[gG:] [B] Gerichtsverfahren gegen Nero – Aufruf zur solidarischen Prozessbegleitung

Am Diens­tag, den 15.09.2020, fin­det am Ber­li­ner Amts­ge­richt Tier­gar­ten ein Pro­zess gegen Nero statt. Ihm wird gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung und das Her­bei­füh­ren einer Spreng­stoff­ex­plo­si­on vor­ge­wor­fen. Dies soll wäh­rend sei­ner Inhaf­tie­rung in der JVA Tegel gesche­hen sein. Wir als Unterstützer*innengruppe von Nero rufen dazu auf, die­ses Ver­fah­ren kri­tisch zu beglei­ten.

Laut der Ankla­ge, soll er am 14.12.2018 einen „Blitz­knall­kör­per“ ent­zün­det und in den Bereich der Schließer*innen im B‑Flügel der Teil­an­stalt 2 gewor­fen haben. Damit soll er ver­sucht, bzw. bil­li­gend in Kauf genom­men haben, ande­re an ihrer Gesund­heit zu schä­di­gen. Zu einer Gefähr­dung oder Ver­let­zung ande­rer Men­schen kam es nicht, so ist es in der Ankla­ge­schrift geschrie­ben. Einem wei­te­ren Mit­ge­fan­ge­nen wur­de vor­ge­wor­fen die Tat mit einem Han­dy gefilmt zu haben und damit Hil­fe­leis­tung unter­stellt. Die Ankla­ge gegen ihn wur­de jedoch inzwi­schen fal­len gelas­sen und er wur­de als Zeu­ge vor­ge­la­den.

Nach dem Knall des Böl­lers wur­de in der Teil­an­stalt 2 zuerst ein Alarm aus­ge­löst, dar­auf­hin wur­de die­se ver­schlos­sen. 15 Minu­ten spä­ter wur­de im Haft­raum von Nero ein Han­dy mit einer Video­da­tei gefun­den, wel­che die Böl­ler­ex­plo­si­on doku­men­tie­ren soll.

Die Ermitt­ler sind der Auf­fas­sung, dass die Mög­lich­keit besteht, dass Nero sowohl den Böl­ler gewor­fen, als auch die Explo­si­on auf­ge­nom­men hat. Die Anschul­di­gun­gen gegen Nero wur­den nur erho­ben und sein Haft­raum durch­sucht, weil ein ande­rer Mit­ge­fan­ge­ner gegen­über den Schließer*innen und spä­ter auch gegen­über den Bul­len behaup­tet hat, Nero zur Zeit des Knalls in der Nähe des Bereichs der Schließer*innen gese­hen zu haben. Zwei wei­te­re Gefan­ge­ne behaup­ten Nero kurz vor­her mit „etwas Klei­nem“ in der Hand gese­hen zu haben. Nero wur­de zu jener Zeit bereits durch die Haft­lei­tung bestraft. So führ­ten allein die Anschul­di­gun­gen der Snitch für Nero zu einer Woche Unter­brin­gung in Iso­la­ti­ons­haft.

Wir befür­wor­ten es immer, wenn sich Gefan­ge­ne ihrer Ohn­mäch­tig­keit in Momen­ten der Selbst­er­mäch­ti­gung und des Wider­stands ent­le­di­gen, ohne dar­über zu sin­nie­ren, ob Nero oder wer auch immer zu die­ser Tat geschrit­ten ist. Der ein­zi­ge „Beweis“, den sie anfüh­ren ist die Aus­sa­ge eines Ver­rä­ters, der sich sei­nen eige­nen Unter­drü­ckern anbie­dert, wodurch er sich ver­mut­lich Vor­tei­le erhofft.

Wir sind dank­bar für jede Form von Soli­da­ri­tät und freu­en uns über Betei­li­gung am Pro­zess­ge­sche­hen.

Für eine Gesell­schaft ohne Knäs­te.

  1. Sep­tem­ber 2020 9:00 Uhr, Raum 101

Amts­ge­richt Tier­gar­ten

Turm­stra­ße 91

Es wur­de eine Sicher­heits­ver­fü­gung erlas­sen, somit gibt es Kon­trol­len am Ein­gang und Aus­wei­se kön­nen kopiert wer­den.

https://​free​nero​.black​blogs​.org/

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