten­bank der Euro­päi­schen Uni­on. Öffent­li­che Auf­trä­ge ab einer bestimm­ten Grö­ßen­ord­nung müs­sen näm­lich euro­pa­weit aus­ge­schrie­ben wer­den und sind des­halb für jeden ein­seh­bar. Der Staat zahlt, pri­va­te Fir­men lie­fern. Wel­che Fir­men sol­che Groß­auf­trä­ge bekom­men zeigt unse­re Kar­te (Gro­ße Ver­si­on der Kar­te öff­nen). Je mehr Auf­trä­ge, des­to grö­ßer der Kreis…” Bei­trag von Maxi­mi­li­an Zie­rer und Chris­tia­ne Hawr­anek, Kar­te von Stef­fen Küh­ne, vom 27.11.2015 beim Bay­ri­schen Rund­funk externer Link – mit einer inter­ak­ti­ven Kar­te, die die Orte von auf­trag­neh­men­den Firmen/​Verbänden usw. zeigt, das Ankli­cken ver­bin­det mit der Aus­schrei­be­da­ten­bank und dem kon­kret erlang­ten Auf­trag. Höre auch den Audio-Bei­trag dazu externer LinkAudio Datei
  • Flücht­lin­ge: Das Geschäft mit der Not
    Bet­ten wer­den knapp, Sicher­heits­fir­men boo­men, Han­dy­an­bie­ter ver­schen­ken SIM-Kar­ten: Wer pro­fi­tiert von der aktu­el­len Flücht­lings­kri­se – und mit wel­chen Mit­teln? (…) Wäh­rend die Poli­tik über die Gren­zen der deut­schen Belast­bar­keit strei­tet, gibt es auf­sei­ten der Wirt­schaft eini­ge, die sich über immer mehr Flücht­lin­ge freu­en: Sie ver­die­nen die Mil­li­ar­den, die Staat und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen für die Flücht­lin­ge aus­ge­ben. Die gro­ße Anzahl ankom­men­der Flücht­lin­ge wirkt für sie wie ein war­mer Geld­re­gen. ZEIT ONLINE stellt fünf Wirt­schafts­zwei­ge vor, die von der aktu­el­len Situa­ti­on pro­fi­tie­ren…” Arti­kel von Lukas Koschnitz­ke vom 20. Okto­ber 2015 bei der Zeit online externer Link

Der Bei­trag Die “Sys­tem­schma­rot­zer” – nun der Flücht­lings­ar­beit erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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