[labournet:] [Presseschau] Digitale Lernangebote in der Schule nicht rechts- und verfassungskonform – Microsoft liegt vorn

Kommentierte Presseschau von Volker Bahl vom 2.9.2020 – wir danken!

Wann wird auch bei uns in Deutsch­land mit der Daten­sou­ve­rä­ni­tät (Das Selbst­be­stim­mungs­recht über die eige­nen Daten (infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung = ein Grund­recht!) ernst gemacht?

Zu den größ­ten Anbie­tern im Bil­dungs­be­reich zählt Micro­soft. Laut Micro­soft nut­zen 150 Mil­lio­nen Schü­le­rIn­nen, Stu­die­ren­de und Lehr­kräf­te die­se Kon­zern­tech­no­lo­gie für den vir­tu­el­len Unter­richt oder für den Auf­bau digi­ta­ler Lern­platt­for­men. (https://​taz​.de/​!​5​7​1​0​4​61/ externer Link)

Dabei ist die­se digi­ta­le Tech­no­lo­gie von Micro­soft nicht mit dem Daten­schutz­recht in Deutsch­land kon­form hat der Ber­li­ner Daten­schutz­be­auf­trag­te fest­stel­len müs­sen. (https://​www​.rako​ell​ner​.de/​2​0​2​0​/​0​5​/​m​i​c​r​o​s​o​f​t​-​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​-​v​s​-​l​a​n​d​e​s​d​a​t​e​n​s​c​h​u​t​z​-​b​e​r​l​i​n​-​e​i​n​e​-​z​u​s​a​m​m​e​n​f​a​s​s​u​n​g​-​i​n​-​s​a​c​h​e​n​-​m​i​c​r​o​s​o​f​t​-​t​e​a​ms/ externer Link und https://​www​.drwin​dows​.de/​n​e​w​s​/​d​e​r​-​s​t​r​e​i​t​-​z​w​i​s​c​h​e​n​-​d​e​n​-​b​e​r​l​i​n​e​r​-​d​a​t​e​n​s​c​h​u​e​t​z​e​r​n​-​u​n​d​-​m​i​c​r​o​s​o​f​t​-​g​e​h​t​-​i​n​-​d​i​e​-​n​a​e​c​h​s​t​e​-​r​u​nde externer Link)

Die Liste der Mängel des Datenschutzbeauftragten ist knapp zwei Seiten lang.

Aber auch der EU-Daten­schutz­be­auf­trag­te warn­te kürz­lich vor dem Ein­satz von Micro­soft-Pro­duk­ten – und riet zu Alter­na­ti­ven – mit einem höhe­ren Daten­schutz­stan­dard.

Brit­ta Schin­zel vom Vor­stand des Forums für Infor­ma­ti­ke­rIn­nen für Frie­den und gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung (FFIF) (https://​www​.fiff​.de/​t​h​e​men externer Link) kri­ti­siert die dadurch aus­ge­üb­te Markt­macht von z.B. Micro­soft. Denn über die­sen Ein­satz in der Schu­le wür­den sich die Schü­le­rIn­nen auch schnell an die ihnen ein­fach vor­ge­setz­te Soft­ware gewöh­nen – und dann eben auch pri­vat nut­zen – was für Micro­soft ja auch ein Zweck ist. (https://​taz​.de/​!​5​7​1​0​4​61/ externer Link)

Diese Nichtbeachtung der “informationellen Selbstbestimmung” wird so auch bei uns “systemisch”

Björn Schieß­le von der Free Soft­ware Foun­da­ti­on Euro­pe (https://​www​.schiess​le​.org/ externer Link) sieht, dass Deutsch­land – im Gegen­satz zu ande­ren Län­dern – hier viel ver­schla­fen hat. Aber nach der Ent­schei­dung für ein Soft­ware (Cloud­lö­sung), lässt sich da kaum etwas ändern. Bei Leis­tungs­be­ur­tei­lun­gen oder per­sön­li­chen Auf­sät­zen wür­de die­ser man­gel­haf­te Daten­schutz ein Pro­blem. Und mit der Ent­schei­dung für eine Soft­ware wür­den auch gleich Fak­ten geschaf­fen.

Die Free Soft­ware Foun­da­ti­on sieht den Weg über Free Soft­ware. (https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​5​6​G​-​C​l​f​i​wuo externer Link)

Jetzt ist die Kultusbürokratie in der Pflicht, die Datensouveränität für uns wieder herzustellen

Björn Schieß­le sieht daher Län­der im Vor­teil, die sich schon früh um eine eige­ne (kon­zern­un­ab­hän­gi­ge) Stra­te­gie geküm­mert hät­ten. Deutsch­land hat da viel ver­schla­fen! Not­wen­dig ist daher eine Lösung auf poli­ti­scher Ebe­ne, die Län­der mit ihrer Kul­tur­ho­heit sind gefor­dert, für nach­hal­ti­ge, daten­schutz­kon­for­me Lösun­gen zu sor­gen. End­lich müs­sen sich Poli­ti­ke­rIn­nen mit den The­men wie Daten­schutz und digi­ta­ler Sou­ve­rä­ni­tät aus­ein­an­der­set­zen, statt sich ein­fach auf die bekann­ten Lösun­gen von gro­ßen Anbie­tern zu ver­las­sen. (Schieß­le) (https://​taz​.de/​!​5​7​1​0​4​61/ externer Link)

Dabei ist das eigent­lich gar nicht ins Belie­ben der Poli­ti­ker gestellt, denn schon die Ver­fas­sung macht da Vor­ga­ben, dass der ame­ri­ka­ni­sche Weg der Digi­ta­li­sie­rung für uns nicht “demo­kra­tie­kon­form” sein kann. (https://​taz​.de/​U​r​t​e​i​l​-​z​u​-​D​a​t​e​n​a​b​k​o​m​m​e​n​-​z​w​i​s​c​h​e​n​-​U​S​A​-​u​n​d​-​E​U​/​!​5​6​9​5​1​36/ externer Link)

Nur so kön­nen die Tech­nik­kon­zer­ne im Sili­con-Val­ley von Euro­pa ler­nen. (https://​taz​.de/​T​e​c​h​-​B​o​s​s​e​-​i​m​-​U​S​-​K​o​n​g​r​e​s​s​/​!​5​6​9​9​6​20/ externer Link)

Aber die­ses Recht küm­mert kei­nen Men­schen, solan­ge es nicht Men­schen gibt ‚die die­sen so per­so­ni­fi­zier­ten Daten­trans­fer anpran­gern, um ihn zu unter­bin­den – wie z.B. der Daten­schutz­ver­ein noyb (https://​taz​.de/​D​a​t​e​n​s​c​h​u​e​t​z​e​r​-​u​e​b​e​r​-​U​S​-​D​a​t​e​n​t​r​a​n​s​f​e​r​s​/​!​5​7​0​9​1​98/ externer Link).

Dabei sind – auch nach dem Urteil des EuGH Daten­trans­fers, die für die Wirt­schaft not­wen­dig sind, durch­aus wei­ter erlaubt. Es ist aber ein­fach die Bequem­lich­keit vie­ler – gera­de auch von Unter­neh­men – ‚die ein­fach wei­ter­hin die per­sön­li­chen Daten von Nut­zern in die USA über­mit­teln – und das obwohl das Daten­schutz­ni­veau in den USA gänz­lich inkom­pa­ti­bel ist mit den euro­päi­schen Vor­ga­ben.

Und obwohl es hier­zu­lan­de Alter­na­ti­ven gibt.

Doch die­se Alter­na­ti­ven wer­den ver­mut­lich erst eine Chan­ce bekom­men, wenn die Unter­neh­men gezwun­gen wer­den z.B. auch Goog­le und Face­book nicht mehr zu ver­wen­den.

Der Bei­trag [Pres­se­schau] Digi­ta­le Lern­an­ge­bo­te in der Schu­le nicht rechts- und ver­fas­sungs­kon­form – Micro­soft liegt vorn erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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