[KgK:] C.L.R. James: Warum Schwarze sich dem Krieg widersetzen sollten

Ori­gi­nal Text: C.L.R. James: Why Negroes Should Oppo­se the War

Schwarze und der Krieg

In Euro­pa wütet der Krieg. Wie Woo­d­row Wil­son, sagt auch Roo­se­velt, dass er ver­su­chen wird, Ame­ri­ka raus zu hal­ten, aber wir wis­sen, dass er alle Vor­be­rei­tun­gen getrof­fen hat, um Ame­ri­ka in den Krieg hin­ein­zu­zie­hen.

Das ist die Situa­ti­on, mit der das ame­ri­ka­ni­sche Volk und die gro­ßen Mas­sen auf der gan­zen Welt kon­fron­tiert sind. Die Schwar­zen, hier wie anders­wo, wis­sen, dass gro­ße Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den, die ihre gesam­te Zukunft beein­flus­sen wer­den. Was sol­len sie tun? Was bedeu­tet die­ser Krieg für die Schwar­zen? Was müs­sen sie dar­über den­ken?

Schwar­ze, Brü­der und Schwes­tern, Genos­sen und Freun­de, es nützt nichts, wenn wir uns gegen­sei­tig zuflüs­tern, dass dies ein Krieg der Wei­ßen ist. Der Stand­punkt, den wir heu­te ein­neh­men, wird dazu bei­tra­gen, über das Schick­sal der Welt und über Ihr eige­nes Schick­sal für vie­le, vie­le Jah­re zu ent­schei­den. Roo­se­velts Kriegs­pro­pa­gan­da war für dich und die ande­ren Arbei­ter und Bau­ern Ame­ri­kas in den letz­ten zwei Jah­ren all­ge­gen­wär­tig. Jetzt, da die Stun­de näher rückt, wer­den die Pfar­rer, die Elk Füh­rer (“Ben­evo­lent and Pro­tec­ti­ve Order of Elks”, eine ras­sis­ti­sche Sek­te von Nationalist*innen)”, die repu­bli­ka­ni­schen und demo­kra­ti­schen Schwar­zen Bos­se, die Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­ren, alle ihre Laut­spre­cher ein­schal­ten, ihre Fah­nen schwen­ken und ihre gro­ßen Trom­meln schla­gen, um euch zu ver­wir­ren und euch zur Unter­stüt­zung die­ses Krie­ges zu trei­ben. Aber in euren Her­zen spürt ihr, die Mas­sen des schwar­zen Vol­kes, dass die­ser Krieg nicht euer Krieg ist. Du hast das Gefühl, dass du, dei­ne Ver­wand­ten und Freun­de in der gan­zen Welt, in Ame­ri­ka, in Afri­ka und auf den West­in­di­schen Inseln, ein­mal mehr benutzt und dann bei­sei­te geschleu­dert wer­den. Du hast Recht, aber nur halb Recht. Denn dies­mal wirst du nicht nur benutzt wer­den, son­dern durch die Unter­stüt­zung die­ses Krie­ges wirst du tau­send­mal enger geket­tet wer­den. Die­se Ket­ten, die dich nun an als Pack­esel, Die­ner und Skla­ve der kapi­ta­lis­ti­schen Zivi­li­sa­ti­on fes­seln.

Warum sie die Schwarzen nicht direkt aufrufen

In Ame­ri­ka, Afri­ka und West­in­di­en tra­gen über 150 Mil­lio­nen Schwar­ze auf ihrem gebeug­ten Rücken und ihren schwit­zen­den Glied­ma­ßen eine Last, die grö­ßer ist als die aller ande­ren Men­schen auf der Welt. Wenn die­ser Krieg ein gro­ßer Krieg für Frei­heit und ein bes­se­res Leben ist, hät­te man sich vor allen ande­ren an die Schwar­zen wen­den müs­sen. Sie brau­chen ein bes­se­res Leben und Frei­heit mehr als jedes ande­re Volk. Aber sie­he nur, wie sorg­fäl­tig jeder dar­auf geach­tet hat, die Schwar­zen in der Kriegs­fra­ge nicht direkt anzu­spre­chen. Bei all den Vor­be­rei­tun­gen auf das gro­ße Gemet­zel, bei all der Pro­pa­gan­da, die sich wie eine Flut über uns ergießt, hat es eine gro­ße Ver­schwö­rung des Schwei­gens dar­über gege­ben, wel­che Rol­le der Schwar­ze spie­len muss.

Repu­bli­ka­ni­sche Par­tei, Demo­kra­ti­sche Par­tei, Sozia­lis­ti­sche Par­tei, alle ver­mei­den es sorg­fäl­tig, sich direkt auf die Schwar­zen und den Krieg zu bezie­hen. Sie wer­den über die Schwar­zen und die Erleich­te­rung spre­chen und schrei­ben, über die Schwar­zen und die WPA1, über die Schwar­zen und den New Deal, dar­über, war­um die Schwar­zen frü­her für die Repu­bli­ka­ni­sche Par­tei gestimmt haben und war­um sie jetzt für die Demo­kra­ti­sche Par­tei stim­men. Die Repu­bli­ka­ni­sche Par­tei setzt eine Kom­mis­si­on ein, die Mit­tel und Wege fin­den soll, um die Stim­me der Schwar­zen zurück­zu­ge­win­nen. Die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei weist dar­auf hin, war­um die Schwar­zen Japan und Hit­ler has­sen müs­sen, war­um die Schwar­zen für den New Deal stim­men müs­sen, war­um die Schwar­zen anti­fa­schis­tisch sein müs­sen, war­um die Schwar­zen sich gegen die­je­ni­gen stel­len müs­sen, die Juden angrei­fen. Aber über die Schwar­zen und den Krieg, was die Schwar­zen tun müs­sen, wenn die Trom­meln zu schla­gen begin­nen und die Trom­pe­ten zu bla­sen begin­nen, nicht ein Wort in all die­sen Mona­ten. Die Kriegs­het­zer haben ver­sucht, Schwar­ze als einen Teil des ame­ri­ka­ni­schen Vol­kes in den Krieg zu schmug­geln. Sie haben es nicht gewagt, euch offen zu erklä­ren, war­um du als Schwar­zer an dem Krieg teil­neh­men soll­test. Sie wagen es nicht, die Dis­kus­si­on zu begin­nen. Sie wis­sen, dass ihre Argu­men­te ihnen im Hals ste­cken blei­ben wür­den. Heu­te und erst recht mor­gen wer­den sie ver­su­chen, dich unter dem Deck­man­tel der all­ge­mei­nen Losung: “Unse­re Demo­kra­tie ist in Gefahr”, in den Krieg hin­ein­zu­zie­hen. Eine Par­tei jedoch, die Socia­list Workers Par­ty, hat weder den Schwar­zen noch sonst jeman­dem in die­ser Fra­ge von Leben oder Tod des impe­ria­lis­ti­schen Krie­ges, vor einen Streich zu spie­len. Klar, ein­fach und ohne die Mög­lich­keit miss­ver­stan­den zu wer­den, sagen wir, dass die­ser gegen­wär­ti­ge Krieg, wie auch der letz­te, ein Krieg ist, der mit Mus­keln, Blut und dem Leben der Armen für die Taschen und Bäu­che der Rei­chen geführt wird. Die Armen haben nichts zu gewin­nen und alles zu ver­lie­ren, wenn sie Roo­se­velt in einem Krieg fol­gen, der aus­schließ­lich zum Woh­le der Rei­chen geführt wird. Und vor allem die Schwar­zen, die ärms­ten und am meis­ten unter­drück­ten Men­schen in jedem Land, in dem sie leben, wären die größ­ten Nar­ren, wenn sie sich dies­mal, wie schon beim letz­ten Mal, täu­schen lie­ßen. Wir sind zuver­sicht­lich, dass die gro­ße Mehr­heit der Schwar­zen, die die­se Fra­ge mit der Ernst­haf­tig­keit betrach­ten, die sie ver­dient, unwei­ger­lich zu dem Schluss kom­men wird, dass sie bis zum bit­te­ren Ende gegen den Krieg kämp­fen müs­sen.

Das ist unse­re Posi­ti­on. Die Socia­list Workers Par­ty hat vor dem Schwar­zen nichts zu ver­ber­gen. Sie sagt zu ihm, was sie den Armen- Wei­ßen, Schwar­zen in Afri­ka, Indern in Indi­en – über­all sagt: „Brü­der und Schwes­tern, wel­cher Haut­far­be auch immer, die­ser Krieg ist nicht unser Krieg. Wir wer­den ihn nicht unter­stüt­zen. Wir, die Arbei­ter, die armen Bau­ern in jedem Land, Wei­ße, Schwar­ze und Brau­ne, wer­den uns nicht auf Befehl Cham­ber­lains2, oder Hit­lers umbrin­gen – auf Anwei­sung Roo­se­velts oder des japa­ni­schen Mika­do3. Wir wer­den für eine brü­der­li­che Ein­heit zwi­schen allen Armen in jedem Land gegen alle Rei­chen kämp­fen. Das ist der Krieg, den wir füh­ren wer­den. Nie­der mit dem impe­ria­lis­ti­schen Krieg!“

Roosevelt ist bereit für den Krieg

Bevor Hit­ler in Polen ein­mar­schier­te, hoff­ten sehr vie­le Men­schen gegen alle Hoff­nung, dass es doch nicht zum Krieg kom­men wür­de. Das ist nur sich wie der Strauß zu beneh­men und so zu tun, als ob etwas nicht da wäre, denn mit dem Kopf in den Boden gegra­ben, kön­nen wir es nicht sehen. Jetzt, heu­te, hof­fen sie immer noch, dass Ame­ri­ka nicht hin­ein­geht. Sie ver­trau­en Roo­se­velt, wenn er sagt, er wer­de ver­su­chen, Ame­ri­ka drau­ßen zu hal­ten. Die­se Men­schen sind blind für die Zei­chen der Zeit. Jeder Schritt, den Roo­se­velt macht, zielt dar­auf ab, Ame­ri­ka hin­ein­zu­zie­hen.

Lass uns die Fra­ge der Rüs­tung beleuch­ten. In den letz­ten fünf Jah­ren hat jedes gro­ße Land sei­ne Rüs­tung ver­dop­pelt und ver­drei­facht. Geschüt­ze und mehr Geschüt­ze, Schlacht­schif­fe, U‑Boote und Flug­zeu­ge; Sol­da­ten und mehr Sol­da­ten. Wäh­rend Groß­bri­tan­ni­en 1932 426 Mil­lio­nen Dol­lar für Rüs­tung aus­gab, gab es nun 1938 1.065 Mil­lio­nen Dol­lar aus. Hit­ler mach­te Deutsch­land zu einer ein­zi­gen gro­ßen Rüs­tungs­in­dus­trie. Bei­de rüs­te­ten für den Krieg, von dem sie wuss­ten, dass er kom­men wür­de. Aber die Ver­ei­nig­ten Staa­ten taten das­sel­be. 1932 bat Roo­se­velt den Kon­gress um 667 Mil­lio­nen Dol­lar, aber 1938 for­der­te und erhielt er 1.065 Mil­lio­nen, fast dop­pelt so viel, und 1939 erhielt er zwei Mil­li­ar­den. War­um? Er und der Kon­gress wis­sen, wie die ande­ren Kriegs­het­zer in Euro­pa, dass heu­te kein Land Ame­ri­ka angrei­fen kann. Aber Roo­se­velt und die ame­ri­ka­ni­schen Kapi­ta­lis­ten wer­den sich nicht her­aus­hal­ten, wenn die ande­ren impe­ria­lis­ti­schen Län­der dar­um kämp­fen, Asi­en und Afri­ka und die Märk­te in Latein­ame­ri­ka zu spal­ten. Sie müs­sen da sein, um an der Tei­lung teil­zu­ha­ben. Wenn wir also allen spek­ta­ku­lä­ren Frie­dens­ap­pel­len Roo­se­velts gegen­über ein tau­bes Ohr zuwen­den und nicht auf das ach­ten, was er sagt, son­dern auf das was er tut, kön­nen wir sehen, dass er wie alle ande­ren sei­ne Kriegs­hand­lun­gen hin­ter einer Mas­se von Wor­ten für den Frie­den ver­birgt. Den­ken wir dar­an, dass Wil­son 1917 den­sel­ben Streich gespielt hat.

Schwarze als Kanonenfutter gesucht

Roo­se­velt berei­tet sich auf den Ein­satz vor. Die schmut­zi­ge, blu­ti­ge Arbeit wird getan wer­den, und wie immer, wenn schmut­zi­ge Arbeit getan wer­den muss, wer­den die Schwar­zen den schmut­zigs­ten Teil der Arbeit erle­di­gen müs­sen. Wann immer Blut ver­gos­sen wer­den muss, sor­gen die Herr­scher die­ses Lan­des dafür, dass die Schwar­zen das ihre ver­gie­ßen. Das ist ein Pri­vi­leg und eine Ehre, die sie den Schwar­zen nie­mals vor­ent­hal­ten. Sie neh­men ihm sei­ne Stim­me weg, geben ihm die schlimms­ten Jobs, schie­ben ihn in die schmut­zigs­ten Slums, wer­fen ihn aus Restau­rants, lyn­chen ihn. Aber wenn sie wol­len, dass Men­schen für die „Demo­kra­tie“ ster­ben, dass in Frank­reich Grä­ben aus­ge­ho­ben wer­den, dass Stra­ßen gebaut wer­den, dass Latri­nen gerei­nigt wer­den, wäh­rend feind­li­che Bom­ber ihre Bom­ben reg­nen las­sen, dann wer­den sie mit Sicher­heit nach Schwar­zen suchen. Dort sind die Macht­ha­ber die­ses Lan­des durch­aus bereit, dafür zu sor­gen, dass die Schwar­zen ihre vol­len Rech­te haben.
Aber 1939 ist nicht 1914. Heu­te sagen sich Hun­dert­tau­sen­de von Schwar­zen:

„War­um soll­te ich mein Blut für Roo­se­velts Ame­ri­ka ver­gie­ßen, für Cot­ton Ed Smith und Sena­tor Bil­bo, für die gan­ze Jim Crow, den Schwar­zen has­sen­den Süden, für die schlecht bezahl­ten, schmut­zi­gen Jobs, für die die Schwar­zen kämp­fen müs­sen, für die weni­gen Dol­lar an Hilfs­gel­dern und die Belei­di­gun­gen, die Dis­kri­mi­nie­rung, die Bru­ta­li­tät der Poli­zei und die fort­wäh­ren­de Armut, zu der die Schwar­zen selbst im libe­ra­le­ren Nor­den ver­ur­teilt sind?”

Wenn der gewöhn­li­che arbei­ten­de Schwar­ze die­se Fra­ge stellt, was kön­nen die Kriegs­het­zer ihm dann sagen? Gar nichts. Nichts als Lügen und lee­re Ver­spre­chun­gen über eine bes­se­re Behand­lung in der Zukunft.
Neh­men wir die von den Kriegs­het­zern vor­ge­brach­ten Argu­men­te, eins nach dem ande­ren. Ein Repu­bli­ka­ner wie Lan­don, ein Demo­krat wie Roo­se­velt oder Hull4 sagt allen (natür­lich auch dem Schwar­zen), dass der Krieg, der jetzt in Euro­pa geführt wird, ein Krieg gegen die Aggres­si­on ist, ein Krieg für „Demo­kra­tie“, für die „Bewah­rung der mensch­li­chen Frei­hei­ten“ und der­glei­chen. Sie sagen dies, weil sie, obwohl sie vom Frie­den spre­chen, in Wirk­lich­keit den Ver­stand der Arbei­ter auf den Krieg vor­be­rei­ten.
Der durch­schnitt­li­che Schwar­ze lebt das Leben eines Aus­ge­sto­ße­nen im Nor­den. Er hat dort kaum wirk­lich “Demo­kra­tie“. Aber gehe heu­te nach Mem­phis, Hous­ton, Dal­las, New Orleans, Jack­son­vil­le, Bir­ming­ham, Mobi­le, in den gan­zen Süden, wo etwa neun oder zehn Mil­lio­nen Schwar­ze leben, und sage ihnen, sie sol­len für „Demo­kra­tie“ kämp­fen. Die „Demo­kra­tie“ des Südens ist so groß, dass die Schwar­zen in vie­len Städ­ten nicht mit den Wei­ßen in einem Raum sit­zen könn­ten, um zu hören, war­um sie für die „Demo­kra­tie“ ster­ben soll­ten. Es gibt Tau­sen­de von Hotels im Süden, in denen, wenn ein Schwar­zer es wag­te, sei­ne Nase am Haupt­ein­gang zu zei­gen, drei Haus­meis­ter auf ihn fal­len und ihn in die Gos­se wer­fen wür­den, wor­auf­hin ihn die Poli­zei ver­prü­gel­te und ins Gefäng­nis brach­te. In vie­len Städ­ten ris­kier­te er, wenn er sich in die Nähe der Wahl­ka­bi­ne begab, ver­prü­gelt und viel­leicht erschos­sen zu wer­den. In Städ­ten im Süden muss er aus dem Hin­ter­ein­gang eines Bus­ses her­aus­kom­men, sonst könn­te ihn jeder wei­ße Poli­zist in der Nähe mit Kugeln durch­lö­chern.

Roosevelts Partei regiert im Süden

Und es ist die Demo­kra­ti­sche Par­tei, die Par­tei von Fran­k­lin Roo­se­velt, die die Regie­run­gen der Bun­des­staa­ten im Süden kon­trol­liert. Strei­te mit die­sen Demo­kra­ten über den vier­zehn­ten und fünf­zehn­ten Zusatz­ar­ti­kel, der die poli­ti­schen Rech­te der Schwar­zen „garan­tiert“. Wenn du dar­auf bestehen, erhältst du vier­zehn oder fünf­zehn Kugeln. Das ist die ein­zi­ge Art von Ände­rungs­an­trag, die die Süd­de­mo­kra­ten den Schwar­zen seit vie­len Jah­ren gestat­ten. Sodass die gro­ße Mehr­heit der Schwar­zen im Süden Roo­se­velt und Hull sagen wird: „Was ist das für eine Demo­kra­tie, für die ich kämp­fen soll? Wo ist die­se Demo­kra­tie, für die ich kämp­fen soll? Seit wann sind Cot­ton Ed Smith, Sena­tor Bil­bo und die Demo­kra­ti­sche Par­tei von Fran­k­lin Roo­se­velt mei­ne bes­ten Freun­de? War­um muss ich für sie ster­ben? Ich habe kei­ne Angst davor zu kämp­fen. Schwar­ze gehör­ten zu den größ­ten Kämp­fern der Geschich­te. Aber die Demo­kra­tie, für die ich kämp­fen möch­te, wird mir von Hit­ler nicht vor­ent­hal­ten. Ich ken­ne die Men­schen, die mich fünf­und­sieb­zig Jah­re lang durch Geweh­re und Revol­ver, durch Staats­ge­setz und Lynch­jus­tiz von ihr fern­ge­hal­ten haben. Ihr, Fran­k­lin Roo­se­velt, Cor­dell Hull und Jack Gar­ner, sagen uns, war­um wir gehen und unser Blut für etwas ver­gie­ßen müs­sen, das wir nie hat­ten“.

„Wir Ame­ri­ka­ner müs­sen gegen die Aggres­si­on kämp­fen“, sagen Fran­k­lin Roo­se­velt und Cor­dell Hull und ver­su­chen, ame­ri­ka­ni­sche Arbei­ter, Wei­ße und Schwar­ze, in den Krieg zu trei­ben. Kein Wun­der, dass all die­se Poli­ti­ker so viel Angst davor haben, die Fra­ge des Krie­ges direkt den Schwar­zen zu stel­len. Jedes Wort, das sie sagen, wird zu Asche in ihren Mün­dern. Eini­gen wir uns dar­auf, dass die Schwar­zen gegen die Aggres­si­on kämp­fen müs­sen. Aber wer sind die Aggres­so­ren gegen die Schwar­zen? Hit­ler? Das ist doch Unsinn. Die Süd­staat­ler der Demo­kra­ti­schen Par­tei sind die größ­ten Aggres­so­ren gegen die Schwar­zen in der ame­ri­ka­ni­schen Geschich­te, und der Nor­den steht ihnen nicht weit nach. „Oh! aber wir mei­nen Aggres­si­on im Aus­land, Aggres­si­on von Mus­so­li­ni, Hit­ler und Japan“, sagen Roo­se­velt und Hull. Der Schwar­ze wird sofort ant­wor­ten: „Und war­um habt ihr Äthio­pi­en nicht gehol­fen, wenn ihr die Aggres­si­on so hasst?

Was diese Demokraten Äthiopien angetan haben

Äthio­pi­en war das letz­te freie Teil Afri­kas. Mus­so­li­ni ent­schied, dass er es woll­te. Der Völ­ker­bund hat­te geschwo­ren, es zu ver­tei­di­gen. Jeder Schwar­ze mit einem Fun­ken Stolz weiß, was gesche­hen ist, und erin­nert sich mit berech­tig­ter Bit­ter­keit dar­an. Obwohl sie es geschwo­ren hat­ten, Sie schütz­ten Äthio­pi­en nicht, sie ver­hin­der­ten sogar, dass Waf­fen nach Äthio­pi­en gelie­fert wer­den, wäh­rend sie mit Mus­so­li­ni ver­han­del­ten. Sie fie­len Äthio­pi­en in den Rücken – Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Ame­ri­ka, die­se gro­ßen „Demo­kra­tien“. (Und Sta­lin, der behaup­tet, ein Freund der Schwar­zen zu sein, ver­kauf­te wäh­rend der gesam­ten ita­lie­ni­schen Kam­pa­gne Öl an Ita­li­en). Jetzt kommt Roo­se­velt ange­rannt, um allen guten Ame­ri­ka­nern (natür­lich auch den Schwar­zen) zu sagen, dass sie gegen die Aggres­si­on kämp­fen müs­sen.

Und wer wird den Kampf gegen die­se Aggres­si­on füh­ren ? Die Arbei­ter, wie immer. Roo­se­velt, Hull und Lan­don machen sich bereit, die Arbei­ter Ame­ri­kas in den Krieg zu drän­gen. Dies sind genau die Män­ner, die aktiv mit Mus­so­li­ni bei der Zer­stö­rung des letz­ten unab­hän­gi­gen afri­ka­ni­schen Staa­tes zusam­men­ge­ar­bei­tet haben.

Warum sollten Schwarze dem Staat vertrauen?

Oder wie­der wird ein Schwar­zer fra­gen: „War­um soll­te ich euch ver­trau­en? Jenen, die den letz­ten afri­ka­ni­schen Staat ver­ra­ten haben. Soll ich für Polen kämp­fen und einen Streit zwi­schen Groß­bri­tan­ni­en und Deutsch­land schlich­ten? Habe ich nichts ande­res, wofür es sich zu kämp­fen lohnt? Ich bin nicht so ein Narr, dass ich nicht weiß, dass inter­na­tio­na­le Ange­le­gen­hei­ten wich­tig sind. Wenn die Afri­ka­ner in Afri­ka für die Frei­heit kämp­fen, wie die Äthio­pi­er gekämpft haben und immer noch kämp­fen, wer­de ich alles tun, was ich kann, um zu hel­fen. Die Inder sind ein unter­drück­tes Volk, und wenn sie dafür kämp­fen, Groß­bri­tan­ni­en zu ver­trei­ben, unter­stüt­ze ich sie. Schwar­ze gin­gen nach Spa­ni­en, um gegen Fran­co zu kämp­fen. Das war eine gute Sache für Men­schen, die jahr­hun­der­te­lang unter Unter­drü­ckung gelit­ten haben. Aber alle Impe­ria­lis­ten sind Unter­drü­cker. Als die Tsche­cho­slo­wa­kei zer­stü­ckelt wur­de, waren es das faschis­ti­sche Deutsch­land, Ungarn und eben die­ses Polen, die die Tsche­cho­slo­wa­kei geteilt haben. Dann began­nen Deutsch­land und Polen um den­sel­ben Kno­chen zu kämp­fen. Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich wuss­ten, dass dies nur der Anfang eines Kamp­fes um die Welt­macht war. Also tra­ten sie sofort an. Aber sagt mir, Fran­k­lin Roo­se­velt und Cor­dell Hull, war­um muss ich, ein Schwar­zer, euch da hin­ein fol­gen?“

Die größte Lüge von allen

Dann kom­men wir zum letz­ten Argu­ment. „Es geht nicht um Deutsch­land und Polen und Dan­zig. Aber Recht, Zivi­li­sa­ti­on und Frei­heit sind durch die faschis­ti­sche Aggres­si­on in Gefahr, und die Men­schen in Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Ame­ri­ka und Bel­gi­en müs­sen sich im Kampf gegen die Aggres­si­on ver­bün­den.” Von all den gro­ßen Lügen, die erzählt wer­den, um das Volk in den Krieg zu trei­ben, ist die­se über den Krieg um die Zivi­li­sa­ti­on die größ­te.

Es gibt heu­te über 150 Mil­lio­nen Schwar­ze auf der Welt. In Ame­ri­ka gibt es fünf­zehn Mil­lio­nen. Sie sind die am schlech­tes­ten bezahl­ten, am meist ernied­rig­ten, am meis­ten ver­ach­te­ten Men­schen in die­sem Land, und im Süden, wo vier Fünf­tel von ihnen leben, wer­den sie wie die Juden in Deutsch­land behan­delt. Wir wis­sen, wie die­se gro­ße „Demo­kra­tie“ die Schwar­zen im Süden ter­ro­ri­siert und wie sie die Schwar­zen im Nor­den dis­kri­mi­niert.

Als Roo­se­velt und ande­re soge­nann­te Lieb­ha­ber der „Demo­kra­tie“ bei Hit­ler gegen sei­ne Behand­lung der Juden pro­tes­tier­ten, lach­te Hit­ler höh­nisch und ant­wor­te­te: „Sehen sie nur, wie sie die Schwar­zen behan­deln. Ich habe gelernt, wie man Juden ver­folgt, indem ich die Art und Wei­se stu­diert habe, in der ihr Ame­ri­ka­ner die Schwar­zen ver­folgt“. Roo­se­velt hat dar­auf kei­ne Ant­wort. Den­noch wird er die Schwar­zen auf­for­dern, gegen Hit­ler in den Krieg zu zie­hen.

Die „demokratische“ Herrschaft in Afrika

Krieg zur Ver­tei­di­gung von „Demo­kra­tie“ und Zivi­li­sa­ti­on? Lügen. Wenn wir uns Afri­ka anse­hen, sehen wir, wie scham­los die Lüge ist, dass Bel­gi­en, Frank­reich und Ame­ri­ka jeden Krieg für Frei­heit und Zivi­li­sa­ti­on füh­ren wer­den. Denn gera­de in Afri­ka haben Schwar­ze jah­re­lang die schlimms­ten faschis­ti­schen Fol­te­run­gen erlit­ten und erlei­den sie auch heu­te noch. Und durch die Hand von wem? Nicht durch Hit­ler und den deut­schen Impe­ria­lis­mus. Deutsch­land hat nicht einen Zen­ti­me­ter Land in Afri­ka. Das ist eines der Din­ge, um die es in die­sem Krieg geht, die Tei­lung Afri­kas. Hit­ler will etwas von Afri­ka, aber bis jetzt hat er jeden­falls keins. Japan hat kei­nen Zen­ti­me­ter in Afri­ka und ist heu­te viel zu sehr damit beschäf­tigt, die Hälf­te von Chi­na zu steh­len. Mus­so­li­ni kon­trol­liert eine klei­ne Zahl von Afri­ka­nern. Wer ist es also, der den Afri­ka­nern Afri­ka weg­ge­nom­men hat? Wer sonst als Groß­bri­tan­ni­en mit sech­zig Mil­lio­nen afri­ka­ni­scher Skla­ven und Frank­reich mit wei­te­ren vier­zig Mil­lio­nen und das „demo­kra­ti­sche“ klei­ne Bel­gi­en, wenig in Euro­pa, aber mit einem gro­ßen Stück Afri­ka und zwölf Mil­lio­nen Schwar­zen unter sei­ner Kon­trol­le. Die­se „Demo­kra­tien“ sind die Die­be. Und wie behan­deln sie die Afri­ka­ner?

Wir alle wis­sen, wie die Schwar­zen in Ame­ri­ka lei­den. Aber man muss nach Afri­ka gehen, um zu sehen, wie bru­tal die „Demo­kra­tien“ mit den Schwar­zen umge­hen. In Süd­afri­ka kann ein Schwar­zer nicht ein­mal eine Brief­mar­ke am sel­ben Ort kau­fen, an dem ein Wei­ßer eine Brief­mar­ke kauft. Sogar im Post­amt gibt es ein spe­zi­el­les Fens­ter für ihn. Er wohnt in einem ihm zuge­wie­se­nen Stadt­teil und kann dort nach neun Uhr nicht ohne einen von einem Wei­ßen unter­schrie­be­nen Pas­sier­schein abrei­sen. Jeder Wei­ße, jeder dre­cki­ge Trun­ken­bold eines Eng­län­ders oder Buren, kann einen Pass für einen nüch­ter­nen, sich selbst respek­tie­ren­den, hart arbei­ten­den Schwar­zen unter­schrei­ben. Aber jeder Schwar­ze, der sich nach neun Uhr ohne Pas­sier­schein aus­ser­halb des Schwar­zen­vier­tels auf­hält, wird von dem ers­ten Poli­zis­ten ein­ge­sperrt, der ihn anhält. Es gibt nicht mal zehn far­bi­ge Ärz­te in der süd­afri­ka­ni­schen Uni­on5, wo über sie­ben Mil­lio­nen Schwar­ze leben, und die Impe­ria­lis­ten sind dort seit 400 Jah­ren. Das ist die Kul­tur und Zivi­li­sa­ti­on, die sie den Afri­ka­nern in Süd­afri­ka geben.

In Kenia kön­nen sich nicht mehr als fünf Men­schen ohne poli­zei­li­che Geneh­mi­gung tref­fen. Eines Tages gin­gen sechs von ihnen nach der Kir­che nach Hau­se, um eine Tas­se Tee zu trin­ken. Ein Poli­zist kommt her­ein. „Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. Das ist Auf­ruhr. Ihr seid ver­haf­tet.“ Sie wur­den ins Gefäng­nis gebracht und am nächs­ten Tag zu einer Geld­stra­fe ver­ur­teilt. Jeder erwerbs­tä­ti­ge Afri­ka­ner in Kenia wird mit Fin­ger­ab­drü­cken ver­se­hen und muss die­se mit sich her­um­tra­gen, wohin er auch geht. Wird er ohne ihn erwischt, kommt er ins Gefäng­nis. Der Lohn in Rho­de­si­en und Kenia beträgt manch­mal vier, manch­mal zehn Cent pro Tag. Ein Schwar­zer ist für die­se Men­schen nicht mehr als ein Hund. Und dies unter der Herr­schaft der gro­ßen „demo­kra­ti­schen“ Län­der Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich und Bel­gi­en. Er sei ein dre­cki­ger Ver­rä­ter, der den Schwar­zen sagt, dass sie zum Woh­le der Zivi­li­sa­ti­on für die „Demo­kra­tien“ in den Krieg zie­hen müs­sen. Sind die Schwar­zen nicht Teil der Zivi­li­sa­ti­on?

Wie sind die „demo­kra­ti­schen“ impe­ria­lis­ti­schen Natio­nen nach Afri­ka gekom­men? Sie kamen, als Hit­ler Öster­reich und die Tsche­cho­slo­wa­kei nahm. Hit­ler log, mach­te Ver­spre­chun­gen und brach sie, bestach und schick­te Arme­en, um alle, die Wider­stand leis­te­ten, zu mas­sa­krie­ren. Genau­so raub­ten die­se gro­ßen „Demo­kra­tien“ die Afri­ka­ner Land für Land aus und hal­ten sie immer noch in Ket­ten. Und jetzt berei­ten Roo­se­velt und sei­ne Freun­de die Arbei­ter dar­auf vor, für die gro­ßen „Demo­kra­tien“ zu kämp­fen und ihr Blut zu ver­gie­ßen.

Was wer­den die Schwar­zen bekom­men? Ihr Land zurück­ge­win­nen? Als freie Men­schen leben? Ganz und gar nicht. Sie müs­sen Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich im Kampf gegen Hit­ler und Göring hel­fen, über Dan­zig und den pol­ni­schen Kor­ri­dor und dar­über, wer die chi­ne­si­schen und latein­ame­ri­ka­ni­schen Märk­te beherr­schen und wer Afri­ka beherr­schen soll­te.

Erinnert euch, was sie 1914 taten

Die­se impe­ria­lis­ti­schen Ban­di­ten ermu­tig­ten die Arbei­ter im letz­ten Krieg mit dem glei­chen Gere­de über Demo­kra­tie, Frei­heit und Zivi­li­sa­ti­on zur Rech­ten. Aber nach­dem sie Deutsch­land besiegt hat­ten, über­nah­men Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich und Bel­gi­en ein­fach die deut­schen Kolo­nien und behan­del­ten die Schwar­zen wei­ter­hin wie zuvor. Jetzt füh­ren sie einen wei­te­ren Krieg. Wenn die Faschis­ten gewin­nen, wer­den sie die Kolo­nien zurück­er­obern. Wenn die „Demo­kra­tien“ gewin­nen, wer­den sie sie behal­ten. Aber ob die „Demo­kra­tien“ gewin­nen oder die Faschis­ten gewin­nen, die Afri­ka­ner blei­ben Skla­ven in ihrem eige­nen Land.

Nun haben Repu­bli­ka­ner wie Dew­ey und Demo­kra­ten wie Roo­se­velt, Män­ner wie John L. Lewis6 und Wil­liam Green7, alle­samt Kriegs­het­zer für „Demo­kra­tie“, den Schwar­zen hier nie etwas über die Situa­ti­on der Schwar­zen in Afri­ka erzählt. Lewis ermu­tig­te die Schwar­zen, sich der CIO (Gewerk­schaft) anzu­schlie­ßen, und die Schwar­zen taten gut dar­an dies zu tun. Aber wenn Lewis den Schwar­zen sagt, dass sie für die Demo­kra­tie kämp­fen sol­len, was er ganz sicher tun wird, müs­sen sie ihm ein­fach die glei­chen Fra­gen stel­len wie Fran­k­lin Roo­se­velt, und Lewis wird kei­ne bes­se­re Ant­wort geben kön­nen.

Aber James Ford und Brow­der und die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei sind eine beson­de­re Grup­pe. Vie­le Jah­re lang gaben sie sich als die Freun­de der Schwar­zen aus, bereit sie aus ihrer Knecht­schaft her­aus­zu­füh­ren. Die­se Leu­te unter­stüt­zen alles was Sta­lin tut, so dass sie als Sta­li­nis­ten, d.h. als Sta­lins Agen­ten, bezeich­net wer­den, aber damals kämpf­ten sie noch hart für die Schwar­zen. Zum Bei­spiel James Ford, ein schwar­zer Sta­li­nist, schreibt in einem Arti­kel: „Der Schwar­ze und der Kampf gegen den Impe­ria­lis­mus“:

„Die ein­hei­mi­sche Bevöl­ke­rung hat (in Süd­afri­ka) kein Wahl­recht (mit Aus­nah­me der Kap-Pro­vinz), die Macht des Staa­tes ist von der wei­ßen Bour­geoi­sie mono­po­li­siert wor­den, die über die wei­ßen Streit­kräf­te ver­fügt. Die wei­ße Bour­geoi­sie, vor allem die Buren, die am Ende des letz­ten Jahr­hun­derts von den Waf­fen des bri­ti­schen Impe­ria­lis­mus besiegt wur­den, hat­ten lan­ge Zeit einen Streit mit dem bri­ti­schen Kapi­tal geführt. Doch in dem Maße, wie der kapi­ta­lis­ti­sche Ent­wick­lungs­pro­zess im Land vor­an­schrei­tet, ver­mi­schen sich die Inter­es­sen der süd­afri­ka­ni­schen Bour­geoi­sie mehr und mehr mit den Inter­es­sen des bri­ti­schen Finanz- und Indus­trie­ka­pi­tals, und die wei­ße süd­afri­ka­ni­sche Bour­geoi­sie neigt immer mehr dazu, Kom­pro­mis­se mit dem bri­ti­schen Impe­ria­lis­mus ein­zu­ge­hen und mit die­sem zusam­men eine Ein­heits­front der Wei­ßen für die Aus­beu­tung der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung zu bil­den“.

Situation hat sich verschlechtert

Das schrieb Ford in The Com­mu­nist (Janu­ar 1930, S. 27). Hat sich die Situa­ti­on geän­dert? Ja, das hat sie. Die Stim­men, die eini­ge Schwar­ze am Kap hat­ten (auf die sich Ford bezog), wur­den ihnen weg­ge­nom­men. Sie sind also schlech­ter dran als zuvor.

Wir könn­ten Dut­zen­de sol­cher Pas­sa­gen aus den Schrif­ten der Sta­li­nis­ten dru­cken. Noch vor drei Jah­ren hat­te Ben Davis jr. über die Schwar­zen in Ame­ri­ka fol­gen­des zu sagen

„Die Kra­ke der natio­na­len Unter­drü­ckung streckt ihre Arme aus, um die Schwar­zen zu jagen, wo immer sie sind. Im Sep­tem­ber gab es eine Wie­der­be­le­bung des Klu-Klux-Klan in Peeks­kill, New York, mit dem Ver­spre­chen, wie­der gegen Schwar­ze, Katho­li­ken und Juden vor­zu­ge­hen. In Allen­town, PA, wo James W. Ford im August letz­ten Jah­res eine Wahl­kampf­re­de hal­ten soll­te, gab der Klu-Klux-Klan Flug­blät­ter her­aus, in denen stand, dass die Stadt ‚mit Schwarz­blut trie­fen wür­de‘, wenn Ford spre­chen wür­de.

Damit unter­schied sich die­ser Schwar­ze Sta­li­nist von Roo­se­velt. Er ver­barg die Not­la­ge der Schwar­zen im Süden nicht.

Diskriminierung in Harlem

Und er wuss­te über die Situa­ti­on in Har­lem Bescheid. „Die­se reak­tio­nä­ren Prak­ti­ken gegen die Schwar­zen gin­gen mit den uner­bitt­lichs­ten Angrif­fen gegen den ohne­hin schon nied­ri­gen Lebens­stan­dard der schwar­zen Mas­sen ein­her. In Har­lem, dem größ­ten städ­ti­schen Zen­trum für Schwar­ze in der Welt, ist die Dis­kri­mi­nie­rung am Arbeits­platz weit ver­brei­tet, und die Arbeits­lo­sig­keit wird vom New Yor­ker World-Tele­gram, einer kapi­ta­lis­ti­schen Tages­zei­tung, auf über acht­zig Pro­zent geschätzt. Ähn­li­che Situa­tio­nen; mehr oder weni­ger akut, im gan­zen Land, bekräf­ti­gen das Axi­om (o.a. Urteil), dass reak­tio­nä­re Laden­be­sit­zer ihre schwers­ten Las­ten den schwar­zen Lohn­emp­fän­gern auf­bür­den“.

Den­noch sag­ten die Sta­li­nis­ten jah­re­lang den Schwar­zen und allen ande­ren, dass sie die­se „Demo­kra­tie“ ver­tei­di­gen müss­ten.

Und wenn Ford, Davis, Pat­ter­son und ande­re Schwar­zen Sta­li­nis­ten, sagen, „ver­tei­di­gen“ bedeu­te­te das, dass die Schwar­zen gehen und für die­se „Demo­kra­tie“ kämp­fen müss­ten. Die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei sag­te, dass alle Arbei­ter (ein­schließ­lich der Schwar­zen) Roo­se­velt unter­stüt­zen soll­ten, und Roo­se­velt berei­te­te sich dar­auf vor, Ame­ri­ka hin­ein­zu­zie­hen.

Es soll­te jetzt jedem Schwar­zen klar sein, dass die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei heu­te ein eben­so gro­ßer Betrü­ger des schwar­zen Vol­kes ist wie die Repu­bli­ka­ni­sche und die Demo­kra­ti­sche Par­tei. Es gab eine Zeit, in der die Kom­mu­nis­ten und Sowjet­russ­land die größ­ten Füh­rer der Armen und Unter­drück­ten in jedem Land ein­schließ­lich der Schwar­zen waren. Sie rie­fen alle Arbei­ter und Bau­ern dazu auf, über­all gegen Impe­ria­lis­ten und Kapi­ta­lis­ten zu kämp­fen, vor allem in einem Krieg. Aber die­se Tage sind vor­bei, und sie sind seit vie­len Jah­ren vor­bei.

Sta­lin ver­kauf­te wäh­rend des gesam­ten Mar­ty­ri­ums von Äthio­pi­en, Öl an Ita­li­en. Das ist Beweis genug für jeden Schwar­zen. Fünf Jah­re lang haben Sta­lin und die ame­ri­ka­ni­schen Sta­li­nis­ten die Schwar­zen und alle Arbei­ter ermu­tigt, für die bri­ti­schen und fran­zö­si­schen „Demo­kra­tien“ gegen Hit­ler und Mus­so­li­ni zu kämp­fen. Und nach­dem er die Arbei­ter ermu­tigt hat­te, die „Demo­kra­tien“ zu unter­stüt­zen, schloss sich Sta­lin Hit­ler an. In weni­gen Tagen änder­ten sich die Sta­li­nis­ten. Wenn Ame­ri­ka mit­mach­te, wür­de es sich den „Demo­kra­tien“ anschlie­ßen. Dies bedeu­te­te, dass Hit­ler und sein neu­er Freund, Sta­lin, das mäch­ti­ge Land Ame­ri­ka gegen sich haben wür­de. So sagen die Sta­li­nis­ten nun den Schwar­zen, sie sol­len hel­fen, Ame­ri­ka aus dem Krieg her­aus­zu­hal­ten. Mor­gen jedoch, wenn Sta­lin sei­ne Mei­nung ändert, wer­den sie ihre auch wie­der ändern. Sie benut­zen die Arbei­ter als eine Bequem­lich­keit für Sta­lin, und Mil­lio­nen von Arbei­tern auf die­se Wei­se zu täu­schen, ist das größ­te Ver­bre­chen, des­sen sich jeder Anfüh­rer oder jede Par­tei der Arbei­ter­klas­se schul­dig machen kann. War­um tun sie das?

Revolutionäre regieren Russland nicht mehr

Sie tun es, weil Revo­lu­tio­nä­re wie Lenin und Trotz­ki Russ­land nicht mehr regie­ren. Sta­lin und Mil­lio­nen von Beam­ten, Inge­nieu­ren, Gewerk­schafts­bü­ro­kra­ten und ande­re haben das Land jetzt in ihrer Gewalt. Sie füh­ren ein ein­fa­ches Leben mit gro­ßer Macht und Pri­vi­le­gi­en. Sie unter­drü­cken das rus­si­sche Volk, sie ermor­den all die alten Revo­lu­tio­nä­re wie Sino­wjew und Kamen­ev in abge­kar­te­ten Pro­zes­sen, sie haben es mehr­mals ver­sucht und ver­su­chen immer noch, Trotz­ki, den letz­ten der gro­ßen Revo­lu­tio­nä­re, zu ermor­den. Sie wol­len nir­gend­wo eine Revo­lu­ti­on. Büro­kra­ten wol­len sie nie. Sie wol­len die Revo­lu­ti­on ver­hin­dern, denn Revo­lu­tio­nen wer­den nicht nur Hit­ler, Cham­ber­lain und Roo­se­velt stür­zen, son­dern den rus­si­schen Arbei­tern die Chan­ce geben, Sta­lin zu stür­zen.

Des­halb geben Sta­lin und sei­ne Armee von Büro­kra­ten Geld an die kom­mu­nis­ti­schen Par­tei­en in den ver­schie­de­nen Län­dern, und die­se Par­tei­en füh­ren nicht mehr wie frü­her mili­tan­te Kämp­fe, son­dern ver­su­chen, die Arbei­ter, Wei­ße und Schwar­ze, zu täu­schen und sie dazu zu brin­gen, das zu tun, was Sta­lin im Moment passt. Ihre Poli­tik bestand fünf Jah­re lang dar­in, die Arbei­ter dazu zu brin­gen, die „Demo­kra­tien“ in einem Krieg um die Zivi­li­sa­ti­on zu unter­stüt­zen. Und dies war, wie jeder Schwar­ze aus eige­ner Erfah­rung weiß, ein ver­damm­ter Ver­rat und Betrug. Jeder, ob Pas­tor oder Prä­si­dent, ob schwarz oder weiß, der Schwar­ze dazu ermu­tigt, ihr Blut für die­se soge­nann­te „Demo­kra­tie“ zu ver­gie­ßen, ist ein ver­damm­ter Ver­rä­ter und Betrü­ger.

Was 1917 mit Schwarzen geschah

Eini­ge Leu­te, dar­un­ter auch füh­ren­de Ver­tre­ter der Schwar­zen, erklä­ren jedoch, dass die Mög­lich­keit besteht, dass Schwar­ze ihre Rech­te erhal­ten und frei am ame­ri­ka­ni­schen Leben teil­neh­men kön­nen, wenn sie zei­gen, dass sie bereit sind, für „Demo­kra­tie“ zu ster­ben. Tes­ten wir dies anhand des letz­ten Krie­ges. Damals sag­ten sie, dass der Krieg für „Demo­kra­tie“ gekämpft wer­de, dass er gekämpft wer­de, um die Welt zu einem bes­se­ren Ort zu machen, als sie vor­her gewe­sen sei. Außer­dem, und das ist es, was wich­tig ist, haben vie­le Füh­rer der Schwar­zen den Schwar­zen gesagt, sie soll­ten den Krieg von gan­zem Her­zen unter­stüt­zen. Indem sie sich als gute Bür­ger zeig­ten, wür­den sie die Sym­pa­thie der Wei­ßen gewin­nen und all die Din­ge gewin­nen, die ihnen vor­ent­hal­ten wor­den waren. Das ist das, was gesagt wur­de. Aber wie behan­del­ten die Herr­scher ihres Lan­des die Schwar­zen Sol­da­ten tat­säch­lich?

Zunächst ein­mal nah­men sie viel mehr Schwar­ze, als sie hät­ten neh­men sol­len. Von hun­dert Per­so­nen in der Bevöl­ke­rung waren zehn Schwar­ze, so dass unge­fähr zehn von hun­dert Sol­da­ten schwarz hät­ten sein sol­len. Dar­über hin­aus sind die Schwar­zen am schlech­tes­ten bezahlt, leben in den schlech­tes­ten Häu­sern, in den schlimms­ten Gegen­den, bekom­men das schlech­tes­te Essen und die schlech­tes­te medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Nimmt man also die schwar­ze Bevöl­ke­rung als Gan­zes, so hät­te die Zahl der wehr­fä­hi­gen Per­so­nen pro­por­tio­nal gerin­ger sein müs­sen als die Zahl der Weis­sen. Dies ist nicht auf die Schuld der Schwar­zen zurück­zu­füh­ren, son­dern auf das Leben und die Bedin­gun­gen, zu denen sie ver­ur­teilt sind. Statt dass also zehn von hun­dert Sol­da­ten Schwar­ze waren, hät­ten wir ver­nünf­ti­ger­wei­se erwar­ten kön­nen, dass es etwa sie­ben oder acht gewe­sen wären. Aber statt einer Zahl wie sie­ben oder acht von hun­dert waren es mehr als zehn. Die­se ame­ri­ka­ni­sche „Demo­kra­tie“ ergriff also die Gele­gen­heit, so vie­le Schwar­ze wie mög­lich zu töten, um der „Demo­kra­tie“ bei der Lösung der Schwar­zen Fra­ge zu hel­fen.

Soldaten – aber Jim-Crowed

Der Krieg war ein Krieg für „Demo­kra­tie“, aber die Schwar­zen wur­den aus­ge­son­dert. Es gab kein ein­zi­ges Regi­ment, das aus gemisch­ten wei­ßen und schwar­zen Sol­da­ten bestand. Die ame­ri­ka­ni­sche „Demo­kra­tie“ woll­te nicht ein­mal ame­ri­ka­ni­sche far­bi­ge Offi­zie­re haben, und es bedurf­te eines har­ten Kamp­fes, um ein paar Hun­dert zu haben. Als sie sich dar­auf einig­ten, bil­de­ten sie Schwar­ze als Offi­zie­re in einem spe­zi­el­len Schwar­zen­la­ger aus. Und die­se Män­ner wur­den vom Außen­mi­nis­te­ri­um infor­miert, dass sie bei Besu­chen im Süden nicht ihre Uni­form tra­gen soll­ten. „Demo­kra­tie“ schick­te den Schwar­zen, um für „Demo­kra­tie“ zu kämp­fen, konn­te aber den Anblick von ihm in der Offi­ziers­uni­form von „Demo­kra­tie“ nicht ertra­gen.

Der alte Lynch­geist hielt an. Die Schwar­zen wur­den in der Nähe der Lager ver­prü­gelt, gestei­nigt und ver­höhnt, wäh­rend sie durch die Stra­ßen mar­schier­ten. Wenn sie auf Urlaub waren und ver­such­ten, in Cafés und Restau­rants zu gehen, die von Wei­ßen besucht wur­den, wur­den sie an vie­len Orten ver­trie­ben.

Als sie nach Frank­reich gin­gen, ging die Dis­kri­mi­nie­rung wei­ter. Die ame­ri­ka­ni­sche „Demo­kra­tie“ zwang die meis­ten schwar­zen Sol­da­ten, ein­fa­che Arbei­ter zu sein. Von den 200.000 Schwar­zen, die nach Frank­reich gin­gen, wur­den etwa 160.000 als Bediens­te­te und in Arbeits­ba­tail­lo­nen ein­ge­setzt. Selbst wenn sie für die „Demo­kra­tie“ kämpf­ten, wur­de der Schwar­ze an sei­nem Platz gehal­ten. Schwar­ze muss­ten Stra­ßen bau­en, Wäsche waschen, Essen kochen, Lager und Schüt­zen­grä­ben säu­bern und Latri­nen rei­ni­gen, obwohl sie sich als Lini­en­sol­da­ten gemel­det hat­ten.

Weit davon ent­fernt, gegen­über den Schwar­zen irgend­ei­ne Art von „Demo­kra­tie“ zu prak­ti­zie­ren, taten die ame­ri­ka­ni­schen Kom­man­deu­re ihr Bes­tes, um die Fran­zo­sen dazu zu brin­gen, die Schwar­zen zu miss­han­deln. Die Fran­zo­sen sind nicht so vor­ein­ge­nom­men, wie man es von ihrem Umgang mit Ein­ge­bo­re­nen in Afri­ka erwar­ten wür­de, und vie­le Fran­zo­sen in Frank­reich machen über­haupt kei­nen Unter­schied zwi­schen Schwar­zen und Wei­ßen. Aber als die ame­ri­ka­ni­schen Offi­zie­re dies und die freund­li­che Art und Wei­se sahen, in der schwar­ze Sol­da­ten sowohl von fran­zö­si­schen Män­nern als auch von Frau­en emp­fan­gen wur­den, erteil­ten sie einen mili­tä­ri­schen Befehl, die Order Nr. 40, mit der den Schwar­zen befoh­len wur­de, nicht ein­mal mit fran­zö­si­schen Frau­en zu spre­chen. Für die­ses Ver­ge­hen gegen die „Demo­kra­tie“ wur­den vie­le Schwar­ze ver­haf­tet, obwohl das fran­zö­si­sche Volk, Män­ner und Frau­en, sich nicht beschwert hat­te.

Die ame­ri­ka­ni­schen Offi­zie­re in die­sem Krieg für die „Demo­kra­tie“ schrie­ben ein spe­zi­el­les Doku­ment an den fran­zö­si­schen Kom­man­do­st­ab, in dem ihnen mit­ge­teilt wur­de, dass die Schwar­zen eine nied­ri­ge und dege­ne­rier­te Ras­se sei­en, daß man ihnen in der Gesell­schaft der Wei­ßen nicht trau­en kön­ne, daß, obwohl eini­ge Schwar­ze Offi­zie­re sei­en, die fran­zö­si­schen Offi­zie­re nichts mit ihnen zu tun haben dürf­ten, außer in Ange­le­gen­hei­ten, die sich strikt auf den Kampf bezie­hen. Die Fran­zo­sen, so der ame­ri­ka­ni­sche Befehl, soll­ten nicht mit Schwar­zen essen, nicht ein­mal Hän­de schüt­teln, und vor allem woll­ten sie, dass die Fran­zo­sen ihren Ein­fluss gel­tend machen, um zu ver­hin­dern, dass die wei­ßen Frau­en, die im oder in der Nähe des Lagers arbei­te­ten, mit Schwar­zen in Ver­bin­dung gebracht wer­den.

Auf die­se Wei­se kämpf­te die ame­ri­ka­ni­sche herr­schen­de Klas­se Sei­te an Sei­te mit den Schwar­zen im gro­ßen Krieg für „Demo­kra­tie“.

Tapferkeit der Schwarzen – und die Belohnung

Die Schwar­zen, die glaub­ten, dass sie, wenn sie tap­fer kämpf­ten und zeig­ten, dass sie Män­ner sind, die so gut sind wie jeder ande­re, Frei­heit von ihrer Unter­drü­ckung erlan­gen wür­den, voll­brach­ten Kunst­stü­cke von her­aus­ra­gen­der Tap­fer­keit. Von allen ame­ri­ka­ni­schen Sol­da­ten in Frank­reich gewann ein Schwar­zer als ers­ter das Croix de Guer­re (Kriegs­kreuz), und ein Schwar­zen­re­gi­ment, das 8. Regi­ment aus Illi­nois, erhielt mehr Orden als jedes ande­re Regi­ment in Frank­reich. Ein wei­te­res ame­ri­ka­ni­sches Schwar­zen­re­gi­ment blieb län­ger in den Schüt­zen­grä­ben als jedes ande­re Regi­ment der alli­ier­ten Streit­kräf­te. Kei­ner konn­te danach sagen, dass die Schwar­zen unter­le­gen waren. Sie hat­ten den Här­te­test des moder­nen Krie­ges bestan­den und kamen mit einer groß­ar­ti­gen Bilanz her­aus.

Was mit den Schwar­zen nach die­ser guten Leis­tung geschah, soll­te auf die Stirn jedes soge­nann­ten Schwar­zen Anfüh­rers gebrand­markt wer­den, der ver­sucht, sie erneut in den Krieg zu drän­gen. Denn sobald der Krieg vor­bei war, gab es in Ame­ri­ka eine so ver­zwei­fel­te Serie von Ras­sen­un­ru­hen, wie man sie seit vie­len Jah­ren nicht mehr gese­hen hat­te. In Washing­ton, in Chi­ca­go, schos­sen wei­ße Mobs, die von ame­ri­ka­ni­schen Arbeit­ge­bern und der ame­ri­ka­ni­schen kapi­ta­lis­ti­schen Poli­zei inspi­riert und ermu­tigt wur­den, Schwar­ze nie­der, von denen vie­le im gro­ßen Krieg für „Demo­kra­tie“ Freun­de und Ver­wand­te ver­lo­ren hat­ten. Die Wei­ßen des Südens waren so dar­auf bedacht, den Schwar­zen wie­der in sei­ne Schran­ken zu wei­sen, dass sie Schwar­ze lynch­ten, die es wag­ten, die Uni­form eines Gefrei­ten zu tra­gen. Der gro­ße Krieg für die „Demo­kra­tie“ und die Tap­fer­keit und die Opfer des schwar­zen Vol­kes die für die „Demo­kra­tie“ erbracht wur­den, ende­ten damit, dass Tau­sen­de von ihnen ver­zwei­felt kämp­fen muss­ten, nicht für die „Demo­kra­tie“, son­dern um ihr Leben im „demo­kra­ti­schen“ Ame­ri­ka.

Las­sen wir nun Her­bert Hoo­ver und Fran­k­lin Roo­se­velt und Cor­dell Hull und LaGuar­dia und eini­ge so genann­te Schwar­zen­füh­rer auf­ste­hen und den Schwar­zen sagen, dass der gegen­wär­ti­ge Krieg ein wei­te­rer Krieg für die Demo­kra­tie ist und dass sie erneut gehen müs­sen, um in ihm zu kämp­fen.

Wenn Schwar­ze den Krieg unter­stüt­zen wür­den, könn­ten sich Fran­k­lin Roo­se­velt, Jack-Gar­ner, Cot­ton Ed Smith, Sena­tor Bil­bo und all die­se Leu­te in der Demo­kra­ti­schen Par­tei zurück­leh­nen und sagen. „Wir geben ihnen die scheuß­lichs­ten Jobs, wir zah­len ihnen die nied­rigs­ten Löh­ne, Mil­lio­nen von ihnen sind arbeits­los. Sogar hier in Washing­ton, der Bun­des­haupt­stadt, schmei­ßen wir sie aus Restau­rants und Thea­tern. Wir lyn­chen sie, wann immer wir den­ken, dass sie dar­an erin­nert wer­den soll­ten, wo sie hin­ge­hö­ren. Wir haben sie im letz­ten Krieg wie Hun­de behan­delt. Wir haben sie gelyncht, nach­dem sie zurück­ge­kom­men waren. Und jetzt, wenn wir wol­len, dass sie noch mehr Drecks­ar­beit für uns erle­di­gen, schnip­pen wir ein­fach mit den Fin­gern und pfei­fen, und seht sie an! Sie kom­men ange­rannt, um alles zu tun, was wir von ihnen wol­len! Wir müs­sen ihnen nur ein paar Ver­spre­chun­gen machen, und sie sind bereit, sich wie­der täu­schen zu las­sen. Wahr­haf­tig, die­se Schwar­zen sind die igno­ran­tes­ten, rück­stän­digs­ten und skla­ven­ar­tigs­ten Men­schen der Welt und ver­die­nen nicht mehr Beach­tung als die Fet­zen, die wir ihnen zuwer­fen.“

Aber nein, gro­ße Mas­sen von Schwar­zen haben nicht den Wunsch, die­sen Krieg zu unter­stüt­zen. Zu leb­haft sind ihre Erin­ne­run­gen an den letz­ten Krieg und die gro­ßen Täu­schun­gen und Betrü­ge­rei­en, die an ihnen began­gen wur­den, in ihren Köp­fen.

Ihre Ent­täu­schung nach dem letz­ten Krieg war so bit­ter, dass Mil­lio­nen von Schwar­zen Mar­cus Gar­vey unter­stütz­ten. Sie waren bereit, selbst dem fan­tas­ti­schen, unmög­li­chen Plan zu fol­gen, nach Afri­ka zurück­zu­keh­ren, anstatt wei­ter­hin in der ame­ri­ka­ni­schen „Demo­kra­tie“ zu leben, für die so vie­le Tau­sen­de von ihnen gelit­ten hat­ten und gestor­ben waren.

Was soll der Schwarze tun?

Was soll dann der Schwar­ze tun?

Bevor wir han­deln kön­nen, müs­sen wir die Kräf­te ken­nen, die mit uns und die gegen uns sind. Vie­le Schwar­ze in Ame­ri­ka haben das Gefühl, dass sie bereit wären, ihr Blut zu ver­gie­ßen und alles zu tun, um die Ket­ten zu durch­bre­chen, die sie fes­seln. Doch sie haben auch das Gefühl, dass ihre Zahl zu gering ist. Sie glau­ben, dass sie von der Zahl der Wei­ßen, ihrer Macht, ihrer Auto­ri­tät und ihrer Kon­trol­le über die Mit­tel der Zer­stö­rung über­wäl­tigt wären.

Das ist jedoch eine kurz­sich­ti­ge Sicht­wei­se. Wir haben es heu­te mit einem inter­na­tio­na­len Krieg zu tun, und das Pro­blem ist ein inter­na­tio­na­les.

Schau­en wir uns den letz­ten Krieg an. Auch das war ein inter­na­tio­na­ler Krieg. Er wur­de in Euro­pa, in Asi­en und in Afri­ka aus­ge­tra­gen. Die Bri­ten bewaff­ne­ten den schwar­zen Mann in Afri­ka. Die Fran­zo­sen bewaff­ne­ten fast eine hal­be Mil­li­on Schwar­ze, um für sie zu kämp­fen. Die­se kämpf­ten nicht nur in Afri­ka, son­dern auch in Euro­pa. Es gab ein Regi­ment von west­in­di­schen Schwar­zen. Heu­te sind die Mil­lio­nen von Schwar­zen auf der gan­zen Welt poli­tisch bewuss­ter und ver­bit­ter­ter gegen Unter­drü­ckung und Ernied­ri­gung als noch 1914. Sie haben nicht nur die Erfah­rung des letz­ten Krie­ges gemacht. Sie haben auch unter den Aus­wir­kun­gen der Kri­se gelit­ten. Sie haben die Ver­ge­wal­ti­gun­gen in Äthio­pi­en gese­hen, und sie wis­sen, dass ihre Situa­ti­on bei­spiels­wei­se in Afri­ka, ob sie nun von ita­lie­ni­schen Faschis­ten oder der bri­ti­schen „Demo­kra­tie“ regiert wer­den, die­sel­be ist. Ihr Land wird ihnen gestoh­len, ihr Lohn beträgt oft zehn Cent pro Tag. Sie wer­den ver­trie­ben, um in abge­son­der­ten Gebie­ten zu leben, wo sie nachts ein­ge­sperrt wer­den, als ob sie ein Ver­bre­chen began­gen hät­ten, indem sie mit schwar­zer Haut­far­be gebo­ren wur­den. Sie den­ken das­sel­be, was die Schwar­zen in Ame­ri­ka den­ken, nur hef­ti­ger, weil sie mehr Grün­de haben. Vie­le von ihnen, vor allem in den fran­zö­si­schen und ita­lie­ni­schen Kolo­nien, haben Waf­fen in der Hand, mit denen sie gelernt haben umzu­ge­hen. Jetzt, da der Krieg begon­nen hat, wer­den viel mehr von ihnen bewaff­net und aus­ge­bil­det, um für ihre Her­ren zu kämp­fen. Aber trotz all des Geschreis der Impe­ria­lis­ten über „Demo­kra­tie“ brau­chen die gro­ßen Mil­lio­nen in Afri­ka nur eine Füh­rung, die ihre Waf­fen ein­setzt, nicht für die bri­ti­sche oder fran­zö­si­sche „Demo­kra­tie“, son­dern für ihre eige­ne Unab­hän­gig­keit, für ein frei­es Afri­ka, befreit von allen Arten impe­ria­lis­ti­scher Herr­schaft, befreit nicht nur vom faschis­ti­schen Ita­li­en und Deutsch­land, son­dern auch von die­sen „demo­kra­ti­schen“ Ban­di­ten, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich und Bel­gi­en. Sie sind den Wei­ßen, die sie heu­te in Unter­wer­fung hal­ten, um vie­le Mil­lio­nen zah­len­mä­ßig über­le­gen. Und die­se Wei­ßen wer­den im Lau­fe eines Krie­ges immer mehr von die­sen ver­ach­te­ten und unter­drück­ten Schwar­zen bewaff­nen müs­sen. Die Afri­ka­ner war­ten nur auf die Gele­gen­heit und auf jene mäch­ti­ge Orga­ni­sa­ti­on, die ihnen eine Rich­tung und eine Füh­rung geben wird. In einem Krieg, der auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne geführt wird, wer­den die Schwar­zen in Ame­ri­ka die Schwar­zen in Afri­ka als Ver­bün­de­te haben. Schwar­ze Ame­ri­ka­ni­sche Sol­da­ten, die durch die Wehr­pflicht gezwun­gen sein könn­ten, nach Frank­reich zu gehen, um dort zu kämp­fen, wer­den dort mit Sicher­heit Hun­dert­tau­sen­de afri­ka­ni­scher Sol­da­ten tref­fen.

Eine Allianz der Millionen

Es kön­nen Kon­tak­te und Plä­ne für den Kampf auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne her­ge­stellt wer­den. Aber es gibt auch vie­le ande­re Ver­bün­de­te. Seit zwei­hun­dert­fünf­zig Jah­ren quet­schen die Bri­ten das Leben der Men­schen­mas­sen in Indi­en aus. Heu­te gibt es weit über drei­hun­dert­fünf­zig Mil­lio­nen Men­schen in Indi­en, und die gro­ße Mehr­heit von ihnen war­tet nur auf ihre Chan­ce, die Waf­fen in die Hand zu neh­men, die bri­ti­schen Impe­ria­lis­ten ins Meer zu trei­ben und ihr Land wie­der zu ihrem eige­nen zu machen. Das­sel­be in Bur­ma, in Cey­lon und über­all. Vom Atlan­ti­schen Oze­an bis zum Pazi­fik gibt es also über fünf­hun­dert Mil­lio­nen Men­schen, unter­drück­te Kolo­ni­sier­te, die in Frei­heit von der Herr­schaft des Impe­ria­lis­mus den­ken. Stel­len wir uns die enor­me Macht vor, die die­se Kolo­ni­sier­ten für ihre eige­ne Eman­zi­pa­ti­on in der enor­men Kri­se, die über allen Völ­kern der Welt her­ein­ge­bro­chen ist, aus­üben kön­nen.

All dies scheint sehr gewöhnlich und offensichtlich zu sein

War­um ist es dann so, dass es heu­te so weni­ge Men­schen in öffent­li­chen Reden sagen und schrei­ben? Wie kommt es, dass eine sol­che Bro­schü­re nur von der Socia­list Workers Par­ty her­aus­ge­ge­ben wird? Der Grund ist sehr wich­tig und grund­le­gend für das Ver­ständ­nis der poli­ti­schen Situa­ti­on, und zwar nicht nur so, wie sie heu­te ist, son­dern wie sie mor­gen sein wird.

So arm, wie die Mehr­heit der Schwar­zen ist, und so ver­ach­tet und gede­mü­tigt sie alle sind, gibt es in jeder Gemein­schaft, beson­ders in Ame­ri­ka, eine klei­ne Anzahl von Schwar­zen, die bes­se­re Jobs haben als die ande­ren, die es geschafft haben, auf eine klei­ne Kan­te zu stei­gen, etwas höher als der Rest ihrer Mit­schwar­zer. In Ame­ri­ka gibt es zum Bei­spiel eini­ge Ärz­te, ein paar Leu­te, die im Geschäft und auf der Büh­ne gut sind, Leh­rer, Zah­len­kö­ni­ge usw. Sie wer­den aus den Restau­rants hin­aus­ge­wor­fen, aus den Thea­tern aus­ge­schlos­sen, Jim-Cro­wed und wie alle Schwar­zen dis­kri­mi­niert. Sie beschwe­ren sich, ver­ab­schie­den Reso­lu­tio­nen und brin­gen manch­mal einen Fall vor Gericht. Aber weil sie etwas zwi­schen fünf­zig und acht­zig Dol­lar pro Woche bekom­men, sind sie bereit, alles zu tun, was die ame­ri­ka­ni­sche herr­schen­de Klas­se von ihnen ver­langt. Sie sind Schwar­ze, und sie sind gezwun­gen, mit der gro­ßen Mas­se der Schwar­zen zu leben. Aber in Wirk­lich­keit ste­hen sie der ame­ri­ka­ni­schen herr­schen­den Klas­se viel näher, als den gro­ßen Mil­lio­nen ihres eige­nen Vol­kes. In jeder ande­ren Gemein­schaft, auch im Süden, ist es das­sel­be. Die gro­ße Mehr­heit der Schwar­zen lebt im Dreck, in Armut, ist allen mög­li­chen Demü­ti­gun­gen aus­ge­setzt, aber eini­gen weni­gen wer­den beson­de­re Pri­vi­le­gi­en, ein paar Dol­lar mehr pro Woche usw. gewährt. Wann immer etwas Erns­tes auf­taucht, pro­tes­tie­ren sie viel­leicht und ver­lan­gen für sich selbst ein wenig mehr, aber sie sind immer bereit, das zu tun, was die ame­ri­ka­ni­sche herr­schen­de Klas­se von den ame­ri­ka­ni­schen Schwar­zen will. Es ist so in Ame­ri­ka, es ist so in Afri­ka, es ist so in West­in­di­en, und ähn­lich in Indi­en, Bur­ma und Cey­lon.

“Uncle Tom” Schwarze

Die­se Ver­rä­ter sind nun die Men­schen, die die bes­ten Chan­cen haben, die die Mög­lich­keit haben, manch­mal eine recht gute Aus­bil­dung zu bekom­men. Sie betrei­ben Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten. Sie wer­den von rei­chen wei­ßen Män­nern abon­niert. Sie dür­fen bei wei­ßen Ban­ken Kre­di­te auf­zu­neh­men. Die­se Spei­chel­le­cker, Onkel Tom Schwar­ze, spre­chen stän­dig im Namen des schwar­zen Vol­kes oder im Namen der Afri­ka­ner, wäh­rend sie in Wirk­lich­keit nur das sagen, was die Impe­ria­lis­ten von ihnen hören wol­len. Wenn sie es nicht täten, wür­den sie aus ihren Jobs gewor­fen und ihre klei­nen Pri­vi­le­gi­en und Vor­tei­le ver­lie­ren. Und so sind sie um der Krü­mel und Kno­chen wil­len, die sie vom gro­ßen Tisch bekom­men, durch­aus bereit, die Inter­es­sen der Mehr­heit der Schwar­zen zu opfern. Sie sind die gefähr­lichs­ten Men­schen. Sie sind es, die die Schwar­zen jedes Mal betrü­gen. Trotz ihrer schwar­zen Haut sind sie nichts wei­ter als Agen­ten der wei­ßen Impe­ria­lis­ten. Sie sagen jetzt nicht viel, aber wenn die Zeit gekom­men ist, wer­den sie genau­so laut nach „Demo­kra­tie“ rufen wie die ame­ri­ka­ni­sche herr­schen­de Klas­se. Eini­ge von ihnen wer­den Jobs im Staats­dienst bekom­men. Eini­ge von ihnen wer­den Posi­tio­nen erhal­ten, die etwas höher sind als die, die sie gegen­wär­tig haben. Eini­gen von ihnen wird es erlaubt sein, sich zu Offi­zie­ren aus­bil­den zu las­sen. Die­ser hier wird zum Major, der ande­re dort zum Oberst ernannt wer­den. Die­se und ande­re Ernen­nun­gen wer­den die Sei­ten der impe­ria­lis­ti­schen Pres­se und der Pres­se der Schwar­zen fül­len. Es wer­den Tref­fen statt­fin­den, bei denen die­se schwar­zen Ver­rä­ter spre­chen und agi­tie­ren und ihr Bes­tes tun wer­den, um das schwar­ze Volk in die Irre zu füh­ren, damit es sich an einem Krieg betei­ligt und genau­so getäuscht und miss­han­delt wird, wie es im letz­ten Krieg für „Demo­kra­tie“ der Fall war. Der Köder, den sie bau­meln las­sen wer­den, wer­den Ver­spre­chun­gen für eine bes­se­re Welt sein. Sie wer­den sagen, dass nach dem Krieg die Din­ge anders sein wer­den. Wir wis­sen es bes­ser als das. Der ers­te Schritt zum Han­deln besteht also dar­in, bereit zu sein, die Ver­rä­ter, die ihr Geburts­recht für ein Pot­pour­ri ver­kau­fen, zu ver­ur­tei­len und aus den Rei­hen der Schwar­zen zu ver­trei­ben. Sol­che Men­schen, in Ame­ri­ka, in Afri­ka oder in Indi­en, sind ver­rä­te­ri­sche Fein­de. Wer ver­sucht, Schwar­ze in einen Krieg für „Demo­kra­tie“ zu zie­hen, ist ein Ver­rä­ter und ein Judas. Sie wer­den kom­men und über die Ein­heit pre­di­gen. Aber die Arbei­ter und Bau­ern wol­len kei­ne Ein­heit mit ihnen. Wofür wir kämp­fen müs­sen, ist die Ein­heit der Mas­sen.

Den­noch wer­den vie­le ame­ri­ka­ni­sche Schwar­ze sagen, auch wenn wir uns über die Not­wen­dig­keit einig sind, die Mas­sen der Schwar­zen gegen den Krieg zu ver­ei­nen: „Ich stim­me mit der Socia­list Workers Par­ty über­ein, dass die 15.000.000 Schwar­zen in Ame­ri­ka als ihre natür­li­chen Ver­bün­de­ten die 150 Mil­lio­nen Schwar­ze in der Welt und die Mil­lio­nen Inder, Bur­me­sen, Cey­lo­ne­sen usw. haben. Wenn wir uns alle zusam­men­schlie­ßen, wäre das eine immense Kraft, die im Welt­maß­stab wirkt. Es ist auch wahr, dass die Impe­ria­lis­ten so sehr auf Män­ner und Kräf­te ange­wie­sen sind, dass sie die­se Mil­lio­nen von Kolo­nia­lis­ten bewaff­nen und aus­bil­den. Aber den­noch blei­ben wir nur 15.000.000 bei einer Bevöl­ke­rung von etwa 130 Mil­lio­nen Men­schen. Die Afri­ka­ner in Afri­ka, die Inder, in Indi­en wer­den sich um ihre eige­nen Kämp­fe küm­mern. Wir wün­schen ihnen nichts schlech­tes. Aber wie kön­nen wir hier gegen die gro­ße Zahl und die gro­ße Macht kämp­fen, die sich uns ent­ge­gen­stellt?”

Das ist eine sehr gute Fra­ge, und die Ant­wort dar­auf bringt uns zum Kern der Sache. Wir soll­ten dies exakt beleuch­ten. Wann immer ein sol­ches Pro­blem auf uns zukommt, soll­ten wir es in all sei­nen Aspek­ten unter­su­chen, dann ähn­li­che Situa­tio­nen in frem­den Län­dern unter­su­chen, in unse­re eige­ne Geschich­te zurück­bli­cken, sehen, wo die Umstän­de ähn­lich sind und wo sie sich unter­schei­den, und dann ver­su­chen, eine Schluss­fol­ge­rung zu zie­hen.

Lektionen aus der Geschichte

Das bes­te Bei­spiel, mit dem wir begin­nen kön­nen, ist das, was vor etwa 75 Jah­ren in Ame­ri­ka geschah, als die Schwar­zen ihre Frei­heit erlang­ten. Hät­ten sich alle ame­ri­ka­ni­schen Wei­ßen dar­auf geei­nigt, dass die Schwar­zen wei­ter­hin Skla­ven sein soll­ten, dann hät­ten die 4.000.000 Schwar­zen jener Zeit und ihre Nach­kom­men bis zu ihrem Tod Skla­ven blei­ben müs­sen, denn sie hät­ten sich gegen die enor­men Chan­cen, die ihnen ent­ge­gen­stan­den, nie­mals befrei­en kön­nen. Aber nicht alle Wei­ßen waren geeint. Es gab eine gro­ße Kluft zwi­schen den Wei­ßen selbst, zwi­schen den Händ­lern, Indus­tri­el­len und Ban­kiers des Nor­dens einer­seits und den Skla­ven­be­sit­zern des Südens ande­rer­seits.

Es war die­ser schreck­li­che Streit, der zum Bür­ger­krieg führ­te. Zunächst hat­te Lin­coln nie die Absicht, die Schwar­zen zu befrei­en. Doch alle Män­ner, die eine Schlacht kämp­fen und sie gewin­nen wol­len, suchen ihre Ver­bün­de­ten dort, wo sie sie fin­den kön­nen. Also mel­de­te er die Schwar­zen in der Nord­ar­mee an und erklär­te schließ­lich ihre Befrei­ung von der Skla­ve­rei. Das ist eine der gro­ßen Leh­ren aus dem Bür­ger­krieg – die Spal­tung unter den Wei­ßen und die Not­wen­dig­keit für Lin­coln, die Unter­stüt­zung der Schwar­zen zu suchen.

Klasse gegen Klasse

Schau­en wir uns nun an, was heu­te und in den letz­ten fünf­und­zwan­zig Jah­ren in Euro­pa geschieht. Jeder weiß, dass in Spa­ni­en vor kur­zem ein sehr erbit­ter­ter Bür­ger­krieg statt­ge­fun­den hat. Die spa­ni­schen Arbei­ter und Bau­ern waren auf der einen Sei­te. Die spa­ni­schen Kapi­ta­lis­ten, die Ban­kiers, die Groß­grund­be­sit­zer und ihre Anhän­ger waren auf der ande­ren Sei­te. Es stimmt, dass eini­ge Mau­ren aus Afri­ka auf der Sei­te Fran­cos teil­ge­nom­men haben. Aber das hat nichts mit den Grund­la­gen der Fra­ge zu tun. Was wir fest­stel­len ist, dass in Spa­ni­en, wo nur weni­ge Schwar­ze leben, vor allem die armen Arbei­ter und Bau­ern zusam­men, sehr hef­tig gegen die rei­chen Besit­zer des Lan­des gekämpft haben. Lei­der haben die Arbei­ter und Bau­ern ver­lo­ren. Doch wir sehen, dass in einem Land, in dem die gesam­te Bevöl­ke­rung die­sel­be Far­be hat, die ver­schie­de­nen Klas­sen ver­zwei­felt dar­um kämp­fen kön­nen, zu ent­schei­den, wel­che Klas­se der Herr sein soll.

Neh­men wir ein ande­res Bei­spiel. Die gan­ze Welt hat davon gehört, wie bru­tal die deut­schen Faschis­ten mit den deut­schen Arbei­tern umge­hen. Die Faschis­ten ermor­den die Arbei­ter­füh­rer, wer­fen sie in Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger, ver­prü­geln die Arbei­ter auf der Stra­ße, kür­zen ihre Löh­ne und behan­deln sie auf die bru­tals­te Art und Wei­se. Aber in Deutsch­land leben kei­ne Schwar­zen. Das ist eine Ange­le­gen­heit zwi­schen Wei­ßen und Wei­ßen. Die wei­ße Kapi­ta­lis­ten­klas­se steht in töd­li­chem Kon­flikt mit den wei­ßen Arbei­tern. Juden haben damit über­haupt nichts zu tun. Wenn es in Deutsch­land kei­nen ein­zi­gen Juden gäbe, wären die Füh­rer der deut­schen Arbei­ter immer noch in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern, und die Arbei­ter­be­we­gung immer noch nie­der­ge­macht.

Das­sel­be ist in Ita­li­en gesche­hen, wo die Arbei­ter und armen Bau­ern von Mus­so­li­ni und sei­nen Faschis­ten ihre Füh­rer ermor­den und ihre Orga­ni­sa­tio­nen zer­stö­ren lie­ßen.

Neh­men wir ein letz­tes Bei­spiel: Russ­land im Jah­re 1917. Dort kämpf­ten die Arbei­ter und Bau­ern im glei­chen Bür­ger­krieg gegen den Adel, die Grund­her­ren und die Kapi­ta­lis­ten. Nur in die­sem Fall gewan­nen die rus­si­schen Arbei­ter und Bau­ern. Das Land wur­de unter den Bau­ern auf­ge­teilt. Die Arbei­ter über­nah­men die Fabri­ken, und die Arbei­ter­re­gie­rung wur­de gegrün­det.

Hier wird also deut­lich, dass es in den letz­ten Jah­ren, ganz zu schwei­gen von ande­ren gro­ßen Bei­spie­len in der Geschich­te, zu schreck­li­chen Zusam­men­stö­ßen in einem Land nach dem ande­ren gekom­men ist, in dem die Bevöl­ke­rung alle einer Far­be ange­hö­ren. Der Kampf der Klas­sen geht immer wei­ter, unab­hän­gig von der Far­be des Vol­kes. So dass so man­cher wei­ße Arbei­ter in Euro­pa und Ame­ri­ka zu sich selbst sagt: „Ich ver­hun­ge­re. Wenn ich einen Job habe, hat mein Freund neben­an auf jeden Fall kei­nen. Die­se Kapi­ta­lis­ten wer­den mich durch den Faschis­mus zer­mal­men, sobald ich begin­ne, für mei­ne Rech­te zu kämp­fen. War­um soll­te ich ihren Krieg für „Demo­kra­tie“ unter­stüt­zen? Mein Krieg rich­tet sich gegen die Kapi­ta­lis­ten in mei­nem Land“. Mit ande­ren Wor­ten, eini­ge Wei­ße sagen das­sel­be über den Krieg wie die Schwar­zen. Hier ist wirk­li­che Hil­fe für die Schwar­zen.

Die Situation in Amerika

Schau­en wir uns nun Ame­ri­ka im Lich­te des­sen, was wir gera­de dis­ku­tiert haben, genau an. Wir haben gese­hen, dass in Ame­ri­ka vor 75 Jah­ren die Spal­tung zwi­schen Tei­len der wei­ßen Bevöl­ke­rung in Ame­ri­ka dazu führ­te, dass eine Sei­te die Schwar­zen auf­rief, sich ihnen anzu­schlie­ßen und sie in ihrem Kampf zu unter­stüt­zen. Auf die­se Wei­se erlang­ten die Schwar­zen ihre Eman­zi­pa­ti­on. Auch wenn es heu­te den Anschein haben mag, dass alle oder zumin­dest die meis­ten Wei­ßen gegen die Schwar­zen sind, sie unter­drü­cken und dis­kri­mi­nie­ren, so kön­nen wir doch mit Sicher­heit davon aus­ge­hen, dass der glei­che Kampf, der sich in den ver­schie­de­nen Län­dern Euro­pas ent­wi­ckelt hat, heu­te auch in Ame­ri­ka statt­fin­det. Frü­her oder spä­ter wer­den die Arbei­ter und Bau­ern Ame­ri­kas, die jetzt gegen die Grund­be­sit­zer und Kapi­ta­lis­ten in den Gewerk­schaf­ten, um die WPA, kämp­fen, letzt­lich in den­sel­ben Bür­ger­krieg getrie­ben wer­den, den wir in den letz­ten 25 Jah­ren Land für Land gese­hen haben. Ein Schwar­zer also, der die poli­ti­sche Situa­ti­on nicht so betrach­tet, wie sie an der Ober­flä­che erscheint, son­dern der in die Rea­li­tä­ten des Kamp­fes zwi­schen den Klas­sen blickt, kann Ver­trau­en in die Zukunft haben. Er wird erken­nen, dass das wei­ße Ame­ri­ka nicht soli­de ist. Es gibt eine gewal­ti­ge Tei­lung, eine gro­ße Spal­tung, die sich auf­tut. Wir kön­nen die Anzei­chen dafür bereits sehr deut­lich erken­nen. Und wenn die­ser Kampf näher rückt und dann tat­säch­lich in den unver­meid­li­chen Bür­ger­krieg aus­bricht, kön­nen die Schwar­zen sicher sein, dass vie­le wei­ße Arbei­ter und Far­mer, die heu­te Vor­ur­tei­le haben, die Unter­stüt­zung der Schwar­zen suchen wer­den, so wie Lin­coln es tat, als er gegen den Süden kämpf­te. Die Schwar­zen haben im letz­ten Bür­ger­krieg einen gro­ßen Schritt vor­wärts gemacht, und so haben die Schwar­zen in die­sem kom­men­den Bür­ger­krieg, dem Krieg der Arbei­ter, eine gro­ße Chan­ce, ihren lan­gen Weg zur vol­len Frei­heit zu voll­enden.

Wie man gegen den Krieg kämpft

Wir wis­sen jetzt, dass die Mil­lio­nen Kolo­ni­sier­ten in jedem Land, die in Afri­ka, in Indi­en und all die ande­ren unter­drück­ten Völ­ker, die Mehr­heit der heu­te leben­den Men­schen, Ver­bün­de­te sind. Und was am wich­tigs­ten ist, wir haben gese­hen, dass vie­le wei­ße Arbei­ter in allen Tei­len der Welt, obwohl sie nicht unter den beson­de­ren Dis­kri­mi­nie­run­gen lei­den, die den Schwar­zen auf­er­legt wer­den, kei­nen Grund sehen, war­um sie ihr Blut für den Kapi­ta­lis­mus, sei er „demo­kra­tisch“ oder faschis­tisch, ver­gie­ßen müs­sen. Sie glau­ben, dass der Krieg, den die Arbei­ter und Bau­ern füh­ren müs­sen, der Krieg aller Unter­drück­ten gegen alle Unter­drü­cker ist, der Krieg, um dem kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tem mit sei­nen stän­di­gen Krie­gen, sei­nen Kri­sen und sei­nen faschis­ti­schen Dik­ta­tu­ren ein Ende zu set­zen.

Die Fra­ge ist nun, wie die ame­ri­ka­ni­schen Schwar­zen den Kampf gegen die Ver­trei­bung in den Krieg am bes­ten wei­ter­füh­ren kön­nen. Es ist der Kapi­ta­lis­mus, der uns in den Krieg treibt. Der Weg, gegen den Krieg zu kämp­fen, ist also der Kampf gegen den Kapi­ta­lis­mus. Wer ist es, der die­ses Land in den Krieg füh­ren wird? Nie­mand anders als Fran­k­lin Roo­se­velt. Es stimmt, er sagt, dass er sein Bes­tes tun wird, um Ame­ri­ka aus dem Krieg her­aus­zu­hal­ten. Aber Woo­d­row Wil­son wur­de 1916 mit der Losung gewählt, dass er Ame­ri­ka aus dem Krieg her­aus­hält. Und im fol­gen­den Jahr führ­te er Ame­ri­ka im Namen der „Demo­kra­tie“ in den Krieg. Roo­se­velt hat alle Vor­be­rei­tun­gen getrof­fen und war­tet nur auf sei­ne Chan­ce, Ame­ri­ka hin­ein­zu­zie­hen. Wie kann man ihn auf­hal­ten? Es gibt nur einen Weg. Indem wir jedem Wort, das er sagt, miss­trau­en und wir uns ihm bei jedem Schritt, den er jetzt macht, wider­set­zen.

Keine Aufhebung des Embargos

Wenn er und der Kon­gress die Hilfs­maß­nah­men kür­zen, ist es sinn­los, auf die “Workers Alli­an­ce”8 zu hören, wenn sie sagt, dass Roo­se­velt die Hilfs­maß­nah­men weni­ger stark gekürzt hat als der reak­tio­nä­re Kon­gress davor, und des­halb muss Roo­se­velt unter­stützt wer­den. Ganz und gar nicht. Kämp­fe gegen bei­de. Wenn du Roo­se­velt unter­stützt, stärkst du sei­ne Hand für sei­ne Kriegs­po­li­tik. Erin­ne­re dich dar­an, dass der Kon­gress und Roo­se­velt sich zwar nicht über die Hilfs­maß­nah­men einig sind, aber immer über den Betrag, der für die Rüs­tung aus­ge­ge­ben wer­den soll­te. In die­sem Punkt sind sie sich nicht unei­nig. Sie mögen sich dar­über strei­ten, wann genau Ame­ri­ka in den Krieg zie­hen soll­te, aber nicht über die Vor­be­rei­tun­gen für den Kriegs­ein­tritt.

Roo­se­velt schlägt vor, dass man nicht gegen die Regie­rung strei­ken dür­fe. Schwar­ze, die an Regie­rungs­pro­jek­ten arbei­ten, wer­den für ihre Rech­te strei­ken und gegen die­se faschis­ti­sche Ent­schei­dung kämp­fen. Je stär­ker die Oppo­si­ti­on der Arbei­ter an allen Fron­ten ist, des­to mehr wer­den die Kapi­ta­lis­ten in ihrem Stre­ben nach Krieg behin­dert. Roo­se­velt schlägt vor, das Embar­go auf­zu­he­ben. Er ver­sucht, Ame­ri­ka enger mit Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich zu ver­knüp­fen. Soweit wir kön­nen, wider­set­zen wir uns die­sem Schritt, der uns dem Krieg näher bringt.

Alle Kriegsfonds für Arbeitslose

Roo­se­velt schlägt so vie­le Mil­li­ar­den für das Rüs­tung­bud­get vor. Wir pro­tes­tie­ren dage­gen. Wir wol­len weder Mil­li­ar­den noch Mil­lio­nen für die Rüs­tung. Kei­nen ein­zi­gen roten Cent. Im Gegen­zug for­dern wir, dass alle Kriegs­gel­der an die Arbeits­lo­sen gehen. Die Arbeits­lo­sen wol­len Geld zum Leben. Sie wol­len den Kon­gress nicht dabei unter­stüt­zen, über das Bud­get für die Tötung von Men­schen abzu­stim­men. Wir zei­gen unse­ren Pro­test durch Ver­samm­lun­gen und Demons­tra­tio­nen und schlie­ßen uns all denen an, die die glei­chen Anti­kriegs­ak­ti­vi­tä­ten durch­füh­ren. Das ist der Weg, sich Roo­se­velts Kiegs­plä­nen ent­ge­gen­zu­stel­len.

Aber der Kampf kann auf eine unmit­tel­ba­re­re und effek­ti­ve­re Wei­se geführt wer­den. In der Fabrik, im Berg­werk, auf den Bau­ern­hö­fen, über­all dort, wo die Arbei­ter für bes­se­re Löh­ne und bes­se­re Bedin­gun­gen kämp­fen, wenn die Gefahr eines Krie­ges naht, dann ist es an der Zeit, ihre For­de­run­gen mit der größ­ten Inten­si­tät durch­zu­set­zen. Wenn man sie als Gan­zes betrach­tet, wer­den sich alle Kapi­ta­lis­ten im Krieg gegen­sei­tig unter­stüt­zen. Sie sind es, die davon pro­fi­tie­ren wer­den. Damit alle Arbei­ter, indem sie hart auf sie drän­gen und durch Streiks gegen sie kämp­fen, nicht nur Pri­vi­le­gi­en für sich gewin­nen, son­dern die Kapi­ta­lis­ten so bedro­hen kön­nen, dass die­se, die ihren Krieg gegen die Arbei­ter im Inland füh­ren, um so mehr dar­an gehin­dert wer­den, gegen ande­re Kapi­ta­lis­ten im Aus­land zu kämp­fen.

Lasst das Volk gegen den Krieg abstimmen

Der Abge­ord­ne­te Lud­low hat sei­nen Lud­low-Ände­rungs­an­trag, der besagt, dass das Volk eine Volks­ab­stim­mung durch­füh­ren soll, bevor der Krieg erklärt wird. Dies allein wird den Krieg nie­mals been­den. Nur der Kampf gegen den Kapi­ta­lis­mus wird den Krieg stop­pen. Aber wir unter­stüt­zen den Lud­low-Ent­wurf. Es wird hel­fen. Die Socia­list Workers Par­ty sagt: Das Volk soll gegen den Krieg stim­men. Die Schwar­zen soll­ten dies unter­stüt­zen.

Solidarität von Weiß und Schwarz

Aber die Arbei­ter selbst dis­kri­mi­nie­ren ihre Schwar­zen Brü­der. Soll­ten die Schwar­zen ihren Kampf gegen Dis­kri­mi­nie­run­gen in Gewerk­schaf­ten und ande­ren Arbei­ter­or­ga­ni­sa­tio­nen ein­stel­len? Ganz und gar nicht. Die Schwar­zen und ihre Freun­de unter den wei­ßen Arbei­tern müs­sen alle dar­auf hin­wei­sen, dass die Schwar­zen ihre vol­len Rech­te als Arbei­ter und als Bür­ger haben müs­sen. Die Schwar­zen wer­den hier kei­ne Zuge­ständ­nis­se machen. Bei die­ser gigan­ti­schen Auf­ga­be der Arbei­ter muss es vol­le Soli­da­ri­tät im Kampf gegen den Krieg geben, und das bedeu­tet einen gro­ßen Kampf für die Gleich­be­rech­ti­gung aller Mit­glie­der der Arbei­ter­be­we­gung und Kriegs­geg­ner zu kämp­fen.

Viele Wege, Krieg zu führen

Aber neh­men wir an, wir tre­ten in den Krieg ein. Was wür­den wir dann tun? WIR FÜHREN DEN KAMPF SO UNERBITTLICH WEITER WIE BISHER. Denn der Kapi­ta­lis­mus hier in Ame­ri­ka wird immer noch der Haupt­feind sein. Natür­lich wer­den wir nicht in der Lage sein, so offen wie im Frie­den zu kämp­fen. Wir wer­den zum Bei­spiel kei­ne Anti­kriegs­kon­fe­renz abhal­ten kön­nen. Aber neh­men wir an, in einer Fabrik schla­gen eini­ge mili­tan­te Arbei­ter einen Streik gegen Lohn­kür­zun­gen oder Unter­drü­ckung vor.

Es wird Ver­rä­ter geben, die sich der Regie­rung anschlie­ßen, und Kapi­ta­lis­ten, die das sagen: „Jetzt, da es einen Krieg gibt, müs­sen wir uns für den Sieg opfern.” Aber alle wah­ren Kämp­fer gegen den Krieg wer­den sich wei­gern, die­sen ver­rä­te­ri­schen Rat­schlag anzu­neh­men und wer­den wäh­rend des Krie­ges genau­so erbit­tert für die Rech­te der Arbei­ter kämp­fen wie vor dem Krieg. Das ist der Weg, um gegen den Krieg zu kämp­fen.

Es gibt vie­le ande­re Wege, die wir hier nicht im Detail dis­ku­tie­ren kön­nen. Zum Bei­spiel kön­nen die Schwar­zen klei­ne Grup­pen bil­den, die den Anti­kriegs­kampf dis­ku­tie­ren, Flug­blät­ter gegen den Krieg unter sich und ihren Kol­le­gen und Freun­den ver­tei­len und mit allen ande­ren zusam­men­ar­bei­ten, die die glei­che wich­ti­ge Arbeit leis­ten. Eini­ge Feig­lin­ge wer­den sagen, dass dies gegen das Gesetz ver­stößt. Natür­lich ist es gegen das Gesetz. Aber es sind die Kapi­ta­lis­ten, die das Gesetz machen. Und er ist ein gro­ßer Narr, der das kapi­ta­lis­ti­sche Gesetz befolgt, wenn er die Not­wen­dig­keit des Kamp­fes gegen den Kapi­ta­lis­mus erkennt.

Das Ergeb­nis all des­sen wird sein, dass, wenn die gro­ße Mas­se des Vol­kes, Schwarz und weiß, die Stra­pa­zen des Krie­ges zu spü­ren bekommt und anfängt, sich gegen ihn auf­zu­leh­nen, sie Anfüh­rer des Wis­sens und der Erfah­rung haben wer­den. Sie wer­den Orga­ni­sa­tio­nen haben, die bereit sind, die gro­ßen Mas­sen bei ihrem Angriff gegen den Haupt­feind, den Feind zu Hau­se, anzu­füh­ren.

Arbeiter stoppten den letzten Krieg

Die Arbei­ter und Bau­ern, Wei­ße und Schwar­ze, dür­fen eine wich­ti­ge Tat­sa­che nie ver­ges­sen. Die Staats­män­ner und Poli­ti­ker haben den letz­ten Krieg nicht been­det. Es waren die Arbei­ter Russ­lands, die Russ­land durch die gro­ße Revo­lu­ti­on vom Okto­ber 1917 geführt haben. Und im Novem­ber 1918 waren es die Arbei­ter Deutsch­lands, die den Kai­ser und sei­ne Regie­rung aus dem Land ver­jag­ten und den Krieg been­de­ten. Das ist es, was wir anstre­ben müs­sen. Gegen die Kapi­ta­lis­ten zu kämp­fen um zu ver­hin­dern, dass sie in den Krieg zie­hen, und wenn es uns nicht gelingt, sie davon abzu­hal­ten, den Kampf fort­zu­set­zen, um den Krieg so schnell wie mög­lich zu been­den. Und ihn nicht nur zu been­den, son­dern den Kapi­ta­lis­mus, wenn wir die Chan­ce dazu haben, ganz hin­weg­zu­fe­gen und so die­ses Mas­sen­ge­met­zel zu ver­hin­dern, das untrenn­bar mit dem ver­fluch­ten kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tem ver­bun­den ist.

Wenn Ame­ri­ka in den Krieg hin­ein­ge­zo­gen wird, wird der Kampf gegen den Krieg in den ers­ten Tagen schwie­rig sein. Er wird hoff­nungs­los erschei­nen. Aber in Deutsch­land erhob im Dezem­ber 1914 nur ein Mann, Karl Lieb­knecht, sei­ne Stim­me gegen den Krieg. Vier Jah­re spä­ter folg­ten die gro­ßen Mas­sen in Deutsch­land dem Rat Lieb­knechts und brach­ten den Krieg zu Ende, indem sie sich Zuhau­se mit dem Feind aus­ein­an­der­setz­ten. Am Anfang mag es nur weni­ge Geg­ner geben, aber die Mas­sen wer­den recht­zei­tig zu uns kom­men, wenn sie zu Lieb­knecht kamen. Der Feh­ler, den die deut­schen Arbei­ter 1918 begin­gen, bestand dar­in, eine kapi­ta­lis­ti­sche Regie­rung gegen eine ande­re kapi­ta­lis­ti­sche Regie­rung aus­zu­tau­schen, anstatt den Kapi­ta­lis­mus hin­weg­zu­fe­gen und eine ech­te Arbei­ter­re­gie­rung zu errich­ten. Wenn die Kapi­ta­lis­ten einen Frie­den schlie­ßen, wis­sen wir, dass sie bald einen neu­en Krieg begin­nen wer­den. Wir set­zen den Kampf gegen den Kapi­ta­lis­mus fort.

Für die Vierte Internationale

Bei all die­ser schwie­ri­gen Arbeit müs­sen die Schwar­zen Ame­ri­kas die Füh­rung über­neh­men. Sie haben am meis­ten zu gewin­nen. Ähn­li­che Arbeit wird gegen­wär­tig in jedem Land geleis­tet, obwohl die kapi­ta­lis­ti­sche Pres­se sie natür­lich nicht ver­öf­fent­licht. Die Socia­list Workers Par­ty hat Schwes­ter­par­tei­en in Eng­land, in Frank­reich, in Polen, in Indi­en, in Afri­ka, in Chi­na, in der gan­zen Welt, die die­se Arbeit wei­ter­füh­ren. Wir erken­nen an, dass dies ein inter­na­tio­na­ler Kampf ist, und des­halb ist unse­re Orga­ni­sa­ti­on inter­na­tio­nal aus­ge­rich­tet.

Lenin und Trotz­ki grün­de­ten die Drit­te Inter­na­tio­na­le, um den Arbei­tern zu hel­fen, ins­be­son­de­re in Kri­sen die­ser Art.

Aber heu­te lässt Sta­lin die Drit­te Inter­na­tio­na­le nur arbei­ten, um ihm bei den Ver­hand­lun­gen, die er mit impe­ria­lis­ti­schen Regie­run­gen wie Hit­ler macht, zu die­nen. Eines Tages sagen die Sta­li­nis­ten, man sol­le für „Demo­kra­tie” kämp­fen. Das liegt dar­an, dass Sta­lin ein Bünd­nis mit Groß­bri­tan­ni­en woll­te. Als Sta­lin sich mit Hit­ler ver­bün­de­te, fin­gen die Sta­li­nis­ten an zu sagen, dass der Krieg kein Krieg für „Demo­kra­tie” mehr ist, dass es ein Krieg zwi­schen impe­ria­lis­ti­schen Län­dern ist. Das mag in Ord­nung klin­gen, aber wenn Sta­lins Mei­nung sich mor­gen ändert, wer­den sie ihre auch wie­der ändern. Sie sind kei­ne Füh­rer der Arbei­ter­klas­se, son­dern Agen­ten Sta­lins. Sie sind beson­ders gefähr­lich, weil sie revo­lu­tio­nä­re Phra­sen benut­zen und viel Geld haben. Sie müs­sen wie Gift gemie­den wer­den.

Es ist wegen des Ver­rats der Drit­ten Inter­na­tio­na­le, dass wirk­lich revo­lu­tio­nä­re Arbei­ter über­all die Vier­te Inter­na­tio­na­le gebil­det haben. Schwar­ze, die die Situa­ti­on klar sehen, soll­ten sich die­ser Par­tei anschlie­ßen. Die Arbei­ter kön­nen ohne eine mäch­ti­ge und klar den­ken­de revo­lu­tio­nä­re Par­tei nie­mals Erfolg haben. Aber wenn ein Schwar­zer nicht das Gefühl hat, dass er heu­te einer revo­lu­tio­nä­ren Par­tei bei­tre­ten will, hin­dert ihn das nicht dar­an, eine Orga­ni­sa­ti­on von Schwar­zen zu grün­den oder sich einer sol­chen anzu­schlie­ßen, um gegen den Krieg zu kämp­fen. Sol­che Orga­ni­sa­tio­nen von Schwar­zen wer­den Sei­te an Sei­te mit allen ande­ren Grup­pen arbei­ten, die gegen den Krieg kämp­fen, und zwar auf die ein­zi­ge Art und Wei­se, wie dies mög­lich ist, näm­lich durch den Kampf gegen den Kapi­ta­lis­mus.

Eini­ge Leu­te glau­ben, dass es wie im letz­ten Krieg Arbeits­plät­ze und gute Bezah­lung für Schwar­ze geben wird. Sie irren sich. Roo­se­velt hat Plä­ne vor­be­rei­tet, nicht um die Löh­ne zu erhö­hen, son­dern um sie wäh­rend des Krie­ges zu kür­zen. Die Kapi­ta­lis­ten wer­den dies­mal alle Vor­tei­le bekom­men. Und nach dem Krieg wird eine Depres­si­on kom­men, zu der die­ser Krieg im Ver­gleich ein Witz sein wird. Nein, auf die­sem Weg gibt es kei­ne Ret­tung.

Der wahre Feind ist Zuhause

Schwar­ze Män­ner und Frau­en in jedem Land, in Ame­ri­ka, auf den West­in­di­schen Inseln, in Afri­ka, die Vier­te Inter­na­tio­na­le ruft euch auf, für eure eige­ne Befrei­ung zu kämp­fen, für vol­le sozia­le, poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Rech­te in Ame­ri­ka, für die Unab­hän­gig­keit; von Afri­ka und die Bil­dung von Schwar­zen Staa­ten auf die­sem Kon­ti­nent. Schließt euch nicht einer Grup­pe von Kapi­ta­lis­ten gegen eine ande­re an. Kämpft gegen bei­de.

Über­all wer­den die Arbei­ter, die das heu­te nicht sehen, es mor­gen sehen. Die ver­ei­nig­ten Arbei­ter und Bau­ern der Welt wer­den sich die­sem blu­ti­gen impe­ria­lis­ti­schen Krieg bis zum bit­te­ren Ende wider­set­zen. Wir wer­den ver­su­chen, die neue Gesell­schaft auf­zu­bau­en, in der alle Men­schen, unge­ach­tet ihrer Haut­far­be oder “Race”, in Sicher­heit und Frie­den und in vol­ler Freu­de an den guten Din­gen des Lebens arbei­ten kön­nen.

Quel­le: Pam­phlet vom Pioneer Publis­hers Ver­lag, 1939 /​Tran­skrip­ti­on: Mar­xists Inter­net Archi­ve /​Geschrie­ben als J.R. John­son

Fuß­no­ten
1. Die Works Pro­gress Admi­nis­tra­ti­on war eine New-Deal-Agen­tur, die Mil­lio­nen von Arbei­tern in öffent­li­chen Bau­pro­jek­ten beschäf­tig­te, um die Arbeits­lo­sen­kri­se der Welt­wirt­schafts­kri­se zu lösen.
2. Nevil­le Cham­ber­lain war der dama­li­ge bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­ter.
3. Mika­do ist ein japa­ni­scher Begriff für „Kai­ser“. Das mon­ar­chi­sche Sys­tem brach mit der Nie­der­la­ge Japans im Zwei­ten Welt­krieg zusam­men. Mit der Ver­fas­sung von 1947 wur­de der Kai­ser zu einem Aus­hän­ge­schild mit wenig tat­säch­li­cher Macht.
4. Cor­dell Hull war von 1933 bis 1944 Staats­se­kre­tär in der Regie­rung von Fran­k­lin D. Roo­se­velt
5. Der Name der bri­ti­schen Kolo­nie zwi­schen 1910 und der Unab­hän­gig­keit 1961.
6. John L. Lewis war der Prä­si­dent der United Mine Workers of Ame­ri­ca und einer der Grün­der des Kon­gres­ses der Indus­trie­or­ga­ni­sa­tio­nen, des CIO.
7. Wil­liam Green war zwi­schen 1924 und 1952 Prä­si­dent der Ame­ri­can Fede­ra­ti­on of Labor, der AFL.
8. Die Workers Alli­an­ce war eine Orga­ni­sa­ti­on der Volks­front, die sich aus arbeits­lo­sen Arbei­tern zusam­men­setz­te, die mit der Sozia­lis­ti­schen Par­tei und der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei asso­zi­iert waren.

Klas­se Gegen Klas­se