[perspektive:] #AlarmstufeRot: Tausende auf der Straße für Rettung der Veranstaltungsbranche

In Berlin sind am Dienstag tausende Menschen auf die Straße gegangen um für eine stärkere Unterstützung der Veranstaltungsbranche zu demonstrieren. Die bisher bereitgestellten Hilfen kommen nicht an, nur ein Prozent wurde bisher ausgezahlt. Solo-Selbstständige zeigten sich enttäuscht, da ihre Forderungen nur am Rande genannt wurden und große Unternehmen im Vordergrund standen.

Mes­se­ar­bei­te­rIn­nen, Kon­zert­ver­an­stal­te­rIn­nen, Schau­stel­le­rIn­nen – Tau­sen­de sind ges­tern unter dem Mot­to „#Alarm­st­ufeRot“ in Ber­lin auf die Stra­ße gegan­gen. Nach Anga­ben der Ver­an­stal­ter kamen 15.000 Men­schen, die Poli­zei spricht von 6500. Hin­zu kam ein Kon­voi von etwa 500 LKW’s.

Sie for­der­ten finan­zi­el­le Hil­fen der Regie­rung, um den sechst­größ­ten Wirt­schafts­zweig Deutsch­lands vor dem Aus zu bewah­ren. Eine Mil­lio­nen Arbeits­plät­ze sei­en der­zeit gefähr­det.

Die Orgain­sa­to­rIn­nen kri­ti­sier­ten, dass bereits bereit­ge­stell­te Hil­fen nicht ankä­men. Denn von 24,6 Mrd. Euro ver­füg­ba­ren Mit­teln wur­den bis 31. August 2020 nur ein Pro­zent, also 248 Mio. Euro aus­ge­zahlt. Die Ver­ga­be­kri­te­ri­en sei­en zu restrik­tiv und gin­gen damit an der Rea­li­tät der not­lei­den­den Betrie­be vor­bei.

Vor allem Forderungen aus Unternehmersicht

Auf der Büh­ne der Groß­de­mons­tra­ti­on vor dem Bran­den­bur­ger Tor wur­den die sechs Kern­for­de­run­gen der Ver­an­stal­tungs­wirt­schaft auf­ge­stellt. Die­se sind im Wesent­li­chen aus Unter­neh­mer­sicht geschrie­ben: Dazu gehö­ren erwei­ter­te Über­brü­ckungs- und Kre­dit­pro­gram­me, ein steu­er­li­cher Ver­lust­rück­trag sowie ein ange­pass­ter EU-Bei­hil­fe­rah­men und fle­xi­ble­re Kurz­ar­bei­ter­re­ge­lun­gen.

Arbei­te­rIn­nen­for­de­run­gen bezüg­lich der eige­nen Arbeits­be­din­gun­gen wie einer Auf­sto­ckung des Kurz­ar­bei­te­rIn­nen­gelds durch die Unter­neh­men kamen nicht vor.

Auch For­de­run­gen der Solo-Selbts­stän­di­gen schie­nen wenig Berück­sich­ti­gung gefun­den zu haben. „Ich bin ent­täuscht von die­ser Ver­an­stal­tung.“ Schreibt etwa der Nut­zer Frank Frank auf Face­book. „Ich behaup­te ca. 70% aller Beschäf­tig­ten in der Ver­an­stal­tungs­bran­che arbei­ten als Solo-Selb­stän­di­ge.“

Die Situa­ti­on die­ser gro­ßen Mehr­heit sei aber nur am Rand behan­delt wor­den. „Die Solo-Selb­stän­di­gen wur­den hier als Fuß­volk miss­braucht, damit aus­rei­chend Demons­tran­ten vor Ort sind. Wei­ter wur­de Poli­ti­kern der CDU und SPD eine Büh­ne für Ihre plat­ten Bot­schaf­ten gebo­ten, genau die­se Par­tei­en betrei­ben seit Mona­ten rei­ne Par­tei­po­li­tik gegen die Hil­fen für Betrof­fe­ne“, so der Face­boo-Nut­zer. „Punk­rock und einen Tritt in den Arsch“ sei­en nötig gewesen.Viele hät­ten sich vor Ort bei den For­de­run­gen nicht ver­tre­ten gefühlt. Ein wei­te­rer User ant­wor­te­te: „So ist das. Jetzt gehen die klei­nen Platt. Und die Big­Play­er bekom­men Zuschüs­se und über­le­ben.“

Der Bei­trag #Alarm­st­ufeRot: Tau­sen­de auf der Stra­ße für Ret­tung der Ver­an­stal­tungs­bran­che erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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