[labournet:] Angriff mit Ansage: Unternehmerverband Gesamtmetall fordert unverhohlen Abbau von Schutzgesetzen und Tarifrechten – IG-Metall-Protest zaghaft

Dossier

Coronavirus, die Hetze und der Ausnahmezustand: China im ShitstormEnde Mai hat­te der Unter­neh­mer­ver­band Gesamt­me­tall sei­nen For­de­rungs­ka­ta­log mit dem Titel »Vor­schlä­ge für die 2. und 3. Pha­se der Coro­na­kri­se« externer Link vor­ge­legt. Auf zehn Sei­ten wer­den unter dem Vor­wand der Pan­de­mie über ein Dut­zend For­de­run­gen erho­ben, mit denen gel­ten­de betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­che und Tarif­be­stim­mun­gen dras­tisch ein­ge­schränkt wer­den sol­len. (…) Arbeits- und Gesund­heits­schutz schei­nen für Gesamt­me­tall nicht mehr als Fir­le­fanz zu sein. Nötig sei­en »grö­ße­re Spiel­räu­me« statt »über­trie­be­ner Gründ­lich­keit oder Per­fek­tio­nis­mus«. »Schließ­lich sind Indus­trie­be­trie­be weder Labo­re noch Kran­ken­häu­ser. Das Virus ist Teil des all­ge­mei­nen Lebens­ri­si­kos und kei­ne ori­gi­när arbeits­be­ding­te Gefähr­dung«, behaup­tet Gesamt­me­tall. Die Rech­te der Betriebs­rä­te dürf­ten hier nicht zum »Super­mit­be­stim­mungs­recht für Arbeits­zeit und Per­so­nal­be­mes­sung« wer­den. Zum Schluss for­dern die Metall­ka­pi­ta­lis­ten ein »Belas­tungs­mo­ra­to­ri­um«: »Grund­ren­te, 48-Pro­zent-Hal­te­li­nie beim Ren­ten­ni­veau, Ein­füh­rung einer Ver­mö­gens- oder Ver­schär­fung der Erb­schafts­steu­er dür­fen nicht wei­ter ver­folgt wer­den.« Und die Ren­te mit 63, Müt­ter­ren­ten I und II müss­ten vor­zei­tig been­det wer­den. Wäh­rend der IG Metall-Vor­stand wei­ter um die Auto­kauf­prä­mie trau­ert, hat er auf das Gesamt­me­tall-Paket bis­her nur im inter­nen »Extra­net« am 2. Juni mit einer 25-Zei­len-Mel­dung reagiert. In Bay­ern weist die IGM-Bezirks­lei­tung wenigs­tens das fast wort­glei­che »11-Top-Vor­schlä­ge-Struk­tur­pa­ket der Ver­ei­ni­gung der baye­ri­schen Wirt­schaft (VbW)« als »ver­ant­wor­tungs­los« zurück externer Link. In Baden-Würt­tem­berg gab es am 28. Mai eine Online-Video-Kon­fe­renz von IGM-Funk­tio­nä­ren. Seit­her läuft die Online­pe­ti­ti­on »Soli­da­ri­tät gewinnt« externer Link, mit der an den Unter­neh­mer­ver­band Süd­west­me­tall und die Lan­des­re­gie­rung appel­liert wird – für Beschäf­ti­gungs­si­che­rung, gutes Ein­kom­men, mehr Gesund­heits­schutz…” Arti­kel “Klas­sen­kampf von oben: Angriff mit Ansa­ge” von Mar­tin Hor­nung in der jun­gen Welt vom 16.06.2020 externer Link (Links von uns), sie­he dazu:

  • Ein biss­chen ana­lo­ger: Metall macht mobil – Gewerk­schaft ruft für drei Tage zu Aktio­nen in Betrie­ben und davor auf New
    “Die Arbeit­ge­ber nutz­ten die Coro­na­kri­se, um einen Angriff auf die Mit­be­stim­mung und Tarif­ver­trä­ge zu star­ten. Davor warn­te die IG Metall am Mitt­woch in einer Mit­tei­lung. Dazu kämen kri­sen­be­dingt dro­hen­de Insol­ven­zen, Stand­ort­schlie­ßun­gen und Stel­len­strei­chun­gen. Die gewerk­schaft­li­che Ant­wort dar­auf: drei­tä­gi­ge Aktio­nen im Bezirk Ber­lin-Bran­den­burg-Sach­sen. Haupt­säch­lich fin­den die­se in oder an den Betrie­ben statt, mit Unter­schrif­ten­lis­ten, Info­stän­den und Flug­blät­tern. Für den Sams­tag ist eine Kund­ge­bung in Pots­dam geplant. Dort wer­den IG Metall-Vor­stands­mit­glied Hans-Jür­gen Urban und die desi­gnier­te Vor­sit­zen­de des Ost­be­zirks der Gewerk­schaft, Bir­git Diet­ze, spre­chen. (…) Die IG Metall wirft man­chem Arbeit­ge­ber auch vor, Coro­na dafür zu nut­zen, längst in der Schub­la­de lie­gen­de Kon­zep­te zur Ver­klei­ne­rung der Beleg­schaf­ten umzu­set­zen. So etwa im bran­den­bur­gi­schen Eisen­hüt­ten­stadt, wo sich die Situa­ti­on bei der Fer­ro­staal Main­ten­an­ce zuspitzt, weil der Arbeit­ge­ber Beschäf­tig­te für Mona­te in Kurz­ar­beit geschickt hat, ohne das Kurz­ar­bei­ter­geld auf­zu­sto­cken. (…) Die IG Metall ver­bin­det mit den Akti­ons­ta­gen unter dem Mot­to »Damit wir auch mor­gen gute Arbeit haben: Beschäf­ti­gung sichern! Zukunft sicher und fair!« kon­kre­te For­de­run­gen nach siche­rer Beschäf­ti­gung und Aus­bil­dung, nach einer zukunfts­ori­en­tier­ten Indus­trie- und Wirt­schafts­po­li­tik sowie nach einer »fai­ren Las­ten­ver­tei­lung« bei der Kri­sen­be­wäl­ti­gung. Aktio­nen sind in allen drei Bun­des­län­dern des Bezirks geplant. Wäh­rend bei­spiels­wei­se in Ber­lin in den Wer­ken von Mer­ce­des, Sie­mens oder Osram Unter­schrif­ten gesam­melt wer­den sol­len, ist in Leip­zig für Sams­tag ein Flashmob in der Innen­stadt geplant. In Pots­dam soll dann eben­falls am 12. Sep­tem­ber auf dem Bas­sin­platz die gro­ße Kund­ge­bung über die Büh­ne gehen – unter stren­ger Ein­hal­tung der Coro­na-Bestim­mun­gen. Die IG Metall sei in den letz­ten Mona­ten pan­de­mie­be­dingt in ers­ter Linie mit digi­ta­len Aktio­nen unter­wegs gewe­sen. »Nun wol­len wir mit den Aktio­nen im Rah­men des Mög­li­chen wie­der ein biss­chen ana­lo­ger wer­den«, kün­dig­te Schaum­burg an.” Bericht von Jörg Mey­er bei neu­es Deutsch­land vom 9. Sep­tem­ber 2020 externer Link und zu den Akti­ons­ta­gen die IG Metall Ber­lin-Bran­den­burg-Sach­sen externer Link
  • Kapi­ta­lis­ten­ver­bän­de offen­siv – Unter­neh­mer­or­ga­ni­sa­ti­on Süd­west­me­tall und IG Metall in Baden-Würt­tem­berg vor Tarif­kon­flik­ten. Ent­las­sun­gen und Betriebs­schlie­ßun­gen erwar­tet 
    “Nach­dem vor eini­gen Wochen Gesamt­me­tall, der Dach­ver­band der Unter­neh­men der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie, einen For­de­rungs­ka­ta­log an Regie­rung und IG Metall vor­ge­legt hat­te (jW berich­te­te am 16. Juni), gehen die regio­na­len Kapi­ta­lis­ten­ver­bän­de inzwi­schen an die Umset­zung. (…) Vor den Ver­hand­lun­gen hat­te die IGM-Bezirks­lei­tung in einer Stel­lung­nah­me erklärt: »Die Arbeit­ge­ber wol­len die Gunst der Stun­de nut­zen, um tarif­po­li­ti­sche Errun­gen­schaf­ten zurück­zu­dre­hen. Dage­gen wer­den wir uns ent­schie­den zur Wehr set­zen.« Im »Tarif-News­let­ter« heißt es nun zurück­hal­tend: »Sofern eine Beleg­schaft Kos­ten­bei­trä­ge erbringt, bestehen wir auf dem Aus­schluss betriebs­be­ding­ter Kün­di­gun­gen«. Die Ver­ein­ba­run­gen sol­len zwar »zum Jah­res­en­de ohne Kün­di­gung enden«, das Schlei­fen tarif­li­cher Stan­dards aber hat begon­nen. Die Kapi­ta­lis­ten gehen jeden­falls davon aus, dass es das noch nicht gewe­sen ist. (…) Dabei ver­geht bereits kei­ne Woche mehr, in der nicht Beschäf­tig­te ent­las­sen oder mit der Ankün­di­gung von Betriebs­schlie­ßun­gen ein­ge­schüch­tert wer­den – »zur Siche­rung der Liqui­di­tät«, ver­steht sich. Die Mil­li­ar­den­pro­fi­te der ver­gan­ge­nen Jah­re sol­len unan­ge­tas­tet blei­ben. Tarif­ver­schlech­te­run­gen zuzu­las­sen, wie die IG Metall es in der Hoff­nung tut, Per­so­nal­ab­bau zu ver­mei­den, wird die Unter­neh­mer nicht stop­pen, son­dern eher ansta­cheln.” Arti­kel von Mar­tin Hor­nung bei der jun­gen Welt vom 30. Juni 2020 externer Link
  • Ver­net­zung kämp­fe­ri­sche Gewerk­schaf­ten (VKG): Gemein­sam die Angrif­fe von Gesamt- und Süd­west­me­tall abweh­ren! 
    “Der Arbeit­ge­ber­ver­band Gesamt­me­tall hat Ende Mai ein umfang­rei­ches Maß­nah­men­pa­ket zu „Wie­der­hoch­fah­ren und Wie­der­her­stel­lung für die 2. und 3. Pha­se der Coro­na-Kri­se“ vor­ge­schla­gen. Ähn­lich dem Hor­ror­ka­ta­log von Süd­west­me­tall beinhal­tet das Paket mas­si­ve Angrif­fe auf sozia­le Errun­gen­schaf­ten sowie auf die kleins­ten Ver­bes­se­run­gen, die in den letz­ten Jah­ren noch erreicht wer­den konn­ten. So soll die abschlags­freie Ren­te mit 63 fal­len, die sowie­so nur nach 45 Ver­si­che­rungs­jah­ren zu haben ist und mitt­ler­wei­le auch frü­hes­tens mit 63 Jah­ren und 8 Mona­ten mög­lich ist. Außer­dem die Hal­te­li­nie beim Ren­ten­ni­veau bei 48 Pro­zent, die für vie­le jetzt schon Alters­ar­mut bedeu­tet. Die Müt­ter­ren­ten I und II sol­len wie­der fal­len und die Pari­tät bei der Kran­ken­ver­si­che­rung, die ja auch schon längst kei­ne wirk­li­che Pari­tät mehr ist, soll eben­so besei­tigt wer­den. Die Ein­schrän­kun­gen bei den Arbeit­neh­mer­über­las­sun­gen, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein­ge­führt wur­den, sol­len wie­der rück­gän­gig gemacht wer­den, eben­so wie die Min­dest­lohn-Doku­men­ta­ti­ons­pflicht. Zudem sol­len die Plä­ne zur Ein­schrän­kung von Befris­tun­gen vom Tisch. Sie wol­len mehr „Fle­xi­bi­li­tät“. Auch bei der Arbeits­zeit wol­len sie „Expe­ri­men­tier­räu­me“ für wei­te­re Fle­xi­bi­li­tät. Gesetz­li­che Hal­te­li­ni­en sol­len dafür fal­len. Für Ruhe­zei­ten soll es „pass­ge­naue Model­le“ geben. Das Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setz soll eben­so wie das Arbeits­recht geschlif­fen wer­den, um unge­hin­dert durch­re­gie­ren zu kön­nen. Der Kün­di­gungs­schutz muss „über­ar­bei­tet wer­den, um die drin­gend not­wen­di­ge Rechts­si­cher­heit bei Ver­fah­ren der Mas­sen­ent­las­sung wie­der­her­zu­stel­len“. Beim Gesund­heits­schutz wol­len sie „mög­lichst gro­ße Spiel­räu­me bei der Umset­zung von Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men“, um die „unter­neh­me­ri­sche Frei­heit nicht (oder mini­mal) durch Vor­ga­ben im Arbeits­schutz ein­zu­schrän­ken“. „Das Virus ist letzt­end­lich Teil des all­ge­mei­nen Lebens­ri­si­kos“, des­halb soll auch nichts im gesetz­li­chen Arbeits­schutz insti­tu­tio­na­li­siert wer­den. Die Grund­ren­te hal­ten sie für „völ­lig ver­fehlt“ und „unver­hält­nis­mä­ßig teu­er“. Auch beim Kli­ma­schutz soll die Poli­tik erst mal auf die Brem­se tre­ten. Dies ist nur ein klei­ner Aus­zug des 10seitigen Hor­ror­ka­ta­logs. Aber er zeigt, wie umfas­send die Angrif­fe sein wer­den, die in den nächs­ten Mona­ten und Jah­ren auf uns zu rol­len. (…) Süd­west­me­tall (SWM) will tarif­li­che Zuschüs­se zum Kurz­ar­bei­ter­geld absen­ken und Schicht­zu­schlä­ge kür­zen. Außer­dem soll das in der letz­ten Tarif­run­de durch­ge­setz­te Tarif­li­che Zusatz­ent­gelt von 400 Euro gestri­chen wer­den. Dies sind nur die High­lights des Hor­ror­ka­ta­logs von den Metall­ka­pi­ta­lis­ten aus Baden-Würt­tem­berg. (…) An die Poli­tik gerich­tet wol­len sie ein „lang­fris­ti­ges Belas­tungs­mo­ra­to­ri­um“ bei neu­en Geset­zen. „Kei­ne wei­te­ren kost­spie­li­gen, nicht mehr zu finan­zie­ren­den sozia­len Wohl­ta­ten (auch die Grund­ren­te muss noch­mals auf den Prüf­stand), Ver­zicht auf wei­te­re Regu­lie­run­gen und büro­kra­ti­sche Belas­tun­gen der Betrie­be wie z.B. Ein­schrän­kung sach­grund­lo­ser Befris­tun­gen, ein­sei­ti­ger Arbeit­neh­mer­an­spruch auf Home­of­fice, über­zo­ge­ne Rege­lun­gen bei der Arbeits­zeit­er­fas­sung“, so kenn­zeich­nen sie das Mora­to­ri­um. (…) Wir müs­sen ver­hin­dern, dass die Kri­sen­las­ten auf die Arbei­ter­klas­se abge­wälzt wer­den und unse­re Errun­gen­schaf­ten geschlif­fen wer­den – auch mit Kampf­maß­nah­men. Dass dies auch unter Coro­na mög­lich ist, zeig­ten die Beschäf­tig­ten bei Voith in Sont­ho­fen mit ihrem muti­gen Streik.” Mit­tei­lung und Auf­ruf der Ver­net­zung kämp­fe­ri­sche Gewerk­schaf­ten (VKG) vom 12. Juni 2020 externer Link
  • Insti­tut der deut­schen Wirt­schaft schlägt gelo­cker­te Arbeits­zei­ten vor
    “Das arbeit­ge­ber­na­he IW plä­diert für Locke­run­gen im Arbeits­recht, damit in der Kri­se neue Jobs ent­ste­hen kön­nen. Die Betrie­be bräuch­ten “Anrei­ze”. (…) Denk­bar wäre es etwa, Fir­men befris­tet die Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge zu erstat­ten, wenn sie neue Leu­te ein­stel­len. IW-Öko­nom Hol­ger Schä­fer warnt in sei­nem Gut­ach­ten aller­dings vor Mit­nah­me­ef­fek­ten; das “Risi­ko uner­wünsch­ter Neben­wir­kun­gen” sei “nicht klein”. Eine Alter­na­ti­ve sei es, fle­xi­ble Beschäf­ti­gungs­for­men zu erleich­tern. Der wesent­li­che Grund, wes­halb Fir­men vor Neu­ein­stel­lun­gen zurück­schre­cken könn­ten, sei die “Unsi­cher­heit über ihre zukünf­ti­ge Arbeits­kräf­te­nach­fra­ge”. Der­zeit aller­dings könn­ten Unter­neh­men ent­las­se­ne Mit­ar­bei­ter nach einer Kri­se nicht zunächst befris­tet wie­der ein­stel­len. “Mit einer zeit­lich ein­ge­schränk­ten Aus­set­zung die­ses Vor­be­schäf­ti­gungs­ver­bo­tes könn­te die Hemm­schwel­le der Betrie­be für Wie­der­ein­stel­lun­gen gesenkt wer­den”, heißt es in dem Gut­ach­ten. Poli­tisch dürf­te das aber kaum durch­zu­set­zen sei­en; die SPD will die sach­grund­lo­se Befris­tung eher zurück­drän­gen als beför­dern. Ein wei­te­re Vor­schlag des IW ist es, dass Fir­men ihr Per­so­nal fle­xi­bler ein­set­zen dür­fen, durch “eine vor­sich­ti­ge Libe­ra­li­sie­rung” des Arbeits­zeit­ge­set­zes. Als Bei­spie­le nennt das Gut­ach­ten eine län­ge­re Frist, um Über­schrei­tun­gen der Höchst­ar­beits­zeit aus­zu­glei­chen, eine Wochen- statt der bis­he­ri­gen Tages­höchst­ar­beits­zeit und für einen begrenz­ten Zeit­raum ver­rin­ger­te Ruhe­zei­ten.” Arti­kel von Hen­ri­ke Roß­bach vom 18. Juni 2020 in der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • IG Metall Baden-Würt­tem­berg weist For­de­run­gen von Süd­west­me­tall zur Bewäl­ti­gung der Kri­se zurück
    Die IG Metall Baden-Würt­tem­berg lehnt den von Süd­west­me­tall vor­ge­stell­ten For­de­rungs­ka­ta­log zur Bewäl­ti­gung der Coro­na-Kri­se vehe­ment ab. Die­ser beinhal­tet einen Angriff auf Arbeit­neh­mer­rech­te, Tarif­ver­trä­ge und die Mit­be­stim­mung. Bezirks­lei­ter Roman Zit­zels­ber­ger: “Die Arbeit­ge­ber wol­len die Gunst der Stun­de nut­zen, um tarif­po­li­ti­sche Errun­gen­schaf­ten zurück­zu­dre­hen und die Beschäf­tig­ten die Zeche zah­len zu las­sen. Dage­gen wer­den wir uns ent­schie­den zur Wehr set­zen!” Sei­ne For­de­run­gen hat der Arbeit­ge­ber­ver­band heu­te im Rah­men einer Umfra­ge zu den Coro­na-Aus­wir­kun­gen in der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie ver­öf­fent­licht. Obwohl die baden-würt­tem­ber­gi­schen Unter­neh­men beim Kurz­ar­bei­ter­geld vom Gesetz­ge­ber mas­siv ent­las­tet wer­den – durch die Erstat­tung der kom­plet­ten Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge und die zuletzt beschlos­se­ne Auf­sto­ckung der gesetz­li­chen Zuzah­lun­gen – for­dert Süd­west­me­tall unter ande­rem die pau­scha­le Strei­chung tarif­li­cher Zah­lun­gen. Gemäß einer Gesprächs­ver­pflich­tung aus dem jüngs­ten Tarif­ab­schluss für die Metall- und Elek­tro­in­dus­trie wol­len die IG Metall Baden-Würt­tem­berg und Süd­west­me­tall über einen Bei­trag zur Bewäl­ti­gung der Coro­na-Kri­se spre­chen. Aller­dings sagt die Gesprächs­ver­pflich­tung klar, dass dabei die Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten zu berück­sich­ti­gen sind. “Die­sen Punkt blen­den die Arbeit­ge­ber nicht nur aus, son­dern wol­len den Beschäf­tig­ten zusätz­lich noch etwas weg­neh­men – obwohl die­se durch Kurz­ar­beit bereits weni­ger ver­die­nen. Das ist in die­ser Situa­ti­on abso­lut unver­ständ­lich”, so Zit­zels­ber­ger…” Pres­se­mit­tei­lung der IG Metall Baden-Würt­tem­berg vom 08.05.2020 externer Link, sie­he dazu
  • Coro­na-Umfra­ge: Noch mehr Kurz­ar­beit – dras­ti­sche Umsatz­rück­gän­ge erwar­tet
    Die Leit­bran­che der baden-würt­tem­ber­gi­schen Wirt­schaft, die Metall- und Elek­tro­in­dus­trie (M+E) ist knapp zwei Mona­te nach Beginn der mas­si­ven Ein­schrän­kun­gen zur Ein­däm­mung der Coro­na-Pan­de­mie noch tie­fer in die Kri­se gerutscht. Das zeigt die aktu­el­le Umfra­ge des Arbeit­ge­ber­ver­bands Süd­west­me­tall, wonach sich inzwi­schen knapp zwei Drit­tel der Betrie­be in Kurz­ar­beit befin­den und im Schnitt mit einem Umsatz­rück­gang von mehr als 20 Pro­zent für das Gesamt­jahr gerech­net wird. (…) „Wir brau­chen daher ein Maß­nah­men­pa­ket, das zu mehr Ver­trau­en in eine sta­bi­le­re Wirt­schafts­ent­wick­lung bei­trägt. Dazu zäh­len schnellst­mög­lich eine kla­re Ansa­ge für ein umfas­sen­des Pro­gramm zur Sti­mu­lie­rung von Kon­junk­tur und Kon­sum, wei­te­re Ent­las­tun­gen für Unter­neh­men mit Liqui­di­täts­pro­ble­men, ein lang­fris­ti­ges Belas­tungs­mo­ra­to­ri­um für Betrie­be und Beschäf­tig­te, ein pro­fes­sio­nel­les Test- und Tra­cing-Manage­ment zur kon­se­quen­ten Nach­ver­fol­gung und Ein­däm­mung von Neu­in­fek­tio­nen, aber auch einen sub­stan­zi­el­len Bei­trag der Sozi­al- und Tarif­part­ner, der den Betrie­ben dabei hilft, Beschäf­ti­gung zu sichern.“ (…) Einen wich­ti­gen Bei­trag könn­ten dabei auch die Tarif­part­ner gera­de in der baden-würt­tem­ber­gi­schen M+E‑Industrie leis­ten. Hier wür­den näm­lich die tarif­li­chen Zuschüs­se zum Kurz­ar­bei­ter­geld noch stär­ker an der Liqui­di­tät der Unter­neh­men zeh­ren als im Rest der Repu­blik. Hin­zu kämen zusätz­li­che Kos­ten für den Infek­ti­ons­schutz im Betrieb. Dabei gehe es nicht nur um Schutz­wän­de, Klei­dung oder Mas­ken, son­dern z.B. auch um ent­zerr­te Schich­ten, um Kon­tak­te zu ver­rin­gern, so Dick: „Das geschieht vor allem zum Schutz der Mit­ar­bei­ter. Da ist dann nicht ein­zu­se­hen, dass die Betrie­be dafür auch noch zusätz­li­che Spät­zu­schlä­ge zah­len sol­len.“ Süd­west­me­tall habe daher mit der baden­würt­tem­ber­gi­schen IG Metall Gesprä­che auf­ge­nom­men, um über einen Bei­trag die Tarif­par­tei­en bei der Kri­sen­be­wäl­ti­gung und Beschäf­ti­gungs­si­che­rung zu spre­chen…” Pres­se­mit­tei­lung vom 08.05.2020 von und bei Süd­west­me­tall externer Link und dar­in unter den For­de­run­gen: “… Lang­fris­ti­ges Belas­tungs­mo­ra­to­ri­um für Betrie­be und Beschäf­tig­te: Kei­ne wei­te­ren kost­spie­li­gen, nicht mehr zu finan­zie­ren­den sozia­len Wohl­ta­ten (auch die Grund­ren­te muss noch­mals auf den Prüf­stand); Ver­zicht auf wei­te­re Regu­lie­run­gen und büro­kra­ti­sche Belas­tun­gen der Betrie­be wie z.B. Ein­schrän­kung sach­grund­lo­ser Befris­tun­gen, ein­sei­ti­ger Arbeit­neh­mer­an­spruch auf Home­of­fice, über­zo­ge­ne Rege­lun­gen bei der Arbeits­zeit­er­fas­sung; Erleich­te­rung bei gesetz­li­chen Rege­lun­gen, um mehr Fle­xi­bi­li­tät in der wirt­schaft­li­chen Erho­lung zu ermög­li­chen (z.B. bei den Arbeits­zeit­re­ge­lun­gen).”
  • Sie­he auch unser Dos­sier: “Schlim­mer als die Pan­de­mie” – Wirt­schafts­krei­se for­dern Abkehr von Schutz­maß­nah­men: Finanz­schlacht um Covid-19-Pro­fi­te hat begon­nen

Der Bei­trag Angriff mit Ansa­ge: Unter­neh­mer­ver­band Gesamt­me­tall for­dert unver­hoh­len Abbau von Schutz­ge­set­zen und Tarif­rech­ten – IG-Metall-Pro­test zag­haft erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More