[gG:] [B] Aktionswoche L34: Besuch bei „Stadt-und-Land“

Lie­be Liebig34,

Wir wol­len, dass ihr wei­ter gemein­schaft­lich woh­nen, strei­ten, tan­zen, orga­ni­sie­ren und unter­stüt­zen könnt und das Gan­ze in eurem Eck­haus mit soviel Charme und Cha­rak­ter.

Wir wol­len, dass der Dorf­platz und die angren­zen­den Pro­jek­te wei­ter unkom­mer­zi­el­le, soli­da­ri­sche Begeg­nungs­or­te blei­ben, damit wir auch per­spek­ti­visch an unse­ren eige­nen Ideen, Uto­pien und Gegen­ent­wür­fen zu ihrer Ord­nung fei­len kön­nen, um sie schluss­end­lich zu über­win­den. Wir brau­chen euch, genau­so wie wir alle ande­ren bedroh­ten oder auch schon geräum­ten Pro­jek­te brau­chen. Trotz­dem müs­sen wir uns auch außer­halb unse­rer eige­nen Pro­jek­te Räu­me schaf­fen, um mit unse­ren Ideen sicht­ba­rer zu wer­den. Wir den­ken, dass Akti­ons­wo­chen wie die­se das Poten­zi­al haben, über unse­re eige­nen Bezug­nah­men hin­aus zu kom­men, denn alle Mieter*innen in die­ser Stadt wer­den mit hoh­len oder nur kurz halt­ba­ren Ver­spre­chen, wie dem fünf­jäh­ri­gen Mie­ten­de­ckel, abge­speist, befrie­det und hin­ge­hal­ten.

Trotz­dem macht die zer­stö­re­ri­sche Mie­ten­po­li­tik nicht halt. Vie­le Woh­nun­gen, Pro­jek­te und Häu­ser sind nach wie vor von Räu­mung, Abriss und Sanie­rung betrof­fen. Am Bei­spiel eures Hau­ses zeigt sich ihre Schein­hei­lig­keit; auf der einen Sei­te set­zen sie in der BVV ein nicht ernst­zu­neh­men­des Papier auf, indem eurem Pro­jekt eine Wich­tig­keit über Fried­richs­hain hin­aus zuge­spro­chen wird und auf der ande­ren Sei­te­for­dern sie euch platt zuma­chen. In ihren aus­for­mu­lier­ten All­machts­fan­ta­sien träu­men sie schon davon euer Haus abzu­rei­ßen und auf Jah­re leer­ste­hen zu las­sen, bis die Chaot_​innen end­lich aus dem­Nord­kiez ver­trie­ben wur­den. Sie haben jeg­li­ches Maß ver­lo­ren und ver­su­chen in tei­len nicht ein­mal mehr, den von ihnen geführ­ten sozia­len Krieg blu­mig zu ver­pa­cken. Die letz­ten „Schand­fle­cke“ in die­ser Stadt sol­len wei­chen, allen neu­en Ver­su­chen etwas Leer­ste­hen­dem Leben und Sinn zu geben, begeg­nen sie mit Gewalt und Spott.

Da „sie“ zu vie­le Struk­tu­ren und Akteur_​innen umfasst, haben wir ein Ziel exem­pla­risch raus­ge­sucht und ange­grif­fen: „Stadt-und-Land“. Sie sind nicht nur ver­ant­wort­lich für unzäh­li­ge Zwangs­räu­mun­gen, son­dern auch für das 2018 erteil­te Go zur Räu­mung der besetz­ten Borns­dor­fer­stra­ße 37b in Neu­kölln. Ihr Geschäfts­füh­rer, Ingo Mal­ter, hat es sich außer­dem nicht neh­men las­sen bei dar­auf fol­gen­den Pro­zes­sen gegen ange­klag­te Per­so­nen aus­zu­sa­gen. Du Arsch.

Und weil wir ziem­lich nach­tra­gend sind und der Kampf um eine Stadt von unten nun ein­mal auch auf der Stra­ße geführt wird, haben wir letz­te Nacht das Büro von „Stadt-und-Land“ in Tem­pel­hof besucht. Erst haben wir gut sicht­bar L34 LEBT! an eini­ge Schei­ben ihres Büros geschrie­ben und im Anschluss ihr davor gepark­tes Auto mit Far­be ver­schö­nert. Zu guter Letzt, um den Nicht-Mel­dun­gen im Bul­len­ti­cker und ‑pres­se der letz­ten Mona­te wenigs­tens etwas ent­ge­gen zuset­zen, haben wir 400 Fly­er in der direk­ten Nach­bar­schaft ver­teilt.

Dies ist ein Bei­trag zur Akti­ons­wo­che, wel­che hof­fent­lich in einer gro­ßen und offen­si­ven Inter­kiezio­na­len Demo ihren vor­läu­fi­gen Höhe­punkt fin­det. Also dann bis spä­tes­tens Sams­tag 20 Uhr am Was­ser­tor­platz!

RausausderDefensive

Lie­be Grü­ße, eini­ge Anarchist_​innen

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