[perspektive:] WWF: Rückgang der Artenvielfalt um fast 70 Prozent seit 1970

Laut dem Living Planet Report 2020 ist die Biodiversität des Planeten stark bedroht. Neben einem enormen Artenrückgang sind auch Gewässer und Feuchtgebiete gefährdet.

Aus der 13. Aus­ga­be des Living Pla­net Reports 2020 des WWF geht her­vor, dass auf dem Pla­ne­ten alles wächst und expan­diert – nur die bio­lo­gi­sche Viel­falt abnimmt. Im Zeit­raum von 1970 bis 2016 sei ein Rück­gang von Säu­ge­tie­ren, Vögeln, Amphi­bi­en, Rep­ti­li­en, Fischen und Insek­ten um 68 Pro­zent zu ver­zeich­nen.

Um den Rück­gang der Bio­di­ver­si­tät zu ver­lang­sa­men bzw. umzu­keh­ren, ist laut dem Report eine Kom­bi­na­ti­on aus nach­hal­ti­ger Land­nut­zung und nach­hal­ti­gem Kon­sum von Nöten. Nur so lie­ße sich eine Abnah­me frü­hes­tens ab 2040 umkeh­ren und das Maß der Arten­viel­falt von 2010 könn­te am Ende des Jahr­hun­derts wie­der erreicht wer­den.

Der moderne Kapitalismus trägt die Hauptschuld

Seit Beginn der indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on wur­den Wäl­der, Feucht­ge­bie­te, Moo­re, Flüs­se, Seen und ande­re Öko­sys­te­me durch den Men­schen ver­nich­tet oder maß­geb­lich ver­än­dert. Die­ser Trend setz­te sich bis ins Jahr 1971 fort. Seit die­sem Datum über­steigt die Nach­fra­ge nach nach­wach­sen­den Res­sour­cen durch den Men­schen die jähr­li­che Repro­duk­ti­on des Plan­ten.

„Hap­py Earth Overshoot“-Day

Seit nun­mehr 46 Jah­ren neh­men laut WWF die Wir­bel­tier­be­stän­de kon­ti­nu­ier­lich ab. Seit 1970 durch­schnitt­lich um 68 Pro­zent. Die Arten­viel­falt in Gewäs­sern und Feucht­ge­bie­ten schwin­de eben­falls und sei um 84 Pro­zent zurück­ge­gan­gen. Seit 1700 sind zudem 90 Pro­zent der Feucht­ge­bie­te ver­lo­ren gegan­gen, da sich der Mensch vor allem an Flüs­sen und ande­ren Gewäs­sern ange­sie­delt hat.

Heu­te fin­de der höchs­te Ver­brauch an Res­sour­cen und die öko­no­mi­sche Land­nah­me in Nord­ame­ri­ka, Euro­pa, Aus­tra­li­en und in Chi­na statt. Die­se Regio­nen ver­zeich­nen den höchs­ten öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck des Pla­ne­ten.

Lösungen?

Um dem Trend der umfas­sen­den Umwelt­zer­stö­rung etwas ent­ge­gen set­zen zu kön­nen, schlägt der Report eine Kom­bi­na­ti­on aus ver­schie­de­nen Maß­nah­men vor:

Um den Natur­schutz vor­an­brin­gen zu kön­nen, sei eine Aus­wei­tung von Schutz­ge­bie­ten sowie inten­si­ve Maß­nah­men zur Wie­der­her­stel­lung von Öko­sys­te­men not­wen­dig. Eine Land­nut­zung müs­se die nach­hal­ti­ge Pro­duk­ti­on von Gütern aus Land‑, Forst- und Fische­rei­wirt­schaft berück­sich­ti­gen. Län­der mit einem hohen Fleisch­kon­sum müss­ten die­sen ver­rin­gern und die Ver­schwen­dung von land­wirt­schaf­lti­chen Pro­duk­ten her­un­ter­fah­ren. Laut dem WWF sei ein sol­cher Maß­nah­men­ka­ta­log dazu im Stan­de, den Ver­lust bio­lo­gi­scher Viel­falt zu mini­mie­ren.

Der Bei­trag WWF: Rück­gang der Arten­viel­falt um fast 70 Pro­zent seit 1970 erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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